Cremiger Kartoffel-Spargel-Salat

Da is’ser endlich: der Frühsommer! Inklusive plötzlicher Regengüsse und kurz darauf schon wieder strahlend blauer Himmel, dass sich alle Welt aus den Jacken schält und sich Richtung Sonne streckt! Radelte ich Anfang der Woche noch mit Wintermantel in die Arbeit, suche ich nun verzweifelt die Sommerklamotten im Schrank.

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Über die Frühlingsgenüsse mit Spargel, Rhabarber & Co können wir uns ja zum Glück schon etwas länger freuen. Gerade noch rechtzeitig hab ich bemerkt, dass bei Zorra das Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings130. Blogevent zum Thema „Genuss des Frühlings“ läuft. Ausgerichtet wird es dieses Mal von Jeanette, deren tollen Blog ich dank der Rettungsaktionen schon kenne.
Im Rahmen der Spargelsaison liest man zur Zeit immer wieder, dass die Deutschen dieses Gemüse so sehr schätzen, dass sie bereit sind, dafür auch mehr Geld auszugeben und vor allem regional einzukaufen. Dieses Einkaufverhalten kann ich nur unterstützen 🙂 Es ist einfach jedes Jahr neu schön zu beobachten, wie sich die Marktstände von März an langsam auf Frühling einstellen, der ein oder andere Kohlberg schrumpft und Bärlauch, Spinat und anderen Leckereien Platz macht.

Unser cremiger Kartoffel-Spargel-Salat verbindet den Frühlingsgenuss mit einer typischen Sommeraktivität: dem Grillen oder auch einem Picknick. Zugegeben: so regional Spargel, Kartoffeln und Frühlingszwiebeln bei uns zu bekommen sind – die Avocado hat eine deutlich weitere Reise hinter sich. Mea culpa -ich hoffe, der Salat darf trotzdem beim Frühlingsbuffet teilnehmen 😉

Heute seht ihr übrigens wieder mal realitätsnahe Bilder – mein Vater hat einfach kurz auf die Schüssel draufgehalten bevor die auf den Tisch gestellt wurde. Die ganze Verwandtschaft war an dem Mittag zu Besuch und ich wollte die nicht unnötig warten lassen. Diese Skurilität des Essen-Fotografierens hätten sie bestimmt geduldet, aber die Gemeinschaft am Tisch war mir wichtiger als ein besonders gestyltes Bild für den Blog. Aber ja, den Glasrand hätte ich eindeutig noch abwischen sollen. Wenn das die Mama gesehen hätte… 😀
Ich kann euch dennoch versichern, dass der Salat sehr, sehr gut ankam und genüsslich verspeist wurde. Ob diese cremige Spargel-Variante den klassischen schwäbischen Kartoffelsalat verdrängt, wage ich zwar zu bezweifeln und würde das selber nicht unterstützen, aber ab und zu etwas anderes hat noch niemandem geschadet 🙂

In dem Sinne: viele schöne frühlingshaft-warme Tage mit leckerem Essen euch! Schon mal als kleiner Hinweis: dieser Salat als Grillbeilage ist erst der Auftakt für eine klitzekleine interne Themenwoche rund ums Grillen hier auf dem Blog.

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Zutaten (für 3 sehr großzügige Portionen):
800g (neue kleine) Kartoffeln
15ml Olivenöl
1/2 TL Salz
Pfeffer nach Belieben
1 Bund grüner Spargel
3 Frühlingszwiebeln
Für das Dressing:
1-2 Avocado (kommt etwas darauf an, wie cremig ihr es wollt)
2TL Dill
1Tl Senf (optional)
Saft von 1/2 Zitrone (wer will auch etwas mehr)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Den Ofen auf 220°C vorheizen. 1 Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln gut waschen, ungeschält in mundgerechte Würfel schneiden. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen und auf den Blechen verteilen. Im Ofen für 15min backen, dann alles einmal durchmischen und nocheinmal 15-20min backen bis die Kartoffeln weich sind.
Währenddessen die Enden der Spargeln abschneiden und das untere Drittel schälen. In einem Topf mit kochendem Wasser 5min (je nach persönlichem Geschmack auch etwas länger) kochen, abgießen und kalt abschrecken. Die Frühlingszwiebeln in dünne Scheiben schneiden.
Für das Dressing die Avocado zermatschen mit den restlichen Zutaten vermischen. Die Kartoffeln und Frühlingszwiebeln, den Spargel und das Dressing in einer großen Schüssel vermischen. Abschmecken und gerne auch als Grillbeilage servieren 😉

