Rettungsaktion: Klassisches Pesto (mal nicht zu Pasta)

Letzten Monat haben wir es nicht geschafft, warme Saucen mitzuretten, was wirklich eine Schande ist, angesichts der Tatsache, dass wir Schwaben doch zu allem eine Sauce brauchen 😉
Umso glücklicher bin ich, dass wir heute dabei sind, wenn es um Pesto geht (beziehungsweise PeSCHtooo, wie der Schwabe sagen würde). Lange Jahre kannte ich diese ungekochte Kräutersoße gar nicht. Dann fing das Studium an und schnell lernte ich neben Latein und Altgriechisch, dass zur Notfallration immer ein Glas Pesto im Schrank zu stehen hat, falls es in der Mensa mal nicht schmeckt. Nachdem ich mich ein wenig durchprobiert hatte, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass das nichts für mich ist: von den langen Zutatenlisten mal abgesehen, waren mir viele zu ölig, zu wenig kräuterlästig oder tomatig.

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Spätestens da fing ich an, ab und zu Pesto selber zu machen. Wobei ganz ehrlich, so oft kam das nicht vor, weil als Schwabe mir das Ganze nicht flüssig genug war 😀
Umso besser, dass Peschto zu so viel mehr als nur zu Nudeln passt!! Schnell gemacht ist es auch – wirklich perfekt. Auf dem Bild könnt ihr sehen, wie wenig Zutaten man dafür braucht. Umso erschreckender wie lang da die Zutatenlisten auf den Gläsern sind…  Ihr bekommt heute also zwei Rezepte: zum einen ein klassisches Pesto alla genovese und dann eine Minestrone, die durch das Pesto erst den letzten Kick erhält. Reste schmecken natürlich auch noch zu Spaghetti 😉

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Eine rießengroße Bandbreite an Pesti findet ihr bei den anderen Rettern:

https://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117

Aus meinem Kochtopf: Spargel mit Spargelpesto

Dynamite Cakes: Süßes Minz-Pesto mit Kokos

Obers trifft Sahne: Spargel mit Radieschen-Pesto

Sakriköstlich: Paprika-Chili-Pesto

SweetPie: Pesto alla genovese

Prostmahlzeit: Rucolapesto

Kochtopf: Pesto mit Rüebligrün (Karottengrün)

Giftige Blonde: Radieschenblätter-Pesto

Katha kocht: Tomate Mozzarella mit Basilikumpesto

Cuisine Violette: Grünes Spargelpesto mit Kräutern

Multikulinarisches: Gierschpesto

Brittas Kochbuch: Zucchini-Minze-Pesto

Küchenliebelei: Süßes Mandelpesto mit Rum

Kebo homing: Süßes Minzpesto zu Erdbeertartelettes

Meins! Mit Liebe selbstgemacht: Pesto Rosso

Barbaras Spielwiese: Liebstöckel-Pesto

auch was: Rosenblüten-Minz-Pesto

LanisLeckerEcke: Möhrenpesto

Bonjour Alsace: Grandioses Spargelpesto

Fliederbaum: Grünes Spargelpesto mit Mandeln

Darf ich nur mal sagen, wie genial ich diese Vielfalt finde? Da kann kein Industrieprodukt mithalten. Besonders toll finde ich, dass vermeintliche Abfallprodukte wie Karottengrün oder Radieschenblätter und von meiner Mutter als Unkraut verhasster Giersch zum Einsatz kommen! Hier nun aber unser Rezept.

