Rösti mit Rosenkohl

Wiedersehen macht Freude! Das trifft insbesondere auf Begegnungen mit Menschen zu, beispielsweise freue ich mich schon wie verrückt auf das kommende Wochenende, wenn ich nach fast drei Monaten endlich mal wieder daheim bin und die Großfamilie treffe. Natürlich, viel verändert hat sich nicht in dieser Zeit und dank moderner Kommunikationsmittel ist es ja gar kein Problem Tag für Tag in Kontakt zu sein. Aber nichts ersetzt nun mal ein persönliches Treffen!

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Man ist vertraut miteinander, man weiß, wer wie reagiert und es herrscht insgesamt ein sehr großes Wohlwollen untereinander -Gott sei Dank! Je näher Weihnachten rückt, desto häufiger erfährt man von Familien, in denen es eben nicht so ist. Und selbst wenn die Familie noch intakt ist, so ist das doch kein Garant für ein gutes Verhältnis. Ich bin fast jeden Tag dankbar und sehe das nicht als selbstverständlich an.

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Gut, das Stichwort Wiedersehensfreude hat mich jetzt etwas vom heutigen Essen weggebracht. Aber bei Familienfeiern gibt es auch immer was Leckeres 🙂 Lecker sind auch diese Rösti mit Rosenkohl. Unter Rösti stelle ich mir eigentlich Kartoffeln vor, die in der Pfanne ankleben und teilweise noch halb-roh gegessen werden während die Unterseite schon leicht verbrannt ist.
Nicht so bei diesen Rösti: statt Kartoffel wird Rosenkohl verwendet und luftig-fluffig wird es durch Eiweiß. Das Rezept stammt aus Mollys Kitchen und sie schreibt in der Einleitung zum Rezept, dass sie die Bratlinge als Rösti statt als Latkes bezeichnet, damit man die nicht nur zum jüdischen Fest Hanukkah essen kann. Somit sind die Rösti eine ihrer Neuinterpretationen traditoneller jüdischer Gerichte.

Für mich war das Rezept der Start in die Rosenkohlsaison 2017 /18 – Wiedersehen macht gerade beim saisonalen Essen Freude, wenn man sich einige Monate nicht gesehen hat 🙂 Habt ihr mir leckere Rezeptideen mit Rosenkohl? Ich freue mich immer über Vorschläge!

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Zutaten:
4 Eiweiß
1 EL Zitronensaft plus etwas mehr zum Servieren
300g klein geschnittener Rosenkohl
1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
100g Weizen – oder Kichererbsenmehl
Salz, Pfeffer
1 TL Chiliflocken oder Aleppopfeffer
Öl zum Braten

Zum Servieren:
250g griechischer Joghurt
2 EL Dijonsenf
2 EL Honig
1 EL Aceto Balsamico
1 Prise Meersalz

Zubereitung:
Eiweiß und Zitronensaft in einer großen Schüssel schaumig schlagen. Rosenkohl, Zwiebeln und Knoblauch unterziehen. Mehl, 3/4 TL Salz, Pfeffer und Chiliflocken oder Aleppopfeffer unterrühren.
Den Boden einer Pfanne mit einer dünnen Ölschicht bedecken und das Öl erhitzen. Mit einem Eisportionierer (oder einem Esslöffel) etwa ein Achtel der Röstimasse abnehmen (ich hab nur 1 EL genommen). Die Masse flach in die Pfanne drücken. Von beiden Seiten 3-4min goldbraun anbraten. Auf Küchenpapier heben und abtropfen lassen. Mit Salz bestreuen und mit 1 Spritzer Zitronensaft beträufeln.
Zum Servieren alle Zutaten für den Balsamico-Senf-Joghurt miteinander verrühren und zusammen mit den Rosenkohlrösti essen.

Quelle: Molly’s Kitchen

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Aus Mamas Küche: Kürbis – Feta – Lasagne

Ach Leutle, ihr habt keine Ahnung, wie viele Kindheitserinnerungen bei diesem Rezept hochkommen! Dabei hab ich das glaube ich als kleines Mädchen nie gegessen und doch kommt mir ein Abend in den Kopf als wäre es erst gestern gewesen. Nunja, ich erinnere mich dunkel daran…

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Aber von Anfang an: eigentlich wollte ich melodramatisch anfangen, dass man erst dann etwas vermisst, wenn es plötzlich nicht mehr da ist. Aber nun ja, dann hätte ich euch nur erzählt, dass mein Backofen nicht mehr wirklich tut und ich das sehr nervig finde. Nicht so spannend (außer ein Küchenhersteller liest mit und erbarmt sich 🙂 ), deswegen lieber Kindheitsgeschichten.

