Gewohnheiten: Gebackener Salat mit Cranberries und Tahin-Dressing

Wenn ich meine Essgewohnheiten heute mit denen vor zwanzig Jahre vergleiche, als ich noch daheim gewohnt hab, dann muss ich sagen, hat sich nicht so viel geändert. Kochbücher für Studierende suggerieren immer, dass der Großteil davon ein ungesundes Leben zwischen Cornflakes, Mensa und Fertigpizza führt. Bei mir ist das definitiv nicht der Fall -und das nicht erst seitdem ich einen Blog führe oder versuche, mein Frühstück ansprechend für Instagram zu präsentieren 😉
2016.02.10_Blumenkohlsalat-2Daran musste ich denken, als ich in Stevan Pauls „Auf die Hand“ gelesen habe, dass das traditionelle deutsche Abendessen vom Aussterben bedroht ist. Inzwischen wird bei vielen abends erst gekocht, weil es mittags in Büro, Kantine oder unterwegs nichts Warmes gibt, bzw. erst am Ende des Tages die ganze Familie zusammen am Tisch sitzt. Ich habe den Luxus, dass ich mittags meistens problemlos kochen kann. Wenn ich mittags nur ne Scheibe Brot oder etwas Salat esse, geht mir später die Energie aus. Vielleicht ist das alles nur Einbildungssache, jahrelang durch meine Eltern antrainiert, dass es abends nur noch etwas Leichtes gibt, damit man danach auch besser schlafen kann.

Jedenfalls handhabe ich das immer noch so und fahre sehr gut damit. Das bedeutet nicht, dass ich abends nur an einem Möhrchen knabbere, im Gegenteil! Abendessen ist bei mir einfach gemüselastig, sei es jetzt als Rohkost, Salat oder Suppe. Und dieser Salat hier hat sich neuerdings zu einem Dauerbrenner entwickelt! Gebackenes Gemüse ist ja sowieso richtig genial und wenn dann noch Kürbiskerne für etwas Biss dazukommen, etwas Süßes und ein gutes Dressing ist es um mich geschehen! 2016.02.10_Blumenkohlsalat-3

Eigentlich ist laut Rezept noch Quinoa drin, den hab ich noch nie reingetan. Kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen. Besonders wenn man Reste des Salats zum Mittagessen verspeist (und so groß wie Blumenköpfe sein können, ist das recht wahrscheinlich), gehören ein paar Kohlenhydrate dazu. Mit Datteln war es mir zu süß, weswegen ich Cranberries verwende. Ich notiere jedoch die Originalversion, dann kann jeder entscheiden, was einem besser schmeckt. So oder so, ist das momentan eines meiner Lieblingsabendessen!!

Zutaten (für 4-6 Personen):2016.02.10_Blumenkohlsalat-6
120g weiße Quinoa (weggelassen)
1 Blumenkohl
6 Bio-Karotten
2 Bio-Pastinaken oder mehr Karotten
2-3 EL Olivenöl
1 TL Bourbon-Vanillepulver oder Mark von 1/2 Vanilleschote
Salz
2-3 EL Kürbiskerne
1 Bund Petersilie
200 g Blattspinat (ich nehme, was ich da hab: Feldsalat, Rucola…)
80g entsteinte Datteln (ich: Cranberries)
4 EL frischgepresster Orangensaft
1 EL frischgepresster Zitronensaft (ich: 2 EL Essig)
2-3 EL Tahin (mir reicht ein knapper EL)
1 EL Honig oder Ahornsirup
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Den Quinoa (evt. schon am Vortag) nach Packungsangabe zubereiten. Den Backofen auf 180° Umluft vorheizen. Den Blumenkohl putzen, waschen und in Röschen teilen. Karotten und Pastinaken schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Ein Backblech mit Backpapier belegen, das Gemüse darauf verteilen, mit Olivenöl beträufeln und mit Vanille und Meersalz bestreuen. Alles gut vermischen und im Ofen auf der mittleren Schiene 20min garen, dabei das Gemüse hin und wieder wenden.
Inzwischen die Kürbiskerne grob hacken und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten bis sie leicht bräunen. Die Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und hacken. Das Grünzeug nach Belieben verlesen, waschen, grobe Stiele entfernen und 2016.02.10_Blumenkohlsalat-1die Blätter hacken. Die Cranberries oder Datteln fein hacken, damit sich möglichst oft ein Stück auf die Gabel verirrt.
Für das Dressing den Orangensaft mit dem Essig, Tahin, Honig/ Ahornsirup und Salz und Pfeffer vermischen. Das Gemüse aus dem Ofen nehmen und lauwarm abkühlen lassen. Das Gemüse mit Quinoa, den Kürbiskernen, der Petersilie, dem Grünzeug und den Cranberries in einer großen Schüssel mit dem Dressing mischen und evt. noch einmal abschmecken. Am besten noch warm servieren.

