Die Eltern reisen: Á table – Cuisine du Marché

Während in Teilen Deutschlands schon die Sommerferien vor der Tür stehen, muss der Süden noch eine Weile darauf warten. Ich als Exami hab so etwas wie Urlaub sowieso nicht 😉 Wenigstens ein kleiner Trost, wenn man in den Reiseerlebnissen anderer schwelgen kann. Hier noch ein kleiner Bericht der Eltern von ihrem Südfrankreichurlaub:

Zum Urlaubsabschluss gehen wir bereits traditioneller Weise noch mal essen. Und nachdem wir in diesem Urlaub ja dank neuem 2-Flammen-Kocher (siehe Beitrag zuvor) eifrig und teil toll selber gekocht hatten, war jetzt einfach noch ein Restaurantbesuch dran. Gefunden haben wir das „à table“ in der Rue Grisolle 137 in Frejus an der Cote d’Azur. Ein eher unauffälliges Erscheinen nach außen mit einigen Tischen im Innenraum und natürlich weiteren Tischen vor dem Haus, wie sich das in Südfrankreich gehört.

À Table Frejus-1

Der Aushang an der Tafel verhieß eine der Region verpflichtete Küche, sowie eine gewisse Beachtung in der Umgebung. Die Leute, die bereits zum Essen da waren, schienen eher Einheimische zu sein. Mit ihnen wurde geschwatzt, mit Küsschen begrüßt, der Koch kam zur Unterhaltung auf die Straße … Das war für uns Einladung genug und wir nahmen Platz.

À Table Frejus-2

Beide entschieden wir uns für  „Brandade de Morue“, einem regionaltypischen Fischgericht. Fischfilets werden mit einem Kartoffelpüree überbacken. Dazu ein frischer Salat. Für uns eine bisher unbekannte Kombination, mit Pfeffer und Fleur de Sel nach eigenem Geschmack noch verfeinert, ein Genuss!

À Table Frejus-3

Zum guten Abschluss noch ein Dessert, die Creme Caramelle. Ach, was soll ich sagen: zum Teller abschlecken! Fast hätten wir’s getan – siehe Bild.

À Table Frejus-4

Ein schöner Urlaubsabschluss, der in guter Erinnerung bleibt.

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Wenn Eltern von ihren Kindern lernen -oder: warum Reisen heute ganz anders bildet als früher

Meine Eltern waren in Rom! Neben allerlei lustigen Ereignissen haben sie auch eine ganz große Empfehlung. Sie schreiben aus reiner Überzeugung. Aber lest selbst:

Ja früher, da war einfach alles anders. Da sagten wir als Eltern noch, wo’s lang geht, nahmen unsere lieben Kinderlein an der Hand und zeigten Ihnen die große weite Welt. Inzwischen sind die Kinderlein weder klein, noch müssen wir sie an der Hand nehmen, sondern sie sind ihrerseits ganz schön in der Welt unterwegs und bereits an Orten gewesen, wo wir als Eltern vielleicht nie hin kommen werden. Aber sei’s drum: dass wir hie und da vielleicht sogar was „abgucken“ und uns inspirieren lassen, sei uns erlaubt. Und so kam’s dass ich mit meinen zarten 53 Jahren bis vor nicht all zu langer Zeit noch nie etwas von einer „food-tour“ gehört hatte. Unsere Jüngste jedoch machte eine solche, um auf diese Weise China und die lokale Küche besser kennen zu lernen (wir berichteten hier auf dem Blog bereits). Ich muss zugeben, das hat mich beeindruckt und begeistert. Und gleichzeitig war die Idee geboren, dass wir bei unserer Rom-Reise anlässlich unseres Hochzeitstages auch nach einer Food-tour Ausschau hielten. War auch überhaupt nicht schwierig. Wir landeten bei „Eating Italy“ in Rom (www.eatingitalyfoodtours.com; Facebook: www.facebook.com/eatingitaly). Buchung und Bezahlung im Voraus übers online-Anmeldeformular verlief problemlos und fortan wurden wir über die näherkommende Tour informiert und sogar noch per SMS informiert, als wir bereits in Rom waren. Vorbildlich sage ich nur!