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In einer Zeit, in der noch Kassettenrecorder oder tragbare CD-Player die hippsten technischen Geräte waren und es lediglich Festnetzanschlüsse gab, waren die Spielnachmittage mit Freunden umso wichtiger. Meine Geschwister und ich sind mit drei anderen Geschwistern in derselben Straße groß geworden und mit dieser Familie entwickelte sich eine Freundschaft, die bis heute hält. Der Vater gab als gelernter Koch zu dieser Zeit immer mal wieder Kochkurse an der VHS und so bekamen wir mal einige Blätter voller Kürbisrezepte. Ich war fasziniert! Kürbis war so noch gar nicht auf meinem Horizont aufgetaucht, aber irgendwie überredete ich meine Mutter, meine Tante und ihren Mann (damals noch ohne Kinder!) und keine Ahnung, wen noch zu einem Kürbisabendessen einzuladen. Von einem dieser VHS-Kochkursblätter machte ich ein Kürbissouffle. Das ist mir insofern in Erinnerung, weil ich mir an der Form die Finger verbrannte…

 

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Und nun gut, viiiiiel mehr weiß ich echt nicht mehr, aber ey, diese Blätter! Dieses Kochen für liebe Menschen! Ich erinnere mich noch an ein wohliges Gefühl am gedeckten Tisch zu sitzen, draußen war es schon dunkel und dann der Duft von gutem Essem. Auch viele Jahre später schätze ich genau das 🙂 Und dieses Rezeptblatt, das mir meine Mutter über Whatsapp geschickt hat, war da eine wunderschöne Erinnerung.

Bei dem grauen, kalten Wetter draußen schreit alles in mir nach Soulfood – Lasagne passt mit Nudeln und Käse einfach perfekt. Dann noch mehr Käse in Form von Feta in die Füllung und alles ist gut 🙂 Ich hoffe, ihr lebt die Kürbissaison grad auch voll aus. Was ist euer Lieblingsrezept?

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Zubereitung:
400g Kürbisfleisch, schon geputzt und in Würfel geschnitten
60 ml Olivenöl
Feta
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
60g Butter
50g Mehl
250ml Gemüsebrühe
200ml Sahne
Muskatnussabrieb
400g Tomaten
2 EL Sonnenblumenkerne
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
ca. 300g Lasagneblätter
100g Parmesan (Emmentaler)

Zubereitung:
Kürbis in der Hälfte des Olivenöls glasig braten. Zum Entfetten auf ein Küchenpapier legen, dann leicht salzen. Feta würfeln und mit etwas Paprikapulver bestreuen.
Butter in einem Topf aufschäumen lassen, Mehl einrühren und etwas anschwitzen lassen. Dann unter ständigem Rühren mit Brühe und Sahne aufgießen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und 10min bei kleiner Hitze kochen lassen.
Ofen auf 160°C vorheizen. Tomaten waschen, die Stielansätze entfernen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.
Eine Auflaufform fetten. Unten eine dünne Schicht Bechamelsauce eingießen. Dann abwechselnd Lasagneblätter, Kürbiswürfel, Feta, Tomaten, Sonnenblumenkerne und Frühlingszwiebeln einfüllen. Die restliche Sauce darüber gießen und den Auflauf mit geriebenem Käse bestreuen.
Im heißen Backofen auf der mittleren Schiene etwa 30min backen.

