Qual der Wahl: Rindfleisch-Brötchen

Ist es bei euch auch üblich, zu fragen, ob man etwas mitbringen kann, wenn man irgendwohin eingeladen wird? Ich kenne das nur zu gut, dass diese Frage sofort gestellt wird, wenn man eine Einladung erhält. Und jedes Mal steht man vor der Herausforderung, was man denn dann machen soll. Wenn man ehrlich ist, ist so ein Buffet nämlich ein knallharter Wettkampf und den gilt es jedes Mal neu zu gewinnen!

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Da wird ausgestellt, zurecht gerückt und regelmäßig nachgeschaut, wie sich die eigenen Leckereien im Vergleich zur Konkurrenz machen, die um die Aufmerksamkeit der hungrigen Gäste buhlen. Und nein, dieses Verhalten legen in meinem Bekanntenkreis nicht nur gestandende Hausfrauen an den Tag, sondern gerade auch die jüngeren Leute! Bestes Beispiel dafür war ein Cocktailabend zwischen den Jahren. Schon sehr lange ist es Tradition, dass nach Weihnachten, wenn noch alle aus dem Jugendkreis daheim sind, ein Abend mit den besten Alkoholika und leckeren Snacks veranstaltet wird. Es ist jedes Mal einfach schön, alle vertrauten Gesichter wieder auf einem Haufen zu sehen, gut zu essen und zu trinken, zu schwätzen und Spaß zu haben. Wirklich ein sehr großes Geschenk, aaaaaber ich schweife ab!

Jedenfalls bringt da jedeR was mit. Die männliche Form trifft hier durchaus zu, denn was die Jungs da an Koch- und Backtalent an den Tag legen, ist echt beeindruckend! Ich hatte für den Abend sozusagen als Grundlage für die Cocktails diese Rindfleisch-Brötchen gebacken. Von außen sehen die ja wirklich unscheinbar aus, aber was sich im Inneren verbirgt, ist wirklich köstlich! Eine Art Bolognesesauce schön kompakt und handlich verpackt um nebenbei verspeist werden zu können. Tja, ohne mich selbst zu loben: die Rindfleisch-Brötchen waren als allererste weg 😀 HAAAA! Den inoffiziellen Buffetwettkampf haben die Dingerchen schon mal gewonnen. Zur Krönung wurde ich auch noch von einem Freund nach dem Rezept gefragt, Doppelsieg 😉

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Bevor Spekulationen aufkommen: nein, ich hab nicht mein eigenes Buffetmitbringsel aufgefuttert. Um ehrlich zu sein fande ich einen herzhaften Quark-Käse-Kuchen viel, viel geiler mit den Cocktails zusammen. Aber Geschmäcker sind verschieden und der objektive Wettkampf hat nun mal zuerst einen leeren Teller für mich bedeutet 🙂

Zutaten für 20 Brötchen:
1 Zwiebel
1 Karotte
300g Rinderhackfleisch
Olivenöl
2 Lorbeerblätter
1 Sternanis
15g Perlgraupen (ich: Couscous)
10 Zweige Thymian (ich: 1Tl getrockneter)
100ml Shiraz (Rotwein)
500ml Hühnerbrühe
5 eingelegte Walnüsse (5 ganz normale)
Teig:
1 Päckchen Trockenhefe (7g)
1 EL feiner Roh-Rohrzucker
100g Butter
550g Weizenmehl Type 550
175ml fettarme Milch

