Lesefutter: Dip-Trio

Wenn ich mir dieses Jahr anschaue, ist eines definitiv zu kurz gekommen: LESEN! Ich war schon immer jemand, die ihre Nase in Bücher gesteckt hat. Es gab Zeiten, da sind wir wöchentlich in die Stadtbücherei um neues Lesefutter zu besorgen -wirklich, ich kann euch nur empfehlen, eure lokale Stadtbücherei zu besuchen und mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen! Oft kosten die Ausweise nicht mal 20€ im Jahr und das rentiert sich wirklich. Denn seien wir ehrlich: wie oft nehmen wir einen einmal gelesenen Roman tatsächlich nochmal in die Hand und lesen ihn durch? Ja, solche Bücher gibt es und die lohnt es sich wirklich daheim zu haben, aber die meisten Bücher werden vielleicht noch Freunden ausgeliehen bevor sie dann hauptsächlich rumstehen und verstauben.

Falls ihr euch nicht gleich binden wollt: es gibt auch Schnupperausweise und viele Büchereien bieten heute sogar E-Books an. Dazu gibt es oft noch tolle Programme. In Balingen beispielsweise hab ich gesehen, findet ein Vorlesenachmittag mit einem Handballer der Nationalmannschaft statt. Wenn dadurch Kinder und Jugendliche zum Lesen animiert werden, klasse! Ja, ich singe heute ein lautes Loblied auf die Büchereien und hoffe, dass die weiter erhalten werden. Eine meiner besten Entscheidungen nach dem Examen war es, mir einen Ausweis für die Bücherei ausstellen zu lassen. Endlich kann ich meine Lesesucht wieder befriedigen 🙂

2016-11-16_dreierlei-dip-4

Auch Kochbücher gibt es zum Ausleihen -großes Lob hier an die Karlsruher Bücherei, die wirklich eine tolle Auswahl hat. Ich gebe zu: für mich lohnt es sich durchaus, das ein oder andere Kochbuch zu kaufen so oft wie die zum Einsatz kommen. Für alle reicht natürlich mein Budget nicht und da kann ich ja zumindest mal Probe-Besitzerin sein 😉 Im besten Fall gibt es dann Lesefutter im wahrsten Sinne des Wortes. Momentan hab ich „Deutsche Küche neu entdeckt“ von Matthias Mangold ausgeliehen, ein sehr ansprechendes Buch, aus dem der Ziegenkäse-Aprikosen-Dip ist.

2016-11-16_dreierlei-dip-2-text

Die Dip-Platte war ein spontanes Abendessensprodukt: ich wollte nicht wieder Salat, hatte den Kürbiskerndip entdeckt, meine Schwester hatte Lust auf Hummus, ein Ziegenfrischkäse stand noch im Kühlschrank und getrocknete Aprikosen finden sich sowieso immer in Mamas Vorratskammer. Ein bisschen frisches Gemüse gekauft, die teuren Gemüsechips mussten auch mit. Die kleine Schwester zum Schnippeln angestellt, den Mixer immer wieder angeworfen und fertig! Ein Essen, das man nicht formal und chic isst, sondern versucht, sich möglichst viel Dip auf die Karotte zu löffeln. Entspannt und herzhaft, ein tolles Futter nach all dem Lesen 🙂

Habt ihr Lesetipps für mich? Irgendein Buch, das euch gefällt? Bitte nichts Gruseliges oder mit Ritualmorden -dafür bin ich zu empfindlich! Aber ansonsten nur her mit eurem Lesefutter!!!!

2016-11-16_dreierlei-dip-6

Rezept für den Hummus:
1 Dose Kichererbsen
2 EL Tahini (oder ein anderes Nussmus, ich mag Tahin nicht)
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
wer mag: Knoblauch, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen, mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben und glatt pürieren. Kräftig abschmecken.