Drei-Schwestern-Auflauf

Am Mittwoch kam mein Vermieter an, in der Hand eine rießige Zucchini und ein Körchen gefüllt mit mindestens 500g knallroten Tomaten (stellt euch bitte hier einen breiten Mannheimer Dialekt vor): „Die letzten reifen Dinger, mal schauen, ob die restlichen Tomaten auch noch reif werden. Probiern’Se mal!“

 

Eine kleine Tomate wandert in meinen Mund, es ploppt und die süße Frucht zerplatzt. Herrlich, noch die letzten Bisse Sommer genießen während das Licht und die ganzen Kürbisrezepte schon den Herbst verkünden. Angesichts der reichhaltigen Ernte wage ich es aber noch, dieses Rezept zu posten. Warum auch nicht? Schließlich ist es in der jahreszeitlichen Unterteilung von „USA vegetarisch“ auch in diesem Zeitraum verewigt. Und ich hoffe, hoffe, hoffe für euch, dass ihr euch 1. weder abschrecken lasst, weil die Zubereitung so lang aussieht und 2. ihr noch das Gemüse bekommt und diesen Auflauf nachmacht. Denn der Brötchenteig saugt sich beim Backen wunderbar mit der Gemüsesauce voll und schmeckt einfach nur meeegaaa gut!

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Warum denn eigentlich dieser Name? Nicht gerade Hashtagfreundlich oder trendig, dafür aber eine Erinnerung daran, dass die Native Americans auf ihren Feldern Mais, Kürbisgewächse (=Zucchini) und Bohnen gemeinsam anbauten, weil die sich beim Wachsen gegenseitig unterstützen. Und genau diese Mischung versteckt sich unter der Burgerbrötchendecke. Ein Essen, für einen kuscheligen Tag daheim oder wenn man von ner starken Windböhe erwischt wurde – mach’s gut Sommer und Herbst, ich freu mich auf dich!

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Zutaten:
500g Zucchini
2 frische Maiskolben
275g rote Paprika
150g rote Zwiebeln
50g Staudensellerie
2 Knoblauchzehen
500g frische Dicke Bohnen (ich: 150g Erbsen)
2 EL Öl
1 EL Tomatenmark
250ml Gemüsebrühe

Für den Brötchenbelag:
250g Mehl plus Mehl zum Arbeiten
10g frische Hefe
65ml lauwarmes Wasser
50ml Milch
12g Zucker
Salz
1 Ei
60g weiche Butter

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und die Hefe hineinbröseln. Wasser und Milch mit Zucker und Salz verrühren. In die Mulde geben und 10min stehen lassen. Ei dazugeben und alles mit den Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Wenn der Teig zu einem festen Stück wird, nach und nach die weiche Butter einarbeiten.
Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und weitere 3min mit den Händen kneten. Zurück in die Schüssel geben und bei Zimmertemperatur zugedeckt 40min gehen lassen.

In der Zwischenzeit Zucchini putzen, längs halbieren und in 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Mais putzen, dabei alle feinen Härchen entfernen. Maiskörner mit einem scharfen Messer vom Kolben schneiden. Dabei darauf achten, dass nur wenig vom Kolben mit abgeschnitten wird.
Paprikaschote vierteln, entkernen und in 1cm große Würfel schneiden. Zwiebel pellen und ebenfalls in 1cm große Würfel schneiden. Staudensellerie putzen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken. Falls verwendet: Dicke Bohnen aus den Hülsen lösen. In kochendem Salzwasser 4min garen, abgießen und kalt abschrecken. Die Bohnenkerne aus den Häuten lösen.

Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Sellerie darin unter Rühren 3-4min bei mittlerer Hitze farblos dünsten. Paprika und Zucchini dazugeben und weitere 2min dünsten, Knoblauch dazugeben und 1 min dünsten. Tomatenmark unterrühren. Maiskörner und Bohnenkerne (oder halt Erbsen) in den Topf geben und die Gemüsebrühe angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Kochen bringen. 10min bei mittlerer Hitze sanft kochen lassen.

Ofen auf 190°C vorheizen. Den vorbereiteten Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in der Zwischenzeit behutsam ca. 0,5cm dick ausrollen und dekorativ ausstechen. Gemüse in eine ofenfeste Form geben und mit dem ausgestochenen Teig belegen. Wer will, verquirlt noch ein zusätzliches Ei mit 2 EL Sahne und bestreicht den Teig großzügig damit. Alles dann mit grobem Salz bestreuen.
25min goldbraun backen und geniiiiießen!

