Happy Hour²: Winter Daiquiri & Fireside

Heute werdet ihr gleich mit zwei Rezepten beglückt – den Drink zum Start ins Wochenende ziehen wir einfach mal vor, für mich beginnt heute nämlich nach nem Umtrunk mit den Kollegen der Weihnachtsurlaub. Juhuuuu! Auch wenn ich bei diesem traditionellen Umtrunk zum Jahresende noch nie dabei war, wird der vermutlich eher alkoholfrei ausfallen… Alternativen mit Schwipps hab ich dann hier.

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Eigentlich echt ne Schande, dass ich die Rezepte euch so lange vorenthalten habe. Sind die Bilder nicht wieder der Hammer? Großes Lob an den Papa, der unermüdlich auch diese Drinks in Szene gesetzt hat. Und somit hab ich auch schon die Überleitung: es geht heim! ENDLICH MAL WIEDER! Das letzte Mal war ich zum Geburtstag meines Bruders Mitte November daheim, für 24h und noch mit Arbeit, die von der Woche übrig geblieben war und erledigt werden musste. Es hat damals gut getan, die Familie wiederzusehen und gleichzeitig war ich nur halb da. Die andere Hälfte hing am Job fest.

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Das ist vielleicht normal im ersten richtigen Arbeitslebenjahr und ganz ehrlich: ich hab die tollste Arbeitsstelle der Welt und wünsche mich nirgendwo anders hin. Und so blöd es klingt: ich freue mich schon auf den 9. Januar, wenn es weitergeht und dennoch bin ich einfach nur erleichtert, dass ich jetzt ein paar Tage sagen kann: „DAS WAR’S!“ und mit Mama in der Küche stehen und über Kochbücher philosophieren kann. Mit meiner Schwester über die Haare schimpfen kann, die an Weihnachten natürlich prompt wieder nicht die Frisur formen, die man sich erträumt hat. Mir von meinem Bruder den neuen Star – Wars – Film erklären lassen und den ein oder anderen Film mit ihm glotzen. Und mit meinem Vater die ein oder andere Flasche Wein aufmachen und evtl. ein paar Fotos für den Blog machen. Vielleicht, wenn es sich anbietet, aber nur dann. Lieber warm essen, mit der Familie am Tisch sitzen und ganz da sein – für mehr als nur 24h.
Ich weiß nicht, ob ich die Tage bloggen werde, vielleicht, wenn es sich anbietet, aber nur dann. Klickt euch ansonsten durch das Archiv der Wintermonate, da findet ihr jede Menge Ideen. Ich freu mich einfach nur – „Driving home for christmas“, es gibt kaum ein Gedanke und Gefühl, das seit sehr langer Zeit so viel Vorfreude hervorruft 🙂

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Und weil mein Vater damals zwar wunderbar die Drinks fotografiert hat, aber als Fahrer nichts trinken durfte, wird evtl. auch erstmal mit diesen Cocktails angestoßen. Die Drinks so einfach gemacht, dass es die inzwischen schon einige Male gab. Der Winter Daiquiri ist fruchtig – süß während der Fireside herb ist und sich gut als Aperitiv eignet. Vielleicht braucht ihr ja noch was um Alkholvorräte aufzubrauchen oder um entspannt in die Weihnachtstage zu starten. Ihr könnt die Früchte auch schon ein paar Stunden vorher auspressen und wenn die Gäste kommen, dann einfach nur noch kurz alles mischen und gut ist.
Falls wir uns erst nach Weihnachten wiederlesen: gesegnetes Fest euch! Danke für all eure Kommentare, Likes und Nachrichten dieses Jahr – ihr bereitet diesem kleinen Familienblog sehr viel Freude 🙂

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Zutaten für 1 Glas Winter Daiquiri:
50ml Rum
50ml Mandarinensaft (frisch gepresst)
1 TL Ahornsirup
1 Zimtstange (oder eine Prise Zimt)

Zubereitung:
Eine Cocktailschale ins Gefrierfach geben. Für den Mandarinensaft 1-2 Mandarinen auspressen – falls ihr mehr als 50ml Saft erhaltet, könnt ihr ruhig alles verwenden und die Rummenge anpassen 🙂 Alle Zutaten in einen Cocktailshaker geben, mit einigen Eiswürfeln auffüllen und kräftig shaken. Das Glas aus der Gefriere holen, den Daiquiri durch ein Sieb ins Glas abgießen und genießen!

