Alles muss raus! Bunte Gemüsepfanne

In letzter Zeit kamen die Blogartikel seltener – beruflich war ich voll eingespannt und kam nicht mehr zum Schreiben. Gekocht wurde normalerweise dennoch in der Regel zwei Mal die Woche. Als eine Freundin aus dem Hauskreis mir anbot, das für mich zu übernehmen, fand ich diese Geste zwar wahnsinnig lieb, musste ihr aber gestehen, dass gerade das Kochen mir nach der Arbeit hilft, runterzukommen und mich zu entspannen.

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Da ist es mir egal, dass ich „nur“ für mich alleine koche, ich tue mir damit was Gutes: frisches, saisonales Gemüse schmeckt einfach – ich kann neue Rezepte ausprobieren – kann hemmungslos all das essen und kochen, was der Verlobte eher nicht soooo gern mag – der Geldbeutel wird geschont, weil ich nicht auswärts essen gehe. Lauter gute Gründe! Nur ist es manchmal nervig, dass es manches Gemüse nur in Monstergröße gibt (Wirsing – da esse ich alleine ne Woche dran!) oder je nach Rezept gar nicht alles verwendet wird, was so in der Packung oder am Gemüse dran ist. Ja, wenn man ausschließlich auf dem Markt einkaufen geht, hat man da oft Vorteile und kann Kleinstmengen (5 Rosenkohl, 10 Spinatblätter…) einkaufen, in vielen Supermärkten gibt es diese Zutaten allerdings nur in 500g – Packungen.

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Und ich muss einfach zugeben, dass ich in Mannheim leider nicht direkt am Wochenmarkt wohne wie damals in Tübingen, bzw. auch oft zu faul bin, noch auf dem Heimweg einen Stopp beim Gemüseladen an der Ecke einzulegen. Dementsprechend sammelt sich das Gemüse und wartet auf seine VERendung – NEIN, das darf nicht passieren! Lieber mache ich eine Art Wochenrückschau mit all den Anschnitten und Übrigbleibseln und bringe das Gemüse zu seiner VOLLendung: alles in die Pfanne, Ei dazu und gut ist! Kreativer bin ich an einem Freitag nicht mehr 🙂

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Die hier angeführten Zutaten könnt ihr beliebig variieren: die Süßkartoffel lässt sich durch Kürbis ersetzen oder es wandern noch ein paar normale Kartoffeln in die Pfanne. Wirsing kann statt Grünkohl rein, Zucchini mag ich auch recht gern, dafür ess ich die Tomaten lieber so als gekocht. Seid kreativ und adaptiert das Rezept nach eurem Geschmack und Kühlschrankinhalt!

Zutaten (für 2 Personen):
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1/2 Süßkartoffel
10 Rosenkohl
10 Kirschtomaten
10 Champignons
1 Apfel
2 Handvoll Spinat oder Grünkohl
200ml Wasser (optional)
Prise Cayennepfeffer, Salz, Pfeffer
2 – 4 Eier
Zum Servieren:
Srirachasauce oder ein guter Ketchup

Zubereitung:
Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln fein schneiden und ca. 5min in der Pfanne bräunen. In der Zwischenzeit die Süßkartoffel schälen und in feine Würfel schneiden, den Rosenkohl je nach Größe halbieren oder vierteln, die Pilze halbieren. Alles in die Pfanne geben und weitere 5min braten. Die Tomaten halbieren, den Apfel fein schneiden und den Spinat oder Grünkohl grob schneiden. Zusammen mit Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer in die Pfanne geben. Weitere 5min braten – ich habe ca. 200ml Wasser angegossen und verdampfen lassen, weil bei mir das Gemüse so in der Pfanne festgeklebt ist.
Wenn das Wasser verdampft und das Gemüse gar ist, für die Eier kleine Löcher in die Gemüsepfanne formen und jeweils ein Ei darin gar kochen.
Mit Srirachasauce servieren.

Quelle: Die Grüne Küche für jeden Tag (David Frenkiel & Luise Vindahl)

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Rettungsaktion: Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping

FARBE! Nachdem die Weihnachtslichter verschwunden sind, versinkt der Januar in einem monotonen Grau… da muss wenigstens das Essen auf dem Teller dem entgegen wirken! Und das saisonale Gemüseangebot eignet sich dazu auch ganz fantastisch!