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Zutaten (für 4 Personen):
Für die Minestrone:
2 Stangen Staudensellerie
1 Knolle Fenchel
2 Möhren
1 Kohlrabi
100g grüne Bohnen (TK)
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
50g durchwachsener Räucherspeck (optional)
4 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
1,2L Gemüsebrühe (wie das geht, zeigt Britta hier)
100g TK-Erbsen
Salz, Pfeffer
1-2 Msp. Chilipulver
1 TL getrockneter Oregano
100g kurze Nudeln
1 Dose weiße Bohnen (ca. 240g Abtropfgewicht)

Für das Pesto:
2 EL Pinienkerne
60g Basilikum
1 Knoblauchzehe
80ml Olivenöl
3EL frisch geriebener Pecorino (oder Parmesan)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Für die Minestrone Sellerie und Fenchel waschen und putzen, Möhren und Kohlrabi schälen. Alles in ca. 1cm große Stücke schneiden. Die frischen Bohnen waschen und in 2cm lange Stücke schneiden (TK entfällt der Schritt). Die Zwiebel und den Knofi schälen und klein würfeln. Den Speck ebenfalls in kleine Würfel schneiden.
Das Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Speck darin bei mittlerer Hitze andünsten. Das Tomatenmark dazugeben und unter Rühren kurz anbraten. Die Brühe dazugießen und das vorbereitete Gemüse samt gefrorener Erbsen (und Bohnen) zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Chilipulver und Oregano würzen und alles zugedeckt bei kleiner Hitze 25-30min köcheln lassen. Ab und zu umrühren.

Für das Pesto die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett bei mittlerer 2016.05.21_BasilikumPesto-11Hitzegoldbraun rösten, dann sofort aus der Pfanne nehmen. Basilikum waschen und trocken schütteln, die Blätter abzupfen und grob schneiden. Den Knoblauch schälen und grob hacken. Alles mit dem Öl in einem hohen Rührbecher mit einem Pürierstab oder in einem elektrischen Blitzhacker fein pürieren. Den Pecorino unterrühren und das Pesto mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsangabe bissfest garen, in ein Sieb abgießen und abtropfen lassen. Die weißen Bohnen ebenfalls in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Die weißen Bohnen zur Suppe rühren und diese weitere 5min köcheln lassen. Zuletzt die Nudeln unter die Suppe rühren und heiß werden lassen. Die Minestrone mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf tiefe Teller verteilen und jeweils mit einem großen Klecks Pesto servieren.

Quelle: Bauernmarkt & Biokiste. Die besten erntefrischen Rezepte für jede Jahreszeit.

Es grünt so grün: Frühlingsminestrone

Kennt hier jemand den Film „My Fair Lady“? Ich hoffe doch sehr! Ich liebe diese alten Musicalfilme und jeden Frühling kommt mir neu das Lied in den Sinn, wenn Eliza Doolittle endlich nach wochenlangem Üben ihren starken Akzent ablegt und astrein vorträgt: „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“. Einfach mal bei Youtube eingeben und die Szene angucken.

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Nachdem die letzten Tage das Wetter immer wieder verrückt gespielt hat und zumindest hier im Süden von Schneefall über Gewitter zu schönstem Sonnenschein alles dabei war, gab es ungetrübten grünen Frühling zumindest mal auf dem Teller. Frische Erbsen seh ich hier zwar noch nirgendwo an den Marktständen, weswegen ich die Tiefkühlvariante verwendet habe. Den Speck hab ich auch weggelassen, aber juhuuu! Spargel gibt es schon aus heimischem Boden. Ich freu mich ja über jede Stange, die auf meinem Teller landet 🙂

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Die Fregola sarda hab ich auch weg gelassen, zum Abendessen sollte es was Leichtes sein. Was aber bei aller Variation unerlässlich ist, ist der Kräuterdip. Der verleiht der Minestrone den letzten Kick! Zugegeben, wenn man den Dip in die Suppe gibt, sieht das nicht mehr so schön aus, aber hui! Der Geschmack wird es euch danken 😉