Quelle: Jamie’s Winter Daiquiri

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Zutaten für 1 Glas Fireside:
10ml Ahornsirup
1 Prise Salz
1 Zweig Rosmarin
40ml Wodka
60ml Grapefruitsaft (frisch gepresst)

Zubereitung:
In einem Shaker den Ahornsiurp, die Hälfe der Rosmarinnadeln und das Salz geben. Mit einem dicken Kochlöffelstiel die Rosmarinnadeln andrücken, damit man die Kräuteraromen schmeckt. Dann mit Wodka und Grapefruitsaft auffüllen. Eiswürfel zugeben und alles kräftig shaken. Durch ein Sieb den Drink in einen mit Eiswürfeln gefüllten Whisky Tumbler (kleines Glas) abgießen. Mit dem verbleibenden Rosmarinzweig dekorieren, fertig!

Quelle: Jamie Oliver – Drinks

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Happy Hour: New York Sour

Endlich mal wieder eine Happy Hour auf dem Blog 🙂 Im wirklichen Leben kann ich mir kaum was Besseres vorstellen als am Freitagabend das Wochenende mit einem Drink einzuläuten. Dann noch zu wissen, dass man am nächsten Tag ausschlafen kann, herrlich! Der Alkoholkonsum ist also eeeetwas höher als der Blog suggeriert.

In Wirklichkeit ist es allerdings auch so, dass es sehr selten aufwändige Drinks gibt, sondern meistens lediglich n sehr guten Gin Tonic oder n Glas Wein. Dabei lohnt es sich einfach, mal was anderes auszuprobieren. Der New York Sour besticht durch den Shrub. Den was??? Joa, kannte ich bis zum Sommer auch nicht, aber ein Shrub ist ein Fruchtsirup, der mit Essig hergestellt wird. Wem sich bei der Vorstellung, Essig zu trinken, alles zusammenzieht, den kann ich beruhigen: der Zucker gleicht das aus und es bleibt ein angenehm frischer Geschmack.

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Positiver Nebeneffekt: es gibt Apfelkuchen. Oder Apfelmus. Oder sonst irgendwas mit Apfel – denn für den Shrub braucht man hauptsächlich die Schalen. Meinen hab ich tatsächlich nur mit Schalen angesetzt – ohne den 1/2 cm Fruchtfleisch wie es im Rezept empfohlen wird. Und wow! Selten hatte ich so einen tollen Apfelgeschmack! Hätte ich den in ner Bar getrunken, hätte ich vermutet, dass da künstliche Geschmacksverstärker zum Einsatz kamen. Bin wirklich begeistert, dass die Schalen nicht in den Kompost wandern müssen, sondern eine zweite Bestimmung finden.

Und selbst wenn ihr keine Cocktailsüffler seid, macht den Shrub: ich hab den einfach mit Mineralwasser aufgefüllt und so getrunken, sehr gute Erfrischung! Ich hoffe, ihr werdet neugierig und probiert den Drink aus … zwei kleine Hinweise zum Schluss: der Shrub muss ein paar Tage ziehen bevor er getrunken werden kann. Und wenn ihr den Drink macht, verwendet weniger als auf den Bildern. So was entsteht halt, wenn der Vater noch nicht oft genug abgedrückt hat und einen auffordert, weiter den Shrub ins Glas zu gießen… seuftz, einmal mit Profis arbeiten 😛

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Apple Shrub:
6 Äpfel (Gala, Braeburn wird empfohlen)
450g weißer Zucker
350ml weißer Balsamicoessig

Die Äpfel schälen, dabei gut 1/2 cm Fruchtfleisch an der Schale lassen. Die Apfelschalen mit dem Zucker in einer Schüssel wenden. Luftdicht verschlossen 3 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Nach drei Tagen in einem kleinen Topf den Essig mit 110ml Wasser mischen und zum Kochen bringen. Die heiße Flüssigkeit über die Apfelschalen mit dem Zucker gießen. Die Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Das Gefäß zugedeckt bei Zimmertemperatur 2 Tage stehen lassen. Die Mischung schütteln, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Dann durch ein Spitzsieb gießen und die Flüssigkeit auffangen.

