Rettungsaktion: Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping

FARBE! Nachdem die Weihnachtslichter verschwunden sind, versinkt der Januar in einem monotonen Grau… da muss wenigstens das Essen auf dem Teller dem entgegen wirken! Und das saisonale Gemüseangebot eignet sich dazu auch ganz fantastisch!

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Risotto geht bei mir sowieso zu jeder Jahreszeit. Und seitdem ich vor ein paar Jahren entdeckt habe, dass Risotto umso besser schmeckt, wenn man die Brühe mit Gemüsesaft aufpeppt, erlebe ich regelmäßig Begeisterungsstürme der Mitesser. Dieses Mal von meiner Schwester: die hat zwar fleißig beim Risotto rühren geholfen, war aber doch recht skeptisch… Rote Bete hat bekanntermaßen nicht nur Fans. Aber in dieser Kombination konnte die Rübe voll und ganz überzeugen!

Kommt mir bitte, bitte nicht auf die Idee, das Grünkohltopping wegzulassen! Der nur kurz blanchierte Kohl liefert genau den richtigen Kontrast zum schlotzigen Risotto! Durch den US-amerikanischen Trend rund um Kale wie Grünkohl dort heißt, bin ich vor ein paar Jahren auch auf den Geschmack gekommen. Leider ist es hier teilweise sehr schwierig, an Grünkohl zu kommen. Am Fuß der Schwäbischen Alb wurde ich nur im Bioladen fündig – in Karlsruhe hingegen wird der Kohl zu Spottpreisen in fantastischer Qualität bündelweise auf dem Markt verkauft. Ich laufe dann immer ganz glücklich mit meinem Grünkohlstrauß nach Hause 🙂

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Solltet ihr nicht an Grünkohl kommen, könnt ihr diesen mit Spinat oder auch Wirsing ersetzen. Wirsing passt sogar noch besser, weil der knackig bleibt. Außerdem ist der eine tolle Ergänzung zur Rettungsaktion rund um die verschiedenen Kohlarten! Die Rettungstruppe hat sich unter der Leitung von Sina und Susi zusammen getan und hat sich dem Wintergemüse gewidmet. Wie vielfältig es zugeht, zeigt die lange Liste voller Leckereien.
Ich hoffe, ihr kriegt ordentlich KOHLdampf -sorry, diesen Wortwitz musste ich einfach bringen, hihi! Am Ende der Liste findet ihr dann das Rezept für das Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping 🙂

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Anna Antonia: Cole – Slaw ganz einfach

auchwas: Grünkohlpizza

Barbaras Spielwiese: Gebackener Rosenkohl mit Gorgonzola und Walnüssen

Bonjour Alsace: Sauerkraut im Glas

Brittas Kochbuch: Winterliche Minestrone

Brotwein: Grünkohl – Pesto

Cakes, Cookies and more: Bunter Wintersalat

Corum Blog 2.0: Rotkrautsalat mit Pistazien

Evchen kocht: Kohlroulade auf thailändisch

Fliederbaum: Klassisches Rotkraut

German Abendbrot: Zweierlei Rotkohl – als Pickle und klassisch

Giftige Blonde: Rotkohl auf polnische Art

Katha kocht: Geschmortes Wildschwein mit Grünkohl und Kartoffeln

Kebo homing: Romanesco – Kichererbsen – Suppe

LanisLeckerEcke: Cole Slaw

Madame Rote Rübe: Herzhafter Wirsingkuchen

Magentratzerl: Kohl hoch 2

Obers trifft Sahne: Fruchtiger Grünkohlsalat

Our food creations: Kale Salad

Paprika meets Kardamom: Ungarischer Blumenkohl – Gulasch – Auflauf

Schmeckt nach mehr: 5 Grünkohl – Irrtümer plus Rezept für Grünkohl äthiopisch

Schönes + Leben: Sächsischer Gulasch mit Rotkraut und Kartoffelbrei

Summsis Hobbyküche: Weißkohlcurry

Turbohausfrau: Flammkuchen mit Kohl

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Zutaten (für 2 Personen):
200g frische Rote – Bete
200ml Rote – Bete – Saft
150ml Gemüsebrühe (evt. etwas mehr oder weniger)
125g Risottoreis
80g Parmesan
1 EL Olivenöl
20g Butter
2 Schalotten
1 Lorbeerblatt