Quelle: Gesund kochen ist Liebe (Veronika Pachala)
PS: ein Tick von mir seht ihr auf dem Foto neben den Zutaten – ich markiere alle schon gekochten Rezepte mit einem Post-It mit Notizen, was gut/schlecht war oder was ich geändert habe. Macht ihr auch so was?

Advertisements

Kleines flutschiges Scheißerchen: Sobanudelsuppe mit Gemüse und Wasabi

Ein Kraftausdruck gleich in der Überschrift? Oje, das kann nicht gut werden 😉 Wobei viele von euch 2016.01.23_AsiaNudelsuppe-1diesen Ausruf bestimmt schon mal gehört haben – zumindest die Frauen, Männer hören bei romantischen Filmen ja meistens nicht ganz so aufmerksam zu oder täusche ich mich da?
Julia Roberts, alias „Pretty Woman“ schimpft über die kleinen flutschigen Scheißerchen als ihr in dem Nobelrestaurant die Schnecke von der Gabel hüpft. Erinnert ihr euch? Jedenfalls muss ich immer an diesen Satz denken, wenn ich Sobanudeln esse. Mir kommen diese Nudeln aus Buchweizenmehl nämlich viel flutschiger vor als die italienischen Verwandten. Vielleicht täusch ich mich auch und dieses Essen bietet nur deswegen große Spritz- und Kleckergefahr, weil alles in einer Brühe serviert wird?!

Ich persönlich traue mich zumindest nicht, diese Suppe mit Stäbchen zu essen. Zu dieser Art von Kunst ist vermutlich lediglich meine Schwester nach monatelangem Training in China fähig 😉 Allen anderen sei die Gabel neben den Löffel gelegt.

2016.01.23_AsiaNudelsuppe-5
Mit dem Gemüse in der Suppe könnt ihr übrigens beliebig spielen: laut Rezept sollen zwei Wirsingblätter verwendet werden – für den restlichen Kopf brauch ich in meinem Singlehaushalt dann aber gefühlt Wochen um alles zu essen. Ich greife deswegen Blog-Event CXVI - German Krautkoepfesehr gerne auf Grünkohl zurück, der ist deutlich kleiner zu haben. Auch die Wasabimenge könnt ihr nach eurem Geschmack anpassen; der Mitesser würzt damit immer so stark nach, dass er irgendwann nach Luft ringend am Tisch sitzt…
Kohl funktioniert also nicht nur traditionell deutsch-deftig, sondern sehr wohl asiatisch-leicht. Deswegen schick ich das als zweiten Beitrag rüber zu Zorra, wo Eva noch bis zum 15.2. Rezepte rund um die Kohlköpfe sammelt.

Und zum Schluss ist mir beim Abtippen aufgefallen, dass die Suppe vegan ist. Zufällig, ohne dass ich irgendwie auf was bestimmtes hab achten müssen. Falls ich mich täusche, weist mich bitte darauf hin!