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Risotto geht bei mir sowieso zu jeder Jahreszeit. Und seitdem ich vor ein paar Jahren entdeckt habe, dass Risotto umso besser schmeckt, wenn man die Brühe mit Gemüsesaft aufpeppt, erlebe ich regelmäßig Begeisterungsstürme der Mitesser. Dieses Mal von meiner Schwester: die hat zwar fleißig beim Risotto rühren geholfen, war aber doch recht skeptisch… Rote Bete hat bekanntermaßen nicht nur Fans. Aber in dieser Kombination konnte die Rübe voll und ganz überzeugen!

Kommt mir bitte, bitte nicht auf die Idee, das Grünkohltopping wegzulassen! Der nur kurz blanchierte Kohl liefert genau den richtigen Kontrast zum schlotzigen Risotto! Durch den US-amerikanischen Trend rund um Kale wie Grünkohl dort heißt, bin ich vor ein paar Jahren auch auf den Geschmack gekommen. Leider ist es hier teilweise sehr schwierig, an Grünkohl zu kommen. Am Fuß der Schwäbischen Alb wurde ich nur im Bioladen fündig – in Karlsruhe hingegen wird der Kohl zu Spottpreisen in fantastischer Qualität bündelweise auf dem Markt verkauft. Ich laufe dann immer ganz glücklich mit meinem Grünkohlstrauß nach Hause 🙂

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Solltet ihr nicht an Grünkohl kommen, könnt ihr diesen mit Spinat oder auch Wirsing ersetzen. Wirsing passt sogar noch besser, weil der knackig bleibt. Außerdem ist der eine tolle Ergänzung zur Rettungsaktion rund um die verschiedenen Kohlarten! Die Rettungstruppe hat sich unter der Leitung von Sina und Susi zusammen getan und hat sich dem Wintergemüse gewidmet. Wie vielfältig es zugeht, zeigt die lange Liste voller Leckereien.
Ich hoffe, ihr kriegt ordentlich KOHLdampf -sorry, diesen Wortwitz musste ich einfach bringen, hihi! Am Ende der Liste findet ihr dann das Rezept für das Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping 🙂

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Anna Antonia: Cole – Slaw ganz einfach

auchwas: Grünkohlpizza

Barbaras Spielwiese: Gebackener Rosenkohl mit Gorgonzola und Walnüssen

Bonjour Alsace: Sauerkraut im Glas

Brittas Kochbuch: Winterliche Minestrone

Brotwein: Grünkohl – Pesto

Cakes, Cookies and more: Bunter Wintersalat

Corum Blog 2.0: Rotkrautsalat mit Pistazien

Evchen kocht: Kohlroulade auf thailändisch

Fliederbaum: Klassisches Rotkraut

German Abendbrot: Zweierlei Rotkohl – als Pickle und klassisch

Giftige Blonde: Rotkohl auf polnische Art

Katha kocht: Geschmortes Wildschwein mit Grünkohl und Kartoffeln

Kebo homing: Romanesco – Kichererbsen – Suppe

LanisLeckerEcke: Cole Slaw

Madame Rote Rübe: Herzhafter Wirsingkuchen

Magentratzerl: Kohl hoch 2

Obers trifft Sahne: Fruchtiger Grünkohlsalat

Our food creations: Kale Salad

Paprika meets Kardamom: Ungarischer Blumenkohl – Gulasch – Auflauf

Schmeckt nach mehr: 5 Grünkohl – Irrtümer plus Rezept für Grünkohl äthiopisch

Schönes + Leben: Sächsischer Gulasch mit Rotkraut und Kartoffelbrei

Summsis Hobbyküche: Weißkohlcurry

Turbohausfrau: Flammkuchen mit Kohl

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Zutaten (für 2 Personen):
200g frische Rote – Bete
200ml Rote – Bete – Saft
150ml Gemüsebrühe (evt. etwas mehr oder weniger)
125g Risottoreis
80g Parmesan
1 EL Olivenöl
20g Butter
2 Schalotten
1 Lorbeerblatt

Gebratener Grünkohl
250g Grünkohl
30g Butter
40g Walnüsse
1 Zwiebel
wer mag: 1 Zimtstange
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Gemüsebrühe mit Rote-Bete-Saft aufkochen. Schalotten und Rote Bete schälen und jeweils in kleine Würfel schneiden. Zusammen mit dem Lorbeerblatt im Olivenöl für ein paar Minuten anschwitzen bis die Zwiebel glasig wird. Den Risottoreis hinzugeben und kurz mitbraten. Danach alles mit ein paar Schöpfkellen Gemüsebrühensaft ablöschen und bei mittlerer Hitze unter Rühren einkochen lassen. Flüssigkeit immer wieder nachgießen und einkochen bis der Reis cremig und gar ist. Das dauert ca. 15-18min.

