Zu Gast auf dem 7. Schwäbischen Whisky Tag

Nach einem herrlichen Spätsommer ziehen ausgerechnet am Samstag, 1. Oktober deutlich mehr Wolken am Himmel über Tübingen vorbei. Die Temperaturen verlangen auch nach einer Jacke und für den Nachmittag ist Regen angekündigt. Ohne jemals in Schottland gewesen zu sein, denke ich mir, dass allein das Wetter schon zu meiner Vorstellung von Whisky passt: eine Brennerei irgendwo in einer schroffen Landschaft, Wind und Wetter, das eher Outdoorkleidung als die neuste Sommerkollektion erfordert, dazu kostbare Flüssigkeit, die mit viel Leidenschaft gebrannt wurde.

Diese Vorstellung passt allerdings nicht nur auf Schottland, sondern auch auf die Schwäbische Alb! Im Rahmen des Tübinger Regionalmarktes fand nun schon zum siebten Mal der Schwäbische Whisky Tag statt, auf dem dieses Jahr 16 Whisky-Destillen zu Gast waren. Ein paar davon können wir euch heute vorstellen, alle leider nicht, das wäre kein verantwortliches Trinken mehr gewesen 😉

Die ersten Eindrücke sammeln wir bei der Waldhornbrennerei aus Berglen. Ihren Schwäbischen Single Malt Whisky gibt es noch relativ neu: seit 2013 erweitert er die große Produktpalette. Benannt ist er nach dem Buchenbachtal, wobei „Glen“ aus dem Gälischen kommt und „Tal“ bedeutet. Schon im Geruch merkt man die Lagerung in Sherryfässern, die sich natürlich auch geschmacklich bemerkbar macht. Ein schöner Einstig!

Von dieser kleinen Destillerie geht es zum größten deutschen Whiskyproduzent: die Finch Whisky Destillerie aus Nellingen. Jährlich stellt die Brennerei eine viertelmillionen Liter Alkohol her, circa 1000 Fässer werden zum Reifen abgefüllt. Hans-Gerhard Fink, der Chef der Brennerei, steht persönlich am Stand zum Ausschank und Schwätzen bereit. Lächelnd erzählt er, wie er einmal einem Freund in den Streuobstwiesen beim Beschneiden der Bäume half und ihm das so gar keinen Spaß machte. Er bräuchte immer eine große Maschine für seine Arbeit: auf 400 ha baut er das Getreide für seinen Whisky selbst an. Für den Finch Whisky wird also vom Anbau bis zur Abfüllung alles von einer Hand gemacht, viel Aufwand, aber auch ein sehr stimmiges Ergebnis. Hans-Gerhard Fink plant für die nächsten Jahre den Vertrieb seines Whiskys im asiatischen Raum und eine Whiskyerlebniswelt bei ihm in Nellingen, wo man die komplexe Herstellung des Whiskys kennenlernen kann.

Einen schwäbischen Whisky, den wir schon länger auf dem Schirm hatten, aber noch nie probieren konnten, stammt von der Destillerie Volker Theurer in Unterjesingen -einem Städtle neben Tübingen, durch das wir schon das ein oder andere Mal durchgefahren sind und jedes Mal beim Gasthof Lamm die Fässer liegen sahen. Jetzt beim Whisky Tag war endlich Gelegenheit dazu 🙂 Schon seit 1989 wird hier Whisky gebrannt, wobei sich auch diverse andere Brände und Liköre im Programm befinden (sogar ein Brezelgeist wird gebrannt!) Der erste Whisky war mehr ein Zufallsprodukt, das aus Mangel an Lagerfläche in Fässer gefüllt wurde. Inzwischen erfolgt die Auswahl der Zutaten und die Herstellung wesentlich sorgfältiger: die Rohstoffe wie Roggen und Weizen kommen aus dem Ammertal, also der unmittelbaren Nachbarschaft.

