Nicht nur Grillbeilage: Knoblauchbrötchen

Insbesondere im Sommer wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, dass es Nachteile hat, nicht mehr zuhause zu wohnen. Einerseits ist es auf der Schwäbischen Alp in der Regel ein paar Grad kühler als in Mannheim, wo sich die Hitze in meiner Wohnung staut. Andererseits -und das ist viel, viel schlimmer- grillen meine Eltern gefühlt jeden einzelnen Tag im Sommer! Und ich hab nix davon 😦

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Ja, wir grillen auch im Winter, beziehungsweise der Papa stellt sich raus an den Grill während wir anderen aufs Essen warten, aber im Sommer, wenn man unterwegs ist und es überall nach Feuer und Grillgut duftet, vermiss ich es doch sehr, weiter weg zu wohnen. Wie gut, dass meine Eltern zur Zeit die Chance haben, das wieder gut zu machen -gleich am ersten Abend wurde der Grill angeworfen und die hungrige Tochter versorgt 🙂

Normalerweise ist dieses Focaccia DIE Standardbeilage schlechthin bei uns, wenn gegrillt wird. Aber vielleicht werden wir ja eines Tages dem überdrüssig und suchen was neues und dann bieten sich diese Knoblauchbrötchen an. Sie lassen sich gut vorbereiten, duften einfach herrlichst und jeder kann sich ein oder zwei oder drei Kugeln abzupfen. Ich muss zugeben, dass ich nur eine halbe Knoblauchzehe verwendet habe, dann aber feststellen musste, dass die gebackenen Brötchen gar nicht soooo extrem nach Knofi geschmeckt haben. Gefühlt hat die Zitrone und die Petersilie die Würze aufgegriffen und abgerundet. Sehr lecker!
Selbst wenn die Grillsaison für euch Anfang Oktober endet, schmecken die Brötchen auch sehr gut zu Suppe -alles schon für euch ausprobiert 🙂 Ich hoffe, ihr lasst es euch schmecken und grillt ordentlich bei dem tollen Wetter!
Habt ihr eine Standardbeilage für Grillabende? Oder gibt es hauptsächlich Fleisch? Ich freue mich über neue Ideen!

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Zutaten für 35 Stück:
800g Weizenmehl Type 550, plus Mehl zum Bestäuben
1 Päckchen Trockenhefe
1 EL Pflanzenöl
100g Semmelbrösel
Für die Knoblauchbutter
1 Knoblauchknolle (nicht nur eine Zehe 😉 )
500g weiche Butter
1 Bio-Zitrone
1 Bund glatte Petersilie
1 gestrichener TL Cayennepfeffer

Zubereitung:
Mehl, Hefe und 1 Tl Meersalz in eine große Schüssel füllen. In die Mitte eine Mulde drücken. Unter Rühren 550ml lauwarmes Wasser hineingießen, dabei von außen nach innen untermischen. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und 10min kneten bis er glatt und elastisch ist. In eine geölte Schüssel geben, mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Platz 1h gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Knoblauchbutter zubereiten. Den Knoblauch schälen und durch die Presse in die weiche Butter drücken. Die Schale von der Zitrone dazureiben, die Petersilie mitsamt den Stengeln fein hacken. Mit dem Cayennepfeffer und 1 Prise Salz mischen. ACHTUNG: für die Knoblauchbrötchen braucht ihr nur ein Viertel der Menge. Also entweder gleich weniger machen oder den Rest für andere Leckereien aufheben.

Eine große Aufflaufform (25x35cm) mit einem Drittel der Knoblauchbutter ausstreichen. Die Semmelbrösel hineinstreuen und durch Schwenken verteilen. Den Teig in 35 Portionen teilen. Jede zu einer Kugel formen und in die Form setzen -5 Reihen mit je 7 Kugeln wären ideal. Ein Drittel der Butter in Flöckchen in und zwischen die Kugeln geben. Den Teig 90min gehen lassen bis sich das Volumen erneut verdoppelt hat.