Gebratener Grünkohl
250g Grünkohl
30g Butter
40g Walnüsse
1 Zwiebel
wer mag: 1 Zimtstange
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Gemüsebrühe mit Rote-Bete-Saft aufkochen. Schalotten und Rote Bete schälen und jeweils in kleine Würfel schneiden. Zusammen mit dem Lorbeerblatt im Olivenöl für ein paar Minuten anschwitzen bis die Zwiebel glasig wird. Den Risottoreis hinzugeben und kurz mitbraten. Danach alles mit ein paar Schöpfkellen Gemüsebrühensaft ablöschen und bei mittlerer Hitze unter Rühren einkochen lassen. Flüssigkeit immer wieder nachgießen und einkochen bis der Reis cremig und gar ist. Das dauert ca. 15-18min.

In der Zwischenzeit den Grünkohl von den Stängeln zupfen und in mundgerechte Stücke reißen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Grünkohl, Zwiebel, Walnüsse und Zimtstange kräftig 3-5min anbraten. Falls es jemandem reinbrennt, einfach einen Schluck Wasser zugeben.
Parmesan reiben, 20g Butter zusammen mit der Hälfte des Parmesans unter das heiße Risotto rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Risotto mit Grünkohl anrichten und mit noch mehr Parmesan genießen!

Quelle: Deine Küche. Eine Reise durch den Winter.

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Pancake – Party dank Raclettegerät!

Hat bei euch das Raclettegerät gerade auch Hochsaison? Ich glaube, während des Jahres verstaubt dieses mobile Heizgerät im Keller, aber kaum kommen die Feiertage rund um Weihnachten und Silvester kommt seine Zeit. Da wird Käse geschmolzen was das Zeug hält! Und ganz ehrlich: genau so soll es sein und mir würde echt was fehlen ohne diese Leckerei.

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Heute aber zeig ich euch, was ihr sonst noch mit dem Gerät anstellen könnt, damit es vielleicht auch unter dem Jahr Verwendung findet. Mit leichter Skepsis hab ich das Pancakerezept ausprobiert und innerhalb kürzester Zeit waren alle begeistert! Ab und zu mach ich wirklich gerne Pancakes zum Frühstück. Problem ist nur, dass man ne ganze Weile in der Küche mit der Pfanne hantiert bis genügend zusammen kommen.

Von dieser Arbeit befreit euch das Raclettegerät: macht einfach genug Teig, stellt statt Schinken und Gemüse Obst und Süßzeug auf den Tisch und es kann losgehen! Jeder bedient sich am Teig und dekoriert dann den Teig mit beliebigen Toppings und kurz drauf können alle gleichzeitig genießen! So einfach, so gut! Ein echte Empfehlung für euer nächstes Brunch… oder als Katerfrühstück am 1. Januar 🙂

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Zutaten für ca. 5 Personen:
60g Zucker
3 Eier
450ml Milch
225g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1/2 TL Salz
Zimt und Muskatnuss nach persönlichem Geschmack
50g Kakao
Toppings:
1 Banane
1/2 Apfel
Erdnussbutter
Nutella
Walnüsse
Kokosflocken
Zuckerstreusel
TK-Himbeeren
… was ihr wollt 🙂

Zubereitung:
Eier trennen. Zucker und Eigelbe in einer Schüssel verrühren. Dann Milch hinzufügen und alles gut vermischen. Mehl, Backpulver und Gewürze mischen und nach und nach zur Eiermischung geben. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterheben. Die Hälfte des Teiges in eine andere Schüssel geben und mit dem Kakaopulver vermischen.
Das Raclettegerät vorheizen, die Pfännchen jeweils mit etwas geschmolzener Butter einfetten. Und dann kann gefüllt werden, wie es euch gefällt: hellen und dunklen Teig mischen oder nur eine Teigsorte mit Obst, Nüssen oder anderem ungesunden Zeug belegen. Im Gerät backen bis der Teig fest und leicht gebräunt ist. Dazu könnt ihr Ahornsirup, Honig oder auch Joghurt servieren.
So einfach kann man ne Pancake-Party schmeißen 🙂

Quelle: Buzzfeed

Zitronen – Kokos – Energy Balls

Zu süß – zu trocken – zu wenig Nüsse – zu… ach neee danke, muss nicht sein! So ging es mir bisher immer, wenn ich mir Energy Balls gekauft hab. Zugegeben: oft war das noch nicht, aber die paar Versuche haben mir gereicht um zu wissen: es geht halt nichts über Selbstgemachtes!

