Im Bücherregal: Die grüne Küche. Smoothies & Co von David Frenkiel und Luise Vindahl

Es gibt Kochblogs, die international bekannt und beliebt sind und deren Blogger inzwischen längst auch als Autoren mit Kochbüchern erfolgreich sind. David Frenkiel und Luise Vindahl werden für ihren vegetarischen Foodblog Green Kitchen Stories ebenso gefeiert wie auch für ihre schon erschienenen zwei Kochbücher. Auch bei mir steht ihr erstes Buch „Die grüne Küche“ und so manches Rezept wird immer wieder in meiner Küche nachgemacht.
Als ich auf ihrem Blog die Ankündigung las, dass das nächste Buch ein Smoothiebuch sein würde, war mein erster Gedanke: „Oh neeee, nicht noch ein Smoothiebuch! Gibt es davon nicht schon genug?“ Auch ich besitze zwei Stück und naja, so ganz haben mich deren Rezepte und Aufteilungen nicht überzeugt. Würde es mit „Smoothies & Co.“, das beim Knesebeck Verlag erschienen ist, anders sein?

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Der erste Eindruck:
Ui, wie klein! Im Vergleich zu den schon erschienen Büchern ist das Smoothiebuch deutlich kompakter. Das Hardcover ist fest, die Seiten wollen nicht gleich offen liegen bleiben. Ins Auge springen dann aber sofort die Fotografien: allein das Titelbild mit seinem Farbverlauf ist einfach wunderschön gestaltet. Auch im Inneren finden sich ausschließlich ansprechende Bilder.

Inhalt:
„Ja wo sind sie denn?“, mag man fragen, wenn man systematisch das Buch durchblättert. Bevor man zu den Rezepten kommt, erhält man erstmal eine ausführliche Einleitung in die Smoothiezubereitung.

  • Wissenswertes zur Zubereitung: Neben Masseinheiten und Süßegraden geht es hier auch um die Fragen, was jeweils die Vorzüge von Smoothies im Vergleich zu Säften sind.
  • Unsere Smoothievorratskammer: welches Obst und Gemüse wird verwendet? Welche Flüssigkeiten können benutzt werden? Auch die inzwischen omnipräsenten Superfoods werden kurz erläutet.
  • So gelingen perfekte Smoothies: eine nette kleine Infografik über die Zutaten, wie sie im Mixer landen.
  • Geräte und Ausrüstung: wer noch keinen Mixer oder ähnliches hat, erhält hier ein paar Informationen, was es zu berücksichtigen gibt.
  • Tipps & Tricks: rund um tiefgefrorenes Obst, Aufbewahrung und die Konsistenz des Smoothies. Bevor es schließlich an die Rezepte geht, wird auch noch die Verwendung von Bio-Ware begründet.
  • Grundrezepte: die ersten Rezepte des Buches haben nichts damit zu tun, was man klassischerweise mit Smoothies verbindet. Hier wird die Herstellung von Nussmus und verschiedenen Müslis erläutert.

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Allein diese ausführliche Einleitung zeigt, wie gründlich David Frenkiel und Luise Vindahl gearbeitet haben. So ziemlich jeder Aspekt der Smoothieherstellung wird beachtet. Vieles war mir schon bewusst und habe ich nicht unbedingt gebraucht, aber diese Sorgfalt zieht sich durch das ganze Buch und macht den entscheidenden Unterschied zu sonstigen Smoothiebüchern. Nun geht es aber an die Smoothies!

  • Einfache Smoothies: hier geht es wirklich darum, dass der Smoothie schnell zusammen gemixt werden kann, viel mehr als Obst und Gemüse zu schnippeln und das ein oder andere abzumessen, ist hier nicht nötig.
  • Absolute Hingucker: es wird etwas aufwändiger, weil neben dem Smoothie noch andere Zutaten wie Granola, Chia-Pudding, frische Früchte und anderes hinzukommen und alles apart in Gläser gefüllt wird. So ergeben sich sättigende Mahlzeiten.
  • Nussmilchvariationen: Haselnussmilch kriegt man ja inzwischen in jedem Supermarkt. Dass man diese und viele andere Sorten selber machen und lecker für Smoothies kombieren kann, zeigt dieses Kapitel.
  • Säfte: als Ergänzung zum Pürieren von Obst und Gemüse wird hier entsaftet. Ein kleines Kapitel, aber schöne Ideen sind dabei.
  • Desserts: ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich mit einem Bounty-Smoothie oder dem Beeren-Salzkaramell-Semifreddo das typische Stückchen Schokolade nach dem Essen gar nicht vermisse. Tolle Rezepte!

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Das Buch endet mit einem Foto der beiden Autoren und einem ausführlichen Register. Die Zutaten sind hier alphabetisch aufgelistet und es ist gar kein Problem, Rezepte schnell und übersichtlich zu finden.

Die Rezepte:
Schon vor diesem Buch mochte ich Smoothies sehr gerne. Allerdings war ich auch nicht wirklich kreativ. Ich hatte meine Standardkombination und gut ist. Hiermit wurde es deutlich kreativer und bunter. Im Vorwort zu einem Rezept schreibt David Frenkiel, dass es ihre Absicht war, mit ihren Rezepten Gemüse attraktiver zu machen. Denn es wird viel „Grünzeugs“ verwendet und oft merkt man es gar nicht so, weil das Endprodukt immer noch süß und fruchtig ist und auch noch so lecker aussieht, dass man sich gar nicht fragt, wie die grüne Farbe jetzt genau zustande kommt. Gemacht habe ich unter anderem schon:

  • Grüner Zaubertrank: mit tiefgekühlten Brokkoli und Erbsen ein grüner und leckerer Frühstückssmoothie.
  • Grüner Evergreen: Zur Ananas gesellen sich Tiefkühlspinat, Limette und Kokoswasser. Sehr fein!
  • Superbeeren-Fenchel-Smoothie: sogar der Freund hat sich nicht über den Fenchel beklagt. Passt sehr gut mit der Orange und den Tiefkühlbeeren zusammen.
  • Avocado-Mango-Limetten-Smoothie: Sehr schnell gemacht, aber ich stelle fest, dass Avocado mir persönlich im Smoothie nicht so schmeckt.
  • Bircher-Kefir mit orientalischem Zitrussalat: sogar schon verbloggt 🙂

Das ist nur eine kleine Auswahl an Rezepten, die ich schon (immer wieder) gemacht habe. Gerade der Bircher-Kefir zeigt auf, dass es nicht nur um Getränke geht, sondern eben auch habhaftere Ideen gezeigt werden. Diese Abwechslung macht für mich den Reiz des Buches aus. Die Rezeptbeschreibungen sind sehr ausführlich und wirklich anfängergeeignet. Fehler können eigentlich nicht passieren. Superfoods, Nussmilch und auch Proteinpulver werden verwendet, nicht bei jedem Rezept, aber doch immer wieder. Ich war manchmal auch so frei und habe die Nussmilch mit normaler Kuhmilch ersetzt. Ging gut, aber sollte man halt nicht immer machen, weil sich Kuhmilch beispielsweise nicht mit frischer Ananas verträgt.

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Kaufempfehlung:
Ja, ja und nochmal ja! Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der abwechslungsreiche Smoothies will. Hiermit kriegt man nicht nur Getränke, sondern auch Müsliideen, die mit einem Smoothie kombiniert werden. Auch für Sportler sind proteinreiche Drinks enthalten. Sehr positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass man viel mit Tiefkühlprodukten arbeiten kann, die einfacher zu lagern sind als zum Beispiel frischer Spinat. Die Sorgfalt des Buches zeigt sich auch darin, dass erwähnt wird, wie man einen Milchwirbel herstellen kann, wie er auf einem Foto zu sehen ist oder dass die abgebildete Menge das doppelte Rezept ist. Solche Details zeigen mir, wie gut durchdacht alles ist. Für mich ist „Smoothies&Co“ eindeutig eine Bereicherung!

David Frenkiel & Luise Vindahl: Die grüne Küche. Smoothies & Co.
Knesebeck Verlag
160 Seiten, 100 Farbfotos
ISBN: 978-3-86873-957-2
16,95€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

 

Im Bücherregal: „life in balance“ von Donna Hay

Es scheint inzwischen zum guten Ton zu gehören, dass man sich als erfolgreicher Kochbuchautor Gedanken zur Ernährung macht und diese dann (gewinnbringend?) vermarktet und in ein neues Werk einfließen lässt. Die höchsten Wellen in diesem Bereich hat wahrscheinlich Jamie Oliver geschlagen, der von seinen „Superfoods“ schon einen Nachfolgetitel veröffentlicht hat. Aber auch Leila Lindholm und jetzt auch Donna Hay springen auf diesen Trend auf. Die einen freuen sich nach dekadenten Schokotorten und mit Käsebergen überbackenen Fleischorgien über gesündere Rezepte, die anderen verdrehen die Augen und wenden sich verächtlich ab, wenn nun trendige Superfoods verwendet werden. Schon bevor ich „life in balance“, das im AT Verlag erschienen ist, in der Hand hatte, bekam ich auf Foren die Diskussionen mit, die sich deswegen eher skeptisch über das neue Kochbuch von Donna Hay äußerten.

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Der erste Eindruck:
Wer schon mal ein Kochbuch von Donna Hay in der Hand hatte, wird sofort einen Wiedererkennungseffekt bemerken: das quadratische Format mit Flexcovereinband sticht unter den üblichen rechteckigen Formaaten hervor. Auch die Schriftart ist dieselbe wie bei den vorherigen Büchern. Und hach, diese Foodfotos! Ein einziger Traum, so köstlich sieht jedes bebilderte Gericht aus! Das macht sofort Lust auf Nachkochen.

Inhalt:
In der kurzen Einführung schreibt Donna Hay, worum es ihr mit diesem Kochbuch geht: es geht nicht um eine Diät, sondern Essen soll das Wohlbefinden steigern. „Das Geheimnis besteht darin, die richtige Balance zu finden“ -konkret bedeutet das, dass Lieblingsgerichte mit natürlichen Superfoods aufgepeppt werden. Aha, hier ist zum ersten Mal das Trendwort der Foodszene! Wohltuend ist aber, dass darunter nicht nur Quinoa, Chia & Co fallen, sondern auch beispielsweise Rosenkohl und Spinat zu den „Supergreens“ gehören oder Leinsamen und Dinkel mit ihren gesundheitlichen Wirkungen vorgestellt werden. Diese und andere Grundzutaten werden in kurzen informativen Texten beschrieben und fallen beim Blättern dadurch auf, dass mattes, etwas dickeres Papier verwendet wurde und man so schnell die Seiten findet. „life in balance“ ist folgendermaßen gegliedert:

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  • Perfekter Start in den Tag: neben klassischem Haferbrei findet sich auch ein Chiapudding oder ein grüner Smoothie zum Frühstück.
  • Gemüse: hauptsächlich vegetarische Gerichte, bei denen Gemüse die Hauptrolle spielt, zum Beispiel in einem Grünkohl-Spinat-Omelett oder in Galettes mit Rosenkohl und Ziegenkäse
  • Power-Proteine: hier wird es fleischlastiger, aber auch Tofu und Fisch werden verwendet. Rezepte sind zum Beispiel Rinderfleischspieße mit rotem Chimichurri oder pikanter Fisch mit Sellerie-Süßkartoffel-Frites.
  • Kernige Körner: Neben Reis, Quinoa & Co werden hier auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen verwendet und so beispielsweise ein asiatischer Graupen-Kraut-Salat oder geschmorte Harissa-Auberginen mit Linsen-Kräuter-Salat serviert.
  • Klein & Fein: der genaue Unterschied zu den Kapiteln davor erschließt sich mir nicht, aber ich vermute, klein&fein bedeutet, dass die Gerichte mit wenig Kohlenhydraten auskommen. Der Edamame-Salat mit Huhn und Fenchel oder auch die Zucchini-Pastinaken-Sellerie-Nudeln mit Brokkolisauce enthalten zumindest keine „traditionellen Sattmacher“ 😉
  • Power-Snacks: Als kleine Happen zwischendurch empfiehlt Donna Körner-Cracker mit Grünkohl-Cashew-Dipp oder ein Himbeer-Joghurt-Eis am Stiel.
  • Clever backen + Süßes: Zum Nachmittagskaffee gibt es einen Chiakuchen mit Orangensirup, Haselnusskekse mit Schokofüllung oder auch Kokos-Cupcakes.
  • Glossar+Register: in den Rezepten finden sich immer wieder einzelne (exotischere) Zutaten, die mit einem Sternchen markiert sind. Die Erläuterung dazu findet sich im Glossar. Auch werden Angaben zu Maßeinheiten, Ofentemperaturen und Butter und Eiern gemacht.

Dem abschließenden Register gebührt besonderer Lob: übersichtlich nach Hauptzutaten und Kategorien aufgelistet -so findet sich Lachs nicht nur unter „L“, sondern auch bei „Fisch und Meeresfrüchten“. Da macht das Suchen Spaß und führt schnell zum Ziel.
Wie schon erwähnt, sind insbesondere die Foodfotos wunderschön anzusehen! Sie nehmen eine ganze Seite pro Gericht ein und die Rezepte sind eine Seite davor und danach mit anderen Rezepten zu finden. Typisch wie bei vorherigen Donna-Hay-Büchern auch. Zu ein paar Zutaten finden sich hingekritzelte Erklärungen, worum es sich dabei handelt. Ganz nett, aber auch ein wenig überflüssig, weil die Zutaten im Glossar nochmal erklärt werden. Donna Hay kommt als Model nur ein paar Mal zu Beginn der Kapitel vor, sie findet sich also nicht auf jeder Seite und fällt somit auch nicht störend auf wie in anderen „Promi-Kochbüchern“ 😉

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Die Rezepte:
Ja, es kommen Superfoods vor! Allerdings nicht nur und auch nicht in jedem Rezept! Wenn das teilweise als „störend“ oder „zu trendig“ kritisiert wurde, kann ich das nicht nachvollziehen. Ich ignoriere es einfach, wenn in einen Teig noch 20g Flohsamenschalen kommen; das funktioniert auch ohne! Entscheidend für mich ist, dass Superfoods für Donna Hay eben nicht nur aus Südamerika kommen, sondern auch viele hier in Deutschland heimischen Gemüsesorten als Superfoods zählen. Dass man die nun so bezeichnet, von mir aus, wem’s hilft. Im letzten Winter bin ich zum Grünkohlfan geworden und freue mich hier über viele tolle Ideen. Allgemein finde ich, dass gerade für die kühlere Jahreszeit viele Rezepte drin sind mit Zutaten, die jetzt Saison haben.
Üüübrigens: im Kapitel zu dem Süßen wird auch mal ein Schokokuchen mit 200g Butter und 220g braunem Zucker gebacken -Superfood findet sich dabei nur in Form von Rohkakao 😀 Also ein bisschen „alte Donna“ bleibt auch hier erhalten und die Superfoods oder Labels wie gluten-lactosefrei nehmen nicht überhand.
Ausprobiert habe ich unter anderem schon (entschuldigt die schlechte Fotoqualität…so sieht das halt ohne Styling und ohne Profi-Papa aus):

  • Hühnerhackbällchen mit Zucchini und Feta: soooo mega lecker! In der Masse befindet sich noch Quinoa, den ich mit Couscous ersetzt habe und es war so gut! Will ich bei Gelegenheit unbedingt verbloggen
  • Reis-Kürbis-Kichererbsen-Burger mit Schmorkarotten: die Patties war mir etwas zu trocken, aber mit Dip und den Karotten sehr lecker!
  • Quinoa-Süßkartoffel-Törtchen: die haben uns auf einer Zugfahrt begleitet und waren so saftig, so aromatisch. Wirklich klasse
  • Kürbis-Dinkel-Salat mit Feta und Granatapfeldressing: tolle Kombination, mit ofengeröstetem Kürbis kann man bei mir sowieso nichts falsch machen 😉
  • Karamell-Dattel-Cookies: so geil! Die ganze Familie war begeistert -das Rezept gibt es nächste Woche.

Die Rezeptbeschreibungen sind teilweise etwas knapp gehalten. Da schadet es nicht, mitzudenken und beispielsweise zum Formen der Hackbällchen oder der Cookies die Hände anzufeuchten, damit die Masse nicht so klebt. Auch werden immer wieder Fertigprodukte verwendet, typisch in Form von Zwiebelrelish. Das hab ich ganz einfach selber gemacht. Insgesamt klappen aber die Rezepte sehr gut und das Nachkochen macht großen Spaß!

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Kaufempfehlung:
Von meiner Seite her JA! Ich persönlich mag diese Neuerscheinung von Donna Hay sogar mehr als das Kochbuch, was ich schon von ihr habe. Es finden sich auch viele vegetarische Rezepte; durch das Kapitel mit Snacks und Süßem wird eine große Bandbreite an Ideen gegeben. Ob man damit in Balance kommt, bleibt jedem selber überlassen. Ich weiß, dass ich noch viel aus dem Buch kochen werde!