Den Backofen auf 190°C vorheizen. Die Kugeln mit etwas Salz bestreuen, dann auf der mittleren Schiene 30min backen bis sie schön gebräunt sind. Das letzte Drittel Butter in Flöckchen danach darauf verteilen und verstreichen, damit sie glänzen. Die Form auf den Tisch stellen und jeder kann sich so viel davon abreißen wie gewünscht 🙂

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Gegen Geschlechterklischees: Ochsenkotelett mit Chimichurri

Ich weiß ja, Werbung lebt von Stereotypen. Und nirgendwo wird das für mich gerade so deutlich wie bei dieser Edeka-Werbung: Mann und Frau wollen grillen und natüüüüürlich will die blonde Dame, frisch vom Yoga kommend, weiter auf ihre schlanke Linie achten. Fleisch passt da ja gar nicht. Immerhin nimmt sie noch Lactose in Form des Minz-Joghurts auf dem Couscous-Salat zu sich. Ist die Frau erstmal abgelenkt, können die Männer in aller Ruhe über Fleisch sprechen.

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Auch diverse Kochbücher proklamieren die Geschlechtertrennung am Grill und bieten Rezepte für „echte Männer“ und „Mädchen“ an. Seuftz… ich will jetzt nicht alles auseinandernehmen, was mich da ankotzt, sondern lieber den Verzehr von diesem Ochsenkotelett schildern. Die Hauptrolle spielt ein Määäädchen.

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Es ist meine Cousine, die eigentlich kein Mädchen mehr ist, sondern eine wunderschöne junge Frau, blond, schlank -eigentlich perfekt für so einen Auftritt in der Grillwerbung geeignet. Vor einem guten halben Jahr hat sie sich dazu entschieden, für eine Zeit lang vegan zu leben. Einfach um es mal auszuprobieren, wie das ist, worüber so viel geredet wird. Zu Ostern hat sie beschlossen wieder Fleisch zu essen.

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Dann kam die Einladung zum Geburtstag meiner Eltern, an dem es neben den rießigen Ochsenkoteletts auch zarte Hähnchenbrust, Würstle oder Vegetarisches vom Grill gab. Denn die Frauen der Schöpfung würden ja wohl ganz sicher nicht bei diesem durchwachsenen blutigen Fleisch zuschlagen… das Rezept hat es ja schließlich schon für „echte Kerle“ ausgeschrieben. Ihr könnt es euch denken: allen Geschlechterklischees zum Trotz nahm meine Cousine nicht nur einen Anstandshappen, sondern griff zwei weitere Male zu. Jaaaa, ich habe es genau beobachtet 🙂
So ein Überraschungseffekt ist 2017 am Grill scheinbar noch nicht denkbar. Gut, dass es in meiner persönlichen Welt am Familientisch allen völlig egal ist, wer was isst oder nicht: weder die vegane Lebensphase noch der Verzehr des Männersteaks wurde kommentiert. Stattdessen Gelächter, Geschmatze und Lob über dieses fantastische Essen! So wie es sein soll 🙂

Übrigens: die Chimichurri passt auch super zu anderem Gegrillten, denn ich habe tatsächlich lieber bei anderen Leckereien als beim Ochse zugegriffen 😉 Nur um das Klischee zu bestätigen, dass ich als Määäädchen (wüüürg!) eher auf was anderes stehe, nur halt nicht auf Minze!