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Energy Balls bestehen aus Trockenfrüchten, Nüssen und beliebigen anderen Zutaten wie Kakao oder Proteinpulver, die im Mixer püriert und dann zu Kugeln gerollt werden. Theoretisch sind die Variationsmöglichkeiten unendlich – wichtig ist nur, dass am Ende die Masse feucht genug ist um zusammenzuhalten. Praktisch allerdings finde ich diese Geschmackskombination am allerbesten: durch die Zitrone wird die Masse längst nicht so süß wie sonst oft, sondern man hat einen frischen Geschmack. Kokos geht bei mir sowieso immer und die recht geschmacksneutralen Cashews balancieren alles aus.

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Bitte glaubt nicht, dass nur weil die Dingerchen roh, vegan und glutenfrei sind, sie auch kalorienarm sind! Ihren Namen haben sie schließlich nicht umsonst: dank der Cashewkerne und der Datteln kriegt man wieder Kraft für die nächste Aufgaben. Ich mag die Engergy Balls auch deswegen so gern, weil die so schnell gemacht sind! Medjooldatteln bekomme ich hier in der Gegend nicht so gut, deswegen weiche ich dafür einfach die getrockneten Datteln ein – geht auch problemlos.

Uns haben die Kugeln im Sommer auf die Bergspitzen Südtirols begleitet – im Rucksack wurden die zwar dann mit der Zeit etwas platter, lecker waren sie immer noch! Das größte Kompliment kam überraschenderweise vom Liebsten: „ich mag zwar keinen Kokos, aber hierdrin schmeckt der gut!“ Also husch – husch nachmachen, damit die Energie für die beginnende Adventszeit nicht ausgeht 😉

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Zutaten für ca. 15 Engergyballs:
150g Cashewkerne
100g Datteln (oder 15 frische Medjooldatteln)
50g Kokosflocken
60ml Zitronensaft
Schale von einer unbehandelten Zitrone

Zubereitung:
Die getrockneten Datteln in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser übergießen und ca. 20min einweichen. Die Cashews portionsweise in einen hohen Rührbecher geben und kurz mit dem Stabmixer anpürieren, so dass ein sehr grobes Mehl entsteht. Wenn vereinzelt größere Cashewstücke bleiben, kein Problem. Wer einen Foodprocessor hat, kann die Cashews selbstverständlich auch darin zerkleinern. Das „Cashewmehl“ in eine Schüssel füllen.
Die Datteln abgießen und im Rührbecher glatt pürieren. Das Dattelpüree mit den Cashews, den Kokosflocken, dem Zitronensaft und der Zitronenschale vermischen. Einen Probeball zwischen den Händen rollen – hält alles zusammen? Wenn nein, noch ein paar Datteln pürieren und mit der Masse mischen.
Die Bällchen in Wunschgröße rollen – ich forme sie aus der Menge von einem Esslöffel. Die Energyballs im Kühlschrank lagern. Sie können aber auch problemlos ungekühlt mitgenommen werden und halten sich einen bis zwei Tage ohne Kühlung.

Quelle: Green Kitchen Travels (David Frenkiel & Luise Vindahl)

Anekdoten, die meiner Mutter peinlich sind… und ein Blumenkohlcurry

Vergangenes Wochenende war ich daheim – es war soooo schön! Viel zu wenig Zeit mit der lieben Familie, aber besser kurz als gar nicht! Im Vorfeld hatte ich mal wieder alte Blogartikel vom letzten Jahr durchgelesen, die mir mein Vater zusammen mit seinen tollen Fotos in ein Buch gedruckt hat. Dabei bin ich auch auf diesen Artikel gestoßen und hach, ich musste am Sonntag wiederfeststellen, wie gut die dort beschriebene Choreographie doch funktioniert. Einer meiner Lieblingsartikel auf dem Blog und sehr zu empfehlen um unsere Familiendynamik zu verstehen.

