Sommergemüsegratin mit Zitronensahne

Gutes kann so einfach sein – ein bisschen Gemüse, Sahne, sogar Zitrone und Parmesan sind verzichtbar und schon hat man ein wunderbares Gratin. Strahlend bunte Farben, eine echte Augenweide, die all das tolle Sommergemüse vereint. Nein, viel braucht es wirklich nicht -hier gibt es keinerlei Ausreden sich vor dem Kochen zu drücken!

2017.07.30_SommergemüseAuflauf-1

Auch wenn ihr gerade erst von daheim ausgezogen seid, bleibt mir bitte von den Tiefkühpizzen weg und das Regal mit der Fertigtütennahrung könnt ihr auch gleich vergessen, weil mit diesem Rezept zeigt sich mal wieder wie einfach Selberkochen ist! Ein Messer und ein Schneidebrett werdet ihr wohl haben, irgendeine Form für den Backofen sicherlich auch und schon kann’s losgehen! Gemüse schnippeln, möglichst dekorativ einschichten (ein Hoch auf meine Mutter -ich hätte nicht die Geduld für solch ein Kunstwerk gehabt!) und mit Sahne übergießen.

2017.07.30_SommergemüseAuflauf-12

Fett – hier in Form von Sahne ist sowieso immer ein guter Geschmacksbringer 🙂 Wenn das Gemüse im Ofen schön drin köchelt, braucht es nicht mehr viel. Zitronenschale und Parmesan bringen noch den letzten Aromakick. Wer frische Kräuter wie Thymian hat, kann die natürlich auch gerne verwenden, nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Aber da sind Geschmäcker ja unterschiedlich und für jeden bedeutet das was anderes.

2017.07.30_SommergemüseAuflauf-7

Bei mir ist dieses Sommergemüsegratin schon seit zwei Jahren ein Standardgericht – so farbenfroh, so frisch, so lecker! Ein bisschen Brot dazu um die Sahne aufzudippen und ich bin glücklich! Ihr hoffentlich auch 🙂
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich jetzt in den Wanderurlaub: die nächsten Wochen wird ausschließlich auf einem Trangia-Kocher Essen zubereitet. Und auch das geht ohne Fertigprodukte! Habt einen schönen August; wir lesen uns wieder im September.

2017.07.30_SommergemüseAuflauf-13

Zutaten (für 4 Personen):
1 kleiner Brokkoli
200g Mangold oder Spinat
200g Zucchini
1 rote Paprika
1 Zuckermaiskolben
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
250g Sahne
50g frisch geriebener Parmesan
2 EL Butter
Butter für die Form
Salz, Pfeffer
Basilikum nach Geschmack zum Bestreuen

Zubereitung:
Gemüse waschen. Brokkoli in kleine Röschen teilen, Paprika in schmale Streifen, Maiskörner vom Kolben schneiden. Die Zucchini in kleine Würfel schneiden, die Frühlingszwiebel in feine Ringe, den Knoblauch fein hacken und den Mangold oder Spinat grob hacken.
In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Brokkoli ca 2min blanchieren, dann die Maiskörner und die Mangoldstiele dazugeben. Die Mangold- oder Spinatblätter in ein Sieb gießen und beim Abgießen des Gemüse so die Blätter kurz blanchieren. Das Gemüse abtropfen lassen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine flache, ofenfeste Form mit Butter fetten. Das Gemüse, die Frühlingszwiebel und den Knoblauch mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und in der Form verteilen.
Die Zitrone waschen und abtrocknen. Die Schale fein abreiben und in die Sahne rühren. Diese würzen und über das Gemüse in die Form gießen. Den Parmesan gleichmäßig darüber verteilen und zum Abschluss noch die Butter in Flöckchen auf den Käse setzen.
Im Ofen ca 30min backen bis das Gemüse schön gebräunt ist. Kurz ruhen lassen, mit Basilikum bestreuen und servieren. Dazu passt Brot oder Salzkartoffeln.