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Zutaten für die Chimichurri:
1 dickes Bund glatte Petersilie
2-3 Zweige Thymian
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2-3 gelbe oder rote Chilischoten (je nach pers. Geschmack)
100ml Sonnenblumenöl
knapp 40ml Weißweinessig
1 TL Rohrohrzucker
Salz

Zutaten für das Ochsenkotelett:
2 Ochsenkoteletts mit Knochen (à ca 600g, ca 3cm dick)
4 EL Sonnenblumen- oder Olivenöl
Pfeffer, Salz
Öl zum Bepinseln

Zubereitung:
Für die Chimichurri Kräuter waschen und trocken schütteln. Die Blätter sehr fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilis waschen. 1 Schote mit den Kernen in hauchfeine Ringe schneiden oder hobeln und beiseitestellen. Restliche Schote(n) putzen, entkernen, halbieren und sehr fein würfeln.
Zwiebeln, Knofi und Chiliwürfel in 2 EL Sonnenblumenöl bei schwacher Hitze ca 5min andünsten, aber keinen Fall braten. Mischung etwas abkühlen lassen. Den Essig mit Zucker und 1 TL Salz verrühren, restliches Öl unterrühren. Kräuter und Zwiebelmischung dazugeben und alles sehr gut verrühren. Chimichurri mind. 2h ruhen lassen, dann nochmal abschmecken.

Die Ochsenkotelett 1h vor Grillbeginn aus dem Kühlschrank nehmen, rundherum mit Öl einpinseln, mit Pfeffer bestreuen und Zimmertemperatur annehmen lassen.
Den Grill vorheizen. Den Rost mit Öl einreiben, Koteletts darauf bei größter Hitze ca 2min grillen, dann wenden, salzen und erneut ca 2min grillen. Koteletts wieder wenden, salzen und ca. 2min grillen. Erneut wenden und ca 2min grillen (ja, 4x 2min ist korrekt abgeschrieben!)
Die Koteletts sind jetzt gerade „medium rare“, dh sie haben innen noch einen rosa Kern. Wer sie stärker durchgebraten mag, grillt sie bei etwas reduzierter Hitze noch weitere 4min.
Koteletts auf jeden Fall 5min neben dem Grill oder auf einer Ruhezone auf dem Grill ziehen lassen. Dann in dünne Scheiben schneiden und mit Chimichurri und Chiliringen (wer’s mag) genießen.

Quelle: Grillen. Raffiniertes vom Rost (Susanne Bodensteiner)

Von wegen spießig: Zweierlei Spieße vom Grill

Heute ist also der 24. Dezember. Alle Türchen oder Päckchen eures Adventskalender sollten geöffnet sein und auch der kulinarische Adventskalender von Zorra endet heute. Für uns ist es eine rießige Ehre heute am Abschlusstag in einer Reihe mit so vielen großartigen Bloggern zu stehen! Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Zorra für dieses absolut geniale Weihnachtsgeschenk 🙂

Kulinarischer Adventskalender 2015 - Doppel-Tuerchen 24Habt ihr die letzten Tage und Wochen auch gespannt geguckt, wer sich hinter dem jeweiligen Türchen als Gastgeber versteckt? Wenn ja, dann habt ihr gute Chancen, die Fragen für das Gewinnspiel auf Anhieb zu beantworten -jaaa, es gibt sogar eine ganz echte Bescherung mit einer tollen Verlosung! Heute wird -zur Feier des Tages- sogar doppelt so viel präsentiert: wir dürfen nämlich die Türchen-Nachbarn von Maja sein (wie geil ist das denn bitteschön?!). Bei ihr findet ihr etwas für einen leckeren Start in die Weihnachtsfeiertage.