Zuckersirup:
100g Zucker
100ml Wasser

In einem kleinen Topf Zucker und Wasser bei mittlerer Hitze verrühren bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Vom Herd nehmen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Zum Fertigstellen für VIER Drinks:
240ml Apfelbrand (Calvados)
100ml Zitronensaft
4 Eiweiß

Für jeden Drink im Cocktail-Shaker jeweils 60ml Apfelbrand mit 25ml Zitronensaft, 25ml Zuckersirup und 1 Eiweiß mischen. Eis hinzufügen und schütteln. In ein Cocktailglas abseihen und langsam 15g Apple Shrub auf den Drink geben.

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…cheers! Habt ein schönes Wochenende 🙂

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Happy Hour: Fruchtige Rosé Sangria

Ich würde euch ja zuuuuu gerne eine legendäre Familiengeschichte erzählen, die von einem Wochenende in Speyer und einen Waldbeerensecco handelt. Das Wochenende hat letztes Jahr stattgefunden und der Waldbeerensecco wurde von der besten Mutter überhaupt getrunken. Vermutlich wäre die Geschichte für euch gar nicht so lustig, aber das werden wir nie erfahren, weil manches dann doch besser privat bleibt.

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Erzähle ich euch also lieber was zu diesem fruchtigen Rosé-Sangria. Die habt ihr meiner Schwester zu verdanken (siehe letzten Blogbeitrag ;-)) Am vergangenen Freitag saßen wir zusammen, was selten genug vorkommt. Und sie erzählt mir munter, dass der diesjährige Sommertrend schlechthin ja Bowle sei und sie sooo gerne jetzt eine trinken würde. Also hat sie mal ein Rezept gesucht und ich hab nebenher den Keller nach Zutaten durchsucht und ZACK, standen wir in der Küche und zerkleinerten mit kindischem Gekicher die Wassermelone. Verrückt, was sich in der Vorratskammer meiner Mutter an Ausstecherformen findet und so kann diese Bowle in unserem Fall Spuren von Tier enthalten 🙂

Und was soll ich sagen: lecker diese Bowle! Das Auffüllen mit Sekt ist eindeutig ein Gewinn, dadurch wird die Süße gemildert, das Ganze etwas spritziger und hicks, der Alkoholpegel steigt ein wenig. Deswegen bitte, bitte nicht als Durstlöscher verwenden! Sollte eigentlich klar sein, aber bei den Temperaturen ist zusätzlich Wasser zur Bowle obligatorisch!

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Sehr guter Sommertrend, dieser Rosé Sangria 🙂 Ich hoff, ihr lasst sie euch auch draußen im Grünen in lieber Gesellschaft schmecken. Habt einen schönen Sommerabend!

Zutaten für 4 Personen:
1 Flasche trockener Roséwein
3 EL Triple Sec (ich: 6EL)
3 EL Agavensirup
125g Himbeeren (ich: ein paar Blaubeeren)
60g Erdbeeren
80g Wassermelone
1/2 Pfirsich
1 Limette (ich: Zitrone)
400ml trockener Sekt
Eiswürfel zum Servieren

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Zubereitung:
Wassermelone würfeln oder ausstechen. Pfirsich, Erdbeeren und eine Hälfte der Zitrone in dünne Scheiben schneiden. Roséwein, Triple Sec und Agavensirup in einer Bowleschüssel oder einem Krug mischen. Die verbleibende Zitronenhälfte auspressen und den Saft zur Weinmischung geben.
Früchte hinzufügen, vorsichtig ummischen und im Kühlschrank 3-4h durchziehen lassen. Kürzer reicht auch 🙂 Zum Servieren in ein Glas mit Eiswürfeln geben und mit Sekt auffüllen.

Quelle: Springlane

 

Weihnachtsaperitif: Schiefe Madonna

Liebe Promijäger, liebe Kunstinteressierte, liebe Katholiken!
Nein, hier geht es nicht um die Queen of Pop, Gemälde oder Skulpturen. Wenn euch eure Googlesuche auf unsere Seite geleitet hat, sorry. Nehmt euch n Drink und entspannt euch. Es ist Alkohol drin, aber Madonna hat sich meines Wissens nicht damit in Schieflage getrunken 😉

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Warum dann dieser Name? Die Autoren erklären es damit, dass sie das Bild einer schief hängenden, züchtig bekleideten Madonna in einer nicht ganz so braven Cocktailbar zu diesem Drink inspiriert hat. So ganz süß und unschuldig wie der daherkommt, ist er nämlich nicht. Der Gewürzorangensaft kommt mit Chili und Sternanis unerwartet kräftig daher…okay, daran hat auch so ein bisschen der Cointreau Anteil. Um auf Weihnachten und das Zusammensein anzustoßen, wird der Orangensaft mit Prosecco aufgefüllt.

