Anfangszauber: Räucherlachsknödel auf Gurkennudeln

Neben zweifelhaften Jugendsünden bescherte mir mein erstes Studienjahr in Franken auch kulinarische Highlights, die mir vom Schwabenländle längst nicht so bekannt waren: Knödel! Ja klar, wusste ich, dass es die gab und ich hatte bestimmt auch schon mal welche irgendwo gegessen, aber diese Wichtigkeit von Knödeln in unterschiedlichster Form wurde mir erst in Bayern bewusst.

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-2

Ein Freund erzählte, dass seine Oma sich anhand der Knödel an den Wochentagen orientiert: samstags wurden meistens die Knödel vorbereitete, damit es sonntags nach der Messe bald was zu essen gab und für montags gab es dann Reste. Problematisch wurde es, wenn aufgrund von Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten auf einmal häufiger Knödel auf dem Tisch standen…
Mit den „Kartoffelknödeln halb und halb“ konnte ich mich nie so ganz anfreunden, die waren mir irgendwie zu weich und geschmacklich langweilig (oje, ich sehe schon entsetzt meine bayrischen Freunde aufschreien). Aber die Serviettenknödel -oh yeah! Große Liebe!!!! Perfekt um Brot vom Vortag zu verwenden und einfach so gut um die Sauce aufzusaugen.

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-5

Diese Räucherlachsknödel sind vermutlich eine eher modernere Version, etwas eleganter mit den Gurkennudeln und nicht so traditionell wie zu einem Braten. Trotzdem denke ich dabei immer an diese Anfangszeit, die mich nicht nur kulinarisch inspiriert hat, sondern die auch Freundschaften hervorgebracht hat, die bis heute halten. Ein super Studienstart, der vor zwei Wochen mit einem sagenhaften Examen gekrönt wurde 🙂 Darauf ein, zwei Knödelchen -große Empfehlung von meiner Seite. Eines der Rezepte, die ich schon so oft gemacht habe und fast auswendig kann. Die Masse wird einfach soooo flauschig! So mag ich Knödel! Jetzt geht es noch ein paar Tage nach Südtirol -mal schauen, was uns da für Knödelvariationen erwarten 😉
Wie sieht es bei euch aus? Esst und mögt ihr Knödel? Und wer von euch hätte den Wein noch aufgrund des Etiketts gekauft? Hihi, Verpackungsopfer…

Zutaten (für 4 Personen):
250g altbackene Brötchen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150g Räucherlachs
20g Butter
200ml Milch
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
2 Salatgurken
4 Stängel Dill
1 rote Zwiebel (weggelassen)
200g Saure Sahne
2 EL weißer Balsamicoessig
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-3

Zubereitung:
Die Brötchen fein würfeln und in eine große Schüssel geben. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln, ebenso den Räucherlachs. In einer Pfanne die Butter zerlassen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig andünsten. Die Milch dazugeben und 2min köcheln lassen, dann über die Brötchen gießen. Die Eier und den Lachs zugeben, würzen (vorsichtig mit dem Salz! Der Lachs hat schon einiges an Würze) und gut mischen. Circa 10min durchziehen lassen.
Ein nasses, aber gut ausgewrungenes Geschirrtuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten. Die Brötchenmasse darauf verteilen, dabei rechts und links einen gut 5cm breiten Rand lassen, damit man das Bonbon gut zubinden kann. Je nach Topfgröße besser zwei „Bonbons“ rollen, bei mir hat das nicht alles in eins gepasst.
Die Masse zu einer Rolle formen und straff, aber nicht zu fest in das Tuch wickeln. Die Enden mit Küchengarn zubinden. In einem ausreichend großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Das Knödelbonbon hineingeben und 30min im siedenden Wasser (es soll nicht sprudelnd kochen) gar ziehen lassen. Dann herausholen, auswickeln und mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden.
Für den Salat die Gurken schälen und mit dem Sparschäler in lange dünne Tagliatelle-artige Streifen schneiden -das sieht fürs Foto schön aus, aber ihr dürft natürlich auch ganz normale Gurkenscheiben raspeln 😉 Dill fein schneiden, ebenso falls ihr verwendet, die Zwiebel. Saure Sahne, Essig, Salz und Zucker gut mischen und dann unter die Gurken mischen. Mit den Serviettenknödeln servieren.

Quelle: Der Große Lafer (Johann Lafer)

Zum Grinsen: Linsensalat mit Lachs und Estragon

Ich glaub, Linsen haben oft nicht den besten Ruf. Jeder kennt schließlich den Spruch: „Erbsen, Bohnen, Linsen bringen den Arsch zum Grinsen“, oder? Das schwäbische Nationalgericht Linsen mit Spätzle entspricht auch nicht gerade den derzeitigen ästhetischen und ernährungsmäßigen Trends: weder lässt es sich sonderlich schön anrichten nachdem die Linsen ne Stunde gekocht haben noch ist es vegan, roh oder besteht aus Superfoods.