2015.12.22_RindfleischSpieße-15 2015.12.22_SpeckpflaumenKürbisSpies-13
Dieser Blogbeitrag war für mich auch der einzige (positive!) Stressfaktor vor dem Beginn des Festes. Weihnachten ist bei uns in der Familie sehr entspannt. Wie der Blog ist auch das Essen während dieser Tage Gemeinschaftssache, weswegen es alles andere als spießig oder steif zugeht. Frei nach Loriot heißt es hier nämlich nicht: „erst packen wir die Geschenke aus, dann sagt jemand ein Gedicht auf und dann machen wir es uns gemütlich“, sondern alle tragen einen Teil dazu bei, dass Stress und Hektik minimiert werden und der Genuss frühzeitig einsetzen kann. Die einzige kulinarische Tradition ist, dass an Heiligabend groß aufgefahren wird! So ist das nun mal, wenn Mutter und Tochter kochbegeistert sind, der Vater sich davon anstecken lässt und die Geschwister gerne essen 😉
Deswegen kann es auch durchaus vorkommen, dass an Heiligabe2015.12.22_RindfleischSpieße-15nd der Grill angeschmissen wird; nicht nur die Temperaturen laden ja momentan dazu ein. Papa, der Grillmeister, servierte schon das eine oder andere Mal einen Gang des Menüs von seinem Männerspielzeug. Spießig sind in diesem Fall also wirklich nur die Rindfleisch-Kartoffel- und die Kürbis-Speckpflaumen-Spieße. Die wurden schnell zusammen in Reih und Glied gesteckt. Wer mag, bereitet das schon am Vormittag vor und legt die Spieße dann nur noch abends auf den Grill.

In diesem Sinne wünsche ich (auch im Namen meiner Eltern) gesegnete Weihnachtsfeiertage, die ihr hoffentlich entspannt und glücklich mit euren Liebsten verbringen könnt!

Kürbis-Speckpflaumen-Spieße (für 8 Portionen):2015.12.22_SpeckpflaumenKürbisSpies-12
400g Hokkaido-Kürbis
Salz
24 getrocknete Pflaumen ohne Stein (Soft-Pflaumen)
24 dünne Scheiben Bacon
kurze Holz-Grillspießchen

Vor dem Grillen morgens die Holzspieße in kaltes Wasser legen (oder Metallspieße verwenden).
Kürbis waschen und entkernen. Fruchtfleisch samt Schale in mundgerechte Stücke schneiden. Kürbis in Salzwasser 6min bissfest kochen. Abgießen, abschrecken und abtropfen lassen. Zugedeckt beiseite stellen.

2015.12.22_SpeckpflaumenKürbisSpies-16Um jede Pflaume eine Scheibe Bacon wickeln. Je ein Stück Kürbis und eine Speckpflaume auf die Spieße stecken. Wenn die Gäste da sind, die Spieße bei mittlerer Hitze 3-4min grillen. Zum Servieren den Kürbis und die Speckpflaume evt. auf bunte Dekospießchen stecken.

Kartoffel-Rindfleisch-Spieße (für 8 Portionen):2015.12.22_RindfleischSpieße-22
24 kleine Kartöffelchen (z. Bsp. La Ratte)
Salz
2 Tl eingelegte Kapern
1 EL grüne Oliven (entsteint)
ca. 6 EL grünes Pesto
24 dünne Scheiben Rindfleisch (aus dem flachen Teil des Rinderrückens)
Pfeffer
24 kurze Holzspieße

Vor dem2015.12.22_RindfleischSpieße-13 Grillen die Holzspieße morgens in Wasser legen. Kartoffeln waschen und samt der Schale in Salzwasser ca. 15min bissfest kochen. Ca. 1 Stunde vor dem Grillen die Kapern und Oliven zusammen mit dem Pesto pürieren. Die Fleischstreifen leicht salzen und pfeffern, auf einer Seite mit Pesto bestreichen und einrollen. Achtet darauf, dass die Röllchen nicht zu dick sind – lieber das Fleisch nochmal halbieren. Je zwei Röllchen und zwei Kartöffelchen auf einen Spieß stecken.

2015.12.22_RindfleischSpieße-20Wenn die Gäste da sind, die Spieße auf dem Grill bei großer Hitze in 3-4min garen. Wer mag, serviert die Spieße mit Feigensenf.