Quelle: Frühling, Sommer, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

Rettungsaktion: Gazpacho

Passend zu den Sommerferien im Süden Deutschlands meldet sich die Rettungsaktion mit allerlei sommerlichen Gerichten. Ich habe mich für Gazpacho entschieden, die hier bei Temperaturen über 25°C mindestens so häufig wie Eis gegessen wird. Und jeeeedes Mal denke ich daran, dass wir mit „Wir retten was zu retten ist“ DRINGEND internationaler werden sollten.

2017.06.16_Gazpacho-1

Ja, die ursprüngliche Initiative stammt von den österreichischen Bloggern Susihttps://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117 und Sina und insofern sind wir auch international aufgestellt, aber ihr ahnt es: auch in nicht deutschsprachigen Ländern hätte die Rettungsaktion einiges zu tun.
Vor ein paar Jahren war ich in Spanien zum Arbeiten. Der Sommer kam und zu meiner großen Überraschung kam eine Freundin zum gemeinsamen Picknick mit einem 3-Liter-Tetrapak voller Gazpacho an!!! Jaaaaa, die kalte Tomatensuppe ist hier nicht sooo bekannt, aber in Spanien ist das eine Art sommerliches Lebenselixir und so kann man im Supermarkt von verschiedensten Marken einen Tetrapak mitnehmen.

2017.06.16_Gazpacho-4

Soll ich euch was sagen? Das schmeckt nicht! Ich habe es probiert, aber diese Gazpacho schmeckt viiiel zu arg nach Tomatensaft, ist zu dünn und ach Leute, macht des doch einfach selber!! Ist sooooo einfach und schnell geht es auch -lediglich die Kühlzeit solltet ihr einplanen.
Mein Gazpachorezept eignet sich super um nicht mehr ganz so frisches Weißbrot zu verwerten. Wer einen großen Standmixer hat, kann sich außerdem glücklich schätzen, weil man in den Behälter einfach alles reinschmeißt, mixt, kühlt und fertisch! Aber lasst euch nicht davon abhalten, ein Gazpacho zu mixen nur weil ihr lediglich einen Stabmixer besitzt. Glaubt mir, hab ich alles schon gemacht und auch das geht problemlos, braucht nur etwas länger 🙂
Und jetzt ab mit euch auf den Markt oder in den eigenen Garten: die Tomaten haben Hochsaison und wollen gegessen werden!

2017.06.16_Gazpacho-2

Hier sind die anderen Mitretter – auf dass der Sommer noch ganz lange bleibt:

Anna Antonia – Gebacken: Aubergine, Zucchini, Feta

auchwas – Rosen – Blüten – Spritzer

Brittas Kochbuch – Gazpacho andalúz

Brotwein – Flammkuchen griechischer Art mit Feta und Oliven

Das Mädel vom Land – Gesulzte rote Beeren

Fliederbaum – Bunte sommerliche Obsttorte

Food for Angels and Devils – Gurkengranité mit weißer Schoggimousse

Genial lecker – Cassis mit Grappa und Fruchtauszug

German Abendbrot – Baskisches Hühnchen vom Grill

Giftigeblonde – Hausgemachte Antipasti

Kebo Homing – Flammkuchen mit Pfifferlingen

lieberlecker – Sauerrahmeis

Münchner Küche – Eis am Stiel mit Joghurt und Johannisbeeren

Obers trifft Sahne – Schwarzkirsch Galette

Prostmahlzeit, die Turbohausfrau – Gegrillter Kukuruz

The Apricot Lady – Schnelle Sommerküche

2017.06.16_Gazpacho-4

Gazpachozutaten (für 4 Personen):
150g Weißbrot (vom Vortag)
2 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
750g Tomaten
3 EL Weißweinessig
1 rote Paprikaschote
1/2 Salatgurke
150ml Gemüsebrühe, gut gekühlt
6 Eiswürfel
Salz, Pfeffer
Edelsüßes Paprikapulver
Chilipulver
2-3 Prisen Zucker
1 kleine grüne Paprikaschote
4 Stängel Basilikum
Optional: Gurkenwürfel, Zwiebelwürfel, Tomatenwürfel

