Superfood – Salat mit Quinoa, Grünkohl und Avocado

Über Weihnachten war ich bekanntermaßen ein paar Tage daheim; raus aus Mannheim und Karlsruhe – auf zum Fuß der Schwäbischen Alb. Eine Region, die wunderschön und (fast) immer einen Besuch wert ist, aber nicht gerade pulsierende Trendmetropolen zu bieten hat. Wer wissen will, was es für neue Trends in Sachen Ernährung gibt, schaut nach Berlin oder München. Das ist auch okay, nur vergesse ich das oft, weil ich dort schon lange nicht mehr lebe.

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Schon während meines Studiums in Tübingen war es kein Problem, Menschen zu finden, die dir alles über glutenfrei – vegane Rohkosternährung sagen konnten und die entsprechenden Bioläden gab es dort auch sehr häufig. Dann noch gut ausgestattete Marktstände am Nonnenmarkt und dem Nachkochen der neusten Trends stand nichts mehr im Weg! Auch in Karlsruhe und Mannheim wissen die Verkäufer sofort, wo Quinoa, Hanfsamen oder glutenfreie Gemüsechips zu finden sind, wenn man im Supermarkt vor lauter Regalen die Produkte nicht findet.

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So weit waren die Verkäuferinnen daheim noch nicht. Als ich zwischen den Jahren verzweifelt auf der Suche nach Quinoa für diesen Salat war, schauten die mich nur fragend an: „Kiwis?“ Nein, Quinoa – ein Pseudogetreide. „Pseudogetreide? Also Mehl und Nudeln haben wir da hinten… oder meinen Sie Hirse?“ Neee, nicht ganz, würde ich alternativ aber nehmen.

Im untersten Regalfach fand sich dann tatsächlich Quinoa. Dieses Erlebnis fand ich so herrlich, weil ich gefühlt in einer Blase lebe, in der Quinoa & Co. schon fast wieder out sind. Aber klar, man muss sich nicht für alles interessieren und alles mitmachen. Der Salat schmeckt gut – egal ob man Quinoa kennt und ihn aufgrund seiner Ökobilanz verdammt. Zusammen mit der Avocado. So ab und zu gönn ich mir diese Lebensmittel einfach und greif sonst auf weniger weitgereiste Lebensmittel zurück. Hauptsache, es schmeckt 🙂 Und nach den Feiertagen darf es ja ruhig mal etwas leichter zugehen (insbesondere, wenn es wie bei uns an dem Tag, Pizza zum Abendessen gibt!)

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Zutaten (für 2 als Hauptspeise, für mehr als Abendessen)
100g Grünkohl
3 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
1 Tl Dijonsenf
1 EL gehakte Petersilie
1 EL gehakter Dill
150g gekochter Quinoa (Packungsanleitung beachten)
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
Zum Servieren:
2 Eier
1 Avocado
Radieschen
Nuss – Samenmix

Zubereitung:
Die Grünkohlblätter von den Stängeln in mundgerechte Stücke zupfen. In einem Topf mit kochendem Wasser 3min blanchieren, abgießen und kurz kalt abspülen. Die Eier in kochendem Wasser 6-7min weich kochen.
Für die Salatsauce das Olivenöl, Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer und Zucker miteinander vermischen. Wer mehr Sauce mag, verdoppelt einfach die Menge. Dann den abgetropften Grünkohl mit den Kräutern, dem Quinoa und der Salatsauce mischen. In einer Schüssel (neudeutsch: BOWL!) mit Eiern, Avocado, Radieschen und Nüssen belegen. So einfach, so gut 🙂

Quelle: Die grüne Küche für jeden Tag (David Frenkiel / Luise Vindahl)

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Zitronen – Kokos – Energy Balls

Zu süß – zu trocken – zu wenig Nüsse – zu… ach neee danke, muss nicht sein! So ging es mir bisher immer, wenn ich mir Energy Balls gekauft hab. Zugegeben: oft war das noch nicht, aber die paar Versuche haben mir gereicht um zu wissen: es geht halt nichts über Selbstgemachtes!