Quelle: The Oh She Glows Cookbook (Angela Liddon)

Staunenswert: Cremige Brokkolisuppe

Wer mit mir in dieser Jahreszeit unterwegs ist, wird sehr, sehr häufig den Satz hören: „Woah, alles soooo grün!“ In einem ganz ähnlichen Stil hab ich letztes Jahr zur Frühlingsminestrone auch schon einen Beitrag geschrieben, aber ich finde es jedes Frühjahr einfach neu faszinierend und staunenswert, wie innerhalb von einem Monat die Natur zum Leben erwacht.

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Besonders extrem fällt das noch auf, wenn man aus der Rhein-Neckar-Region heim ins Schwabenländle fährt. Da hat diese „Grün-Explosion“ an Ostern noch auf sich warten lassen. Diese Woche gab es dort sogar nochmal eine geschlossene Schneedecke! Aber gut, zumindest heute soll es schön sein und man kann Sonne und Grün genießen.

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Geht es euch auch so, dass ihr über gewisse Dinge immer wieder neu staunen könnt? Ich hoffe, dass ich diese offenen Augen mein Leben lang behalte und in jedem Frühling neu meine Umwelt nerve, mit meinen Hinweisen auf die grüne Farbpracht 🙂

Der Sprung von dieser Naturbetrachtung zur Suppe ist jetzt etwas holperig… mit Brokkoli, Lauch und Spinat ist sie halt auch grün, deswegen vermutlich die Assoziation. Brokkolisuppe gibt es schon mein Leben lang immer wieder, aber noch nie mit Kokosmilch. Warum eigentlich nicht? Diese Ergänzung macht einen wunderbaren Unterschied und die Suppe sehr cremig und reichhaltig. Wir haben uns an einem kalten Frühlingsabend wirklich sehr über die warme Suppe gefreut! Ist auch eine gute Vorratskammersuppe, wenn man recht vereisten Brokkoli und Spinat in hintersten Ecke der Gefriere findet… klappt auch 😉

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Zutaten (für 3 Portionen)
1 große Stange Lauch
1 EL natives Olivenöl plus etwas mehr zum Garnieren
2 Knoblauchzehen, geschält und zerdrückt
Salz, Pfeffer
1 mittelgroßer Brokkoli
1 1/2 TL Weißweinessig
500ml Gemüsebrühe
250ml Kokosmilch, plus 60ml zum Garnieren
60-80g Spinatblätter
Saft von 1/2 Zitrone (nach Belieben)
Chiliflocken (nach Belieben)

Zubereitung:
Die weißen und hellgrünen Teile des Lauchs in Ringe schneiden und in einem Sieb gründlich abspülen. Das Olivenöl in einem großen Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Lauch, Knoblauch und reichlich Salz und Pfeffer hineingeben. Umrühren und 5min dünsten bis der Lauch weich ist.
Den Brokkoli putzen, mit Stiel in kleine Stücke schneiden und zum Lauch in den Topf geben. Rühren und 3 min garen, bis der Brokkoli weich wird.
Essig, Brühe und Kokosmilch einrühren. Die Hitze reduzieren und 10min köcheln lassen.
Dann die Suppe vom Herd nehmen und glatt pürieren. Den Spinat putzen, zur Suppe geben und erneut pürieren. Mit Salz, Pfeffer und nach Belieben etwas Zitronensaft abschmecken.
Mit zusätzlicher Kokosmilch und Olivenöl garnieren. Wer will, streut noch ein paar Chiliflocken drüber.