2016-09-01_linsenlachssalat-2

Dabei sind die Nährwerte der Linsen einfach top: durch reichlich Ballaststoffe sättigen sie langanhaltend, sie haben einen hohen Gehalt an Eiweiß und Magnesium. In den letzten Jahren erleben die kleinen Dingerchen eine Renaissance und kommen in den unterschiedlichsten Gerichten zum Einsatz. Mich freut das! Und die Alb-Leisa entsprechen zumindest einem hochaktuellen Thema: Regionalität! Eine alte Sorte, die in einer Saatbank in St. Petersburg wiederentdeckt und in mühevoller Arbeit wieder auf der Schwäbischen Alb und im Albvorland angebaut wurden. Sehr lecker, die Linsen! Das ist nicht gesponsert, sondern einfach nur eine leckere Empfehlung.

2016-09-01_linsenlachssalat-7

Wer die Alb-Leisa nicht bekommt, kann natürlich auch zu anderen grünen Linsen kaufen. Ich hoffe jedenfalls, ihr überwindet euer Linsentrauma (falls es sowas gibt 😉  und denkt bei Linsen nicht nur an die Schwaben oder an das indische Daal, sondern auch an diesen leckeren Salat: schnell gemacht, lässt sich bestimmt auch gut in die Mittagspause transportieren und gibt nochmal richtig Power! Uns jedenfalls hat der Salat ordentlich zum Grinsen gebracht… natürlich nur beim Essen! Nur achtet darauf, dass der Salat schön feucht ist, lieber nochmal n Löffel Öl und Essig zugeben als dass es zu trocken ist.

2016-09-01_linsenlachssalat-1

Zutaten (für 4 Personen)
200g (grüne) Linsen
400g Lachsfilet
8 Zweige Estragon
1 EL körniger Senf
4 EL Olivenöl
2 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die Linsen waschen, abtropfen lassen und 20min in reichlich Wasser kochen. Den Lachs waschen, dazugeben und alles noch 5 min köcheln lassen ohne umzurühren. Dann alles abgießen und abkühlen lassen.
Estragon waschen, trocken zupfen und hacken. Den Lachs zerzupfen, mit Linsen und übrigen Zutaten mischen. Aus Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer ein Dressing anrühren und mit dem Salat mischen.

Quelle: Das einfachste Kochbuch der Welt (J-P Mallet)

Aus Mamas Küche: Spaghetti mit Lachssauce

Pastarezepte gibt es ja auf dem Blog bisher relativ wenig, einfach aus dem Grund, dass ich einerseits relativ wenig esse (nicht aus irgendwelchen Figurgründen) und andererseits finde ich es extrem schwierig, glitschige lange Spaghetti oder eine Sauce mit Nudeln so anzurichten, dass es appetitlich aussieht.

2016.07.10_Spagetti Lachssoße-5

Für diesen Beitrag hab ich es aber sehr clever gemacht: ich hab Mama gebeten, ihre Lachssauce zu kochen und das bei der Gelegenheit auch zu fotografen. Hab mich also schön der Herausforderung entzogen, beziehungsweise einfach gut die Aufgaben verteilt 😀
Diese Lachssauce ist eines der All-Time-Favorites im Hause O. Tatsächlich war es so, dass ich eine Liste mit Wunschgerichten für die Kategorie „Mamas Küche“ den Eltern vorgetragen hab und mein Vater bei der Lachssauce sofort gesagt hat: „Jaaa, die Sauce hatten wir schon so lange nicht mehr.“ Meine Mutter runzelt die Stirn: „Von wegen, die gab es erst am Freitag.“ Mein Vater weigerte sich das zu glauben und bestand darauf, dass es die dringend wieder geben müsste.

2016.07.10_Spagetti Lachssoße-6

Ihr seht also, absolute Nachkochempfehlung! Durch Zitrone und Basilikum ist die Sauce wunderbar frisch und wer mag, serviert noch einen eisgekühlten Rosé dazu. Viel mehr Worte verlier ich jetzt nicht mehr, hier ist das Rezept.

