Kochduett: Butter-Tomaten- Gnudi

Selbstgemachte Gnocchi sind der Hammer, nicht zu vergleichen mit dem gekauften Zeug aus dem Kühlregal. Letzte Woche entdeckte ich bei Susanne die wunderschönen Gnocchi alla Bismark und erinnerte mich daran, dass ich eigentlich schon läääängst diese Gnudi verbloggen wollte. Ja, so schön geformt wie ihre sind meine nicht. Schmecken tun sie trotzdem 🙂

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Zum ersten Mal gab es Ricotta-Gnocchi in Madrid -2012 bin ich für ein Jahr in die spanische Hauptstadt. Im Sinne des perfekten Timings hab ich mir einen Monat vor der Abreise noch nen Freund angelacht, der so oft wie möglich zu Besuch kam. Gefühlt war das immer noch zu selten, aber immerhin haben wir uns circa alle zwei Monate gesehen. Bei seinem letzten Besuch ging es dann auch nicht mehr primär um Sehenswürdigkeiten und wir nahmen uns auch ganz entspannt die Zeit um selbst zu kochen. Und so standen wir einen Mittag einträchtig in der Küche und rollten Gnocchi 🙂 Eine Tomatensauce dazu und fertig war der Genuss.

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Den Kerl hab ich immer noch an meiner Seite, Gnocchi wurden nicht nur bei dieser einen Gelegenheit gerollt -eine praktische und leckere Form von Paartherapie 😉 Neben der einfachen Ricottaversion kann ich mindestens ebenso die Kartoffelversion empfehlen. Wer das Kochbuch „Der Große Lafer“ hat, kann getrost alle Gnocchirezepte nachmachen. Eins besser als das andere, erprobt für euch im Kochduett!

Bei dieser Gnudiaktion stand ich zusammen mit meiner Mutter in der Küche: während ich die Gnudi kochte, schwenkte sie Tomaten in der Pfanne. Bitte achtet darauf, dass ihr die Gnudi wirklich nur 3min im Wasser lasst, ich hatte sie vor lauter Schwätzen n Tick zu lang drin. Und nicht wundern -die Dingerchen sind sehr sensibel, zergehen dafür aber auch auf der Zunge!
Welche Rezepte könnt ihr für ein Kochduett emfehlen? Es soll kein Duell sein, sondern gemeinsam verbrachte Zeit mit einem schmackhaften Ende.

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Lasst euch vom Namen nicht verwirren: Butter ist nämlich keine drin…darin werden die Gnudi lediglich gewendet bevor sie serviert werden 😉

Zutaten (für 5 Personen):
1kg Ricotta
100g Parmesan
frisch geriebene Muskatnuss nach Belieben
1 Packung Hartweizengrieß zum Bestreuen

Zum Servieren:
Butter
Basilikum
kleine Cocktailtomaten
Parmesan

Zubereitung:
Den Ricotta mit je einer Prise Meersalz und schwarzem Pfeffer in eine Schüssel geben. Den Parmesan und etwas Muskat dazureiben. Alles kräftig verrühren. Abschmecken -die Muskatnote sollte dezent sein. Ein großes Tablett mit reichlich Grieß bestreuen. Aus der Ricottamischung 3cm große Kugeln formen und diese im Grieß wenden, bis sie gut davon umhüllt sind. Der Teig sollte etwa 40 Gnudi ergeben. Das Tablett schwenken. Die Gnudi gut mit Grieß bedecken und für 8h, noch besser über Nach, in den Kühlschrank stellen -der Grieß entzieht den Gnudi Feuchtigkeit und sorgt für eine feine Hülle.
Die Kochzeit für die Gnudi beträgt nur 3min. Bitte nicht alle Gnudi auf einmal in einen Topf geben, sondern maximal 10-15, je nach Topfgröße. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und von der entsprechenden Menge Gnudi den überschüssigen Grieß abschütteln und ins Kochwasser geben. Die Hitze reduzieren.

Zum Servieren in einer Pfanne die Butter aufschäumen, beliebig viele Cocktailtomaten dazugeben und kurz braten. Die Gnudi direkt aus dem Topf in die Pfanne geben, einen Löffel Kochwasser hinzufügen. Sobald Butter und Wasser emulgiert sind, die Pfanne vom herd nehmen. Parmesan über die Gnudi reiben und in vorgewärmten Schalen servieren. Basilikum drüber, fertig!