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Energy Balls bestehen aus Trockenfrüchten, Nüssen und beliebigen anderen Zutaten wie Kakao oder Proteinpulver, die im Mixer püriert und dann zu Kugeln gerollt werden. Theoretisch sind die Variationsmöglichkeiten unendlich – wichtig ist nur, dass am Ende die Masse feucht genug ist um zusammenzuhalten. Praktisch allerdings finde ich diese Geschmackskombination am allerbesten: durch die Zitrone wird die Masse längst nicht so süß wie sonst oft, sondern man hat einen frischen Geschmack. Kokos geht bei mir sowieso immer und die recht geschmacksneutralen Cashews balancieren alles aus.

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Bitte glaubt nicht, dass nur weil die Dingerchen roh, vegan und glutenfrei sind, sie auch kalorienarm sind! Ihren Namen haben sie schließlich nicht umsonst: dank der Cashewkerne und der Datteln kriegt man wieder Kraft für die nächste Aufgaben. Ich mag die Engergy Balls auch deswegen so gern, weil die so schnell gemacht sind! Medjooldatteln bekomme ich hier in der Gegend nicht so gut, deswegen weiche ich dafür einfach die getrockneten Datteln ein – geht auch problemlos.

Uns haben die Kugeln im Sommer auf die Bergspitzen Südtirols begleitet – im Rucksack wurden die zwar dann mit der Zeit etwas platter, lecker waren sie immer noch! Das größte Kompliment kam überraschenderweise vom Liebsten: „ich mag zwar keinen Kokos, aber hierdrin schmeckt der gut!“ Also husch – husch nachmachen, damit die Energie für die beginnende Adventszeit nicht ausgeht 😉

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Zutaten für ca. 15 Engergyballs:
150g Cashewkerne
100g Datteln (oder 15 frische Medjooldatteln)
50g Kokosflocken
60ml Zitronensaft
Schale von einer unbehandelten Zitrone

Zubereitung:
Die getrockneten Datteln in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser übergießen und ca. 20min einweichen. Die Cashews portionsweise in einen hohen Rührbecher geben und kurz mit dem Stabmixer anpürieren, so dass ein sehr grobes Mehl entsteht. Wenn vereinzelt größere Cashewstücke bleiben, kein Problem. Wer einen Foodprocessor hat, kann die Cashews selbstverständlich auch darin zerkleinern. Das „Cashewmehl“ in eine Schüssel füllen.
Die Datteln abgießen und im Rührbecher glatt pürieren. Das Dattelpüree mit den Cashews, den Kokosflocken, dem Zitronensaft und der Zitronenschale vermischen. Einen Probeball zwischen den Händen rollen – hält alles zusammen? Wenn nein, noch ein paar Datteln pürieren und mit der Masse mischen.
Die Bällchen in Wunschgröße rollen – ich forme sie aus der Menge von einem Esslöffel. Die Energyballs im Kühlschrank lagern. Sie können aber auch problemlos ungekühlt mitgenommen werden und halten sich einen bis zwei Tage ohne Kühlung.

Quelle: Green Kitchen Travels (David Frenkiel & Luise Vindahl)

Anekdoten, die meiner Mutter peinlich sind… und ein Blumenkohlcurry

Vergangenes Wochenende war ich daheim – es war soooo schön! Viel zu wenig Zeit mit der lieben Familie, aber besser kurz als gar nicht! Im Vorfeld hatte ich mal wieder alte Blogartikel vom letzten Jahr durchgelesen, die mir mein Vater zusammen mit seinen tollen Fotos in ein Buch gedruckt hat. Dabei bin ich auch auf diesen Artikel gestoßen und hach, ich musste am Sonntag wiederfeststellen, wie gut die dort beschriebene Choreographie doch funktioniert. Einer meiner Lieblingsartikel auf dem Blog und sehr zu empfehlen um unsere Familiendynamik zu verstehen.