Den wahrscheinlich außergewöhnlichsten Whisky auf dem Markt bekommen wir bei der Kleinbrennerei Fitzke aus Herbolzheim-Broggingen. „Aus Grünkern?“, der Freund schaut entsetzt: „Danach dann noch einen Tofuburger oder was?“ Sehr skeptisch betrachtet er, was ihm da ins Glas gefüllt wird. Nach ausgiebigem Schnüffeln und dem ersten Schluck kommt dann aber die große Überraschung. Das schmeckt! Und zwar wie gut! Lange unterhalten wir uns mit Edith Fitzke, die uns viel über das Brennen erzählt. Die Brennerei kam von ihrer Seite her in die Familie; es sei immer schon die Aufgabe der Frauen gewesen, Obstbrände und Liköre herzustellen, weil dieser Vorgang gleichbleibende Hitze erfordert, was die Männer, die zum Schaffen dann wieder weg mussten, nicht so überwachen hätten können. Traditionell kommen sie vom Obstbrand und haben schon immer sehr sortenrein und aromaschonend gebrannt.
Diese Technik verwenden sie auch für ihre Whiskys: ihre Intention ist es, dass man das Aroma des Getreides noch schmecken soll. Statt aus dem Fass kommen bei ihren Single Grains 70-80% des Geschmacks aus dem Getreide selbst. Im Gespräch mit dem Ehepaar Fitzke merkt man die Leidenschaft und den großen Spaß am Brennen, die es ihnen mehr als authentisch gelingt zu vermitteln. Woran wir das auch im Nachhinein merken? Es sind kaum Fotos entstanden, weil wir alle so zugehört haben…sorry! Ihr müsst es uns einfach glauben, dass dieser Whisky, der eben nicht so typisch schmeckt, meine begleitenden Männer am meisten fasziniert hat. Mein Vater meinte, dass er den Grünkernwhisky sofort wieder trinken würde und ich muss unbedingt mal die Obstbrände von den Fitzkes probieren! Vielen Dank Ihnen beiden nochmal für das Gespräch!

Leidenschaft und Überzeugung vom eigenen Produkt, die im wahrsten Worte unter die Haut geht, trifft man auch bei AltEnderle.Schon seit 1750 befand sich das Brennrecht in der Familie von Joachim Alt, der sich 1987 aber mit einer eigenen Brennerei von den Familientraditionen löste. Der Schritt zur Whiskyproduktion erfolgte zufällig: mit dem Plan Genever herzustellen arbeitete er mit Getreide, füllte das ganze in Fässer ab…und vergaß sie vor lauter Arbeit in der Gastronomie. Immer wieder regte Joachim Alt sich über die unnützen Fässer auf und schaffte es nach drei Jahren schließlich das Zollamt darüber zu informieren, dass er diese Fässer mit Alkohol nun gerne vernichten wolle. Damit wäre ja nichts mehr anzufangen. Von wegen! Der Zollbeamte machte ihn darauf aufmerksam, dass sich nun vermutlich statt Genever Whisky in den Fässern befinden würde und so nahm die Geschichte seinen Lauf.
Ja, heute sei alles ein bisschen anders mit dem Whisky wie damals als er angefangen hätte, meint er. Damals hätte er alte gebrauchte Holzfässer für seinen Whisky geschenkt bekommen und wäre mit ein paar Flaschen Wein bezahlt worden, weil niemand etwas damit anfangen konnte. Heute zahlt man gleich mal 2000€ für ein 30 Jahre altes Sherryfass! Beeindruckend fand ich auch, dass AltEnderle von Joachim Alt und seinem Geschäftspartner lediglich zu zweit hergestellt und vertrieben wird! Gemeinsam verarbeiten sie 300t Rohware pro Jahr. Respekt!

Nach  vielen Gesprächen fällt auf, dass viele der Brenner ursprünglich von den Obstbränden her kommen. Oft war die Verarbeitung der Früchte von den Streuobstwiesen schon lange Familientradition. Zum Whisky kamen die einen aus purem Zufall oder reiner Neugier, wie die Destillation von Getreide denn gelingen würde. Die anderen wagten den Einstieg in die Whiskyproduktion deutlich bewusster und mit mehr Zielen vor Augen. Auch geschmacklich hat sich der Schwäbische Whisky in den Jahren entwickelt. Der Freund war anfangs sehr skeptisch, musste dann aber zugeben, dass es durchaus sehr gute Whiskys aus dem Ländle gibt, die durchaus anders als die aus Schottland sind, aber das muss ja nichts Schlechtes sein 😉