Zutaten (für 4 Portionen):
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Fenchelsamen
50g (Südtiroler) Speck (nicht für mich)
250g TK-Erbsen
500g grüner Spargel
1 Fenchelknolle
1 Stange Staudensellerie
1 Kohlrabi
2 EL Olivenöl
100g Fregola sarda (Pastaspezialität aus Sardinien)
1,75l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
ca. 50g Parmesan
1 Handvoll gemischter Kräuter (aus Faulheit bei mir: TK)
150g Schmand
2 EL Sahne

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Zubereitung:
Zwiebel und Knoblauch abziehen, beides fein würfeln. Fenchelsamen grob hacken. (Speck in feine Streifen schneiden. Erbsen palen) Spargel waschen, holzige Enden abschneiden. Spargelspitzen beiseitelegen, Stangen in Stücke schneiden. Fenchel und Sellerie putzen, klein schneiden. Kohlrabi schälen und würfeln.
Öl in einem großen Topf erhitzen. Speck (falls verwendet wird) knusprig auslassen. Zwiebeln im Speckfett glasig dünsten. Knoblauch, Fenchelsamen und Pasta zugeben, kurz anbraten. Das gesamte Gemüse bis auf die Spargelspitzen (und die TK-Erbsen) dazugeben und die Brühe angießen. Suppe mit Salz, Pfeffer und Lorbeerblatt würzen. Aufkochen und 10-15min köcheln lassen. 5min vor Ende der Garzeit die Spargelspitzen und die TK-Erbsen dazugeben.
Inzwischen Käse reiben, Kräuter hacken. Schmand, Sahne, Käse und Kräuter verrühren. Zum Servieren etwas Kräuterschmand auf die Suppe setzen. Mit Weißwein und einem  schönen alten Film genießen 😉

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

Auftakt: Kressesüppchen mit Räucherlachs

Es gibt wieder was Neues – entschuldigt die Stille hier auf dem Blog. Vor zwei Tagen habe ich mit dem mündlichen Staatsexamen erfolgreich die Hälfte meines Studiums beendet und die Tage davor waren sehr angespannt und ausgefüllt mit Lernen. Ich möchte ja sagen, dass gerade während der anstrengenden Schlussphase das Essen mir Kraft gegeben hat, aber nun ja… entsetzt musste ich feststellen, dass mir komplett der Appetit verging. MIR, die ich im Essen so gut bin, brauchte einen ganzen Tag um auch nur ein Stück Brot zu runterzukriegen! Somit sank auch rapide die Lust, mich auch nur mit meinen geliebten Kochbüchern oder dem Blog auseinander zu setzen.

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Aber egal! Es ist vorbeit, die Welt strahlt wieder in den schönsten Farben und die Lust auf gutes Essen steigt rapide an! Diese Suppe bietet einen wunderbaren Auftakt für ein Frühlingsmenü oder wärmt einfach am Abend schön, wenn es doch noch nicht ganz so warm ist, wie es die Sonne erhoffen lässt. Bei uns fing so das Essen am Ostersonntag an. Allein diese Suppe war schon so gut, dass sich der ein oder andere sogar noch einen Nachschlag bringen ließ! Und das obwohl alle wussten, dass da noch was Leckeres kommen würde 🙂

Von uns also eine ganz klare Nachkochempfehlung, lässt sich sehr gut vorbereiten und würde ja auch noch am nächsten Tag schmecken, wenn die Eltern nicht so egoistisch gewesen wären und alleine die Reste verspeist hätten…

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Zutaten (für 4 Personen):
600g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL Butter
1l Gemüsebrühe
2 Kästchen Gartenkresse (oder selbst gezogene)
3 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
120g Räucherlachs (alternativ Stremellachs mit Pfeffer)

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Zubereitung:
Kartoffeln schälen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Lauchzwiebeln putzen, waschen und hacken. Kartoffeln und Lauchzwiebeln in Butter andünsten, Brühe zugießen und ca. 25min bei mittlerer Hitze zugedeckt garen.
Kresseblättchen mit einer Schere vom Beet schneiden. 2 EL Kresse zur Dekoration beiseitelegen. Den Rest Kresse nach Ende der Kochzeit in die Suppe geben. Die Suppe fein pürieren, dabei Crème fraîche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Suppe in Teller füllen und mit zerrupftem Lachs und restlicher Kresse bestreut servieren.