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Eine andere Eigenschaft verbunden mit der ein oder anderen Anekdote, die meiner Mutter fuuuuurchtbar peinlich sein wird, soll heute breitgetreten werden. Aber um es gleich voraus zu schicken: in dieser Hinsicht bin ich komplett wie meine Mutter! Es geht um das Einschätzen von Mengen! Ein kleiner Gendeffekt, der mütterlichseits seit mindestens zwei Generationen vererbt wird – meine Oma ist nämlich genau so drauf 🙂 Lasst mich die Anekdote vom vergangenen Sonntag erzählen:

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Es ist 11.45 Uhr, meine Mutter ist nach der Kirche sofort heimgesprungen um für 20 Personen zu kochen. Es soll Chili con Carne geben, dazu Reis und Baguette. Als Vorspeise einen Nachoteller und später dann vier verschiedene Kuchen. So weit, so normal. Das Chili köchelt, meine Schwester bereitet den Nachoteller zu, ich mache eine Guacamole und meine Mutter steht am Herd und rührt im Topf mit Reis.
ACHTUNG, es folgt ein Standardsatz, der zu JEDEM Fest dazu gehört: „Oje, Miriam guck mal… ich glaub, das ist zu wenig Reis!“ Wohlgemerkt, meine Mutter rührt in einem Topf, der 8 Liter fasst und bis knapp unter den Rand mit Reis und Wasser gefüllt ist. Wahlweise hört man bei einem Fest auch, dass es zu wenig Nudeln / Salat / Fleisch /… sind, es droht praktisch immer eine Nahrungsknappheit, wenn die Verwandten zu Besuch kommen.

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Am Sonntag grinste ich nur und meinte, dass das viel zu viel Reis sei und sie noch ewig Reisreste essen würd. Kleine Randnotiz zur Herdbelegung in der Küche: parallel zum Reis stand noch ein Topf Spaghetti auf dem Herd – die Bolognese war schon fertig, weil nun ja, man weiß ja nie, ob jemand kein Chili mag 🙂
12.30 Uhr, die Verwandten sind alle da, das große Essen beginnt und es kommt wie es kommen muss: es bleibt Reis übrig! Sehr viel! Und Chili auch – ein ganzer Topf (immerhin keine 8l, sondern „nur“ 2 Liter). Und Spaghetti Bolognese haben auch nur zwei Kinder gegessen. Tja, ich wusste es ja von Anfang an: zu viel Reis 🙂

Also, liebe Mama: hier ein Rezept zur Reisverwertung… Lass es dir schmecken und keine Sorgen, verhungern wird bei dir daheim niemand! Und wie gesagt: das muss dir nicht peinlich sein, es geht bestimmt noch mehr Leuten so 😉

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Zutaten für 4 Personen:
300g gekochter Basmatireis
1 EL Kokosöl
2 mittelgroße Schalotten, gehackt
400g Blumenkohlröschen, zerkrümelt
60g Chashewkerne (ich: deutlich mehr 😉
100g Kichererbsen aus der Dose, abgespült und abgetropft (ich: ca. 200g)
1 Handvoll Spinat
1 TL Currypulver
1/2 TL Kurkuma
1/4 TL Chiliflocken
2 Frühlingszwiebeln
175ml Kokosmilch (ich: ca. 250ml)
2 TL frisch gepresster Limettensaft
40g Rosinen
2 EL gehackte Minze (bei uns ohne)

Zubereitung:
Das Kokosöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Schalotten und Blumenkohl in der Pfanne mit Salz und Pfeffer würzen und 5min braten bis der Blumenkohl hellbraun ist.
Cashewkerne und Kichererbsen zugeben und 5min weiterbraten bis sie hellbraun sind. Currypulver, Kurkuma, Chiliflocken und Frühlingszwiebeln zugeben. Etwa 30sec rühren bis die Gewürze anfangen zu duften. Die Hitze reduzieren und gut die Hälfte der Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft, Rosen und noch etwas Salz zugeben.
Den Reis einarbeiten, dabei größere Klumpen mit einer Gabel zerdrücken. Die restliche Kokosmilch zugießen, Spinat und ggf. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit zusätzlicher Limette servieren.

Quelle: Vegetarisch mit Liebe. (Jeanine Donofrio)

Pfirsich-Himbeer-Frühstücksbrei

Frühstück fand ich schon immer toll – insbesondere, wenn man woanders war und dann mitkriegen durfte, wie es da morgens zugeht. Meiner Erfahrung nach verstecken sich die meisten Leute morgens nicht hinter ihrem Frühstück – unter der Woche als normal arbeitende Person ist das gar nicht möglich.