Rezept für den Kürbiskern-Dip:
160g Kürbiskerne
4-5 EL Olivenöl
1 El Tahini (ich: Cashewmus)
4-5 EL Zitronensaft
125ml Wasser
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, damit sie ihr nussiges Aroma entfalten. Mit Öl, Tahini, Zitronensaft, Wasser, Petersilie, Salz und Pfeffer in einem Blitzhacker oder Mixer geben und 1-2min zu einer dicken Paste verarbeiten. Mit etwas zusätzlichem Öl bestreuen. Quelle: life in balance (Donna Hay)

Rezept für den Ziegenkäse-Aprikose-Dip:
200g Ziegenfrischkäse
4-5 EL Sahne
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
4-5 getrocknete Aprikosen
1/2 Bio-Orange (weg gelassen)
1 EL Honig
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Ziegenfrischkäse in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, Sahne unterrühren, sodass eine geschmeidige Paste entsteht. Schalotte und Knoblauch schälen und sehr fein würfeln. Die Aprikose sehr fein hacken. Orange waschen, mit einem Zestenreißer die Schale abziehen und fein hacken. Alles mit dem Honig und etwas Salz vermischen. Nach Geschmack noch Kräuter unterrühren.
Quelle: Deutsche Küche neu entdeckt (M.Mangold)

 

Gedächtnisleistung: Crostini mit Bohnenpaste und Paprika

Zuerst einmal vielen Dank für all eure lieben Kommentare zum letzten Rezept, sei es jetzt bezüglich des Foccacias selbst oder einfach nur, um mir einen schönen Urlaub zu wünschen. Ich hab mich sehr darüber gefreut, heimzukommen, online zu gehen und dann erstmal so viele Kommentare beantworten zu dürfen 🙂 Der Urlaub ist leider schon wieder vorbei, es war eine tolle Zeit in Südtirol mit vielen, vielen Höhenmetern, die wir bei Wanderungen bewältigt haben, leckerem Essen, dem ein oder anderen Gläsle Wein und viel Sonne.

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-1

Schönes Wetter gab es auch als ich nach dem schriftlichen Examen mich für ein paar Tage daheim habe umsorgen lassen. Zumindest an einem Abend haben wir beschlossen, auf den Plettenberg zu fahren, dort auf dem Grillplatz was zu essen und dann Sternschnuppen zu gucken. Für diese Gelegenheit wollte ich ein paar Crostini machen nach dem Rezept aus Stevan Pauls „Auf die Hand“. Die Brotscheiben mit Bohnenpaste und Paprika hatte ich schon so lange vorgenommen zu machen, aber dann ausgerechnet lag das Kochbuch in Tübingen. Was Rezepte angeht, musste ich aber beim Durchlesen des Originals feststellen, besitzt mein Gehirn eine ausgesprochen gute Geächtnisleistung: zwar hab ich nicht an Bohnenkraut gedacht, aber die Bohnenpaste hatte ich so exakt gemacht wie im Rezept angegeben. Pinienkerne gab es keine daheim und jaaaa, die fruchtige Komponente für den Belag hab ich vergessen.

Wahrscheinlich wären die Cranberries noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen, aber auch so waren die Crostinis an einem Sommerabend ideal um die Wartezeit auf die Würstle zu überbrücken 😉 Paprika hat momentan auch Saison und -vorausgesetzt man verwendet nicht Importware vom anderen Ende der Welt- bringt auch eine gewisse Süße mit, die einfach lecker ist! Dass die Schoten allerdings in der Pfanne geschmort werden, das hatte ich auch nicht mehr gewusst. Im Backofen sind die auch gut geworden und durften dann noch schön in einer Tupper marinieren bis sie ihren Auftritt hatten und von meiner Schwester so wunderschön auf die Brotscheiben drapiert wurden.

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-6

Wo beweist ihr denn ein Elefantengedächtnis? Auch bei Rezepte? Ich glaube, bei mir liegt das definitiv in der Familie: zumindest von meiner Oma und meiner Mutter kann ich bezeugen, dass sie Rezepte mit Mengenangaben herunterbeten können. Der Freund hingegen kann auch noch nach Jahren aufzählen, auf welche Berggipfel er hochgewandert ist und mein Bruder kann sich den Inhalt jeder Serie oder Film behalten. Hach, solch eine Gedächtnisleistung für den Lernstoff und das Examen wäre ein Klacks 😀

Zutaten (für 4-6 Portionen):
1 Dose weiße Bohnen (425g EW)
2 Zweige Bohnenkraut (oder 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut)
1 kleine Knoblauchzehe
2-4 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz
2 EL Pinienkerne (ich: Sonnenblumenkerne)
2 EL getrocknete Cranberrys/Rosinen oder Sultaninen (ich: weggelassen)
3 rote Paprika
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Honig (ich: Prise Zucker)
1 Ciabattabrot
Olivenöl, einige Blättchen Basilikum

