Anfangszauber: Räucherlachsknödel auf Gurkennudeln

Neben zweifelhaften Jugendsünden bescherte mir mein erstes Studienjahr in Franken auch kulinarische Highlights, die mir vom Schwabenländle längst nicht so bekannt waren: Knödel! Ja klar, wusste ich, dass es die gab und ich hatte bestimmt auch schon mal welche irgendwo gegessen, aber diese Wichtigkeit von Knödeln in unterschiedlichster Form wurde mir erst in Bayern bewusst.

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Ein Freund erzählte, dass seine Oma sich anhand der Knödel an den Wochentagen orientiert: samstags wurden meistens die Knödel vorbereitete, damit es sonntags nach der Messe bald was zu essen gab und für montags gab es dann Reste. Problematisch wurde es, wenn aufgrund von Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten auf einmal häufiger Knödel auf dem Tisch standen…
Mit den „Kartoffelknödeln halb und halb“ konnte ich mich nie so ganz anfreunden, die waren mir irgendwie zu weich und geschmacklich langweilig (oje, ich sehe schon entsetzt meine bayrischen Freunde aufschreien). Aber die Serviettenknödel -oh yeah! Große Liebe!!!! Perfekt um Brot vom Vortag zu verwenden und einfach so gut um die Sauce aufzusaugen.

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Diese Räucherlachsknödel sind vermutlich eine eher modernere Version, etwas eleganter mit den Gurkennudeln und nicht so traditionell wie zu einem Braten. Trotzdem denke ich dabei immer an diese Anfangszeit, die mich nicht nur kulinarisch inspiriert hat, sondern die auch Freundschaften hervorgebracht hat, die bis heute halten. Ein super Studienstart, der vor zwei Wochen mit einem sagenhaften Examen gekrönt wurde 🙂 Darauf ein, zwei Knödelchen -große Empfehlung von meiner Seite. Eines der Rezepte, die ich schon so oft gemacht habe und fast auswendig kann. Die Masse wird einfach soooo flauschig! So mag ich Knödel! Jetzt geht es noch ein paar Tage nach Südtirol -mal schauen, was uns da für Knödelvariationen erwarten 😉
Wie sieht es bei euch aus? Esst und mögt ihr Knödel? Und wer von euch hätte den Wein noch aufgrund des Etiketts gekauft? Hihi, Verpackungsopfer…

Zutaten (für 4 Personen):
250g altbackene Brötchen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150g Räucherlachs
20g Butter
200ml Milch
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
2 Salatgurken
4 Stängel Dill
1 rote Zwiebel (weggelassen)
200g Saure Sahne
2 EL weißer Balsamicoessig
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer

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Zubereitung:
Die Brötchen fein würfeln und in eine große Schüssel geben. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln, ebenso den Räucherlachs. In einer Pfanne die Butter zerlassen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig andünsten. Die Milch dazugeben und 2min köcheln lassen, dann über die Brötchen gießen. Die Eier und den Lachs zugeben, würzen (vorsichtig mit dem Salz! Der Lachs hat schon einiges an Würze) und gut mischen. Circa 10min durchziehen lassen.
Ein nasses, aber gut ausgewrungenes Geschirrtuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten. Die Brötchenmasse darauf verteilen, dabei rechts und links einen gut 5cm breiten Rand lassen, damit man das Bonbon gut zubinden kann. Je nach Topfgröße besser zwei „Bonbons“ rollen, bei mir hat das nicht alles in eins gepasst.
Die Masse zu einer Rolle formen und straff, aber nicht zu fest in das Tuch wickeln. Die Enden mit Küchengarn zubinden. In einem ausreichend großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Das Knödelbonbon hineingeben und 30min im siedenden Wasser (es soll nicht sprudelnd kochen) gar ziehen lassen. Dann herausholen, auswickeln und mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden.
Für den Salat die Gurken schälen und mit dem Sparschäler in lange dünne Tagliatelle-artige Streifen schneiden -das sieht fürs Foto schön aus, aber ihr dürft natürlich auch ganz normale Gurkenscheiben raspeln 😉 Dill fein schneiden, ebenso falls ihr verwendet, die Zwiebel. Saure Sahne, Essig, Salz und Zucker gut mischen und dann unter die Gurken mischen. Mit den Serviettenknödeln servieren.

