Cremiger Kartoffel-Spargel-Salat

Da is’ser endlich: der Frühsommer! Inklusive plötzlicher Regengüsse und kurz darauf schon wieder strahlend blauer Himmel, dass sich alle Welt aus den Jacken schält und sich Richtung Sonne streckt! Radelte ich Anfang der Woche noch mit Wintermantel in die Arbeit, suche ich nun verzweifelt die Sommerklamotten im Schrank.

2017.04.15_Gemüse-3

Über die Frühlingsgenüsse mit Spargel, Rhabarber & Co können wir uns ja zum Glück schon etwas länger freuen. Gerade noch rechtzeitig hab ich bemerkt, dass bei Zorra das Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings130. Blogevent zum Thema „Genuss des Frühlings“ läuft. Ausgerichtet wird es dieses Mal von Jeanette, deren tollen Blog ich dank der Rettungsaktionen schon kenne.
Im Rahmen der Spargelsaison liest man zur Zeit immer wieder, dass die Deutschen dieses Gemüse so sehr schätzen, dass sie bereit sind, dafür auch mehr Geld auszugeben und vor allem regional einzukaufen. Dieses Einkaufverhalten kann ich nur unterstützen 🙂 Es ist einfach jedes Jahr neu schön zu beobachten, wie sich die Marktstände von März an langsam auf Frühling einstellen, der ein oder andere Kohlberg schrumpft und Bärlauch, Spinat und anderen Leckereien Platz macht.

Unser cremiger Kartoffel-Spargel-Salat verbindet den Frühlingsgenuss mit einer typischen Sommeraktivität: dem Grillen oder auch einem Picknick. Zugegeben: so regional Spargel, Kartoffeln und Frühlingszwiebeln bei uns zu bekommen sind – die Avocado hat eine deutlich weitere Reise hinter sich. Mea culpa -ich hoffe, der Salat darf trotzdem beim Frühlingsbuffet teilnehmen 😉

Heute seht ihr übrigens wieder mal realitätsnahe Bilder – mein Vater hat einfach kurz auf die Schüssel draufgehalten bevor die auf den Tisch gestellt wurde. Die ganze Verwandtschaft war an dem Mittag zu Besuch und ich wollte die nicht unnötig warten lassen. Diese Skurilität des Essen-Fotografierens hätten sie bestimmt geduldet, aber die Gemeinschaft am Tisch war mir wichtiger als ein besonders gestyltes Bild für den Blog. Aber ja, den Glasrand hätte ich eindeutig noch abwischen sollen. Wenn das die Mama gesehen hätte… 😀
Ich kann euch dennoch versichern, dass der Salat sehr, sehr gut ankam und genüsslich verspeist wurde. Ob diese cremige Spargel-Variante den klassischen schwäbischen Kartoffelsalat verdrängt, wage ich zwar zu bezweifeln und würde das selber nicht unterstützen, aber ab und zu etwas anderes hat noch niemandem geschadet 🙂

In dem Sinne: viele schöne frühlingshaft-warme Tage mit leckerem Essen euch! Schon mal als kleiner Hinweis: dieser Salat als Grillbeilage ist erst der Auftakt für eine klitzekleine interne Themenwoche rund ums Grillen hier auf dem Blog.

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Zutaten (für 3 sehr großzügige Portionen):
800g (neue kleine) Kartoffeln
15ml Olivenöl
1/2 TL Salz
Pfeffer nach Belieben
1 Bund grüner Spargel
3 Frühlingszwiebeln
Für das Dressing:
1-2 Avocado (kommt etwas darauf an, wie cremig ihr es wollt)
2TL Dill
1Tl Senf (optional)
Saft von 1/2 Zitrone (wer will auch etwas mehr)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Den Ofen auf 220°C vorheizen. 1 Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln gut waschen, ungeschält in mundgerechte Würfel schneiden. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen und auf den Blechen verteilen. Im Ofen für 15min backen, dann alles einmal durchmischen und nocheinmal 15-20min backen bis die Kartoffeln weich sind.
Währenddessen die Enden der Spargeln abschneiden und das untere Drittel schälen. In einem Topf mit kochendem Wasser 5min (je nach persönlichem Geschmack auch etwas länger) kochen, abgießen und kalt abschrecken. Die Frühlingszwiebeln in dünne Scheiben schneiden.
Für das Dressing die Avocado zermatschen mit den restlichen Zutaten vermischen. Die Kartoffeln und Frühlingszwiebeln, den Spargel und das Dressing in einer großen Schüssel vermischen. Abschmecken und gerne auch als Grillbeilage servieren 😉