Ein toller Drink für alle, die (wie ich) nicht ganz soooo auf Glühwein stehen. Eine Tasse ist ja mal okay, aber meistens ist mir das, was ich da kriege, viel zu süß. Es gehört schon zur Adventszeit, mir würde ohne Glühwein definitiv was fehlen, allerdings brauch ich das nicht wöchentlich. Außerdem lässt sich damit nicht ganz so gut die Gäste willkommen heißen, wenn es in der Wohnung sowieso warm ist.

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Wer Glück hat, erwischt schon die ersten Blutorangen. Ansonsten kann auch ein Saft aus dem Supermarkt verwendet werden, aber bitte achtet drauf, dass nur der Saft und sonst nichts enthalten ist. Laut Rezept soll man die Gewürze über Nacht ziehen lassen… je nachdem, wie lang eure Nächte sind und wie intensiv ihr die Gewürze haben wollt, empfehle ich euch, schon nach 6h mal zu probieren und dann evt. schon den Saft abzugießen. Ansonsten steht einem weihnachtlichen Einstieg an Heiligabend nichts mehr im Weg 🙂

Zutaten für 8-10 Cocktails
1 Flasche Prosecco
300ml Blutorangensaft (frisch gepresst oder Produkt aus dem Handel)
3 Streifen Bio-Orangenschale (je ca 8cm lang)
5 EL Gran Marnier, Cointreau oder Weinbrand
1 kleine getrocknete rote Chilischote
5 cm Zimtstange
1 Sternanis
3 Kardamomkapseln, leicht zerstoßen
Zum Servieren: Eiswürfel, Sternanis, Zimtstange, Orangenscheibe

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Zubereitung:
Alle Zutaten bis auf den Prosecco mit 200ml Wasser in einem mittelgroßen Topf vermengen und zum Kochen bringen. Einige Minuten köcheln lassen und die Gewürze mit einem Kochlöffel behutsam zerdrücken. Vom Herd nehmen und nach dem Abkühlen zugedeckt über Nacht kalt stellen. (Anmerkung: ich würde das Durchziehen das nächste Mal auf ca. 6h verkürzen, mir war der Gewürzgeschmack etwas zu stark)
Den gewürzten Orangensaft durch ein Sieb in einen Krug gießen und wieder kalt stellen. Sobald serviert werden soll, jeweils ca 50ml gewürzten Orangensaft über einige Eiswürfel in Sekt oder Cocktailgläser gießen und mit Prosecco auffüllen. Nach Belieben mit Sternanis, Zimtstangen, Orangenscheiben garnieren und servieren.

Quelle: Rom. Die besten Rezepte aus der ewigen Stadt (Katie und Giancarlo Caldesi)

Zu Gast auf dem 7. Schwäbischen Whisky Tag

Nach einem herrlichen Spätsommer ziehen ausgerechnet am Samstag, 1. Oktober deutlich mehr Wolken am Himmel über Tübingen vorbei. Die Temperaturen verlangen auch nach einer Jacke und für den Nachmittag ist Regen angekündigt. Ohne jemals in Schottland gewesen zu sein, denke ich mir, dass allein das Wetter schon zu meiner Vorstellung von Whisky passt: eine Brennerei irgendwo in einer schroffen Landschaft, Wind und Wetter, das eher Outdoorkleidung als die neuste Sommerkollektion erfordert, dazu kostbare Flüssigkeit, die mit viel Leidenschaft gebrannt wurde.

Diese Vorstellung passt allerdings nicht nur auf Schottland, sondern auch auf die Schwäbische Alb! Im Rahmen des Tübinger Regionalmarktes fand nun schon zum siebten Mal der Schwäbische Whisky Tag statt, auf dem dieses Jahr 16 Whisky-Destillen zu Gast waren. Ein paar davon können wir euch heute vorstellen, alle leider nicht, das wäre kein verantwortliches Trinken mehr gewesen 😉

Die ersten Eindrücke sammeln wir bei der Waldhornbrennerei aus Berglen. Ihren Schwäbischen Single Malt Whisky gibt es noch relativ neu: seit 2013 erweitert er die große Produktpalette. Benannt ist er nach dem Buchenbachtal, wobei „Glen“ aus dem Gälischen kommt und „Tal“ bedeutet. Schon im Geruch merkt man die Lagerung in Sherryfässern, die sich natürlich auch geschmacklich bemerkbar macht. Ein schöner Einstig!

