Im Bücherregal: Molly’s Kitchen von Molly Yeh

Einer der Büchertrends der letzten Jahre ist es, Blogger ausgehend von ihrem Blog ein Kochbuch schreiben und veröffentlichen zu lassen. Viele der Blogger kenne ich schon, den ein oder anderen lerne ich aber erst durch das gedruckte Werk kennen – verrückt, ich weiß! Schon fast altmodisch, aber irgendwie auch klar, weil die Fülle an Kochblogs schier unendlich ist. Deswegen war mir der Blog von Molly Yeh auch nicht bekannt bis ich vom Südwest Verlag ihr Buch zugeschickt bekam.

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Die Autorin
Was für ein spannender, beeindruckender Lebensweg! Molly Yeh studierte Percussion an der Juilliard-Musikschule in New York, spielte in zahlreichen Orchestern und entdeckte dort in NYC einerseits ihre Liebe zum Essen und andererseits ihre Liebe zu „Eggboy“, einem Farmerjungen aus North Dakota. Ihren Blog „My name is Yeh“ begann sie schon in New York, aber erst mit ihrem Umzug in den Mittleren Westen auf die Zuckerrübenfarm ihrer Schwiegereltern wurde dieser zum Vollzeitjob. Klar, ausgebildete Percussionisten braucht es in der Gegend nicht so viele 😉 Deswegen heißt ihr Kochbuch auf Englisch auch „Molly on the range“ – im Deutschen wird daraus: „Stadt, Land, Genuss“ um den Wohnort der Autorin anzudeuten.

Der erste Eindruck
Ui, ganz schön viel Text für ein Kochbuch! Und was für süße Zeichnungen! Und hach, das Landleben muss schön sein: viel leckeres Essen, immer gut gelaunte Leute, die Partys unter freiem Himmel feiern und in Küchen arbeiten, die mit einem klaren Farbkonzept ausgestattet sind 🙂 Visuell ist das Buch sehr ansprechend und macht Lust, sofort loszukochen.

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Inhalt
„Molly’s Kitchen“ ist inhaltlich in vier große Kapitel unterteilt:

  • Einleitung: herrlich locker und entspannt schildert Molly ihr Leben ausgehend von ihrer Kindheit in einem Vorort von Chicago über die Station in New York City bis zu ihrem jetzigen Leben auf der Farm. Außerdem gibt sie einige Hinweise zu den Zutaten, beispielsweise welches Mehl und Salz sie verwendet oder dass sie auch Instantbrühe verwendet.
  • Frühstück und Brunch: jedes der Kapitel beginnt mit einigen Seiten Einleitung über ihre Essgewohnheiten in einer bestimmten Lebensphase. Das Frühstückskapitel referiert über ihre kindliche Ernährungsweise bevor dann Rezepte wie Würstchen im Schlafrock am Stiel, Kardamom-Orangen-Kubaneh oder Challa-Waffeln mit Frühstücksrindfleisch vorgestellt werden.
  • Hauptgerichte (und anderes leckeres Zeug): egal ob vegetarische Gerichte wie diverse Pizzen, Makkaroni-Variationen oder ein deftiges Gulasch aus dem Slow Cooker – hier findet jeder was nach seinem Geschmack!
  • Snacks und Partyfood: für solche Gelegenheiten hält Molly beispielsweise „Jerusalem-Bagel Dogs“, eine Art Stockbrot bereit oder veranstaltet an Weihnachten eine Klösschen- und Teigtaschenparty, bei der die ganze Familie um den Tisch sitzt und sich am Füllen beteiligt.
  • Desserts und Kuchen: es wird süß! Von freakigen Kombinationen wie dem Regenbogen – Cookie – Salat über einfache Zucker-Cookies bis zur Funfetti-Torte wird allerlei Süßzeug aus ihrer Küche präsentiert.

Das Buch endet mit der Danksagung und einem ausführlichen Register, das das Finden von Rezepten einfach macht.

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Die Rezepte
Die Rezeptauswahl ist unglaublich breit gefächert: da gibt es uramerikanisches Fastfoodzeug wie beispielsweise Hotdog Cheese (Würstchen und Schmelzkäse in der Mikro erhitzen, Ketchup drüber, fertig!), traditionelles Essen aus dem Nahen Osten (Hummus, Schakschuka-Couscous oder Challa -eine Art Hefekranz) bis zu Neuinterpretationen von jüdischen Gerichten (Babka mit Chili und Käse oder Kaffee-Halwa). Nachgekocht habe ich bisher:

  • Rösti mit Rosenkohl: wird als nächster Beitrag verbloggt, lecker!
  • Vorzeigesalat: eine erstaunlich geringe Menge Blattsalat wird unter Croutons, Bacon, Avocado, Eiern und Parmesan versteckt und mit einem Senf-Honig-Dressing übergossen, sehr lecker, aber ähm, gesund und leicht ist das nicht mehr 🙂
  • Pizzataschen: die Calzone erhalten hier jede Menge Füllung (u.a. Ananas, Speck, Mozzarella, Ricotta und Barbecuesauce) und bieten somit sehr viel Verbrennungspotential. Heiß, aber sooo gut! Mit Ricotta kann man nichts falsch machen!
  • Gulasch aus dem Slow Cooker mit Knödeln: das Gulasch erwartete uns nach einer Wanderung super zart und aromatisch, die Knödel fielen leider beim Kochen auseinander, haben aber trotzdem geschmeckt.
  • Hotdish mit Frühlingsgemüse und Quinoa: Lauch, Frühlingszwiebeln, Erbsen und Spinat vermischen sich mit Ricotta und jeder Menge Käse zu einem leckeren, sehr sättigenden Auflauf.
  • Knusprige Kartoffelspalten mit Feta-Muhammara: soooooo meeeegaaa gut! Geröstete Paprika werden mit Mandeln und Feta zu Muhammara püriert und mit den Kartoffeln gegessen, so einfach, aber boah, so lecker!!!
  • Mums Brownies: gefährlich schnell gemacht; die Zuckermenge hab ich reduziert, dann war es perfekt und fast genau so schnell gegessen wie gebacken.
  • Kokostorte: selbst der weniger Kokos-affine Freund hat anerkennend den Kuchen gegessen. Ohne Buttercreme oben drauf zwar nicht so glamourös, aber sehr alltagstauglich.

Alle Rezepte haben anstandslos funktioniert und uns gut geschmeckt. Bei den Backrezepten gilt es lediglich, die Zuckermenge dem eigenen Geschmack anzupassen. Die Nachkochliste ist allerdings noch längst nicht abgearbeitet. Mir fehlen noch komplett die zahlreichen Teigtaschenvariationen und die Makkaronirezepte und und und… Auch noch nicht nachgemacht habe ich ihre Kuchenrezepte mit Tahini. Dieses Sesammus konnte mich bisher noch nicht so überzeugen, aber vielleicht schmeckt es mir in Kombination mit Schokolade ja besser als im Hummus?! Die Zutaten für die Rezepte sollten in jedem Supermarkt zu bekommen sein. Wer allerdings vermehrt auf die schlanke Linie achten will, der findet in Molly’s Kitchen eher weniger geeignete Rezepte. Für den Cheatday allerdings jede Menge Inspiration 🙂

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Kaufempfehlung?
Ich gebe zu: anfangs war ich skeptisch und dachte mir, dass da zu viele zu amerikanische Fertiggericht drin seien. Aber nein, diese Befürchtung hat sich nicht gehalten und ich bin sehr überzeugt von dem Kochbuch. Es ist ein bisschen verrückt, nicht brav und gesittet, sehr umgangssprachlich und es gibt jede Menge zu lesen. Wem die Art von Deb Perelmanns Smitten Kitchen zusagt, wird sich sicher auch für Molly’s Kitchen begeistern können. Auch wer sich für moderne Neuinterpretationen von klassischen jüdischen Gerichten interessiert, wird sich über dieses Kochbuch freuen. Es sind sehr viele vegetarische Gerichte drin, einige sind sogar laktose- und glutenfrei. Kleiner Bonuspunkt meinerseits: drei Slowcookerrezepte sind enthalten, worüber ich mich besonders freue! Und wenn ich mir anschaue, was ich noch unbedingt alles nachmachen will, wird deutlich, dass ich euch das Buch aus ganzem Herzen empfehlen kann.