Donna Hay: life in balance. Frische, leichte Rezepte für gesunden Genuss.
AT Verlag
240 Seiten, über 174 Farbfotos
ISBN: 978-3-03800-929-0
29,95€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Im Bücherregal: Meine Rezepte für die ganze Familie von Leila Lindholm

Die ersten kalten und grauen Tage haben wir schon hinter uns, morgens früh beim Aufstehen ist es noch dunkel und abends verabschiedet sich die Sonne auch schon viel zu früh. Vielleicht haben wir noch Glück mit ein paar goldenen Herbsttagen, aber insgesamt merkt man: der Sommer ist vorbei. Da hat man doch umso lieber ein Kochbuch in der Hand, das an all die schönen warmen Tage im Kreis von Familie und Freunde erinnert. Wie solche Tage in Schweden aussehen können, zeigt Leila Lindholm mit ihren „Rezepten für die ganze Familie“.

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Die Autorin:
Könnte man Leila Lindholm als die schwedische Donna Hay oder weibliche Version von Jamie Oliver bezeichnen? Wie die beiden anderen genannten Köche ist auch Leila Lindholm schon längst nicht mehr auf das Kochen in einem Restaurant beschränkt: neben diversen Buchveröffentlichungen, bloggt sie, moderiert zahlreiche Fernsehshows und Radiopodcasts. Auch auf Auszeichnungen wie „Köchin des Jahres“ kann sie zurückblicken. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Stockholm.

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Der erste Eindruck:
Ich will nach Schweden und zwar sofort! Da scheint immer die Sonne zu scheinen, alle wohnen in wunderschönen Häuschen mit Tieren drumrum und das Essen sieht sooo gut aus! Neben dem Essen sind auch viele Freunde von Leila im Buch zu finden, auch ihre Kinder finden sich auf den Seiten und das Kochbuch vermittelt so den Eindruck, als ob man für die Rezepte am besten in Gemeinschaft genießt.

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Inhalt:
Neben einem Picknickbild von Leila in einer grünen Wiese ist das Inhaltsverzeichnis abgedruckt. Das Buch gliedert sich folgendermaßen:

  • Ein gesunder Start: wie wäre es mit einen Körnerknäckebrot, Bananenpfannkuchen oder einem Mango-Chia-Smoothie zum Frühstück?
  • Kleine Häppchen. Klein, aber fein trifft es sehr gut: die Rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkerne sind ebenso der Hammer wie das Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich.
  • Surf ’n‘ Turf: hier merkt man, dass es in Schweden scheinbar überall die tollsten Fisch und Meeresfrüchte gibt, die dann zu Fisch-Tacos oder Melonensalat mit gegrilltem Hummer verarbeitet werden.
  • Für jeden Tag: hier liegt der Fokus auf Rezepten, die sich eher schnell zubereiten lassen, also zum Beispiel Spaghetti mit roher Tomatensauce oder auch Thai Chicken.
  • Gemüse & Salate: in diesem Kapitel warten leckere Salate mit weißem Pfirsich, Minze und Mozzarella oder gegrillte Maiskolben mit Manchego und Chili.
  • Wochenende: es gibt mit Vanille gebeizten Lachs, diverse Saucen und Dips und noch mehr Salatideen.
  • Süsses zum Schluss: süß, aber bitte kein raffinierter Zucker. Stattdessen wird Eis aus gefrorenen Früchten oder mithilfe von Trockenfrüchten Riegel und Energyballs hergestellt.

Im Normalfall erhält jedes Rezept eine Doppelseite mit Bild und Zubereitungsschritten. Auffällig ist insbesonders, dass jeweils Hinweisfähnchen an der äußeren Ecke angeben, was so drin ist… oder eben nicht: glutenfrei, laktosefrei, Rohkost, kein weißer Zucker, ohne Nüsse, Veggie, ohne Ei und vegan besagen die Fähnchen. Mir darf das ja egal sein, aber wer Rücksicht nehmen will, dem erleichtert das bestimmt die Rezeptauswahl. In jedem Kapitel befindet sich außerdem eine Art Infoblock: da wird informiert, was basische und säurebildende Lebensmittel sind, im Surf ’n‘ Turf-Kapitel geht es passend zur Thematik um Fischfang oder Leila listet auf, was sie unter Superfood versteht.
Das Rezeptregister ist ein kleiner Minuspunkt: die Rezepte werden nur alphabethisch aufgelistet, sprich, wenn man sich fragt, wo man die Obstlollies noch mal findet, dann muss man wissen, dass sie als „Gesunde Obstlollies“ unter G zu finden sind. Da fände ich es für den Überblick deutlich besser, wenn das Register in Kategorien unterteilt wäre und man beispielsweise die diversen Lachsrezepte unter dem Punkt „Lachs“ gesammelt finden würde.

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Die Rezepte:
Wie ich schon geschrieben habe, gibt es Rezepte für die unterschiedlichsten Tageszeiten. Die Zutaten gibt es im normalen Supermarkt, inzwischen sind ja sogar auch Chiasamen beim Discounter erhältlich. Vertreten sind sehr viele Rezepte mit Fisch, was für mich persönlich zwar kein Problem ist, weil ich gerne Fisch esse, aber hier im Schwabenländle, wo ich wohne, nicht an so frische Produkte rankomme. Vermutlich werde ich nie frische Taschenkrebse, Hummer oder Lachs in Sushiqualität bekommen. Zumindest fällt mir spontan kein Fischhändler in meiner Nähe ein, der diese nicht regional vertretenen Meeresbewohner importiert. Auffällig ist auch, dass vier Rezepte für Graved-Lachs-Variationen enthalten sind, die in den unterschiedlichen Kapiteln vorgestellt werden. Jede Variante ist anders, sicher, aber da hätte ich mir vielleicht lieber noch so was wie gesunde Zimtschnecken gewünscht, die ich von Schweden her nur zu gut kenne.
Die von mir ausprobierten Rezepte haben einwandfrei geklappt. Es gab schon:

  • glutenfreie Bananenpfannkuchen
  • rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkernen
  • Bruschetta
  • Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich
  • Linguine mit Knoblauch, Zucchini und Parmesan
  • Thai Chicken
  • Schokoladeneis mit Biss
  • Glutenfreie Erdnussbutter-Torte
  • Mango-Avocado-Eis

Das Rezept für die Erdnussbutter-Torte stelle ich euch demnächst hier vor – ein richtiges Bömbchen und der Beweis, dass glutenfrei und ohne weißen Zucker nicht kalorienarm bedeuten muss 🙂 Die tollen Salatvariationen stehen auch noch auf meiner Nachmachliste, sie sind Sattmacher, mit Obst und Nüssen getoppt und erinnern mich ein wenig an die üppigen Ottolenghi-Salate. Allerdings hab ich mich bei der Einteilung gefragt, warum es im Kapitel Gemüse&Salate um das Grünzeug geht, aber dann im anschließenden Wochenendkapitel weiter Salate die Hauptrolle spielen?! Vom Aufwand her sind die auch nicht viel aufwändiger. Ganz toll finde ich die vielen Nice-Cream-Rezepte, davon hab ich im Sommer viel zu wenig gemacht, finde aber die Vorschläge, wie man ohne Sahne und Eismaschine sich eine Abkühlung schnell und einfach herstellen kann einfach klasse!

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Kaufempfehlung?
Ich glaube, von all den vielen Kochbüchern, die ich habe, enthält „Meine Rezepte für die ganze Familie“ von Leila Lindholm die meisten Fischrezepte 🙂 Schade, dass viele davon unausprobiert werden bleiben. Für Leute, die in Küstennähe wohnen, könnte sich ein Blick in das Buch deswegen aber durchaus lohnen. Vom Aufbau und den Bildern her gefällt mir das Kochbuch sehr gut, diese perfekt inszenierte Sommeridylle in Schweden ist einfach schön anzugucken. Ein bisschen weniger wäre aber auch nicht schlimm gewesen. Von den verwendeten Zutaten her ist es auch wirklich mehr ein Sommerkochbuch, Früchte und so manches Gemüse ist im Winter nicht regional vertreten. Trotz der vielen Fischrezepte ein gutes Buch, das nicht dogmatisch einen Lebensstil predigt, sondern Anregung für gesunde Rezepte bietet.

Leila Lindholm: Meine Rezepte für die ganze Familie
Edition Fackelträger
240 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Format 19x24cm, Hardcover
ISBN 978-3-7716-4678-3
25€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

 

Im Bücherregal: Eine kleine Küche in New York

Bei meinen Freunden bin ich ja inzwischen echt schon dafür bekannt, eine sehr große Kochbuchliebhaberin zu sein. Immer wieder kommen neue Bücher dazu und oft werde ich gefragt, welches denn nun mein Lieblingskochbuch sei. Ein einziges Buch kann ich dabei nicht herausstellen; dafür hat jedes seine eigenen Stärken und Schwächen. Eine Top 3 krieg ich schon eher aufgestellt und das Smitten Kitchen Cookbook ist da auf jeden Fall mit dabei! Wenn ich das Buch allerdings empfahl, bekam ich oft zu hören, dass ein englisches Kochbuch nicht sooo gut wäre. Deswegen kann ich glücklich vermelden, dass seit Anfang September endlich, endlich, ENDLICH nun die deutsche Version erhältlich ist. Gleichzeitig war ich überaus gespannt: könnte mich „Eine kleine Küche in New York“ vom Berlin Verlag auch so überzeugen, wie das amerikanische Original, das immerhin schon seit drei Jahren ein Dauergast in meiner Küche ist?

Die Autorin
In der Bloggerwelt kennt wahrscheinlich jeder, der sich schon einmal mit Kochblogs beschäftigt hat, den Namen Deb Perelman. Ihr Blog Smitten Kitchen gehört wahrscheinlich zu den erfolgreichsten der Welt und so war es nur logisch, dass sie bereits im Oktober 2012 ihr erstes Kochbuch veröffentlichte. Sie lebt nach wie vor mit ihrem Mann und ihren süßen zwei Kindern in New York City und ist weiterhin sehr aktiv mit dem Bloggen beschäftigt. Wer regelmäßig bei ihr liest, weiß auch, dass sie momentan an ihrem zweiten Kochbuch arbeitet.

Der erste Eindruck
Enttäuschung machte sich bei mir breit! Das deutsche Layout ist leider, leider ganz anders als das amerikanische. Ich habe euch mal zwei Seiten zum Vergleichen mitgebracht. Die Bilder von Smitten Kitchen im Blog und im Buch zeichnen sich dadurch aus, dass sie natürlich sind. Da liegen keine rostigen Löffel neben dem Kuchen und es wird kein großes Set aufgebaut, um einen Salat zu präsentieren. Nein, bei Deb Perelman sieht man auf fast allen Bildern ihre schwarz-weiß gesprenkelte Küchenplatte, auf der das entsprechende Essen steht. Und es sieht soooo gut aus! Bei ihren Bildern bekommt man den Eindruck, dass man genau das selber kochen oder backen kann wie sie das präsentiert. Ich bin begeistert von dieser Art der Foodfotographie, die momentan scheinbar eher in den Hintergrund tritt. Deswegen war ich auch enttäuscht zu sehen, dass beim deutschen Layout gerade die Küchenplatte oft rausgeschnitten wurde und die Gerichte irgendwie verloren auf den weißen Seiten präsentiert werden. Ich habe euch hier mal zwei Beispielseiten abfotografieren lassen: oben die amerikanische, unten die deutsche Ausgabe. Nun gut, nach einem mehr oder weniger großen Seuftzer beginne ich zu lesen.