Quelle: Vegetarisch mit Liebe (Jeanine Donofrio)

Ostervorspeise? Rote-Beete-Türmchen

Was für ein tolles Wetter momentan! Da steigt bei mir schlagartig die Lust auf knackig-frische Salate. Suppe hatte ich die letzten Monate oft genug. Überall lese ich gerade schon von Vorschlägen für Ostern, egal ob das nun zum Frühstück, Mittagessen oder für die Kaffeetafel ist. Da präsentiere ich euch auch eine Möglichkeit.

Um ehrlich zu sein hätte ich gar nicht gedacht, dass diese Rote-Beete-Salat in Türmchenform so ein Knaller sein könnte. Der stand als letztes auf meiner Kochliste während meines Heimaturlaubs und der Freund musste die geplante Abfahrt eeeetwas nach hinten verschieben, weil nun ja, Türmchen bauen dauert einfach einen Moment. Es war eines der Rezepte, die ich nachmachen wollte, weil das Bild im Kochbuch so hübsch aussah und außerdem Rote-Beete so lecker ist. Zusammen essen war an dem Tag nicht mehr drin, es war außerdem eher die Tageszeit für Kaffee und Kuchen und so packte ich mir eine großzügige Ladung Salat ein und verschwand.

Knapp 24h später holte ich dann die Box aus dem Kühlschrank, gabelte beherzt hinein und wow! Soooo ein guter Salat! Knackig-cremig-frisch, ich bin aus dem Schwärmen gar nicht mehr rausgekommen. Die Avocado fungiert hier als Wunderwaffe, die alles miteinander verbindet und sehr saftig macht. Ich wette, damit könnt ihr auch Rote-Beete-Verweigerer überraschen 😉 Einziger Nachteil: wer nur (wie ich) eine Vierkantreibe hat, muss etwas leiden bis das ganze Gemüse geraspelt ist. Aber der Einsatz lohnt sich. Vielleicht kriegt ihr ja Lust auf diesen Farbtupfer -zum Abendessen oder sogar als Vorspeise für ein Menü. Vorbereiten lässt sich der Salat nämlich exzellent!

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Zutaten für 4 große Portionen (6 Vorspeisenportionen):
5 große Salatblätter (weggelassen)
4-6 rohe Rote Beete (je nach Größe, meine waren eher kleiner)
2 Karotten
1/2 Gurke
1/2 Zwiebel
5 Kirschtomaten (weggelassen)
3 Avocados
1 Handvoll Petersilie
2 TL Olivenöl
Saft von 1-2 Limetten (je nach persönlichem Geschmack)
Salz, Pfeffer
Zum Servieren:
Ziegen(frisch)käse
2 EL Pinienkerne
Sprossen oder sonstiges Grünzeug

Zubereitung:
Rote Beete, Karotte und Gurke schälen und (juble wer eine Küchenmaschine hat) alles reiben. Die Zwiebel und falls verwendet die Tomaten sehr dünn schneiden. Die Avocados halbieren, entkernen und zermantschen. Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit Olivenöl, Limettensaft und Salz und Pfeffer vermischen. Abschmecken.
Wer Servierringe hat, der kann diese jetzt einsetzen um Türmchen zu bauen. Jeweils ein Viertel des Salats in den Ring geben und festdrücken. Den Ring entfernen und bei den weiteren Tellern genau so verfahren. Mit Ziegenkäse, Pinienkernen und Grünzeugs verschönern.

Quelle: Green Kitchen Travels (David Frenkiel & Luise Vindhal)

Lesefutter: Dip-Trio

Wenn ich mir dieses Jahr anschaue, ist eines definitiv zu kurz gekommen: LESEN! Ich war schon immer jemand, die ihre Nase in Bücher gesteckt hat. Es gab Zeiten, da sind wir wöchentlich in die Stadtbücherei um neues Lesefutter zu besorgen -wirklich, ich kann euch nur empfehlen, eure lokale Stadtbücherei zu besuchen und mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen! Oft kosten die Ausweise nicht mal 20€ im Jahr und das rentiert sich wirklich. Denn seien wir ehrlich: wie oft nehmen wir einen einmal gelesenen Roman tatsächlich nochmal in die Hand und lesen ihn durch? Ja, solche Bücher gibt es und die lohnt es sich wirklich daheim zu haben, aber die meisten Bücher werden vielleicht noch Freunden ausgeliehen bevor sie dann hauptsächlich rumstehen und verstauben.