Quelle: The Oh She Glows Cookbook (Angela Liddon)

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Mehr Realität! Spargel-Mimosa-Salat

Ich freue mich immer rießig, wenn zu den Foodfotos lobende Kommentare kommen, wie gut das doch alles aussieht und wie schön es präsentiert wird. Und ja, wir geben uns auch immer große Mühe und sind mit unserem „Learning by doing“ von den Anfängen des Foodblogs doch schon recht weit gekommen.
Ich betrachte dieses „Essen hübsch anrichten und dekorieren“ ja mit der nötigen Skepsis: ja, ich will, dass es lecker aussieht und dafür drapiere ich die gleichmäßig geschnittenen Kartoffelstückchen gerne in den Fokus der Kamera, lege ein paar Blümchen um den Teller oder suche nach einem hübschen Untergrund. Aber mit dem Styling werden keine Stunden verbracht; nein, Essen ist zum Essen da und je nachdem, was vor der Linse steht, sollte es noch warm sein. Je nachdem, wann mein Vater und ich uns treffen, ist es auch eine Zeitfrage: er muss arbeiten, ich kann prinzipiell 24/7 fürs Examen lernen und Gnade uns Gott, wenn wir die hungrigen Geschwister warten lassen, nur weil das Foto noch nicht so schön aussieht 😉

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Meistens kriegen wir in kurzer Zeit gute Ergebnisse. Und dann gibt es heute diesen Spargel-Mimosa-Salat, der einfach nur in meinem Studentenzimmer auf dem Ikea-Tischchen steht und platt abfotografiert wurde. Trotzdem zeig ich euch die Bilder, weil sooo schlecht sind sie ja auch nicht. So sieht nun mal einfach die Realität aus: ich hab keine alten Holzplanken um die Salatschüssel zu präsentieren, auch hübsches Besteck fehlt hier. Aber es schmeckt! Und der Abend war einfach nett und mit diesem Salat erinnere ich mich da gerne dran 🙂 Da waren andere Dinge wichtiger als das perfekte Foodfoto.

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Die Zwiebel-Käse-Schnecken, die es noch dazu gab, fotografieren wir irgendwann nochmal hübsch und dann gibt es auch dazu das Rezept, das ich inzwischen schon fast auswendig kenne so oft hab ich die schon gebacken!
Als Mimosa bezeichnet man übrigens die originelle Eierdeko: die Eier werden hierfür durch ein feines Sieb gedrückt und sollen so an die südfranzösische Mimosenblüten erinnern. So die Theorie, in Realität fragten meine Eltern nach diesem interessanten Käse, den ich da über den Salat gestreut habe 😀

Ich hoffe, ihr kriegt trotz platter Realität Lust auf Spargel mit Erbsen, Radieschen und Ei. Alle schreien schon panisch, dass die Spargelsaison bald endet… ich will da noch nicht drandenken!

2016.04.29_SpargelEiSalat-1

Zutaten (für 4 Personen):
600g grüner Spargel
600g Erbsenschoten (ca. 250g gepalte Erbsen)
10 Radieschen
2 Schalotten
4 Anchovisfilets in Öl (weg gelassen)
100ml Olivenöl
3-4 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
2 hart gekochte Eier

Zubereitung:
Spargel waschen, holzige Enden abschneiden. Erbsen aus den Schalen palen. In einem weiten Topf Wasser zum Kochen bringen, kräftig salzen. Die Spargelstangen je nach Dicke in 4-6min bissfest garen. Nach 2min auch die Erbsen zugeben. In ein Sieb abgießen, eiskalt abschrecken. Den Spargel schräg in dünne Scheiben schneiden, dabei die Köpfe ganz lassen und längs halbieren. Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden.
Schalotten schälen und fein würfeln. Anchovis fein hacken. Mit Öl und Essig verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Vinaigrette mit Spargel, Erbsen und Radieschen mischen. Den Salat auf Schalen verteilen.
Die Eier schälen und nacheinander durch ein feines Metallsieb drücken (z.B. mit dem Rücken eines Esslöffels). Am besten hält man das Sieb dazu direkt über die angerichteten Salatschalen, so bleibt das Ei besonders flockig. Noch etwas Pfeffer darüber streuen und servieren.