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-4

Für die Bohnenpaste: Bohnen abgießen und in einem Sieb kalt abspülen. Im Mixer mit Bohnenkraut, Knoblauch, Zitronensaft und 2 ELOlivenöl pürieren. Mit Salz würzen.
Für die geschmorten Paprika: Pinienkerne ich einer Pfanne ohne Fett rösten. Herausnehmen und beiseitestellen. Cranberrys grob hacken. Paprika mit einem Sparschäler schälen, halbieren, entkernen und in 1cm breite Streifen schneiden. 4 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Streifen zugeben, salzen und unter Rühren 12-15min bei milder Hitze weich schmoren. Cranberrys die letzten 5min mitschmoren. Pinienkerne und Honig unterrühren und das Gemüse mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig würzen.

ICH habe die Paprika halbiert und bei ca. 180°C im Ofen ca. 25min (?) gebacken, dann gehäutet und in Streifen geschnitten, mit Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker mariniert. Sonnenblumenkerne drüber, alles in ne Tupper und ab zum Picknick!
Für die Crostini: Ciabatta in Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und auf einem Blech im Ofen unter dem Grill in wenigen Minuten hellbraun rösten (oder: über dem offenen Feuer knusprig backen). Die Brotscheiben mit Bohnenpaste bestreichen, Paprikagemüse darauf und evt mit Basilikum bestreut servieren.

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Fast wie das Original: Vegane Kokospralinen

Das verwendete Kokosmus wurde mir im Rahmen der nu3-Insiderbox kosten-und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Ihr alle kennt doch die Kokospraline, die in der Werbung weiße Strände und ewigen Urlaub verspricht. Oder die Haselnusspraline, die man guten Freunden gibt. Oder die andere Praline, die irgendwie mit Luxus in Verbindung gebracht wird.
Alle haben eins gemeinsam: unter der leckeren Hülle steckt eine Nuss oder Mandel. Und das mag ich gar nicht! Das stört meiner Meinung nach den Gesamtgeschmack.

2016.07.04_Kokosbällchen-5

Vor kurzem hat eine Freundin einen Witz erzählt, den ich versuche, so gut wie möglich wiederzugeben -im Witze erzählen und merken bin ich nicht sonderlich gut. Also achtung:
Eine alte Frau fährt Tag für Tag mit dem Bus in die Stadt. Eines Tages fragt sie den Busfahrer, ob er denn Haselnüsse möge. Dieser bejaht und bekommt von der Frau eine Handvoll geschälte, glatte Nüsse gereicht. Von nun an bekommt er immer, wenn die alte Frau den Bus nimmt, eine Handvoll Nüsse gereicht. Nach einer Weile fragt der Busfahrer neugierig nach, woher sie denn immer die Nüsse habe. Darauf die Frau: „Wissen Sie, meine Lieblingsschokolade ist die mit ganzen Nüssen. Aber mit meinen Zähnen kann ich die Nüsse einfach nicht mehr essen.“

2016.07.04_Kokosbällchen-4

So oder so ähnlich war der Witz. Kapiert? Sie lutscht die Schokolade um die Nüsse weg und dann… nun ja, eeeegal! Comedian werde ich in diesem Leben nicht mehr 😀 Was ich damit sagen will, ist, dass ich es eine Zeitlang genau so gemacht habe bei den oben genannten Pralinen: vorsichtig die Hülle aufgebissen, die Creme rausgeschleckt und die Mandel dann schön zur Seite gelegt. Das ging so lange gut bis ich die bösen Blicke meiner Mutter nicht mehr ertragen konnte 😉
Als ich nun das Kokosmus probierte, stellte ich fest, dass es ziemlich genau an den Geschmack von Raffaelo rankommt und wollte somit endlich eine Praline ganz nach meinem Geschmack herstellen. Bitteschön! Ohne Mandel, einfach nur leckerer Kokosgeschmack!