In der Zwischenzeit den Grünkohl von den Stängeln zupfen und in mundgerechte Stücke reißen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Grünkohl, Zwiebel, Walnüsse und Zimtstange kräftig 3-5min anbraten. Falls es jemandem reinbrennt, einfach einen Schluck Wasser zugeben.
Parmesan reiben, 20g Butter zusammen mit der Hälfte des Parmesans unter das heiße Risotto rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Risotto mit Grünkohl anrichten und mit noch mehr Parmesan genießen!

Quelle: Deine Küche. Eine Reise durch den Winter.

Aus Mamas Küche: Mayonnaise

Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie sehr wir für diese Bilder kämpfen mussten! Es war weniger die winterliche Lichtsituation oder das Gesamtarrangement von Essen mit Deko, sondern vielmehr die Mama, der es soooo peinlich war (und beim Lesen sein wird!), dass ihr altes Rezeptbuch aufs Foto soll. Papa, meine Schwester und ich haben aber drauf bestanden und nun ja, wir waren einfach stärker 😉

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Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, dann überschüttet meine Mutter für ihr Rezeptbuch bitte mit ganz viel Liebe, denn genau das steckt da drin! Vor über 30 Jahren hat sie dieses Büchlein von einer Freundin zur Hochzeit bekommen -mit dem Wunsch in der Widmung, dass sie eine gute Hausfrau werde 😀
Dieses Rezeptbüchlein hat Kultstatus und die Seite mit dem Mayorezept ist eine der meist benutzten wie man sehen kann. Ein paar Senfflecken sind da zu sehen ebenso wie irgendwelche andere undefinierten Schmierereien; die Schrift (ehemals mit Füller geschrieben) musste schon mit Kulli nachgezogen werden, damit man überhaupt noch etwas lesen kann. 2017.12.27_Mayonaise-2

Und warum ist das nicht eklig oder peinlich oder keine Ahnung was? Ganz einfach: die Mayonnaise macht man nicht für sich allein, sondern wenn man mit anderen Menschen zusammen isst! Es ist eines DER Familienrezepte und allein deswegen MUSS es auf diesen Blog, der für mich als Rezeptsammlung dient, wenn mich das Heimweh packt oder ich einfach die besten und erprobtesten Rezepte brauche. Traditionell gibt es die Mayonnaise hauptsächlich in den Wintermonaten als Dip zum Raclette oder Fondue. Damit schmecken die Kartoffeln einfach nochmal besser.

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Und somit verbinden sich mit der Mayonnaise und zwangsweise mit dem Kochbuch ganz viele schöne, heimelige Erinnerungen. Kurioserweise holt meine Mutter auch nach Jahrzehnten mit diesem Standardrezept jedes Mal noch das Büchle aus dem Regal, um die Mayonnaise zuzubereiten 🙂 Ich finde das immer wieder toll und bin soooo froh über dieses Rezeptbüchlein… an diesem digitalen Kochbuch hängen zwar auch manche Erinnerungen, aber diese sind längst nicht so greifbar und sichtbar wie die in dem meiner Mutter. Mein Versuch, so etwas zu etablieren, ist es zu jedem nachgekochten Rezept einen Post-It im Kochbuch zu hinterlassen, um mögliche Änderungen oder Kommentare festzuhalten. Das wird allerdings längst nicht den Kultstatus erhalten!

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Noch ein Hinweis: erschreckt nicht zu sehr, wenn in der Zutatenliste Gemüsebrühenpulver auftaucht – meine Mutter verwendet inzwischen lieber das anstelle von dem im Rezept vermerkten Fondor (war das nicht so ein gelb-rotes Plastikdöschen?). Und im Sinne der Tradition und der Authentizität verwende ich das auch 🙂 Ich hoffe, ihr lasst euch weder von den Zutaten noch der Kaloriendichte oder dem Kult – Kochbüchle meiner Mutter abschrecken, sondern freut euch mit uns, dass dieses Rezept ENDLICH auf dem Blog verewigt ist!

