Alte Liebe: Kürbisrisotto mit Radicchio

Was ist nur passiert? Nach dem 2015er Kürbisexzess gab es 2016 kein einziges neues Kürbisrezept im Herbst! Zur Freude meiner Geschwister habe ich in den Herbstmonat nicht so viel Zeit daheim verbracht und folglich wurden sie -diese Kürbisskeptiker- nicht von meiner Experimentierlust terrorisiert. Ganz drumrum kamen sie aber auch nicht und dieses Risotto kam nicht mal sooo schlecht an. Nur am Gorgonzola wurde rumgemeckert 🙂

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Aber ich kann mich nicht beschweren: beide haben schon alleine überleben müssen und saßen an genügend anderen Tischen um die ein oder andere Pseudo-Intoleranz abzulegen. Und ein bisschen was darf man sich ja behalten. Für mich hingegen ist dieses Risotto eine alte Liebe: es war eines der ersten Rezepte, die ich aus „Reisehunger“ nachgekocht habe, zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht einmal selbst dieses Buch hatte. Gut, dass es Foodblogger wie Micha gibt, die in einem Rutsch das ein oder andere Rezept vorstellen und mich zum Nachkochen animieren. Oft werde ich erst durch Rezepte bei anderen Bloggern auf manches Schätzchen aufmerksam, das ich beim Blättern in meinen Kochbüchern übersehen hatte.

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Seit dieser Entdeckung gab es dieses Risotto immer wieder. Mir gefällt hier besonders, dass der Hokkaido teilweise zerfällt und dem Essen eine schöne Farbe gibt. Dafür nehm ich dann auch das lange Schnippeln in Kauf. Ein echtes Soulfood und eine kulinarische Wärmflasche bei diesen Temperaturen ist so ein Risotto – wer noch mehr Inspiration als Alternative zu Eintöpfen braucht, die auch gut bei der Kälte passen, kann einfach hier unter der Kategorie Risotto suchen.
In diesem Sinne: das Warten hat sich hoffentlich für euch gelohnt -meine Liebe für Kürbis und fürs Risotto sowieso ist dadurch nicht abgeschwächt 🙂

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Zutaten für 4 Personen:
2 Schalotten
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis
1-1,25l Hühnerbrühe
2 EL Butter
250g Risottoreis
25g frisch geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Äußere Blätter des Radicchio und den Strunk entfernen, Radicchio vierteln und in dünne Streifen schneiden. Hokkaido waschen und entkernen, dann zuerst in dünne Spalten, anschließend in ca. 1cm kleine Würfel schneiden. Die Hühnerbrühe erhitzen und heiß halten.
Die Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen. Darin die Schalotten glasig andünsten. Den Risottoreis dazugeben und unter Rühren mitdünsten, bis auch dieser glasig ist (weder Schalotten noch Reis sollen dabei Farbe annehmen).
Die Kürbiswürfel in den Topf geben und mit 2-3 Schöpfkellen heißer Brühe ablöschen. Den Risotto bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt, und schöpfkellenweise weitere Brühe dazugeben, sobald der Reis die Flüssigkeit im Topf aufgenommen hat.
Nach 15-18min die Radicchiostreifen unter den Reis rühen. Den Risotto probieren, die Reiskörner sollten noch einen leichten Biss haben. Dann den Parmesan und den Gorgonzola untermengen und den Risotto noch 1-2min auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Quelle: Reisehunger. Die besten Rezepte zwischen USA & Singapur (Nicole Stich)

Lesefutter: Dip-Trio

Wenn ich mir dieses Jahr anschaue, ist eines definitiv zu kurz gekommen: LESEN! Ich war schon immer jemand, die ihre Nase in Bücher gesteckt hat. Es gab Zeiten, da sind wir wöchentlich in die Stadtbücherei um neues Lesefutter zu besorgen -wirklich, ich kann euch nur empfehlen, eure lokale Stadtbücherei zu besuchen und mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen! Oft kosten die Ausweise nicht mal 20€ im Jahr und das rentiert sich wirklich. Denn seien wir ehrlich: wie oft nehmen wir einen einmal gelesenen Roman tatsächlich nochmal in die Hand und lesen ihn durch? Ja, solche Bücher gibt es und die lohnt es sich wirklich daheim zu haben, aber die meisten Bücher werden vielleicht noch Freunden ausgeliehen bevor sie dann hauptsächlich rumstehen und verstauben.