Zubereitung:
Für die Füllung Zwiebeln und Möhren schälen und sehr fein würfeln. Das Hackfleisch in einer großen beschichteten Pfanne in etwas Öl bei starker Hitze anbräunen, dabei regelmäßig umrühren. Zwiebeln, Möhren, Lorbeer, Sternanis und Graupen unterrühren. Die Thymianblättchen abzupfen und hinzufügen. Alles weitere 5min braten dann mit dem Wein abslöschen und den Bratensatz vom Pfannenboden losschaben. Sobald der Wein verkocht ist, die Brühe angießen. die Nüsse grob hacken (und falls eingelegte verwendet werden diese mit einem guten Schuss Einlegflüssigkeit aus dem Glas) dazugeben. Die Pfanne mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und das Ganze 2h schwach köcheln lassen (Ich habe es maximal eine halbe Stunde köcheln lassen und auch nicht über Nacht kalt gestellt). Die Sauce sollte eingedickt, aber noch nicht trocken sein, regelmäßig umrühren. Abschmecken und über Nacht kalt stellen.
Am nächsten Tag für den Teig die Hefe mit dem Zucker in 150ml lauwarmen Wassen auflösen; 10min ruhe lassen. Inzwischen die Butter mit dem Mehl zu Streuseln verreiben. Hefewasser und Milch sowie 1 gestrichenen TL Meersalz dazugeben. Alles mit einem Löffel verrühren bis es mühsam wird. Dann den Teig mit den Händen kneten bis er glatt und elastisch ist.
Zu 20 gleich großen Kugeln formen (à eta 45g). Auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen, mit einem angefeuchteten Geschirrtuch bedecken und gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Den Backofen auf 170° vorheizen. Jeweils eine Teigkugel auf der Handfläche flach drücken, 2 gehäufte TL Füllung in die Mitte geben (bzw so viel wie möglich, dass sich der Teig gerade noch schließen lässt). Lorbeer und Sternanis entfernen. Die Teigränder über die Füllung ziehen; zusammendrücken. Die Brötchen rund formen. Auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen.
Ganz unten im Ofen 20min backen bis sie hellbraun sind. Wer will, backt die Brötchen schon im Vorraus und wärmt sie vor dem Servieren noch einmal einige Minuten im Ofen auf. Gut schmeckt dazu auch etwas Créme fraiche, das man mit Meerrettich verrühren kann.

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Lesefutter: Dip-Trio

Wenn ich mir dieses Jahr anschaue, ist eines definitiv zu kurz gekommen: LESEN! Ich war schon immer jemand, die ihre Nase in Bücher gesteckt hat. Es gab Zeiten, da sind wir wöchentlich in die Stadtbücherei um neues Lesefutter zu besorgen -wirklich, ich kann euch nur empfehlen, eure lokale Stadtbücherei zu besuchen und mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen! Oft kosten die Ausweise nicht mal 20€ im Jahr und das rentiert sich wirklich. Denn seien wir ehrlich: wie oft nehmen wir einen einmal gelesenen Roman tatsächlich nochmal in die Hand und lesen ihn durch? Ja, solche Bücher gibt es und die lohnt es sich wirklich daheim zu haben, aber die meisten Bücher werden vielleicht noch Freunden ausgeliehen bevor sie dann hauptsächlich rumstehen und verstauben.

Falls ihr euch nicht gleich binden wollt: es gibt auch Schnupperausweise und viele Büchereien bieten heute sogar E-Books an. Dazu gibt es oft noch tolle Programme. In Balingen beispielsweise hab ich gesehen, findet ein Vorlesenachmittag mit einem Handballer der Nationalmannschaft statt. Wenn dadurch Kinder und Jugendliche zum Lesen animiert werden, klasse! Ja, ich singe heute ein lautes Loblied auf die Büchereien und hoffe, dass die weiter erhalten werden. Eine meiner besten Entscheidungen nach dem Examen war es, mir einen Ausweis für die Bücherei ausstellen zu lassen. Endlich kann ich meine Lesesucht wieder befriedigen 🙂

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Auch Kochbücher gibt es zum Ausleihen -großes Lob hier an die Karlsruher Bücherei, die wirklich eine tolle Auswahl hat. Ich gebe zu: für mich lohnt es sich durchaus, das ein oder andere Kochbuch zu kaufen so oft wie die zum Einsatz kommen. Für alle reicht natürlich mein Budget nicht und da kann ich ja zumindest mal Probe-Besitzerin sein 😉 Im besten Fall gibt es dann Lesefutter im wahrsten Sinne des Wortes. Momentan hab ich „Deutsche Küche neu entdeckt“ von Matthias Mangold ausgeliehen, ein sehr ansprechendes Buch, aus dem der Ziegenkäse-Aprikosen-Dip ist.

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Die Dip-Platte war ein spontanes Abendessensprodukt: ich wollte nicht wieder Salat, hatte den Kürbiskerndip entdeckt, meine Schwester hatte Lust auf Hummus, ein Ziegenfrischkäse stand noch im Kühlschrank und getrocknete Aprikosen finden sich sowieso immer in Mamas Vorratskammer. Ein bisschen frisches Gemüse gekauft, die teuren Gemüsechips mussten auch mit. Die kleine Schwester zum Schnippeln angestellt, den Mixer immer wieder angeworfen und fertig! Ein Essen, das man nicht formal und chic isst, sondern versucht, sich möglichst viel Dip auf die Karotte zu löffeln. Entspannt und herzhaft, ein tolles Futter nach all dem Lesen 🙂

Habt ihr Lesetipps für mich? Irgendein Buch, das euch gefällt? Bitte nichts Gruseliges oder mit Ritualmorden -dafür bin ich zu empfindlich! Aber ansonsten nur her mit eurem Lesefutter!!!!