Inhalt
Puuuuh, Erleichterung! Auch in der deutschen Übersetzung höre ich noch Deb Perelman, die (wie im Blog) viel redet bevor es an die Rezepte geht! Da wurde nichts gekürzt oder zusammengefasst. Sehr gut! Der Inhalt besteht aus:

  • Einführung, in der sie erläutert, wie sie zum Kochen und Bloggen gekommen ist.
  • Anmerkungen und Tipps: welchser Zucker wird verwendet oder auch wie wäscht sie Salat
  • Frühstück
  • Salate
  • Sandwichs, Tartes und Pizzen
  • Die Hauptspeise: vegetarisch
  • Die Hauptspeise: Fisch, Geflügel und Fleisch
  • Süßes, das unterteilt ist in: Kleingebäck – Pies und Obstkuchen – Kuchen – Desserts und Süßigkeiten
  • Partysnacks und Getränke
  • Was in Ihrer Küche nicht fehlen sollte: Vorschläge für eine Grundsausstattung (von Messer über Waage bis zu Rührgerät, keine Markenempfehlungen, nur ihre Tipps)
  • Register

Ihr seht, dass es eigentlich an nichts fehlt in dem Kochbuch! Jedes Rezept wird eingeleitet von einigen persönlichen Worten und auch in den Zubereitungsschritten selbst spart Deb Perelman nicht an dem einen oder anderen Kommentar. Ich fühle mich beim Lesen immer so, als ob ich bei ihr in der Küche sitze und wir uns übers Kochen und Essen unterhalten. Die Zutatenmengen sind (wie im amerikanischen Original) sowohl mit Tassen als auch in Gramm angegeben. Dadurch, dass die Zutaten am jeweiligen Seitenrand sehen, ist es auch recht übersichtlich. Schade finde ich jedoch, dass der Einleitungstext vom Rezepttext nicht durch eine andere Schriftart unterschieden wird. Weil jedoch die einzelnen Schritte farblich abgehoben sind, kann man gut verfolgen, an welcher Stelle man einsteigen muss. Das Register schließlich am Ende des Buches ist sehr kleinschrittig unterteilt, sprich man findet sowohl die Rezeptnamen als auch die einzelnen Zutaten aufgelistet. Sehr hilfreich und praktisch.

Die Rezepte
Es gibt bei mir kaum ein Buch, aus dem ich mehr gekocht habe. Vermutlich wäre es einfacher aufzulisten, was ich noch nicht nachgemacht habe 😀 Allein schon die große Anzahl an Rezepten, die es aus ihrem Kochbuch hier auf dem Blog gibt, zeigt, wie sehr ich es schätze! Wenn ihr die Bilder vergrößert, führt euch der Link zu den jeweiligen Rezepten. Bei mir kommen die Leckereien aus dem Buch regelmäßig auf den Teller. Gerade jetzt kann ich es kaum erwarten, endlich wieder die Butternut-Galette zu backen. Die Frühstücksschnecken mit herzhaftem Cheddar sind bei Partys auch zu späterer Stunde noch der absolute Renner und ich wundere mich, dass ich die immer noch nicht verbloggt habe. Es sind also bei mir wirkliche Standardrezepte geworden, die nicht nur einmal, sondern immer wieder gekocht werden.
Die verwendeten Zutaten sind im Normalfall in jedem Supermarkt erhältlich. Bemerkenswert finde ich auch, dass die Zuckermengen für ein amerikanisches Kochbuch recht niedrig sind. Wenn ich sonst etwas von US-Blogs koche, halbiere ich oft die Zuckermenge. Das ist hier nicht nötig.

Kaufempfehlung
Ja! Kaufen-kaufen-kaufen! Trotz meiner fehlenden Begeisterung für das Layout ist das Kochbuch einfach klasse! Die Rezepte funktionieren und sind alltagstauglich. Eine große Vielfalt mit tollen vegetarischen Rezepten und Kuchenideen, die einfach nur lecker sind! Wenn es euch nur ansatzweise so geht wie mir, dann wird das Kochbuch einen Stammplatz in der Küche haben, weil für jede Jahres- und Tageszeit, für jeden Geschmack und jede Art von Kocherfahrung Rezepte drin sind. Und das beste: ihr bekommt wirklich das, was auf den Bildern zu sehen ist! Ihr braucht keine lichtdurchflutete Loftküche und Highend-Küchengeräte, nehmt, was ihr habt, gute Zutaten und los geht’s! Für Veganer ist das Buch eher nicht geeignet, für Vegetarier hingegen sehr. Zwar gibt es ein Kapitel mit Fisch, Fleisch & Co, aber das sind nur eine handvoll Rezepte, die ihr dann einfach überblättern könnt. Spätestens bei den ausführlichen Kapiteln mit Süßem sind dann wieder alle dabei 🙂

Anfang nächster Woche gibt es dann noch ein Rezept aus dem Buch, für das ich so viel Lob von meinem Bruder bekommen habe wie sonst selten.

Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York
336 Seiten, laminierter Pappband.
ISBN: 978-3-8270-1311-8

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Im Bücherregal: Die 100 schnellsten Cocktails der Welt von Franz Brandl

Heute am Vize-Freitag kann man ja durchaus schon mal ans Wochenende denken, oder? Zum Wochenende gehört für mich auch gerne mal ein Drink, nichts zu Süßes, auf Fruchtsäfte kann ich gerne verzichten, es darf gerne etwas Herber sein und vor allem nicht zu kompliziert. Ein paar einfache Möglichkeiten hab ich euch ja schon immer wieder in der Happy Hour vorgestellt, aber so viele verschiedene Getränke hab ich nicht in meinem Repertoire. Das liegt vor allem daran, dass ich meine Auswahl an hochwertigen Alkholika nicht sehr groß ist. Aber immer nur einen Gin Tonic oder einen Pimms Nr 1 trinken? Das wird auf Dauer auch irgendwann langweilig.