Zubereitung:
Das Brot in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. 4 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, das Brot und die Hälfte des Knoblauchs dazugeben und bei mittlerer Hitze unter Rühren goldbraun braten, anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

DIE AUSFÜHRLICHE VARIANTE: Die Tomaten kreuzweise einritzen, mit kochend heißem Wasser überbrühen und ca. 1min ziehen lassen. Dann die Tomaten häuten, vierteln, die Kerne herauskratzen und die Stielansätze wegschneiden. Das Tomatenfleisch grob schneiden und damt dem dabei angesammelten Saft mit Essig, übrigem Öl und restlichem Knoblauch und der Hälfte des gerösteten Brots mischen und ca. 30min im Kühlschrank ziehen lassen.
Die rote Paprikaschote halbieren, putzen, waschen und grob würfeln. Salatgurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen, dann das Gurkenfleisch in kleine Stücke schneiden. Paprika und Gurke mit den Tomaten samt eingeweichtem Brot mischen und mit Brühe und den Eiswürfeln mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Paprika- und Chilipulver und dem Zucker würzen. Die Suppe im Kühlschrank ca 2h (oder auch länger) durchkühlen lassen.

DIE SCHNELLE VARIANTE: Tomaten waschen, halbieren, Stielansätze rausschneiden, vierteln und in den Mixer damit. Paprika putzen, entkernen und grob würfeln. Gurke schälen, längs halbieren und grob entkernen. Alles zusammen mit der Hälfte des Brots, Brühe, Eiswürfeln und Gewürzen pürieren -gerade ein Standmixer eignet sich dafür sehr gut! Mindestens 2h kühlen.

Die grüne Paprika halbieren, putzen, waschen und in möglichst kleine Würfel schneiden. Optional Gurke, Zwiebel, Tomaten… auch sehr fein würfeln. Basilikumblätter von den Stängeln zupfen, in feine Streifen schneiden und mit den Paprikawürfeln mischen. Die Suppe auf Teller verteilen und mit den übrig gerösteten Brotwürfeln und der Paprikamischung bestreuen.

Quelle: Sommerküche voller Sonne und Aroma (Tanja Dusy)

Hinter den Kulissen: Caponata

Wer auf unsere Seite kommt, merkt ziemlich schnell, dass wir zumindest von unserer Bloggestaltung nicht so kreativ, bzw nicht so tief in der Materie drin sind, wie man chic so eine Homepage einrichtet. Aber hey: ihr könnt euch sicher sein, dass die Rezepte hier funktionieren und was unser Foodfotos angeht, so haben wir vielleicht die ein oder andere Leiche im Keller, aber immer wieder sind so richtige Highlights dabei.

2017.06.17_Caponata-4

Als ich das letzte Mal daheim war, hat mir der Aufbau soooo gut gefallen, dass wir das Set gleich drei Mal genutzt haben. Ich habe gedacht, ich muss euch unbedingt mal Hintergrundbilder zeigen, weil diese Aktioon tyyyyyyisch Papa ist. Ich hatte vorgeschlagen, die Bretter aus diesem Post zu verwenden und wollte das aber im grünen Garten fotografieren. Während ich mich also um das Essen kümmerte, machte mein Vater sich an den Aufbau bis meine Schwestern kopfschüttelnd in die Küche kam und meinte, dass es heute nach dem Fotografieren wohl nichts zum Essen geben würde. Warum? Siehe folgende Hinter-den-Kulissen-Fotos:

Mein Vater hat sich einen der wackeligsten Hocker geschnappt, das Brett drüber gelegt und eine Seite mit einem Stein beschwert und auf der anderen Seite das Essen bzw die Bowle gestellt!!! Die ganze Familie schwänzelte um dieses Fotoset herum in der ständigen Angst, dass da vielleicht doch nicht alles so gut austariert sein könnte wie von meinem Vater behauptet. Der war natürlich höööööchst beleidigt, dass seine Töchter sein handwerkliches Geschick in Frage stellten -aber sorry, wenn es ums Essen geht, verstehen wir keinen Spaß 🙂