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Zutaten:
3 Eigelb
1/4 Tl Salz
1 Tl Senf
250ml Sonnenblumenöl
Saft von 1/4 Zitrone
etwas Gemüsebrühenpulver

Zubereitung:
Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein. Die Eigelb in einer hohen Rührschüssel mit dem Rührgerät zusammen mit Salz und Senf ca. 1min verrühren. Unter ständigem Rühren das Öl in einem ganz dünnen Strahl ganz langsam zuschütten. Lieber mal eine Pause machen, damit sich Ei und Öl gut vermischen und cremig werden. Lasst euch Zeit! Abschließend etwas Zitronensaft und Gemüsebrühenpulver unterrühren. Manchmal wird ein Teil des Öls (ca. 75ml) auch durch Sahne ersetzt. Probiert einfach aus, wie es euch besser schmeckt!
Bitte achtet darauf, dass ihr die Mayo spätestens nach 24h verbraucht habt, weil sonst die Gefahr von Salmonellen durch das rohe Ei enorm steigt.

Superfood – Salat mit Quinoa, Grünkohl und Avocado

Über Weihnachten war ich bekanntermaßen ein paar Tage daheim; raus aus Mannheim und Karlsruhe – auf zum Fuß der Schwäbischen Alb. Eine Region, die wunderschön und (fast) immer einen Besuch wert ist, aber nicht gerade pulsierende Trendmetropolen zu bieten hat. Wer wissen will, was es für neue Trends in Sachen Ernährung gibt, schaut nach Berlin oder München. Das ist auch okay, nur vergesse ich das oft, weil ich dort schon lange nicht mehr lebe.

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Schon während meines Studiums in Tübingen war es kein Problem, Menschen zu finden, die dir alles über glutenfrei – vegane Rohkosternährung sagen konnten und die entsprechenden Bioläden gab es dort auch sehr häufig. Dann noch gut ausgestattete Marktstände am Nonnenmarkt und dem Nachkochen der neusten Trends stand nichts mehr im Weg! Auch in Karlsruhe und Mannheim wissen die Verkäufer sofort, wo Quinoa, Hanfsamen oder glutenfreie Gemüsechips zu finden sind, wenn man im Supermarkt vor lauter Regalen die Produkte nicht findet.

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So weit waren die Verkäuferinnen daheim noch nicht. Als ich zwischen den Jahren verzweifelt auf der Suche nach Quinoa für diesen Salat war, schauten die mich nur fragend an: „Kiwis?“ Nein, Quinoa – ein Pseudogetreide. „Pseudogetreide? Also Mehl und Nudeln haben wir da hinten… oder meinen Sie Hirse?“ Neee, nicht ganz, würde ich alternativ aber nehmen.

Im untersten Regalfach fand sich dann tatsächlich Quinoa. Dieses Erlebnis fand ich so herrlich, weil ich gefühlt in einer Blase lebe, in der Quinoa & Co. schon fast wieder out sind. Aber klar, man muss sich nicht für alles interessieren und alles mitmachen. Der Salat schmeckt gut – egal ob man Quinoa kennt und ihn aufgrund seiner Ökobilanz verdammt. Zusammen mit der Avocado. So ab und zu gönn ich mir diese Lebensmittel einfach und greif sonst auf weniger weitgereiste Lebensmittel zurück. Hauptsache, es schmeckt 🙂 Und nach den Feiertagen darf es ja ruhig mal etwas leichter zugehen (insbesondere, wenn es wie bei uns an dem Tag, Pizza zum Abendessen gibt!)

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Zutaten (für 2 als Hauptspeise, für mehr als Abendessen)
100g Grünkohl
3 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
1 Tl Dijonsenf
1 EL gehakte Petersilie
1 EL gehakter Dill
150g gekochter Quinoa (Packungsanleitung beachten)
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
Zum Servieren:
2 Eier
1 Avocado
Radieschen
Nuss – Samenmix