Falls ihr euch nicht gleich binden wollt: es gibt auch Schnupperausweise und viele Büchereien bieten heute sogar E-Books an. Dazu gibt es oft noch tolle Programme. In Balingen beispielsweise hab ich gesehen, findet ein Vorlesenachmittag mit einem Handballer der Nationalmannschaft statt. Wenn dadurch Kinder und Jugendliche zum Lesen animiert werden, klasse! Ja, ich singe heute ein lautes Loblied auf die Büchereien und hoffe, dass die weiter erhalten werden. Eine meiner besten Entscheidungen nach dem Examen war es, mir einen Ausweis für die Bücherei ausstellen zu lassen. Endlich kann ich meine Lesesucht wieder befriedigen 🙂

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Auch Kochbücher gibt es zum Ausleihen -großes Lob hier an die Karlsruher Bücherei, die wirklich eine tolle Auswahl hat. Ich gebe zu: für mich lohnt es sich durchaus, das ein oder andere Kochbuch zu kaufen so oft wie die zum Einsatz kommen. Für alle reicht natürlich mein Budget nicht und da kann ich ja zumindest mal Probe-Besitzerin sein 😉 Im besten Fall gibt es dann Lesefutter im wahrsten Sinne des Wortes. Momentan hab ich „Deutsche Küche neu entdeckt“ von Matthias Mangold ausgeliehen, ein sehr ansprechendes Buch, aus dem der Ziegenkäse-Aprikosen-Dip ist.

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Die Dip-Platte war ein spontanes Abendessensprodukt: ich wollte nicht wieder Salat, hatte den Kürbiskerndip entdeckt, meine Schwester hatte Lust auf Hummus, ein Ziegenfrischkäse stand noch im Kühlschrank und getrocknete Aprikosen finden sich sowieso immer in Mamas Vorratskammer. Ein bisschen frisches Gemüse gekauft, die teuren Gemüsechips mussten auch mit. Die kleine Schwester zum Schnippeln angestellt, den Mixer immer wieder angeworfen und fertig! Ein Essen, das man nicht formal und chic isst, sondern versucht, sich möglichst viel Dip auf die Karotte zu löffeln. Entspannt und herzhaft, ein tolles Futter nach all dem Lesen 🙂

Habt ihr Lesetipps für mich? Irgendein Buch, das euch gefällt? Bitte nichts Gruseliges oder mit Ritualmorden -dafür bin ich zu empfindlich! Aber ansonsten nur her mit eurem Lesefutter!!!!

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Rezept für den Hummus:
1 Dose Kichererbsen
2 EL Tahini (oder ein anderes Nussmus, ich mag Tahin nicht)
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
wer mag: Knoblauch, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen, mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben und glatt pürieren. Kräftig abschmecken.

Rezept für den Kürbiskern-Dip:
160g Kürbiskerne
4-5 EL Olivenöl
1 El Tahini (ich: Cashewmus)
4-5 EL Zitronensaft
125ml Wasser
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, damit sie ihr nussiges Aroma entfalten. Mit Öl, Tahini, Zitronensaft, Wasser, Petersilie, Salz und Pfeffer in einem Blitzhacker oder Mixer geben und 1-2min zu einer dicken Paste verarbeiten. Mit etwas zusätzlichem Öl bestreuen. Quelle: life in balance (Donna Hay)