Ihr habt gemerkt, dass die Vielfalt an Schwäbischem Whisky sehr, sehr groß ist! Tatsächlich ist die Anzahl der deutschen Whiskybrenner höher als die der in Schottland! Klar, die Menge an produziertem Alkohol ist kleiner, aber eine große Vielfalt ist gegeben. Ich fand diesen Nachmittag unglaublich spannend und es hat mich wieder mal begeistert, was es an Kreativität in diesem Bereich gibt. Allein die Flaschengestaltung macht einen doch neugierig auf so manchen Inhalt. Auch die verschiedenen Geschichten, wer wie zum Whisky kam, welche Philosophie dahinter steckt und auch wie viel man schaffen (und warten) muss bis es dann mal einen Whisky gibt, haben mich überrascht und sehr neugierig gemacht. Wer sich (wie ich) nicht nur für Whisky interessiert, der findet bei allen Brennern noch eine große Auswahl an Obstschnäpsen, Gins und Likören, die bestimmt auch eine Kostprobe wert sind.

Vielen Dank an Angela Weis, die schwäbische Whiskybotschafterin und der Silberburg am Markt, auf deren Einladung wir den 7. Schwäbischen Whiskytag besuchen und verkosten durften. Vielen Dank auch an Petra Milde, die ihr vom Burns-Supper kennt und die uns ebenso nett umsorgt hat 🙂

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Wenn Eltern von ihren Kindern lernen -oder: warum Reisen heute ganz anders bildet als früher

Meine Eltern waren in Rom! Neben allerlei lustigen Ereignissen haben sie auch eine ganz große Empfehlung. Sie schreiben aus reiner Überzeugung. Aber lest selbst:

Ja früher, da war einfach alles anders. Da sagten wir als Eltern noch, wo’s lang geht, nahmen unsere lieben Kinderlein an der Hand und zeigten Ihnen die große weite Welt. Inzwischen sind die Kinderlein weder klein, noch müssen wir sie an der Hand nehmen, sondern sie sind ihrerseits ganz schön in der Welt unterwegs und bereits an Orten gewesen, wo wir als Eltern vielleicht nie hin kommen werden. Aber sei’s drum: dass wir hie und da vielleicht sogar was „abgucken“ und uns inspirieren lassen, sei uns erlaubt. Und so kam’s dass ich mit meinen zarten 53 Jahren bis vor nicht all zu langer Zeit noch nie etwas von einer „food-tour“ gehört hatte. Unsere Jüngste jedoch machte eine solche, um auf diese Weise China und die lokale Küche besser kennen zu lernen (wir berichteten hier auf dem Blog bereits). Ich muss zugeben, das hat mich beeindruckt und begeistert. Und gleichzeitig war die Idee geboren, dass wir bei unserer Rom-Reise anlässlich unseres Hochzeitstages auch nach einer Food-tour Ausschau hielten. War auch überhaupt nicht schwierig. Wir landeten bei „Eating Italy“ in Rom (www.eatingitalyfoodtours.com; Facebook: www.facebook.com/eatingitaly). Buchung und Bezahlung im Voraus übers online-Anmeldeformular verlief problemlos und fortan wurden wir über die näherkommende Tour informiert und sogar noch per SMS informiert, als wir bereits in Rom waren. Vorbildlich sage ich nur!

Am Morgen des gebuchten Tages machten wir uns per Metro auf den Weg ins Viertel namens Testaccio. Später erfuhren wir von unserer liebenswerten Tourführerin, dass dies so was wie die größte antike Müllhalde Roms ist. Dieses Stadtviertel ist ein sehr ursprüngliches und anscheinend auch der Geburtsort der römischen Küche. Das liegt daran, dass in alter, sprich antiker Zeit Rom noch einen direkten Meerzugang hatte und sämtliche Lebensmittel über den Seeweg direkt in Testaccio angelandet wurden. Dadurch bildete sich in dies2016.04.01_Rom-163em Herzen Roms schon früh eine Markt-, Einkaufs- und Esskultur. Sehr viele der Lebensmittel wurden in tönernen Amphoren transportiert und auch gelagert. Nach Gebrauch wurden diese zerschlagen und die großen Scherben fein säuberlich aufgeschichtet. Dieser überdimensionale Scherbenhaufen speichert in seinem Innern ganzjährig eine sehr konstante, kühle Temperatur, die von Lokalen, Weinhandlungen etc. heute genutzt werden. Doch davon später mehr.2016.04.01_Rom-97

Sebastiana hieß unsere Begleiterin von eatingitaly, eine Italo-Amerikanerin, und wir sollten gemeinsam viel Spaß in den kommenden vier Stunden haben.

