Sommergemüsegratin mit Zitronensahne

Gutes kann so einfach sein – ein bisschen Gemüse, Sahne, sogar Zitrone und Parmesan sind verzichtbar und schon hat man ein wunderbares Gratin. Strahlend bunte Farben, eine echte Augenweide, die all das tolle Sommergemüse vereint. Nein, viel braucht es wirklich nicht -hier gibt es keinerlei Ausreden sich vor dem Kochen zu drücken!

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Auch wenn ihr gerade erst von daheim ausgezogen seid, bleibt mir bitte von den Tiefkühpizzen weg und das Regal mit der Fertigtütennahrung könnt ihr auch gleich vergessen, weil mit diesem Rezept zeigt sich mal wieder wie einfach Selberkochen ist! Ein Messer und ein Schneidebrett werdet ihr wohl haben, irgendeine Form für den Backofen sicherlich auch und schon kann’s losgehen! Gemüse schnippeln, möglichst dekorativ einschichten (ein Hoch auf meine Mutter -ich hätte nicht die Geduld für solch ein Kunstwerk gehabt!) und mit Sahne übergießen.

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Fett – hier in Form von Sahne ist sowieso immer ein guter Geschmacksbringer 🙂 Wenn das Gemüse im Ofen schön drin köchelt, braucht es nicht mehr viel. Zitronenschale und Parmesan bringen noch den letzten Aromakick. Wer frische Kräuter wie Thymian hat, kann die natürlich auch gerne verwenden, nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Aber da sind Geschmäcker ja unterschiedlich und für jeden bedeutet das was anderes.

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Bei mir ist dieses Sommergemüsegratin schon seit zwei Jahren ein Standardgericht – so farbenfroh, so frisch, so lecker! Ein bisschen Brot dazu um die Sahne aufzudippen und ich bin glücklich! Ihr hoffentlich auch 🙂
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich jetzt in den Wanderurlaub: die nächsten Wochen wird ausschließlich auf einem Trangia-Kocher Essen zubereitet. Und auch das geht ohne Fertigprodukte! Habt einen schönen August; wir lesen uns wieder im September.

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Zutaten (für 4 Personen):
1 kleiner Brokkoli
200g Mangold oder Spinat
200g Zucchini
1 rote Paprika
1 Zuckermaiskolben
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
250g Sahne
50g frisch geriebener Parmesan
2 EL Butter
Butter für die Form
Salz, Pfeffer
Basilikum nach Geschmack zum Bestreuen

Zubereitung:
Gemüse waschen. Brokkoli in kleine Röschen teilen, Paprika in schmale Streifen, Maiskörner vom Kolben schneiden. Die Zucchini in kleine Würfel schneiden, die Frühlingszwiebel in feine Ringe, den Knoblauch fein hacken und den Mangold oder Spinat grob hacken.
In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Brokkoli ca 2min blanchieren, dann die Maiskörner und die Mangoldstiele dazugeben. Die Mangold- oder Spinatblätter in ein Sieb gießen und beim Abgießen des Gemüse so die Blätter kurz blanchieren. Das Gemüse abtropfen lassen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine flache, ofenfeste Form mit Butter fetten. Das Gemüse, die Frühlingszwiebel und den Knoblauch mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und in der Form verteilen.
Die Zitrone waschen und abtrocknen. Die Schale fein abreiben und in die Sahne rühren. Diese würzen und über das Gemüse in die Form gießen. Den Parmesan gleichmäßig darüber verteilen und zum Abschluss noch die Butter in Flöckchen auf den Käse setzen.
Im Ofen ca 30min backen bis das Gemüse schön gebräunt ist. Kurz ruhen lassen, mit Basilikum bestreuen und servieren. Dazu passt Brot oder Salzkartoffeln.