Falls ihr euch nicht gleich binden wollt: es gibt auch Schnupperausweise und viele Büchereien bieten heute sogar E-Books an. Dazu gibt es oft noch tolle Programme. In Balingen beispielsweise hab ich gesehen, findet ein Vorlesenachmittag mit einem Handballer der Nationalmannschaft statt. Wenn dadurch Kinder und Jugendliche zum Lesen animiert werden, klasse! Ja, ich singe heute ein lautes Loblied auf die Büchereien und hoffe, dass die weiter erhalten werden. Eine meiner besten Entscheidungen nach dem Examen war es, mir einen Ausweis für die Bücherei ausstellen zu lassen. Endlich kann ich meine Lesesucht wieder befriedigen 🙂

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Auch Kochbücher gibt es zum Ausleihen -großes Lob hier an die Karlsruher Bücherei, die wirklich eine tolle Auswahl hat. Ich gebe zu: für mich lohnt es sich durchaus, das ein oder andere Kochbuch zu kaufen so oft wie die zum Einsatz kommen. Für alle reicht natürlich mein Budget nicht und da kann ich ja zumindest mal Probe-Besitzerin sein 😉 Im besten Fall gibt es dann Lesefutter im wahrsten Sinne des Wortes. Momentan hab ich „Deutsche Küche neu entdeckt“ von Matthias Mangold ausgeliehen, ein sehr ansprechendes Buch, aus dem der Ziegenkäse-Aprikosen-Dip ist.

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Die Dip-Platte war ein spontanes Abendessensprodukt: ich wollte nicht wieder Salat, hatte den Kürbiskerndip entdeckt, meine Schwester hatte Lust auf Hummus, ein Ziegenfrischkäse stand noch im Kühlschrank und getrocknete Aprikosen finden sich sowieso immer in Mamas Vorratskammer. Ein bisschen frisches Gemüse gekauft, die teuren Gemüsechips mussten auch mit. Die kleine Schwester zum Schnippeln angestellt, den Mixer immer wieder angeworfen und fertig! Ein Essen, das man nicht formal und chic isst, sondern versucht, sich möglichst viel Dip auf die Karotte zu löffeln. Entspannt und herzhaft, ein tolles Futter nach all dem Lesen 🙂

Habt ihr Lesetipps für mich? Irgendein Buch, das euch gefällt? Bitte nichts Gruseliges oder mit Ritualmorden -dafür bin ich zu empfindlich! Aber ansonsten nur her mit eurem Lesefutter!!!!

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Rezept für den Hummus:
1 Dose Kichererbsen
2 EL Tahini (oder ein anderes Nussmus, ich mag Tahin nicht)
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
wer mag: Knoblauch, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen, mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben und glatt pürieren. Kräftig abschmecken.

Rezept für den Kürbiskern-Dip:
160g Kürbiskerne
4-5 EL Olivenöl
1 El Tahini (ich: Cashewmus)
4-5 EL Zitronensaft
125ml Wasser
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, damit sie ihr nussiges Aroma entfalten. Mit Öl, Tahini, Zitronensaft, Wasser, Petersilie, Salz und Pfeffer in einem Blitzhacker oder Mixer geben und 1-2min zu einer dicken Paste verarbeiten. Mit etwas zusätzlichem Öl bestreuen. Quelle: life in balance (Donna Hay)

Rezept für den Ziegenkäse-Aprikose-Dip:
200g Ziegenfrischkäse
4-5 EL Sahne
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
4-5 getrocknete Aprikosen
1/2 Bio-Orange (weg gelassen)
1 EL Honig
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Ziegenfrischkäse in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, Sahne unterrühren, sodass eine geschmeidige Paste entsteht. Schalotte und Knoblauch schälen und sehr fein würfeln. Die Aprikose sehr fein hacken. Orange waschen, mit einem Zestenreißer die Schale abziehen und fein hacken. Alles mit dem Honig und etwas Salz vermischen. Nach Geschmack noch Kräuter unterrühren.
Quelle: Deutsche Küche neu entdeckt (M.Mangold)