Unsere erste Station war „Volpetti Più“ in der Via Alessandro Volta 8. Ein kleines Lokal, eher eine Art Cafeteria in der wir “Pizza al taglio”, also Pizzaschnitten kennenlernten. Sie sollen hier zu den besten der Stadt gehören und sowohl die Pizza bianca, als auch die Pizza Margherita waren so schlicht wie köstlich.

Und während wir Sebastianas Erklärungen lauschten, gleichzeitig unsere ersten Essenseindrücke genossen, herrschte reger Publikumsverkehr mit Römern, die sich ebenfalls mit den Köstlichkeiten eindeckten.

Von dort ging es weiter zu „Volpetti“ in der Via Marmorata 47, einem Delikatessenladen, der gleichzeitig der Ursprung für die zuerst besuchte Cafeteria war. Ein so kleiner Laden, dass wir gar nicht gleich rein durften, sondern Sebastiana holte eine vorbereitete Platte mit verschiednen Käsen, Schinken und Salami zur Verkostung auf die Straße. Erst nachdem wir artig aufgegessen hatten, was jedoch niemandem schwer fiel, durften wir rein. Dieser Laden war ringsherum und bis unter die Decke voller Köstlichkeiten – ein einziger Traum. Zweierlei Aceto Balsamico durften wir ebenfalls verkosten und vor allem der im Bild rechts abgebildete war auch für jemanden, der sich noch nicht tiefer mit edlem Essig beschäftigt hat, eine Offenbarung! Die beiden Geschäftseigner, zwei Brüder, beide über 80 Jahre alt, stehen noch täglich im Laden.

Jetzt kam ein Szenenwechsel! Als dritte Station kam Süßes! Ebenfalls in der Via Marmorate, jedoch Nr. 41, findet sich „Barberini“, in unserer Beschreibung als „local bar“ bezeichnet. Für meine Begriffe eine vorzügliche Konditorei. Was der Römer neben einem Capuccino zum Frühstück nimmt, ist ein „Cornetti“, ein gefülltes Blätterteighörnchen. Sehr fein, kann ich nur sagen. Im Hotel, das wir für unseren Romaufenthalt bewohnten, gab es auch diese Teilchen. Sie kamen jedoch nicht an die von Barberini heran. Tiramisu ist ja auch bei uns weit verbreitet und bekannt. Jedoch als einzelner Happen im Schokoladentässchen dargereicht – das war schon was anderes!

Anschließend schenkte uns Sebastiana einige Minuten Ruhe und Erholung abseits dem Getriebe der Gassen, Straßen und Geschäfte. Der protestantische Friedhof bildet eine echte Oase der Stille obwohl ringsherum das Leben pulsiert. Etliche Künstler der Moderne sind hier beerdigt. Mir selber sagten die Namen des Malers Joseph Severn und des Schriftstellers John Keats zwar nichts, aber offensichtlich pilgern regelmäßig Menschen an diese Stätte um die Gräber zu besichtigen.

