Hüttengaudi: Rösti-Burger

In dieser Zwischenzeit von Weihnachten und Ostern gibt es ein paar kulinarische Dinge, die beachtet werden wollen. Neben allerlei Essen in Herzform und optimal auch noch in rosaroter Farbe zum Valentinstag gehört natürlich das Faschingsschmalzgebäck dazu UND alles, was Hüttengaudi in die schneelosen, flachen Gebiete bringt. Deftiges Essen in rustikaler Umgebung, das nach sportlicher Betätigung im Schnee oder eben im grauen Regenwetter wärmt und mögliche Neujahrsvorsätze weit in die Ferne rücken lässt.

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Ich bin ja echt keine Skifahrerin; bisher stand ich ganz genau drei Mal auf (Langlauf)Ski und das hat einmal mit einer Knieprellung und drei Woche Schiene tragen geendet. Die letzten Male dienten nur zur Erheiterung des Freundes: „Man weiß, dass man langsam ist, wenn einen sogar Rentner überholen.“ Ähm ja, ganz schön kompliziert mit diesen Stangen an den Füßen… Aber ich will ja eigentlich über Essen reden! Keine Ahnung, ob es auf irgendwelchen Hütten in den Alpen oder anderen Skiregionen Rösti-Burger gibt, aber wenn, dann hoffe ich für alle Skifahrer, dass der Burger mehr Biss hat als das Modell vom Mäcces 😉 Der preist seinen Burger ja gerade gefühlt in allen Radionachrichten an, dass ihr vielleicht auch Lust auf so einen Burger der Superlative bekommt.

Wenn ja, dann greift zu! Hier kommt das Rezept für Rösti-Burger, bei denen ihr wirklich was zu beißen und zu genießen habt! Wir haben dieses Mal darauf verzichtet, die Brötchen selber zu backen, sondern haben auf rustikale Weckle vom Bäcker zurückgegriffen. Saftiges Hähnchen, Zwiebeln, süße Apfelscheiben, ein herzhaftes Rösti und würzigem Raclettekäse -was für eine geniale Kombination!! Die Zutatenliste liest sich erstmal lang, aber glaubt mir, es ist gar nicht so kompliziert. Am besten geht es, wenn die ganze Familie mit anpackt -dann hat nicht einer den Stress, fünf Burger auf einmal zusammen zu setzen.

Also egal ob ihr Ski fahrt oder nicht, diese Art von Hüttengaudi schmeckt wirklich jedem (Vegetarier mal ausgenommen ;-)) Und die letzten Raclettereste kommen damit auch endlich weg!

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Zutaten für 4 Burger:
2 Hähnchenbrustfilet (ca 400g)
4 dünne Scheiben luftgetrockneter Schinken
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Apfel
1 rote Zwiebel
1 Zweig Thymian (oder 1 Msp getrockneter Thymian)
1 große vorwiegend festkochende Kartoffel (ca 300g)
1 Msp Natron
4 EL Sonnenblumenöl
4 rustikale Brötchen
8 Scheiben Raclettekäse

Zubereitung:
Apfel mit einem Apfelausstecher entkernen und in Scheiben schneiden. Zwiebel in Ringe schneiden. Ofen auf 60°C vorheizen. Hähnchenbrüste schräg in jeweils 4 Scheiben schneiden. Schinken längs halbieren und die Schnitzel mit Schinkenstreifen umwickeln. In einer beschichteten Pfanne im heißen Olivenöl von jeder seite 4-6min braten, mit Salz und Pfeffer würzen. Auf eine Platte legen und im Ofen zugedeckt warm stellen.
Die Apfelscheiben und Zwiebeln in die Pfanne mit dem Hähnchenfett geben und 8min braten. Thymianblättchen abzupfen und die letzten 2min mitbraten. Auf die Platte mit den Hähnchenschnitzeln legen.
Für die Rösti Kartoffeln schälen, fein raspeln, Natron untermengen und leicht pfeffern. Sonnenblumenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Röstimasse trocken ausdrücken und in 8 Portionen in die Pfanne geben. Leicht flachdrücken und die Rösti bei mittlerer Hitze von jeder seite in 4 min knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen und salzen.
Die Platte mit Hähnchen & Co aus dem Ofen holen und diesen auf 175° erhitzen. Die Brötchen halbieren, mit den Schnittflächen nach oben auf ein Blech mit Backpapier legen und sowohl die Unterseiten als auch die Deckel mit Raclettekäse belegen. In den Ofen schieben und den Käse schmelzen lassen. Dann mit Schnitzeln, Äpfeln und Zwiebeln auf den Unterseiten anrichten, nochmal kurz in den Ofen schieben und kurz erhitzen. Dann Deckel drauf, Mund weeeeit aufsperren und genießen!

