Mehr Realität! Spargel-Mimosa-Salat

Ich freue mich immer rießig, wenn zu den Foodfotos lobende Kommentare kommen, wie gut das doch alles aussieht und wie schön es präsentiert wird. Und ja, wir geben uns auch immer große Mühe und sind mit unserem „Learning by doing“ von den Anfängen des Foodblogs doch schon recht weit gekommen.
Ich betrachte dieses „Essen hübsch anrichten und dekorieren“ ja mit der nötigen Skepsis: ja, ich will, dass es lecker aussieht und dafür drapiere ich die gleichmäßig geschnittenen Kartoffelstückchen gerne in den Fokus der Kamera, lege ein paar Blümchen um den Teller oder suche nach einem hübschen Untergrund. Aber mit dem Styling werden keine Stunden verbracht; nein, Essen ist zum Essen da und je nachdem, was vor der Linse steht, sollte es noch warm sein. Je nachdem, wann mein Vater und ich uns treffen, ist es auch eine Zeitfrage: er muss arbeiten, ich kann prinzipiell 24/7 fürs Examen lernen und Gnade uns Gott, wenn wir die hungrigen Geschwister warten lassen, nur weil das Foto noch nicht so schön aussieht 😉

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Meistens kriegen wir in kurzer Zeit gute Ergebnisse. Und dann gibt es heute diesen Spargel-Mimosa-Salat, der einfach nur in meinem Studentenzimmer auf dem Ikea-Tischchen steht und platt abfotografiert wurde. Trotzdem zeig ich euch die Bilder, weil sooo schlecht sind sie ja auch nicht. So sieht nun mal einfach die Realität aus: ich hab keine alten Holzplanken um die Salatschüssel zu präsentieren, auch hübsches Besteck fehlt hier. Aber es schmeckt! Und der Abend war einfach nett und mit diesem Salat erinnere ich mich da gerne dran 🙂 Da waren andere Dinge wichtiger als das perfekte Foodfoto.

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Die Zwiebel-Käse-Schnecken, die es noch dazu gab, fotografieren wir irgendwann nochmal hübsch und dann gibt es auch dazu das Rezept, das ich inzwischen schon fast auswendig kenne so oft hab ich die schon gebacken!
Als Mimosa bezeichnet man übrigens die originelle Eierdeko: die Eier werden hierfür durch ein feines Sieb gedrückt und sollen so an die südfranzösische Mimosenblüten erinnern. So die Theorie, in Realität fragten meine Eltern nach diesem interessanten Käse, den ich da über den Salat gestreut habe 😀

Ich hoffe, ihr kriegt trotz platter Realität Lust auf Spargel mit Erbsen, Radieschen und Ei. Alle schreien schon panisch, dass die Spargelsaison bald endet… ich will da noch nicht drandenken!

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Zutaten (für 4 Personen):
600g grüner Spargel
600g Erbsenschoten (ca. 250g gepalte Erbsen)
10 Radieschen
2 Schalotten
4 Anchovisfilets in Öl (weg gelassen)
100ml Olivenöl
3-4 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
2 hart gekochte Eier

Zubereitung:
Spargel waschen, holzige Enden abschneiden. Erbsen aus den Schalen palen. In einem weiten Topf Wasser zum Kochen bringen, kräftig salzen. Die Spargelstangen je nach Dicke in 4-6min bissfest garen. Nach 2min auch die Erbsen zugeben. In ein Sieb abgießen, eiskalt abschrecken. Den Spargel schräg in dünne Scheiben schneiden, dabei die Köpfe ganz lassen und längs halbieren. Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden.
Schalotten schälen und fein würfeln. Anchovis fein hacken. Mit Öl und Essig verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Vinaigrette mit Spargel, Erbsen und Radieschen mischen. Den Salat auf Schalen verteilen.
Die Eier schälen und nacheinander durch ein feines Metallsieb drücken (z.B. mit dem Rücken eines Esslöffels). Am besten hält man das Sieb dazu direkt über die angerichteten Salatschalen, so bleibt das Ei besonders flockig. Noch etwas Pfeffer darüber streuen und servieren.

Quelle: Reisehunger (Nicole Stich)

Endspurt: Spargel mit Radieschen-Schnittlauch-Vinaigrette

Nach all dem Alkohol der letzten Beiträge gibt es endlich mal wieder was auf den Teller. Schließlich ist der Urlaub vorbei, da kann nicht einfach so weiter gelebt werden 😉 Aber der Genuss darf trotz Alltag nicht zu kurz kommen. Bei mir geht das Semester schon in den Endspurt, zwar läuft der Unibetrieb noch bis Ende Juli, aber in diese zweite Hälfte nach Pfingsten drängen sich bei mir nun einige Referate und schriftliche Ausarbeitungen.
Da ist Entspannung beim Kochen und Stärkung bei Essen umso wichtiger. Beim Stifteln der Radieschen für die Vinaigrette komme ich schon fast meditativ zur Ruhe – auch besser so, ich habe sonst zu schnell die Tendenz ein vegetarisches Gericht mit ein paar falsch platzierten Schnitten zu versauen 😉 Featured image