Quelle: Reisehunger (Nicole Stich)

Es grünt so grün: Frühlingsminestrone

Kennt hier jemand den Film „My Fair Lady“? Ich hoffe doch sehr! Ich liebe diese alten Musicalfilme und jeden Frühling kommt mir neu das Lied in den Sinn, wenn Eliza Doolittle endlich nach wochenlangem Üben ihren starken Akzent ablegt und astrein vorträgt: „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“. Einfach mal bei Youtube eingeben und die Szene angucken.

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Nachdem die letzten Tage das Wetter immer wieder verrückt gespielt hat und zumindest hier im Süden von Schneefall über Gewitter zu schönstem Sonnenschein alles dabei war, gab es ungetrübten grünen Frühling zumindest mal auf dem Teller. Frische Erbsen seh ich hier zwar noch nirgendwo an den Marktständen, weswegen ich die Tiefkühlvariante verwendet habe. Den Speck hab ich auch weggelassen, aber juhuuu! Spargel gibt es schon aus heimischem Boden. Ich freu mich ja über jede Stange, die auf meinem Teller landet 🙂

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Die Fregola sarda hab ich auch weg gelassen, zum Abendessen sollte es was Leichtes sein. Was aber bei aller Variation unerlässlich ist, ist der Kräuterdip. Der verleiht der Minestrone den letzten Kick! Zugegeben, wenn man den Dip in die Suppe gibt, sieht das nicht mehr so schön aus, aber hui! Der Geschmack wird es euch danken 😉

Zutaten (für 4 Portionen):
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Fenchelsamen
50g (Südtiroler) Speck (nicht für mich)
250g TK-Erbsen
500g grüner Spargel
1 Fenchelknolle
1 Stange Staudensellerie
1 Kohlrabi
2 EL Olivenöl
100g Fregola sarda (Pastaspezialität aus Sardinien)
1,75l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
ca. 50g Parmesan
1 Handvoll gemischter Kräuter (aus Faulheit bei mir: TK)
150g Schmand
2 EL Sahne

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Zubereitung:
Zwiebel und Knoblauch abziehen, beides fein würfeln. Fenchelsamen grob hacken. (Speck in feine Streifen schneiden. Erbsen palen) Spargel waschen, holzige Enden abschneiden. Spargelspitzen beiseitelegen, Stangen in Stücke schneiden. Fenchel und Sellerie putzen, klein schneiden. Kohlrabi schälen und würfeln.
Öl in einem großen Topf erhitzen. Speck (falls verwendet wird) knusprig auslassen. Zwiebeln im Speckfett glasig dünsten. Knoblauch, Fenchelsamen und Pasta zugeben, kurz anbraten. Das gesamte Gemüse bis auf die Spargelspitzen (und die TK-Erbsen) dazugeben und die Brühe angießen. Suppe mit Salz, Pfeffer und Lorbeerblatt würzen. Aufkochen und 10-15min köcheln lassen. 5min vor Ende der Garzeit die Spargelspitzen und die TK-Erbsen dazugeben.
Inzwischen Käse reiben, Kräuter hacken. Schmand, Sahne, Käse und Kräuter verrühren. Zum Servieren etwas Kräuterschmand auf die Suppe setzen. Mit Weißwein und einem  schönen alten Film genießen 😉

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

Rivalitäten: Spargelrisotto mit Graupen und Garnelen

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag überschreiben mit „Raupenrisotto und Knoblauch“. Aus marketingtechnischen Gründen hab ich mich aber dagegen entschieden 😉 Wobei das natürlich vielleicht ganz neue Leser erreicht hätten, die auf tolle Suvival- und Ernährungstipps in der Wildnis gehofft hätten. Sorry. Falscher Blog!

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-2

Warum aber ein Raupenrisotto mit Knoblauch? Daran sind meine Geschwister Schuld. Wir mögen uns ja sehr gerne, aber wer selber Schwestern und Brüder hat, wird wissen, dass man nicht ohne Sticheleien auskommt. Folgende Situation also am heimischen Abendessentisch: ich trage stolz das Risotto auf, freue mich auf den Spargel, auf die Graupen und überhaupt, endlich wieder ein neues Rezept ausprobiert zu haben. Die Geschwister beäugen skeptisch, was sich da in dem Topf befindet. Die kleine Schwester schaut sich die weißen Spargelstücke an: „Was ist das?“. Der kleine Bruder mit einem diabolischen Grinsen: „Knoblauch! Riechst du es nicht?!“ Tsss, der dezente Knoblauchgeruch kam lediglich von den Garnelen, die damit angebraten wurden.