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Ei,ei,eia-ei: Kresse-Dip zur Ostereiverwertung

So, Ostern ist nun endgültig vorbei, die Ferien somit auch und das einzige was bleibt, sind Tonnen von Schokoosterhasen und jede Menge bunt gefärbte Eier. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber gefühlt hat man genügend hart gekochte Eier bis Weihnachten. Und bei aller Liebe zu Eiern, irgendwann hängen die einem eeeecht zum Hals raus!

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Dieses Jahr muss ich allerdings ein großes Lob an alle Verwandten, Freunde und Nachbarn des Hauses O. aussprechen: die Eierflut hielt sich in Grenzen! Auch die Schokohasenarmee ist übersichtlich. Trotzdem will ich euch ein Rezept zeigen, das sich eignet um immerhin drei hartgekochte Eier loszuwerden. Dieser Kresse-Dip passt hervorragend zu einem nachösterlichen Brunch, aufs Brot, als Dip zu Gemüse oder Räucherlachs oder als reichhaltiges Dressing zu Salat.

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Der Dip kam so gut an, dass er innerhalb von einer Woche gleich zwei Mal gemacht wurde. Das spricht doch für sich. Für die Schokohasen liefer ich euch keine Vorschläge, wie ihr die am besten verarbeiten könnt -solche Probleme habe ich nicht 😉 Was macht ihr sonst mit den „Resten vom Fest“, den hartgekochten Eiern oder anderen Überbleibseln?

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Zutaten (für 8 als Beilage):
3 Eier
100g Hüttenkäse
100g Magermilchjoghurt
150g Schmand (ich: 200g)
100g Mayonnaise (ich: 1 EL)
1 Tl mittelscharfer Senf
1 Tl körniger Senf
Salz, Pfeffer
1 Beet Gartenkresse
1 Beet violette Kresse (ich hatte nur Gartenkresse)

Zubereitung:
Falls die Eier nicht eh schon hartgekocht sind: die Eier anstechen und in kochendem Wasser 6min nicht zu hart kochen. Eier abgießen, abschrecken und pellen.
Hüttenkäse mit Joghurt, Schmand, Mayo, beiden Senfsorten, Salz und Pfeffer mischen. Eier grob schneiden.
Kresse von den Beeten schneiden. Eier und 3/4 der Kresse unter den Dip rühren. Abschmecken und in einer Schale anrichten. Mit der restlichen Kresse bestreut servieren.

Quelle: deli (2/ 2017)

Planänderung: Fruchtige Paprikasuppe

Eigentlich wollte ich schon letzte Woche das Rezept für herrvoragende Knoblauchbrötchen veröffentlichen. Dann ging es ganz uneigentlich spontan für einen Kurztrip nach Dijon (sooo toll dort!). Und dann kam Ostern, die Geburtstage der Eltern und jetzt erscheint es mir heute absolut unpassend ein Rezept für eine Grillbeilage zu veröffentlichen!!!

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Warum fragt ihr euch oder Leser, die auf diesen Beitrag erst in ein paar Tagen stoßen? Hier im Basislager meines Lebens am Fuße der Schwäbischen Alb schneit es heute! SCHNEE! Am 18. April nachdem ich letzte Woche schon den ersten Sonnenbrand des Lebens hatte. Dass meine Garderobe für den Heimatbesuch mit Schneefall komplett falsch ist, gehört ebenso dazu wie die Tatsache, dass der Grill trotzdem schon an war 🙂 Dem Papa sei ein Trulala… oder besser ein Steak!

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Aber gut, ich warte mit den Knofibrötle noch einen Moment. Das Wetter ist nämlich eine tolle Gelegenheit, euch das Rezept für diese fruchtige Paprikasuppe vorzustellen. Die Tage erst hatten meine Mutter und ich es davon, dass es so einfach ist, eine Suppe zu kochen. Ein bisschen Gemüse, Salz, Pfeffer, eventuell Kokosmilch oder Sahne, aber zack, schon hat man was Warmes auf dem Teller und auch Gemüse, das optisch nicht mehr instagramwürdig ist, hat hier noch Raum zum Glänzen.