Am Morgen des gebuchten Tages machten wir uns per Metro auf den Weg ins Viertel namens Testaccio. Später erfuhren wir von unserer liebenswerten Tourführerin, dass dies so was wie die größte antike Müllhalde Roms ist. Dieses Stadtviertel ist ein sehr ursprüngliches und anscheinend auch der Geburtsort der römischen Küche. Das liegt daran, dass in alter, sprich antiker Zeit Rom noch einen direkten Meerzugang hatte und sämtliche Lebensmittel über den Seeweg direkt in Testaccio angelandet wurden. Dadurch bildete sich in dies2016.04.01_Rom-163em Herzen Roms schon früh eine Markt-, Einkaufs- und Esskultur. Sehr viele der Lebensmittel wurden in tönernen Amphoren transportiert und auch gelagert. Nach Gebrauch wurden diese zerschlagen und die großen Scherben fein säuberlich aufgeschichtet. Dieser überdimensionale Scherbenhaufen speichert in seinem Innern ganzjährig eine sehr konstante, kühle Temperatur, die von Lokalen, Weinhandlungen etc. heute genutzt werden. Doch davon später mehr.2016.04.01_Rom-97

Sebastiana hieß unsere Begleiterin von eatingitaly, eine Italo-Amerikanerin, und wir sollten gemeinsam viel Spaß in den kommenden vier Stunden haben.

Unsere erste Station war „Volpetti Più“ in der Via Alessandro Volta 8. Ein kleines Lokal, eher eine Art Cafeteria in der wir “Pizza al taglio”, also Pizzaschnitten kennenlernten. Sie sollen hier zu den besten der Stadt gehören und sowohl die Pizza bianca, als auch die Pizza Margherita waren so schlicht wie köstlich.

Und während wir Sebastianas Erklärungen lauschten, gleichzeitig unsere ersten Essenseindrücke genossen, herrschte reger Publikumsverkehr mit Römern, die sich ebenfalls mit den Köstlichkeiten eindeckten.

Von dort ging es weiter zu „Volpetti“ in der Via Marmorata 47, einem Delikatessenladen, der gleichzeitig der Ursprung für die zuerst besuchte Cafeteria war. Ein so kleiner Laden, dass wir gar nicht gleich rein durften, sondern Sebastiana holte eine vorbereitete Platte mit verschiednen Käsen, Schinken und Salami zur Verkostung auf die Straße. Erst nachdem wir artig aufgegessen hatten, was jedoch niemandem schwer fiel, durften wir rein. Dieser Laden war ringsherum und bis unter die Decke voller Köstlichkeiten – ein einziger Traum. Zweierlei Aceto Balsamico durften wir ebenfalls verkosten und vor allem der im Bild rechts abgebildete war auch für jemanden, der sich noch nicht tiefer mit edlem Essig beschäftigt hat, eine Offenbarung! Die beiden Geschäftseigner, zwei Brüder, beide über 80 Jahre alt, stehen noch täglich im Laden.

Jetzt kam ein Szenenwechsel! Als dritte Station kam Süßes! Ebenfalls in der Via Marmorate, jedoch Nr. 41, findet sich „Barberini“, in unserer Beschreibung als „local bar“ bezeichnet. Für meine Begriffe eine vorzügliche Konditorei. Was der Römer neben einem Capuccino zum Frühstück nimmt, ist ein „Cornetti“, ein gefülltes Blätterteighörnchen. Sehr fein, kann ich nur sagen. Im Hotel, das wir für unseren Romaufenthalt bewohnten, gab es auch diese Teilchen. Sie kamen jedoch nicht an die von Barberini heran. Tiramisu ist ja auch bei uns weit verbreitet und bekannt. Jedoch als einzelner Happen im Schokoladentässchen dargereicht – das war schon was anderes!

Anschließend schenkte uns Sebastiana einige Minuten Ruhe und Erholung abseits dem Getriebe der Gassen, Straßen und Geschäfte. Der protestantische Friedhof bildet eine echte Oase der Stille obwohl ringsherum das Leben pulsiert. Etliche Künstler der Moderne sind hier beerdigt. Mir selber sagten die Namen des Malers Joseph Severn und des Schriftstellers John Keats zwar nichts, aber offensichtlich pilgern regelmäßig Menschen an diese Stätte um die Gräber zu besichtigen.