Nun gut, Risotto mögen beide. Wir fingen an zu essen und ich sah meine Chance, sie ein bisschen über die tollen Graupen zu informieren, die sie da essen. Ich setze also an: „Das ist übrigens kein normaler Risottoreis, sondern Graupen…“ Kleiner Bruder: „RAUPEN??! Wow, mal was ganz Neues! Die haben viele Proteine, oder??“ Und so weiter, und so fort… Das war es dann schon mit meinem geballten Wissen. Sollen sie halt dumm sterben! Immer die kleinen Geschwister, die neidisch sind auf meine Weisheit, meine Kochkünste, mein Aussehen und überhaupt 😉

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Ne, ne. Wir verstehen uns schon gut! Von Raupen und Knoblauch abgesehen, ist das Risotto auf den zweiten Platz meiner Lieblingsrisottos aufgestiegen! Ich fand es super cremig, lecker mit Biss und hach, Spargel! Toll fand ich auch, dass die Graupen schlotzig geblieben sind, obwohl das Risotto noch ne halbe Stunde bis zum Servieren rumstand. Mit Reis wird so ein Risotto ja meistens ganz hart, man muss nochmal Flüssigkeit zugeben und dann fehlt der Biss. War hier gar nicht der Fall. Unbedingte Nachkochempfehlung!
Habt ihr (jüngere) Geschwister und wenn ja, terrorisieren die euch auch immer wenn ihr sie trefft? Ich hätte früher ja deutlich thyrannischer sein sollen, dann würden die heute vielleicht ganz anständig meine Belehrungen annehmen…

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Zutaten (für 4 Personen):
750ml Gemüsebrühe
500g weißer Spargel
1 Zwiebel
5 EL Butter
250g Graupen
1 guter Schluck Weißwein
1 TL Fenchelsamen, 4 EL Kichererbsenmehl (beides weg gelassen)
12 Scampi oder Garnelen
2 El Olivenöl
2 Knoblauchzehen
50g Parmesan (oder ein bisschen mehr)
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Rucola

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Zubereitung:
Brühe in einem kleinen Topf erhitzen. Spargel waschen, schälen, holzigen Enden abschneiden. Spargelschalen und -abschnitte in die Brühe geben und darin kurz kochen lassen. Spargelstangen in Stücke (ca. 1-2cm) schneiden.
Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf mit 3 EL Butter glasig dünsten. Graupen dazugeben, umrühren, mit Wein ablöschen. Nach und nach unter Rühren heiße Brühe angießen. Nach 20min Spargel zu den Graupen geben, 5min mitköcheln lassen.
Fenchelsamen mörsern und hacken, mit Kichererbsenmehl mischen. Scampi/ Garnelen ggf. schälen und vom schwarzen Darmfaden befreien. Abbrausen, gut trocken tupfen, im Fenchel-Mix wälzen. Öl und in der Schale angedrückten Knoblauch in eine große Pfanne geben, Scampi/ Garnelen darin gar braten.
Käse reiben, mit der übrigen kalten Butter (2EL) unter die Spargelgraupen rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Scampi/ Garnelen sowie dem grob gehackten Rucola in vorgewärmten Tellern anrichten.

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

Most wonderful time of the year: Bratkartoffeln mit Spargel und Bärlauch

Juhuuuu, eine der schönsten Jahreszeiten beginnt wieder. Neben Sommer, Herbst und Winter ist der Frühling eine meiner Lieblingsjahreszeit! Es geht sogar so weit, dass ich momentan ein Weihnachtslied im Kopf habe, aber eigentlich nur an Spargel und Sonnenschein und „endlich keine Winterstiefel mehr“ denke 🙂

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Dieser vergangene Winter war zwar längst nicht so hart und schneereich wie der des letzten Jahres, aber trotzdem ist es für mich jedes Mal ein neues Wunder zu sehen, wie plötzlich die kahlen Zweige anfangen, Knospen zu bilden oder an den unterschiedlichsten Stellen Blumen ihre Köpfchen aus dem Gras strecken.

Mit jedem Sonnenstrahl steigt da die Vorfreude auf die Frühlingsgenüsse. So langsam öffnen hier landauf-landab die Spargelhäuschen. Allein die Tatsache, dass das Häusle zumindest wieder am Ortseingang steht, verleitet meine Mutter zu Freudenschreien, so sehr liebt sie Spargel 😀 Spargel ist einfach jeden Frühling neu beliebt! Sei es jetzt in altbekannten Rezepten oder auch mal mit neuen Partnern wie Bratkartoffeln und dem wilden Knoblauch. Bärlauch überflutet grad die Wälder und hüllt alles mit seinem Duft ein. Viel mehr braucht es gar nicht für ein Essen, dass das Zeug zu einem Klassiker hat. Schnell zubereitet, wenig Zutaten und doch sind wir aus dem Schwärmen nicht rausgekommen. Gutes kann so einfach sein!