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Umso besser, dass beim Bassermann-Verlag das kleine, feine Buch „Die 100 schnellsten Cocktails der Welt“ von Franz Brandl erschienen ist. Darin werden Drinks vorgestellt, die lediglich zwei oder drei Zutaten benötigen, die man in jeden gut sortierten Getränkemarkt erhält. Genau richtig für mich! In seiner Einleitung klärt Franz Brandl auf, dass drei Zutaten nicht zu wenig sind, denn man versucht, „durch das Zusammenfügen mehrerer Komponente, das Optimum an Geschmack herauszuholen.“ Die Kapitel konzentrierern sich immer auf eine Hauptspirituose, die zu Beginn kurz vorgestellt wird. So lernt man kurz die jeweilige Herkunft des Alkohols kennen und Unterschiede der verschiedenen Sorten werden erläutert. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Originaltequila aus der Gegend einer Stadt kommt, die auch noch Tequila heißt? Oder dass Gin ursprünglich in Holland als Genever entwickelt wurde? Zusätzlich zu diesen unterhaltsamen Fakten rund um Spirituosen werden auch jeweils bestimmte Hersteller vorgestellt. Warum ausgerechnet diese eine Marke vorgestellt wird und nicht eine andere wird mir aber nicht deutlich. Vielleicht handelt es sich jeweils um die Hersteller, die den meisten Alkohol dieser Sorte verkaufen?

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Das wichtigste sind jedoch die Rezepte und die werden schnörkellos präsentiert: wie schon erwähnt, sind nur wenige Zutaten vonnöten und die Zubereitungsschritte sind einfach zu verstehen. Ich bin ja wirklich ungeübt, was das Mixen und Shaken angeht, aber ich hab mich munter drangemacht und verschiedene Drinks ausprobiert. Geschmeckt haben alle 🙂 Wer jedoch auf ausführliche Erklärung setzt, was ein Tumbler ist oder was unter trockenen Eiswürfeln zu verstehen ist, wird enttäuscht. Mich persönlich hat das nicht gestört, sondern geradezu ermuntert, einfach mal auszuprobieren. Bei anderen Cocktailbüchern hat es mich schon eingeschüchtert, wenn zu Beginn seitenweise Einführungen standen. Ja, das Mixen ist nicht zu unterschätzen und vielleicht auch eine Wissenschaft für sich, aber wenn man sich erstmal langsam rantasten will, dann bieten die „100 schnellsten Cocktails der Welt“ einen guten Einstieg.

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Bei den Rezepten finden sich natürlich Klassiker wie Gin Tonic oder der Mojito. Zu vielen Drinks erfährt man in einer kleinen Anmerkung noch mehr zur Entstehungsgeschichte, Variationsmöglichkeiten oder man bekommt noch eine kleine Info, was unter dem Namen zu verstehen ist. Nochmal betonen will ich, dass es wirklich toll ist, welche Vielfalt an Drinks man mit nur wenigen Zutaten herstellen kann! Wenn ihr beispielsweise statt des Gins einen Tequila verwendet, wird aus der White Lady ein Margarita. Neben den Klassikern finden sich natürlich auch unbekanntere Drinks, die nicht weniger ansprechend aussehen. Nicht alle Cocktails sind mit Foto abgebildet, aber die gezeigten Getränke stehen sehr ansprechend leuchtend in einem schwarzen Umfeld und warten nur darauf getrunken zu werden. Wir haben uns mit unseren heutigen Bildern daran orientiert 😉
Wer also erste Schritte hinter der eigenen Bar machen will, findet hier bestimmt genügend Orientierung für alle Geschmäcker! Beispiel gefällig? Hier ist für euch die White Lady:

Zutaten:
4cl Gin2016.08.06_GinOrangeCocktail-9
2 cl Cointreau
2 cl Zitronensaft
2cl Orangensaft (hab ich noch hinzugefügt)
Zitronenschale zur Dekoration

Zubereitung:
Gin, Cointreau und Zitronensaft im Shaker mit Eiswürfeln kräftig schütteln und in eine Cocktailschale abgießen. Tipp: die Schale ein paar Minuten in die Gefriere stellen, damit alles schön kalt bleibt. Eine Zitronenschalenspirale als Garnitur dazugeben.

Quelle:
Franz Brandl: Die 100 schnellsten Cocktails der Welt
Bassermann Verlag
ISBN 978 380 943 6003
Preis: 7,99€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Im Bücherregal: Salate zum Sattessen von Bettina Matthaei

Ich finde, Salate sind einfach etwas Großartiges: egal ob vegan, vegetarisch oder mit Tier. Warm oder kalt serviert, als Mittagessen oder als Mitbringsel zu einer Party – die Möglichkeiten sind unendlich und doch lande ich immer wieder bei den gleichen Standardrezepten. Umso besser, dass bei mir jede Menge neue Inspiration in Form des Kochbuches „Salate zum Sattessen“ von Bettina Matthaei eingezogen ist. Das möchte ich euch heute gerne vorstellen.

Druck

Die Autorin:
Muss ich irgendjemand im Foodbereich Bettina Matthaei noch vorstellen? Durch Kochbücher wie „Gemüse kann auch anders“ oder „Vegetarisch vom Feinsten“ ist sie wohlbekannt. Ihr Wissen und ihre Leidenschaft für Gewürze hat sie in dem „Großen Buch der Gewürze“ festgehalten. Wer mag, kann diverse Gewürze auch über ihren Onlineshop 1001 Gewürze beziehen.

Der erste Eindruck:
Beim ersten Blick in das Buch fallen sofort die Salatfotos auf. Jedes einzelne macht Lust zum Essen! Präsentiert werden die Salate auf wunderschönen Tellern und Platten, oft mit Besteck und nur wenig Drumrum. Die Salate selbst sprechen in ihrer Üppigkeit für sich. Jedes Rezept ist bebildert (großes Plus von mir), sodass man Zutaten und Anleitungen auf der einen, das Foto auf der anderen Doppelseite hat. Ein Lesebändchen ist nicht dran, was ich persönlich auch nicht vermisse.