Molly Yeh: Molly’s Kitchen. Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen
Südwest Verlag
304 Seiten, gebundene Ausgabe, jede Menge Fotos
ISBN: 978-3-517-09622-3
24,99 €

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

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Im Bücherregal: I love NY von Daniel Humm & Will Guidara

Schon lange bevor wir zu bloggen anfingen, übten Kochbücher eine Faszination auf mich aus. Damals wie heute konnte ich sehr lange im Buchladen sitzen und ein Kochbuch nach dem anderen durchblättern. 2013 stieß ich auf „I love NY. Mein New York Kochbuch“ und war schlagartig verliebt -diese Bilder, die Herangehensweise, die Rezepte! Leider verpasste ich den Zeitpunkt, mir mein Exemplar zuzulegen und irgendwann gab es das Buch nur noch antiquarisch für bis zu 150€. Umso glücklicher war ich, als ich mitbekam, dass der at Verlag eine Neuauflage plante.

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Der erste Eindruck
Ja, genau so schwer und dick hatte ich „I love NY“ in Erinnerung. Ich blätterte andächtig Seite um Seite um, freute mich an den kleinen Strichmännchen, die mal eine Kirsche tragen oder im Boot fahren und bestaunte die sagenhaften Bilder! Gleichzeitig aber fragte ich mich bei dem ein oder anderen Rezept, ob es nicht etwas zu hoch gegriffen war, das Kochbuch eines Sternekochs zu rezensieren, wo ich doch nur eine recht bodenständige Hobbyküche pflege. Daniel Humm, der eigentlich aus der Schweiz kommt, wanderte 2003 nach San Francisco aus ohne überhaupt ein Wort Englisch zu sprechen. Seit 2006 führt er das Eleven Madison Park in New York, das mit drei Sternen vom Guide Michelin ausgezeichnet ist und 2017 zum weltbesten Restaurant auf der San-Pellegrino-Liste gewählt wurde.
Würde das Kochbuch solch eines Koches mehr zum Anschauen verdammt sein als tatsächlich als Kochinspiration zu dienen?

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Inhalt
Das erste Foto des Beitrags zeigt euch neben süßen kleinen Strichmännchen auch das Inhaltsverzeichnis. Zunächst erläutern Daniel Humm und Will Guidara, wie sie auf die Idee kamen, die Küche New Yorks und deren Produzenten zu porträtieren. Im Gebrauch dieses Buches wird ausdrücklich betont, dass aus diesem Kochbuch gekocht werden soll! Ab dem Beginn wird klar, dass hier detailliert gearbeitet wird, denn es wird vor den eigentlichen Rezepten aufgelistet, was mit Milch gemeint ist (Vollmilch), der Wein trocken, Salz grobkörnig sein soll und „gewürfelte“ Würfel eine Kantenlänge von 1/2cm haben.
Dann geht es auch schon an die Rezepte, die alphabetisch nach der entscheidenden Zutat aufgelistet sind – von A wie Ahornsirup bis Z wie Zwiebeln. Ein Stillleben der jeweiligen Zutat über eine Doppelseite läutet das neue Kapitel ein, darauf folgt die Vorstellung des Farmers und dann zwei bis drei Rezepte. Alle vorgestellten Produzenten befinden sich in einem Umkreis von 200km um New York City – das regionale Angebot prägt dieses Buch und macht es zu etwas Besonderem.
Denkt aber bitte nicht, dass nur ganz spezielle Zutaten vorgestellt werden, die man hier nicht bekommt – von wegen! Spargel, Tomaten & Co gibt es auch hier im regionalen Anbau, den örtlichen Metzger habt ihr hoffentlich auch schon besucht und Äpfel wachsen vielleicht sogar im eigenen Garten. Klar, eine Austernzucht hab ich nicht vor der Tür, aber selbst wenn wäre ich dort eher weniger Stammkunde 😉
„I love NY“ endet mit der Vorstellung von Produzenten von Kochgeschirr aus Kupfer, Meersalz und Steinzeug bevor dann Grundrezepte aufgelistet werden, auf die in den Rezepten verwiesen wird. Das Register ist einerseits nach Zutaten geordnet, allerdings finden sich auch die Rezepttitel -sprich, wenn man sich nicht mehr erinnert, in welchem Zutatenkapitel sich der „Manhattan Clam Chowder“ findet, kann man hinten nachgucken und erfährt so, dass dieser Eintopf bei den Venusmuscheln gelistet wird. Sehr praktisch und übersichtlich!

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Die Rezepte
Der Inhalt ist nur das eine, am wichtigsten ist an einem Kochbuch doch, ob die Rezepte funktionieren oder ob die zu abgehoben sind für eine Hobbyköchin wie mich. Auf den ersten Blick war ich erstmal erschlagen und fühlte mich leicht abgeschreckt: einerseits sehen viele Gerichte auf dem Rezeptbild sehr kompliziert und Sterneküche-mäßig aus, andererseits lesen sich die Zubereitungsschritte sehr aufwändig. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die einzelnen Schritte nicht nach 1., 2., 3. gegliedert werden, sondern separiert vorgestellt und dann erst zusammen gesetzt werden. Das empfinde ich aber durchaus als sehr hilfreich, denn dadurch wird das Risiko minimiert, dass man einen Schritt vergisst. Ein sehr durchdachter Aufbau also!
Auch meine Befürchtung, dass die Rezepte für mich lediglich schön zum Anschauen wären, traf nicht zu. In jedem Kapitel findet sich in der Regel ein herausforderndes „Sterneküche“-Rezept, aber auch mindestens ein Rezept, das problemlos für jeden nachkochbar ist. Das merkt ihr auch daran, was es bei uns schon alles gab:

  • New York Sour: aus Apfelschalen und Essig wird ein Sirup gekocht, welcher dann einen Cocktail aus Calvados und Ei süßt – außergewöhnlich! Und der Sirup hat mir den Sommer versüßt, auch ohne Alkohl sehr lecker und erfrischend!
  • Birnen-Kaffee-Kuchen: was für ein mega saftiger Kuchen! Birnenstücke werden über Nacht in Birnenbrand mariniert und dann verbacken – sooooo gut! Rezept folgt!
  • Hähnchenschnitzel-Sandwich: lecker solide und eignet sich auch als Resteverwertung von übrig gebliebenem Focaccia
  • Mast Brothers Chocolate Cookies: vielleicht hab ich meinen Ofen damals nicht im Griff gehabt, aber mir sind die Kekse etwas zu trocken geraten. Geschmacklich herb und bitter – mein Bruder war begeistert!
  • Warmer Brotsalat mit Tomaten: ein Teil der Tomaten wird gekocht, der Rest kommt dann roh dazu. Alles wird mit knusprigen Brotwürfeln serviert, lecker!

Das will ich unter anderem unbedingt noch machen (aber der Urlaub kam mir dazwischen):

  • Schinken-Ei-Sandwich: das kann nur gut sein!
  • Kürbissuppe: Kürbisse werden im Ofen gebacken und die Suppe dann auch darin serviert.
  • Gefülltes Brathuhn: ich hab schon so lang kein Hühnchen mehr gemacht, die Füllung mit Apfel, Kastanien, Knoblauch und Kräutern passt wunderbar in den Herbst
  • Walnusstorte mit Karamell und Meersalz: damit wird wieder Speck für den Winter angefuttert -klingt einfach zu gut!