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Unsere Bratkartoffeln haben wir zum ersten Mal nicht selber gemacht, sondern fertig vorbereitete von Burgis verwendet. Nach dem Reutlinger Foodbloggercamp haben wir ein Probierpaket bekommen, das Stück für Stück aufgegessen wird. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Die Bratkartoffeln waren schon mal klasse! Die Produkte von Burgis habe ich sonst allerdings noch nirgendwo in den Tübinger Supermärkten entdeckt, die Schwaben essen Kartoffeln vermutlich lieber in Form von Salat denn als Knödel 😉 Aber Bratkartoffeln kriegt man ja auch problemlos selber hin.

Ein ganz toller Einstieg in die „most wonderful Time of the year“! Worauf freut ihr euch im Frühling?

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Zutaten (für 4 Portionen):
500 g festkochende Kartoffeln (oder die Bratkartoffeln von Burgis)
3 Schalotten
10 Stangen weißer Spargel
10 Bärlauchblätter
30g Butterschmalz
Salz, Pfeffer
50g Butter (oder ein veganes Ersatzprodukt)

Zubereitung:
Die Kartoffeln gut waschen und in einen Dämpfeinsatz geben. Einen Topf etwa 3cm hoch mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Den Dämpfeinsatz darüberstellen und die Kartoffeln bei geschlossenem Deckel in ca. 20min weich dämpfen. Kartoffeln gut auskühlen lassen, schälen und in 3mm dünne Scheiben schneiden. Wer Pellkartoffeln vom Vortag hat, kann diese natürlich auch verwenden.
Die Schalotten schälen und fein würfeln. Den Spargel bis auf die Köpfe gründlich schälen, die Enden abschneiden. Spargel schräg in 1cm dicke Scheiben schneiden. In einem Topf mit kochendem Wasser 3min blanchieren und gut abtropfen lassen. Bärlauch waschen, gut trocken schütteln und in feine Streifen schneiden.
Das Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben darin goldbraun anbraten. Die Schalottenwürfel und Spargelscheiben zufügen und ebenfalls anbraten bis sie etwas Farbe annehmen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Butter zugeben und Kartoffeln und Spargel damit glasieren. Zum Schluss den Bärlauch unterrühren.

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Quelle: Der große Lafer. Die Kunst der einfachen Küche.

 

Endspurt: Spargel mit Radieschen-Schnittlauch-Vinaigrette

Nach all dem Alkohol der letzten Beiträge gibt es endlich mal wieder was auf den Teller. Schließlich ist der Urlaub vorbei, da kann nicht einfach so weiter gelebt werden 😉 Aber der Genuss darf trotz Alltag nicht zu kurz kommen. Bei mir geht das Semester schon in den Endspurt, zwar läuft der Unibetrieb noch bis Ende Juli, aber in diese zweite Hälfte nach Pfingsten drängen sich bei mir nun einige Referate und schriftliche Ausarbeitungen.
Da ist Entspannung beim Kochen und Stärkung bei Essen umso wichtiger. Beim Stifteln der Radieschen für die Vinaigrette komme ich schon fast meditativ zur Ruhe – auch besser so, ich habe sonst zu schnell die Tendenz ein vegetarisches Gericht mit ein paar falsch platzierten Schnitten zu versauen 😉 Featured image

Falls man aber die Radieschen daheim bei der Family fürs Fotografieren schnippelt, eignet sich die Zeit aber auch hervoragend für ein Schwätzchen mit der Mutter. Wenn bei uns was in der Küche passiert, steht sie früher oder später neugierig da oder bietet beim ersten Schüsselklappern ihre Hilfe an. Wenn es dann auch noch was mit Spargel – ihrem absoluten Lieblingsgemüse- gibt, ist sie gleich noch viel lieber dabei. Der Spargel geht auch in den Endspurt; wer noch irgendwelche Spargelrezepte hat, die unbedingt ausprobiert werden müssen, nur her damit. Mein Essensplan für die Woche steht noch nicht komplett!