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Ich gehöre zwar zu der Fraktion, die morgens lieber eine halbe Stunde mehr einplant um entspannt in den Tag zu starten, die Losung zu lesen und eben zu frühstücken, aber nein, ich würde montags bis freitags nie auf die Idee kommen, meine Haferflocken zu schichten. Da wird alles einfach in ne Schüssel gekippt, Joghurt drüber, Obst dazu und nach dem Duschen wird das dann gelöffelt, fertig!

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Ganz ehrlich, ich bin erleichtert, dass meines Wissens in meinem Bekanntenkreis niemand morgens ein Instagramwürdiges Frühstück zaubert: keine Smoothiebowl, kein Avocadotoast – momentan ist es sowieso immer noch dunkel, wenn es das erste Essen des Tages gibt. Allein schon am Licht erkennt ihr, dass dieser Brei nicht am Morgen zubereitet wurde. Nein, der durfte als Nachmittagssnack ran.

Von den Zutaten her (ersetzt man die Chiasamen mit Leinsamen) könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass dieser Frühstücksbrei was für meine Oma wäre. Bei ihr hab ich nämlich „Hafersuppe“ zum Frühstück kennen und schätzen gelernt. Da hab ich auch das liebevoll servierte Ei links liegen lassen und wollte lieber das, was Opa da auch gelöffelt hat 🙂 Sehr das hier als eine fancy Version des guten, alten Haferbreis. Schmeckt gut und macht ordentlich was her – nur in meinem Fall halt nicht zum Frühstück, sondern nachmittags. Da durfte es dann (nur zu Dekozwecken natürlich) noch etwas Schokolade drüber geraspelt werden.

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Und bei euch so? Seid ihr Frühaufsteher oder nutzt ihr jede Minute morgens im Bett und lasst lieber das Frühstück ausfallen?

Zutaten (für 3-4 kleine Portionen):
1 Tasse Haferflocken
Saft von 1/2 Zitrone ODER 1 TL Apfelessig
2 EL Chiasamen
125ml Milch nach Wahl ODER Wasser
1 gefrorene Banane
1 Vanilleschote, Mark herausgekratzt

Für die Himbeer-Pfirsich-Wellen:
200g Himbeeren (TK-Beeren aufgetaut)
1 Pfirsich (kann auch durch einen Apfel ersetzt werden)
1 EL Ahornsirup

Zubereitung:
Die Haferflocken mit warmem Wassen und dem Zitronensaft oder Essig bedecken und über Nacht einweichen. Am nächsten Morgen abgießen und sehr gründlich abspülen. Im Mixer oder in der Küchenmaschine die Himbeeren, das entsteinte Pfirsichfruchtfleisch und den Ahornsirup zu einem flüssigen Püree verarbeiten. Etwa die Hälfte in eine Schüssel gießen und beiseitestellen.
Zu dem restlichen Püree im Mixer die abgetropften Haferflocken und alle anderen Zutaten hinzugeben und auf maximaler Stufe pürieren bis die Mischung glatt und cremig ist. Abschmecken und evt mit weiterem Ahornsirup nachsüßen.
Den Haferbrei in Schalen oder kleine Gläser füllen und das verbliebene Himbeer-Pfirsich-Püree nur grob unterziehen. Oder den Haferbrei und das Püree abwechselnd in Gläser schichten. Reste halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage.

Quelle: a modern way to cook (Anna Jones)

Warmer Brotsalat mit Tomaten

Es überrascht mich immer wieder, was man aus so einfachen Zutaten wie Brot und Tomaten machen kann. Tomaten im Hochsommer sind einfach eine Delikatesse – wenn man die Haut aufbeißt und das süße Fruchtfleisch im Mund zerplatzt, fantastisch! Da braucht es nicht viel, um das noch besser zu machen.