Rezept für den Ziegenkäse-Aprikose-Dip:
200g Ziegenfrischkäse
4-5 EL Sahne
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
4-5 getrocknete Aprikosen
1/2 Bio-Orange (weg gelassen)
1 EL Honig
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Ziegenfrischkäse in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, Sahne unterrühren, sodass eine geschmeidige Paste entsteht. Schalotte und Knoblauch schälen und sehr fein würfeln. Die Aprikose sehr fein hacken. Orange waschen, mit einem Zestenreißer die Schale abziehen und fein hacken. Alles mit dem Honig und etwas Salz vermischen. Nach Geschmack noch Kräuter unterrühren.
Quelle: Deutsche Küche neu entdeckt (M.Mangold)

 

Hoch die Tassen!: Kürbiscremesuppe mit Vanille

Eine Kürbissuppe ohne Ingwer??? Das ist für mich wirklich außergewöhnlich! Ich liebe diese würzige Knolle einfach und schmeiße sie sehr gerne in Suppen, Smoothies,… Die beste Kombination ist dann tatsächlich, wenn man oben drauf die Suppe noch mit Zimt-Crouton2015.12.29_KürbisSuppe-11-3s toppt! Das harmoniert ganz wunderbar!
Aber ich weiß auch, dass Ingwer in meiner Familie bei nicht allen Mitgliedern beliebt ist. Und auch einige Freunde stehen dem kritisch gegenüber. Ich erinnere mich an ein Abschlussessen, das ich veranstaltete und mir ein Freund nach leer gelöffeltem Teller gestand, dass Ingwer für ihn so ziemlich das schlimmste sei! Nur aus Höflichkeit hatte er alles gegessen…

Also wagte ich mich an eine Alternative -recht skeptisch, ob denn Kürbissuppe ohne meine Geheimwaffe was werden könnte. Und Überraschung: diese Varia2015.12.29_KürbisSuppe-14-6nte ist wirklich fein! Die Vanille schmeckt wunderbar zart heraus, es ist cremig und einen Hauch Zimt darf auch noch dazu 🙂 Außerdem eignet sich die super um nicht mehr so knackig-frische Äpfel loszuwerden. In dem Sinne (und weil’s zu den Bildern passt): hoch die Tassen! So stellt man jeden Suppenkasper zufrieden! Im normalen unfotogenen Leben würde ich die Suppe übrigens ganz normal in einem tiefen Teller servieren, aber naja, das hätte nicht ganz so chic ausgesehen.

Wie ist es bei euch? Welchen Geschmack könnt ihr üüüüberhaupt nicht leiden? Also bei mir sind das Minze und Kümmel! Ich bin froh, dass der Koriander die Minze in der Kräuter-Hit-Parade langsam ablöst 😉

Zutaten (für 4 Personen):
1kg Kürbis nach Wahl (geputzt 750g)
1 großer Apfel 2015.12.29_KürbisSuppe-8-1
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
1/2 Vanilleschote
2 EL Butter
2 EL Zucker
900ml Gemüsebrühe
1 Msp. Zimt
Salz/Pfeffer
100g Sahne
2-3 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Vom Kürbis die Schale und den inneren, faserigen Teil samt Kernen wegschneiden, das Fruchtfleisch grob würfeln. Apfel waschen, vierteln, entkernen und kleinschneiden. Den Lauch längs halbieren, waschen, putzen und in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.

Butter in einem Topf2015.12.29_KürbisSuppe-13-5 schmelzen, darin Zwiebel und Lauch bei mittlerer Hitze langsam andünsten. Den Zucker darüberstreuen und unter Rühren goldbraun karamellisieren lassen. Kürbis und Apfel dazugeben und 2min mitdünsten, dann mit Brühe ablöschen. Vanillemark – und Schote mit dem Zimt in die Suppe geben, salzen und pfeffern, zugedeckt bei mittlerer Hitze 20-25min kochen lassen.