2017.06.17_Caponata-7

Naja, von wegen! Wir haben ohne Ende gekichert und bei jedem Windhauch, der an der Basilikumdeko gewackelt hat, aufgeschrien 🙂
Bei all der Albernheit will ich aber nicht unerwähnt lassen, dass die Caponata sehr, sehr lecker war! Lauwarm serviert, schön sommerlich, einfach und schnell gemacht, dazu ein Riesling, selbst gebackenes Brot und das alles in fröhlicher Runde -was will ich mehr?! Mindestens genau so lecker, aber doch ganz anders ist die Caponata, die Sina bei sich serviert. Wird bei Gelegenheit ausprobiert!

Zutaten (für 4 als Vorspeise):
50ml Olivenöl
300g gelbe oder rote Kirschtomaten
500g Aubergine
1 rote oder gelbe Paprikaschote
2 Stangen Staudensellerie (weg gelassen)
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
40g schwarze Oliven (ohne Stein)
4 Anchovisfilets in Öl (weg gelassen)
60g Sultaninen
40g Pinienkerne
3-4 EL guter Aceto balsamico
2Tl Zucker
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
3-4 Stängel Basilikum
250g Burrata (optional)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine große Auflaufform mit etwas Olivenöl einpinseln. Die Kirschtomaten waschen, halbieren und mit den Schnittflächen nach oben in die Form setzen. Im Ofen (Mitte) rösten bis die Tomaten zu schrumpeln beginnen und die ersten dunklen Flecken bekommen -das dauert ca 15-20min. Die Tomaten dann aus dem Ofen nehmen.
Inzwischen das restliche Gemüse waschen und Putzen. Die Auberginen in 2cm große Würfel, die Paprikaschoten in 1cm große Würfel schneiden. Selleriestangen längs halbieren, dann in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen und in dünne Spalten schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Oliven in dünne Ringe schneiden. Anchovisfilets fein hacken.
Eine große Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Auberginenwürfel hineingeben, sofort gleichmäßig mit 3-4 EL Olivenöl beträufeln, gründlich durchmengen und bei starker Hitze ca 5min scharf anbraten (die Würfel sollen etwas Farbe annehmen). Paprika, Sellerie und Zwiebel dazugeben und alles weitere 5min bei mittlerer Hitze braten. Knoblauch, Oliven und Anchovis, Sultaninen und Pinienkerne untermischen und nochmals 5min bei geringer Hitze sanft schmoren lassen. Dabei ab und zu umrühren.
Das Gemüse mit 2-3 EL Wasser und dem Aceto Balsamico ablöschen. Die Ofentomaten vorsichtig unterrühren und die Caponata mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Basilikumblättchen von den Stängeln zupfen, grob hacken und unter die Caponata mischen. Warm oder abgekühlt pur oder mit der Burrata anrichten.

Quelle: Reisehunger (Nicole Stich)

 

Hüttengaudi: Rösti-Burger

In dieser Zwischenzeit von Weihnachten und Ostern gibt es ein paar kulinarische Dinge, die beachtet werden wollen. Neben allerlei Essen in Herzform und optimal auch noch in rosaroter Farbe zum Valentinstag gehört natürlich das Faschingsschmalzgebäck dazu UND alles, was Hüttengaudi in die schneelosen, flachen Gebiete bringt. Deftiges Essen in rustikaler Umgebung, das nach sportlicher Betätigung im Schnee oder eben im grauen Regenwetter wärmt und mögliche Neujahrsvorsätze weit in die Ferne rücken lässt.