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Eine andere Eigenschaft verbunden mit der ein oder anderen Anekdote, die meiner Mutter fuuuuurchtbar peinlich sein wird, soll heute breitgetreten werden. Aber um es gleich voraus zu schicken: in dieser Hinsicht bin ich komplett wie meine Mutter! Es geht um das Einschätzen von Mengen! Ein kleiner Gendeffekt, der mütterlichseits seit mindestens zwei Generationen vererbt wird – meine Oma ist nämlich genau so drauf 🙂 Lasst mich die Anekdote vom vergangenen Sonntag erzählen:

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Es ist 11.45 Uhr, meine Mutter ist nach der Kirche sofort heimgesprungen um für 20 Personen zu kochen. Es soll Chili con Carne geben, dazu Reis und Baguette. Als Vorspeise einen Nachoteller und später dann vier verschiedene Kuchen. So weit, so normal. Das Chili köchelt, meine Schwester bereitet den Nachoteller zu, ich mache eine Guacamole und meine Mutter steht am Herd und rührt im Topf mit Reis.
ACHTUNG, es folgt ein Standardsatz, der zu JEDEM Fest dazu gehört: „Oje, Miriam guck mal… ich glaub, das ist zu wenig Reis!“ Wohlgemerkt, meine Mutter rührt in einem Topf, der 8 Liter fasst und bis knapp unter den Rand mit Reis und Wasser gefüllt ist. Wahlweise hört man bei einem Fest auch, dass es zu wenig Nudeln / Salat / Fleisch /… sind, es droht praktisch immer eine Nahrungsknappheit, wenn die Verwandten zu Besuch kommen.

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Am Sonntag grinste ich nur und meinte, dass das viel zu viel Reis sei und sie noch ewig Reisreste essen würd. Kleine Randnotiz zur Herdbelegung in der Küche: parallel zum Reis stand noch ein Topf Spaghetti auf dem Herd – die Bolognese war schon fertig, weil nun ja, man weiß ja nie, ob jemand kein Chili mag 🙂
12.30 Uhr, die Verwandten sind alle da, das große Essen beginnt und es kommt wie es kommen muss: es bleibt Reis übrig! Sehr viel! Und Chili auch – ein ganzer Topf (immerhin keine 8l, sondern „nur“ 2 Liter). Und Spaghetti Bolognese haben auch nur zwei Kinder gegessen. Tja, ich wusste es ja von Anfang an: zu viel Reis 🙂

Also, liebe Mama: hier ein Rezept zur Reisverwertung… Lass es dir schmecken und keine Sorgen, verhungern wird bei dir daheim niemand! Und wie gesagt: das muss dir nicht peinlich sein, es geht bestimmt noch mehr Leuten so 😉

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Zutaten für 4 Personen:
300g gekochter Basmatireis
1 EL Kokosöl
2 mittelgroße Schalotten, gehackt
400g Blumenkohlröschen, zerkrümelt
60g Chashewkerne (ich: deutlich mehr 😉
100g Kichererbsen aus der Dose, abgespült und abgetropft (ich: ca. 200g)
1 Handvoll Spinat
1 TL Currypulver
1/2 TL Kurkuma
1/4 TL Chiliflocken
2 Frühlingszwiebeln
175ml Kokosmilch (ich: ca. 250ml)
2 TL frisch gepresster Limettensaft
40g Rosinen
2 EL gehackte Minze (bei uns ohne)

Zubereitung:
Das Kokosöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Schalotten und Blumenkohl in der Pfanne mit Salz und Pfeffer würzen und 5min braten bis der Blumenkohl hellbraun ist.
Cashewkerne und Kichererbsen zugeben und 5min weiterbraten bis sie hellbraun sind. Currypulver, Kurkuma, Chiliflocken und Frühlingszwiebeln zugeben. Etwa 30sec rühren bis die Gewürze anfangen zu duften. Die Hitze reduzieren und gut die Hälfte der Kokosmilch einrühren. Dann Limettensaft, Rosen und noch etwas Salz zugeben.
Den Reis einarbeiten, dabei größere Klumpen mit einer Gabel zerdrücken. Die restliche Kokosmilch zugießen, Spinat und ggf. Minze unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit zusätzlicher Limette servieren.