Mein Fazit zu den Rezepten ist also sehr, sehr positiv. Alles hat geklappt, alles hat sehr gut geschmeckt! Wie gesagt, ein paar aufwändigere Rezepte stehen noch zum Ausprobieren aus, aber nach den bisherigen Erfahrungen her geh ich da völlig angstfrei ran. Das wird schon klappen und schmecken auf jeden Fall!!! Wer allerdings vorhat, sich kalorienarm zu ernähren oder vegetarisch / vegan lebt, der wird hier eher nicht fündig. Die verwendeten Fettmengen sind oft beachtlich, aber nun gut, wir wissen ja alle, was schmeckt 😉 Vegetarische Rezepte sind zwar schon einige drin, aber da würde ich mir eine Anschaffung nochmal überlegen.

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Kaufempfehlung:
Ja, 50€ sind viel Geld! Aber hier kriegt man wirklich viel dafür. Selbst wenn ihr das Buch nur zum Bestaunen der Bilder kaufen würdet, wärt ihr nicht enttäuscht – euer Magen vielleicht schon, weil es sich wirklich lohnt, daraus zu kochen. Wer ein New-York-Fan ist, wird in diesem Kochbuch eine ganz andere Seite der Stadt und der Umgebung kennenlernen. Es ist nämlich eben kein reines Kochbuch, sondern ebenso ein Loblied auf die Bauern und deren Leidenschaft für ihre Produkte. Das ist wirklich schon zu lesen und ermutigt, in der eigenen Umgebung sich mit den Produkten auseinander zu setzen. Und wenn ich mir anschaue, was ich daraus noch alles machen will und dass es den Birnen-Kaffee-Kuchen nicht erst einmal gab, kann ich erst recht empfehlen, sich dieses außergewöhnliche Kochbuch zuzulegen 🙂

PS: 2013 als die erste Auflage erschien haben schon einige Foodblogger Rezensionen veröffentlicht. Hier die Links zu ihren Meinungen: Kleiner Kuriositätenladen, Grain de Sel, Schöner Tag noch. Auf deren Blogs findet ihr auch Rezepte daraus.

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Daniel Humm & Will Guidara. I love NY. Mein New York Kochbuch
at Verlag
496 Seiten, viele, viele Fotos
ISBN: 978-3-03800-991-7
49,90€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Im Bücherregal: a modern way to cook

Neues Jahr, neues Glück -so hieß es bei mir im Januar und ich wechselte Studium gegen Job, Tübingen gegen Mannheim und eine Küche im Schrankformat gegen eine riiiiießige Küche MIT Spülmaschine. Gleich geblieben ist die Familie, der Freund und die große Lust zu kochen. Nur jetzt halt mit einer anderen Zeitaufteilung. Wie gut, dass dieses Jahr scheinbar sehr viele Kochbuchautoren -gerne auch als Zweitwerk- eine neue Ausgabe der schnellen Küche widmen. Vegetarisch und vegan ist hier sowieso immer gern gesehen und so sollte es dieses Buch doch ein Volltreffer sein, oder?

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Die Autorin:
„a modern way to cook“ ist das zweite Buch von Anna Jones -ihr Erstlingswerk „a modern way to eat“ erschien 2015 auch schon im Mosaik Verlag und wurde begeistert aufgenommen. Kocherfahrung hat sie jede Menge gesammelt: einerseits als Köchin in Jamie Olivers Restaurant, andererseits arbeitete sie als Food Stylistin nicht nur für Englands bekanntesten Koch, sondern auch für Yotam Ottolenghi und andere. Auf ihrem Blog veröffentlicht sie immer wieder Rezepte oder verlinkt zu Kolumnen, die sie regelmäßig schreibt.

Der erste Eindruck:
So, so, das ist also Apfelpapier 🙂 Wie schon das erste Buch wurde auch der Folgeband auf Apfelpapier gedruckt, welches in Südtirol aus dem Trester der Apfelreste hergestellt wird. Die Papierqualität ist deswegen weniger glänzend als sonst oft in Büchern üblich. Jedoch passt die matte Optik gut zu den wunderschönen Foodfotos. Diese sind sehr natürlich inszeniert, einfach auf einem Tisch oder mit Anna im Hintergrund, die das Gericht gerade zubereitet. Leider hat nicht jedes Essen ein Bild abgekriegt, aber davon lasse ich mich nicht abhalten! Spontan springen mir in den verschiedensten Kapitel Rezepte entgegen, die sofort nachgekocht werden wollen.

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Inhalt:
Ausgehend von der Resonanz auf ihr Erstlingswerk beschreibt Anna Jones in der Einleitung, dass ihr gutes, gesundes Essen ein Herzensanliegen ist. Allgemein lässt sich beobachten, dass sich die Menschen wieder mehr Gedanken machen, was sie essen. Scheinbar heißt das jedoch oft, dass auf Superfoods geschworen oder Brot verteufelt wird. Davon grenzt sich Anna Jones bewusst ab, sonder plädiert dafür, „das große Ganze in den Blick“ zu nehmen. „Eine ausgewogene und möglichst naturnahe Ernährung ist der beste Weg“, so schreibt sie es in der Einleitung. Deswegen stehen in diesem Buch einfache Rezepte im Mittelpunkt, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen und so eine dauerhaft bewusste Ernährungsweise ermöglichen.
Bevor es dann ans Kochen geht, werden noch ein paar Hinweise zur Vorbereitung gegeben, wie zum Beispiel, dass es gerade für das Kochen unter „Zeitdruck“ entscheidend ist, dass man sich gut organisiert, sprich, die Zutaten parat hat, die verwendet werden sollen und diese nicht erst suchen muss während die Zwiebeln in der Pfanne verbrennen. Hilfreiches Zubehör vom Sparschäler über Küchenmaschine bis zu ein paar Anmerkungen zu Zutaten wie Kokosöl und Salz werden auch noch erwähnt. Und dann kommen endlich die Rezepte 🙂
Diese machen den großen Hauptteil des Buches aus und sind in gegliedert in:

  • Bis der Tisch gedeckt ist -die Rezepte sind in 15min fertig.
  • Fertig in 20 Minuten
  • Auf dem Tisch in einer halben stunde
  • Vierzig-Minuten-Festessen
  • Vorratsküche
  • Fix gefrühstückt
  • Schnelle Desserts und Süßigkeiten

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Wer schon ihr erstes Buch hat, dem wird die Struktur und der Seitenaufbau bekannt sein: jedes Rezept wird von einer Einleitung begleitet. Die benötigten Zutaten stehen am Seitenrand und die Zubereitungsschritte sind übersichtlich gegliedert. Im ersten Absatz jeden Rezeptes wird gesagt, dass man „sämtliche Zutaten bereitlegen“ soll, eventuell Wasser erhitzen und Töpfe holen soll. Die Vorratsküche besagt ja schon, um was es geht: hier werden Kochanleitungen für Hülsenfrüchte gegeben, Nussbutter hergestellt, aber auch Kuchen und Cracker gebacken. Zeitlich würden diese teilweise auch in das Frühstücks- oder Dessertkapitel passen, aber die Idee ist anscheinend, dass das mehr zusätzlich ist und keine eigenständige Mahlzeit. So erkläre ich mir die Zuordnung zumindest.
Abschließend folgt ein Register. Aber nein, das muss ich besonders hervorheben. Neben dem üblichen Zutatenregister gibt es eine zusätzliche Auflistung für vegane und glutenfreie Rezepte. Hier werden sogar auch die Rezepte aufgelistet, die „nach einer kleinen Abwandlung“ vegan oder glutenfrei sind. Das ist wirklich super durchdacht und wer darauf achten will oder muss, hat hier schnell alles im Blick.