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Rezept für den Hummus:
1 Dose Kichererbsen
2 EL Tahini (oder ein anderes Nussmus, ich mag Tahin nicht)
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
wer mag: Knoblauch, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen, mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben und glatt pürieren. Kräftig abschmecken.

Rezept für den Kürbiskern-Dip:
160g Kürbiskerne
4-5 EL Olivenöl
1 El Tahini (ich: Cashewmus)
4-5 EL Zitronensaft
125ml Wasser
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, damit sie ihr nussiges Aroma entfalten. Mit Öl, Tahini, Zitronensaft, Wasser, Petersilie, Salz und Pfeffer in einem Blitzhacker oder Mixer geben und 1-2min zu einer dicken Paste verarbeiten. Mit etwas zusätzlichem Öl bestreuen. Quelle: life in balance (Donna Hay)

Rezept für den Ziegenkäse-Aprikose-Dip:
200g Ziegenfrischkäse
4-5 EL Sahne
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
4-5 getrocknete Aprikosen
1/2 Bio-Orange (weg gelassen)
1 EL Honig
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Ziegenfrischkäse in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, Sahne unterrühren, sodass eine geschmeidige Paste entsteht. Schalotte und Knoblauch schälen und sehr fein würfeln. Die Aprikose sehr fein hacken. Orange waschen, mit einem Zestenreißer die Schale abziehen und fein hacken. Alles mit dem Honig und etwas Salz vermischen. Nach Geschmack noch Kräuter unterrühren.
Quelle: Deutsche Küche neu entdeckt (M.Mangold)

 

Gedächtnisleistung: Crostini mit Bohnenpaste und Paprika

Zuerst einmal vielen Dank für all eure lieben Kommentare zum letzten Rezept, sei es jetzt bezüglich des Foccacias selbst oder einfach nur, um mir einen schönen Urlaub zu wünschen. Ich hab mich sehr darüber gefreut, heimzukommen, online zu gehen und dann erstmal so viele Kommentare beantworten zu dürfen 🙂 Der Urlaub ist leider schon wieder vorbei, es war eine tolle Zeit in Südtirol mit vielen, vielen Höhenmetern, die wir bei Wanderungen bewältigt haben, leckerem Essen, dem ein oder anderen Gläsle Wein und viel Sonne.

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Schönes Wetter gab es auch als ich nach dem schriftlichen Examen mich für ein paar Tage daheim habe umsorgen lassen. Zumindest an einem Abend haben wir beschlossen, auf den Plettenberg zu fahren, dort auf dem Grillplatz was zu essen und dann Sternschnuppen zu gucken. Für diese Gelegenheit wollte ich ein paar Crostini machen nach dem Rezept aus Stevan Pauls „Auf die Hand“. Die Brotscheiben mit Bohnenpaste und Paprika hatte ich schon so lange vorgenommen zu machen, aber dann ausgerechnet lag das Kochbuch in Tübingen. Was Rezepte angeht, musste ich aber beim Durchlesen des Originals feststellen, besitzt mein Gehirn eine ausgesprochen gute Geächtnisleistung: zwar hab ich nicht an Bohnenkraut gedacht, aber die Bohnenpaste hatte ich so exakt gemacht wie im Rezept angegeben. Pinienkerne gab es keine daheim und jaaaa, die fruchtige Komponente für den Belag hab ich vergessen.

Wahrscheinlich wären die Cranberries noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen, aber auch so waren die Crostinis an einem Sommerabend ideal um die Wartezeit auf die Würstle zu überbrücken 😉 Paprika hat momentan auch Saison und -vorausgesetzt man verwendet nicht Importware vom anderen Ende der Welt- bringt auch eine gewisse Süße mit, die einfach lecker ist! Dass die Schoten allerdings in der Pfanne geschmort werden, das hatte ich auch nicht mehr gewusst. Im Backofen sind die auch gut geworden und durften dann noch schön in einer Tupper marinieren bis sie ihren Auftritt hatten und von meiner Schwester so wunderschön auf die Brotscheiben drapiert wurden.