Quelle: USA vegetarisch (Oliver Trific / Katharina Seiser)

Sommergemüsegratin mit Zitronensahne

Gutes kann so einfach sein – ein bisschen Gemüse, Sahne, sogar Zitrone und Parmesan sind verzichtbar und schon hat man ein wunderbares Gratin. Strahlend bunte Farben, eine echte Augenweide, die all das tolle Sommergemüse vereint. Nein, viel braucht es wirklich nicht -hier gibt es keinerlei Ausreden sich vor dem Kochen zu drücken!

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Auch wenn ihr gerade erst von daheim ausgezogen seid, bleibt mir bitte von den Tiefkühpizzen weg und das Regal mit der Fertigtütennahrung könnt ihr auch gleich vergessen, weil mit diesem Rezept zeigt sich mal wieder wie einfach Selberkochen ist! Ein Messer und ein Schneidebrett werdet ihr wohl haben, irgendeine Form für den Backofen sicherlich auch und schon kann’s losgehen! Gemüse schnippeln, möglichst dekorativ einschichten (ein Hoch auf meine Mutter -ich hätte nicht die Geduld für solch ein Kunstwerk gehabt!) und mit Sahne übergießen.

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Fett – hier in Form von Sahne ist sowieso immer ein guter Geschmacksbringer 🙂 Wenn das Gemüse im Ofen schön drin köchelt, braucht es nicht mehr viel. Zitronenschale und Parmesan bringen noch den letzten Aromakick. Wer frische Kräuter wie Thymian hat, kann die natürlich auch gerne verwenden, nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Aber da sind Geschmäcker ja unterschiedlich und für jeden bedeutet das was anderes.

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Bei mir ist dieses Sommergemüsegratin schon seit zwei Jahren ein Standardgericht – so farbenfroh, so frisch, so lecker! Ein bisschen Brot dazu um die Sahne aufzudippen und ich bin glücklich! Ihr hoffentlich auch 🙂
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich jetzt in den Wanderurlaub: die nächsten Wochen wird ausschließlich auf einem Trangia-Kocher Essen zubereitet. Und auch das geht ohne Fertigprodukte! Habt einen schönen August; wir lesen uns wieder im September.

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Zutaten (für 4 Personen):
1 kleiner Brokkoli
200g Mangold oder Spinat
200g Zucchini
1 rote Paprika
1 Zuckermaiskolben
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
250g Sahne
50g frisch geriebener Parmesan
2 EL Butter
Butter für die Form
Salz, Pfeffer
Basilikum nach Geschmack zum Bestreuen

Zubereitung:
Gemüse waschen. Brokkoli in kleine Röschen teilen, Paprika in schmale Streifen, Maiskörner vom Kolben schneiden. Die Zucchini in kleine Würfel schneiden, die Frühlingszwiebel in feine Ringe, den Knoblauch fein hacken und den Mangold oder Spinat grob hacken.
In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Brokkoli ca 2min blanchieren, dann die Maiskörner und die Mangoldstiele dazugeben. Die Mangold- oder Spinatblätter in ein Sieb gießen und beim Abgießen des Gemüse so die Blätter kurz blanchieren. Das Gemüse abtropfen lassen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine flache, ofenfeste Form mit Butter fetten. Das Gemüse, die Frühlingszwiebel und den Knoblauch mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und in der Form verteilen.
Die Zitrone waschen und abtrocknen. Die Schale fein abreiben und in die Sahne rühren. Diese würzen und über das Gemüse in die Form gießen. Den Parmesan gleichmäßig darüber verteilen und zum Abschluss noch die Butter in Flöckchen auf den Käse setzen.
Im Ofen ca 30min backen bis das Gemüse schön gebräunt ist. Kurz ruhen lassen, mit Basilikum bestreuen und servieren. Dazu passt Brot oder Salzkartoffeln.

Quelle: Frühling, Sommer, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

Sommertage mit Erbsen-Zucchini-Risotto

Sommer ist anscheinend nicht nur dann, wenn es regnet (seit langem mal wieder – keine Beschwerden bitte, besseres Wetter ist schon wieder in Sicht), alle Schüler frei haben und die besten Bücher aus der Bücherei ausgeliehen sind, sondern Sommer ist auch dann, wenn auf allen Blogs die Zucchinischwemme beschworen wird 🙂 Ich hab natürlich schon brav mitgemacht und mich gefragt, wie viele Kilo Zucchini mich im elterlichen Garten erwarten.