Quelle: Vegetarisch mit Liebe. (Jeanine Donofrio)

Ein HochgeNuss: Gefülltes Brathuhn mit Apfel und Kastanien

Manche Vorstellungen halten sich auch bei mir, die ich mich kulinarisch für sehr aufgeschlossen halte, erschreckend lange. So ging es mir mit Brathähnchen. Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, dann gab es eigentlich fast nie ganze Hähnchen zu essen. Lediglich meine Omi kaufte ein, zwei Mal bei diesem Hähnchenstand vor dem Supermarkt ein Hähnchen, was wir dann daheim bei ihr aßen. Im Gegensatz zu den meisten am Tisch fand ich die Haut einfach nur eklig: gummiartig, knallrot-orange von den viel zu salzigen Gewürzen und alles klebte. Kein Wunder, dass meine Omi immer meterweise Küchenpapier bereit hielt um die Enkel in kurzen Abständen abzuwischen.

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Auch mochte ich das Abnagen vom Knochen überhaupt nicht. Mein Bruder wollte immer am liebsten die Keule und ich hoffte auf irgendein Stück mit möglichst wenig Knorpeln, Gelenken und Knochen. Als ich dann irgendwann selber mal so ein Hähchen zubereitete, stopfte ich dem Tier ne Zitrone in den Popo, wendete, drehte und joa, es war okay, aber nicht so überzeugend als dass ich es nochmal machte.

Der Ehrgeiz und die Neugier packte mich jedoch als ich dieses Rezept hier fand: das Hühnchen wird entbeint, sprich, sämtliche Knochen werden entfernt, lediglich die Beine und Flügel dürfen drin bleiben. Somit eliminiert man das Herumkauen auf Knochenteilen beim Essen fast vollständig. Und dann werden auch noch Esskastanien verwendet und die mag ich einfach wahnsinnig gern! Also schaute ich mir auf YouTube Videos übers Entbeinen an und machte mich ans Werk. Um ehrlich zu sein: ich brauch noch Übung, aber das Ergebnis lohnt sich! Traut euch ran!

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Die Füllung aus Maronen, Brot und jeder Menge Butter kommt zwischen Haut und Fleisch. Ich sag euch: wir haben geschlemmt! Es war so gut, dass ich das Brathuhn innerhalb eines Monats zwei Mal gemacht habe, ich muss schließlich meine Metzgerqualitäten üben 😉

Mit der Maronenfüllung passt das Rezept auch genau zu Inas Blogevent: es ist nämlich ein echter HochgeNUSS – bis zum 15. November noch sammelt sie jede Menge Inspiration rund um zehn verschiedene Nüsse. Da steuer ich doch zu gern dieses köstliche Hühnchen bei. Vielleicht lässt sich durch diese Kreation ja noch der ein oder andere davon überzeugen, dass so ein selbst gefülltes Brathuhn wahnsinnig lecker ist! Ein echtes Sonntagsessen – passend zum heutigen Tag 🙂

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Zutaten (für 4 Personen):
1 TL Rapsöl
2 EL fein gewürfelte Schalotte
120g Esskastanien, geschält und fein gewürfelt
1/2 Apfel, fein gewürfelt
160g Brotbrösel aus Roggenbrot
225g Butter, zimmerwarm
2 EL gehackte Petersilie
1 TL Salz
1 Huhn (1,3 bis 1,5kg)