Zutaten (hat bei uns für 4 Personen mit Brot als Abendessen gereicht):
1kg SpargelFeatured image
4-5 EL Rapsöl
80ml Weißwein
Salz, Pfeffer, Zucker
1 Bund Radieschen
2 EL Apfelessig
1 EL Honig
1/2 Bund Schnittlauch

Zubereitung:
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Spargel schälen, holzige Enden abschneiden. Spargel  in 2 Portionen teilen und jede Portion auf ein Stück Backpapier setzen. Mit jeweils einem EL Rapsöl beträufeln, mit Salz und Zucker bestreuen. Das Backpapier an allen 4 Ecken zusammenfalten. In jedes Päckchen 40ml Weißwein gießen und jedes Päckchen fest und kompakt verschließen. Päckchen auf ein Backblech setzen und im heißen Backofen auf der mittleren Schiene 30 Minuten schmoren lassen.
In der Zwischenzeit die Radieschen-Schnittlauch-Vinaigrette zubereiten. Dafür die Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben anschließend in dünne Stifte schneiden. In einer Schüssel 2,5 EL Rapsöl mit dem Apfelessig und dem Honig verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Radieschenstreifen unterrühren. Schnittlauch waschen, trocken schütteln, in Röllchen schneiden und zu den Radieschen geben.

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Die Spargelpäckchen aus dem Ofen holen und entweder portionsweise auf Tellern verteilen oder auf einer großen Platte anrichten. Die Radieschenvinaigrette darüber geben und sofort servieren.

Quelle: Schöner Tag noch

To cook or not to cook: (roher) Spargel-Eiersalat mit Biss

Raw „kochen“ ist ja ein sehr großer Trend: anstatt den Blumenkohl wie gewöhnlich zu kochen und in einer Bechamel zu servieren, wird er roh püriert und als Pesto zu Zucchininudeln gegessen. Auch der Brokkoli kommt um ein Wasserbad herum und landet gleich so in der Salatschüssel. Gegen rohes Gemüse habe ich prinzipiell nichts, die meisten Abendessen daheim bestehen neben Brot und Wurst aus Tomaten- und Gurkenstücken. Und ich könnte auch tagtäglich einen Karottensalat verputzen. Featured image
Aber so manches Gemüse wie der oben genannten Blumenkohl und Brokkoli… puuuuh, ich kann mich ja an manches gewöhnen, aber diese Zubereitungsarten waren mir zu speziell. Zum Glück ließen sich die „gekochten“ Essen für meinen Geschmack genießbarer machen, indem ich es einfach erhitzt hab – Vitamine hin oder her!
Für diesen Spargel-Eiersalat wird der Spargel eigentlich auch nicht gekocht, aber roh konnte ich mich dazu nicht überwinden. Wer also gerne raw isst, der darf auf diesen Schritt gerne verzichten. Crunchy wird der Salat trotzdem, weil Kürbiskerne drin sind und die Radieschen und der Apfel natürlich auch ihren Biss behalten. Ganz große Empfehlung für ein Picknick auf ner Scheibe Brot oder einfach so zum Grillen dazu – dort kommt dieser Salat heute zumindest bei mir zum Einsatz. Schnell gemacht is’er nämlich auch! Nutzt die Spargelsaison und das Sommerwetter heute 🙂

Zutaten für ca. 4 Personen:
6 Eier
100g Kürbiskerne
1 Apfel
1 Bund Radieschen
1 Bund Spargel (eigentlich nur 5 Stangen, aber bitte! Das wäre zu wenig)
1 Bund Schnittlauch
120ml Naturjoghurt (ich: etwas mehr)
2 TL Mayonnaise
1 TL Curry
etwas Cayennepfeffer
Salz

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Zubereitung:
Den Spargel im unteren Drittel schälen und in ca 2-3cm lange Stücke schneiden. Die Stücke für ca. 2min in kochendem Wasser blanchieren, abgießen und kalt abschrecken. Die Eier in ca. 8min hart kochen. Die Radieschen rädeln und den Featured imageApfel in Würfel schneiden. Den Schnittlauch fein schneiden. Für die Sauce den Joghurt mit der Mayo und den Gewürzen vermischen, den Schnittlauch untermischen.
Die Eier schälen und abkühlen lassen. Dann in Würfel schneiden und mit allen anderen Zutaten in einer Schüssel vorsichtig vermischen – die Eier sollen nicht komplett vermatscht werden. Nach Wunsch mit Gänseblümchen dekorieren. Fertig!

Quelle: The Green Kitchen (David Frenkiel & Luise Vindahl)