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Im Gegenteil: oft überdeckt ein „Mehr“ an Zutaten den eigentlichen puren Geschmack und macht es zu einer recht undefinierbaren Masse. Das passiert bei diesem warmen Brotsalat garantiert nicht! Ein ideales Gericht um altbackenes Brot zu verwenden, denn kaum ist es knusprig gebacken und mit Knofi liiert, greift jeder wieder gern zu. Diese wunderbare Tomatenvielfalt, die ihr hier auf den Bildern seht, stammt komplett aus dem Garten meiner Eltern! Immer noch werden die Tomaten reif und man pflückt frisch zum Abendessen oder zum Snack zwischendurch eine Portion 🙂

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Im Vergleich zu anderen Rezepten, die noch aus „I love NY“ kommen werden, fand ich dies sehr kurz und einfach. In der Kürze liegt die Würze… jaaaa, aber so ein, zwei Sätze mehr hätte ich mir doch gewünscht. Denn wenn man die Tomaten zum Brot in die Pfanne schmeißt, wird das sofort lätschig, verliert die Knusprigkeit, die den Salat spannend macht. Deswegen hab ich mich dazu entschlossen (und auch so für euch in den Zubereitungsschritten notiert), die Brotwürfel rauszunehmen, wenn die Zwiebel und kurz drauf die Tomaten angedünstet werden. Ansonten fand ich das Rezept aber wunderbar sommerlich und lege es auch wärmstens ans Herz um noch die letzten Sommerperlen zu essen bevor der Kürbiskonsum ins Exorbitante steigt 😉

PS: man beachte Mama und Papa, die sich im Salatbesteck spiegeln und hungrig darauf warten, dass endlich gegessen werden kann, hehe!

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Zutaten für 4 Personen:
120ml Olivenöl
6 Knoblauchzehen, leicht zerquetscht, aber noch ganz
8-12 Scheiben Baguette, grob gewürfelt
1 große rote Zwiebel, grob gewürfelt
1,2 kg Tomaten, grob gewürfelt
3 EL Rotweinessig
1 Bund Basilikum, Blätter abgezupft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Olivenöl bei mittlerer bis starker Hitze in einer großen Sauteuse erhitzen. Den Knoblauch 1-2min darin andünsten bis er gut duftet. Die Baguettewürfel hinzufügen und 4-5min goldbraun braten. Dann die Brotwürfel aus der Pfanne nehmen, die Hitze auf mittel bis schwach reduzieren. Evt noch einen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben, die Zwiebel dazugeben und 1min dünsten, dann die Hälfte der Tomaten hinzufügen, 1-2min andünsten. Den Essig angießen und vom Herd nehmen.
Die abgezupften Basilikumblätter und die verbliebenen Tomaten hinzufügen, mit den Brotwürfeln vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Sommertage mit Erbsen-Zucchini-Risotto

Sommer ist anscheinend nicht nur dann, wenn es regnet (seit langem mal wieder – keine Beschwerden bitte, besseres Wetter ist schon wieder in Sicht), alle Schüler frei haben und die besten Bücher aus der Bücherei ausgeliehen sind, sondern Sommer ist auch dann, wenn auf allen Blogs die Zucchinischwemme beschworen wird 🙂 Ich hab natürlich schon brav mitgemacht und mich gefragt, wie viele Kilo Zucchini mich im elterlichen Garten erwarten.

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Tja, von wegen! Die Zucchini wachsen zwar brav, aber meine Mutter „leidet“ unter einen Bohnenflut! Kiloweise hat sie schon verarbeitet und mich bei meiner Abreise natürlich auch eingedeckt. Aber nun gut, ich hatte in mehr oder weniger weiser Vorraussicht Zucchinirezepte gesucht… Zum Glück versteckten sich unter den rießigen Blättern noch zwei Früchtchen, die gartenfrisch für das Risotto verwendet werden konnten.

Ich glaube, jeder Italiener würde entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn er das Rezept für dieses Risotto sieht: Kokosmilch und Vollkornreis… das ist doch nicht traditionell?! Ja, vermutlich nicht, aber lecker! Heimlicher Star und UNBEDINGT notwendig ist das Erbsenpüree. Ohne ist das Risotto recht langweilig, aber mit bekommt es genau den Kick, den das Gericht braucht.