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Tja, von wegen! Die Zucchini wachsen zwar brav, aber meine Mutter „leidet“ unter einen Bohnenflut! Kiloweise hat sie schon verarbeitet und mich bei meiner Abreise natürlich auch eingedeckt. Aber nun gut, ich hatte in mehr oder weniger weiser Vorraussicht Zucchinirezepte gesucht… Zum Glück versteckten sich unter den rießigen Blättern noch zwei Früchtchen, die gartenfrisch für das Risotto verwendet werden konnten.

Ich glaube, jeder Italiener würde entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn er das Rezept für dieses Risotto sieht: Kokosmilch und Vollkornreis… das ist doch nicht traditionell?! Ja, vermutlich nicht, aber lecker! Heimlicher Star und UNBEDINGT notwendig ist das Erbsenpüree. Ohne ist das Risotto recht langweilig, aber mit bekommt es genau den Kick, den das Gericht braucht.

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Überhaupt verwandelt die Liason mit Basilikum und Parmesan die unscheinbaren, langweiligen Erbsen in ein richtiges Highlight! Für mich die Entdeckung des Sommers und mal wieder die Bestätigung, dass Parmesan und Zitrone jedes Gericht aufwerten 🙂 Große Nachkochempfehlung also, egal, ob ihr das Gericht exakt nach Rezeptangabe macht oder die ein oder andere Abkürzung wie ich nehmt – meine Änderungen hab ich im Rezept vermerkt.

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Zutaten für 4 Personen:
2 Selleriestangen (ich: 2 kleine Zwiebeln), fein gehackt
5 Knoblauchzehen, zerdrückt (ich: nur 2)
350g Kurzkorn-Vollkornreis (ich: normaler Risottoreis)
1 Dose Kokosmilch (400ml)
2 EL Apfelessig
1,2l Gemüsebrühe
1 kräftiger Schluck Weißwein
Saft von 1 Zitrone (ich: 1/2)
2 kleine Zucchini, in Halbkreise geschnitten
300g TK-Erbsen, aufgetaut
ein paar frische Minzeblätter, grob gehackt (ich: näää, keine Minze!)
Öl, Salz, Pfeffer

Für das cremige Erbsenpüree:
200g TK-Erbsen, aufgetaut
Saft von 2 Zitronen (ich: 1/2)
20g frische Basilikumblätter
2 EL Nährhefe (ich: Parmesan)
70ml Olivenöl

Zubereitung:
Einen reichlichen Schuss Olivenöl in einen großen Topf mit Deckel geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Sellerie, (Zwiebel), Salz und Pfeffer zufügen und den Sellerie ungefähr 10min darin dünsten bis er weich ist. Nun den Knoblauch hineingeben und 1 weitere Minute andünsten, dann Reis zugeben, kurz mitbraten und mit dem Wein ablöschen. Dann Kokosmilch, Brühe, Apfelessig und Zitronensaft zugeben, kurz aufkochen lassen, dann den Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und den Reis 50min köcheln lassen bis er gar und das Wasser absorbiert ist. Immer wieder nachschauen und umrühren, gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen.
ICH habe das Risotto klassisch gemacht und schöpfkellenweise die Brühe (nur ca einen halben Liter) angegossen, das hängt davon ab, welchen Reis ihr verwendet. Packungsangaben beachten und davon die Kochzeit ableiten.

Nach 50min den Deckel abnehmen, die Zucchinistückchen unterrühren und das Risotto weitere 5min köchlen lassen. Die 300g aufgetauten Erbsen unterheben, erneut 5min köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.
Während Zucchini und Erbsen im Reis warm werden, das Erbsenpüree zubereiten. Einfach alle Zutaten in einen Mixer geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles cremig pürieren.
Entweder das Erbsenpüree unter das Risotto heben und mit Minze bestreut servieren ODER jedem individuell das Püree auf den Teller geben.