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Wo beweist ihr denn ein Elefantengedächtnis? Auch bei Rezepte? Ich glaube, bei mir liegt das definitiv in der Familie: zumindest von meiner Oma und meiner Mutter kann ich bezeugen, dass sie Rezepte mit Mengenangaben herunterbeten können. Der Freund hingegen kann auch noch nach Jahren aufzählen, auf welche Berggipfel er hochgewandert ist und mein Bruder kann sich den Inhalt jeder Serie oder Film behalten. Hach, solch eine Gedächtnisleistung für den Lernstoff und das Examen wäre ein Klacks 😀

Zutaten (für 4-6 Portionen):
1 Dose weiße Bohnen (425g EW)
2 Zweige Bohnenkraut (oder 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut)
1 kleine Knoblauchzehe
2-4 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz
2 EL Pinienkerne (ich: Sonnenblumenkerne)
2 EL getrocknete Cranberrys/Rosinen oder Sultaninen (ich: weggelassen)
3 rote Paprika
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Honig (ich: Prise Zucker)
1 Ciabattabrot
Olivenöl, einige Blättchen Basilikum

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Für die Bohnenpaste: Bohnen abgießen und in einem Sieb kalt abspülen. Im Mixer mit Bohnenkraut, Knoblauch, Zitronensaft und 2 ELOlivenöl pürieren. Mit Salz würzen.
Für die geschmorten Paprika: Pinienkerne ich einer Pfanne ohne Fett rösten. Herausnehmen und beiseitestellen. Cranberrys grob hacken. Paprika mit einem Sparschäler schälen, halbieren, entkernen und in 1cm breite Streifen schneiden. 4 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Streifen zugeben, salzen und unter Rühren 12-15min bei milder Hitze weich schmoren. Cranberrys die letzten 5min mitschmoren. Pinienkerne und Honig unterrühren und das Gemüse mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig würzen.

ICH habe die Paprika halbiert und bei ca. 180°C im Ofen ca. 25min (?) gebacken, dann gehäutet und in Streifen geschnitten, mit Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker mariniert. Sonnenblumenkerne drüber, alles in ne Tupper und ab zum Picknick!
Für die Crostini: Ciabatta in Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und auf einem Blech im Ofen unter dem Grill in wenigen Minuten hellbraun rösten (oder: über dem offenen Feuer knusprig backen). Die Brotscheiben mit Bohnenpaste bestreichen, Paprikagemüse darauf und evt mit Basilikum bestreut servieren.

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Bleibt alles anders?: Kirsch-Basilikum-Bruschetta

Für die einen kann es nicht genügend Veränderung geben, dem anderen macht jeder Wechsel Angst. Bei mir persönlich stehen dieses Jahr (hoffentlich) noch größere Änderungen an, aber auch wenn ich von mir als Einzelperson wegschaue, sind in den letzten Tagen nur zu sehr Veränderungen auf politischer Ebene diskutiert worden. Was für den Einzelnen nur ein Kreuzchen im einen oder anderen Kästchen war, macht sich nun in der Summe bemerkbar.

Nein, das soll kein politisches Statement werden. Der „Brexit“ war lediglich sehr präsent. Als ich vor kurzem mit einer Freundin über ihre Arbeit sprach und sie nach ihrer alltäglichen Routine fragte, lachte sie nur und sagte, dass es jeden Tag so anders sei und sie sich zwar Aufgaben vornähme, aber oft hauptsächlich damit beschäftigt sei auf ständig neue Anfragen zu reagieren. Neues und Veränderung gehören maßgeblich zu ihrem Alltag.

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Kommt bei all dem, was da auf mich einströmt, Angst auf? Manchmal. Bei all den Statements der letzten Tage stach Norbert Lammert angenehm hervor, der bei einer Sondersitzung gelassen meinte, dass die Sonne trotz Brexit wieder aufgegangen sei. Wenn bei mir da Angst und Sorgen aufkommen, dann halte ich mich daran fest, was ich glaube und an die Menschen, die all diese Jahre schon treu an meiner Seite stehen. Alles bleibt anders? Zumindest kann ich das für veile wertvolle Wegbegleiter beneinen, mit denen ich trotz sich ändernder Umstände immer noch in Kontakt bin.