Quelle: Lust auf Genuss 12/2011

 

Papa, der Grillmeister: Gemüsepäckchen und Lachs

Heute berichtet hier der sonst stille Fotograf über seine Kochkünste und einen Ausflugstipp. In solchen Momenten bin ich neidisch, dass ich nicht mehr daheim wohne 😉
Früher sagte man zu den Kindern „Ess schön Deinen Teller leer. Dann scheint morgen wieder die Sonne!“ Und was haben wir heute davon? Immer mehr dicke Kinder und Klimaerwärmung! Vielleicht ist die Letztere ja schuld daran, dass ich  am vergangenen Sonntag, 8. November bei über 20° auf der Terrasse sitzen und grillen konnte. Und das wohlgemerkt nicht irgendwo weit weg im Süden, nein, in einem Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb.

Der Sonntag war in seiner ersten Hälfte schon gut verplant und so war klar, dass es nichts Aufwändiges geben würde. Aber sind nicht oft die einfachen Dinge besonders köstFeatured imagelich? Aus dieser Überlegung wurden bei uns hochgeschätzte Gemüsepäckchen vom Grill und Lachs dazu. Auch vom Grill. Könnte man prima mit Kartoffeln oder Reis kombinieren, oder ganz einfach mit einem Ciabatta oder Baguette. Dazu ein Glas Wein, hinterher ein Espresso mit leckerem Pralinchen. Und das Ganze wie schon geschrieben auf der sonnenerwärmten Terrasse. Perfekt!

Für die Gemüsepäckchen (wir waren zu dritt):
1 Zucchini
1 kleine Aubergine
1 gelbe Paprika
150 g Cocktailtomaten
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Kräuter nach Geschmack (wir hatten Rosmarin)
Allerdings kann man die Gemüsezusammensetzung und –menge nach persönlichem Geschmack variieren

Zubereitung:
Das Gemüse in würfeln (ca.1 cm) und alles zusammen mit dem kleingepressten oder gehackten Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern in einer Schüssel vermischen. Featured imageMehrere quadratische Alufolienstücke mit etlichen Löffeln Gemüse füllen, 1 EL Olivenöl darüber tröpfeln und die Folie zu einem geschlossenen Päckchen zusammenfalten. 10-15 Minuten auf den Grill bei kleiner oder mittlerer Hitze

Für den Lachs (entweder TK-Ware oder frische Stücke)
Klassisch schlicht ringsrum mit Olivenöl einstreichen, Zitrone betröpfeln. Salz und Pfeffer nach Geschmack und von jeder Seite ca 5-8 Minuten auf den Grill. Das war’s schon. Wie gesagt, ganz einfach. Aber lecker!

Quelle: BBQ Basics

Danach ging es dann auf einen Hochalbpfad um den Herbst zu genießen. Hier noch ein paar Eindrücke.

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Eindeutig unzweideutig: Hühnchen auf der Bierdose

An einem der letzten Sonntage war ich mit dem Mitesser daheim bei meiner Familie eingeladen. Auch ohne genauere Infos über das Was zu haben, war ich mir ziemlich sicher, dass meine experimentierfreudige Mutter in Zusammenarbeit mit Papa, dem Grillmeister etwas Besonderes in Petto haben würde, wenn ich schon mal zu Besuch komme.
Und ich wurde nicht enttäuscht! Ich kam in die Küche und da saßen die zwei Hühnchen schon parat um in den Grill zu wandern. Auf irgendwelche schlüpfrigen Witze, wo denn die Bierdose steckt oder so wird an dieser Stelle verzichtet… wobei mir da ja so manches einfallen würde, häääm 😀 Wie heißt es so schön: wer zweideutig denkt, hat eindeutig mehr Spaß im Leben! Das Grillen mit Bierdose war vor ein paar Jahren im Trend… schmeckt aber auch jetzt noch ausgezeichnet. Dieses Hühnchen war nämlich das saftigste, das ich seit langem hatte! Wunderbar aromatisch, festfleischig und einfach toll!