Die Rezepte:
Was wird denn nun von Frau Jones aufgetischt? Ich habe folgendes nachgekocht:

  • One-Pot-Spaghetti mit Grünkohl, Tomaten und Zitrone: die Zitrone gibt einen tollen Kick, ist schnell auf dem Tisch, aber wenn ich schon mal Nudeln esse, dann habe ich andere Saucen lieber 😉
  • Mild-pikante Süßkartoffel-Quinoa-Bowls: statt Quinoa gab es Graupen und die Süßkartoffeln hab ich mit Karotten ersetzt, die weg mussten. Es war sehr lecker -mit Kokos kriegt man mich einfach.
  • Erbsen-Kokos-Suppe: die ideale Vorratssuppe mit tiefgekühlten Erbsen und Kokosmilch aus der Dose. Fein!
  • Süßkartoffelpuffer mit Bohnen: ich hatte nicht gerechnet, dass dieses unscheinbare Essen (ohne Foto abgebildet) so gut sein würde. Die Puffer sind schnell gemacht und saftig, die Bohnen hab ich zusätzlich mit Kräuter der Provence gewürzt und es war soooo gut!
  • Bunte Gemüse-Bowl mit Halloumi und Harissa: hier braucht es n Moment bis alles Gemüse geschnippelt ist. Ich hab die Dressingmenge deutlich erhöht (bin halt n Schwabe) und noch einen Kräuterdip dazu gemacht. Die verschiedenen Texturen sind sehr fein zusammen.
  • Gerösteter Brokkoli mit Gurkenstreifen und Erdnusssauce: neben Kokosmilch ist Erdnussbutter eine weitere Lieblingsveredelung von mir. Deswegen war dieser leichte Salat (ich hatte zusätzlich ein paar Sobanudeln gemacht) wirklich gut!
  • Quinoa-Risotto mit Erbsenpüree und Blattgemüse: DER HAMMER! Das Erbsenpüree wird mit Basilikum und Zitrone abgeschmeckt und das oben drauf (ich hatte ganz oldschool normalen Risottoreis verwendet) ist fantastisch. Will ich unbedingt noch für den Blog kochen.
  • Selleriesteaks mit knusprigen Süßkartoffel-Pommes: knusprig sollen die Pommes durch die Polenta werden. Hat mich nicht ganz überzeugt dieses Essen. Lediglich die Salsa verde mit Cornichons, Kräutern und Kapern fand ich bemerkenswert.
  • Kokosjoghurt: Aus dem Vorratskapitel hab ich selbst Joghurt hergestellt -das Rezept stelle ich euch im nächsten Beitrag vor.

Ich muss gestehen, dass ich keine Stoppuhr neben den Herd gelegt habe während ich die Gerichte zubereitet habe. Meine Küche ist zwar groß, aber die Geräte sind sehr alt und so braucht es einfach einen Moment länger bis alles kocht. 15-20min finde ich jedoch sehr ambitioniert für manche Gerichte, wobei die Uhr erst dann zu Ticken beginnt, wenn alles bereit steht und das Wasser gekocht hat. Diese Vorbereitungszeit muss man also jeweils noch dazurechnen. Leider hab ich noch gar nichts aus dem Frühstückskapitel nachgemacht, obwohl mich da auch diverse Sachen ansprechen -kommt noch!
Bei den Rezepten wird zwar wert gelegt auf die schnelle Zubereitung, dafür werden aber trotzdem in der Regel mehr als nur eine Handvoll Zutaten verwendet und auch an der Verwendung von Töpfen und Mixern nicht gespart. Alles im Rahmen, aber wer glaubt, dass man danach nichts abspülen muss, der täuscht sich 😉
Als ich das Buch mit einer Freundin durchgeblättert habe, war diese von der Optik und den Gerichten auch sehr angetan, merkte jedoch auch kritisch an, dass ihr ein paar Erklärungen zu einzelnen Zutaten fehlen. Was denn bitte Tamaripaste sei oder Miso?! Auch macht es in der Einleitung für mich den Eindruck, dass Anna Jones den Superfoods eher kritisch gegenübersteht, verwendet werden sie aber im Frühstückskapitel durchaus und schreibt ein paar Worte zu deren Inhalten. Gerade was die ein oder andere Zutat angeht, muss man selber recherchieren oder auf die Jagd gehen, wo man eine spezielle Bohnensorte kriegen kann.

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Kaufempfehlung:
Mir gefällt das Format und die Idee hinter dem Buch sehr, sehr gut! Die Alltagstauglichkeit hat es auf jeden Fall bewiesen und auch wenn ich mal nicht in 20min fertig bin, habe ich danach (erst recht ;-)) ein leckeres, gesundes Essen auf dem Tisch, das gut gewürzt und spannend ist. Die Zeitangaben darf man also nicht zu dogmatisch sehen 😉 Bei aller guten Ernährung will ich dennoch anmerken, dass viele Avocados, Quinoa & Co verwendet werden. Daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes, ich will nur anmerken, dass für mich neben dem guten Essen auch Aspekte wie Regionalität und Saisonalität eine Rolle spielen. Dieser globale Blick fehlt mir ein wenig im Buch, dass es zwar ganz nett ist, wenn die CO2-Emissionen durch das Apfelpapier gesenkt werden, durch die Produktion und den Transport von Zuaten vom anderen Ende der Welt jedoch wieder munter in die Höhe getrieben werden. Aber dem Hype um Süßkartoffeln und Avocados muss nun mal Rechnung getragen werden… und ich bin dem ja auch ein Stück weit verfallen.
Von diesem Kritikpunkt abgesehen mag ich „a modern way to cook“ wirklich gern. Gerade weil ihre schnelle Küche nicht langweilig ist, sondern raffiniert gewürzt und spannend kombiniert wird. Wenn ich mir meine Nachkochliste zu dem Buch anschaue, werde ich damit noch eine ganze Weile sehr viel Freude (und leckeres Essen!) haben 🙂 Deswegen kann ich das Buch definitiv weiterempfehlen!

Anna Jones: a modern way to cook. Über 150 schnelle vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag
Mosaik Verlag
352 Seiten, gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3442393121
22€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung. Der Mosaik Verlag ist Teil der Verlagsgruppe Random House / Bertelsmann.

Im Bücherregal: Vegetarisch mit Liebe

Wie vielen von euch ja vielleicht bewusst ist, macht mein Vater die Bilder für den Blog. Unser Gemeinschaftsprojekt Blog muss deswegen relativ gut organisiert werden, weil uns ca 200km trennen. Bei einem spontanen Treffen kurz vor Ostern hab ich das Rezensionsexemplar von „Vegetarisch mit Liebe“ vom Südwest Verlag schon mal meiner Mutter mitgegeben. Sie sollte ein Rezept raussuchen, welches dann während meines österlichen Heimatbesuchs gekocht und fotografiert werden sollte. Als ich sie kurz vor Ostern darauf ansprach, kam nur ein Seufzen zurück: „Ich hab fast alle Rezepte markiert, die sind einfach alle sooo klasse“ 🙂 Tja, so wie meiner Mutter ging es auch mir… aber von Anfang an.

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Die Autorin:
Jeanine Donofrio bloggt zusammen mit ihrem Mann Jack Mathews, der für die Bilder zuständig ist, auf Love & Lemons, einem US-amerikanischen Blog. Ihre Heimat Texas mit der Nähe zu Mexiko spiegelt sich auch in diversen Tacorezepten auf dem Blog und im Buch wieder. Ansonsten lässt Jeanine Donofrio sich von ihren Reisen und vor allem vom saisonalen Marktangebot inspirieren.

Der erste Eindruck:
Zugegeben, der Buchtitel begeistert mich nicht. Dieses Kochen mit Liebe, ich weiß ja nicht. Aber klar, hier in Deutschland ist der oben genannte Blog nicht so bekannt, da brauchte es eine andere Übersetzung von: „The Love & Lemon Cookbook“. Immerhin der Untertitel ist gleich geblieben und verrät schon um was es geht: 120 Rezepte von Apfel bis Zucchini.
Dieser kleine Schönheitsfleck ist aber schnell vergessen, sobald man die ersten Seiten durchgeblättert hat: traumhafte, ansprechende Foodfotos. Alles sehr hell, freundlich und bunt gehalten, dabei klar strukturierte Seiten. Angesichts der Rezepte läuft mir das Wasser im Mund zusammen und meine Nachkochliste wird länger und länger.