In einer mittelgroße Sauteuse bei schwacher Hitze das Öl erhitzen. Die Schalotten darin 3 bis 4min glasig dünsten. Die Kastanien und den Apfel hinzufügen und 8 bis 10min weiterdünsten. In eine Schüssel geben, Brotbrösel, Butter, Petersilie und Salz unterheben und alles gründlich mischen. Die Masse in einen Spritzbeutel geben und bei Zimmertemperatur bereithalten.
Das Huhn parieren und alles überschüssige Fett aus der Bauchhöhle entfernen. Zum Entbeinen das Huhn mit der Brust nach unten auf ein Schneidbrett legen. Mit einem scharfen Messer oder der Geflügelschere auf beiden Seiten der Wirbelsäule entlang schneiden und diese herausnehmen. Das Brustbein mit den Händen brechen und das Huhn flachdrücken. Mit dem Ausbeinmesser Rippen und Schulterknochen entfernen. Rund um die Flügel einschneiden, die Spitze der Flügel abschneiden und die Knochen freilegen, so dass 5cm herausschauen. Die Oberschenkelknochen entfernen und die Unterschenkel freilegen. Das Gabelbein entfernen. Das Huhn sollte nun bis auf die Beine und Flügel knochenlos sein. Die Haut darf dabei nicht einreißen.
Auf beiden Seiten der Brust einen kleinen Einschnitt anbringen und die Flügelknochen in die Brust stecken. Die Beine kreuzen und unter die Haut stecken, damit sie in Position bleiben. Mit den Fingern die Haut vom Fleisch lösen, um Platz für die Füllung zu schaffen.
Die Apfel-Kastanien-Füllung unter die Haut der Beine und der Brust spritzen und die Füllung gleichmäßig verteilen. Das Huhn etwa 2h kühl stellen bis die Füllung fest wird.

ZUM FERTIGSTELLEN:
2 EL Rapsöl
8 möglichst kleine Äpfel, halbiert
2 Knollen Knoblauch, quer halbiert
30g Esskastanien, geschält
30g Cipollini-Zwibeln, halbiert und geschält (ich: weg gelassen)
30g Perlzwiebeln, geschält (ich: weg gelassen)
Salz
1 Bund Rosmarin
1 Bund Thymian

Den Backofen auf 240°C vorheizen. Bei starker Hitze in einer großen, gusseisernen Pfanne das Öl erhitzen. Äpfel und Knoblauch mit den SChnittflächen nach unten hineinlegen, Kastanien und Zwiebeln hinzufügen und alles 3 bis 4 min goldgelb anbraten. Die Zutaten an den Rand schieben und das Huhn mit der gefüllten Seite nach oben in die Mitte der Pfanne setzen. Salzen und 2min auf dem Herd anbraten.
Dann im vorgeheizten Backofen 35min braten, Rosmarin und Thymian hinzufügen und weitere 10 bis 15min goldbraun braten. Das Fleisch sollte an der dicksten Stelle der Brust eine Temperatur von 65° erreichen.
Das Huhn auf einem Drahtgitter 15min ruhen lassen, dann aufschneiden. Mit den gebratenen Äpfeln, Knoblauch, Kastanien und Zwiebeln servieren.

Quelle: I love NY (Daniel Humm, Will Guidara)

Berry-Berry-Lady: Waldbeeren-Semifreddo

Ich stehe mitten in einer Brombeerhecke, schwitze bei über 30°C und verfluche die Dornen, die mich trotz langer Hose in die Beine kratzen. Zu etwas langärmligen konnte ich mich nicht überwinden und so kriegen meine Arme nicht nur Dornen, sondern auch diverse Brennnesseln zu spüren. Meine Schuhe werden später ein paar Gras- und Beerenflecken mehr haben und meine roten Finger fallen am nächsten Tag noch einer Kollegin auf.

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Innerhalb von einer dreiviertel Stunde ist meine mitgebrachte Tupper randvoll, über ein Kilo Brombeeren hatte ich in kürzester Zeit zusammen. Ich staune über diesen Überfluss, über diese Fülle an Beeren, die im Gestrüpp leuchten und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Was für ein Reichtum in der Natur, der ohne jedes Zutun wächst und gedeiht! Niemand beschneidet diese Hecken, kämpft gegen Unkraut oder gießt die Sträucher bei Hitze. Und trotzdem gibt es so viele Beeren… In Gedanken reise ich zurück in meine Kindheit. Die Urlaube verbrachten wir in einem Ferienhäusle ohne fließendes Wasser und stromerten jeden Tag durch die Wälder. In einem Sommer gab es so viele Blaubeeren, dass meine Mutter spontan noch einmal heimfuhr und alles an leeren Gläser holte um Marmelade zu kochen.