Weiter gings in den „Testaccio market“ in der Via Beniamino Franklin. Man befindet sich in Markthallen, die im Gegensatz zu fast allem in Rom eben nicht antik sind, sondern sogar noch recht jungen Datums, allerdings auf antikem Boden errichtet. Eine Öffnung im Boden der Hallen gibt den Blick frei auf eine alte Römerstraße, die im Untergrund verläuft. An diesem Ort könnte man sich allein stundenlang aufhalten, denn das Angebot ist dermaßen umfassend. Und neben Verkaufsständen gibt es auch reichlich Möglichkeit, direkt vor Ort zu essen. Und damit waren wir wieder beim eigentlichen Zweck unserer Tour. Die nächste Speise sollte ein überaus schmackhaftes Tomaten-Bruschetta sein. Zu diesem Zweck steuerten wir als erstes einen großen Stand mit einer unglaublichen Vielfalt von Obst und Gemüse an. dort wurden für uns ganz frisch Tomaten klein geschnitten und mit Ruccola vermischt. Einige Schritte weiter wurde Brot im Holzbackofen frisch gebacken. Frisch geröstete Scheiben wurden mit Olivenöl beträufelt und jeder durfte eine halbierte Knoblauchzehe darauf verreiben, dann die Tomatenmischung oben drauf – ein Hochgenuss!

Nur wenig weiter konnten wir die gleiche Tomatenmischung mit echtem Büffelmozarella kombinieren. Frischer Büffelmozarella! Nicht vakumiert oder im Plasitkbeutel mit Lauge gelagert, sondern frisch und sahnig, tags zuvor produziert und für den Genuss heute vorgesehen. Und so haben wir’s gemacht. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Immer noch in den Markthallen ein weiterer Stand kam mein persönlicher Höhepunkt! Ein paar Schlucke eines Craftbeers aus dem römischen Umland – herrlich frisch, hopfig herb und unglaublich gut zu den Fleischbällchen, deren genauen Namen ich nicht mehr weiß. Sorry dafür und leider sind sie auf dem Begleitblatt, das wir als Erklärung für unsere Stationen erhielten nicht aufgeführt. Ausgerechnet! Aber ich kann Euch sagen: der Geschmack war der Oberhammer!

Anschließend ging’s zum Essen! Endlich! Ja, echt! So war das. Einige Minuten Fußmarsch später fanden wir uns in der Via di Monte Testaccio 97 bei „Flavio al velavevodetto“. Sebastiana berichtete uns die Geschichte dieses Restaurants. Flavio, der Eigner, konnte und wollte kochen, hatte jedoch das Geld nicht, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Und in seinem Umfeld hat ihm das wohl auch keiner zugetraut. Das jedoch muss für den guten Flavio erst recht Ansporn gewesen sein. Er legte sich ins Zeug und eines Tages: „ich hab’s Euch ja gesagt“ so sagte er nicht nur, sondern das ist auch der Name seines Restaurants. Velavevodetto eben. Und im Lokal saßen wir tatsächlich im Innern des anfänglich erwähnten Scherbenberges in angenehmen Raumklima – Respekt an die alten Römer! Aufgetischt wurde römische Klassik: „Carbonara, Cacio e pepe und amatriciana“, zu deutsch also dreierlei Nudelgerichte. Dazu Wasser und Weine – Herz was begehrst du mehr!

Nicht dass wir schon fertig gewesen wären. Nein! Satt vielleicht schon, aber es ging weiter. „Trapizzino“ in der Via Giovanni Branca 88. Unscheinbar gelegen, jedoch ein echtes Szenelokal mit weithin bekanntem und beliebtem Streetfood. „Suppli“ sind golden frittierte Reisbällchen, die sich die Jungs und Mädels von Trapizzino in ihrer Perfektion haben quasi patentieren lassen. Wer hier essen will, muss durchaus mit Wartezeiten rechnen.

Was jetzt noch fehlte war ein angemessenes Dessert. Und wen wundert’s: die Tour war überlegt zusammengestellt und so endeten wir bei „Giolitti“ in der Via Amerigo Vespucci 35. Nicht dass italienisches Eis nicht auch bei uns ein hervorragender Ruf voraus eilt. Aber diese Eisdiele, die seit 1914 existiert, ist eine Klasse für sich. Von Sebastiana erfuhren wir, dass die überwiegende Mehrzahl der Eisdielen „Fake-Eis“ anbieten würden. Damit meinte sie Eis, das großteils als Fertigprodukt vor Ort nur noch aufbereitet wird. Hierzu wird es mit Luft aufgeschäumt und das Resultat sind die allseits bekannten Eisberge, die sich in den Kühltheken so vieler Eisdielen türmen. Echtes Eis ist eben nicht hoch aufgetürmt, auch über 20% schwerer als die „Luftnummer“ und zumindest was die beiden von mir gekosteten Sorten angeht eine Klasse für sich. Wer nach Rom kommt und ein gutes Eis will: unbedingt hingehen!

 

Hier war das Ende der Tour erreicht und alle Teilnehmer, ich betone ALLE, waren nicht nur restlos satt, sondern auch restlos begeistert. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen. EatingItaly bietet verschiedene Touren in Rom mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Auch in London, Amsterdam und Prag sind Touren im Angebot.