Quelle: Mit Liebe. Das Genussmagazin (März/April 2016)

Aus Mamas Küche: Erdnuss-Suppe

Ein Hauch von Afrika

Kennt Ihr das auch? Ihr kommt abends um halb sieben heim. Ein langer Tag liegt hinter Euch – seitdem Ihr morgens um 7 das Haus verlassen habt ist so einiges geschehen. Während des Tages gab’s zwar was zu essen. Immerhin hattet Ihr Euch ja mit einem Vesper auf diesen Tag eingerichtet. Aber jetzt ist es halb sieben, Ihr seid etwas müde, vor allem jedoch HUNGRIG! Schon beim aussteigen aus dem Auto schnappt Ihr einen Duft auf und ein überraschtes „Oh!“ geht Euch durch den Sinn. Eure Nase hebt sich automatisch in den Wind um mehr von diesem Duft zu erhaschen. Ihr lauft Richtung Haus, immer noch diesen verführerischen Duft in der Nase und, ja tatsächlich, er wird intensiver! Aber wo genau kommt der eigentlich her? Ist’s doch ein Nachbar, oder …?

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Ihr öffnet die Haustür, tretet in den Flur. Enttäuschung will sich schon breit machen. Er ist weg! Nichts mehr von diesem – was genau war es eigentlich? Aber dann betretet Ihr die Wohnung und da ist er wieder! Intensiv! Würzig! Aromatisch! Einfach unglaublich anziehend! Und er kommt tatsächlich aus der heimischen Küche! „Mum! Was hast Du gekocht? Das riecht soooooo gut!“ Und was soll ich sagen: die Super-Mum hat mal wieder ein neues Rezept ausprobiert, eine Erdnuss-Suppe. Gab’s zuvor noch nie. Jedoch ist das Echo übereinstimmend: nicht nur der Duft war verlockend, auch der Geschmack ist unglaublich gut.

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So richtig Soulfood eben. Vegetarisch ist’s noch obendrein. Und wer die Sahne durch Sojacreme oder Kokosmilch und den Honig durch Zucker oder Agavendicksaft ersetzt, bekommt diese empfehlenswerte Suppe sogar in vegan.

Zwei Anmerkungen von Miriam an dieser Stelle noch:
1. Mein Vater hat den Beitrag zwar geschrieben, aber im Normalfall nennt er meine Mutter Schatz oder Schätzle, manchmal auch bei ihrem richtigen Namen. Aber dass er sie Mum nennt?? Ne, also bitte nicht! Dafür sind wir Kids dann doch schon zu alt 😉
2. Männer sind komisch, Erdnuss in Kuchen oder Cookies ist nicht so wirklich beliebt bei denen, aber dann gibt es ne Erdnusssuppe und die drehen durch vor Begeisterung…

Zutaten (4 Portionen):
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1 Stück Lauch
1 Süßkartoffel (300g)
1 Karotte
200g ungesalzene, geröstete Erdnusskerne
2 EL Öl
2 Tl Curry oder rote Currypaste
1 Tl Paprikapulver
2 Tl Tomatenmark
1 EL Honig (Agavensirup oder Zucker)
2 EL Zitronen- oder Orangensaft
1l Gemüsebrühe
100g Erdnusscreme
150g Sahne (oder Sojacreme/ Kokosmilch)
Salz, Pfeffer
Chiliflocken nach Belieben