Weiter gings in den „Testaccio market“ in der Via Beniamino Franklin. Man befindet sich in Markthallen, die im Gegensatz zu fast allem in Rom eben nicht antik sind, sondern sogar noch recht jungen Datums, allerdings auf antikem Boden errichtet. Eine Öffnung im Boden der Hallen gibt den Blick frei auf eine alte Römerstraße, die im Untergrund verläuft. An diesem Ort könnte man sich allein stundenlang aufhalten, denn das Angebot ist dermaßen umfassend. Und neben Verkaufsständen gibt es auch reichlich Möglichkeit, direkt vor Ort zu essen. Und damit waren wir wieder beim eigentlichen Zweck unserer Tour. Die nächste Speise sollte ein überaus schmackhaftes Tomaten-Bruschetta sein. Zu diesem Zweck steuerten wir als erstes einen großen Stand mit einer unglaublichen Vielfalt von Obst und Gemüse an. dort wurden für uns ganz frisch Tomaten klein geschnitten und mit Ruccola vermischt. Einige Schritte weiter wurde Brot im Holzbackofen frisch gebacken. Frisch geröstete Scheiben wurden mit Olivenöl beträufelt und jeder durfte eine halbierte Knoblauchzehe darauf verreiben, dann die Tomatenmischung oben drauf – ein Hochgenuss!

Nur wenig weiter konnten wir die gleiche Tomatenmischung mit echtem Büffelmozarella kombinieren. Frischer Büffelmozarella! Nicht vakumiert oder im Plasitkbeutel mit Lauge gelagert, sondern frisch und sahnig, tags zuvor produziert und für den Genuss heute vorgesehen. Und so haben wir’s gemacht. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Immer noch in den Markthallen ein weiterer Stand kam mein persönlicher Höhepunkt! Ein paar Schlucke eines Craftbeers aus dem römischen Umland – herrlich frisch, hopfig herb und unglaublich gut zu den Fleischbällchen, deren genauen Namen ich nicht mehr weiß. Sorry dafür und leider sind sie auf dem Begleitblatt, das wir als Erklärung für unsere Stationen erhielten nicht aufgeführt. Ausgerechnet! Aber ich kann Euch sagen: der Geschmack war der Oberhammer!

Anschließend ging’s zum Essen! Endlich! Ja, echt! So war das. Einige Minuten Fußmarsch später fanden wir uns in der Via di Monte Testaccio 97 bei „Flavio al velavevodetto“. Sebastiana berichtete uns die Geschichte dieses Restaurants. Flavio, der Eigner, konnte und wollte kochen, hatte jedoch das Geld nicht, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Und in seinem Umfeld hat ihm das wohl auch keiner zugetraut. Das jedoch muss für den guten Flavio erst recht Ansporn gewesen sein. Er legte sich ins Zeug und eines Tages: „ich hab’s Euch ja gesagt“ so sagte er nicht nur, sondern das ist auch der Name seines Restaurants. Velavevodetto eben. Und im Lokal saßen wir tatsächlich im Innern des anfänglich erwähnten Scherbenberges in angenehmen Raumklima – Respekt an die alten Römer! Aufgetischt wurde römische Klassik: „Carbonara, Cacio e pepe und amatriciana“, zu deutsch also dreierlei Nudelgerichte. Dazu Wasser und Weine – Herz was begehrst du mehr!

Nicht dass wir schon fertig gewesen wären. Nein! Satt vielleicht schon, aber es ging weiter. „Trapizzino“ in der Via Giovanni Branca 88. Unscheinbar gelegen, jedoch ein echtes Szenelokal mit weithin bekanntem und beliebtem Streetfood. „Suppli“ sind golden frittierte Reisbällchen, die sich die Jungs und Mädels von Trapizzino in ihrer Perfektion haben quasi patentieren lassen. Wer hier essen will, muss durchaus mit Wartezeiten rechnen.

Was jetzt noch fehlte war ein angemessenes Dessert. Und wen wundert’s: die Tour war überlegt zusammengestellt und so endeten wir bei „Giolitti“ in der Via Amerigo Vespucci 35. Nicht dass italienisches Eis nicht auch bei uns ein hervorragender Ruf voraus eilt. Aber diese Eisdiele, die seit 1914 existiert, ist eine Klasse für sich. Von Sebastiana erfuhren wir, dass die überwiegende Mehrzahl der Eisdielen „Fake-Eis“ anbieten würden. Damit meinte sie Eis, das großteils als Fertigprodukt vor Ort nur noch aufbereitet wird. Hierzu wird es mit Luft aufgeschäumt und das Resultat sind die allseits bekannten Eisberge, die sich in den Kühltheken so vieler Eisdielen türmen. Echtes Eis ist eben nicht hoch aufgetürmt, auch über 20% schwerer als die „Luftnummer“ und zumindest was die beiden von mir gekosteten Sorten angeht eine Klasse für sich. Wer nach Rom kommt und ein gutes Eis will: unbedingt hingehen!