2017-01-22_rostiburger-6

Ich bin ja echt keine Skifahrerin; bisher stand ich ganz genau drei Mal auf (Langlauf)Ski und das hat einmal mit einer Knieprellung und drei Woche Schiene tragen geendet. Die letzten Male dienten nur zur Erheiterung des Freundes: „Man weiß, dass man langsam ist, wenn einen sogar Rentner überholen.“ Ähm ja, ganz schön kompliziert mit diesen Stangen an den Füßen… Aber ich will ja eigentlich über Essen reden! Keine Ahnung, ob es auf irgendwelchen Hütten in den Alpen oder anderen Skiregionen Rösti-Burger gibt, aber wenn, dann hoffe ich für alle Skifahrer, dass der Burger mehr Biss hat als das Modell vom Mäcces 😉 Der preist seinen Burger ja gerade gefühlt in allen Radionachrichten an, dass ihr vielleicht auch Lust auf so einen Burger der Superlative bekommt.

Wenn ja, dann greift zu! Hier kommt das Rezept für Rösti-Burger, bei denen ihr wirklich was zu beißen und zu genießen habt! Wir haben dieses Mal darauf verzichtet, die Brötchen selber zu backen, sondern haben auf rustikale Weckle vom Bäcker zurückgegriffen. Saftiges Hähnchen, Zwiebeln, süße Apfelscheiben, ein herzhaftes Rösti und würzigem Raclettekäse -was für eine geniale Kombination!! Die Zutatenliste liest sich erstmal lang, aber glaubt mir, es ist gar nicht so kompliziert. Am besten geht es, wenn die ganze Familie mit anpackt -dann hat nicht einer den Stress, fünf Burger auf einmal zusammen zu setzen.

Also egal ob ihr Ski fahrt oder nicht, diese Art von Hüttengaudi schmeckt wirklich jedem (Vegetarier mal ausgenommen ;-)) Und die letzten Raclettereste kommen damit auch endlich weg!

2017-01-22_rostiburger-12

Zutaten für 4 Burger:
2 Hähnchenbrustfilet (ca 400g)
4 dünne Scheiben luftgetrockneter Schinken
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Apfel
1 rote Zwiebel
1 Zweig Thymian (oder 1 Msp getrockneter Thymian)
1 große vorwiegend festkochende Kartoffel (ca 300g)
1 Msp Natron
4 EL Sonnenblumenöl
4 rustikale Brötchen
8 Scheiben Raclettekäse

Zubereitung:
Apfel mit einem Apfelausstecher entkernen und in Scheiben schneiden. Zwiebel in Ringe schneiden. Ofen auf 60°C vorheizen. Hähnchenbrüste schräg in jeweils 4 Scheiben schneiden. Schinken längs halbieren und die Schnitzel mit Schinkenstreifen umwickeln. In einer beschichteten Pfanne im heißen Olivenöl von jeder seite 4-6min braten, mit Salz und Pfeffer würzen. Auf eine Platte legen und im Ofen zugedeckt warm stellen.
Die Apfelscheiben und Zwiebeln in die Pfanne mit dem Hähnchenfett geben und 8min braten. Thymianblättchen abzupfen und die letzten 2min mitbraten. Auf die Platte mit den Hähnchenschnitzeln legen.
Für die Rösti Kartoffeln schälen, fein raspeln, Natron untermengen und leicht pfeffern. Sonnenblumenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Röstimasse trocken ausdrücken und in 8 Portionen in die Pfanne geben. Leicht flachdrücken und die Rösti bei mittlerer Hitze von jeder seite in 4 min knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen und salzen.
Die Platte mit Hähnchen & Co aus dem Ofen holen und diesen auf 175° erhitzen. Die Brötchen halbieren, mit den Schnittflächen nach oben auf ein Blech mit Backpapier legen und sowohl die Unterseiten als auch die Deckel mit Raclettekäse belegen. In den Ofen schieben und den Käse schmelzen lassen. Dann mit Schnitzeln, Äpfeln und Zwiebeln auf den Unterseiten anrichten, nochmal kurz in den Ofen schieben und kurz erhitzen. Dann Deckel drauf, Mund weeeeit aufsperren und genießen!