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Dass man das mit einem TK-Hühnchen vom Discounter nicht hinkriegt, sollte allen klar sein! Die von uns verzehrten Hühnchen stammten vom Geflügelhof Fecker, der in der Nähe meiner Eltern ist. Wenn ich heimfahre, sehe ich aus dem Auto einen Teil des Hofes. Besser gesagt, ich sehe das Geflügel draußen auf den Wiesen herumspazieren. Der Familienbetrieb achtet damit auf artgerechte Haltung; auf Antibiotika wird verzichtet und das Futter selbst produziert. Man kann einerseits direkt im Hofladen einkaufen oder beim samstäglichen Marktbummel an deren Stand vorbeischauen. Mein Vater durfte vor einigen Jahren sogar mal auf die Wiesen um Federn zu sammeln – nein, er wollte sich nicht als Indianer verkleiden, sondern brauchte die lediglich um Pfeile zu bauen.
Ich schicke diesen Beitrag deswegen rüber zu Stephs Kuriositätenladen, die in ihrem Dauerevent den Sonntagsbraten rettet. Für uns war es wirklich ein Festessen!

Rettet den Sonntagsbraten - denn weniger ist besser!

Zutaten (für 5 Personen):
2 frische Hähnchen
2 Bierdosen
2 Knoblauchzehen
2 Bioorangen
6 EL frische Rosmarinnadeln
2 EL Wacholderbeeren
400ml Gin
200ml Tonic
6 EL helle Sojasauce
6 EL brauner Zucker
2 EL Cayennepfeffer (hat Mama deutlich reduziert, sie mag es nicht so scharf)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Beide Hähnchen kalt abspülen und mit Küchenpapier abtrocknen.
Knoblauch schälen und fein würfeln, die Orange waschen und mit Schale in ebenfalls kleine Würfel schneiden. Rosmarin und Wacholderbeeren mit einem breiten Messerrücken zerdrücken. Dann alle Zutaten (bis auf die Hähnchen und die Bierdosen) miteiander vermischen.
Das Innere der Hähnchen mit der Marinade gut füllen, auch außen damit bestreichen und dann kopfüber in einen verschließbaren Gefrierbeutel stecken. Über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

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Vor dem Grillen die Hähnchen aus der Marinade nehmen und jeweils auf die geöffnete Bierdose setzen und Raumtemperatur annehmen lassen (dauert ca. 3h). Den Grill auf ca. 90°C heizen und bei geschlossenem Deckel die Hähnchen für ca. 35-40min grillen. Dabei immer wieder mit etwas Marinade bestreichen. Tipp: legt etwas Alufolie unter, damit ihr nicht den ganzen Grill volltropft.
KORREKTUR: man beachte den Kommentar den Grillmeisters persönlich direkt unter dem Beitrag! 🙂
Bei uns gab es dazu einen Kartoffelsalat mit Bohnen und Tomaten, auch sehr lecker, nur leider war der Hunger aufs Hähnchen zu groß als dass er fotografisch festgehalten wurde 😉

Quelle: Grillen für echte Kerle & richtige Mädchen

Papa, der Grillmeister: Grillgemüsesalat

Dieser Salat ist eine typische Mama-Papa-Kooperation: die Mama übernimmt die ersten Arbeitsschritte und schnippelt das Gemüse. Das geht dann an Papa, der es auf dem Grill zubereitet. Und so lange räumt Mama die Küche auf 😉
Featured imageEs gab den Salat schon vor einer ganzen Weile, aber er war einfach so lecker, dass er noch verbloggt werden muss. Mit ein wenig Brot und Fisch, der auch noch auf den Grill durfte, war das ein leckeres, leichtes Sommeressen. Wer sich also gegen Fleischberge über dem Feuer durchsetzen kann, der bekommt hier mal eine Beilage, die sich auch als vegetarische Hauptspeise nicht verstecken braucht.