 

Hier war das Ende der Tour erreicht und alle Teilnehmer, ich betone ALLE, waren nicht nur restlos satt, sondern auch restlos begeistert. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen. EatingItaly bietet verschiedene Touren in Rom mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Auch in London, Amsterdam und Prag sind Touren im Angebot.

Nachdem alle anderen Tourteilnehmer das Lokal verlassen hatten, begaben wir uns an die Bar um als krönenden Abschluss noch einen Espresso zu nehmen. Mann, war das gut!!!!!!!!!!!!!

Blogger meets ChocolART in Tübingen

Auf Einladung von Tübingen Erleben GmbH waren wir am vergangenen Samstag auf dem Internationalen Tübinger Schokoladenfestival ChocolART eingeladen. Es folgt also Werbung, wobei wir schon von den Jahren zuvor von dieser Veranstalung begeistert waren.

Landauf, landab finden momentan Weihnachtsmärkte statt: der Glühweinduft zieht durch die Straßen, es gibt kitschige Beleuchtung und die meisten Stände bieten das gleiche Sortiment an Dekosternen, Mistelzweigen oder Essen.
Ganz anders in Tübingen: vom 1. bis 6. Dezember fand hier die ChocolART statt – vereinfacht gesagt, ein Schokomarkt rund um die leckerste Süßigkeit von allen! Zusammen mit einigen anderen Bloggern hatten wir die Gelegenheit, einige Aussteller persönlich kennenzulernen und mehr von den Intentionen hinter dem Schokoladenfestival zu erfahren.

Um 10 Uhr war Treffpunkt in der SchokoWerkstatt von Ritter Sport, wo wir von Hans-Peter Schwarz, dem Mitbegründer des Festivals begrüßt wurden. Er berichtete uns zunächst von der Gründung vor zehn Jahren um die Händler in Tübingen in der Vorweihnachtszeit durch mehr Besucher zu unterstützen. Dieser unschokoladige Beginn entwickelte sich jedoch in der Zeit, so dass heute Aussteller aus den verschiedensten Ländern dabei sind. Der Faire Handel spielte dabei von Anfang an eine wichtige Rolle: das Festival sieht es als seine Aufgabe, die Besucher dafür zu sensibilisieren, weswegen der Großteil der Stände fair produzieren. Ein Großteil der 100 Aussteller bietet Produkte aus fairem Anbau an, auch wenn manche nicht zertifiziert sind, weil gerade dieser Prozess für kleine Unternehmen teuer und kompliziert ist.
2015.12.05_ChocolArt Bloggerevent-6Besonders erwähnenswert ist auch noch, dass an allen Ständen Bio-Milch von Bauernhöfen rund um Tübingen verwendet wird. Während der sechs Tage wird diese täglich frisch angeliefert und dann an die einzelnen Stände verteilt. Insgesamt werden zwischen 4000-5000 Liter Milch verbraucht!

Bei Ritter Sport durften wir zunächst unsere eigene Tafel Schokolade2015.12.05_ChocolArt Bloggerevent-41 herstellen: aus verschiedenen Zutaten durfte die Füllung ausgewählt werden (von Zuckerstreuseln über Mandeln bis zu Chili war alles dabei), das ganze wurde dann mit flüssiger Schokolade gemischt und in die typische quadratische Form gegeben. Dann hieß es 20 Minuten warten, Kaffee trinken, kreativ eine Verpackung gestalten und dann konnte die Tafel entgegen genommen werden 🙂

Die nächste Station war die Madlon Confiserie, eine Kleinstmanufaktur aus München. Ihr Gründer, Gerhard Madlon gab uns eine Einführung in ihre Firmenphilosophie und spannte und lange auf die Folter bis er uns einen Blick auf seine Produkte gewährte: wir durften die Anti-Stress-Praline oder das Tübinger Kirschle verkosten. Als Vater und Tochter macht man natürlich halb-halb und kommt so in den Genuss von beiden Pralinen 😉 Die Anti-Stress-Praline enthält verschiedene Bio-Naturöle wie Minze, Orange und Rose. Das Tübinger Kirschle ist der Schwarzwälder Kirsch Torte nachempfunden. Beide Pralinen sind definitiv einen Genuss wert!