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Außen pfui: Wildreisgratin mit Grünkohl und karamellisierten Zwiebeln

Ach ja, Aufläufe fotografieren ist nicht das einfachste Unterfangen. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn es selbst mittags so trüb sein kann, dass kaum natürliches Licht zur Verfügung steht. Und wenn man dann auch noch ein Wildreisgratin mit Grünkohl vorbereitet hat, der -zugegebenermaßen- geschöpft auf dem Teller eher wie ein dunkelgrüner Komposthaufen mit irgendwelchen weißen Maden aussieht, dann macht das nicht soooo Lust zuzugreifen 🙂

2016-11-29_wildreisgratin-mit-grunkohl-5

Ohne jemals Maden gegessen zu haben, vermute ich jetzt einfach mal, dass dieses Gratin ganz anders schmeckt! Und hey, es ist Grünkohl drin! Gesund, lecker, trendyyy! Außen also vielleicht pfui, aber innen definitiv hui 😉 Wildreis schmeckt deutlich „gesünder“ und kerniger als der sonst eher verwendete Langkorn-, Basmati- oder Risottoreis. Wenn ich höre, wie andere Mütter ihre Familie mit Vollwertküche bekocht haben, bin ich ein bisschen froh, dass diese Phase an meiner Mum vorbei ging. Ja, sie hat selber Müsli aus geschrotetem Weizen gemacht, aber sonst wurden wir von all zu extremen gesunden Zutaten verschont.

Dementsprechend ist das nun meine Mission die Familie damit bekannt zu machen 🙂 Das gelingt manchmal recht gut, andere Male herrscht dann diplomatische Erleichterung, wenn ich wieder weg bin oder es mal Burger oder Schokokekse gibt. Bitte nicht falsch verstehen: gesunde Küche heißt nicht, dass das nicht schmecken kann. Aber es gibt meiner Meinung gelungenere Kombinationen als andere. Dieses Gratin ist ja nur semi-gesund, immerhin verarbeitet ihr ein ganzes Päckchen Käse in der Auflaufform. Und Käse macht ja alles besser.
Als Hauptgericht muss ich zugeben, fand ich das Wildreisgratin etwas zu langweilig. Aber als Beilage zu Fisch, Schnitzeln oder auch nur einem frischem Salat macht das auf jeden Fall was her. Die Zutaten hab ich ein wenig reduziert (Reis) bzw erhöht (Grünkohl), damit nicht zuuu viele Kohlenhydrate drin sind.
Ich hoffe, ihr lasst euch von der Verpackung nicht abschrecken, sondern lasst euch diesen herzhaften Auflauf bei dem trüben, kalten Wetter erst recht schmecken!

2016-11-29_wildreisgratin-mit-grunkohl-6

Zutaten (für ca 10 Personen als Beilage)
300g ungekochter Wildreis (ich: 200g)
Für die karamellisierten Zwiebeln:
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln
1/2 TL Salz
1/2 TL Zucker
300g Grünkohl (oder etwas mehr)
Zum Zusammenstellen:
225g geriebener Emmentaler
2 TL Butter
180ml Brühe (Gemüse oder Hühner, ich hab deutlich mehr gebraucht)
60g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer

Den Reis nach Packungsangabe kochen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter und das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln in die Pfanne geben, mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen und ca. 30min bei wenig bis mittlerer Hitze braten bis sie weich und süß sind. Währenddessen den Grünkohl von den harten Stielen zupfen und kurz in kochendem Wasser blanchieren.
Den Grünkohl zu den Zwiebeln geben und ca 5min mitbraten. In einer Schüssel die Grünkohl-Zwiebel-Mischung mit dem Reis und 100g Emmentaler mischen. Mit Salz und Pfeffer nicht zu würzig abschmecken -da kommt ja noch Brühe dazu.
Eine große Auflaufform buttern und die Wildreismischung einfüllen. Die Brühe dazugeben. Den übrigen Käse darüberstreuen, die Semmelbrösel mit 1EL geschmolzener Butter mischen und über den Käse geben.
Im Ofen ca. 35min backen bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook (Deb Perelman)