Schon bescheuert, dass es heute wieder mehr Suppenwetter ist als dass man Lust hätte draußen beim Grill n kühles Bier zu trinken. Aber die Zeiten werden auch wieder kommen. Dann gibt es Knofibrötle, die sich auch super zu der Suppe machen. Jetzt wärmt euch erstmal und hofft mit mir auf wärmere Zeiten 🙂 Bis dahin könnt ihr euch an der tollen Paprikasuppe freuen.

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Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
3 rote Paprika
2 Orangen
2 EL Olivenöl
1 große rote Zwiebel, gewürfelt
1 rote Pfefferschote, in feinen Ringen
2 Tomaten, in groben Stücken
1 EL brauner Zucker
Salz, Pfeffer
100g Crème fraiche
1 Tl Schwarzkümmel (weggelassen), stattdessen Schnittlauch

Zubereitung: Die Paprika vierteln, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Von den Orangen 3 TL Schale fein abreiben und 300ml Saft auspressen.
Öl in einem Topf erhitzen und darin Zwiebeln, Pfefferschote und Paprika ca 5min bei mittlerer Hitze dünsten. Tomaten, Zucker, Salz und Pfeffer zugeben. Mit 300ml Wasser und Orangensaft auffüllen und 10min bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
Abgeriebene Orangenschale zugeben und mit dem Pürierstab pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Creme Fraiche mit 1-2 EL Wassern glatt rühren. Suppe in tiefen Tellern anrichten, mit Creme fraiche garnieren und mit Schwarzkümmel bestreuen.

Quelle: deli 1/ 2017

Ostervorspeise? Rote-Beete-Türmchen

Was für ein tolles Wetter momentan! Da steigt bei mir schlagartig die Lust auf knackig-frische Salate. Suppe hatte ich die letzten Monate oft genug. Überall lese ich gerade schon von Vorschlägen für Ostern, egal ob das nun zum Frühstück, Mittagessen oder für die Kaffeetafel ist. Da präsentiere ich euch auch eine Möglichkeit.

Um ehrlich zu sein hätte ich gar nicht gedacht, dass diese Rote-Beete-Salat in Türmchenform so ein Knaller sein könnte. Der stand als letztes auf meiner Kochliste während meines Heimaturlaubs und der Freund musste die geplante Abfahrt eeeetwas nach hinten verschieben, weil nun ja, Türmchen bauen dauert einfach einen Moment. Es war eines der Rezepte, die ich nachmachen wollte, weil das Bild im Kochbuch so hübsch aussah und außerdem Rote-Beete so lecker ist. Zusammen essen war an dem Tag nicht mehr drin, es war außerdem eher die Tageszeit für Kaffee und Kuchen und so packte ich mir eine großzügige Ladung Salat ein und verschwand.

Knapp 24h später holte ich dann die Box aus dem Kühlschrank, gabelte beherzt hinein und wow! Soooo ein guter Salat! Knackig-cremig-frisch, ich bin aus dem Schwärmen gar nicht mehr rausgekommen. Die Avocado fungiert hier als Wunderwaffe, die alles miteinander verbindet und sehr saftig macht. Ich wette, damit könnt ihr auch Rote-Beete-Verweigerer überraschen 😉 Einziger Nachteil: wer nur (wie ich) eine Vierkantreibe hat, muss etwas leiden bis das ganze Gemüse geraspelt ist. Aber der Einsatz lohnt sich. Vielleicht kriegt ihr ja Lust auf diesen Farbtupfer -zum Abendessen oder sogar als Vorspeise für ein Menü. Vorbereiten lässt sich der Salat nämlich exzellent!