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Außen pfui: Wildreisgratin mit Grünkohl und karamellisierten Zwiebeln

Ach ja, Aufläufe fotografieren ist nicht das einfachste Unterfangen. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn es selbst mittags so trüb sein kann, dass kaum natürliches Licht zur Verfügung steht. Und wenn man dann auch noch ein Wildreisgratin mit Grünkohl vorbereitet hat, der -zugegebenermaßen- geschöpft auf dem Teller eher wie ein dunkelgrüner Komposthaufen mit irgendwelchen weißen Maden aussieht, dann macht das nicht soooo Lust zuzugreifen 🙂

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Ohne jemals Maden gegessen zu haben, vermute ich jetzt einfach mal, dass dieses Gratin ganz anders schmeckt! Und hey, es ist Grünkohl drin! Gesund, lecker, trendyyy! Außen also vielleicht pfui, aber innen definitiv hui 😉 Wildreis schmeckt deutlich „gesünder“ und kerniger als der sonst eher verwendete Langkorn-, Basmati- oder Risottoreis. Wenn ich höre, wie andere Mütter ihre Familie mit Vollwertküche bekocht haben, bin ich ein bisschen froh, dass diese Phase an meiner Mum vorbei ging. Ja, sie hat selber Müsli aus geschrotetem Weizen gemacht, aber sonst wurden wir von all zu extremen gesunden Zutaten verschont.

Dementsprechend ist das nun meine Mission die Familie damit bekannt zu machen 🙂 Das gelingt manchmal recht gut, andere Male herrscht dann diplomatische Erleichterung, wenn ich wieder weg bin oder es mal Burger oder Schokokekse gibt. Bitte nicht falsch verstehen: gesunde Küche heißt nicht, dass das nicht schmecken kann. Aber es gibt meiner Meinung gelungenere Kombinationen als andere. Dieses Gratin ist ja nur semi-gesund, immerhin verarbeitet ihr ein ganzes Päckchen Käse in der Auflaufform. Und Käse macht ja alles besser.
Als Hauptgericht muss ich zugeben, fand ich das Wildreisgratin etwas zu langweilig. Aber als Beilage zu Fisch, Schnitzeln oder auch nur einem frischem Salat macht das auf jeden Fall was her. Die Zutaten hab ich ein wenig reduziert (Reis) bzw erhöht (Grünkohl), damit nicht zuuu viele Kohlenhydrate drin sind.
Ich hoffe, ihr lasst euch von der Verpackung nicht abschrecken, sondern lasst euch diesen herzhaften Auflauf bei dem trüben, kalten Wetter erst recht schmecken!

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Zutaten (für ca 10 Personen als Beilage)
300g ungekochter Wildreis (ich: 200g)
Für die karamellisierten Zwiebeln:
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln
1/2 TL Salz
1/2 TL Zucker
300g Grünkohl (oder etwas mehr)
Zum Zusammenstellen:
225g geriebener Emmentaler
2 TL Butter
180ml Brühe (Gemüse oder Hühner, ich hab deutlich mehr gebraucht)
60g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer

Den Reis nach Packungsangabe kochen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter und das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln in die Pfanne geben, mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen und ca. 30min bei wenig bis mittlerer Hitze braten bis sie weich und süß sind. Währenddessen den Grünkohl von den harten Stielen zupfen und kurz in kochendem Wasser blanchieren.
Den Grünkohl zu den Zwiebeln geben und ca 5min mitbraten. In einer Schüssel die Grünkohl-Zwiebel-Mischung mit dem Reis und 100g Emmentaler mischen. Mit Salz und Pfeffer nicht zu würzig abschmecken -da kommt ja noch Brühe dazu.
Eine große Auflaufform buttern und die Wildreismischung einfüllen. Die Brühe dazugeben. Den übrigen Käse darüberstreuen, die Semmelbrösel mit 1EL geschmolzener Butter mischen und über den Käse geben.
Im Ofen ca. 35min backen bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook (Deb Perelman)