Quelle: Deliciously Ella mit Freunden (Ella Mills)

Nicht nur Grillbeilage: Knoblauchbrötchen

Insbesondere im Sommer wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, dass es Nachteile hat, nicht mehr zuhause zu wohnen. Einerseits ist es auf der Schwäbischen Alp in der Regel ein paar Grad kühler als in Mannheim, wo sich die Hitze in meiner Wohnung staut. Andererseits -und das ist viel, viel schlimmer- grillen meine Eltern gefühlt jeden einzelnen Tag im Sommer! Und ich hab nix davon 😦

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Ja, wir grillen auch im Winter, beziehungsweise der Papa stellt sich raus an den Grill während wir anderen aufs Essen warten, aber im Sommer, wenn man unterwegs ist und es überall nach Feuer und Grillgut duftet, vermiss ich es doch sehr, weiter weg zu wohnen. Wie gut, dass meine Eltern zur Zeit die Chance haben, das wieder gut zu machen -gleich am ersten Abend wurde der Grill angeworfen und die hungrige Tochter versorgt 🙂

Normalerweise ist dieses Focaccia DIE Standardbeilage schlechthin bei uns, wenn gegrillt wird. Aber vielleicht werden wir ja eines Tages dem überdrüssig und suchen was neues und dann bieten sich diese Knoblauchbrötchen an. Sie lassen sich gut vorbereiten, duften einfach herrlichst und jeder kann sich ein oder zwei oder drei Kugeln abzupfen. Ich muss zugeben, dass ich nur eine halbe Knoblauchzehe verwendet habe, dann aber feststellen musste, dass die gebackenen Brötchen gar nicht soooo extrem nach Knofi geschmeckt haben. Gefühlt hat die Zitrone und die Petersilie die Würze aufgegriffen und abgerundet. Sehr lecker!
Selbst wenn die Grillsaison für euch Anfang Oktober endet, schmecken die Brötchen auch sehr gut zu Suppe -alles schon für euch ausprobiert 🙂 Ich hoffe, ihr lasst es euch schmecken und grillt ordentlich bei dem tollen Wetter!
Habt ihr eine Standardbeilage für Grillabende? Oder gibt es hauptsächlich Fleisch? Ich freue mich über neue Ideen!

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Zutaten für 35 Stück:
800g Weizenmehl Type 550, plus Mehl zum Bestäuben
1 Päckchen Trockenhefe
1 EL Pflanzenöl
100g Semmelbrösel
Für die Knoblauchbutter
1 Knoblauchknolle (nicht nur eine Zehe 😉 )
500g weiche Butter
1 Bio-Zitrone
1 Bund glatte Petersilie
1 gestrichener TL Cayennepfeffer

Zubereitung:
Mehl, Hefe und 1 Tl Meersalz in eine große Schüssel füllen. In die Mitte eine Mulde drücken. Unter Rühren 550ml lauwarmes Wasser hineingießen, dabei von außen nach innen untermischen. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und 10min kneten bis er glatt und elastisch ist. In eine geölte Schüssel geben, mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Platz 1h gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Knoblauchbutter zubereiten. Den Knoblauch schälen und durch die Presse in die weiche Butter drücken. Die Schale von der Zitrone dazureiben, die Petersilie mitsamt den Stengeln fein hacken. Mit dem Cayennepfeffer und 1 Prise Salz mischen. ACHTUNG: für die Knoblauchbrötchen braucht ihr nur ein Viertel der Menge. Also entweder gleich weniger machen oder den Rest für andere Leckereien aufheben.

Eine große Aufflaufform (25x35cm) mit einem Drittel der Knoblauchbutter ausstreichen. Die Semmelbrösel hineinstreuen und durch Schwenken verteilen. Den Teig in 35 Portionen teilen. Jede zu einer Kugel formen und in die Form setzen -5 Reihen mit je 7 Kugeln wären ideal. Ein Drittel der Butter in Flöckchen in und zwischen die Kugeln geben. Den Teig 90min gehen lassen bis sich das Volumen erneut verdoppelt hat.