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Überhaupt verwandelt die Liason mit Basilikum und Parmesan die unscheinbaren, langweiligen Erbsen in ein richtiges Highlight! Für mich die Entdeckung des Sommers und mal wieder die Bestätigung, dass Parmesan und Zitrone jedes Gericht aufwerten 🙂 Große Nachkochempfehlung also, egal, ob ihr das Gericht exakt nach Rezeptangabe macht oder die ein oder andere Abkürzung wie ich nehmt – meine Änderungen hab ich im Rezept vermerkt.

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Zutaten für 4 Personen:
2 Selleriestangen (ich: 2 kleine Zwiebeln), fein gehackt
5 Knoblauchzehen, zerdrückt (ich: nur 2)
350g Kurzkorn-Vollkornreis (ich: normaler Risottoreis)
1 Dose Kokosmilch (400ml)
2 EL Apfelessig
1,2l Gemüsebrühe
1 kräftiger Schluck Weißwein
Saft von 1 Zitrone (ich: 1/2)
2 kleine Zucchini, in Halbkreise geschnitten
300g TK-Erbsen, aufgetaut
ein paar frische Minzeblätter, grob gehackt (ich: näää, keine Minze!)
Öl, Salz, Pfeffer

Für das cremige Erbsenpüree:
200g TK-Erbsen, aufgetaut
Saft von 2 Zitronen (ich: 1/2)
20g frische Basilikumblätter
2 EL Nährhefe (ich: Parmesan)
70ml Olivenöl

Zubereitung:
Einen reichlichen Schuss Olivenöl in einen großen Topf mit Deckel geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Sellerie, (Zwiebel), Salz und Pfeffer zufügen und den Sellerie ungefähr 10min darin dünsten bis er weich ist. Nun den Knoblauch hineingeben und 1 weitere Minute andünsten, dann Reis zugeben, kurz mitbraten und mit dem Wein ablöschen. Dann Kokosmilch, Brühe, Apfelessig und Zitronensaft zugeben, kurz aufkochen lassen, dann den Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und den Reis 50min köcheln lassen bis er gar und das Wasser absorbiert ist. Immer wieder nachschauen und umrühren, gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen.
ICH habe das Risotto klassisch gemacht und schöpfkellenweise die Brühe (nur ca einen halben Liter) angegossen, das hängt davon ab, welchen Reis ihr verwendet. Packungsangaben beachten und davon die Kochzeit ableiten.

Nach 50min den Deckel abnehmen, die Zucchinistückchen unterrühren und das Risotto weitere 5min köchlen lassen. Die 300g aufgetauten Erbsen unterheben, erneut 5min köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.
Während Zucchini und Erbsen im Reis warm werden, das Erbsenpüree zubereiten. Einfach alle Zutaten in einen Mixer geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles cremig pürieren.
Entweder das Erbsenpüree unter das Risotto heben und mit Minze bestreut servieren ODER jedem individuell das Püree auf den Teller geben.

Quelle: Deliciously Ella mit Freunden (Ella Mills)

Berry-Berry-Lady: Waldbeeren-Semifreddo

Ich stehe mitten in einer Brombeerhecke, schwitze bei über 30°C und verfluche die Dornen, die mich trotz langer Hose in die Beine kratzen. Zu etwas langärmligen konnte ich mich nicht überwinden und so kriegen meine Arme nicht nur Dornen, sondern auch diverse Brennnesseln zu spüren. Meine Schuhe werden später ein paar Gras- und Beerenflecken mehr haben und meine roten Finger fallen am nächsten Tag noch einer Kollegin auf.

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Innerhalb von einer dreiviertel Stunde ist meine mitgebrachte Tupper randvoll, über ein Kilo Brombeeren hatte ich in kürzester Zeit zusammen. Ich staune über diesen Überfluss, über diese Fülle an Beeren, die im Gestrüpp leuchten und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Was für ein Reichtum in der Natur, der ohne jedes Zutun wächst und gedeiht! Niemand beschneidet diese Hecken, kämpft gegen Unkraut oder gießt die Sträucher bei Hitze. Und trotzdem gibt es so viele Beeren… In Gedanken reise ich zurück in meine Kindheit. Die Urlaube verbrachten wir in einem Ferienhäusle ohne fließendes Wasser und stromerten jeden Tag durch die Wälder. In einem Sommer gab es so viele Blaubeeren, dass meine Mutter spontan noch einmal heimfuhr und alles an leeren Gläser holte um Marmelade zu kochen.