Zubereitung:
Die Grünkohlblätter von den Stängeln in mundgerechte Stücke zupfen. In einem Topf mit kochendem Wasser 3min blanchieren, abgießen und kurz kalt abspülen. Die Eier in kochendem Wasser 6-7min weich kochen.
Für die Salatsauce das Olivenöl, Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer und Zucker miteinander vermischen. Wer mehr Sauce mag, verdoppelt einfach die Menge. Dann den abgetropften Grünkohl mit den Kräutern, dem Quinoa und der Salatsauce mischen. In einer Schüssel (neudeutsch: BOWL!) mit Eiern, Avocado, Radieschen und Nüssen belegen. So einfach, so gut 🙂

Quelle: Die grüne Küche für jeden Tag (David Frenkiel / Luise Vindahl)

Rösti mit Rosenkohl

Wiedersehen macht Freude! Das trifft insbesondere auf Begegnungen mit Menschen zu, beispielsweise freue ich mich schon wie verrückt auf das kommende Wochenende, wenn ich nach fast drei Monaten endlich mal wieder daheim bin und die Großfamilie treffe. Natürlich, viel verändert hat sich nicht in dieser Zeit und dank moderner Kommunikationsmittel ist es ja gar kein Problem Tag für Tag in Kontakt zu sein. Aber nichts ersetzt nun mal ein persönliches Treffen!

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Man ist vertraut miteinander, man weiß, wer wie reagiert und es herrscht insgesamt ein sehr großes Wohlwollen untereinander -Gott sei Dank! Je näher Weihnachten rückt, desto häufiger erfährt man von Familien, in denen es eben nicht so ist. Und selbst wenn die Familie noch intakt ist, so ist das doch kein Garant für ein gutes Verhältnis. Ich bin fast jeden Tag dankbar und sehe das nicht als selbstverständlich an.

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Gut, das Stichwort Wiedersehensfreude hat mich jetzt etwas vom heutigen Essen weggebracht. Aber bei Familienfeiern gibt es auch immer was Leckeres 🙂 Lecker sind auch diese Rösti mit Rosenkohl. Unter Rösti stelle ich mir eigentlich Kartoffeln vor, die in der Pfanne ankleben und teilweise noch halb-roh gegessen werden während die Unterseite schon leicht verbrannt ist.
Nicht so bei diesen Rösti: statt Kartoffel wird Rosenkohl verwendet und luftig-fluffig wird es durch Eiweiß. Das Rezept stammt aus Mollys Kitchen und sie schreibt in der Einleitung zum Rezept, dass sie die Bratlinge als Rösti statt als Latkes bezeichnet, damit man die nicht nur zum jüdischen Fest Hanukkah essen kann. Somit sind die Rösti eine ihrer Neuinterpretationen traditoneller jüdischer Gerichte.

Für mich war das Rezept der Start in die Rosenkohlsaison 2017 /18 – Wiedersehen macht gerade beim saisonalen Essen Freude, wenn man sich einige Monate nicht gesehen hat 🙂 Habt ihr mir leckere Rezeptideen mit Rosenkohl? Ich freue mich immer über Vorschläge!

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Zutaten:
4 Eiweiß
1 EL Zitronensaft plus etwas mehr zum Servieren
300g klein geschnittener Rosenkohl
1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
100g Weizen – oder Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer
1 TL Chiliflocken oder Aleppopfeffer
Öl zum Braten

Zum Servieren:
250g griechischer Joghurt
2 EL Dijonsenf
2 EL Honig
1 EL Aceto Balsamico
1 Prise Meersalz

Zubereitung:
Eiweiß und Zitronensaft in einer großen Schüssel schaumig schlagen. Rosenkohl, Zwiebeln und Knoblauch unterziehen. Mehl, 3/4 TL Salz, Pfeffer und Chiliflocken oder Aleppopfeffer unterrühren.
Den Boden einer Pfanne mit einer dünnen Ölschicht bedecken und das Öl erhitzen. Mit einem Eisportionierer (oder einem Esslöffel) etwa ein Achtel der Röstimasse abnehmen (ich hab nur 1 EL genommen). Die Masse flach in die Pfanne drücken. Von beiden Seiten 3-4min goldbraun anbraten. Auf Küchenpapier heben und abtropfen lassen. Mit Salz bestreuen und mit 1 Spritzer Zitronensaft beträufeln.
Zum Servieren alle Zutaten für den Balsamico-Senf-Joghurt miteinander verrühren und zusammen mit den Rosenkohlrösti essen.