Alte Liebe: Kürbisrisotto mit Radicchio

Was ist nur passiert? Nach dem 2015er Kürbisexzess gab es 2016 kein einziges neues Kürbisrezept im Herbst! Zur Freude meiner Geschwister habe ich in den Herbstmonat nicht so viel Zeit daheim verbracht und folglich wurden sie -diese Kürbisskeptiker- nicht von meiner Experimentierlust terrorisiert. Ganz drumrum kamen sie aber auch nicht und dieses Risotto kam nicht mal sooo schlecht an. Nur am Gorgonzola wurde rumgemeckert 🙂

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Aber ich kann mich nicht beschweren: beide haben schon alleine überleben müssen und saßen an genügend anderen Tischen um die ein oder andere Pseudo-Intoleranz abzulegen. Und ein bisschen was darf man sich ja behalten. Für mich hingegen ist dieses Risotto eine alte Liebe: es war eines der ersten Rezepte, die ich aus „Reisehunger“ nachgekocht habe, zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht einmal selbst dieses Buch hatte. Gut, dass es Foodblogger wie Micha gibt, die in einem Rutsch das ein oder andere Rezept vorstellen und mich zum Nachkochen animieren. Oft werde ich erst durch Rezepte bei anderen Bloggern auf manches Schätzchen aufmerksam, das ich beim Blättern in meinen Kochbüchern übersehen hatte.

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Seit dieser Entdeckung gab es dieses Risotto immer wieder. Mir gefällt hier besonders, dass der Hokkaido teilweise zerfällt und dem Essen eine schöne Farbe gibt. Dafür nehm ich dann auch das lange Schnippeln in Kauf. Ein echtes Soulfood und eine kulinarische Wärmflasche bei diesen Temperaturen ist so ein Risotto – wer noch mehr Inspiration als Alternative zu Eintöpfen braucht, die auch gut bei der Kälte passen, kann einfach hier unter der Kategorie Risotto suchen.
In diesem Sinne: das Warten hat sich hoffentlich für euch gelohnt -meine Liebe für Kürbis und fürs Risotto sowieso ist dadurch nicht abgeschwächt 🙂

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Zutaten für 4 Personen:
2 Schalotten
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis
1-1,25l Hühnerbrühe
2 EL Butter
250g Risottoreis
25g frisch geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Äußere Blätter des Radicchio und den Strunk entfernen, Radicchio vierteln und in dünne Streifen schneiden. Hokkaido waschen und entkernen, dann zuerst in dünne Spalten, anschließend in ca. 1cm kleine Würfel schneiden. Die Hühnerbrühe erhitzen und heiß halten.
Die Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen. Darin die Schalotten glasig andünsten. Den Risottoreis dazugeben und unter Rühren mitdünsten, bis auch dieser glasig ist (weder Schalotten noch Reis sollen dabei Farbe annehmen).
Die Kürbiswürfel in den Topf geben und mit 2-3 Schöpfkellen heißer Brühe ablöschen. Den Risotto bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt, und schöpfkellenweise weitere Brühe dazugeben, sobald der Reis die Flüssigkeit im Topf aufgenommen hat.
Nach 15-18min die Radicchiostreifen unter den Reis rühen. Den Risotto probieren, die Reiskörner sollten noch einen leichten Biss haben. Dann den Parmesan und den Gorgonzola untermengen und den Risotto noch 1-2min auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Quelle: Reisehunger. Die besten Rezepte zwischen USA & Singapur (Nicole Stich)

New is always better: Kartoffel-Spinat-Küchlein

Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage und seid gut ins neue Jahr gestartet. Allmählich geht es für die meisten von uns ja zurück in den normalen Alltag. Daheim hab ich die Zeit „genutzt“ und so viele Filme geguckt, wie schon lange nicht mehr. Meine Geschwister sind schuld 🙂 Sonst bin ich mehr der Serien-Gucker, aber auch da guck ich nicht so viele. Eine Serie, die ich schon lange durch hab, ist „How I met your mother“. Die ersten Staffeln sind ja ganz nett, aber naja, an „Friends“ kommt so schnell halt nichts ran.