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Inhalt:
In einer kurzen Einleitung thematisiert Jeanine Donofrio, wie sie zum Bloggen kam und legt ihre Einstellung dar. Diese ist herrlich unkompliziert und undogmatisch: es geht nicht um Verzicht von Fleisch, Gluten, Lactose oder sonst was, sondern um Gemüse und was man Leckeres damit anstellen kann. Ausdrücklich fordert sie dazu auf, sich in die Rezepte einzubringen und so seinem eigenen Geschmack zu folgen.
Vor den eigentlichen Rezepten, die den großen Hauptteil ausmachen, gibt es noch einen kleinen Leitfaden zum Ad-hoc-Kochen, sprich: wie man einfach Verwertungsmöglichkeiten für frisches Gemüse hat. Falls etwas übrig bleibt, gibt es auf der folgenden Doppelseite auch dafür Verwendungsmöglichkeiten. Abschließend noch Hinweise für den Vorratsschrank und damit sollte auch alles zur Ausstattung gesagt sein.
Danach folgt wie schon der Titel verspricht eine alphabetisch geordnete Auflistung der Hauptzutaten, sprich von Äpfeln über Kartoffeln zu Zwiebeln werden die Rezepte geordnet. Das heißt natürlich nicht, dass man beispielsweise Avocado oder Zitrusfrüchte nur in den entsprechenden Kapiteln findet. Hier lohnt sich deswegen im Zweifelsfall ein Blick ins Register, wo alles zu finden ist. Insgesamt findet ihr 120 Rezepte, die in 26 Kapitel unterteilt sind.
Abschließend folgen Rezeptvarianten zu Hummus & Co sowie Grundrezepte wie beispielsweise für Pizzateig und Kochanleitungen zu Bohnen und Getreide. Den Inhalt des Buches finde ich sehr gelungen, kurzweilig und klar verständlich. Man findet sich dank der alphabetischen Auflistung gut zurecht.

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Die Rezepte:
Soll ich euch alles auflisten, was ich schon aus „Vegetarisch mit Liebe“ gekocht habe? Okay, ist nämlich ganz schön viel:

  • Frühstücks-Wraps mit Avocado: Einfach, aber gut. Statt Salsa hab ich Sirachasauce verwendet.
  • Auberginen-Pilz-Klößchen: eines der Rezepte, die aufwändiger sind. Der Aufwand lohnt sich aber und bringt die ersten veganen Klößchen hervor, die eine ernsthafte Konkurrenz zu der Fleischvariante sind!
  • Blumenkohlcurry mit gebratenem Reis: schnell gemacht, mit den Rosinen hat es das gewisse Etwas. Rezept kommt!
  • Pizza mit geröstetem Blumenkohl und Birne: statt Birne gab es bei mir Apfel. Ein sehr leckerer Pizzabelag, nämlich der Kohl wird nicht als Teig verwendet!
  • Brokkolicremesuppe: So ein Schluck Kokosmilch macht einfach gleich n Unterschied, wunderbar cremig und wärmend. Rezept kommt.
  • Samosas mit Erbsen und Süßkartoffeln: etwas aufwändig, aber lecker. Nur meine Falttechnik muss noch verbessert werden.
  • Karotten-Hirse-Salat mit Ingwer: Die Karotten werden einerseits gebacken, andererseits roh serviert und on top kommt eine HAMMER Sauce aus rohen Karotten und Cashewcreme. Sooooo gut!!!
  • Süßkartoffel-Tacos mit Apfel-Radieschen-Salat: eines der Tacorezepte musste ich noch ausprobieren. War okay, aber ich musste wieder feststellen, dass Tacos für mich eher Picknick als Mittagessen sind 😉

Das war bisher alles, aber ich werde demnächt die Polenta mit Frühlingsgemüse machen und hach, die Kürbissaison kann ich auch kaum erwarten mit den tollen Rezepten 🙂 Ich glaube, durch die Auflistung habt ihr einen guten Einblick in das Buch erhalten. Die Rezepte haben immer funktioniert. Es wird auch jeweils angegeben, wie man das Rezept veganisieren oder glutenfrei gestalten kann. Im Normalfall werden keine außergewöhnlichen Zutaten benötigt. Teilweise merkt man die texanische Herkunft, wenn spezielle Chilisorten vorgeschlagen werden, aber das kann man entweder getrost übergehen oder durch das ersetzen, was gerade zur Hand ist. Das Gemüse spielt die Hauptrolle in dem Buch, alles andere ist nur Verfeinerung und Ergänzung. Ich war immer wieder begeistert, wie unkompliziert und (meistens) schnell ich ein gutes Essen hatte.

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Kaufempfehlung?
Ich denke, ihr habt schon in der Einleitung die Tendenz bemerkt, dass ich (trotz des Titels) ganz verliebt in „Vegetarisch mit Liebe“ bin. Undogmatisch, einfach, aber immer mit einer gewissen Raffinesse: ich bin mir sicher, dass ich in den kommenden Jahreszeiten noch sehr viel Spaß und leckeres Essen mit dem Kochbuch haben werde. Und meine Mutter ist so begeistert davon, dass bei ihr dieser Titel auf dem Wunschzettel für ihren Geburtstag steht. Eine bessere Empfehlung kann sich ein Rezensionsexemplar doch nicht wünschen, oder? 🙂

PS: Auch einen schönen Einblick und nachgekochte Rezepte findet ihr bei Susanne -einfach mal rüberklicken!

Jeanine Donofrio / Jack Mathews: Vegetarisch mit Liebe
Südwest Verlag
320 Seiten, gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-517-09543-1
24,99€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung. Der Südwest Verlag ist Teil der Verlagsgruppe Random House / Bertelsmann.

Im Bücherregal: Die grüne Küche. Smoothies & Co von David Frenkiel und Luise Vindahl

Es gibt Kochblogs, die international bekannt und beliebt sind und deren Blogger inzwischen längst auch als Autoren mit Kochbüchern erfolgreich sind. David Frenkiel und Luise Vindahl werden für ihren vegetarischen Foodblog Green Kitchen Stories ebenso gefeiert wie auch für ihre schon erschienenen zwei Kochbücher. Auch bei mir steht ihr erstes Buch „Die grüne Küche“ und so manches Rezept wird immer wieder in meiner Küche nachgemacht.
Als ich auf ihrem Blog die Ankündigung las, dass das nächste Buch ein Smoothiebuch sein würde, war mein erster Gedanke: „Oh neeee, nicht noch ein Smoothiebuch! Gibt es davon nicht schon genug?“ Auch ich besitze zwei Stück und naja, so ganz haben mich deren Rezepte und Aufteilungen nicht überzeugt. Würde es mit „Smoothies & Co.“, das beim Knesebeck Verlag erschienen ist, anders sein?

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Der erste Eindruck:
Ui, wie klein! Im Vergleich zu den schon erschienen Büchern ist das Smoothiebuch deutlich kompakter. Das Hardcover ist fest, die Seiten wollen nicht gleich offen liegen bleiben. Ins Auge springen dann aber sofort die Fotografien: allein das Titelbild mit seinem Farbverlauf ist einfach wunderschön gestaltet. Auch im Inneren finden sich ausschließlich ansprechende Bilder.

Inhalt:
„Ja wo sind sie denn?“, mag man fragen, wenn man systematisch das Buch durchblättert. Bevor man zu den Rezepten kommt, erhält man erstmal eine ausführliche Einleitung in die Smoothiezubereitung.