 

Gedächtnisleistung: Crostini mit Bohnenpaste und Paprika

Zuerst einmal vielen Dank für all eure lieben Kommentare zum letzten Rezept, sei es jetzt bezüglich des Foccacias selbst oder einfach nur, um mir einen schönen Urlaub zu wünschen. Ich hab mich sehr darüber gefreut, heimzukommen, online zu gehen und dann erstmal so viele Kommentare beantworten zu dürfen 🙂 Der Urlaub ist leider schon wieder vorbei, es war eine tolle Zeit in Südtirol mit vielen, vielen Höhenmetern, die wir bei Wanderungen bewältigt haben, leckerem Essen, dem ein oder anderen Gläsle Wein und viel Sonne.

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Schönes Wetter gab es auch als ich nach dem schriftlichen Examen mich für ein paar Tage daheim habe umsorgen lassen. Zumindest an einem Abend haben wir beschlossen, auf den Plettenberg zu fahren, dort auf dem Grillplatz was zu essen und dann Sternschnuppen zu gucken. Für diese Gelegenheit wollte ich ein paar Crostini machen nach dem Rezept aus Stevan Pauls „Auf die Hand“. Die Brotscheiben mit Bohnenpaste und Paprika hatte ich schon so lange vorgenommen zu machen, aber dann ausgerechnet lag das Kochbuch in Tübingen. Was Rezepte angeht, musste ich aber beim Durchlesen des Originals feststellen, besitzt mein Gehirn eine ausgesprochen gute Geächtnisleistung: zwar hab ich nicht an Bohnenkraut gedacht, aber die Bohnenpaste hatte ich so exakt gemacht wie im Rezept angegeben. Pinienkerne gab es keine daheim und jaaaa, die fruchtige Komponente für den Belag hab ich vergessen.

Wahrscheinlich wären die Cranberries noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen, aber auch so waren die Crostinis an einem Sommerabend ideal um die Wartezeit auf die Würstle zu überbrücken 😉 Paprika hat momentan auch Saison und -vorausgesetzt man verwendet nicht Importware vom anderen Ende der Welt- bringt auch eine gewisse Süße mit, die einfach lecker ist! Dass die Schoten allerdings in der Pfanne geschmort werden, das hatte ich auch nicht mehr gewusst. Im Backofen sind die auch gut geworden und durften dann noch schön in einer Tupper marinieren bis sie ihren Auftritt hatten und von meiner Schwester so wunderschön auf die Brotscheiben drapiert wurden.

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Wo beweist ihr denn ein Elefantengedächtnis? Auch bei Rezepte? Ich glaube, bei mir liegt das definitiv in der Familie: zumindest von meiner Oma und meiner Mutter kann ich bezeugen, dass sie Rezepte mit Mengenangaben herunterbeten können. Der Freund hingegen kann auch noch nach Jahren aufzählen, auf welche Berggipfel er hochgewandert ist und mein Bruder kann sich den Inhalt jeder Serie oder Film behalten. Hach, solch eine Gedächtnisleistung für den Lernstoff und das Examen wäre ein Klacks 😀

Zutaten (für 4-6 Portionen):
1 Dose weiße Bohnen (425g EW)
2 Zweige Bohnenkraut (oder 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut)
1 kleine Knoblauchzehe
2-4 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz
2 EL Pinienkerne (ich: Sonnenblumenkerne)
2 EL getrocknete Cranberrys/Rosinen oder Sultaninen (ich: weggelassen)
3 rote Paprika
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Honig (ich: Prise Zucker)
1 Ciabattabrot
Olivenöl, einige Blättchen Basilikum

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Für die Bohnenpaste: Bohnen abgießen und in einem Sieb kalt abspülen. Im Mixer mit Bohnenkraut, Knoblauch, Zitronensaft und 2 ELOlivenöl pürieren. Mit Salz würzen.
Für die geschmorten Paprika: Pinienkerne ich einer Pfanne ohne Fett rösten. Herausnehmen und beiseitestellen. Cranberrys grob hacken. Paprika mit einem Sparschäler schälen, halbieren, entkernen und in 1cm breite Streifen schneiden. 4 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Streifen zugeben, salzen und unter Rühren 12-15min bei milder Hitze weich schmoren. Cranberrys die letzten 5min mitschmoren. Pinienkerne und Honig unterrühren und das Gemüse mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig würzen.