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Jedenfalls gibt es in „How I met your mother“ einen Charakter namens Barney, der einige prägnante Aussprüche hat, unter anderem eben „new is always better“. Er bezieht das auf die Wahl seiner jeweiligen Übernachtungsgäste und so nimmt er kaum mal eine Frau zwei Mal mit heim. Dieser Ausspruch kam mir, als ich die Bilder sah, die mir mein Vater zugeschickt hatte. Jaaaa, ich hab noch ein paar mehr Rezepte und tolle Foodfotos in petto, aber die neuen sind jetzt grad so greifbar und sehen so hübsch aus und und und überhaupt! Ich schreibe, ich bestimme 🙂 New is always better! Deswegen gibt es heute also das Rezept für die Kartoffel-Spinat-Küchlein.

Neu ist immer besser trifft aus mehreren Gründen momentan: zum einen stammt das Rezept aus „USA vegetarisch“, einem Kochbuch, das ich ganz neu zu Weihnachten gekriegt hab. Statt wie vom Rezept vorgesehen aber Kartoffeln zu kochen, habe ich für die Küchlein übrig gebliebenen Kartoffelbrei verwendet, denn so „alt“ und vom Vortag erschien er längst nicht so attraktiv wie wenn er frisch und cremig auf den Tisch kommt. Da war die neue Verpackung als Küchlein schon viel ansprechender.

Neu ist neben dem Jahr auch das, was mich erwartet: aus Tübingen geht es weg nach Mannheim. Ein Neuanfang, Start ins richtige Arbeitsleben nach dem Studium. Ganz schön viel Neues wird da kommen, ob das immer besser ist, wage ich noch nicht zu beurteilen. Noch überwiegt die Vorfreude, wobei allmählich auch ein wenig Nervosität hinzukommt. Auf dem Blog werdet ihr das vermutlich erstmal noch nicht merken, genügend tolle Rezepte warten noch darauf verbloggt zu werden. Das nächste steht schon in der Warteschlange: ofengerösteter Rosenkohl mit Apfel. Den gab es zu den Küchlein dazu. Ein ganz famoses vegetarisches Essen nach den fleischlastigen Feiertagen.

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Zutaten:
800g mittelgroße mehlige Kartoffeln (ca.700g Kartoffelbrei)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
200g Grünkohl (Spinat)
150g Zwiebeln
Öl
2 Eigelb (ich: ein ganzes Ei)
Für die Béchamelsauce:
2EL Butter
2EL Mehl
250ml Milch
Salz, Pfeffer
2 TL Senf

Zubereitung:
Kartoffeln waschen und schälen und in kochendem Salzwasser 25-30min weich kochen. Grünkohl rupfen, dabei alle Blattrippen entfernen, Grünkohl gründlich waschen. Gut abgetropft sehr fein schneiden.
Inzwischen Zwiebeln pellen und sehr fein würfeln. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 3min glasig anschwitzen. Grünkohl dazugeben und weitere 4min dünsten, dabei häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.
Gegarte Kartoffeln abgießen und kurz ausdämpfen lassen. Stampfen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Falls ihr Kartoffelbrei verwendet, einfach hier einsteigen und Ei und Grünkohl/ Spinat dazugeben. Ei unterheben. Gründkohl dazugeben und gründlich vermengen. Masse etwas abkühlen lassen und dann ca 8-10 Küchlein formen.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Küchlein in etwas Mehl wenden und die Küchlein im heißen Öl bei mittlerer Hitze 3-4min braten. Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen, dann das Mehl dazu geben und mit dem Schneebesen konstant umrühren. Nach ca. 2min die Milch dazugeben, munter weiterrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Alles aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken.

Quelle: USA vegetarisch

Kohldampf: Rosenkohlgalette mit Ziegenkäse

Oh ja, endlich ist wieder diese Zeit im Jahr: Temperaturen um den Gefrierpunkt lassen bei mir weniger die Lust auf überfüllte Weihnachtsmärkte mit zuckersüßem Glühwein steigen als vielmehr den KOHLdampf auf dieses typische Wintergemüse. Mit diesem Rezept ging es mal wieder wie hier: unabgesprochen haben meine Mutter und ich uns beide in die Rosenkohlgalette im Kochbuch von Donna Hay verguckt und so war ziemlich schnell klar, was es zum Mittagessen geben würde.

Zusammen in der Küche zu stehen, ist sowieso angenehm 🙂 Das Zwiebelconfit, das im Rezept gekauft wird, habe ich selber hergestellt, indem ich einfach ein paar Zwiebeln in feine Streifen geschnitten hab, dann mit braunem Zucker und nem Schluck Portwein einkochen hab lassen. So lecker, die Dingerchen.