  • Wissenswertes zur Zubereitung: Neben Masseinheiten und Süßegraden geht es hier auch um die Fragen, was jeweils die Vorzüge von Smoothies im Vergleich zu Säften sind.
  • Unsere Smoothievorratskammer: welches Obst und Gemüse wird verwendet? Welche Flüssigkeiten können benutzt werden? Auch die inzwischen omnipräsenten Superfoods werden kurz erläutet.
  • So gelingen perfekte Smoothies: eine nette kleine Infografik über die Zutaten, wie sie im Mixer landen.
  • Geräte und Ausrüstung: wer noch keinen Mixer oder ähnliches hat, erhält hier ein paar Informationen, was es zu berücksichtigen gibt.
  • Tipps & Tricks: rund um tiefgefrorenes Obst, Aufbewahrung und die Konsistenz des Smoothies. Bevor es schließlich an die Rezepte geht, wird auch noch die Verwendung von Bio-Ware begründet.
  • Grundrezepte: die ersten Rezepte des Buches haben nichts damit zu tun, was man klassischerweise mit Smoothies verbindet. Hier wird die Herstellung von Nussmus und verschiedenen Müslis erläutert.

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Allein diese ausführliche Einleitung zeigt, wie gründlich David Frenkiel und Luise Vindahl gearbeitet haben. So ziemlich jeder Aspekt der Smoothieherstellung wird beachtet. Vieles war mir schon bewusst und habe ich nicht unbedingt gebraucht, aber diese Sorgfalt zieht sich durch das ganze Buch und macht den entscheidenden Unterschied zu sonstigen Smoothiebüchern. Nun geht es aber an die Smoothies!

  • Einfache Smoothies: hier geht es wirklich darum, dass der Smoothie schnell zusammen gemixt werden kann, viel mehr als Obst und Gemüse zu schnippeln und das ein oder andere abzumessen, ist hier nicht nötig.
  • Absolute Hingucker: es wird etwas aufwändiger, weil neben dem Smoothie noch andere Zutaten wie Granola, Chia-Pudding, frische Früchte und anderes hinzukommen und alles apart in Gläser gefüllt wird. So ergeben sich sättigende Mahlzeiten.
  • Nussmilchvariationen: Haselnussmilch kriegt man ja inzwischen in jedem Supermarkt. Dass man diese und viele andere Sorten selber machen und lecker für Smoothies kombieren kann, zeigt dieses Kapitel.
  • Säfte: als Ergänzung zum Pürieren von Obst und Gemüse wird hier entsaftet. Ein kleines Kapitel, aber schöne Ideen sind dabei.
  • Desserts: ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich mit einem Bounty-Smoothie oder dem Beeren-Salzkaramell-Semifreddo das typische Stückchen Schokolade nach dem Essen gar nicht vermisse. Tolle Rezepte!

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Das Buch endet mit einem Foto der beiden Autoren und einem ausführlichen Register. Die Zutaten sind hier alphabetisch aufgelistet und es ist gar kein Problem, Rezepte schnell und übersichtlich zu finden.

Die Rezepte:
Schon vor diesem Buch mochte ich Smoothies sehr gerne. Allerdings war ich auch nicht wirklich kreativ. Ich hatte meine Standardkombination und gut ist. Hiermit wurde es deutlich kreativer und bunter. Im Vorwort zu einem Rezept schreibt David Frenkiel, dass es ihre Absicht war, mit ihren Rezepten Gemüse attraktiver zu machen. Denn es wird viel „Grünzeugs“ verwendet und oft merkt man es gar nicht so, weil das Endprodukt immer noch süß und fruchtig ist und auch noch so lecker aussieht, dass man sich gar nicht fragt, wie die grüne Farbe jetzt genau zustande kommt. Gemacht habe ich unter anderem schon:

  • Grüner Zaubertrank: mit tiefgekühlten Brokkoli und Erbsen ein grüner und leckerer Frühstückssmoothie.
  • Grüner Evergreen: Zur Ananas gesellen sich Tiefkühlspinat, Limette und Kokoswasser. Sehr fein!
  • Superbeeren-Fenchel-Smoothie: sogar der Freund hat sich nicht über den Fenchel beklagt. Passt sehr gut mit der Orange und den Tiefkühlbeeren zusammen.
  • Avocado-Mango-Limetten-Smoothie: Sehr schnell gemacht, aber ich stelle fest, dass Avocado mir persönlich im Smoothie nicht so schmeckt.
  • Bircher-Kefir mit orientalischem Zitrussalat: sogar schon verbloggt 🙂

Das ist nur eine kleine Auswahl an Rezepten, die ich schon (immer wieder) gemacht habe. Gerade der Bircher-Kefir zeigt auf, dass es nicht nur um Getränke geht, sondern eben auch habhaftere Ideen gezeigt werden. Diese Abwechslung macht für mich den Reiz des Buches aus. Die Rezeptbeschreibungen sind sehr ausführlich und wirklich anfängergeeignet. Fehler können eigentlich nicht passieren. Superfoods, Nussmilch und auch Proteinpulver werden verwendet, nicht bei jedem Rezept, aber doch immer wieder. Ich war manchmal auch so frei und habe die Nussmilch mit normaler Kuhmilch ersetzt. Ging gut, aber sollte man halt nicht immer machen, weil sich Kuhmilch beispielsweise nicht mit frischer Ananas verträgt.

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Kaufempfehlung:
Ja, ja und nochmal ja! Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der abwechslungsreiche Smoothies will. Hiermit kriegt man nicht nur Getränke, sondern auch Müsliideen, die mit einem Smoothie kombiniert werden. Auch für Sportler sind proteinreiche Drinks enthalten. Sehr positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass man viel mit Tiefkühlprodukten arbeiten kann, die einfacher zu lagern sind als zum Beispiel frischer Spinat. Die Sorgfalt des Buches zeigt sich auch darin, dass erwähnt wird, wie man einen Milchwirbel herstellen kann, wie er auf einem Foto zu sehen ist oder dass die abgebildete Menge das doppelte Rezept ist. Solche Details zeigen mir, wie gut durchdacht alles ist. Für mich ist „Smoothies&Co“ eindeutig eine Bereicherung!

David Frenkiel & Luise Vindahl: Die grüne Küche. Smoothies & Co.
Knesebeck Verlag
160 Seiten, 100 Farbfotos
ISBN: 978-3-86873-957-2
16,95€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

 

Im Bücherregal: „life in balance“ von Donna Hay

Es scheint inzwischen zum guten Ton zu gehören, dass man sich als erfolgreicher Kochbuchautor Gedanken zur Ernährung macht und diese dann (gewinnbringend?) vermarktet und in ein neues Werk einfließen lässt. Die höchsten Wellen in diesem Bereich hat wahrscheinlich Jamie Oliver geschlagen, der von seinen „Superfoods“ schon einen Nachfolgetitel veröffentlicht hat. Aber auch Leila Lindholm und jetzt auch Donna Hay springen auf diesen Trend auf. Die einen freuen sich nach dekadenten Schokotorten und mit Käsebergen überbackenen Fleischorgien über gesündere Rezepte, die anderen verdrehen die Augen und wenden sich verächtlich ab, wenn nun trendige Superfoods verwendet werden. Schon bevor ich „life in balance“, das im AT Verlag erschienen ist, in der Hand hatte, bekam ich auf Foren die Diskussionen mit, die sich deswegen eher skeptisch über das neue Kochbuch von Donna Hay äußerten.

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Der erste Eindruck:
Wer schon mal ein Kochbuch von Donna Hay in der Hand hatte, wird sofort einen Wiedererkennungseffekt bemerken: das quadratische Format mit Flexcovereinband sticht unter den üblichen rechteckigen Formaaten hervor. Auch die Schriftart ist dieselbe wie bei den vorherigen Büchern. Und hach, diese Foodfotos! Ein einziger Traum, so köstlich sieht jedes bebilderte Gericht aus! Das macht sofort Lust auf Nachkochen.