2016.07.04_Kokosbällchen-6

Zutaten für ca. 30 kleine Pralinen:
4 EL Kokosmus
2 EL Kokosöl
2 EL Mandelmus (Cashewmus ist vermutlich noch etwas besser)
2 EL Kokosraspeln
1 EL Agavensirup
Zum Wälzen: 2 El Kokosraspeln

Zubereitung:
Alle oben genannten Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen. Das Kokosöl und das Kokosmus sollten dafür relativ weich sein, was bei den sommerlichen Temperaturen ja sowieso kein Problem sein sollte. Die Masse abschmecken und falls es euch nicht süß genug ist, noch etwas Agavensirup hinzufügen.
Die Masse für ca. 15min in den Kühlschrank stellen und fester werden lassen, damit sich die Kugeln besser formen lassen. Dann mit einem einem Teelöffel Masse abstechen und zu kleinen Kugeln rollen. Diese dann noch in den übrigen 2 EL Kokosraspeln wälzen und in den Kühlschrank stellen und aufbewahren. Bei Zimmertemperatur verlieren die Pralinen ihre Form.

Quelle: Leicht adaptiert von hier und hier.

Bleibt alles anders?: Kirsch-Basilikum-Bruschetta

Für die einen kann es nicht genügend Veränderung geben, dem anderen macht jeder Wechsel Angst. Bei mir persönlich stehen dieses Jahr (hoffentlich) noch größere Änderungen an, aber auch wenn ich von mir als Einzelperson wegschaue, sind in den letzten Tagen nur zu sehr Veränderungen auf politischer Ebene diskutiert worden. Was für den Einzelnen nur ein Kreuzchen im einen oder anderen Kästchen war, macht sich nun in der Summe bemerkbar.

Nein, das soll kein politisches Statement werden. Der „Brexit“ war lediglich sehr präsent. Als ich vor kurzem mit einer Freundin über ihre Arbeit sprach und sie nach ihrer alltäglichen Routine fragte, lachte sie nur und sagte, dass es jeden Tag so anders sei und sie sich zwar Aufgaben vornähme, aber oft hauptsächlich damit beschäftigt sei auf ständig neue Anfragen zu reagieren. Neues und Veränderung gehören maßgeblich zu ihrem Alltag.

2016.06.15_Bruschetta-6

Kommt bei all dem, was da auf mich einströmt, Angst auf? Manchmal. Bei all den Statements der letzten Tage stach Norbert Lammert angenehm hervor, der bei einer Sondersitzung gelassen meinte, dass die Sonne trotz Brexit wieder aufgegangen sei. Wenn bei mir da Angst und Sorgen aufkommen, dann halte ich mich daran fest, was ich glaube und an die Menschen, die all diese Jahre schon treu an meiner Seite stehen. Alles bleibt anders? Zumindest kann ich das für veile wertvolle Wegbegleiter beneinen, mit denen ich trotz sich ändernder Umstände immer noch in Kontakt bin.

2016.06.15_Bruschetta-5

Ebenso wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, kommt durch den Wechsel der Jahreszeiten wieder Abwechslung auf den Teller. Diese Art von Veränderung macht doch jedem Foodie Freude, oder? Hat gerade jeder noch für Spargel und das erste zarte Grün geschwärmt, so jubeln jetzt alle über reife Beeren. Und ich zeige euch heute eine Kombination von süßen Früchten, die sich ganz hervorragend als herzhafter Belag auf Bruschetta machen. Auch so eine Verbindung, die sich über Jahre bewährt hat 🙂

2016.06.15_Bruschetta-3

Zutaten (für 6 als Vorspeise)
400g Erdbeeren
250g Kirschen
Basilikum (Menge nach Geschmack, mind. Blätter von 3 Stängeln)
1 rote Zwiebel
4 TL weißer Balsamicoessig
2 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
1 frisches Baguette
optional: Balsamicocreme

(ich hoffe, die Angaben stimmen einigermaßen. Aber das genaue Verhältnis von Erdbeeren und Kirschen ist relativ egal und kann nach eigenem Geschmack und Vorrat angepasst werden)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kirschen waschen, entsteinen und in kleine Würfel schneiden. Die Erdbeeren waschen und ebenfalls klein schneiden. Den Basilikum hacken. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Kirschen, Erdbeeren, Zwiebel und Basilikum mit Essig und Öl mischen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Das Baguette in Scheiben schneiden und auf ein Backblech geben. 5-7min im Ofen knusprig backen.
Die Baguettescheiben auf eine Servierplatte geben und den Kirsch-Basilikum-Belag darauf häufen. Nach Geschmack mit Balsamicocreme beträufeln oder auch noch mit zusätzlichem Basilikum garnieren. So oder so, einfach lecker!