 

Mit dem ersten Kilo Brombeeren tue ich es ihr gleich. Aber bei diesem einen Mal pflücken konnte ich es nicht belassen! Ein anderes Mal serviere ich Freunden Crostini mit Ziegenfrischkäse und marinierten Brombeeren (wow!) und daheim stelle ich dieses Semifreddo her. Die Zutaten sind echter Luxus und regional sind vermutlich nur die Beeren, aber uiuiuiui, die Salzkaramellschicht ist ein Traum! Sooo cremig, leicht salzig, herrlich!
Ich muss zugeben, mit der Smoothieschicht bin ich nicht ganz zufrieden. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Schichten sehr fest und lässt sich schwer schneiden. Wer eine Eismaschine hat, kann auch ein Beerensorbet herstellen und dieses dann oben drauf streichen. Alternativ könnte man auch ein (sehr gutes, ohne Zusatzstoffe!) Beerensorbet kaufen und statt des Smoothies in die Form drücken.

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Aber ansonsten ist das einfach ein luxuriöses Semifreddo! Macht optisch ordentlich was her und immerhin ein paar Brombeeren wurde ich damit los 🙂 Habt ihr Beeren im Garten oder sucht ihr auch in Wald und Wiesen danach?

Für den Boden:
10-12 Dattel, entsteint
1 EL natives Kokosöl
125 naturbelassene Sonnenblumenkerne
2 EL Kakaopulver
1 Prise Meersalz

Für die Salzkaramellschicht:
10-15 Datteln, entsteint
125ml Wasser
80ml natives Kokosöl
60g weißes Tahini (ich: Cashewmus)
2-3 Prisen Meersalz

Für die Beeren-Smoothie-Schicht
2 reife Bananen, geschält und grob zerkleinert
150g naturbelassene Cashewkerne, über Nacht eingeweicht
150g frische, reife Brombeeren
150g frische, reife Himbeeren
4EL Zitronensaft
2-4 EL Wasser
2 EL Ahornsirup

Für das Beerenherzstück:
5 Brombeeren
12 Himbeeren

Zubereitung:
Eine 10x20cm große Kastenform mit Backpapier auslegen (meine war etwas größer, war kein Problem). Für den Boden die Datteln und das Öl in einen Mixer geben und alles zu einer klebrigen Masse pürieren. Die Kerne, den Kakao und das Salz zugeben und erneut mixen bis die Mischung groben Brotkrümeln ähnelt und auf Druck zusammenhält. Eventuell müssen für die richtige Konsistenz noch weitere Datteln zugegeben werden. Die Masse in die Form geben und gleichmäßig verteilen und festdrücken. Im Gefrierschrank ruhen lassen und die Salzkaramellschicht zubereiten.

Dafür alle Zutaten in den Mixer geben und auf hoher Stufe zu einem feinen Smoothie pürieren. Dann abschmecken und gegebenenfalls zum Nachsüßen einige Datteln oder zum Nachsalzen etwas Meersalz zugeben. Die Kastenform aus dem Gefrierschrank nehmen und die Salzkaramellschicht gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Zurück in die Gefriere und den Beerensmoothie zubereiten.

Den Rührbecher des Mixers gründlich spülen. Alle Zutaten für den Beerensmoothie in den Mixer geben und auf hoher Stufe gründlich pürieren. Gegebenfalls noch etwas Wasser hinzufügen. Die Kastenform aus der Gefriere nehmen und für das Beerenherz die Him-und Brombeeren in die Mitte der Salzkaramellschicht legen. Den Beerensmoothie vorsichtig darübergießen und glatt streichen. Durch leichtes Schlagen der Form auf die Arbeitsfläche sämtliche Luftblasen entfernen.
Mindestens 4h oder über Nacht gefrieren lassen. Vor dem Servieren 30min antauen lassen und nach Belieben dekorieren. Ein scharfes Wasser in heißem Wasser erwärmen und damit Scheiben vom Beeren-Semifreddo abschneiden.

Quelle: Die grüne Küche. Smoothies & Co. (David Frenkiel und Luise Vindahl)

Hinter den Kulissen: Caponata

Wer auf unsere Seite kommt, merkt ziemlich schnell, dass wir zumindest von unserer Bloggestaltung nicht so kreativ, bzw nicht so tief in der Materie drin sind, wie man chic so eine Homepage einrichtet. Aber hey: ihr könnt euch sicher sein, dass die Rezepte hier funktionieren und was unser Foodfotos angeht, so haben wir vielleicht die ein oder andere Leiche im Keller, aber immer wieder sind so richtige Highlights dabei.