Quelle: Frühling, Sommer, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

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Quinoa-Hühnerhackbällchen

ZUCCHINISCHWEMME!!!!! Da zieht man weit weg von daheim um sicher zu sein vor den Tonnen an Zucchini, die jedes Jahr die Gärten meiner Eltern, der Tante und von Oma und Opa hervorbringen und dann stellt sich heraus, dass die Vermieter einen Schrebergarten haben, der natürlich auch nicht ohne Zucchini auskommt…

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Und so habe ich gestern schon die zweite Zucchini gekriegt. Die von letzter Woche hab ich erst am Montag vollens verwertet, weil die Monnemer Zucchini ungefähr die Ausmaße von Oberschenkeln haben. Meine Vermieter haben so einen herrlichen Monnemer Dialekt und wenn dann plötzlich das Telefon klingelt und sich die Vermieterin panisch fragt: „Nämme Se wieder ne Zucchini?“, kann ich einfach nicht ablehnen. Und ich mag die Dinger ja auch sehr gern!
Kann es sein, dass dieses Jahr die Zucchini und die Brombeeren von dem Wetter profitieren? Nachdem es daheim auf der Schwäbischen Alb keine Kirchen gab, weil die Blüten im Frühjahr von einem Kälteeinbruch erfroren sind, habe ich jetzt den Eindruck, dass die Natur hier momentan produziert ohne Ende! Von meiner Brombeerernte erzähle ich ein ander Mal…

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Meistens kratze ich einen Teil der Kerne aus der Zucchini raus, aber übrig bleibt immer noch jede Menge. Gut, wir fangen heute mal klein an. Immerhin 360g Zucchini wird man für diese Quinoa-Hühnerhackbällchen los -über die Anmerkung in Klammern, dass das „ca 3 Zucchini“ seien, kann ich aber nur müde lächeln. Diese Hühnerhackbällchen sind der HAMMER! Gefühlt sieht das nach viel Fleisch aus, die Masse wird jedoch durch Quinoa, Feta und eben Zucchini gestreckt und die Konsistenz fand ich wunderbar fluffig! Eine gute Alternative zu meinen sonstigen Lieblingsfleischbällchen 🙂

Auf den Bildern könnt ihr erkennen, dass bei uns noch eine gelbe Zucchini dran glauben musste, geschmacklich macht die Farbe aber keinen Unterschied. Hackfleisch aus Hühnchenfleisch habe ich noch nicht beim Metzger oder beim Geflügelhändler gekriegt. Ich habe es einfach mit einem Pürierstab hergestellt -bitte, bitte, bitte arbeitet schnell und hygienisch, sprich: sobald ihr das Fleisch püriert habt, sofort weiterverwenden. Dass eure Hände davor, zwischendurch und danach gewaschen werden, ist hoffentlich selbstverständlich. Bretter, Messer und Schüssel, die mit dem Fleisch in Kontakt kommen heiß und mit Spülmittel gründlich abwaschen. Und dann ist das alles gar kein Problem und einem leckeren Sommeressen zur Zucchiniverwertung steht nichts mehr im Weg 🙂

Habt ihr mir noch Tipps zur Zucchiniverwertung? Ich hab so das Gefühl, dass das gestern nicht die letzte Zucchini war…

Zutaten für 4 Portionen:
360g grob geriebene Zucchini
500g gehacktes Hühnerfleisch
350g gegartes (rotes) Quinoa
2 Knoblauchzehen, gepresst
2 EL Quittenpaste (ich: Mamas Quittengelee)
1/2 Bund glattblättrige Petersilie, fein gehackt
1 EL fein abgeriebene Zitronenschale
Salz, Pfeffer
150g Feta, zerbröselt
2 EL fein geriebener Parmesan
Olivenöl zum Bestreichen
Basilikumpesto und Basilikumpesto zum Servieren

Zubereitung:
Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Alle oben gelisteteten Zutaten entsprechend der Anweisung zerkleinern und in einer großen Schüssel rasch, aber gründlich verkneten. Vorsichtig mit Salz -der Feta und Parmesan bringen Würze.
Esslöffelgroße Teigportionen zu Kugeln formen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und mit Öl bestreichen. Im Ofen 20min goldbraun backen; nach der halben Zeit wenden.
Dazu habe ich einen Dip aus selbstgemachtem Basilikumpesto und Saurer Sahne serviert. Salat dazu und fertig ist ein lecker-leichtes Sommeressen 🙂

Quelle: life in balance (Donna Hay)