Zubereitung:
Das Gemüse jeweils schälen, Knoblauch und Zwiebel fein hacken, Lauch in dünne Ringe schneiden. Die Süßkartoffel und die Karotte in Würfel schneiden. 2 EL Erdnüsse beiseite legen, den Rest grob hacken.2016.03.17_ErdnussSuppe-4
Das Öl in einem Topf erwärmen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Curry und Paprika kurz mitdünsten. Tomatenmark, Honig, Zitronen-oder Orangensaft hinzufügen. Lauch, Kartoffel, Karotte und Brühe einrühen und aufkochen lassen. 10min köcheln lassen.
Erdnusscreme und Sahne einrühren, gehackte Erdnüsse zugeben.Evt mit Salz, Pfeffer, Chili abschmecken. Suppe auf Teller verteilen, mit übrigen Erdnüssen und evt. Chiliflocken bestreuen.

Quelle: Meine Familie & ich.

Kleines flutschiges Scheißerchen: Sobanudelsuppe mit Gemüse und Wasabi

Ein Kraftausdruck gleich in der Überschrift? Oje, das kann nicht gut werden 😉 Wobei viele von euch 2016.01.23_AsiaNudelsuppe-1diesen Ausruf bestimmt schon mal gehört haben – zumindest die Frauen, Männer hören bei romantischen Filmen ja meistens nicht ganz so aufmerksam zu oder täusche ich mich da?
Julia Roberts, alias „Pretty Woman“ schimpft über die kleinen flutschigen Scheißerchen als ihr in dem Nobelrestaurant die Schnecke von der Gabel hüpft. Erinnert ihr euch? Jedenfalls muss ich immer an diesen Satz denken, wenn ich Sobanudeln esse. Mir kommen diese Nudeln aus Buchweizenmehl nämlich viel flutschiger vor als die italienischen Verwandten. Vielleicht täusch ich mich auch und dieses Essen bietet nur deswegen große Spritz- und Kleckergefahr, weil alles in einer Brühe serviert wird?!

Ich persönlich traue mich zumindest nicht, diese Suppe mit Stäbchen zu essen. Zu dieser Art von Kunst ist vermutlich lediglich meine Schwester nach monatelangem Training in China fähig 😉 Allen anderen sei die Gabel neben den Löffel gelegt.

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Mit dem Gemüse in der Suppe könnt ihr übrigens beliebig spielen: laut Rezept sollen zwei Wirsingblätter verwendet werden – für den restlichen Kopf brauch ich in meinem Singlehaushalt dann aber gefühlt Wochen um alles zu essen. Ich greife deswegen Blog-Event CXVI - German Krautkoepfesehr gerne auf Grünkohl zurück, der ist deutlich kleiner zu haben. Auch die Wasabimenge könnt ihr nach eurem Geschmack anpassen; der Mitesser würzt damit immer so stark nach, dass er irgendwann nach Luft ringend am Tisch sitzt…
Kohl funktioniert also nicht nur traditionell deutsch-deftig, sondern sehr wohl asiatisch-leicht. Deswegen schick ich das als zweiten Beitrag rüber zu Zorra, wo Eva noch bis zum 15.2. Rezepte rund um die Kohlköpfe sammelt.

Und zum Schluss ist mir beim Abtippen aufgefallen, dass die Suppe vegan ist. Zufällig, ohne dass ich irgendwie auf was bestimmtes hab achten müssen. Falls ich mich täusche, weist mich bitte darauf hin!

Zutaten (für 4 Personen):
1 Karotte
1 Stück Steckrübe, ca. 150gr (ich: mehr Karotte und Pastinake)
1 Pastinake2016.01.23_AsiaNudelsuppe-6
1 Stück Lauch, ca. 100g
2 Wirsingblätter (ich: n paar Blätter Grünkohl)
100g Champignons
1 Stück Ingwer
200g Buchweizennudeln (Soba)
Salz
1l Gemüsebrühe
4 EL Sojasauce
ca. 2 TL Wasabipaste
2 EL Reisessig oder Zitronensaft
1/4 Bund Koriander (ich: weggelassen)