Dann die Suppe fein pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Wunsch die Sahne in den Topf geben oder individuell in die Suppentassen geben. Wer will, serviert die Suppe mit Thymiancroutons (Brotwürfel und Thymian in einer Pfanne knusprig braten) und Apfelwürfeln.

Quelle: Winterküche (Tanja Dusy)

Von wegen spießig: Zweierlei Spieße vom Grill

Heute ist also der 24. Dezember. Alle Türchen oder Päckchen eures Adventskalender sollten geöffnet sein und auch der kulinarische Adventskalender von Zorra endet heute. Für uns ist es eine rießige Ehre heute am Abschlusstag in einer Reihe mit so vielen großartigen Bloggern zu stehen! Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Zorra für dieses absolut geniale Weihnachtsgeschenk 🙂

Kulinarischer Adventskalender 2015 - Doppel-Tuerchen 24Habt ihr die letzten Tage und Wochen auch gespannt geguckt, wer sich hinter dem jeweiligen Türchen als Gastgeber versteckt? Wenn ja, dann habt ihr gute Chancen, die Fragen für das Gewinnspiel auf Anhieb zu beantworten -jaaa, es gibt sogar eine ganz echte Bescherung mit einer tollen Verlosung! Heute wird -zur Feier des Tages- sogar doppelt so viel präsentiert: wir dürfen nämlich die Türchen-Nachbarn von Maja sein (wie geil ist das denn bitteschön?!). Bei ihr findet ihr etwas für einen leckeren Start in die Weihnachtsfeiertage.

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Dieser Blogbeitrag war für mich auch der einzige (positive!) Stressfaktor vor dem Beginn des Festes. Weihnachten ist bei uns in der Familie sehr entspannt. Wie der Blog ist auch das Essen während dieser Tage Gemeinschaftssache, weswegen es alles andere als spießig oder steif zugeht. Frei nach Loriot heißt es hier nämlich nicht: „erst packen wir die Geschenke aus, dann sagt jemand ein Gedicht auf und dann machen wir es uns gemütlich“, sondern alle tragen einen Teil dazu bei, dass Stress und Hektik minimiert werden und der Genuss frühzeitig einsetzen kann. Die einzige kulinarische Tradition ist, dass an Heiligabend groß aufgefahren wird! So ist das nun mal, wenn Mutter und Tochter kochbegeistert sind, der Vater sich davon anstecken lässt und die Geschwister gerne essen 😉
Deswegen kann es auch durchaus vorkommen, dass an Heiligabe2015.12.22_RindfleischSpieße-15nd der Grill angeschmissen wird; nicht nur die Temperaturen laden ja momentan dazu ein. Papa, der Grillmeister, servierte schon das eine oder andere Mal einen Gang des Menüs von seinem Männerspielzeug. Spießig sind in diesem Fall also wirklich nur die Rindfleisch-Kartoffel- und die Kürbis-Speckpflaumen-Spieße. Die wurden schnell zusammen in Reih und Glied gesteckt. Wer mag, bereitet das schon am Vormittag vor und legt die Spieße dann nur noch abends auf den Grill.

In diesem Sinne wünsche ich (auch im Namen meiner Eltern) gesegnete Weihnachtsfeiertage, die ihr hoffentlich entspannt und glücklich mit euren Liebsten verbringen könnt!

Kürbis-Speckpflaumen-Spieße (für 8 Portionen):2015.12.22_SpeckpflaumenKürbisSpies-12
400g Hokkaido-Kürbis
Salz
24 getrocknete Pflaumen ohne Stein (Soft-Pflaumen)
24 dünne Scheiben Bacon
kurze Holz-Grillspießchen

Vor dem Grillen morgens die Holzspieße in kaltes Wasser legen (oder Metallspieße verwenden).
Kürbis waschen und entkernen. Fruchtfleisch samt Schale in mundgerechte Stücke schneiden. Kürbis in Salzwasser 6min bissfest kochen. Abgießen, abschrecken und abtropfen lassen. Zugedeckt beiseite stellen.