Alte Liebe: Kürbisrisotto mit Radicchio

Was ist nur passiert? Nach dem 2015er Kürbisexzess gab es 2016 kein einziges neues Kürbisrezept im Herbst! Zur Freude meiner Geschwister habe ich in den Herbstmonat nicht so viel Zeit daheim verbracht und folglich wurden sie -diese Kürbisskeptiker- nicht von meiner Experimentierlust terrorisiert. Ganz drumrum kamen sie aber auch nicht und dieses Risotto kam nicht mal sooo schlecht an. Nur am Gorgonzola wurde rumgemeckert 🙂

2016-28-11_kurbisrisotto-mit-radicchio-2

Aber ich kann mich nicht beschweren: beide haben schon alleine überleben müssen und saßen an genügend anderen Tischen um die ein oder andere Pseudo-Intoleranz abzulegen. Und ein bisschen was darf man sich ja behalten. Für mich hingegen ist dieses Risotto eine alte Liebe: es war eines der ersten Rezepte, die ich aus „Reisehunger“ nachgekocht habe, zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht einmal selbst dieses Buch hatte. Gut, dass es Foodblogger wie Micha gibt, die in einem Rutsch das ein oder andere Rezept vorstellen und mich zum Nachkochen animieren. Oft werde ich erst durch Rezepte bei anderen Bloggern auf manches Schätzchen aufmerksam, das ich beim Blättern in meinen Kochbüchern übersehen hatte.

2016-28-11_kurbisrisotto-mit-radicchio-3

Seit dieser Entdeckung gab es dieses Risotto immer wieder. Mir gefällt hier besonders, dass der Hokkaido teilweise zerfällt und dem Essen eine schöne Farbe gibt. Dafür nehm ich dann auch das lange Schnippeln in Kauf. Ein echtes Soulfood und eine kulinarische Wärmflasche bei diesen Temperaturen ist so ein Risotto – wer noch mehr Inspiration als Alternative zu Eintöpfen braucht, die auch gut bei der Kälte passen, kann einfach hier unter der Kategorie Risotto suchen.
In diesem Sinne: das Warten hat sich hoffentlich für euch gelohnt -meine Liebe für Kürbis und fürs Risotto sowieso ist dadurch nicht abgeschwächt 🙂

2016-28-11_kurbisrisotto-mit-radicchio-5

Zutaten für 4 Personen:
2 Schalotten
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis
1-1,25l Hühnerbrühe
2 EL Butter
250g Risottoreis
25g frisch geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Äußere Blätter des Radicchio und den Strunk entfernen, Radicchio vierteln und in dünne Streifen schneiden. Hokkaido waschen und entkernen, dann zuerst in dünne Spalten, anschließend in ca. 1cm kleine Würfel schneiden. Die Hühnerbrühe erhitzen und heiß halten.
Die Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen. Darin die Schalotten glasig andünsten. Den Risottoreis dazugeben und unter Rühren mitdünsten, bis auch dieser glasig ist (weder Schalotten noch Reis sollen dabei Farbe annehmen).
Die Kürbiswürfel in den Topf geben und mit 2-3 Schöpfkellen heißer Brühe ablöschen. Den Risotto bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt, und schöpfkellenweise weitere Brühe dazugeben, sobald der Reis die Flüssigkeit im Topf aufgenommen hat.
Nach 15-18min die Radicchiostreifen unter den Reis rühen. Den Risotto probieren, die Reiskörner sollten noch einen leichten Biss haben. Dann den Parmesan und den Gorgonzola untermengen und den Risotto noch 1-2min auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Quelle: Reisehunger. Die besten Rezepte zwischen USA & Singapur (Nicole Stich)

New is always better: Kartoffel-Spinat-Küchlein

Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage und seid gut ins neue Jahr gestartet. Allmählich geht es für die meisten von uns ja zurück in den normalen Alltag. Daheim hab ich die Zeit „genutzt“ und so viele Filme geguckt, wie schon lange nicht mehr. Meine Geschwister sind schuld 🙂 Sonst bin ich mehr der Serien-Gucker, aber auch da guck ich nicht so viele. Eine Serie, die ich schon lange durch hab, ist „How I met your mother“. Die ersten Staffeln sind ja ganz nett, aber naja, an „Friends“ kommt so schnell halt nichts ran.