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Als ich das letzte Mal daheim war, hat mir der Aufbau soooo gut gefallen, dass wir das Set gleich drei Mal genutzt haben. Ich habe gedacht, ich muss euch unbedingt mal Hintergrundbilder zeigen, weil diese Aktioon tyyyyyyisch Papa ist. Ich hatte vorgeschlagen, die Bretter aus diesem Post zu verwenden und wollte das aber im grünen Garten fotografieren. Während ich mich also um das Essen kümmerte, machte mein Vater sich an den Aufbau bis meine Schwestern kopfschüttelnd in die Küche kam und meinte, dass es heute nach dem Fotografieren wohl nichts zum Essen geben würde. Warum? Siehe folgende Hinter-den-Kulissen-Fotos:

Mein Vater hat sich einen der wackeligsten Hocker geschnappt, das Brett drüber gelegt und eine Seite mit einem Stein beschwert und auf der anderen Seite das Essen bzw die Bowle gestellt!!! Die ganze Familie schwänzelte um dieses Fotoset herum in der ständigen Angst, dass da vielleicht doch nicht alles so gut austariert sein könnte wie von meinem Vater behauptet. Der war natürlich höööööchst beleidigt, dass seine Töchter sein handwerkliches Geschick in Frage stellten -aber sorry, wenn es ums Essen geht, verstehen wir keinen Spaß 🙂

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Naja, von wegen! Wir haben ohne Ende gekichert und bei jedem Windhauch, der an der Basilikumdeko gewackelt hat, aufgeschrien 🙂
Bei all der Albernheit will ich aber nicht unerwähnt lassen, dass die Caponata sehr, sehr lecker war! Lauwarm serviert, schön sommerlich, einfach und schnell gemacht, dazu ein Riesling, selbst gebackenes Brot und das alles in fröhlicher Runde -was will ich mehr?! Mindestens genau so lecker, aber doch ganz anders ist die Caponata, die Sina bei sich serviert. Wird bei Gelegenheit ausprobiert!

Zutaten (für 4 als Vorspeise):
50ml Olivenöl
300g gelbe oder rote Kirschtomaten
500g Aubergine
1 rote oder gelbe Paprikaschote
2 Stangen Staudensellerie (weg gelassen)
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
40g schwarze Oliven (ohne Stein)
4 Anchovisfilets in Öl (weg gelassen)
60g Sultaninen
40g Pinienkerne
3-4 EL guter Aceto balsamico
2Tl Zucker
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
3-4 Stängel Basilikum
250g Burrata (optional)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine große Auflaufform mit etwas Olivenöl einpinseln. Die Kirschtomaten waschen, halbieren und mit den Schnittflächen nach oben in die Form setzen. Im Ofen (Mitte) rösten bis die Tomaten zu schrumpeln beginnen und die ersten dunklen Flecken bekommen -das dauert ca 15-20min. Die Tomaten dann aus dem Ofen nehmen.
Inzwischen das restliche Gemüse waschen und Putzen. Die Auberginen in 2cm große Würfel, die Paprikaschoten in 1cm große Würfel schneiden. Selleriestangen längs halbieren, dann in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen und in dünne Spalten schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Oliven in dünne Ringe schneiden. Anchovisfilets fein hacken.
Eine große Pfanne mit hohem Rand erhitzen. Auberginenwürfel hineingeben, sofort gleichmäßig mit 3-4 EL Olivenöl beträufeln, gründlich durchmengen und bei starker Hitze ca 5min scharf anbraten (die Würfel sollen etwas Farbe annehmen). Paprika, Sellerie und Zwiebel dazugeben und alles weitere 5min bei mittlerer Hitze braten. Knoblauch, Oliven und Anchovis, Sultaninen und Pinienkerne untermischen und nochmals 5min bei geringer Hitze sanft schmoren lassen. Dabei ab und zu umrühren.
Das Gemüse mit 2-3 EL Wasser und dem Aceto Balsamico ablöschen. Die Ofentomaten vorsichtig unterrühren und die Caponata mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Basilikumblättchen von den Stängeln zupfen, grob hacken und unter die Caponata mischen. Warm oder abgekühlt pur oder mit der Burrata anrichten.

Quelle: Reisehunger (Nicole Stich)