2015.12.22_SpeckpflaumenKürbisSpies-16Um jede Pflaume eine Scheibe Bacon wickeln. Je ein Stück Kürbis und eine Speckpflaume auf die Spieße stecken. Wenn die Gäste da sind, die Spieße bei mittlerer Hitze 3-4min grillen. Zum Servieren den Kürbis und die Speckpflaume evt. auf bunte Dekospießchen stecken.

Kartoffel-Rindfleisch-Spieße (für 8 Portionen):2015.12.22_RindfleischSpieße-22
24 kleine Kartöffelchen (z. Bsp. La Ratte)
Salz
2 Tl eingelegte Kapern
1 EL grüne Oliven (entsteint)
ca. 6 EL grünes Pesto
24 dünne Scheiben Rindfleisch (aus dem flachen Teil des Rinderrückens)
Pfeffer
24 kurze Holzspieße

Vor dem2015.12.22_RindfleischSpieße-13 Grillen die Holzspieße morgens in Wasser legen. Kartoffeln waschen und samt der Schale in Salzwasser ca. 15min bissfest kochen. Ca. 1 Stunde vor dem Grillen die Kapern und Oliven zusammen mit dem Pesto pürieren. Die Fleischstreifen leicht salzen und pfeffern, auf einer Seite mit Pesto bestreichen und einrollen. Achtet darauf, dass die Röllchen nicht zu dick sind – lieber das Fleisch nochmal halbieren. Je zwei Röllchen und zwei Kartöffelchen auf einen Spieß stecken.

2015.12.22_RindfleischSpieße-20Wenn die Gäste da sind, die Spieße auf dem Grill bei großer Hitze in 3-4min garen. Wer mag, serviert die Spieße mit Feigensenf.

Quelle: Lust auf Genuss 12/2011

 

Kraftprotz: Kürbis-Frühstückskekse

Bevor es hier mit dem filigranen Weihnachtsgebäck losgeht, wird es noch einmal rustikal! Diese Frühstückscookies sind schnell gemacht und halten sich sehr2015.11.05_KürbisFrühstücksCookies-6 lange frisch und saftig! Man kann sie problemlos in den Rucksack packen – die lassen sich nicht von Büchern oder nem Laptop verdrängen. Ähm, bevor ihr denkt, dass ihr da Steine aus euerm Ofen holt, nein! Das auf gar keinen Fall 😉
Die Cookies sind einfach ideal zum Mitnehmen, wenn man zwischendurch mal was zum Snacken braucht. Mit den gewöhnlichen Müsliriegeln haben die aber nichts gemein: sie sind natürlich gesüßt, sind nicht zu fettig und vor allem ist man nach dem Genuss von einem dieser Kekse wieder ziemlich satt! Inzwischen dürfte es auch allgemein bekannt sein, wie man Kürbispüree herstellt, oder? Für die Kekse hab ich Hokkaido verwendet, in Stücke geschnitten und knapp 10min in kochendem Wasser gegart. Dann püriert und gut wars!

Mit diesen Kürbiscookies seid ihr auf jeden Fall gut für die anstehende Adventszeit gerüstet. 2015.11.05_KürbisFrühstücksCookies-5

Zutaten (für 15 große Cookies):
60ml Kokosöl
60ml Honig (je nach Geschmack etwas mehr)
250g grobe Haferflocken
100g getrocknete Cranberries
75g Kürbiskerne
1 EL Chiasamen (oder Leinsamen)
1 Prise Salz
Zimt, Muskatnuss nach Belieben
125g Kürbispüree
2 Eier