Zubereitung:
Die Möhre, die Steckrübe und die Pastinake putzen, schälen und der Länge nach zuerst in dünne Scheiben, dann in feine Streifen schneiden. Das Lauchstück der Länge nach aufschneiden und gründlich waschen. Den Wirsing waschen und mit dem Lauch in Streifen schneiden.
Die Champignons mit Küchenpapier sauber reiben und die Stielenden abschneiden. Die Pilze in dünne Scheiben schneiden. Den Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden. Für die Nudeln Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Nudeln darin nach Packungsangabe bissfest kochen.
Gleichzeitig für das Gemüse die Brühe mit dem Ingwer zum Kochen bringen. Das Gemüse hineingeben und offen bei mittlerer Hitze ca. 5min leicht kochen lassen bis es bissfest ist. 2016.01.23_AsiaNudelsuppe-3Die Nudeln in ein Sieb abgießen, abtropfen lassen, kurz kalt abschrecken und zum Gemüse in die Brühe geben.
Die Sojasauce und die Wasabipaste unter die Suppe rühren. Die Suppe mit dem Essig oder Zitronensaft und evt. Salz abschmecken. Den Koriander waschen und trocken schütteln, die Blättchen abzupfen, grob hacken und auf die Suppe streuen.

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

Hoch die Tassen!: Kürbiscremesuppe mit Vanille

Eine Kürbissuppe ohne Ingwer??? Das ist für mich wirklich außergewöhnlich! Ich liebe diese würzige Knolle einfach und schmeiße sie sehr gerne in Suppen, Smoothies,… Die beste Kombination ist dann tatsächlich, wenn man oben drauf die Suppe noch mit Zimt-Crouton2015.12.29_KürbisSuppe-11-3s toppt! Das harmoniert ganz wunderbar!
Aber ich weiß auch, dass Ingwer in meiner Familie bei nicht allen Mitgliedern beliebt ist. Und auch einige Freunde stehen dem kritisch gegenüber. Ich erinnere mich an ein Abschlussessen, das ich veranstaltete und mir ein Freund nach leer gelöffeltem Teller gestand, dass Ingwer für ihn so ziemlich das schlimmste sei! Nur aus Höflichkeit hatte er alles gegessen…

Also wagte ich mich an eine Alternative -recht skeptisch, ob denn Kürbissuppe ohne meine Geheimwaffe was werden könnte. Und Überraschung: diese Varia2015.12.29_KürbisSuppe-14-6nte ist wirklich fein! Die Vanille schmeckt wunderbar zart heraus, es ist cremig und einen Hauch Zimt darf auch noch dazu 🙂 Außerdem eignet sich die super um nicht mehr so knackig-frische Äpfel loszuwerden. In dem Sinne (und weil’s zu den Bildern passt): hoch die Tassen! So stellt man jeden Suppenkasper zufrieden! Im normalen unfotogenen Leben würde ich die Suppe übrigens ganz normal in einem tiefen Teller servieren, aber naja, das hätte nicht ganz so chic ausgesehen.

Wie ist es bei euch? Welchen Geschmack könnt ihr üüüüberhaupt nicht leiden? Also bei mir sind das Minze und Kümmel! Ich bin froh, dass der Koriander die Minze in der Kräuter-Hit-Parade langsam ablöst 😉

Zutaten (für 4 Personen):
1kg Kürbis nach Wahl (geputzt 750g)
1 großer Apfel 2015.12.29_KürbisSuppe-8-1
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
1/2 Vanilleschote
2 EL Butter
2 EL Zucker
900ml Gemüsebrühe
1 Msp. Zimt
Salz/Pfeffer
100g Sahne
2-3 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Vom Kürbis die Schale und den inneren, faserigen Teil samt Kernen wegschneiden, das Fruchtfleisch grob würfeln. Apfel waschen, vierteln, entkernen und kleinschneiden. Den Lauch längs halbieren, waschen, putzen und in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.