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Ebenso wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, kommt durch den Wechsel der Jahreszeiten wieder Abwechslung auf den Teller. Diese Art von Veränderung macht doch jedem Foodie Freude, oder? Hat gerade jeder noch für Spargel und das erste zarte Grün geschwärmt, so jubeln jetzt alle über reife Beeren. Und ich zeige euch heute eine Kombination von süßen Früchten, die sich ganz hervorragend als herzhafter Belag auf Bruschetta machen. Auch so eine Verbindung, die sich über Jahre bewährt hat 🙂

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Zutaten (für 6 als Vorspeise)
400g Erdbeeren
250g Kirschen
Basilikum (Menge nach Geschmack, mind. Blätter von 3 Stängeln)
1 rote Zwiebel
4 TL weißer Balsamicoessig
2 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
1 frisches Baguette
optional: Balsamicocreme

(ich hoffe, die Angaben stimmen einigermaßen. Aber das genaue Verhältnis von Erdbeeren und Kirschen ist relativ egal und kann nach eigenem Geschmack und Vorrat angepasst werden)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kirschen waschen, entsteinen und in kleine Würfel schneiden. Die Erdbeeren waschen und ebenfalls klein schneiden. Den Basilikum hacken. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Kirschen, Erdbeeren, Zwiebel und Basilikum mit Essig und Öl mischen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Das Baguette in Scheiben schneiden und auf ein Backblech geben. 5-7min im Ofen knusprig backen.
Die Baguettescheiben auf eine Servierplatte geben und den Kirsch-Basilikum-Belag darauf häufen. Nach Geschmack mit Balsamicocreme beträufeln oder auch noch mit zusätzlichem Basilikum garnieren. So oder so, einfach lecker!

Quelle: The Oh she glows Cookbook (Angela Liddon)

Gegen den Herbstblues: Cheddar-Kroketten

Ich mag den Herbst ja sehr, sehr gern! Auch wenn aufgrund des Neckars mein Unistädtle Tübingen morgens immer mit Nebel gefüllt ist, begeistert mich die Natur in der letzten Jahreshälfte immer wieder: die Farbexplosion der sich verfärbenden Blätter, bei Sonnenschein erscheint das Licht so golden und warm und von den Möglichkeiten, die man mit der ultimativen Herbstfrucht Kürbis hat, muss ich hier ja nicht erzählen 😉

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Nein, so was wie Herbstblues kommt bei mir eigentlich nicht auf. Aber wenn mal ein Tag blöd war und die Heizung nicht schnell genug warm wird um meine kalten Füße zu wärmen, dann hilft bei mir generell IMMER Essen. Und weil man sich bei den Temperaturen und sonst sowieso erst recht nicht um seine Bikinifigur kümmern muss, gibt es hier schön was mit weichem Kartoffelteig, der dann in Fett ausgebacken wird. Kroketten kenne ich weniger als frittierte Beilage, sondern vielmehr als Tapas. Während meines Auslandsjahres in Spanien wurde schnell herausgefunden, wo es denn die besten croquetas gab. Die Standardvariante besteht aus einer sehr dicken Bechamelsauce mit Schinken, der Kreativität sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich muss gestehen, Featured imagedass das Rezept bei mir nicht so gut geklappt hat: es ließen sich beim besten Willen auch mit der Hilfe von mehr Mehl keine Nocken formen! Dabei hab ich alles exakt so gemacht, wie beschrieben! Warum ich das Rezepte trotz zerlaufenen Nocken trotzdem verblogge? Weil es einfach so, so lecker schmeckt! Der Teig mit dem Käse und den Kräutern ist der Hammer! Und wenn dann noch eine knusprige Panade dazu kommt, höre ich meine Hüften jubeln!

Ich gehe also mit nicht ganz kalorienarmen Essen und Banner-Blogevent_Rezepte-gegen-den-HerbstbluesUrlaubserinnerungen gegen trübe Herbsttage vor. Die Cheddar-Kroketten passen deswegen auch zum Blogevent von den Kochmädchen Jule und Susi. Wer sich an die schönen Tage des vergangenen Jahres erinnert und evtl schon den nächsten Urlaub vor Augen hat, der kommt auch durch ein paar schmuddelig-kalte Herbsttage.
Zutaten (für 4 Personen):
400-500g mehligkochende Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
5 Stiele Petersilie
10 Schnittlauchhalme
100g Cheddar
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
30g Butter
6 EL Mehl (vermutlich etwas mehr)
300ml Milch
2 Eier
100g Paniermehl
reichlich Öl zum Braten