Quelle: The Oh she glows Cookbook (Angela Liddon)

Rettungsaktion: 3-Minuten-Vielfaltbrot

Im Hintergrund klimpert leise ein Klavier, unwillkürlich hört man diesen harmonischen Klängen zu, eine sanfte Frauenstimme fragt nach, woran man denn gutes Brot erkennen würde. Alles klingt gut und man sieht schon eine knusprige Krume vor sich bis plötzlich diese Idylle von einer Männerstimme unterbrochen wird, die als Erkennungszeichen für gutes Brot den Preis nennt und auf einen Discounter hinweist, bei dem laut Werbung alle Kriterien nur zu gut erfüllt sind.

2016.06.17_Nussbrot-11

Wer dann aber im Laden steht und nicht nur einfach einpackt was geht, sondern einen Blick auf die Zutatenliste wirft, wird schnell merken, dass Brot heute scheinbar nicht mehr nur aus Mehl, Waser, Salz und Hefe besteht, sondern sich neben Körnern auch diverse E-Nummern und Inhaltsstoffe finden, die im normalen Haushalt nicht neben den eben genannten Zutaten im Regal stehen. Höchste Zeit also mal Brot und Brötchen zu retten! Genau darum geht es heute bei „Wir retten, was zu retten ist“. Ich will die Gelegenheit nutzen um mal mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen, die es rund ums Brot backen gibt.

2016.06.17_Nussbrot-13

  1. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber ich habe ja keine Küchenmaschine“. Hab ich auch nicht! Ich habe zwei Hände, ein sehr billiges Rührgerät und eine Küchenwaage, die beide schon etwas älter sind. In der Schüssel zum Teigmischen wird regelmäßig Salat zubereitet. Merke: man braucht keine Profiausstattung!
  2. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber ich hab keine Zeit“. Haben wir doch alle nicht. Für das Rezept hier brauchst du maximal 13min: 10 min um die Nüsse zu hacken, 3min den Teig kneten und während das Brot eine Stunde im Backofen bäckt, kann man selber ein Fußballspiel gucken, fürs Examen lernen oder sonst was tun.
  3. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber braucht man dafür nicht Sauerteig oder so?“ Ja, manche Rezepte funktionieren so. Das hier nicht. Vor Sauerteig hab ich mich bisher auch gedrückt, vor allem, weil ich nicht so viel Brot esse. Hier wird lediglich ein Päckchen Trockenhefe benötigt.
  4. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber das ist doch sooo altmodisch!“ Ja, so ein Laib Brot mag unspektakulär erscheinen, aber glaub mir, der Duft vom frischen Brot lockt jeden an. Hat man erstmal einen Biss genommen, kriegt man gar nicht genug. An meinem Geburtstag hab ich ein „Schnittchenbuffet“ gemacht, bei dem sich jeder sein Brot so belegen durfte, wie er wollte. Kam super an! Das gute alte Abendbrot ist einfach ein heiß geliebter Klassiker! Allein schon mit Butter und etwas Salz ist das eine Spezialität! Da werden Kindheitserinnerungen ans Abendbrot in Familienrunde wach, was keine stylishe Smoothiebowl der Welt schaffen kann 😉

2016.06.17_Nussbrot-21

Es gibt also eigentlich gar keinen Grund, sein Brot nicht selber zu backen! Oder welche Ausreden fallen euch noch ein? Wer keine Lust auf ein festes Körnerbrot hat, sondern lieber ein luftig-leichtes Gebäckstück will, der wird bestimmt bei den vielen Mitrettern fündig. So eine Vielfalt!!!

https://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117

Paprika meets Kardamon: Naan aus der Pfanne

Brittas Kochbuch: Fast no-knead Sauerteigbrot aus dem Topf

Magentratzerl: Pletzl

Giftige Blonde: Bierbrot

Summsis Hobbyküche: Baguette

Was du nicht kennst…: No knead Bread

Dynamite Cakes: Focaccia mit roten Zwiebeln

Brotbackliebeundmehr: Karottenbrot mit Kürbiskernen

Kochen mit Herzchen: Niederrheinische Butterstuten

Anna Antonia: Pain au chocolat

Sakriköstlich: Mittelalterliches Bauernbrot

Cuisine Violette: Vollkorntoast mit Emmermehl

Prostmahlzeit: Hanfbrot

Food for Angels and Devils: (ein)genetztes Brot

LanisLeckerEcke: Kartoffelbreibrot mit Möhrenraspeln aus dem Topf

Feinschmeckerle: Kieler Semmeln

Das Mädel vom Lande: Kammutbrot

Küchenliebelei: Ciabatta (und daraus dann Cheese-Steak-Sandwich)