Nachdem alle anderen Tourteilnehmer das Lokal verlassen hatten, begaben wir uns an die Bar um als krönenden Abschluss noch einen Espresso zu nehmen. Mann, war das gut!!!!!!!!!!!!!

Happy Hour: Die Biere der Kraftbierwerkstatt

Nachdem wi2016.02.10_Kraftbierwerkstatt-49r euch am Montag schon das Team hinter den Bieren vorgestellt haben, stellen wir euch heute nun endlich die Kraftbiere selbst vor. Fangen wir zunächst einmal mit den äußeren Werten an: wie ich schon angedeutet hab, trinke ich gerne mal ein Craft Beer, greife da aber meistens zu schon bewährten Sachen. Als ich aber im Vinum Tübingen das Awesome Amber Ale im Regal stehen gesehen hab, musste ich es aus zwei Gründen sofort kaufen: zum einen stand als Info dabei, dass es aus Böblingen kommt -nur rund 25km von Tübingen entfernt. Und zum anderen spricht das Etikett ja schon für sich! Als visuell veranlagter Mensch werde ich schnell Verpackungsopfer – in diesem Fall zum Glück 🙂

Was den Geschmack der einzelnen Biere angeht, bin ich als Biertrinker-Anfängerin ziemlich die falsche um euch groß was zu erzählen. Aber ich geb mein Bestes mit der Unterstützung vom Mitesser, der sich da deutlich besser auskennt 😉 Vergebt mir, wenn ich mich vielleicht nicht mit dem richtigen Fachvokabular ausdrücke, aber vielleicht reizt das den ein oder anderen auch mal ein Bier auszuprobieren.
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Beginnen wir mit dem Triple Ale: die bernsteinfarbene Farbe gibt dem Bier seinen englischen Namen – Amber. Gebraut wurde es mit fünf Malz- und sieben Hopfensorten. Es hat einen Alkoholgehalt von 5,3%, 13% Stammwürze und 30 Bittereinheiten.
Vathana empfohl während des Trefffens, mit dem Trible A einmal eine Kürbissuppe abzulöschen. Das würde sehr gut passen. Ich merk mir das auf jeden Fall für den Herbst! Eine andere Möglichkeit, das Bier nicht nur zu trinken, sondern auch zu essen, zeige ich euch nächste Woche in Form eines Brotes.

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Das 663 ist ein Modern What Ale. Dieser Sorte war ich am skeptischsten gegenüber und wurde am freudigsten überrascht. Die sonst üblichen Weizenbiere schmecken mir nämlich so gar nicht. Und jetzt kommt da die Kraftbierwerkstatt und macht ein Bier, das schon an ein Weizen erinnert (entschuldigt den Vergleich, Oliver und Rasmus!), aber leichter ist, frischer, es hat leichte Zitrusaromen, die es dem Aromahopfen zu verdanken hat. Echt super!

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Mein persönlicher Favorit ist aber das Toxic Harvest Ale. Es hat einen Alkoholgehalt von 5,0%, 28 Bittereinheiten und 12% Stammwürze. Es schmeckt sehr frisch, spritzig und macht mir Vorfreude auf den Sommer. Keine Angst vor den Bittereinheiten, die schmecken im Abgang herb, was schön erfrischend ist. Der Freund musste mir den Großteil dieser Sorte überlassen 😉

Ich freu mich jedenfalls, dass ganz in der Nähe ein tolles Craft Beer gebraut wird! Vielleicht konnten wir euch darauf Lust machen, etwas Neues auszuprobieren. Die Verkaufsstellen sind auf der Homepage der Kraftbierwerkstatt aufgelistet.
Habt ihr noch Vorschläge für mich, welches Craft Beer es sich lohnt auszuprobieren?

 

Unser Meating trifft: Die Kraftbierwerkstatt

Wir freuen uns, euch heute die Kraftbierwerkstatt aus Böblingen mit ihrem Craft Beer vorstellen zu dürfen. Der Beitrag entstand auf Anfrage von uns, weil wir neugierig waren, was hier in unserer Region an Craft Beer entsteht. Auf Inhalt wurde kein Einfluss genommen und entspricht einfach unserem Interesse an dem Produkt.