 

Mit dem ersten Kilo Brombeeren tue ich es ihr gleich. Aber bei diesem einen Mal pflücken konnte ich es nicht belassen! Ein anderes Mal serviere ich Freunden Crostini mit Ziegenfrischkäse und marinierten Brombeeren (wow!) und daheim stelle ich dieses Semifreddo her. Die Zutaten sind echter Luxus und regional sind vermutlich nur die Beeren, aber uiuiuiui, die Salzkaramellschicht ist ein Traum! Sooo cremig, leicht salzig, herrlich!
Ich muss zugeben, mit der Smoothieschicht bin ich nicht ganz zufrieden. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Schichten sehr fest und lässt sich schwer schneiden. Wer eine Eismaschine hat, kann auch ein Beerensorbet herstellen und dieses dann oben drauf streichen. Alternativ könnte man auch ein (sehr gutes, ohne Zusatzstoffe!) Beerensorbet kaufen und statt des Smoothies in die Form drücken.

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Aber ansonsten ist das einfach ein luxuriöses Semifreddo! Macht optisch ordentlich was her und immerhin ein paar Brombeeren wurde ich damit los 🙂 Habt ihr Beeren im Garten oder sucht ihr auch in Wald und Wiesen danach?

Für den Boden:
10-12 Dattel, entsteint
1 EL natives Kokosöl
125 naturbelassene Sonnenblumenkerne
2 EL Kakaopulver
1 Prise Meersalz

Für die Salzkaramellschicht:
10-15 Datteln, entsteint
125ml Wasser
80ml natives Kokosöl
60g weißes Tahini (ich: Cashewmus)
2-3 Prisen Meersalz

Für die Beeren-Smoothie-Schicht
2 reife Bananen, geschält und grob zerkleinert
150g naturbelassene Cashewkerne, über Nacht eingeweicht
150g frische, reife Brombeeren
150g frische, reife Himbeeren
4EL Zitronensaft
2-4 EL Wasser
2 EL Ahornsirup

Für das Beerenherzstück:
5 Brombeeren
12 Himbeeren

Zubereitung:
Eine 10x20cm große Kastenform mit Backpapier auslegen (meine war etwas größer, war kein Problem). Für den Boden die Datteln und das Öl in einen Mixer geben und alles zu einer klebrigen Masse pürieren. Die Kerne, den Kakao und das Salz zugeben und erneut mixen bis die Mischung groben Brotkrümeln ähnelt und auf Druck zusammenhält. Eventuell müssen für die richtige Konsistenz noch weitere Datteln zugegeben werden. Die Masse in die Form geben und gleichmäßig verteilen und festdrücken. Im Gefrierschrank ruhen lassen und die Salzkaramellschicht zubereiten.

Dafür alle Zutaten in den Mixer geben und auf hoher Stufe zu einem feinen Smoothie pürieren. Dann abschmecken und gegebenenfalls zum Nachsüßen einige Datteln oder zum Nachsalzen etwas Meersalz zugeben. Die Kastenform aus dem Gefrierschrank nehmen und die Salzkaramellschicht gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Zurück in die Gefriere und den Beerensmoothie zubereiten.

Den Rührbecher des Mixers gründlich spülen. Alle Zutaten für den Beerensmoothie in den Mixer geben und auf hoher Stufe gründlich pürieren. Gegebenfalls noch etwas Wasser hinzufügen. Die Kastenform aus der Gefriere nehmen und für das Beerenherz die Him-und Brombeeren in die Mitte der Salzkaramellschicht legen. Den Beerensmoothie vorsichtig darübergießen und glatt streichen. Durch leichtes Schlagen der Form auf die Arbeitsfläche sämtliche Luftblasen entfernen.
Mindestens 4h oder über Nacht gefrieren lassen. Vor dem Servieren 30min antauen lassen und nach Belieben dekorieren. Ein scharfes Wasser in heißem Wasser erwärmen und damit Scheiben vom Beeren-Semifreddo abschneiden.

Quelle: Die grüne Küche. Smoothies & Co. (David Frenkiel und Luise Vindahl)