Von dieser kleinen Destillerie geht es zum größten deutschen Whiskyproduzent: die Finch Whisky Destillerie aus Nellingen. Jährlich stellt die Brennerei eine viertelmillionen Liter Alkohol her, circa 1000 Fässer werden zum Reifen abgefüllt. Hans-Gerhard Fink, der Chef der Brennerei, steht persönlich am Stand zum Ausschank und Schwätzen bereit. Lächelnd erzählt er, wie er einmal einem Freund in den Streuobstwiesen beim Beschneiden der Bäume half und ihm das so gar keinen Spaß machte. Er bräuchte immer eine große Maschine für seine Arbeit: auf 400 ha baut er das Getreide für seinen Whisky selbst an. Für den Finch Whisky wird also vom Anbau bis zur Abfüllung alles von einer Hand gemacht, viel Aufwand, aber auch ein sehr stimmiges Ergebnis. Hans-Gerhard Fink plant für die nächsten Jahre den Vertrieb seines Whiskys im asiatischen Raum und eine Whiskyerlebniswelt bei ihm in Nellingen, wo man die komplexe Herstellung des Whiskys kennenlernen kann.

Einen schwäbischen Whisky, den wir schon länger auf dem Schirm hatten, aber noch nie probieren konnten, stammt von der Destillerie Volker Theurer in Unterjesingen -einem Städtle neben Tübingen, durch das wir schon das ein oder andere Mal durchgefahren sind und jedes Mal beim Gasthof Lamm die Fässer liegen sahen. Jetzt beim Whisky Tag war endlich Gelegenheit dazu 🙂 Schon seit 1989 wird hier Whisky gebrannt, wobei sich auch diverse andere Brände und Liköre im Programm befinden (sogar ein Brezelgeist wird gebrannt!) Der erste Whisky war mehr ein Zufallsprodukt, das aus Mangel an Lagerfläche in Fässer gefüllt wurde. Inzwischen erfolgt die Auswahl der Zutaten und die Herstellung wesentlich sorgfältiger: die Rohstoffe wie Roggen und Weizen kommen aus dem Ammertal, also der unmittelbaren Nachbarschaft.

Den wahrscheinlich außergewöhnlichsten Whisky auf dem Markt bekommen wir bei der Kleinbrennerei Fitzke aus Herbolzheim-Broggingen. „Aus Grünkern?“, der Freund schaut entsetzt: „Danach dann noch einen Tofuburger oder was?“ Sehr skeptisch betrachtet er, was ihm da ins Glas gefüllt wird. Nach ausgiebigem Schnüffeln und dem ersten Schluck kommt dann aber die große Überraschung. Das schmeckt! Und zwar wie gut! Lange unterhalten wir uns mit Edith Fitzke, die uns viel über das Brennen erzählt. Die Brennerei kam von ihrer Seite her in die Familie; es sei immer schon die Aufgabe der Frauen gewesen, Obstbrände und Liköre herzustellen, weil dieser Vorgang gleichbleibende Hitze erfordert, was die Männer, die zum Schaffen dann wieder weg mussten, nicht so überwachen hätten können. Traditionell kommen sie vom Obstbrand und haben schon immer sehr sortenrein und aromaschonend gebrannt.
Diese Technik verwenden sie auch für ihre Whiskys: ihre Intention ist es, dass man das Aroma des Getreides noch schmecken soll. Statt aus dem Fass kommen bei ihren Single Grains 70-80% des Geschmacks aus dem Getreide selbst. Im Gespräch mit dem Ehepaar Fitzke merkt man die Leidenschaft und den großen Spaß am Brennen, die es ihnen mehr als authentisch gelingt zu vermitteln. Woran wir das auch im Nachhinein merken? Es sind kaum Fotos entstanden, weil wir alle so zugehört haben…sorry! Ihr müsst es uns einfach glauben, dass dieser Whisky, der eben nicht so typisch schmeckt, meine begleitenden Männer am meisten fasziniert hat. Mein Vater meinte, dass er den Grünkernwhisky sofort wieder trinken würde und ich muss unbedingt mal die Obstbrände von den Fitzkes probieren! Vielen Dank Ihnen beiden nochmal für das Gespräch!