Den Backofen auf 190°C vorheizen. Die Kugeln mit etwas Salz bestreuen, dann auf der mittleren Schiene 30min backen bis sie schön gebräunt sind. Das letzte Drittel Butter in Flöckchen danach darauf verteilen und verstreichen, damit sie glänzen. Die Form auf den Tisch stellen und jeder kann sich so viel davon abreißen wie gewünscht 🙂

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Kochduett: Butter-Tomaten- Gnudi

Selbstgemachte Gnocchi sind der Hammer, nicht zu vergleichen mit dem gekauften Zeug aus dem Kühlregal. Letzte Woche entdeckte ich bei Susanne die wunderschönen Gnocchi alla Bismark und erinnerte mich daran, dass ich eigentlich schon läääängst diese Gnudi verbloggen wollte. Ja, so schön geformt wie ihre sind meine nicht. Schmecken tun sie trotzdem 🙂

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Zum ersten Mal gab es Ricotta-Gnocchi in Madrid -2012 bin ich für ein Jahr in die spanische Hauptstadt. Im Sinne des perfekten Timings hab ich mir einen Monat vor der Abreise noch nen Freund angelacht, der so oft wie möglich zu Besuch kam. Gefühlt war das immer noch zu selten, aber immerhin haben wir uns circa alle zwei Monate gesehen. Bei seinem letzten Besuch ging es dann auch nicht mehr primär um Sehenswürdigkeiten und wir nahmen uns auch ganz entspannt die Zeit um selbst zu kochen. Und so standen wir einen Mittag einträchtig in der Küche und rollten Gnocchi 🙂 Eine Tomatensauce dazu und fertig war der Genuss.

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Den Kerl hab ich immer noch an meiner Seite, Gnocchi wurden nicht nur bei dieser einen Gelegenheit gerollt -eine praktische und leckere Form von Paartherapie 😉 Neben der einfachen Ricottaversion kann ich mindestens ebenso die Kartoffelversion empfehlen. Wer das Kochbuch „Der Große Lafer“ hat, kann getrost alle Gnocchirezepte nachmachen. Eins besser als das andere, erprobt für euch im Kochduett!

Bei dieser Gnudiaktion stand ich zusammen mit meiner Mutter in der Küche: während ich die Gnudi kochte, schwenkte sie Tomaten in der Pfanne. Bitte achtet darauf, dass ihr die Gnudi wirklich nur 3min im Wasser lasst, ich hatte sie vor lauter Schwätzen n Tick zu lang drin. Und nicht wundern -die Dingerchen sind sehr sensibel, zergehen dafür aber auch auf der Zunge!
Welche Rezepte könnt ihr für ein Kochduett emfehlen? Es soll kein Duell sein, sondern gemeinsam verbrachte Zeit mit einem schmackhaften Ende.

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Lasst euch vom Namen nicht verwirren: Butter ist nämlich keine drin…darin werden die Gnudi lediglich gewendet bevor sie serviert werden 😉

Zutaten (für 5 Personen):
1kg Ricotta
100g Parmesan
frisch geriebene Muskatnuss nach Belieben
1 Packung Hartweizengrieß zum Bestreuen

Zum Servieren:
Butter
Basilikum
kleine Cocktailtomaten
Parmesan

Zubereitung:
Den Ricotta mit je einer Prise Meersalz und schwarzem Pfeffer in eine Schüssel geben. Den Parmesan und etwas Muskat dazureiben. Alles kräftig verrühren. Abschmecken -die Muskatnote sollte dezent sein. Ein großes Tablett mit reichlich Grieß bestreuen. Aus der Ricottamischung 3cm große Kugeln formen und diese im Grieß wenden, bis sie gut davon umhüllt sind. Der Teig sollte etwa 40 Gnudi ergeben. Das Tablett schwenken. Die Gnudi gut mit Grieß bedecken und für 8h, noch besser über Nach, in den Kühlschrank stellen -der Grieß entzieht den Gnudi Feuchtigkeit und sorgt für eine feine Hülle.
Die Kochzeit für die Gnudi beträgt nur 3min. Bitte nicht alle Gnudi auf einmal in einen Topf geben, sondern maximal 10-15, je nach Topfgröße. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und von der entsprechenden Menge Gnudi den überschüssigen Grieß abschütteln und ins Kochwasser geben. Die Hitze reduzieren.

Zum Servieren in einer Pfanne die Butter aufschäumen, beliebig viele Cocktailtomaten dazugeben und kurz braten. Die Gnudi direkt aus dem Topf in die Pfanne geben, einen Löffel Kochwasser hinzufügen. Sobald Butter und Wasser emulgiert sind, die Pfanne vom herd nehmen. Parmesan über die Gnudi reiben und in vorgewärmten Schalen servieren. Basilikum drüber, fertig!

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)