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Zutaten für 4 große Portionen (6 Vorspeisenportionen):
5 große Salatblätter (weggelassen)
4-6 rohe Rote Beete (je nach Größe, meine waren eher kleiner)
2 Karotten
1/2 Gurke
1/2 Zwiebel
5 Kirschtomaten (weggelassen)
3 Avocados
1 Handvoll Petersilie
2 TL Olivenöl
Saft von 1-2 Limetten (je nach persönlichem Geschmack)
Salz, Pfeffer
Zum Servieren:
Ziegen(frisch)käse
2 EL Pinienkerne
Sprossen oder sonstiges Grünzeug

Zubereitung:
Rote Beete, Karotte und Gurke schälen und (juble wer eine Küchenmaschine hat) alles reiben. Die Zwiebel und falls verwendet die Tomaten sehr dünn schneiden. Die Avocados halbieren, entkernen und zermantschen. Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit Olivenöl, Limettensaft und Salz und Pfeffer vermischen. Abschmecken.
Wer Servierringe hat, der kann diese jetzt einsetzen um Türmchen zu bauen. Jeweils ein Viertel des Salats in den Ring geben und festdrücken. Den Ring entfernen und bei den weiteren Tellern genau so verfahren. Mit Ziegenkäse, Pinienkernen und Grünzeugs verschönern.

Quelle: Green Kitchen Travels (David Frenkiel & Luise Vindhal)

Außen pfui: Wildreisgratin mit Grünkohl und karamellisierten Zwiebeln

Ach ja, Aufläufe fotografieren ist nicht das einfachste Unterfangen. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn es selbst mittags so trüb sein kann, dass kaum natürliches Licht zur Verfügung steht. Und wenn man dann auch noch ein Wildreisgratin mit Grünkohl vorbereitet hat, der -zugegebenermaßen- geschöpft auf dem Teller eher wie ein dunkelgrüner Komposthaufen mit irgendwelchen weißen Maden aussieht, dann macht das nicht soooo Lust zuzugreifen 🙂

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Ohne jemals Maden gegessen zu haben, vermute ich jetzt einfach mal, dass dieses Gratin ganz anders schmeckt! Und hey, es ist Grünkohl drin! Gesund, lecker, trendyyy! Außen also vielleicht pfui, aber innen definitiv hui 😉 Wildreis schmeckt deutlich „gesünder“ und kerniger als der sonst eher verwendete Langkorn-, Basmati- oder Risottoreis. Wenn ich höre, wie andere Mütter ihre Familie mit Vollwertküche bekocht haben, bin ich ein bisschen froh, dass diese Phase an meiner Mum vorbei ging. Ja, sie hat selber Müsli aus geschrotetem Weizen gemacht, aber sonst wurden wir von all zu extremen gesunden Zutaten verschont.

Dementsprechend ist das nun meine Mission die Familie damit bekannt zu machen 🙂 Das gelingt manchmal recht gut, andere Male herrscht dann diplomatische Erleichterung, wenn ich wieder weg bin oder es mal Burger oder Schokokekse gibt. Bitte nicht falsch verstehen: gesunde Küche heißt nicht, dass das nicht schmecken kann. Aber es gibt meiner Meinung gelungenere Kombinationen als andere. Dieses Gratin ist ja nur semi-gesund, immerhin verarbeitet ihr ein ganzes Päckchen Käse in der Auflaufform. Und Käse macht ja alles besser.
Als Hauptgericht muss ich zugeben, fand ich das Wildreisgratin etwas zu langweilig. Aber als Beilage zu Fisch, Schnitzeln oder auch nur einem frischem Salat macht das auf jeden Fall was her. Die Zutaten hab ich ein wenig reduziert (Reis) bzw erhöht (Grünkohl), damit nicht zuuu viele Kohlenhydrate drin sind.
Ich hoffe, ihr lasst euch von der Verpackung nicht abschrecken, sondern lasst euch diesen herzhaften Auflauf bei dem trüben, kalten Wetter erst recht schmecken!

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Zutaten (für ca 10 Personen als Beilage)
300g ungekochter Wildreis (ich: 200g)
Für die karamellisierten Zwiebeln:
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln
1/2 TL Salz
1/2 TL Zucker
300g Grünkohl (oder etwas mehr)
Zum Zusammenstellen:
225g geriebener Emmentaler
2 TL Butter
180ml Brühe (Gemüse oder Hühner, ich hab deutlich mehr gebraucht)
60g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer

Den Reis nach Packungsangabe kochen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter und das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln in die Pfanne geben, mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen und ca. 30min bei wenig bis mittlerer Hitze braten bis sie weich und süß sind. Währenddessen den Grünkohl von den harten Stielen zupfen und kurz in kochendem Wasser blanchieren.
Den Grünkohl zu den Zwiebeln geben und ca 5min mitbraten. In einer Schüssel die Grünkohl-Zwiebel-Mischung mit dem Reis und 100g Emmentaler mischen. Mit Salz und Pfeffer nicht zu würzig abschmecken -da kommt ja noch Brühe dazu.
Eine große Auflaufform buttern und die Wildreismischung einfüllen. Die Brühe dazugeben. Den übrigen Käse darüberstreuen, die Semmelbrösel mit 1EL geschmolzener Butter mischen und über den Käse geben.
Im Ofen ca. 35min backen bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook (Deb Perelman)

Alte Liebe: Kürbisrisotto mit Radicchio

Was ist nur passiert? Nach dem 2015er Kürbisexzess gab es 2016 kein einziges neues Kürbisrezept im Herbst! Zur Freude meiner Geschwister habe ich in den Herbstmonat nicht so viel Zeit daheim verbracht und folglich wurden sie -diese Kürbisskeptiker- nicht von meiner Experimentierlust terrorisiert. Ganz drumrum kamen sie aber auch nicht und dieses Risotto kam nicht mal sooo schlecht an. Nur am Gorgonzola wurde rumgemeckert 🙂

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Aber ich kann mich nicht beschweren: beide haben schon alleine überleben müssen und saßen an genügend anderen Tischen um die ein oder andere Pseudo-Intoleranz abzulegen. Und ein bisschen was darf man sich ja behalten. Für mich hingegen ist dieses Risotto eine alte Liebe: es war eines der ersten Rezepte, die ich aus „Reisehunger“ nachgekocht habe, zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht einmal selbst dieses Buch hatte. Gut, dass es Foodblogger wie Micha gibt, die in einem Rutsch das ein oder andere Rezept vorstellen und mich zum Nachkochen animieren. Oft werde ich erst durch Rezepte bei anderen Bloggern auf manches Schätzchen aufmerksam, das ich beim Blättern in meinen Kochbüchern übersehen hatte.

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Seit dieser Entdeckung gab es dieses Risotto immer wieder. Mir gefällt hier besonders, dass der Hokkaido teilweise zerfällt und dem Essen eine schöne Farbe gibt. Dafür nehm ich dann auch das lange Schnippeln in Kauf. Ein echtes Soulfood und eine kulinarische Wärmflasche bei diesen Temperaturen ist so ein Risotto – wer noch mehr Inspiration als Alternative zu Eintöpfen braucht, die auch gut bei der Kälte passen, kann einfach hier unter der Kategorie Risotto suchen.
In diesem Sinne: das Warten hat sich hoffentlich für euch gelohnt -meine Liebe für Kürbis und fürs Risotto sowieso ist dadurch nicht abgeschwächt 🙂

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Zutaten für 4 Personen:
2 Schalotten
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis
1-1,25l Hühnerbrühe
2 EL Butter
250g Risottoreis
25g frisch geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Äußere Blätter des Radicchio und den Strunk entfernen, Radicchio vierteln und in dünne Streifen schneiden. Hokkaido waschen und entkernen, dann zuerst in dünne Spalten, anschließend in ca. 1cm kleine Würfel schneiden. Die Hühnerbrühe erhitzen und heiß halten.
Die Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen. Darin die Schalotten glasig andünsten. Den Risottoreis dazugeben und unter Rühren mitdünsten, bis auch dieser glasig ist (weder Schalotten noch Reis sollen dabei Farbe annehmen).
Die Kürbiswürfel in den Topf geben und mit 2-3 Schöpfkellen heißer Brühe ablöschen. Den Risotto bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt, und schöpfkellenweise weitere Brühe dazugeben, sobald der Reis die Flüssigkeit im Topf aufgenommen hat.
Nach 15-18min die Radicchiostreifen unter den Reis rühen. Den Risotto probieren, die Reiskörner sollten noch einen leichten Biss haben. Dann den Parmesan und den Gorgonzola untermengen und den Risotto noch 1-2min auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Quelle: Reisehunger. Die besten Rezepte zwischen USA & Singapur (Nicole Stich)

New is always better: Kartoffel-Spinat-Küchlein

Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage und seid gut ins neue Jahr gestartet. Allmählich geht es für die meisten von uns ja zurück in den normalen Alltag. Daheim hab ich die Zeit „genutzt“ und so viele Filme geguckt, wie schon lange nicht mehr. Meine Geschwister sind schuld 🙂 Sonst bin ich mehr der Serien-Gucker, aber auch da guck ich nicht so viele. Eine Serie, die ich schon lange durch hab, ist „How I met your mother“. Die ersten Staffeln sind ja ganz nett, aber naja, an „Friends“ kommt so schnell halt nichts ran.