2016.02.10_Kraftbierwerkstatt-40Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich mal gerne Bier trinken werde, hätte ich nur lachend abgewunken. Aber hier sitze ich mit Oliver Koblenzer und Rasmus Muttscheller und unterhalte mich mit ihnen über ihr Craft Beer. Also falls ihr schon drauf und dran seid, wegzuklicken, weil euch Bier nicht schmeckt, macht mal langsam und lest weiter! Ich hab mich auch vom Gegenteil überzeugen lassen, als ich erstmal geschmeckt habe, wie vielfältig Bier2016.02.10_Kraftbierwerkstatt-31 sein kann.

Ein ähnliches Erlebnis hat auch die Begeisterung von Oliver für Craft Beer geweckt: als er vor rund 20 Jahren während seiner Flitterwochen auf Hawaii ein Bier bestellte, schmeckte das so gar nicht nach dem wässrigen Einheitsgebräu, das man sonst von den USA oder großen Brauereien im Allgemeinen kennt. Seine Neugier war geweckt und er fing an, auf dem heimischen Herd Bier zu brauen. An die Zutaten kam er nur, weil er jemand kannte, der damals schon einen Internetzugang hatte und so Hopfen & Co aus den USA bestellt werden konnten. Unvorstellbar heutzutage 🙂 Oliver und Rasmus kamen also nicht erst durch den Craft-Beer-Trend der letzten Jahre aufs Brauen, sondern sind schon eine ganze Weile begeistert von den Möglichkeiten, die sich durch die verschiedenen Braumethoden bieten.

Rasmus, l2016.02.10_Kraftbierwerkstatt-34angjähriger Freund und Geschäftskollege, musste sich als Wein- und Whiskytrinker erstmal an das Craft Beer rantrinken, aber auch er ließ sich von diesem Bier abseits der Massenware überzeugen. Craft Beer definieren die beiden als ehrliches Bier: sie wissen was drinsteckt, kennen oft die Produzenten von Weizen und Hopfen persönlich. Ein Craft Beer, so Rasmus, ist ein Bier, das man auch beim zweiten Mal trinken wiedererkennt. Es steckt Geschmacksvielfalt drin und viel Kreativität. Craft Beer geht gegen die „Massenbierhaltung“, wie sie es mit ihrer Kraftbierwerkstatt auf den Punkt gebracht haben.

Vor zwei Jahren dann wurde das Hobby professionalisiert, alles neben dem Beruf her. Als erstes entstand der Sud No. 1, das Toxic Harvest Ale – im nächsten Post stellen wir euch die Biere genauer vor. In einer kleinen Brauerei im Schwarzwald, im Brauhaus Rössle in Neubulach bei Ingo Mutterer, wird ausprobiert und getüfftelt bis das Endprodukt so schmeckt, wie Oliver und Rasmus sich beispielsweise ihr Wheat Ale vorstellen. Mit dem fertigen Rezept geht es dann in die Böblinger Schönbuch Braumanufaktur. Die Kraftbierwerkstatt ist eine so genannte Gypsy-Brauerei: weil sie keine eigene Brauerei haben, mieten sie sich in Räumlichkeiten ein. In Böblingen war das recht unkompliziert möglich: die 7000 Liter seien ja nur homöopathische Mengen und würden den Normalbetrieb nicht stören, so der Brauereibesitzer Werner Dinkelaker.

Inzwischen hat die Kraftbierwerkstatt drei Stammbiere: das Toxic Harvest Ale, das Wheat Ale 663 und das Triple A. Ein IPA kommt bald noch dazu. Ein kalt gehopftes Helles mit Zutaten aus Bioanbau, das sich noch in Planung befindet, soll die Auswahl schließlich perfekt machen. Auch um den Vertrieb kümmern sich Oliver und Rasmus noch persönlich: bis hoch nach Hamburg hat es sie mit ihrer Lieferung schon verschlagen. Werft mal einen Blick auf ihre Homepage: zum einen ist die wunderschön künstlerisch gestaltet von Vathana, die sich um die Betreuung der sozialen Medien kümmert. Zum anderen findet ihr dort aber auch alle Verkaufsstellen aufgelistet, bei denen ihr euch eine Kostprobe besorgen könnt.

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Das schwäbische Craft-Beer-Trio befindet sich momentan weit über Hamburg hinaus auf dem Weg in die USA: in Philadelphia findet im Juni die Bier-WM statt. Dort stellen sie sich der internationalen Konkurrenz und wer weiß? Vielleicht gibt es ja bald wieder einen Weltmeistertitel zu feiern? Zu wünschen wäre es den beiden!

An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank für eure Zeit und das Treffen mit uns! Es war toll euch kennenzulernen und von eurer Begeisterung für Craft Beer zu hören.