Inhalt:
Bevor es an die Rezepte geht, wird zunächst eine kleine Gebrauchsanweisung für das Buch gegeben, in dem die Gliederung der Salate erklärt wird (gleich mehr dazu). Es werden „Salathelden“ vorgestellt, also verschiedene Hauptbestandteile vom Kopfsalat über Radicchio bis zu Rucola. Die folgende Doppelseite mit der „Anatomie eines Salates“ zeigt eine Grafik mit unterschiedlichen Bestandteilen. Die so genannten Sättigungsbeilagen wie beispielsweise Couscous, Linsen oder auch Käse werden daran anschließend ebenso kurz aufgeführt wie Croûtons oder Pesto als Toppings. Dann geht es aber auch schon an die Rezepte, die in vier Kategorien gegliedert sind:

  • Superbowl: Salate, die sattmachen, sich also als ganze Mahlzeit eignen (die Gemüse-Julienne im Reisblatt würden allerdings besser ins nächste Kapitel passen)
  • To go: ein selbst erklärendes Kapitel – die Salate eignen sich zum Mitnehmen
  • Delight: das Gegenstück zur ersten Kategorie. Die meisten Salate haben um die 400kcal, einer mit 550 ist auch noch dabei
  • Partytime: Salate, die man gut vorbereiten kann und die (im Gegensatz zu grünem Salat) nicht so schnell welk werden.

Wie schon erwähnt, sind jeweils Rezept und Salat auf einer Doppelseite zu sehen. Das Rezept gliedert sich oft farblich in schwarz und eine andere Farbe, mit der die Zubereitung des Dressings beschreibt. Das finde ich persönlich fast zu bunt. Positiv hervorzuheben ist aber, dass für die Dressings jeweils noch andere Verwendungsmöglichkeiten angegeben werden und sogar noch sepapat dessen Kalorien aufgelistet werden.
Das Buch endet mit einem Register, das wirklich sehr gut unterteilt ist. Zum einen sind die vegetarischen Rezepte grün hervorgehoben (wodurch allerdings auch alle Dressings markiert sind). Zum einen findet man die Salate alphabetisch aufgelistet (zum Beispiel Brathendl-Salat mit Croûtons), aber man findet den auch, wenn man nach Rezepten mit Huhn sucht. Sehr gute Aufteilung, wie ich finde!

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Die Rezepte:
Wer keine Salate mag oder nur an irgendwelches liebloses Grünzeug denkt, wird mit diesem Buch eine rießige Vielfalt erleben. Klassiker sind zwar vertreten (z.Bsp. Kartoffel- oder Nudelsalat), aber in der Minderheit. Es gibt ausgefallene Kreationen mit eher ungewöhnlichen Zutaten (z.Bsp. den „Black Slaw“ aus schwarzen Reisnudeln, Bohnen und Rotkohl mit einem Tamari-Dressing); der Großteil der Rezepte ist aber mit Zutaten aus jedem normalen Supermarkt problemlos zuzubereiten. Es sind oft Kombinationen von süßem Obst im Salat vertreten, was ich sehr spannend finde. Ja, man merkt, dass Frau Matthaei eine Leidenschaft für Gewürze hat, aber es werden immer Alternativen zu ungewöhnlichen Gewürzen angegeben, so dass da keine Überforderung aufkommt. Viele der Rezepte enthalten Fleisch oder Fisch, bei manchen ist eine vegetarische Alternative angegeben. Nachgemacht habe ich schon:

  • den Antipasti-Salat (S.126)
  • Süßkartoffel-Ananas-Salat mit Erdnuss-Chili-Dressing (S.64)
  • Nudelsalat mit Schinken und klassischem Mayo-Dressing (S.60)
  • Möhrensalat im Fladenbrot mit Cashewdressing (S.56)
  • Kartoffelsalat mit Eiern und Joghurt-Mayo (S.39)

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Das Rezept für den Cajun-Salat mit Hühnchen, Mais und Süßkartoffeln (S.142) stelle ich euch im nächsten Blogartikel vor – sonst wird das hier zu lang 😉 Alle Rezepte haben problemlos funktioniert und sehr, sehr gut geschmeckt! Gerade beim Süßkartoffel-Ananas-Salat war ich vollkommen überrascht, wie begeistert mein liebster Mitesser den gegessen hat, denn der mag sonst nicht so arg cremige Erdnussbutter. Außerdem kann ich es kaum erwarten, dass der Sommer so richtig kommt und ich den Tomaten-Aprikosen-Salat machen kann. Auch der Bulgursalat mit Feta, Pistazien und Harissa-Dressing wird bald nachgekocht.

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Kaufempfehlung?
Von mir ein eindeutiges JA! Die Begeisterung für das Buch kam wahrscheinlich schon ein bisschen in der Vorstellung raus. Ich bin sicher, dass diverse Salatvariationen meinen Teller in Zukunft bunter machen werden.
Falls ihr jedoch vegetarisch-vegan lebt, dann würde ich vielleicht eher mit einem Jein antworten, weil doch sehr viele Rezepte mit tierischen Produkten sind. Alle anderen, die gerne Neues ausprobieren und die Definition von Salat nicht so eng sehen, werden aber bestimmt viel Spaß mit dem Buch haben. Außerdem ist es mit 16,99€ eher im unteren Preissegment der Kochbücher.

Bettina Matthaei: Salate zum Sattessen
160 Seiten mit ca. 150 Farbfotos und Illustrationen
Format: 18,5 x 24,2cm, Hardcover
ISBN: 978-3- 8338-5023- 3

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.