Während allmählich immer mehr Besucher durch die Tübinger Altstadt ziehen, dürfen wir mitten hinein in den chocolateRoom: in transparenten Zelten auf dem Marktplatz werden live Schoko-Schaumküsse (der ChocoLino) und andere Spezialitäten produziert. Von draußen bestaunen die Besucher wie in sekundenschnelle die Schaumküsse kunstvoll auf den Biskuit gezaubert werden. Es gibt den ChocoLino in drei verschieden Sorten: Vanille-Tonkabohne, Cassis und Himbeere. Dieses Jahr ist außerdem das Gôga-Gutsle dazugekommen, ein Gewürzbutterkeks, der mit Schokolade umhüllt wird. Mit einem Probierpäckchen und einem Schaumkuss werden wir an den Stand der Partnerstadt Tübingens entlassen.

L’Artigiano Perugino hat wahrscheinlich einen der beeindruckensten Stände des Schokomarktes: die Tische biegen sich unter der Last von den unterschiedlichsten Schokoladentafeln, Nougat oder heißen Schokoladen. Wir werden mit Verkostungsproben nur so überhäuft! Echt tolle, leckere Schokolade – ich glaube, die Bilder sprechen für sich 😉

Nachmittags bekamen wir von Jan-Marcel Schubert einen Vortrag, wie der Weg von der Kakaofrucht am Baum zur fertigen Schokolade verläuft. Ich muss sagen, dass mich diese Informationen echt beeindruckt haben. Mir war beispielsweise nicht bewusst, wie viel Handarbeit bei der Schokoladenproduktion nötig ist. Anhand von diversen Kostproben wurde gezeigt, wie sich der Geschmack je nach Herkunft, Sorte und Verarbeitungsform des Kakaos verändert. Mit vielen Fotos und seinen eigenen Erfahrungen vor Ort verdeutlichte Jan-Marcel Schubert, wie Fair Trade praktisch vor Ort möglich ist und wie sich der Kakaoanbau gut mit Umweltschutzprojekten integrieren lässt. Ich werde jetzt definitiv mehr auf die Herkunft von Schokolade achten!

Zum Abschluss wurde es nochmal kunstfertig: im frisch renovierten Rathaus konnten die Schaustücke der Konditorenlehrlinge bestaunt werden – von solcher Backkunst bin ich meilenweit entfernt!
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Hans-Peter Schwarz und Joseph Feid, die uns durch den Tag führten und uns einen tollen Einblick ermöglicht haben! Es war wirklich sehr schön zusammen 🙂

Wir freuen uns schon auf die Berichte von Julia vom Blog Kochliebe, Clara von Let them eat cake, Corinna von Wunschglück, Alicja von The seriousness of red lipstick, Ann Cathrin und Farina von …auf Tuchfühlung, Paul von The Photomatrix und Mathias von Grand Gourmand.
Es hat uns sehr gefreut, euch alle kennenzulernen!!

UnserMeating is(s)t woanders: Dîner en blanc in Karlsruhe

Oder auch: Weiß, weiß, weiß sind alle meine Kleider… Am vergangenen Samstag Featured imageging es ganz in weiß auf den Vorplatz vom Karlsruher Schloss. Mit im Gepäck waren Tische, Stühle, Tischdecken, ein transportables Drei-Gänge-Menü, Geschirr, Getränke, der Mitesser und zwei Freundinnen -eben alles, was man für ein gehobenes Picknick eben braucht. Vorbeilaufende Passanten waren auch sehr erstaunt, was diese Horden von Menschen in weiß machen 🙂 Weil das Wetter leider etwas wechselhaft war, wurden die Tische unter den Arkaden aufgFeatured imageestellt. Da waren sie zwar nicht ganz so schön sichtbar, aber es war etwas geschützter und beeindruckend sah es auf jeden Fall trotzdem aus! Ein Vorteil für uns war, dass wir eine Fensternische bei unserem Tisch hatten, in der wir die verschiedenen Gänge gut lagern konnten.