Falls man aber die Radieschen daheim bei der Family fürs Fotografieren schnippelt, eignet sich die Zeit aber auch hervoragend für ein Schwätzchen mit der Mutter. Wenn bei uns was in der Küche passiert, steht sie früher oder später neugierig da oder bietet beim ersten Schüsselklappern ihre Hilfe an. Wenn es dann auch noch was mit Spargel – ihrem absoluten Lieblingsgemüse- gibt, ist sie gleich noch viel lieber dabei. Der Spargel geht auch in den Endspurt; wer noch irgendwelche Spargelrezepte hat, die unbedingt ausprobiert werden müssen, nur her damit. Mein Essensplan für die Woche steht noch nicht komplett!

Zutaten (hat bei uns für 4 Personen mit Brot als Abendessen gereicht):
1kg SpargelFeatured image
4-5 EL Rapsöl
80ml Weißwein
Salz, Pfeffer, Zucker
1 Bund Radieschen
2 EL Apfelessig
1 EL Honig
1/2 Bund Schnittlauch

Zubereitung:
Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Spargel schälen, holzige Enden abschneiden. Spargel  in 2 Portionen teilen und jede Portion auf ein Stück Backpapier setzen. Mit jeweils einem EL Rapsöl beträufeln, mit Salz und Zucker bestreuen. Das Backpapier an allen 4 Ecken zusammenfalten. In jedes Päckchen 40ml Weißwein gießen und jedes Päckchen fest und kompakt verschließen. Päckchen auf ein Backblech setzen und im heißen Backofen auf der mittleren Schiene 30 Minuten schmoren lassen.
In der Zwischenzeit die Radieschen-Schnittlauch-Vinaigrette zubereiten. Dafür die Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben anschließend in dünne Stifte schneiden. In einer Schüssel 2,5 EL Rapsöl mit dem Apfelessig und dem Honig verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Radieschenstreifen unterrühren. Schnittlauch waschen, trocken schütteln, in Röllchen schneiden und zu den Radieschen geben.

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Die Spargelpäckchen aus dem Ofen holen und entweder portionsweise auf Tellern verteilen oder auf einer großen Platte anrichten. Die Radieschenvinaigrette darüber geben und sofort servieren.

Quelle: Schöner Tag noch

To cook or not to cook: (roher) Spargel-Eiersalat mit Biss

Raw „kochen“ ist ja ein sehr großer Trend: anstatt den Blumenkohl wie gewöhnlich zu kochen und in einer Bechamel zu servieren, wird er roh püriert und als Pesto zu Zucchininudeln gegessen. Auch der Brokkoli kommt um ein Wasserbad herum und landet gleich so in der Salatschüssel. Gegen rohes Gemüse habe ich prinzipiell nichts, die meisten Abendessen daheim bestehen neben Brot und Wurst aus Tomaten- und Gurkenstücken. Und ich könnte auch tagtäglich einen Karottensalat verputzen. Featured image
Aber so manches Gemüse wie der oben genannten Blumenkohl und Brokkoli… puuuuh, ich kann mich ja an manches gewöhnen, aber diese Zubereitungsarten waren mir zu speziell. Zum Glück ließen sich die „gekochten“ Essen für meinen Geschmack genießbarer machen, indem ich es einfach erhitzt hab – Vitamine hin oder her!
Für diesen Spargel-Eiersalat wird der Spargel eigentlich auch nicht gekocht, aber roh konnte ich mich dazu nicht überwinden. Wer also gerne raw isst, der darf auf diesen Schritt gerne verzichten. Crunchy wird der Salat trotzdem, weil Kürbiskerne drin sind und die Radieschen und der Apfel natürlich auch ihren Biss behalten. Ganz große Empfehlung für ein Picknick auf ner Scheibe Brot oder einfach so zum Grillen dazu – dort kommt dieser Salat heute zumindest bei mir zum Einsatz. Schnell gemacht is’er nämlich auch! Nutzt die Spargelsaison und das Sommerwetter heute 🙂

Zutaten für ca. 4 Personen:
6 Eier
100g Kürbiskerne
1 Apfel
1 Bund Radieschen
1 Bund Spargel (eigentlich nur 5 Stangen, aber bitte! Das wäre zu wenig)
1 Bund Schnittlauch
120ml Naturjoghurt (ich: etwas mehr)
2 TL Mayonnaise
1 TL Curry
etwas Cayennepfeffer
Salz

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Zubereitung:
Den Spargel im unteren Drittel schälen und in ca 2-3cm lange Stücke schneiden. Die Stücke für ca. 2min in kochendem Wasser blanchieren, abgießen und kalt abschrecken. Die Eier in ca. 8min hart kochen. Die Radieschen rädeln und den Featured imageApfel in Würfel schneiden. Den Schnittlauch fein schneiden. Für die Sauce den Joghurt mit der Mayo und den Gewürzen vermischen, den Schnittlauch untermischen.
Die Eier schälen und abkühlen lassen. Dann in Würfel schneiden und mit allen anderen Zutaten in einer Schüssel vorsichtig vermischen – die Eier sollen nicht komplett vermatscht werden. Nach Wunsch mit Gänseblümchen dekorieren. Fertig!