Leidenschaft und Überzeugung vom eigenen Produkt, die im wahrsten Worte unter die Haut geht, trifft man auch bei AltEnderle.Schon seit 1750 befand sich das Brennrecht in der Familie von Joachim Alt, der sich 1987 aber mit einer eigenen Brennerei von den Familientraditionen löste. Der Schritt zur Whiskyproduktion erfolgte zufällig: mit dem Plan Genever herzustellen arbeitete er mit Getreide, füllte das ganze in Fässer ab…und vergaß sie vor lauter Arbeit in der Gastronomie. Immer wieder regte Joachim Alt sich über die unnützen Fässer auf und schaffte es nach drei Jahren schließlich das Zollamt darüber zu informieren, dass er diese Fässer mit Alkohol nun gerne vernichten wolle. Damit wäre ja nichts mehr anzufangen. Von wegen! Der Zollbeamte machte ihn darauf aufmerksam, dass sich nun vermutlich statt Genever Whisky in den Fässern befinden würde und so nahm die Geschichte seinen Lauf.
Ja, heute sei alles ein bisschen anders mit dem Whisky wie damals als er angefangen hätte, meint er. Damals hätte er alte gebrauchte Holzfässer für seinen Whisky geschenkt bekommen und wäre mit ein paar Flaschen Wein bezahlt worden, weil niemand etwas damit anfangen konnte. Heute zahlt man gleich mal 2000€ für ein 30 Jahre altes Sherryfass! Beeindruckend fand ich auch, dass AltEnderle von Joachim Alt und seinem Geschäftspartner lediglich zu zweit hergestellt und vertrieben wird! Gemeinsam verarbeiten sie 300t Rohware pro Jahr. Respekt!

Nach  vielen Gesprächen fällt auf, dass viele der Brenner ursprünglich von den Obstbränden her kommen. Oft war die Verarbeitung der Früchte von den Streuobstwiesen schon lange Familientradition. Zum Whisky kamen die einen aus purem Zufall oder reiner Neugier, wie die Destillation von Getreide denn gelingen würde. Die anderen wagten den Einstieg in die Whiskyproduktion deutlich bewusster und mit mehr Zielen vor Augen. Auch geschmacklich hat sich der Schwäbische Whisky in den Jahren entwickelt. Der Freund war anfangs sehr skeptisch, musste dann aber zugeben, dass es durchaus sehr gute Whiskys aus dem Ländle gibt, die durchaus anders als die aus Schottland sind, aber das muss ja nichts Schlechtes sein 😉

Ihr habt gemerkt, dass die Vielfalt an Schwäbischem Whisky sehr, sehr groß ist! Tatsächlich ist die Anzahl der deutschen Whiskybrenner höher als die der in Schottland! Klar, die Menge an produziertem Alkohol ist kleiner, aber eine große Vielfalt ist gegeben. Ich fand diesen Nachmittag unglaublich spannend und es hat mich wieder mal begeistert, was es an Kreativität in diesem Bereich gibt. Allein die Flaschengestaltung macht einen doch neugierig auf so manchen Inhalt. Auch die verschiedenen Geschichten, wer wie zum Whisky kam, welche Philosophie dahinter steckt und auch wie viel man schaffen (und warten) muss bis es dann mal einen Whisky gibt, haben mich überrascht und sehr neugierig gemacht. Wer sich (wie ich) nicht nur für Whisky interessiert, der findet bei allen Brennern noch eine große Auswahl an Obstschnäpsen, Gins und Likören, die bestimmt auch eine Kostprobe wert sind.