Zutaten (für vier Personen):
1 Aubergine
2 Zucchini
je eine gelbe und rote Paprika
200g große ChampignonsFeatured image
8 kleine Frühlingszwiebeln
2 Zweige Rosmarin
1 Handvoll Rucola
6 Stängel Basilikum
2-3 EL Zitronensaft
1 TL scharfer Senf
1/2 Tl Honig
6 EL Olivenöl
1 EL kleine Kapern (weg gelassen)

Zubereitung:
Jeweils die Enden von Aubergine und Zucchini entfernen und in gut 1cm dicke Scheiben schneiden. Die Paprikas halbieren, Kerngehäuse entfernen und in 2cm Featured imagebreite Streifen schneiden. Die Pilze mit einem feuchten Küchenpapier abreiben und die Stiele entfernen. Von den Frühlingszwiebeln die Wurzelbüsche entfernen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Alles Gemüse in eine große Schüssel geben, mit dem klein gehakten Rosmarin, 2 EL Öl, Salz und Pfeffer mischen. Das Gemüse in eine (oder mehrere) Alugrillschalen geben und bei starker Hitze so lange grillen bis es weich und leicht gebräunt ist. Regelmäßig ummischen.

Während das Gemüse gegrillt wird, das Dressing anrühren: Zitronensaft mit Senf, Honig und Öl in der großen Schüssel vermischen. Rucola und Basilikum Featured imagewaschen und grob schneiden. Wenn das Gemüse durch ist (dauert ca. 10-15min) mit der Salatsauce mischen, Rucola und Basilikum (plus Kapern) zugeben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten lauwarm essen und mit Brot die Sauce auftunken.

Quelle: BBQ Basics (GU)

Papa der Burgermeister (Teil 2): Rote-Beete-Burger

Wenn schon gegrillt wird, dann so richtig! Nur ein Burger ausprobieren, ist ja langweilig, deswegen gab es für die experimentierfreudigeren Eltern und mich nach dem Baconburger noch einen Rote-Beete-Burger. Der Bruder hielt sich lieber an den fleischlastigeren Burger anstatt Gemüse zum Fleisch zu genießen…tsss!
Ein drittes Rezept, das an diesem Samstag entstanden ist, wird nicht verblogt: es sollte ein Quinoaburger werden und wurde es auch mit viel gutem Wille und Gemantsche. Die Mengenangaben waren komplett falsch: 400g ungekochter Quinoa und Bulgur sollten 4 Patties ergeben. Hätte ich meinen Kopf kurz eingeschaltet, wäre mir eigentlich klar gewesen, dass das viel zu viel ist, aber naja, zu spät! Insgesamt hat das Rezept nicht überzeugt – wenn jemand ein gutes für Vegiburger hat, nur her damit! Ich probier das nur zu gern aus 🙂

Die Kombination des saftigen Rindfleischpatties mit roter Beete und Meerrettich hingegen fand ich super! Eine leichte Schärfe und die leichte Süße der Beete war mal was anderes zwischen den Buns. So ist das Gemüse gar nicht mehr so winterlich! Und nach diesem Papa-Essen stand die Mama für den nächsten Beitrag in der Küche.

Zutaten für 4 Hamburger:
4 Buns (selbst gebacken)
500g Rinderhack (wir: 400g)
1 vorgegarte Rote Beete
1 Handvoll Petersilie
Sahnemeerrettich nach persönlichem Geschmack
1 Schuss Olivenöl
1 Handvoll Rucola

Zubereitung:
Die Rote Beete in feine Streifen schneiden. Die Petersilie hacken und mit der Beete mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sahnemeerrettich (dieses Wort sieht ausgeschrieben sehr komisch aus, stimmt aber doch so, oder?) und etwas Olivenöl dazugeben und sorgfältig untermischen.
Aus dem Rinderhack 4 Patties formen, salzen und grillen. In einer sehr heißen Pfanne anbraten geht natürlich auch. Dann die Burgerbuns durchschneiden und entweder im Backofen kurz rösten oder diese auf den Grill legen. Die Hamburger wie folgt zusammenbauen: untere Bun-Hälfte, Rote Beete, Patty, Rucola, Deckel.

Quelle: Die besten Burger. Von Beef bis Veggie.