Kochduett: Butter-Tomaten- Gnudi

Selbstgemachte Gnocchi sind der Hammer, nicht zu vergleichen mit dem gekauften Zeug aus dem Kühlregal. Letzte Woche entdeckte ich bei Susanne die wunderschönen Gnocchi alla Bismark und erinnerte mich daran, dass ich eigentlich schon läääängst diese Gnudi verbloggen wollte. Ja, so schön geformt wie ihre sind meine nicht. Schmecken tun sie trotzdem 🙂

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Zum ersten Mal gab es Ricotta-Gnocchi in Madrid -2012 bin ich für ein Jahr in die spanische Hauptstadt. Im Sinne des perfekten Timings hab ich mir einen Monat vor der Abreise noch nen Freund angelacht, der so oft wie möglich zu Besuch kam. Gefühlt war das immer noch zu selten, aber immerhin haben wir uns circa alle zwei Monate gesehen. Bei seinem letzten Besuch ging es dann auch nicht mehr primär um Sehenswürdigkeiten und wir nahmen uns auch ganz entspannt die Zeit um selbst zu kochen. Und so standen wir einen Mittag einträchtig in der Küche und rollten Gnocchi 🙂 Eine Tomatensauce dazu und fertig war der Genuss.

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Den Kerl hab ich immer noch an meiner Seite, Gnocchi wurden nicht nur bei dieser einen Gelegenheit gerollt -eine praktische und leckere Form von Paartherapie 😉 Neben der einfachen Ricottaversion kann ich mindestens ebenso die Kartoffelversion empfehlen. Wer das Kochbuch „Der Große Lafer“ hat, kann getrost alle Gnocchirezepte nachmachen. Eins besser als das andere, erprobt für euch im Kochduett!

Bei dieser Gnudiaktion stand ich zusammen mit meiner Mutter in der Küche: während ich die Gnudi kochte, schwenkte sie Tomaten in der Pfanne. Bitte achtet darauf, dass ihr die Gnudi wirklich nur 3min im Wasser lasst, ich hatte sie vor lauter Schwätzen n Tick zu lang drin. Und nicht wundern -die Dingerchen sind sehr sensibel, zergehen dafür aber auch auf der Zunge!
Welche Rezepte könnt ihr für ein Kochduett emfehlen? Es soll kein Duell sein, sondern gemeinsam verbrachte Zeit mit einem schmackhaften Ende.

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Lasst euch vom Namen nicht verwirren: Butter ist nämlich keine drin…darin werden die Gnudi lediglich gewendet bevor sie serviert werden 😉

Zutaten (für 5 Personen):
1kg Ricotta
100g Parmesan
frisch geriebene Muskatnuss nach Belieben
1 Packung Hartweizengrieß zum Bestreuen

Zum Servieren:
Butter
Basilikum
kleine Cocktailtomaten
Parmesan

Zubereitung:
Den Ricotta mit je einer Prise Meersalz und schwarzem Pfeffer in eine Schüssel geben. Den Parmesan und etwas Muskat dazureiben. Alles kräftig verrühren. Abschmecken -die Muskatnote sollte dezent sein. Ein großes Tablett mit reichlich Grieß bestreuen. Aus der Ricottamischung 3cm große Kugeln formen und diese im Grieß wenden, bis sie gut davon umhüllt sind. Der Teig sollte etwa 40 Gnudi ergeben. Das Tablett schwenken. Die Gnudi gut mit Grieß bedecken und für 8h, noch besser über Nach, in den Kühlschrank stellen -der Grieß entzieht den Gnudi Feuchtigkeit und sorgt für eine feine Hülle.
Die Kochzeit für die Gnudi beträgt nur 3min. Bitte nicht alle Gnudi auf einmal in einen Topf geben, sondern maximal 10-15, je nach Topfgröße. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und von der entsprechenden Menge Gnudi den überschüssigen Grieß abschütteln und ins Kochwasser geben. Die Hitze reduzieren.

Zum Servieren in einer Pfanne die Butter aufschäumen, beliebig viele Cocktailtomaten dazugeben und kurz braten. Die Gnudi direkt aus dem Topf in die Pfanne geben, einen Löffel Kochwasser hinzufügen. Sobald Butter und Wasser emulgiert sind, die Pfanne vom herd nehmen. Parmesan über die Gnudi reiben und in vorgewärmten Schalen servieren. Basilikum drüber, fertig!