Vielen Dank an Angela Weis, die schwäbische Whiskybotschafterin und der Silberburg am Markt, auf deren Einladung wir den 7. Schwäbischen Whiskytag besuchen und verkosten durften. Vielen Dank auch an Petra Milde, die ihr vom Burns-Supper kennt und die uns ebenso nett umsorgt hat 🙂

Im Bücherregal: Die 100 schnellsten Cocktails der Welt von Franz Brandl

Heute am Vize-Freitag kann man ja durchaus schon mal ans Wochenende denken, oder? Zum Wochenende gehört für mich auch gerne mal ein Drink, nichts zu Süßes, auf Fruchtsäfte kann ich gerne verzichten, es darf gerne etwas Herber sein und vor allem nicht zu kompliziert. Ein paar einfache Möglichkeiten hab ich euch ja schon immer wieder in der Happy Hour vorgestellt, aber so viele verschiedene Getränke hab ich nicht in meinem Repertoire. Das liegt vor allem daran, dass ich meine Auswahl an hochwertigen Alkholika nicht sehr groß ist. Aber immer nur einen Gin Tonic oder einen Pimms Nr 1 trinken? Das wird auf Dauer auch irgendwann langweilig.

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Umso besser, dass beim Bassermann-Verlag das kleine, feine Buch „Die 100 schnellsten Cocktails der Welt“ von Franz Brandl erschienen ist. Darin werden Drinks vorgestellt, die lediglich zwei oder drei Zutaten benötigen, die man in jeden gut sortierten Getränkemarkt erhält. Genau richtig für mich! In seiner Einleitung klärt Franz Brandl auf, dass drei Zutaten nicht zu wenig sind, denn man versucht, „durch das Zusammenfügen mehrerer Komponente, das Optimum an Geschmack herauszuholen.“ Die Kapitel konzentrierern sich immer auf eine Hauptspirituose, die zu Beginn kurz vorgestellt wird. So lernt man kurz die jeweilige Herkunft des Alkohols kennen und Unterschiede der verschiedenen Sorten werden erläutert. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Originaltequila aus der Gegend einer Stadt kommt, die auch noch Tequila heißt? Oder dass Gin ursprünglich in Holland als Genever entwickelt wurde? Zusätzlich zu diesen unterhaltsamen Fakten rund um Spirituosen werden auch jeweils bestimmte Hersteller vorgestellt. Warum ausgerechnet diese eine Marke vorgestellt wird und nicht eine andere wird mir aber nicht deutlich. Vielleicht handelt es sich jeweils um die Hersteller, die den meisten Alkohol dieser Sorte verkaufen?

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Das wichtigste sind jedoch die Rezepte und die werden schnörkellos präsentiert: wie schon erwähnt, sind nur wenige Zutaten vonnöten und die Zubereitungsschritte sind einfach zu verstehen. Ich bin ja wirklich ungeübt, was das Mixen und Shaken angeht, aber ich hab mich munter drangemacht und verschiedene Drinks ausprobiert. Geschmeckt haben alle 🙂 Wer jedoch auf ausführliche Erklärung setzt, was ein Tumbler ist oder was unter trockenen Eiswürfeln zu verstehen ist, wird enttäuscht. Mich persönlich hat das nicht gestört, sondern geradezu ermuntert, einfach mal auszuprobieren. Bei anderen Cocktailbüchern hat es mich schon eingeschüchtert, wenn zu Beginn seitenweise Einführungen standen. Ja, das Mixen ist nicht zu unterschätzen und vielleicht auch eine Wissenschaft für sich, aber wenn man sich erstmal langsam rantasten will, dann bieten die „100 schnellsten Cocktails der Welt“ einen guten Einstieg.

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Bei den Rezepten finden sich natürlich Klassiker wie Gin Tonic oder der Mojito. Zu vielen Drinks erfährt man in einer kleinen Anmerkung noch mehr zur Entstehungsgeschichte, Variationsmöglichkeiten oder man bekommt noch eine kleine Info, was unter dem Namen zu verstehen ist. Nochmal betonen will ich, dass es wirklich toll ist, welche Vielfalt an Drinks man mit nur wenigen Zutaten herstellen kann! Wenn ihr beispielsweise statt des Gins einen Tequila verwendet, wird aus der White Lady ein Margarita. Neben den Klassikern finden sich natürlich auch unbekanntere Drinks, die nicht weniger ansprechend aussehen. Nicht alle Cocktails sind mit Foto abgebildet, aber die gezeigten Getränke stehen sehr ansprechend leuchtend in einem schwarzen Umfeld und warten nur darauf getrunken zu werden. Wir haben uns mit unseren heutigen Bildern daran orientiert 😉
Wer also erste Schritte hinter der eigenen Bar machen will, findet hier bestimmt genügend Orientierung für alle Geschmäcker! Beispiel gefällig? Hier ist für euch die White Lady:

Zutaten:
4cl Gin2016.08.06_GinOrangeCocktail-9
2 cl Cointreau
2 cl Zitronensaft
2cl Orangensaft (hab ich noch hinzugefügt)
Zitronenschale zur Dekoration

Zubereitung:
Gin, Cointreau und Zitronensaft im Shaker mit Eiswürfeln kräftig schütteln und in eine Cocktailschale abgießen. Tipp: die Schale ein paar Minuten in die Gefriere stellen, damit alles schön kalt bleibt. Eine Zitronenschalenspirale als Garnitur dazugeben.

Quelle:
Franz Brandl: Die 100 schnellsten Cocktails der Welt
Bassermann Verlag
ISBN 978 380 943 6003
Preis: 7,99€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Happy Hour: Die Biere der Kraftbierwerkstatt

Nachdem wi2016.02.10_Kraftbierwerkstatt-49r euch am Montag schon das Team hinter den Bieren vorgestellt haben, stellen wir euch heute nun endlich die Kraftbiere selbst vor. Fangen wir zunächst einmal mit den äußeren Werten an: wie ich schon angedeutet hab, trinke ich gerne mal ein Craft Beer, greife da aber meistens zu schon bewährten Sachen. Als ich aber im Vinum Tübingen das Awesome Amber Ale im Regal stehen gesehen hab, musste ich es aus zwei Gründen sofort kaufen: zum einen stand als Info dabei, dass es aus Böblingen kommt -nur rund 25km von Tübingen entfernt. Und zum anderen spricht das Etikett ja schon für sich! Als visuell veranlagter Mensch werde ich schnell Verpackungsopfer – in diesem Fall zum Glück 🙂

Was den Geschmack der einzelnen Biere angeht, bin ich als Biertrinker-Anfängerin ziemlich die falsche um euch groß was zu erzählen. Aber ich geb mein Bestes mit der Unterstützung vom Mitesser, der sich da deutlich besser auskennt 😉 Vergebt mir, wenn ich mich vielleicht nicht mit dem richtigen Fachvokabular ausdrücke, aber vielleicht reizt das den ein oder anderen auch mal ein Bier auszuprobieren.
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Beginnen wir mit dem Triple Ale: die bernsteinfarbene Farbe gibt dem Bier seinen englischen Namen – Amber. Gebraut wurde es mit fünf Malz- und sieben Hopfensorten. Es hat einen Alkoholgehalt von 5,3%, 13% Stammwürze und 30 Bittereinheiten.
Vathana empfohl während des Trefffens, mit dem Trible A einmal eine Kürbissuppe abzulöschen. Das würde sehr gut passen. Ich merk mir das auf jeden Fall für den Herbst! Eine andere Möglichkeit, das Bier nicht nur zu trinken, sondern auch zu essen, zeige ich euch nächste Woche in Form eines Brotes.

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Das 663 ist ein Modern What Ale. Dieser Sorte war ich am skeptischsten gegenüber und wurde am freudigsten überrascht. Die sonst üblichen Weizenbiere schmecken mir nämlich so gar nicht. Und jetzt kommt da die Kraftbierwerkstatt und macht ein Bier, das schon an ein Weizen erinnert (entschuldigt den Vergleich, Oliver und Rasmus!), aber leichter ist, frischer, es hat leichte Zitrusaromen, die es dem Aromahopfen zu verdanken hat. Echt super!

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Mein persönlicher Favorit ist aber das Toxic Harvest Ale. Es hat einen Alkoholgehalt von 5,0%, 28 Bittereinheiten und 12% Stammwürze. Es schmeckt sehr frisch, spritzig und macht mir Vorfreude auf den Sommer. Keine Angst vor den Bittereinheiten, die schmecken im Abgang herb, was schön erfrischend ist. Der Freund musste mir den Großteil dieser Sorte überlassen 😉

Ich freu mich jedenfalls, dass ganz in der Nähe ein tolles Craft Beer gebraut wird! Vielleicht konnten wir euch darauf Lust machen, etwas Neues auszuprobieren. Die Verkaufsstellen sind auf der Homepage der Kraftbierwerkstatt aufgelistet.
Habt ihr noch Vorschläge für mich, welches Craft Beer es sich lohnt auszuprobieren?