Zubereitung:
Den Ofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Die Hälfte der Haferflocken mit einem Pürierstab grob zerkleinern (am besten in einem hohen Rührbecher, achtung! Die Haferflocken hüpfen gerne raus). Alle Haferflocken mit den Kürbiskernen, den Cranberries, den Chiasamen und den Gewürzen in einer großen Schüssel vermischen. In einer seperaten Schüssel das flüssige Kokosöl mit dem Honig, den Eiern und dem Kürbis2015.11.05_KürbisFrühstücksCookies-3püree vermischen. Die feuchten mit den trockenen Zutaten gut mischen.
Dann aus dem Teig ca. 15 Cookies (je nach Belieben mehr oder weniger) formen und auf das Backblech setzen. Der Teig ist sehr feucht und fest, fließt beim Backen aber nicht auseinander. Im vorgeheizten Ofen für ca. 15-20min backen bis die Ränder leicht gebräunt sind. Abkühlen lassen und luftdicht aufbewahren.

Quelle: Leelalicious

Teller of Modern Art

Kürbis auf schwarzem Reis mit Mandarinen-Tahini-Sauce

Ich bin keine große Kunstkennerin. Ich kann einen Monet von einem Picasso unterscheiden oder einen Rubens von einem Rembrandt, vielleicht kann ich auch noch zu manchem irgendwelche Anekdoten erzählen oder weiß, was der eine Besonderes geleistet hat. Aber dann würde ich in einer Quizsendung ziemlich schnell den Publikumsjoker wählen müssen 😉

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Und dann gibt es aber durch viele Epochen hindurch die Stillleben mit Lebensmitteln. Mal ist es nur ein Stück Obst, dann wieder biegt sich der Tisch unter einer Fülle von Essen und Trinken. Wenn ich mir heutzutage auf diversen Blogs die Bilder ansehe, frage ich mich, ob das hier nur die „Teller of Modern Art“ sind. Würden die Maler des Barocks statt zu Leinwand und Pinsel heute zum besten Geschirr und zur Kamera greifen? Wenn ich mir beispielsweise nur schon die Frühstücksideen von Simone anschaue, ist das für mich Kunst. Und so könnte ich noch eine ganze Reihe von Bloggern aufzählen, bei denen vom Rezept zum Bild einfach alles ansprechend ist!

Ohne mich 2015.11.05_Kürbisspalten Schwarzer Reis-2jetzt mit diesen Bloggern oder Künstlern in eine Reihe stellen zu wollen, hat mich der Teller hier umgehauen! Dabei kann ich eigentlich munter drauf losloben, weil mein Vater ja für die Fotos verantwortlich ist und es somit kein (reines) Eigenlob ist 😉
Die Farben sind einfach der Hammer, findet ihr nicht? Orangener Kürbis auf schwarzem Reis, dazu rote und grüne Farbtupfer. Ich hatte zuvor noch nie schwarzen Reis und war von der Konsistenz überrascht: selbst im gekochten Zustand hat er noch gut Biss und ist deutlich nussiger als die weiße Version. Wir waren jedenfalls nicht nur vom Aussehen, sondern auch vom Geschmack her begeistert. Und schnell und einfach zubereitet ist dieser Teller auch noch!

Zutaten (für 4 Personen):
250g schwarzer Reis
1 mittelgroßer Kürbis (ich hatte Hokkaido)
etwas Kokosöl
2 Knoblauchzehen
10g Petersilie
1 kleine Chili
125ml Tahini (ich: 2EL)
2 TL Ahornsirup
2 TL Apfelessig
3 Mandarinen (davon 1 Bio)
1/4 TL frisch geriebener Ingwer
Cayennepfeffer
Salz