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Hüttengaudi: Rösti-Burger

In dieser Zwischenzeit von Weihnachten und Ostern gibt es ein paar kulinarische Dinge, die beachtet werden wollen. Neben allerlei Essen in Herzform und optimal auch noch in rosaroter Farbe zum Valentinstag gehört natürlich das Faschingsschmalzgebäck dazu UND alles, was Hüttengaudi in die schneelosen, flachen Gebiete bringt. Deftiges Essen in rustikaler Umgebung, das nach sportlicher Betätigung im Schnee oder eben im grauen Regenwetter wärmt und mögliche Neujahrsvorsätze weit in die Ferne rücken lässt.

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Ich bin ja echt keine Skifahrerin; bisher stand ich ganz genau drei Mal auf (Langlauf)Ski und das hat einmal mit einer Knieprellung und drei Woche Schiene tragen geendet. Die letzten Male dienten nur zur Erheiterung des Freundes: „Man weiß, dass man langsam ist, wenn einen sogar Rentner überholen.“ Ähm ja, ganz schön kompliziert mit diesen Stangen an den Füßen… Aber ich will ja eigentlich über Essen reden! Keine Ahnung, ob es auf irgendwelchen Hütten in den Alpen oder anderen Skiregionen Rösti-Burger gibt, aber wenn, dann hoffe ich für alle Skifahrer, dass der Burger mehr Biss hat als das Modell vom Mäcces 😉 Der preist seinen Burger ja gerade gefühlt in allen Radionachrichten an, dass ihr vielleicht auch Lust auf so einen Burger der Superlative bekommt.

Wenn ja, dann greift zu! Hier kommt das Rezept für Rösti-Burger, bei denen ihr wirklich was zu beißen und zu genießen habt! Wir haben dieses Mal darauf verzichtet, die Brötchen selber zu backen, sondern haben auf rustikale Weckle vom Bäcker zurückgegriffen. Saftiges Hähnchen, Zwiebeln, süße Apfelscheiben, ein herzhaftes Rösti und würzigem Raclettekäse -was für eine geniale Kombination!! Die Zutatenliste liest sich erstmal lang, aber glaubt mir, es ist gar nicht so kompliziert. Am besten geht es, wenn die ganze Familie mit anpackt -dann hat nicht einer den Stress, fünf Burger auf einmal zusammen zu setzen.

Also egal ob ihr Ski fahrt oder nicht, diese Art von Hüttengaudi schmeckt wirklich jedem (Vegetarier mal ausgenommen ;-)) Und die letzten Raclettereste kommen damit auch endlich weg!

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Zutaten für 4 Burger:
2 Hähnchenbrustfilet (ca 400g)
4 dünne Scheiben luftgetrockneter Schinken
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Apfel
1 rote Zwiebel
1 Zweig Thymian (oder 1 Msp getrockneter Thymian)
1 große vorwiegend festkochende Kartoffel (ca 300g)
1 Msp Natron
4 EL Sonnenblumenöl
4 rustikale Brötchen
8 Scheiben Raclettekäse

Zubereitung:
Apfel mit einem Apfelausstecher entkernen und in Scheiben schneiden. Zwiebel in Ringe schneiden. Ofen auf 60°C vorheizen. Hähnchenbrüste schräg in jeweils 4 Scheiben schneiden. Schinken längs halbieren und die Schnitzel mit Schinkenstreifen umwickeln. In einer beschichteten Pfanne im heißen Olivenöl von jeder seite 4-6min braten, mit Salz und Pfeffer würzen. Auf eine Platte legen und im Ofen zugedeckt warm stellen.
Die Apfelscheiben und Zwiebeln in die Pfanne mit dem Hähnchenfett geben und 8min braten. Thymianblättchen abzupfen und die letzten 2min mitbraten. Auf die Platte mit den Hähnchenschnitzeln legen.
Für die Rösti Kartoffeln schälen, fein raspeln, Natron untermengen und leicht pfeffern. Sonnenblumenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Röstimasse trocken ausdrücken und in 8 Portionen in die Pfanne geben. Leicht flachdrücken und die Rösti bei mittlerer Hitze von jeder seite in 4 min knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen und salzen.
Die Platte mit Hähnchen & Co aus dem Ofen holen und diesen auf 175° erhitzen. Die Brötchen halbieren, mit den Schnittflächen nach oben auf ein Blech mit Backpapier legen und sowohl die Unterseiten als auch die Deckel mit Raclettekäse belegen. In den Ofen schieben und den Käse schmelzen lassen. Dann mit Schnitzeln, Äpfeln und Zwiebeln auf den Unterseiten anrichten, nochmal kurz in den Ofen schieben und kurz erhitzen. Dann Deckel drauf, Mund weeeeit aufsperren und genießen!