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Nur mit dem Teig war ich so gar nicht zufrieden… er hat sich zwar gut formen lassen, aber gebacken war er optimistisch ausgedrückt sehr mürbe. Um ehrlich zu sein, fand ich ihn fast sandig. Lag das daran, dass ich kein Superfoodpulver verwendet hab? Die Flohsamenschalen hab ich nämlich weg gelassen. Beim nächsten Mal werde ich einfach den Teig hier machen, der schmeckt nämlich hervorragend und sandig ist der sicher nicht. Ansonsten aber eine mega leckere Füllung! Passt alles sehr gut zusammen 🙂 Jetzt kuschel ich mich genau so ein wie der Rosenkohl in der Galette -dann lässt sich die Kälte draußen noch besser aushalten!

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Zutaten für 4 (recht kleine) Portionen:
70g Vollkorn-Dinkelmehl
150g Vollkorn-Weizenmehl
20g Flohsamenschalenpulver (weg gelassen)
150g Butter, zerkleinert
1/2 TL Meersalz
1 Eigelb
1 EL Eiswasser

Für die Füllung:
300g Rosenkohl
2 EL Olivenöl
1 EL abgeriebene Zitronenschale
1 kleine Handvoll Oreganoblätter
Salz, Pfeffer
2 EL karamellisierte Zwiebeln
50g weicher Ziegenkäse
60g frischer Ricotta
1 Ei, leicht verklopft
Oreganoblätter zum Bestreuen (weg gelassen)

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Zubereitung:
Für den Teig die beiden Mehlsorten, das Flohsamenschalenpulver, Butter und Salz in der Küchenmaschine zu einer grob krümeligen Masse verarbeiten. Eigelb und Eiswasser hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in zwei gleich große Portionen teilen und diese jeweils zu einer Scheibe formen. In Frischhaltefolie verpackt 30min kalt stellen.
Den Rosenkohl kurz blanchieren, abtropfen lassen und vierteln. Öl, Zitronenschale, Oregano, Salz und Pfeffer in einer Schüssel gründlich verrühren. Den Ofen auf 190°C vorheizen. Die beiden Teigportionen jeweils zwischen zwei Lagen Backpapier zu Kreisen von 20cm Durchmesser ausrollen. Auf ein Backblech setzen und die obere Lage Backpapier entfernen. Jeweils die Hälfte der karamellisierten Zwiebeln auf dem Teig verstreichen, darauf Rosenkohl, Ziegenkäse und Ricotta verteilen. Die Teigränder nach innen umklappen, sodass der Belag teilweise bedeckt ist. Den Teig mit Eigelb bestreichen. Die Galettes mit dem zusätzlichen Oregano bestreuen und im Ofen 25-30min goldbraun backen.

Quelle: life in balance (Donna Hay)

Lobeshymnen: Glasierte Mini-Hackbraten auf Kartoffelbrei

Hier kommt das versprochene neue Rezept aus „Eine kleine Küche in New York„. Wobei, ich glaub, bei all den Bildern und Links zu vergangenen Blogbeiträgen mit Rezepten daraus ist euch schon klar geworden, dass ich gerne aus diesem Buch esse. Nach all dem Süßen und Vegetarischem, was es schon auf dem Blog gibt, kommt heute mal wieder eine ordentliche Fleischladung.

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Ich wusste schon eine Weile, dass ich das Rezept euch gerne zeigen würde, weil der Geschmack von diesen kleinen Hackbraten mit der Tomatenglasur einfach herrlich ist. Das Gemüse im Fleisch macht es irgendwie richtig schön saftig und all die Gewürze drin runden das so wunderbar ab. Ich war mir ziemlich sicher, dass das Gericht meinem Bruder richtig gut schmecken würde. In einem Haushalt, wo sehr viele vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan stehen und die große Schwester regelmäßig mit irgendwelchen gesunden Müsliriegeln oder veganen Leckereien ankommt, wird jede fleischliche Zugabe geradezu ekstatisch bejubelt 😀 So geschehen als ich die Hackbraten zum Mittagessen gemacht habe.