Quelle: Molly’s Kitchen

Aus Mamas Küche: Kürbis – Feta – Lasagne

Ach Leutle, ihr habt keine Ahnung, wie viele Kindheitserinnerungen bei diesem Rezept hochkommen! Dabei hab ich das glaube ich als kleines Mädchen nie gegessen und doch kommt mir ein Abend in den Kopf als wäre es erst gestern gewesen. Nunja, ich erinnere mich dunkel daran…

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Aber von Anfang an: eigentlich wollte ich melodramatisch anfangen, dass man erst dann etwas vermisst, wenn es plötzlich nicht mehr da ist. Aber nun ja, dann hätte ich euch nur erzählt, dass mein Backofen nicht mehr wirklich tut und ich das sehr nervig finde. Nicht so spannend (außer ein Küchenhersteller liest mit und erbarmt sich 🙂 ), deswegen lieber Kindheitsgeschichten.

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In einer Zeit, in der noch Kassettenrecorder oder tragbare CD-Player die hippsten technischen Geräte waren und es lediglich Festnetzanschlüsse gab, waren die Spielnachmittage mit Freunden umso wichtiger. Meine Geschwister und ich sind mit drei anderen Geschwistern in derselben Straße groß geworden und mit dieser Familie entwickelte sich eine Freundschaft, die bis heute hält. Der Vater gab als gelernter Koch zu dieser Zeit immer mal wieder Kochkurse an der VHS und so bekamen wir mal einige Blätter voller Kürbisrezepte. Ich war fasziniert! Kürbis war so noch gar nicht auf meinem Horizont aufgetaucht, aber irgendwie überredete ich meine Mutter, meine Tante und ihren Mann (damals noch ohne Kinder!) und keine Ahnung, wen noch zu einem Kürbisabendessen einzuladen. Von einem dieser VHS-Kochkursblätter machte ich ein Kürbissouffle. Das ist mir insofern in Erinnerung, weil ich mir an der Form die Finger verbrannte…

 

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Und nun gut, viiiiiel mehr weiß ich echt nicht mehr, aber ey, diese Blätter! Dieses Kochen für liebe Menschen! Ich erinnere mich noch an ein wohliges Gefühl am gedeckten Tisch zu sitzen, draußen war es schon dunkel und dann der Duft von gutem Essem. Auch viele Jahre später schätze ich genau das 🙂 Und dieses Rezeptblatt, das mir meine Mutter über Whatsapp geschickt hat, war da eine wunderschöne Erinnerung.

Bei dem grauen, kalten Wetter draußen schreit alles in mir nach Soulfood – Lasagne passt mit Nudeln und Käse einfach perfekt. Dann noch mehr Käse in Form von Feta in die Füllung und alles ist gut 🙂 Ich hoffe, ihr lebt die Kürbissaison grad auch voll aus. Was ist euer Lieblingsrezept?

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Zubereitung:
400g Kürbisfleisch, schon geputzt und in Würfel geschnitten
60 ml Olivenöl
Feta
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
60g Butter
50g Mehl
250ml Gemüsebrühe
200ml Sahne
Muskatnussabrieb
400g Tomaten
2 EL Sonnenblumenkerne
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
ca. 300g Lasagneblätter
100g Parmesan (Emmentaler)

Zubereitung:
Kürbis in der Hälfte des Olivenöls glasig braten. Zum Entfetten auf ein Küchenpapier legen, dann leicht salzen. Feta würfeln und mit etwas Paprikapulver bestreuen.
Butter in einem Topf aufschäumen lassen, Mehl einrühren und etwas anschwitzen lassen. Dann unter ständigem Rühren mit Brühe und Sahne aufgießen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und 10min bei kleiner Hitze kochen lassen.
Ofen auf 160°C vorheizen. Tomaten waschen, die Stielansätze entfernen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.
Eine Auflaufform fetten. Unten eine dünne Schicht Bechamelsauce eingießen. Dann abwechselnd Lasagneblätter, Kürbiswürfel, Feta, Tomaten, Sonnenblumenkerne und Frühlingszwiebeln einfüllen. Die restliche Sauce darüber gießen und den Auflauf mit geriebenem Käse bestreuen.
Im heißen Backofen auf der mittleren Schiene etwa 30min backen.