Zubereitung:
Den Reis mit 675ml Wasser und etwas Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze für ca. 50min köcheln lassen. Falls der Reis über Nacht eingeweicht wurde, reduziert sich die Kochzeit.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Während der Reis kocht, den Kürbis waschen, halbieren und die Kerne entfernen. Dann die Hälften jeweils in Scheiben schneiden, mit dem Kokosöl, den gehackten Knoblauchzehen und etwas Salz mischen. Auf einem Backblech im Ofen für ca. 30min rösten.
Für die Sauc2015.11.05_Kürbisspalten Schwarzer Reis-4e die Bio-Mandarine waschen und die Schale fein abreiben. Die Mandarinen auspressen – es werden ca. 80ml Saft benötigt. Dann das Tahini, den Ahornsirup, den Essig, die Mandarinenschale und -saft, den Ingwer, etwas Cayennepfeffer und Salz in einen Rührbecher geben.  Falls ihr die ganze Menge Tahini verwendet, gebt noch 56ml Wasser hinzu. Alles mit dem Pürierstab glatt mixen.
Zum Anrichten den Reis auf einen (vorgewärmten) Teller geben, ein paar Scheiben Kürbis darauf legen. Mit etwas Petersilie, Chili und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Zum Schluss die Tahinisauce drübertröpfeln.

Quelle: My new Roots (Sarah Britton)

Viele kleine Sonnen: Feldsalat mit Pastinaken-Kürbiskern-Dressing

Ist das nicht ein hammer Wochenende? Statt Nebelschwaden gibt es Sonnenschein, statt Wollpulli und heißer Schokolade Laufrunden im T-Shirt und danach ein Bierchen in der Sonne.
Die Suppensaison vertagen wir noch ein bisschen nach hinten, stattdessen kommt Featured imagehier endlich mal wieder ein Salat auf den Tisch. Ich liebe Feldsalat ja sehr und freue mich immer sehr, wenn er wieder an den Marktständen auftaucht. Dabei gibt es Salate, die leichter zu genießen sind: den Feldsalat hier muss man ja meistens doppelt waschen, damit auch ja alle Steinchen und sonstige Ackerreste entfernt werden. Es gibt nichts Schlimmeres als beim Essen so ein Knirschen zwischen den Zähnen zu haben. Dann aber hat man ganz zarte, feine Blättchen. Und bei so einem leckeren Dressing sieht man da gerne drüber hinweg 😉
Leuchten die Pastinakenstücke nicht wie lauter kleine Sonnen in dem Salat? Passen also ganz wunderbar zu diesem herrlichen Wetter!
Wenn die warmen Pastinaken mit dem Salat gemischt werden, muss dieser sofort gegessen werden. Sonst fällt alles zu einer grünen Masse zusammen und das wäre wirklich zu schade.

Zutaten (für 4 Personen als Beilagensalat):
150g Feldsalat
250g Pastinaken
1 Orange
2 EL Zitronensaft
2 TL Apfeldicksaft (ich: Ahornsirup)
1 Tl Senf
4 EL Kürbiskernöl
2 EL neutrales Öl
1 EL weißer Balsamicoessig
4 EL Kürbiskerne

Featured imageZubereitung:
Den Feldsalat von allen welken Blättern befreien und in stehendem Wasser mehrmals gründlich waschen. Trocken schwenken und auf vier Teller verteilen.
Die Pastinaken schälen und in knapp 1cm große Würfel schneiden.Die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten bis sie leicht braun sind und sich aufblähen. Auf einem Teller beiseitestellen. Das neutrale Öl in die Pfanne geben und die Pastinaken einrühren und bei mittlerer Hitze unter Rühren ca. 8min braten bis sie bissfest sind.
Die Orange auspressen. Den Zitronensaft mit dem Apfeldicksaft, dem Essig, Senf, Salz und Pfeffer gründlich verrühren. 2 EL Orangensaft dazugeben, dann das Kürbiskernöl nach und nach für eine cremige Sauce unterrühren.
Die Pastinaken mit dem restlichen Orangensaft ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und auf dem Feldsalat verteilen. Die Kürbiskerne aufstreuen und das Dressing gleichmäßig über den Feldsalat träufeln. Den Salat gleich servieren.

Featured image

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)