Quelle: Der Große Lafer (Johann Lafer)

Nichts wie raus: Griechischer Salat

Hach, Leute! Ist das ein Wetterchen! Wenn ich daran denke, dass ich letzte Woche noch bibbernd draußen stand und den Regen verflucht habe, kann ich es kaum fassen, dass es jetzt so toll ist 🙂 Schon morgens ist es (zumindest hier in Karlsruhe, wo ich gerade beim Mitesser bin) warm genug, dass man die Jacke getrost zuhause lassen kann und einfach gleich im T-Shirt vor die Tür geht.

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Die Pflänzchen dürfen draußen auf dem Balkon bleiben und wachsen hoffentlich wie der Rest der Natur auch stark vor sich hin, damit in ein paar Monaten dann Tomaten, Paprika und Salat geerntet werden kann. Im Vergleich zu dem, was mein Opa an Gartenland hatte und auch jetzt noch in Töpfen pflegt, ist es gerade lachhaft, was hier steht. Aber jeder fängt mal klein an 😉

Um jeden Sonnenstrahl auskosten zu können, zeig ich euch heute ein Mittag-oder Abendessen, das sich ideal einpacken lässt. Auch als Essen für die Mittagspause eignet sich das wunderbar. Also: nichts wie raus!!!! Der Sommer kommt 🙂
Eine Anmerkung noch: Jamie verwendet fettarmen Joghurt und nur sehr wenig Feta, damit der Salat möglichst wenig Kalorien hat und so in das Kapitel passt. Ich habe den Salat etwas freier zubereitet, sprich, mehr Feta und 3,5-Joghurt. Jeder so, wie er mag 😉

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Zutaten (für ein 1-Liter-Glas = eine Person):
75g Bulgur
2 Stängel Dill
3 gehäufte EL Joghurt
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1/2 Romanasalatherz
100g Hähnchenfleisch
1 Tomate (ich hab Cocktailtomaten genommen)
5cm Salatgurke
4 geviertelte Oliven (weg gelassen)
2 Stängel glatte Petersilie
15g Feta (öhm, jaaa… n bissele mehr)
1 TL geröstete Sesamsamen
1 Zitronenspalte

Zubereitung:
Den Bulgur nach Packungsanweisung garen und als unterste Schicht in das Glas geben. Den Joghurt mit Dill, Olivenöl, Salz und Pfeffer nach Geschmack verrühren und auf den Bulgur geben. Das Hähnchenfleisch in Streifen schneiden und in einer Pfanne anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und abkühlen lassen.
Den Salat, die Tomaten und die Gurke in mundgerechte Stücke schneiden und ins Glas schichten. Das Hähchenfleisch, die gehackte Petersilie, Feta und Sesamsamen dazugeben. An oberste Stelle kommt die Zitronenspalte, die erst zum Essen frisch drüber gedrückt wird. Das Glas verschließen, bis zum Ausflug im Kühlschrank aufbewahren.

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Quelle: James Superfood für jeden Tag.