Inhalt:
In der kurzen Einführung schreibt Donna Hay, worum es ihr mit diesem Kochbuch geht: es geht nicht um eine Diät, sondern Essen soll das Wohlbefinden steigern. „Das Geheimnis besteht darin, die richtige Balance zu finden“ -konkret bedeutet das, dass Lieblingsgerichte mit natürlichen Superfoods aufgepeppt werden. Aha, hier ist zum ersten Mal das Trendwort der Foodszene! Wohltuend ist aber, dass darunter nicht nur Quinoa, Chia & Co fallen, sondern auch beispielsweise Rosenkohl und Spinat zu den „Supergreens“ gehören oder Leinsamen und Dinkel mit ihren gesundheitlichen Wirkungen vorgestellt werden. Diese und andere Grundzutaten werden in kurzen informativen Texten beschrieben und fallen beim Blättern dadurch auf, dass mattes, etwas dickeres Papier verwendet wurde und man so schnell die Seiten findet. „life in balance“ ist folgendermaßen gegliedert:

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  • Perfekter Start in den Tag: neben klassischem Haferbrei findet sich auch ein Chiapudding oder ein grüner Smoothie zum Frühstück.
  • Gemüse: hauptsächlich vegetarische Gerichte, bei denen Gemüse die Hauptrolle spielt, zum Beispiel in einem Grünkohl-Spinat-Omelett oder in Galettes mit Rosenkohl und Ziegenkäse
  • Power-Proteine: hier wird es fleischlastiger, aber auch Tofu und Fisch werden verwendet. Rezepte sind zum Beispiel Rinderfleischspieße mit rotem Chimichurri oder pikanter Fisch mit Sellerie-Süßkartoffel-Frites.
  • Kernige Körner: Neben Reis, Quinoa & Co werden hier auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen verwendet und so beispielsweise ein asiatischer Graupen-Kraut-Salat oder geschmorte Harissa-Auberginen mit Linsen-Kräuter-Salat serviert.
  • Klein & Fein: der genaue Unterschied zu den Kapiteln davor erschließt sich mir nicht, aber ich vermute, klein&fein bedeutet, dass die Gerichte mit wenig Kohlenhydraten auskommen. Der Edamame-Salat mit Huhn und Fenchel oder auch die Zucchini-Pastinaken-Sellerie-Nudeln mit Brokkolisauce enthalten zumindest keine „traditionellen Sattmacher“ 😉
  • Power-Snacks: Als kleine Happen zwischendurch empfiehlt Donna Körner-Cracker mit Grünkohl-Cashew-Dipp oder ein Himbeer-Joghurt-Eis am Stiel.
  • Clever backen + Süßes: Zum Nachmittagskaffee gibt es einen Chiakuchen mit Orangensirup, Haselnusskekse mit Schokofüllung oder auch Kokos-Cupcakes.
  • Glossar+Register: in den Rezepten finden sich immer wieder einzelne (exotischere) Zutaten, die mit einem Sternchen markiert sind. Die Erläuterung dazu findet sich im Glossar. Auch werden Angaben zu Maßeinheiten, Ofentemperaturen und Butter und Eiern gemacht.

Dem abschließenden Register gebührt besonderer Lob: übersichtlich nach Hauptzutaten und Kategorien aufgelistet -so findet sich Lachs nicht nur unter „L“, sondern auch bei „Fisch und Meeresfrüchten“. Da macht das Suchen Spaß und führt schnell zum Ziel.
Wie schon erwähnt, sind insbesondere die Foodfotos wunderschön anzusehen! Sie nehmen eine ganze Seite pro Gericht ein und die Rezepte sind eine Seite davor und danach mit anderen Rezepten zu finden. Typisch wie bei vorherigen Donna-Hay-Büchern auch. Zu ein paar Zutaten finden sich hingekritzelte Erklärungen, worum es sich dabei handelt. Ganz nett, aber auch ein wenig überflüssig, weil die Zutaten im Glossar nochmal erklärt werden. Donna Hay kommt als Model nur ein paar Mal zu Beginn der Kapitel vor, sie findet sich also nicht auf jeder Seite und fällt somit auch nicht störend auf wie in anderen „Promi-Kochbüchern“ 😉

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Die Rezepte:
Ja, es kommen Superfoods vor! Allerdings nicht nur und auch nicht in jedem Rezept! Wenn das teilweise als „störend“ oder „zu trendig“ kritisiert wurde, kann ich das nicht nachvollziehen. Ich ignoriere es einfach, wenn in einen Teig noch 20g Flohsamenschalen kommen; das funktioniert auch ohne! Entscheidend für mich ist, dass Superfoods für Donna Hay eben nicht nur aus Südamerika kommen, sondern auch viele hier in Deutschland heimischen Gemüsesorten als Superfoods zählen. Dass man die nun so bezeichnet, von mir aus, wem’s hilft. Im letzten Winter bin ich zum Grünkohlfan geworden und freue mich hier über viele tolle Ideen. Allgemein finde ich, dass gerade für die kühlere Jahreszeit viele Rezepte drin sind mit Zutaten, die jetzt Saison haben.
Üüübrigens: im Kapitel zu dem Süßen wird auch mal ein Schokokuchen mit 200g Butter und 220g braunem Zucker gebacken -Superfood findet sich dabei nur in Form von Rohkakao 😀 Also ein bisschen „alte Donna“ bleibt auch hier erhalten und die Superfoods oder Labels wie gluten-lactosefrei nehmen nicht überhand.
Ausprobiert habe ich unter anderem schon (entschuldigt die schlechte Fotoqualität…so sieht das halt ohne Styling und ohne Profi-Papa aus):

  • Hühnerhackbällchen mit Zucchini und Feta: soooo mega lecker! In der Masse befindet sich noch Quinoa, den ich mit Couscous ersetzt habe und es war so gut! Will ich bei Gelegenheit unbedingt verbloggen
  • Reis-Kürbis-Kichererbsen-Burger mit Schmorkarotten: die Patties war mir etwas zu trocken, aber mit Dip und den Karotten sehr lecker!
  • Quinoa-Süßkartoffel-Törtchen: die haben uns auf einer Zugfahrt begleitet und waren so saftig, so aromatisch. Wirklich klasse
  • Kürbis-Dinkel-Salat mit Feta und Granatapfeldressing: tolle Kombination, mit ofengeröstetem Kürbis kann man bei mir sowieso nichts falsch machen 😉
  • Karamell-Dattel-Cookies: so geil! Die ganze Familie war begeistert -das Rezept gibt es nächste Woche.

Die Rezeptbeschreibungen sind teilweise etwas knapp gehalten. Da schadet es nicht, mitzudenken und beispielsweise zum Formen der Hackbällchen oder der Cookies die Hände anzufeuchten, damit die Masse nicht so klebt. Auch werden immer wieder Fertigprodukte verwendet, typisch in Form von Zwiebelrelish. Das hab ich ganz einfach selber gemacht. Insgesamt klappen aber die Rezepte sehr gut und das Nachkochen macht großen Spaß!

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Kaufempfehlung:
Von meiner Seite her JA! Ich persönlich mag diese Neuerscheinung von Donna Hay sogar mehr als das Kochbuch, was ich schon von ihr habe. Es finden sich auch viele vegetarische Rezepte; durch das Kapitel mit Snacks und Süßem wird eine große Bandbreite an Ideen gegeben. Ob man damit in Balance kommt, bleibt jedem selber überlassen. Ich weiß, dass ich noch viel aus dem Buch kochen werde!

Donna Hay: life in balance. Frische, leichte Rezepte für gesunden Genuss.
AT Verlag
240 Seiten, über 174 Farbfotos
ISBN: 978-3-03800-929-0
29,95€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Im Bücherregal: Meine Rezepte für die ganze Familie von Leila Lindholm

Die ersten kalten und grauen Tage haben wir schon hinter uns, morgens früh beim Aufstehen ist es noch dunkel und abends verabschiedet sich die Sonne auch schon viel zu früh. Vielleicht haben wir noch Glück mit ein paar goldenen Herbsttagen, aber insgesamt merkt man: der Sommer ist vorbei. Da hat man doch umso lieber ein Kochbuch in der Hand, das an all die schönen warmen Tage im Kreis von Familie und Freunde erinnert. Wie solche Tage in Schweden aussehen können, zeigt Leila Lindholm mit ihren „Rezepten für die ganze Familie“.