Zubereitung:
Kartoffeln schälen, würfeln und in kochendem Wasser in ca. 20min garen. Featured imageAbgießen und ausdampfen lassen. Zwiebeln und Knoblauch abziehen und ebenso wie die Petersilie und den Schnittlauch klein hacken. Cheddar grob reiben und mit allen gehackten Zutaten und 1 EL Olivenöl mischen. Salzen und pfeffern.
Butter zerlassen, 2 EL Mehl einrühren und ca. 1 min anschwitzen. Nach und nach die Milch einrühren. Sauce langsam aufkochen bis sie sehr sämig (=sehr dick) wird. Weitere 2min kochen und vom Herd nehmen – dabei ständig rühren, damit nichts reinbrennt. Kartoffeln in die Sauce geben und darin zerstampfen, dann glatt rühren. Kräuter und geriebenen Käse zugeben. Teig abkühlen und im Kühlschrank etwa 60min ruhen lassen.
Kartoffelmasse mit zwei Löffeln zu Nocken (oder so was in der Art) formen. Nocken im restlichen Mehl (4 EL), in den verquirlten Eiern, zuletzt im Paniermehl wenden. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen, Kroketten darin ausbacken. Herausheben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Bier und Urlaubserinnerungen servieren.

Quelle: Lust auf Genuss 11/2015.

Quickie: Avocado mit Trauben-Salsa

Keine Zeit, aber trotzdem Lust auf was Leckeres zum Essen? Keine Lust, lange in der Küche zu stehen, wenn man doch alleine essen muss? Keine Ahnung, was man außer Guacamole mit Avocados machen kann?

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Hier kommt als Lösung wieder mal eine tolle Kombination von süß und herzhaft, cremig und mit Biss. Ihr braucht keine 10min um die Salsa fertig zu stellen und schon habt ihr einen leckeren Snack, ein gesundes Abendessen auf dem Tisch stehen. Wer will, kann natürlich auch die Avocado würfeln und vorsichtig mit den Trauben mischen. Das Ganze kann dann mit Tacos ausgelöffelt werden… schmeckt aber auch ohne Chips sehr gut 😉

Zutaten: Featured image
300g rote und grüne kernlose Trauben
1/2 rote Chilischote (mehr oder weniger, je nach Geschmack)
1 EL Limettensaft
1 TL Olivenöl
2 Schalotten
3 TL frisch gehakter Koriander (ich: Petersilie)
Salz

Featured imageZubereitung:
Die Trauben je nach Größe vierteln oder achteln, sie sollen recht klein sein. Die Schalotten fein würfeln. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermischen. Mit Salz abschmecken. Für 30min marinieren lassen. Zum Servieren entweder die Avocado einfach halbieren, Kern raus und Salsa rein oder die Avocado würfeln und vorsichtig mit der Salsa vermischen.

Quelle: My new Roots (Sarah Britton)

PS: wer sieht noch ein etwas skeptisches Smiley auf den Bildern? 😀

Statt Bauschaum: Thunfisch-Kapern-Mousse

Die Wochenenden verbringe ich meistens mit dem Mitesser. Am letzten Sonntag waren wir Featured imagedaheim bei meinen Eltern eingeladen und dieses Meating musste natürlich genutzt werden, um ein paar neue Fotos für den Blog zu schießen. Dieses Projekt hier ist für den Mitesser noch sehr neu, aber auch sehr unterhaltsam. Während ich meine Zutaten für die Mousse zusammen suchte, scrollte er sich durch den Blog… und damit nahm das Gespräch seinen Anfang.

Er: Die Frühstückstarte da hab ich aber noch nie gegessen.
Ich: Ja, stimmt. Hab ich gemacht als ich daheim war.
Er: Und des mit dem Weckle und den Tomaten auch nicht!
Ich: Stimmt gar nicht! Das Weckle hab ich letzten Sommer schon mal gemacht als des Kochbuch neu war… ich muss jetzt die Mousse vorbereiten.
Er: Was für eine Mousse?
Ich: Die kommt dann auch auf den Blog, dann hattest du auch endlich mal wieder was davon und gleichzeitig wollen wir damit bei dem White Dinner von einer Bloggerin mitmachen.
Er: Bei was??? Featured image
Ich: Du weißt doch, dass wir am 5. September beim Dîner en blanc in Karlsruhe dabei sind. Und so etwas in der Art gibt es auch virtuell: statt weiß gekleidet kommt man mit weißen Gerichten zu Tinas Tausendschön.
Er (guckt herausfordernd): Dann kommt es also nur drauf an, dass die Mousse weiß ist und gut aussieht.
Ich: Naja, nicht nur. Die soll auch schmecken, sonst kann ich das Rezept ja nicht weiterempfehlen.
Er (frech grinsend): Aber das weiß doch niemand. Es muss einfach hell sein – da könntest du doch auch einfach irgendwas in die Gläser füllen, das schön fotografieren und gut ist! Nimm doch Bauschaum 😉