Aus dem Vorratsschrank: Gurkensalat mit Ingwer

Ich glaube, in jeder Küche gibt es so ein paar Sachen, die einfach immer da sein müssen. Als Notfallsration. Als Lieblingsgewürz. Als „damit kann ich alles mögliche kochen“. Bei mir zählt Ingwer dazu. Mal kommt er in nen Smoothie, dann mal in den Tee oder zur Verfeinerung in einen Gemüsewok. Aber im Salat hatte ich den jetzt noch nie.
Mal wieder hat Ottolenghi mich überrascht. Statt einen klassischen Gurkensalat mit Joghurt und Dill zu machen, kam etwas ganz anderes auf den Tisch. Ein bisschen scharf, trotzdem leicht und frisch. Es ist ein richtiger Spontansalat, den es bei uns zu einem spontanen Grillen gab. Vor lauter Hunger haben wir gar nicht groß Bilder gemacht, sondern uns einfach fröhlich und vergnügt um den Tisch gesetzt und die Gemeinschaft genossen. Hier wird es jetzt für ein paar Tage ruhiger werden – ich verabschiede mich in den Urlaub (Portugal!!!) und melde mich mit sehr, sehr, sehr guten Rezepten, wenn ich wieder da bin (freut euch schon mal auf einen Brownie mit Oreosahne und Erdbeeren!). Vielleicht betätigt mein Vater sich als Vertretung, wenn er meine kurze und hochqualifizierte Einführung verstanden hat 😉

Zutaten (habe leider das Rezept nicht zur Hand, deswegen nur so ungefähr):
1 SalatgurkeFeatured image
1 Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 kleine rote Zwiebel
1 EL Sesam (ich: Sonnenblumen, Pinienkerne…)
2 EL Reisessig (ich: weißer Balsamico)
2 EL Rapsöl
Salz, Prise Zucker

Zubereitung:
Den Ingwer und den Knofi schälen und in einem Mörser zerstoßen. Die Zwiebel in dünne Ringe schneiden und zusammen mit dem Ingwer und Knoblauch in Essig und Öl ziehen lassen. Dadurch wird sie etwas milder.
In der Zwischenzeit die Gurke schälen, längs halbieren und grob entkernen. Dann in dünne Scheiben schneiden. Zur Zwiebelmischung in die Schüssel geben, die Kerne dazu, mit Salz und Zucker abschmecken und fertig!

Quelle: Genussvoll Vegetarisch von Yotam Ottolenghi

Happy Hour: Pimm’s N°1 Cup

Wenn es ums Bestellen von Essen und Getränken in Restaurants, Bars und Cafés geht, bin ich gut. Ich lag noch nie komplett daneben und oft ist es so, dass ich ganz subjektiv der Meinung bin, dass niemand am Tisch so etwas Gutes bestellt hat wie ich 😉 Featured image
Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Eine davon seht ihr hier: den Pimm’s N°1 Cup. Das erste Mal hatte den mein Freund, ich hatte mir einen Gin Tonic bestellt und nippte neugierig an seinem Glas. Und wow, war ich neidisch! Nichts gegen einen Gin Tonic, damit kann man relativ wenig falsch machen (vorausgesetzt man verwendet gutes Tonic Water), aber das was er hatte, war neu und sooo gut! Würzig und leicht scharf durch das Ginger Ale. Er machte mir eine sehr große Freude als er mir daheim den Cocktail nachmixte.

Ich koche für mein Leben gern, aber mit den Getränken hab ich es nicht so. Ja, ich konsumiere sie sehr gerne, aber weil mein Freund im Mixen gut ist und mich die Cocktails eines anderen Freundes für die billigen Drinks vieler Bars verdorben haben, war es noch nicht sooo notwendig selber an der Getränkefront aktiv zu werden. So ein bisschen was mach ich natürlich und deswegen wird es hier in unregelmäßigen Abständen immer wieder eine Happy Hour geben, bei der ich euch einen leicht zuzubereitenden Drink vorstelle. Über Vorschläge, was ich unbedingt mal ausprobieren muss, freue ich mich sehr! Genießt das verlängerte Wochenende!

Zutaten (für ein Glas):
100ml Pimm’s N°1 (je nach persönlichem Geschmack noch n Schluck mehr)
Saft einer halben Zitrone
1 Fläschle Ginger Ale (ich habe Spicy Ginger von Thomas Henry genommen)
Eiswürfel
evt. ein paar Scheiben Gurke und Orange zur Dekoration

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Zubereitung:
Die Eiswürfel in ein Glas füllen. Den Pimms und den Zitronensaft darübergießen und verrühren. Je nach Wunsch die Gurke und Orange dazugeben. Das ganze mit eiskaltem Ginger Ale auffüllen. Fertig!