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Außen pfui: Wildreisgratin mit Grünkohl und karamellisierten Zwiebeln

Ach ja, Aufläufe fotografieren ist nicht das einfachste Unterfangen. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn es selbst mittags so trüb sein kann, dass kaum natürliches Licht zur Verfügung steht. Und wenn man dann auch noch ein Wildreisgratin mit Grünkohl vorbereitet hat, der -zugegebenermaßen- geschöpft auf dem Teller eher wie ein dunkelgrüner Komposthaufen mit irgendwelchen weißen Maden aussieht, dann macht das nicht soooo Lust zuzugreifen 🙂

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Ohne jemals Maden gegessen zu haben, vermute ich jetzt einfach mal, dass dieses Gratin ganz anders schmeckt! Und hey, es ist Grünkohl drin! Gesund, lecker, trendyyy! Außen also vielleicht pfui, aber innen definitiv hui 😉 Wildreis schmeckt deutlich „gesünder“ und kerniger als der sonst eher verwendete Langkorn-, Basmati- oder Risottoreis. Wenn ich höre, wie andere Mütter ihre Familie mit Vollwertküche bekocht haben, bin ich ein bisschen froh, dass diese Phase an meiner Mum vorbei ging. Ja, sie hat selber Müsli aus geschrotetem Weizen gemacht, aber sonst wurden wir von all zu extremen gesunden Zutaten verschont.

Dementsprechend ist das nun meine Mission die Familie damit bekannt zu machen 🙂 Das gelingt manchmal recht gut, andere Male herrscht dann diplomatische Erleichterung, wenn ich wieder weg bin oder es mal Burger oder Schokokekse gibt. Bitte nicht falsch verstehen: gesunde Küche heißt nicht, dass das nicht schmecken kann. Aber es gibt meiner Meinung gelungenere Kombinationen als andere. Dieses Gratin ist ja nur semi-gesund, immerhin verarbeitet ihr ein ganzes Päckchen Käse in der Auflaufform. Und Käse macht ja alles besser.
Als Hauptgericht muss ich zugeben, fand ich das Wildreisgratin etwas zu langweilig. Aber als Beilage zu Fisch, Schnitzeln oder auch nur einem frischem Salat macht das auf jeden Fall was her. Die Zutaten hab ich ein wenig reduziert (Reis) bzw erhöht (Grünkohl), damit nicht zuuu viele Kohlenhydrate drin sind.
Ich hoffe, ihr lasst euch von der Verpackung nicht abschrecken, sondern lasst euch diesen herzhaften Auflauf bei dem trüben, kalten Wetter erst recht schmecken!

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Zutaten (für ca 10 Personen als Beilage)
300g ungekochter Wildreis (ich: 200g)
Für die karamellisierten Zwiebeln:
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln
1/2 TL Salz
1/2 TL Zucker
300g Grünkohl (oder etwas mehr)
Zum Zusammenstellen:
225g geriebener Emmentaler
2 TL Butter
180ml Brühe (Gemüse oder Hühner, ich hab deutlich mehr gebraucht)
60g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer

Den Reis nach Packungsangabe kochen. Den Ofen auf 175°C vorheizen. Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter und das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln in die Pfanne geben, mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen und ca. 30min bei wenig bis mittlerer Hitze braten bis sie weich und süß sind. Währenddessen den Grünkohl von den harten Stielen zupfen und kurz in kochendem Wasser blanchieren.
Den Grünkohl zu den Zwiebeln geben und ca 5min mitbraten. In einer Schüssel die Grünkohl-Zwiebel-Mischung mit dem Reis und 100g Emmentaler mischen. Mit Salz und Pfeffer nicht zu würzig abschmecken -da kommt ja noch Brühe dazu.
Eine große Auflaufform buttern und die Wildreismischung einfüllen. Die Brühe dazugeben. Den übrigen Käse darüberstreuen, die Semmelbrösel mit 1EL geschmolzener Butter mischen und über den Käse geben.
Im Ofen ca. 35min backen bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook (Deb Perelman)

Alte Liebe: Kürbisrisotto mit Radicchio

Was ist nur passiert? Nach dem 2015er Kürbisexzess gab es 2016 kein einziges neues Kürbisrezept im Herbst! Zur Freude meiner Geschwister habe ich in den Herbstmonat nicht so viel Zeit daheim verbracht und folglich wurden sie -diese Kürbisskeptiker- nicht von meiner Experimentierlust terrorisiert. Ganz drumrum kamen sie aber auch nicht und dieses Risotto kam nicht mal sooo schlecht an. Nur am Gorgonzola wurde rumgemeckert 🙂

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Aber ich kann mich nicht beschweren: beide haben schon alleine überleben müssen und saßen an genügend anderen Tischen um die ein oder andere Pseudo-Intoleranz abzulegen. Und ein bisschen was darf man sich ja behalten. Für mich hingegen ist dieses Risotto eine alte Liebe: es war eines der ersten Rezepte, die ich aus „Reisehunger“ nachgekocht habe, zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht einmal selbst dieses Buch hatte. Gut, dass es Foodblogger wie Micha gibt, die in einem Rutsch das ein oder andere Rezept vorstellen und mich zum Nachkochen animieren. Oft werde ich erst durch Rezepte bei anderen Bloggern auf manches Schätzchen aufmerksam, das ich beim Blättern in meinen Kochbüchern übersehen hatte.

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Seit dieser Entdeckung gab es dieses Risotto immer wieder. Mir gefällt hier besonders, dass der Hokkaido teilweise zerfällt und dem Essen eine schöne Farbe gibt. Dafür nehm ich dann auch das lange Schnippeln in Kauf. Ein echtes Soulfood und eine kulinarische Wärmflasche bei diesen Temperaturen ist so ein Risotto – wer noch mehr Inspiration als Alternative zu Eintöpfen braucht, die auch gut bei der Kälte passen, kann einfach hier unter der Kategorie Risotto suchen.
In diesem Sinne: das Warten hat sich hoffentlich für euch gelohnt -meine Liebe für Kürbis und fürs Risotto sowieso ist dadurch nicht abgeschwächt 🙂

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Zutaten für 4 Personen:
2 Schalotten
1 kleiner Radicchio
350g Hokkaido-Kürbis
1-1,25l Hühnerbrühe
2 EL Butter
250g Risottoreis
25g frisch geriebener Parmesan
150g Gorgonzola dolce
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Äußere Blätter des Radicchio und den Strunk entfernen, Radicchio vierteln und in dünne Streifen schneiden. Hokkaido waschen und entkernen, dann zuerst in dünne Spalten, anschließend in ca. 1cm kleine Würfel schneiden. Die Hühnerbrühe erhitzen und heiß halten.
Die Butter in einem großen Topf schmelzen und aufschäumen lassen. Darin die Schalotten glasig andünsten. Den Risottoreis dazugeben und unter Rühren mitdünsten, bis auch dieser glasig ist (weder Schalotten noch Reis sollen dabei Farbe annehmen).
Die Kürbiswürfel in den Topf geben und mit 2-3 Schöpfkellen heißer Brühe ablöschen. Den Risotto bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt, und schöpfkellenweise weitere Brühe dazugeben, sobald der Reis die Flüssigkeit im Topf aufgenommen hat.
Nach 15-18min die Radicchiostreifen unter den Reis rühen. Den Risotto probieren, die Reiskörner sollten noch einen leichten Biss haben. Dann den Parmesan und den Gorgonzola untermengen und den Risotto noch 1-2min auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Quelle: Reisehunger. Die besten Rezepte zwischen USA & Singapur (Nicole Stich)