Drei-Schwestern-Auflauf

Am Mittwoch kam mein Vermieter an, in der Hand eine rießige Zucchini und ein Körchen gefüllt mit mindestens 500g knallroten Tomaten (stellt euch bitte hier einen breiten Mannheimer Dialekt vor): „Die letzten reifen Dinger, mal schauen, ob die restlichen Tomaten auch noch reif werden. Probiern’Se mal!“

 

Eine kleine Tomate wandert in meinen Mund, es ploppt und die süße Frucht zerplatzt. Herrlich, noch die letzten Bisse Sommer genießen während das Licht und die ganzen Kürbisrezepte schon den Herbst verkünden. Angesichts der reichhaltigen Ernte wage ich es aber noch, dieses Rezept zu posten. Warum auch nicht? Schließlich ist es in der jahreszeitlichen Unterteilung von „USA vegetarisch“ auch in diesem Zeitraum verewigt. Und ich hoffe, hoffe, hoffe für euch, dass ihr euch 1. weder abschrecken lasst, weil die Zubereitung so lang aussieht und 2. ihr noch das Gemüse bekommt und diesen Auflauf nachmacht. Denn der Brötchenteig saugt sich beim Backen wunderbar mit der Gemüsesauce voll und schmeckt einfach nur meeegaaa gut!

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Warum denn eigentlich dieser Name? Nicht gerade Hashtagfreundlich oder trendig, dafür aber eine Erinnerung daran, dass die Native Americans auf ihren Feldern Mais, Kürbisgewächse (=Zucchini) und Bohnen gemeinsam anbauten, weil die sich beim Wachsen gegenseitig unterstützen. Und genau diese Mischung versteckt sich unter der Burgerbrötchendecke. Ein Essen, für einen kuscheligen Tag daheim oder wenn man von ner starken Windböhe erwischt wurde – mach’s gut Sommer und Herbst, ich freu mich auf dich!

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Zutaten:
500g Zucchini
2 frische Maiskolben
275g rote Paprika
150g rote Zwiebeln
50g Staudensellerie
2 Knoblauchzehen
500g frische Dicke Bohnen (ich: 150g Erbsen)
2 EL Öl
1 EL Tomatenmark
250ml Gemüsebrühe

Für den Brötchenbelag:
250g Mehl plus Mehl zum Arbeiten
10g frische Hefe
65ml lauwarmes Wasser
50ml Milch
12g Zucker
Salz
1 Ei
60g weiche Butter

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und die Hefe hineinbröseln. Wasser und Milch mit Zucker und Salz verrühren. In die Mulde geben und 10min stehen lassen. Ei dazugeben und alles mit den Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Wenn der Teig zu einem festen Stück wird, nach und nach die weiche Butter einarbeiten.
Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und weitere 3min mit den Händen kneten. Zurück in die Schüssel geben und bei Zimmertemperatur zugedeckt 40min gehen lassen.

In der Zwischenzeit Zucchini putzen, längs halbieren und in 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Mais putzen, dabei alle feinen Härchen entfernen. Maiskörner mit einem scharfen Messer vom Kolben schneiden. Dabei darauf achten, dass nur wenig vom Kolben mit abgeschnitten wird.
Paprikaschote vierteln, entkernen und in 1cm große Würfel schneiden. Zwiebel pellen und ebenfalls in 1cm große Würfel schneiden. Staudensellerie putzen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken. Falls verwendet: Dicke Bohnen aus den Hülsen lösen. In kochendem Salzwasser 4min garen, abgießen und kalt abschrecken. Die Bohnenkerne aus den Häuten lösen.

Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Sellerie darin unter Rühren 3-4min bei mittlerer Hitze farblos dünsten. Paprika und Zucchini dazugeben und weitere 2min dünsten, Knoblauch dazugeben und 1 min dünsten. Tomatenmark unterrühren. Maiskörner und Bohnenkerne (oder halt Erbsen) in den Topf geben und die Gemüsebrühe angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Kochen bringen. 10min bei mittlerer Hitze sanft kochen lassen.

Ofen auf 190°C vorheizen. Den vorbereiteten Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in der Zwischenzeit behutsam ca. 0,5cm dick ausrollen und dekorativ ausstechen. Gemüse in eine ofenfeste Form geben und mit dem ausgestochenen Teig belegen. Wer will, verquirlt noch ein zusätzliches Ei mit 2 EL Sahne und bestreicht den Teig großzügig damit. Alles dann mit grobem Salz bestreuen.
25min goldbraun backen und geniiiiießen!

Quelle: USA vegetarisch (Oliver Trific / Katharina Seiser)