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Alle haben es gelobt (was erwartet ihr auch? Hehe), mir hat es auch sehr gut geschmeckt, aber dem „Kleinen“ hat es besonders geschmeckt. Freut mich, braucht er vielleicht mal einen Eiweißshake nach dem Pumpen weniger 😉 Ich will übrigens betonen, dass ich mich vor, während oder nach dem Essen selber NICHT gelobt habe. Bekanntlicherweise stinkt Eigenlob ja. Bei uns auf dem Land allerdings nicht! Denn da entscheidet sich der Bauer zur besten Essenszeit mit seinem Gülleanhänger auf die Wiese zu fahren und unser gesamtes Wohngebiet unter einer Güllewolke zu begraben. Zugegeben, diese olfaktorische Beeinträchtigung hat das Zusammensitzen am Tisch auf der Terrasse deutlich verkürzt. Gleichzeitig musste ich grinsen, weil ich diesen Geruch tatsächlich immer mit daheim verbinde und genau wusste, wo ich bin. Man ist es einfach gewohnt, wenn man etwas dörflicher wohnt 😉

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Hier also noch ein Rezept von Deb Perelman, mit dem ihr Jungs sehr glücklich machen könnt. N grüner Salat dazu ist auch noch sehr lecker. Falls ihr das Buch daheim habt, wundert euch nicht, wenn die Zubereitungsschritte etwas anders klingen. Ich schreibe das Rezept aus meinem amerikanischen Buch ab, weil das deutsche bei meiner Mutter geblieben ist. Die Mengenangaben sind aber diesselben, ich hatte für uns damals lediglich die Fleischmenge etwas reduziert, weswegen bei mir 11 Bällchen in der Form liegen.

Zutaten (für 6 Personen):
Für die Glasur:
4 TL Sonnenblumenöl
65g Tomatenmark
30ml Apfelessig
2 TL Honig
2 TL Worcestershiresauce
1 EL Dijonsenf
1/4 TL Salz

Für die Mini-Hackbraten:
2 Scheiben Toastbrot (möglichst etwas trockener)
1 mittelgroße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 mittelgroße Stange Sellerie
1 mittelgroße Karotte
1 TL Salz
900g gemischtes Hackfleisch
1 TL Tomatenmark
1 TL geräuchertes Paprikapulver
1 TL Dijonsenf
2 EL Worcestershiresauce
120ml Milch
1 EL gehakte Petersilienblätter
2 große Eier
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Zubereitung:
Alle Zutaten für die Glasur in einem kleinen Topf verrühren und bei kleiner Hitze für 2min köcheln lassen. Dabei stetig umrühren. Dann zur Seite stellen.
Den Ofen auf 180° Umluft vorheizen. Das Brot ist Stücke reißen und in einem Mixer zu kleinen Bröseln zerkleinern. Diese dann in eine große Schüssel geben. Dann die geschälte Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerstange in den Mixer geben und alles klein häckseln lassen. Wer keinen Mixer oder Foodprocessor hat (wie ich, schnüff), der raspelt das Gemüse einfach auf einer Gemüsereibe grob, bzw würfelt die Zwiebel fein. Eine Pfanne mit einem EL Öl heiß werden lassen. Das kleingeschnittene Gemüse in die Pfanne geben, mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 10-15min bei mittlerer Hitze braten bis das Gemüse schön angeröstet ist.
Das Gemüse in die Schüssel mit den Bröseln geben, dann die Gewürze, das Fleisch, Milch und die Eier zugeben. Alles gut vermixen (ich mache das ja gerne mit den Händen). Abschmecken, ob noch Salz oder sonst etwas nötig ist. Dann mit angefeuchteten Händen 12 Bällchen rollen. Die Mini-Hackbraten in eine große Form geben. Jedes Bällchen mit der Glasur bestreichen. Dann in den Ofen schieben und für ca. 25min backen.

Hackbällchen auf Kartoffelbrei servieren. Den macht ihr easy-peasy selber, wehe ihr denkt auch nur dran, n Päckchen zu nehmen. Für 6 Personen ca. 900g Kartoffeln schälen, abwaschen, in grobe Würfel schneiden, in Salzwasser weich kochen. Wasser abgießen, mit einem Kartoffelstampfer kleinquetschen, heiße Milch, n gutes Stück Butter, Salz und Pfeffer zugeben. Wer mag auch Muskatnuss. Die Menge der Milch hängt davon ab, wie ihr die Konstistenz mögt, bzw wie lange ihr den Brei stehen lässt. Je länger der steht, desto trockener wird alles 😉

Quelle: Eine kleine Küche in New York (Deb Perelman)