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Jedenfalls gibt es in „How I met your mother“ einen Charakter namens Barney, der einige prägnante Aussprüche hat, unter anderem eben „new is always better“. Er bezieht das auf die Wahl seiner jeweiligen Übernachtungsgäste und so nimmt er kaum mal eine Frau zwei Mal mit heim. Dieser Ausspruch kam mir, als ich die Bilder sah, die mir mein Vater zugeschickt hatte. Jaaaa, ich hab noch ein paar mehr Rezepte und tolle Foodfotos in petto, aber die neuen sind jetzt grad so greifbar und sehen so hübsch aus und und und überhaupt! Ich schreibe, ich bestimme 🙂 New is always better! Deswegen gibt es heute also das Rezept für die Kartoffel-Spinat-Küchlein.

Neu ist immer besser trifft aus mehreren Gründen momentan: zum einen stammt das Rezept aus „USA vegetarisch“, einem Kochbuch, das ich ganz neu zu Weihnachten gekriegt hab. Statt wie vom Rezept vorgesehen aber Kartoffeln zu kochen, habe ich für die Küchlein übrig gebliebenen Kartoffelbrei verwendet, denn so „alt“ und vom Vortag erschien er längst nicht so attraktiv wie wenn er frisch und cremig auf den Tisch kommt. Da war die neue Verpackung als Küchlein schon viel ansprechender.

Neu ist neben dem Jahr auch das, was mich erwartet: aus Tübingen geht es weg nach Mannheim. Ein Neuanfang, Start ins richtige Arbeitsleben nach dem Studium. Ganz schön viel Neues wird da kommen, ob das immer besser ist, wage ich noch nicht zu beurteilen. Noch überwiegt die Vorfreude, wobei allmählich auch ein wenig Nervosität hinzukommt. Auf dem Blog werdet ihr das vermutlich erstmal noch nicht merken, genügend tolle Rezepte warten noch darauf verbloggt zu werden. Das nächste steht schon in der Warteschlange: ofengerösteter Rosenkohl mit Apfel. Den gab es zu den Küchlein dazu. Ein ganz famoses vegetarisches Essen nach den fleischlastigen Feiertagen.

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Zutaten:
800g mittelgroße mehlige Kartoffeln (ca.700g Kartoffelbrei)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
200g Grünkohl (Spinat)
150g Zwiebeln
Öl
2 Eigelb (ich: ein ganzes Ei)
Für die Béchamelsauce:
2EL Butter
2EL Mehl
250ml Milch
Salz, Pfeffer
2 TL Senf

Zubereitung:
Kartoffeln waschen und schälen und in kochendem Salzwasser 25-30min weich kochen. Grünkohl rupfen, dabei alle Blattrippen entfernen, Grünkohl gründlich waschen. Gut abgetropft sehr fein schneiden.
Inzwischen Zwiebeln pellen und sehr fein würfeln. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 3min glasig anschwitzen. Grünkohl dazugeben und weitere 4min dünsten, dabei häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.
Gegarte Kartoffeln abgießen und kurz ausdämpfen lassen. Stampfen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Falls ihr Kartoffelbrei verwendet, einfach hier einsteigen und Ei und Grünkohl/ Spinat dazugeben. Ei unterheben. Gründkohl dazugeben und gründlich vermengen. Masse etwas abkühlen lassen und dann ca 8-10 Küchlein formen.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Küchlein in etwas Mehl wenden und die Küchlein im heißen Öl bei mittlerer Hitze 3-4min braten. Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen, dann das Mehl dazu geben und mit dem Schneebesen konstant umrühren. Nach ca. 2min die Milch dazugeben, munter weiterrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Alles aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Senf abschmecken.

Quelle: USA vegetarisch