Jaaaa, oder auch nicht! Im Gegensatz zum Bauschaum hatte ich nämlich die Zutaten für diese Mousse schon da und nachdem die Vorspeise sonntags sehr gut ankam und wirklich toll luftig-locker war, kann ich euch mit bestem Gewissen nicht nur schöne Bilder präsentieren, sondern auch das Rezept dazu liefern 🙂 Bis die Fotos meinen Vater zufrieden gestellt haben, verging zur großen Erheiterung meines Mitessers einiges an Zeit, in der der Fotograf alle anwesenden Familienmitglieder rund um die Gläsle herumdirigierte. Sehr viel Aufmerksamkeit also für eine nette, feine, weiße Vorspeise – die lässt sich übrigens auch sehr gut transportieren! Ideal also, um sie zu einem White Dinner mitzunehmen.

Gibt es in eurer Stadt auch so eine Veranstaltung? Oder ist vielleicht jemand von euch in Karlsruhe mit dabei?

Zutaten (für 8 kleine Portionen):
Kapern-Mousse
50ml Milch
125ml Schlagsahne
30g kleine Kapern in Lake
2 Blätter weiße Gelatine
1 EiweißFeatured image
Thunfisch-Mousse
1 Dose Thunfisch in Öl (185g EW)
1 Scheibe Toastbrot
50ml Milch
125g Joghurt
1 EL Mayonnaise
2 Blätter weiße Gelatine
2 EL Wermut (ich: Gemüsebrühe)
1 Eiweiß
Crostini
30g Orangenmarmelade
50g Kirschtomaten
8 Scheiben Weißbrot (Baguette, Ciabatta…)
Rosmarinnadeln zum Garnieren
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Für die Kapern-Mousse Milch und Sahne in einem Topf einmal aufkochen. Kapern und 2-3EL Kapernlake zugeben und mind. 1h ziehen lassen.
Inzwischen für die Thunfisch-Mousse Thunfisch in einem Sieb abtropfen lassen. Toastbrot entrinden und klein würfeln. In einem hohen Gefäß Thunfisch zusammen mit Milch, Joghurt und Weißbrot fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Masse in eine Schüssel geben. Mayo unterrühren. Gelatine 10min in kaltem Wasser einweichen.

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Wermut/ Brühe in einem Topf erwärmen. Gelatine ausdrücken und darin auflösen. Rasch unter die Thunfischcreme rühren und kalt stellen bis die Masse zu gelieren beginnt (ca. 20-30min). Eiweiß und 1 Prise Salz steif schlagen und unter die Thunfischmousse heben. Mousse auf 8 Gläser (à 200ml) verteilen und kalt stellen.
Für die Kapernmousse Gelatine 10min in kaltem Wasser einweichen. Kapernsahne durch ein Sieb gießen und abtropfen lassen. 2 El der Kapernsahne in einem Topf erhitzen. Gelatine ausdrücken und darin auflösen. Gelatine und die Kapern rasch in die Kapernsahne einrühren und kalt stellen. Sobald die Masse zu gelieren beginnt (ca. 20-30min), Eiweiß mit 1 Prise Salaz steif schlagen und unter die Masse heben. Kapern-Mousse auf Thunfisch-Mousse verteilen und abgedeckt mind. 3h kalt stellen. Über Nacht ist natürlich auch problemlos möglich, aber bei mir haben knapp 4h sehr gut gereicht. Featured image
Für die Crostini die Marmelade mit 2-3 EL Wasser in einem Topf schmelzen lassen. Tomaten putzen und klein schneiden. Brotscheiben in einer Pfanne ohne Öl rösten, dann mit etwas O-Marmelade bestreichen, mit Tomaten belegen. Salzen, pfeffern und mit Rosmarinnadeln zu der Thunfisch-Kapern-Mousse servieren.

Quelle: essen&trinken 7/2013.