Zutaten (für 4 Personen):
1 Karotte
1 Stück Steckrübe, ca. 150gr (ich: mehr Karotte und Pastinake)
1 Pastinake2016.01.23_AsiaNudelsuppe-6
1 Stück Lauch, ca. 100g
2 Wirsingblätter (ich: n paar Blätter Grünkohl)
100g Champignons
1 Stück Ingwer
200g Buchweizennudeln (Soba)
Salz
1l Gemüsebrühe
4 EL Sojasauce
ca. 2 TL Wasabipaste
2 EL Reisessig oder Zitronensaft
1/4 Bund Koriander (ich: weggelassen)

Zubereitung:
Die Möhre, die Steckrübe und die Pastinake putzen, schälen und der Länge nach zuerst in dünne Scheiben, dann in feine Streifen schneiden. Das Lauchstück der Länge nach aufschneiden und gründlich waschen. Den Wirsing waschen und mit dem Lauch in Streifen schneiden.
Die Champignons mit Küchenpapier sauber reiben und die Stielenden abschneiden. Die Pilze in dünne Scheiben schneiden. Den Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden. Für die Nudeln Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Nudeln darin nach Packungsangabe bissfest kochen.
Gleichzeitig für das Gemüse die Brühe mit dem Ingwer zum Kochen bringen. Das Gemüse hineingeben und offen bei mittlerer Hitze ca. 5min leicht kochen lassen bis es bissfest ist. 2016.01.23_AsiaNudelsuppe-3Die Nudeln in ein Sieb abgießen, abtropfen lassen, kurz kalt abschrecken und zum Gemüse in die Brühe geben.
Die Sojasauce und die Wasabipaste unter die Suppe rühren. Die Suppe mit dem Essig oder Zitronensaft und evt. Salz abschmecken. Den Koriander waschen und trocken schütteln, die Blättchen abzupfen, grob hacken und auf die Suppe streuen.

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

Viele kleine Sonnen: Feldsalat mit Pastinaken-Kürbiskern-Dressing

Ist das nicht ein hammer Wochenende? Statt Nebelschwaden gibt es Sonnenschein, statt Wollpulli und heißer Schokolade Laufrunden im T-Shirt und danach ein Bierchen in der Sonne.
Die Suppensaison vertagen wir noch ein bisschen nach hinten, stattdessen kommt Featured imagehier endlich mal wieder ein Salat auf den Tisch. Ich liebe Feldsalat ja sehr und freue mich immer sehr, wenn er wieder an den Marktständen auftaucht. Dabei gibt es Salate, die leichter zu genießen sind: den Feldsalat hier muss man ja meistens doppelt waschen, damit auch ja alle Steinchen und sonstige Ackerreste entfernt werden. Es gibt nichts Schlimmeres als beim Essen so ein Knirschen zwischen den Zähnen zu haben. Dann aber hat man ganz zarte, feine Blättchen. Und bei so einem leckeren Dressing sieht man da gerne drüber hinweg 😉
Leuchten die Pastinakenstücke nicht wie lauter kleine Sonnen in dem Salat? Passen also ganz wunderbar zu diesem herrlichen Wetter!
Wenn die warmen Pastinaken mit dem Salat gemischt werden, muss dieser sofort gegessen werden. Sonst fällt alles zu einer grünen Masse zusammen und das wäre wirklich zu schade.

Zutaten (für 4 Personen als Beilagensalat):
150g Feldsalat
250g Pastinaken
1 Orange
2 EL Zitronensaft
2 TL Apfeldicksaft (ich: Ahornsirup)
1 Tl Senf
4 EL Kürbiskernöl
2 EL neutrales Öl
1 EL weißer Balsamicoessig
4 EL Kürbiskerne

Featured imageZubereitung:
Den Feldsalat von allen welken Blättern befreien und in stehendem Wasser mehrmals gründlich waschen. Trocken schwenken und auf vier Teller verteilen.
Die Pastinaken schälen und in knapp 1cm große Würfel schneiden.Die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten bis sie leicht braun sind und sich aufblähen. Auf einem Teller beiseitestellen. Das neutrale Öl in die Pfanne geben und die Pastinaken einrühren und bei mittlerer Hitze unter Rühren ca. 8min braten bis sie bissfest sind.
Die Orange auspressen. Den Zitronensaft mit dem Apfeldicksaft, dem Essig, Senf, Salz und Pfeffer gründlich verrühren. 2 EL Orangensaft dazugeben, dann das Kürbiskernöl nach und nach für eine cremige Sauce unterrühren.
Die Pastinaken mit dem restlichen Orangensaft ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und auf dem Feldsalat verteilen. Die Kürbiskerne aufstreuen und das Dressing gleichmäßig über den Feldsalat träufeln. Den Salat gleich servieren.

Featured image

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)