ICH habe die Paprika halbiert und bei ca. 180°C im Ofen ca. 25min (?) gebacken, dann gehäutet und in Streifen geschnitten, mit Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker mariniert. Sonnenblumenkerne drüber, alles in ne Tupper und ab zum Picknick!
Für die Crostini: Ciabatta in Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und auf einem Blech im Ofen unter dem Grill in wenigen Minuten hellbraun rösten (oder: über dem offenen Feuer knusprig backen). Die Brotscheiben mit Bohnenpaste bestreichen, Paprikagemüse darauf und evt mit Basilikum bestreut servieren.

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Fast wie das Original: Vegane Kokospralinen

Das verwendete Kokosmus wurde mir im Rahmen der nu3-Insiderbox kosten-und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Ihr alle kennt doch die Kokospraline, die in der Werbung weiße Strände und ewigen Urlaub verspricht. Oder die Haselnusspraline, die man guten Freunden gibt. Oder die andere Praline, die irgendwie mit Luxus in Verbindung gebracht wird.
Alle haben eins gemeinsam: unter der leckeren Hülle steckt eine Nuss oder Mandel. Und das mag ich gar nicht! Das stört meiner Meinung nach den Gesamtgeschmack.

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Vor kurzem hat eine Freundin einen Witz erzählt, den ich versuche, so gut wie möglich wiederzugeben -im Witze erzählen und merken bin ich nicht sonderlich gut. Also achtung:
Eine alte Frau fährt Tag für Tag mit dem Bus in die Stadt. Eines Tages fragt sie den Busfahrer, ob er denn Haselnüsse möge. Dieser bejaht und bekommt von der Frau eine Handvoll geschälte, glatte Nüsse gereicht. Von nun an bekommt er immer, wenn die alte Frau den Bus nimmt, eine Handvoll Nüsse gereicht. Nach einer Weile fragt der Busfahrer neugierig nach, woher sie denn immer die Nüsse habe. Darauf die Frau: „Wissen Sie, meine Lieblingsschokolade ist die mit ganzen Nüssen. Aber mit meinen Zähnen kann ich die Nüsse einfach nicht mehr essen.“

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So oder so ähnlich war der Witz. Kapiert? Sie lutscht die Schokolade um die Nüsse weg und dann… nun ja, eeeegal! Comedian werde ich in diesem Leben nicht mehr 😀 Was ich damit sagen will, ist, dass ich es eine Zeitlang genau so gemacht habe bei den oben genannten Pralinen: vorsichtig die Hülle aufgebissen, die Creme rausgeschleckt und die Mandel dann schön zur Seite gelegt. Das ging so lange gut bis ich die bösen Blicke meiner Mutter nicht mehr ertragen konnte 😉
Als ich nun das Kokosmus probierte, stellte ich fest, dass es ziemlich genau an den Geschmack von Raffaelo rankommt und wollte somit endlich eine Praline ganz nach meinem Geschmack herstellen. Bitteschön! Ohne Mandel, einfach nur leckerer Kokosgeschmack!

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Zutaten für ca. 30 kleine Pralinen:
4 EL Kokosmus
2 EL Kokosöl
2 EL Mandelmus (Cashewmus ist vermutlich noch etwas besser)
2 EL Kokosraspeln
1 EL Agavensirup
Zum Wälzen: 2 El Kokosraspeln

Zubereitung:
Alle oben genannten Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen. Das Kokosöl und das Kokosmus sollten dafür relativ weich sein, was bei den sommerlichen Temperaturen ja sowieso kein Problem sein sollte. Die Masse abschmecken und falls es euch nicht süß genug ist, noch etwas Agavensirup hinzufügen.
Die Masse für ca. 15min in den Kühlschrank stellen und fester werden lassen, damit sich die Kugeln besser formen lassen. Dann mit einem einem Teelöffel Masse abstechen und zu kleinen Kugeln rollen. Diese dann noch in den übrigen 2 EL Kokosraspeln wälzen und in den Kühlschrank stellen und aufbewahren. Bei Zimmertemperatur verlieren die Pralinen ihre Form.