Butter in einem Topf2015.12.29_KürbisSuppe-13-5 schmelzen, darin Zwiebel und Lauch bei mittlerer Hitze langsam andünsten. Den Zucker darüberstreuen und unter Rühren goldbraun karamellisieren lassen. Kürbis und Apfel dazugeben und 2min mitdünsten, dann mit Brühe ablöschen. Vanillemark – und Schote mit dem Zimt in die Suppe geben, salzen und pfeffern, zugedeckt bei mittlerer Hitze 20-25min kochen lassen.

Dann die Suppe fein pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Wunsch die Sahne in den Topf geben oder individuell in die Suppentassen geben. Wer will, serviert die Suppe mit Thymiancroutons (Brotwürfel und Thymian in einer Pfanne knusprig braten) und Apfelwürfeln.

Quelle: Winterküche (Tanja Dusy)

Kulinarische Wärmflasche: Rosenkohlcurry mit Süßkartoffeln und Granatapfel

Während (fast) alle Welt heute Plätzchenrezepte postet, rebelliere ich dagegen und versorge euch nach all dem Süßkram mit einem Curry. Auflehnung ist ja sonst nicht so mein Ding, aber in diesem Falle sehe ich es als eine ergänzende Abwechslung: sowohl meine Mutter als auch ich brauchen nach der Produktion von kiloweise Weihnachtsgebäck eine Essiggurke oder zumindest irgendetwas herzhaftes um das Süße überhaupt wieder genießen zu können. Einen kleinen Teil der Plätzle, die es pünktlich zum ersten Advent schon gibt, zeigen wir euch die kommenden Tage.

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Dieses Curry hier braucht im Gegensatz zu den meisten Backwerken kaum Zeit. Es ist schnell geschnippelt, köchelt vor sich hin und kann wenig später schon gelöffelt werden. Bei mir ist es inzwischen ein Standardrezept und wird gekocht, sobald der erste Rosenkohl auftaucht. Die Kombination mit Süßkartoffel und Kokosmilch ist einfach klasse und dann noch die fruchtig-säuerlichen Granatapfelkerne oben drauf! Wirklich eine klasse Geschmackskombination! So ein Essen dient an solch verregneten Novembertagen als kulinarische Wärmflasche 😉

Zutaten (für 2 Portionen):
30g frischer Ingwer2015.11.27_Rosenkohlcurry-4
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
300g Rosenkohl
400g Süßkartoffel
1 EL Butter (ich: Kokosöl)
1,5 Tl Currypulver
200ml Kokosmilch
300ml Gemüsebrühe
Salz
Cayennepfeffer (zusätzlich, wer es scharf mag)
1 Limette (ich: ein Spritzer Zitronensaft)
1/2 Granatapfel
1/2 Bund Koriander (ich: Petersilie)

Zubereitung:
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Ingwer, Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Rosenkohl putzen, die äußeren Blätter entfernen und den Strunk dünn abschneiden.Die Röschen je nach Größe halbieren oder vierteln. Süßkartoffel schälen und in 1,5cm große Würfel schneiden.
Das Kokosöl in einem Topf erhitzen. Ingwer, Zwiebel und Knoblauch darin 2min andünsten. Rosenkohl und Süßkartoffel dazugeben und ebenfalls kurz anbraten. Dann das Gemüse mit Curry bestäuben und unter Rühren kurz anrösten.
Kokosmilch und Brühe zugießen und zugedeckt ca. 15min bei mittlerer Hitze garen. Inzwischen den Granatapfel quer halbieren und die Kerne herauslösen. Wenn das Gemüse gar ist (der Rosenkohl sollte noch etwas Biss haben), das Curry mit Salz, Cayennepfeffer und Zitronensaft abschmecken. Mit grob gehackter Petersilie und dem Granatapfel bestreut genießen.

Quelle: Grain de Sel.