Wieder da: Tomaten-Aprikosen-Salat

Ein paar Tage Ruhe auf dem Blog bedeuten meistens, dass es im realen Leben besonders viel zu tun gibt, weswegen entweder keine Treffen vom Vater und mir stattfinden und wir vor leeren Tellern sitzen (metaphorisch gesprochen 😉 ) und euch nichts Neues präsentieren können. Oder aber es gibt noch tolle Bilder und leckere Rezepte, aber die Zeit zum Schreiben fehlt.

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So war es bei mir – während sämtliche schon im Urlaub oder sogar schon wieder davon zurück sind, im Radio von nichts anderem die Rede als Chillen und frei haben war, Tübingen von Studenten verlassen war, da saßen noch ein paar wenige Examis in der Bib oder in ihren Studentzimmern und schotteten sich gegenüber der Sonne und dem freien Leben ab. Tragisch, sag ich euch! Und echt anstrengend, wenn alle anderen irgendwie frei haben, nur man selber nicht! Seit Donnerstag liegt zumindest mal der schriftliche Teil des Examens hinter mir und ich gönne mir ein paar freie Tage bevor die Lernerei fürs mündliche losgeht.

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Wieder da bin also nicht nur ich, sondern auch Tomaten und Steinobst! Kirschen gab es ja schon, Tomaten kamen auch schon vor -alle regional auf dem Markt gekauft, aber so richtig, richtig Sommer ist für mich erst, wenn die Tomatensträucher im Garten meiner Eltern selber kleine rote Perlen bereithalten! Es gibt kaum was Besseres als diese kleinen Cocktailtomaten, die beim Draufbeißen so herrlich süß im Mund zerplatzen. So schmeckt der Sommer! Die Aprikosen kitzeln die Süße noch etwas mehr raus, der Feta würzt wunderbar salzig und die Schärfe kann jeder nach eigenem Belieben variieren. Einfach lecker und schnell gemacht – den gab es schon einige Male. Greift zu und esst mindestens genau so viele Kilo Tomaten wie ihr Spargel gegessen habt! Die Saison ist auch nicht viel länger…auch wenn die Supermärkte uns das ganzjährig anders präsentieren.

Blog-Event CXXII - Steinobst…wie ich erfreut feststelle, kommt der Beitrag noch rechtzeitig um endlich, endlich mal wieder an einem Blogevent bei der lieben Zorra teilzunehmen. Veranstaltet wird das Event rund um Steinobst von The Apricot Lady Christina. Was könnte da besser passen als dieser Salat?

Zutaten (für 2 Personen):
je 200g gelbe und rote Kirschtomaten
250g reife Aprikosen
200g Fetakäse
6 Stängel Basilikum
1/2 Bund glatte Petersilie
20g flüssiger Honig
1 Tl Sambal Oelek
2 TL Sherryessig
Salz, Pfeffer
2 El (Traubenkern)Öl

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Zubereitung:
Die Tomaten waschen und je nach Größe halbieren oder viertel. Die Aprikosen waschen, halbieren, entkernen und in schmale Spalten schneiden. Mit den Tomaten mischen. Den Feta trocken tupfen, einmal quer halbieren und nach Belieben zerbrökeln oder in ca. 1cm große Würfel schneiden. Vorsichtig unter die Tomaten und Aprikosen mischen. (Aus ästhetischen Gründen hab ich das Mischen von Salat und Feta erst nach dem Fotografieren vorgenommen. Dressing war da aber schon drin 😉 )
Für das Dressing Honig mit samal Oelek, Essig, Salz und Pfeffer verrühren und nach und nach das Öl unterschlagen. Den Tomatensalat mit dem Dressing mischen und ca. 15min ziehen lassen.
Inzwischen das Basilikum und die Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blättchen grob hacken. Kurz vor dem Servieren unter den Salat heben, bzw. den Salat damit garnieren.

Quelle: Salate zum Sattessen (Bettina Matthaei)