Quelle: Leicht adaptiert von hier und hier.

Bleibt alles anders?: Kirsch-Basilikum-Bruschetta

Für die einen kann es nicht genügend Veränderung geben, dem anderen macht jeder Wechsel Angst. Bei mir persönlich stehen dieses Jahr (hoffentlich) noch größere Änderungen an, aber auch wenn ich von mir als Einzelperson wegschaue, sind in den letzten Tagen nur zu sehr Veränderungen auf politischer Ebene diskutiert worden. Was für den Einzelnen nur ein Kreuzchen im einen oder anderen Kästchen war, macht sich nun in der Summe bemerkbar.

Nein, das soll kein politisches Statement werden. Der „Brexit“ war lediglich sehr präsent. Als ich vor kurzem mit einer Freundin über ihre Arbeit sprach und sie nach ihrer alltäglichen Routine fragte, lachte sie nur und sagte, dass es jeden Tag so anders sei und sie sich zwar Aufgaben vornähme, aber oft hauptsächlich damit beschäftigt sei auf ständig neue Anfragen zu reagieren. Neues und Veränderung gehören maßgeblich zu ihrem Alltag.

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Kommt bei all dem, was da auf mich einströmt, Angst auf? Manchmal. Bei all den Statements der letzten Tage stach Norbert Lammert angenehm hervor, der bei einer Sondersitzung gelassen meinte, dass die Sonne trotz Brexit wieder aufgegangen sei. Wenn bei mir da Angst und Sorgen aufkommen, dann halte ich mich daran fest, was ich glaube und an die Menschen, die all diese Jahre schon treu an meiner Seite stehen. Alles bleibt anders? Zumindest kann ich das für veile wertvolle Wegbegleiter beneinen, mit denen ich trotz sich ändernder Umstände immer noch in Kontakt bin.

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Ebenso wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, kommt durch den Wechsel der Jahreszeiten wieder Abwechslung auf den Teller. Diese Art von Veränderung macht doch jedem Foodie Freude, oder? Hat gerade jeder noch für Spargel und das erste zarte Grün geschwärmt, so jubeln jetzt alle über reife Beeren. Und ich zeige euch heute eine Kombination von süßen Früchten, die sich ganz hervorragend als herzhafter Belag auf Bruschetta machen. Auch so eine Verbindung, die sich über Jahre bewährt hat 🙂

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Zutaten (für 6 als Vorspeise)
400g Erdbeeren
250g Kirschen
Basilikum (Menge nach Geschmack, mind. Blätter von 3 Stängeln)
1 rote Zwiebel
4 TL weißer Balsamicoessig
2 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
1 frisches Baguette
optional: Balsamicocreme

(ich hoffe, die Angaben stimmen einigermaßen. Aber das genaue Verhältnis von Erdbeeren und Kirschen ist relativ egal und kann nach eigenem Geschmack und Vorrat angepasst werden)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kirschen waschen, entsteinen und in kleine Würfel schneiden. Die Erdbeeren waschen und ebenfalls klein schneiden. Den Basilikum hacken. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Kirschen, Erdbeeren, Zwiebel und Basilikum mit Essig und Öl mischen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Das Baguette in Scheiben schneiden und auf ein Backblech geben. 5-7min im Ofen knusprig backen.
Die Baguettescheiben auf eine Servierplatte geben und den Kirsch-Basilikum-Belag darauf häufen. Nach Geschmack mit Balsamicocreme beträufeln oder auch noch mit zusätzlichem Basilikum garnieren. So oder so, einfach lecker!

Quelle: The Oh she glows Cookbook (Angela Liddon)