Quelle: The Green Kitchen (David Frenkiel & Luise Vindahl)

Blitzverliebt: Eier-Krabben-Salat (mit gelingsicherer Mayonnaise)

Auf bestimmte Rezepte reagiere ich sofort mit einem akuten Nachkochfieber. Salat geht (fast) immer; nach all den Suppen der letzten Monate schmeckt jetzt was Frisches, Knackiges am Abend umso besser. Wenn dann noch Avocado und Ei im Spiel ist, wie bei diesem Rezept heute, notier ich sämtliche Zutaten schon auf meinem Einkaufszettel und los geht’s!
Außerdem bietet sich der Salat super an um viele von den hartgekochten bunten Eiern zu verwerten, die jetzt in allen Körben und Geschenken liegen. Daheim bekommen wir von wirklich sehr lieben Freunden und Verwandten am Ostersonntag Körbchen für die Haustür gestellt oder ganz plump überreicht und in den meisten befindet sich neben Schokoeiern auch die Hühnervariante. Hartgekochte Eier sind ja mal nett, aber kein Favorit und somit bin ich immer dankbar für Möglichkeiten die zu verwerten bevor man die vor dem nächsten Ferien rausschmeißt. Ein anderes Rezept präsentiere ich hier sobald es schönen grünen Spargel gibt, der nicht aus Peru kommt 😉

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Mit der Blitzmayonnaise ist der Salat nicht ganz so schlank wie das manchen lieb wäre. Mein Vorschlag ist, das Mayo-Dressing in dem Fall durch eine Joghurtvariante zu ersetzen. Essig-Öl bietet sich geschmacklich nicht so gut an; es braucht hier was Cremiges. Mischt aber auf jeden Fall die Limettenschale und den Ingwer dazu, sehr, sehr lecker!!! Durch das Mixen mit dem Pürierstab gerinnt die Mayo auch nicht und ist somit absolut gelingsicher.

Ich wünsche euch einen ruhigen Karfreitag -achtet mal darauf, wie still es vielerorts ist: anlässlich des Todes Jesu, dem heute gedacht wird, verstummen die Kirchenglocken bis Ostersonntag.

Zutaten (für 4 Portionen):
1-2 Biolimetten
10g frischer Ingwer
1 rote Peperoni (oder weniger je nach persönlichem Schärfeempfinden)
7 EierFeatured image
1 Tl Honig
175 ml Sonnenblumenöl
150g Sahnejoghurt
100g Babyspinat
1 reife Avocado
150 Nordseekrabben
1 Beet Shiso-Kresse (oder ganz normale)
1 Bund Radieschen

Zubereitung:
Für die Mayo von 1 Limette die Schale dünn abreiben und insgesamt 3 EL Saft ausprssen. Ingwer fein reiben, Peperoni entkernen und fein hacken. 1 Ei, 1 Tl Limetttensaft, 1/2 Tl Salz und den Honig in einen Rührbecher geben. 150ml Öl zugießen. Den Schneidstab auf den Boden des Rührbechers in die Flüssigkeit stellen. Schneidstab auf höchster Stufe einschalten und während des Mixens ganz langsam nach oben ziehen, sodass sich alles gut verbindet. Limettenschale, Hälfte der Peperoni und Ingwer kurz untermischen. Joghurt unterrühren. Mit Salz und Limettensaft abschmecken und kalt stellen.

Für den Salat die restlichen Eier in kochendem Wasser 6min wachsweich kochen und eiskalt abschrecken (oder eben die schon vorhandenen Ostereier verwerten). Spinat verlesen, waschen und trocken schleudern. Restlichen Limettensaft, restliche Peperoni, etwas Salz und restliches Öl verrühren. Avocado halbieren, den Kern entfernen. Das Fruchtfleisch aus der Schale heben und quer in dünne Spalten schneiden. Mit der Hälfte der Limetten-Vinaigrette mischen. Krabben mit der restlichen Vinaigrette mischen.

Eier pellen und halbieren. Mit Spinat, Avocado und Krabben anrichten. Etwas Mayo darüber verteilen. Mit der Kresse und etwas grobem Salz bestreuen. Restliche Mayo extra dazu servieren.

Quelle: essen&trinken 4/2015 (daraus erwartet euch auch unser Osteressen!)