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Die Autorin:
Könnte man Leila Lindholm als die schwedische Donna Hay oder weibliche Version von Jamie Oliver bezeichnen? Wie die beiden anderen genannten Köche ist auch Leila Lindholm schon längst nicht mehr auf das Kochen in einem Restaurant beschränkt: neben diversen Buchveröffentlichungen, bloggt sie, moderiert zahlreiche Fernsehshows und Radiopodcasts. Auch auf Auszeichnungen wie „Köchin des Jahres“ kann sie zurückblicken. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Stockholm.

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Der erste Eindruck:
Ich will nach Schweden und zwar sofort! Da scheint immer die Sonne zu scheinen, alle wohnen in wunderschönen Häuschen mit Tieren drumrum und das Essen sieht sooo gut aus! Neben dem Essen sind auch viele Freunde von Leila im Buch zu finden, auch ihre Kinder finden sich auf den Seiten und das Kochbuch vermittelt so den Eindruck, als ob man für die Rezepte am besten in Gemeinschaft genießt.

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Inhalt:
Neben einem Picknickbild von Leila in einer grünen Wiese ist das Inhaltsverzeichnis abgedruckt. Das Buch gliedert sich folgendermaßen:

  • Ein gesunder Start: wie wäre es mit einen Körnerknäckebrot, Bananenpfannkuchen oder einem Mango-Chia-Smoothie zum Frühstück?
  • Kleine Häppchen. Klein, aber fein trifft es sehr gut: die Rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkerne sind ebenso der Hammer wie das Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich.
  • Surf ’n‘ Turf: hier merkt man, dass es in Schweden scheinbar überall die tollsten Fisch und Meeresfrüchte gibt, die dann zu Fisch-Tacos oder Melonensalat mit gegrilltem Hummer verarbeitet werden.
  • Für jeden Tag: hier liegt der Fokus auf Rezepten, die sich eher schnell zubereiten lassen, also zum Beispiel Spaghetti mit roher Tomatensauce oder auch Thai Chicken.
  • Gemüse & Salate: in diesem Kapitel warten leckere Salate mit weißem Pfirsich, Minze und Mozzarella oder gegrillte Maiskolben mit Manchego und Chili.
  • Wochenende: es gibt mit Vanille gebeizten Lachs, diverse Saucen und Dips und noch mehr Salatideen.
  • Süsses zum Schluss: süß, aber bitte kein raffinierter Zucker. Stattdessen wird Eis aus gefrorenen Früchten oder mithilfe von Trockenfrüchten Riegel und Energyballs hergestellt.

Im Normalfall erhält jedes Rezept eine Doppelseite mit Bild und Zubereitungsschritten. Auffällig ist insbesonders, dass jeweils Hinweisfähnchen an der äußeren Ecke angeben, was so drin ist… oder eben nicht: glutenfrei, laktosefrei, Rohkost, kein weißer Zucker, ohne Nüsse, Veggie, ohne Ei und vegan besagen die Fähnchen. Mir darf das ja egal sein, aber wer Rücksicht nehmen will, dem erleichtert das bestimmt die Rezeptauswahl. In jedem Kapitel befindet sich außerdem eine Art Infoblock: da wird informiert, was basische und säurebildende Lebensmittel sind, im Surf ’n‘ Turf-Kapitel geht es passend zur Thematik um Fischfang oder Leila listet auf, was sie unter Superfood versteht.
Das Rezeptregister ist ein kleiner Minuspunkt: die Rezepte werden nur alphabethisch aufgelistet, sprich, wenn man sich fragt, wo man die Obstlollies noch mal findet, dann muss man wissen, dass sie als „Gesunde Obstlollies“ unter G zu finden sind. Da fände ich es für den Überblick deutlich besser, wenn das Register in Kategorien unterteilt wäre und man beispielsweise die diversen Lachsrezepte unter dem Punkt „Lachs“ gesammelt finden würde.

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Die Rezepte:
Wie ich schon geschrieben habe, gibt es Rezepte für die unterschiedlichsten Tageszeiten. Die Zutaten gibt es im normalen Supermarkt, inzwischen sind ja sogar auch Chiasamen beim Discounter erhältlich. Vertreten sind sehr viele Rezepte mit Fisch, was für mich persönlich zwar kein Problem ist, weil ich gerne Fisch esse, aber hier im Schwabenländle, wo ich wohne, nicht an so frische Produkte rankomme. Vermutlich werde ich nie frische Taschenkrebse, Hummer oder Lachs in Sushiqualität bekommen. Zumindest fällt mir spontan kein Fischhändler in meiner Nähe ein, der diese nicht regional vertretenen Meeresbewohner importiert. Auffällig ist auch, dass vier Rezepte für Graved-Lachs-Variationen enthalten sind, die in den unterschiedlichen Kapiteln vorgestellt werden. Jede Variante ist anders, sicher, aber da hätte ich mir vielleicht lieber noch so was wie gesunde Zimtschnecken gewünscht, die ich von Schweden her nur zu gut kenne.
Die von mir ausprobierten Rezepte haben einwandfrei geklappt. Es gab schon:

  • glutenfreie Bananenpfannkuchen
  • rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkernen
  • Bruschetta
  • Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich
  • Linguine mit Knoblauch, Zucchini und Parmesan
  • Thai Chicken
  • Schokoladeneis mit Biss
  • Glutenfreie Erdnussbutter-Torte
  • Mango-Avocado-Eis

Das Rezept für die Erdnussbutter-Torte stelle ich euch demnächst hier vor – ein richtiges Bömbchen und der Beweis, dass glutenfrei und ohne weißen Zucker nicht kalorienarm bedeuten muss 🙂 Die tollen Salatvariationen stehen auch noch auf meiner Nachmachliste, sie sind Sattmacher, mit Obst und Nüssen getoppt und erinnern mich ein wenig an die üppigen Ottolenghi-Salate. Allerdings hab ich mich bei der Einteilung gefragt, warum es im Kapitel Gemüse&Salate um das Grünzeug geht, aber dann im anschließenden Wochenendkapitel weiter Salate die Hauptrolle spielen?! Vom Aufwand her sind die auch nicht viel aufwändiger. Ganz toll finde ich die vielen Nice-Cream-Rezepte, davon hab ich im Sommer viel zu wenig gemacht, finde aber die Vorschläge, wie man ohne Sahne und Eismaschine sich eine Abkühlung schnell und einfach herstellen kann einfach klasse!

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Kaufempfehlung?
Ich glaube, von all den vielen Kochbüchern, die ich habe, enthält „Meine Rezepte für die ganze Familie“ von Leila Lindholm die meisten Fischrezepte 🙂 Schade, dass viele davon unausprobiert werden bleiben. Für Leute, die in Küstennähe wohnen, könnte sich ein Blick in das Buch deswegen aber durchaus lohnen. Vom Aufbau und den Bildern her gefällt mir das Kochbuch sehr gut, diese perfekt inszenierte Sommeridylle in Schweden ist einfach schön anzugucken. Ein bisschen weniger wäre aber auch nicht schlimm gewesen. Von den verwendeten Zutaten her ist es auch wirklich mehr ein Sommerkochbuch, Früchte und so manches Gemüse ist im Winter nicht regional vertreten. Trotz der vielen Fischrezepte ein gutes Buch, das nicht dogmatisch einen Lebensstil predigt, sondern Anregung für gesunde Rezepte bietet.

Leila Lindholm: Meine Rezepte für die ganze Familie
Edition Fackelträger
240 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Format 19x24cm, Hardcover
ISBN 978-3-7716-4678-3
25€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.