Auchwas: Croissants mit Urdinkelmehl

Meins! Mit Liebe selbstgemacht: Pide

Obers trifft Sahne: Walnuss-Bier-Brot

German Abendbrot: Toastbrot

Fliederbaum: Dinkel-Erdmandel-Brot

Genial lecker: Dinkelbrötchen mit Buttermilch

2016.06.17_Nussbrot-7

Zutaten (für 1 Brot = 1 Kastenform, 25cm)
50g Kürbiskerne
40g Walnusskerne
40g Haselnusskerne
20g Sesamsamen (weggelassen)
360g Dinkelvollkornmehl
90g Haferflocker
50g Karotte, fein gerieben (optional)
1 Päckchen Trockenhefe (7g)
1 gestr. EL Kokosblütenzucker
1 TL Salz
1 EL Olivenöl + etwas mehr zum Fetten der Form
1-2 EL Haferflocken, Hirse oder Sesam zum Bestreuen

Zubereitung:
Kürbis-, Walnuss- und Haselnusskerne grob hacken und in eine Schüssel geben. Sesamsamen, Mehl, Haferflocken, Trockenhefe, Kokosblütenzucker sowie 1 TL Salz dazugeben und alles gut mischen. Nach Belieben die Möhre dazugeben.
Das Olivenöl und 350ml lauwarmes Wasser dazugießen und den Teig in der Küchenmaschine oder mit den Knethaken des Handrührgeräts auf höchster Stufe 3min kneten.
Die Kastenform leicht einölen, den Teig einfüllen, die Oberfläche der Länge nach 1cm tief einritzen und nach Belieben mit Körnern, Samen oder Flocken bestreuen. Das Brot auf die mittlere Schiene in den kalten Backofen schieben und bei 170°C Umluft 1h backen.
Das fertig gebackene Brot aus dem Ofen nehmen. 10min abkühlen lassen, aus der Form lösen und vor dem ersten Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Quelle: Gesund kochen ist Liebe (Veronika Pachala)

Ohrwurm: Chiapudding mit Erdbeeren und Mango

Zunächst einmal vielen, vielen Dank für all eure lieben Kommentare hier oder auch bei Instagram zum letzten Post. Eure Rückmeldung hat mich sehr überrascht und gleichzeitig enorm gefreut, dass ihr trotz ungestylter Bilder gerne guckt und klickt und Appetit kriegt 🙂 Heute gibt es wieder gestylte Fotos, wobei es bei uns nicht stundenlang dauert bis das Essen in Szene gesetzt ist. Auf Instagram konnte man gestern schon einen kleinen Einblick bekommen. Auf einem Hocker im schönen Morgenlicht auf dem Esstisch kamen diese Chiapuddings optimal zur Geltung.

2016.05.29_ChiaPudding-17-12

Die Kombination von Erdbeeren und Mango in Verbindung mit Kokos ist einfach super! Zu den neutralen Chiasamen ist es ja wichtig, dass man was Leckeres hat. Das Wort „Mango“ ist eines der Wörter, was sofort einen Ohrwurm bei mir auslöst. Auf einer Silvesterfreizeit haben ein paar Jungs ständig (warum auch immer) den Mango-Song angestimmt. Keine große Dichterleistung: immer nur Mango-Mango-Mango und dann auch Mal Kiwi-Kiwi-Kiwi 😀 Wie so oft ist es halt der Rhythmus und die Tonfolge, die dieses Liedchen eeewig im Kopf bleiben lassen. Sucht es mal auf Youtube! Aber seid hiermit vorgewarnt!