2016-12-29_kartoffelbreikuchle-6

Jedenfalls gibt es in „How I met your mother“ einen Charakter namens Barney, der einige prägnante Aussprüche hat, unter anderem eben „new is always better“. Er bezieht das auf die Wahl seiner jeweiligen Übernachtungsgäste und so nimmt er kaum mal eine Frau zwei Mal mit heim. Dieser Ausspruch kam mir, als ich die Bilder sah, die mir mein Vater zugeschickt hatte. Jaaaa, ich hab noch ein paar mehr Rezepte und tolle Foodfotos in petto, aber die neuen sind jetzt grad so greifbar und sehen so hübsch aus und und und überhaupt! Ich schreibe, ich bestimme 🙂 New is always better! Deswegen gibt es heute also das Rezept für die Kartoffel-Spinat-Küchlein.

Neu ist immer besser trifft aus mehreren Gründen momentan: zum einen stammt das Rezept aus „USA vegetarisch“, einem Kochbuch, das ich ganz neu zu Weihnachten gekriegt hab. Statt wie vom Rezept vorgesehen aber Kartoffeln zu kochen, habe ich für die Küchlein übrig gebliebenen Kartoffelbrei verwendet, denn so „alt“ und vom Vortag erschien er längst nicht so attraktiv wie wenn er frisch und cremig auf den Tisch kommt. Da war die neue Verpackung als Küchlein schon viel ansprechender.

Neu ist neben dem Jahr auch das, was mich erwartet: aus Tübingen geht es weg nach Mannheim. Ein Neuanfang, Start ins richtige Arbeitsleben nach dem Studium. Ganz schön viel Neues wird da kommen, ob das immer besser ist, wage ich noch nicht zu beurteilen. Noch überwiegt die Vorfreude, wobei allmählich auch ein wenig Nervosität hinzukommt. Auf dem Blog werdet ihr das vermutlich erstmal noch nicht merken, genügend tolle Rezepte warten noch darauf verbloggt zu werden. Das nächste steht schon in der Warteschlange: ofengerösteter Rosenkohl mit Apfel. Den gab es zu den Küchlein dazu. Ein ganz famoses vegetarisches Essen nach den fleischlastigen Feiertagen.

2016-12-29_kartoffelbreikuchle-mit-rosenkohlofengemuse-3

Zutaten:
800g mittelgroße mehlige Kartoffeln (ca.700g Kartoffelbrei)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
200g Grünkohl (Spinat)
150g Zwiebeln
Öl
2 Eigelb (ich: ein ganzes Ei)
Für die Béchamelsauce:
2EL Butter
2EL Mehl
250ml Milch
Salz, Pfeffer
2 TL Senf

Zubereitung:
Kartoffeln waschen und schälen und in kochendem Salzwasser 25-30min weich kochen. Grünkohl rupfen, dabei alle Blattrippen entfernen, Grünkohl gründlich waschen. Gut abgetropft sehr fein schneiden.
Inzwischen Zwiebeln pellen und sehr fein würfeln. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 3min glasig anschwitzen. Grünkohl dazugeben und weitere 4min dünsten, dabei häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.
Gegarte Kartoffeln abgießen und kurz ausdämpfen lassen. Stampfen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Falls ihr Kartoffelbrei verwendet, einfach hier einsteigen und Ei und Grünkohl/ Spinat dazugeben. Ei unterheben. Gründkohl dazugeben und gründlich vermengen. Masse etwas abkühlen lassen und dann ca 8-10 Küchlein formen.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Küchlein in etwas Mehl wenden und die Küchlein im heißen Öl bei mittlerer Hitze 3-4min braten. Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen, dann das Mehl dazu geben und mit dem Schneebesen konstant umrühren. Nach ca. 2min die Milch dazugeben, munter weiterrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Alles aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken.

Quelle: USA vegetarisch