Es war einmal: Flammkuchen mit geröstetem Gemüse

Wenn der Freund den Blog oder Instagram durchschaut, geht es immer: „Hab ich nicht gekriegt, des hast du auch nicht für mich gemacht, kenn ich alles nicht…“. Tja, so ist das halt, wenn man ne Wochenendbeziehung hat. Da muss ich halt auch mal unter der Woche was essen 😀

Bei diesem Flammkuchen allerdings weiß ich ganz genau, dass er ihn auch hatte. Als es den zum ersten Mal gab, sind wir zusammen in der Küche gestanden, haben Gemüse geschnippelt und waren beide noch meeegaaaa nervös, weil wir zu dem Zeitpunkt erst eine Woche zusammen waren. Ich könnte euch also sogar noch das exakte Datum von diesem Samstagabend sagen 😀 Schon damals haben wir uns nur am Wochenende gesehen und meistens waren da noch eine ganze Menge anderer Menschen um uns rum, weil wir den gleichen Freundeskreis haben.

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In einem Freundeskreis, in dem sämtliche Paare schon ungefähr seit ihrer Geburt zusammen sind und es auch sonst keine großen Dramen gibt, ist so etwas Neues ja ein rießen Ding 😀 Kurzerhand beschlossen wir sämtliche Freunde zu ihm nach Hause einzuladen (auf dem Dorf trifft man sich meistens erstmal bei irgendjemand daheim bevor es sonst wohin geht), denen den Flammkuchen hinzustellen und dass der Mitesser und ich ein Paar wären, würden die schon im Laufe des Abends selber herausfinden. Hat alles gut geklappt, wir sind immer noch alle gut befreundet und neben dem Abend insgesamt ist besonders dieser Flammkuchen mit geröstetem Gemüse in Erinnerung geblieben.

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Essen ist bei mir einfach oft mit Erlebnissen und Menschen verbunden und dieses hier halt mit etwas ganz Besonderem. Inzwischen gab es den Flammkuchen schon so oft, dass die die Zusammenstellung des Gemüses immer wieder etwas verändert hat. Den Speck hab ich schon immer weggelassen, die Schmandschicht beim Backen für diese Fotos hier vergessen und auf die Idee, noch ne Zucchini aus dem Garten zu holen und zum Belegen zu nutzen, bin ich auch nicht gekommen. Ein bisschen Grün hätte den Bildern noch gut getan. Hauptsache, Ziegenkäse und Tomätle sind drauf. Der Beleg schmeckt in egal welcher Zusammenstellung soooo gut, das Rösten im Ofen macht den Unterschied!
Gibt es bei euch auch ein bestimmtes Essen (oder Getränk), dass ihr mit eurem /eurer Liebsten in Verbindung bringt?

Zutaten (für einen großes Flammkuchen):
250g Karotten
1 gelbe Paprikaschote
2 rote Zwiebeln
150g Kirschtomaten
200g Champignons
125g geräuchter Speck (weggelassen)
6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
10g frische Hefe
1 TL Zucker
250g Mehl
2 Zweige Rosmarin
200g Schmand
150g Ziegenfrischkäse

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Zubereitung:
Für den Hefeteig Hefe in eine kleine Schüssel bröckeln. Mit 125ml Wasser und dem TL Zucker verrühren bis sich die Hefe auflöst. Mehl, 1/2 TL Salz und 2EL Olivenöl in eine Schüssel geben, das Hefewasser damit zu einem glatten Teig vermischen. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45min gehen lassen bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Backofen auf 175° vorheizen. Karotten und Zwiebeln schälen. Paprika waschen, Champigons evt säubern. Das Gemüse (bis auf die Tomaten) in kleine Würfel schneiden. Das Gemüse auf ein tiefes Backblech geben, mit 4 EL Öl, Salz und Pfeffer würzen. Im Backofen 25-30min rösten, dabei 1-2 Mal umrühren. Wenn das Gemüse fertig ist, aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 200° erhöhen. Wer einen Pizzastein hat, kann den Flammkuchen auch darauf zubereiten.
Rosmarin waschen und kleinhacken, mit dem Schmand mischen und beiseite stellen. Die Kirschtomaten halbieren oder vierteln. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Hefeteig durchkneten und dünn auf die Größe des Backbleches ausrollen. Die Schmandmischung darauf streichen. Das geröstete Gemüse darauf verteilen, mit den Kirschtomaten belgen und den Ziegenfrischkäse in kleinen Häufchen darauf setzen. Im heißen Ofen 15-20min backen und dann sofort servieren.

Quelle: Lecker