Im Vergleich zu anderen Tischen war unsere Deko sehr minimal. Ein paar Kerzen, eine kleine Vase mit ein paar grünen Gräsern und dann hauptsächlich Essen. Deswegen waren wir ja schließlich da 😉 Wir saßen eher am rechten Ende der langen Tafel und haben deswegen nichts von einem offiziellen Start mitgekriegt. Das Featured imagestörte aber niemanden. Gegen halb 6 haben wir mit der Vorspeise begonnen: ich hatte die Thunfisch-Kapern-Mousse in kleine Weckgläser gefüllt und somit war sie sehr gut transportabel. Zum Hauptgang hatte ich diese Kürbis-Birnen-QuichFeatured imagee gebacken und wir waren alle sehr begeistert! Die Birnen harmonieren super zu Speck und Kürbis und geben eine leichte Süße dazu. Unbedingte Nachbackempfehlung also voFeatured imagen mir! Zum Nachtisch gab es schließlich ein Schoko-Mokka-Flammeri mit Karamellsoße. Diese Soße war der Hammer! Sie schmeckt wie die Werther Original Sahnebonbons und ich hätte sie pur aus der Flasche trinken können 🙂

Vom Essen einmal abgesehen haben wir den Abend insgesamt sehr genossen! Es war eine entFeatured imagespannte, heitere Atmosphäre. Hinter uns saß beispielsweise eine Familie mit ihren Kindern im Teenageralter, die das Abendessen einfach dorthin verlegt hatte – fand ich richtig nett, wie die das zusammen gemacht haben! Es war auch schön an den anderen Tischen vorbei zu flanieren, zu gucken, wer denn was mitgebracht hat. Und weil alles in Weiß war, sah das einfach unglaublich elegant aus!
Ich hab auf jeden Fall Lust, nächstes Jahr wieder dabei zu sein 🙂

Featured imageFeatured imageFeatured image

Unser Meating is(s)t woanders: Tübinger Sommerinsel

Statt eines Rezeptes gibt es heute einen kleinen subjektiven Vorschlag zur AbendgestaltungFeatured image: wenn ihr in der Nähe von Tübingen wohnt, dann habt ihr noch bis am Sonntag (9.8.) die Möglichkeit, bei der Tübinger Sommerinsel den Tag ausklingen zu lassen. Ich war gestern Abend mit einer Freundin da.
Verschiedene Restaurants aus Tübingen haben eine mobile Abordnung zum Anlagensee geschickt, die dort Essen und Trinken anbietet. Es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei: es gibt viele regionale Spezialitäten, aber auch Mediterranes oder asiatisch inspirierte Gerichte. Die Preise entsprechen (leider) dem normalen Restaurantpreis und sind für meinen Studentengeldbeutel gehoben. Ich wollte eigentlich einen Thai-Chicken-Salat mit Featured imageKokosdressing, der leider ebenso ausverkauft war wie der Pulled-Pork-Wrap. Schließlich hab ich den Sommerinsel-Teller genommen, die Freundin den Mediterranen-Teller. Beide haben jeweils 10,80€ gekostet. Wir mussten nicht lange warten und es hat auch geschmeckt. Die Cocktails (jeweils 6€) später waren auch sehr gut, in der Erdbeerbowle waren wirklich superviele Erdbeeren drin!

Sehr praktischFeatured image finde ich, dass vorne am Weg die Restaurants jeweils die Speisekarten aufgehängt haben. So kann man in aller Ruhe hin- und herlaufen und blockiert nicht die Tresen für die anderen Gäste, die ihr Essen bestellen wollen. Es hat auch sehr viele Tische und Bänke, die regelmäßig geputzt werdFeatured imageen.

Fazit: zum Essen werde ich definitiv nicht mehr hingehen. Das sprengt als Studentin meinen finanziellen Rahmen. Aber ein Feierabendbierchen mit Blick auf See oder ein Gläsle Wein mit den Füßen im Strand sollte vielleicht noch drin sein.

Noch mehr Infos findet ihr hier auf der Seite der Sommerinsel. Unter der Woche ist jeweils ab 17 Uhr Bewirtung, sonntags schon ab 11 Uhr.