2016.05.29_ChiaPudding-20-14

Falls ihr keine gute Mango bekommt, passen bestimmt auch Pfirsiche, Nektarinen oder Aprikosen. In alten Marmeladengläsern lassen sich die Chiapuddings auch super transportieren. Ich hab mich noch am Tag drauf über so ein nettes Gläsle freuen können 🙂

2016.05.29_ChiaPudding-16-11

Zutaten (für 4-5 Portionen):
100g Chiasamen
250ml Kokosmilch
250ml Wasser
6 EL Agavendicksaft
1 reife Mango, geschält
500g reife Erdbeeren, klein geschnitten
Saft und Schale von 1 Limette
2 Zweige Minze, Blättchen fein geschnitten (mag ich immer noch nicht)
4 EL geröstete Kokoschips

Zubereitung:
Chiasamen in eine Schüssel geben, Kokosmilch, Wasser und 2 EL Agavendicksaft zugeben und mit einem Schneebesen kurz verrühren, dann 25-30min quellen lassen.
Mangofruchtfleisch vom Stein schneiden und würfeln. Je die Hälfte der Erdbeeren und der Mango pürieren, mit Limettensaft und -schale abschmecken. Das Püree auf 4 – 5 Gläser verteilen. Restliche Mango mit den übrigen Erdbeerwürfeln, 1 El Agavendicksaft (hab ichweg gelassen) und Limettensaft vermengen. Minze unterrühren.

2016.05.29_ChiaPudding-9-5

Gequollene Chiasamen erneurt durchrühren, ggf noch etwas Wasser oder Kokosmilch zugeben, falls die Masse zu dick geworden ist. Masse über dem Fruchtpüree verteilen, mit marinierten Obstwürfeln bedecken und mit den Kokoschips garniert servieren.

 

PS: Kommentar Papa als er das Einfüllen beobachtet hat: „Sieht aus wie Froschlaich.“ Später beim Essen: „Von der Konsistenz genau so wie ich mir Froschlaich vorstelle“ 😀

 

Quelle: Deli-Magazin 3/2016

Energiespritze: Saft mit Ananas, Paprika, Birne und Ingwer

Vor einer Weile hatte ich ja schon mal ein paar Säfte vorgestellt und euch auch das tolle Bild von der Saftampel gezeigt. Diese Farbkombination von gelb – rot – grün finde ich ja einfach klasse! Und vor lauter anderen Rezepten ist dieser Saft völlig untergegangen!

2016.02.29_Saft Ampel-6

Dabei war es ausgerechnet der gelbe Saft mit Ananas, Birne und gelber Paprika, der uns am besten geschmeckt hat! Ich war ja sehr skeptisch, aber die reife, fruchtige Ananas hat die Paprika super ausgeglichen und es gab fast Streit über die gerechte Aufteilung von dem Glas Saft 🙂

2016.02.29_Saft gelb-2

So ein Saft ist für mich die ideale Energiespritze am Mittag! Mit nem Entsafter schnell gemacht (meiner lässt sich auch noch gut reinigen), kriegt man die nötige Süße und Geschmack um nachmittags nochmal durchzustarten. Auf Instagram läuft gerade eine kleine Challenge, bei der jeden Tag zu einem bestimmten Motto ein Bild gepostet wird. Heute lautet das Motto Farbe / Textur. Ich hatte so gar keine Ahnung, was ich mir darunter vorstellen konnte, aber als mein Vater die Säfte vorgeschlagen hat, fand ich das nur schlüssig. Zum einen sind die Farben so natürlich knallig und die Textur der Säfte beim Trinken ist je nach verwendetem Obst/Gemüse anders.

2016.02.29_Saft gelb-8

Also nichts wie her mit der frisch gepressten Energie 🙂 Wer keinen Entsafter hat, kann alles auch fein pürieren und durch ein sehr feines Sieb, bzw. sogar durch ein Geschirrtuch pressen. Diesen Tipp hab ich neulich gelesen – vielleicht ist es ja mal einen Versuch wert falls kein Entsafter vorhanden ist.

Zutaten (für ein großes Glas):
1/2 Ananas
1 Birne
1 gelbe Paprika
1 Stück Ingwer (ca. 2cm)

Zubereitung:
Alle Zutaten gründlich waschen und vorbereiten: die Ananas schälen und in Stücke schneiden, die Birne vierteln und das Kerngehäuse entfernen, die Paprika entkernen und in Stücke schneiden, den Ingwer schälen.
Zuerst die Ananas, dann die Birne, die Paprika und zum Schluss den Ingwer entsaften. Alles gut verrühren und prost!

Quelle: What to drink? Saft! (Maja Nett)