Zutaten (für 3 Portionen):
2 dünne Stangen Lauch
2-3 Zweige frischen Basilikum
2 EL Butter
250ml Gemüsebrühe
300g Tomaten
100ml Sahne
1/2 TL abgeriebene Zitronenschale (wird bei uns weggelassen)
1 EL Zitronensaft300g frisches Lachsfilet (im Original: 150g Räucherlachs)
400g Spaghetti
70g Parmesan
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Den Lauch putzen, waschen und in dünne Stücke schneiden. Die Basilikumblätter abzupfen, waschen und klein schneiden. Die Butter in einem Topf aufschäumen lassen, darin den Lauch 5min andünsten. Dann die Brühe zugießen und etwas einkochen lassen.
Die Tomaten kreuzförmig einritzen, mit heißem Wasser überbrühen und häuten. Dann in kleine Würfel schneiden. Das Lachsfilet in Würfel schneiden. Die Tomaten- und Lachswürfel zur Lauchbrühe geben, die Sahne angießen und alles 2-3min köcheln lassen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.
Inzwischen reichlich Salzwasser aufkochen und die Spaghetti kochen. Zum Schluss den Basilikum zur Lachssoße geben und alles mit Parmesan bestreut servieren.

Quelle: Pasta! Pasta! Pasta! (GU Lifestyle, mit Cartoons von Peter Gaymann)

Die Eltern reisen: Das Nach-TRANGIA-Zeitalter

Bis Dienstag waren meine Eltern (wie die letzten Jahre auch schon) campenderweise in Südfrankreich unterwegs. Heute betätigt sich deswegen mal mein Vater kulinarisch… aber auch nur, weil so was wie Flammen im Spiel sind 😉

Eine kleine Nachbesserung an dieser Stelle noch: ich habe (nach der Veröffentlichung) eine total nette Email von Marius bekommen, der für Campingaz tätig ist und sofort mangelnde Recherchearbeit meines Vaters aufgedeckt hat. Campingaz ist nämlich nicht wie im Artikel behauptet, aus Italien, sondern wurde 1949 in Frankreich gegründet und ist somit ein französisches Unternehmen. Schande über das Haupt meines Vaters 😉 Aber immerhin konnte der Kocher so zeitweise in sein Herkunfsland zurückkehren und hat dort auch für großen Genuss gesorgt.

Wahrscheinlich muss ich zunächstmal „Trangia“ erklären. Kann mir kaum vorstellen, dass dies ein Werkzeug ist, das auf Kochblogs bekannt und verbreitet ist. Der Trangia-Sturmkocher aus Schweden, seit Jahrzehnten im Outdoor-Bereich bewährt, war auch für mich ein langjähriger Begleiter. Meinen ersten (und der geht noch!) kaufte ich vor über 30 Jahren! Mehr dazu z.B. hier.

Zwei dieser Sturmkocher hatten meine Frau und mich auch die letzten 4 Jahre auf unseren Campingtouren durch Südfrankreich und Spanien begleitet. Soweit alles wunderbar. Bis, ja bis uns ein Gewitterguss im letzten Jahr dazu zwang, Unterschlupf zu suchen. Zufälligerweise war das bei einem der Gebäude eines südfranzösischen Campingplatzes und der Aushang mit den Campingplatzregeln hing auch dort. Wahrscheinlich werden die selten gelesen, aber da wir außer den Regen abwarten ohnehin nichts zu tun hatten, lasen wir eben diese Regeln. Und da tat sich das Problem auf! Flüssige Brennstoffe sind verboten! Und Spiritus ist nun mal flüssig. Angesichts der herrschenden Trockenheit war mir die Sinnhaftigkeit dieser Regel schlagartig klar und der Entschluss stand schnell fest: für nächstes Jahr brauchen wir eine Alternative. Die haben wir inzwischen gefunden, denn so sehr viele Möglichkeiten bei Gaskochern gibt es nicht. Es sollte keine Rucksacktaugliche Miniausführung sein, sondern eher so was wie ein Zweiplattenherd.

2016.06.06_Thunfisch Röstkartoffel-4

Wir entschieden uns für ein Model des italienischen Herstellers Campingaz, gleich mit Füßen und sogar der Möglichkeit zu grillen. Nun, das Teil hat sich in den 16 Tagen Cote d’Azur bewährt und wurde täglich genutzt. Ob es allerdings auch 30 Jahre halten wird bezweifle ich start. Die skandinavische Qualität hat das Teil definitiv nicht, alles eher ein bisschen leicht, wackelig und nicht so überzeugend verarbeitet – italienisch eben. Oder kennt Ihr italienische Consumerprodukte, die langfristig zuverlässig sind? Angeblich soll man ja selbst bei einem Ferrari am besten die Werkstatt gleich dazu kaufen, hab ich mal gehört …

Nun aber zum Eigentlichen. Dank dieses 2-Flammenkochers stießen wir im Vergleich mit den Trangia-Möglichkeiten definitiv in neue kulinarische Welten vor. Unser Highlight möchte ich vorstellen. Keinerlei aufwändige Kochaktion, aber eben frische, lokale Produkte unter Campingbedingungen zubereitet – mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen.

2016.06.06_Thunfisch Röstkartoffel-6

Thunfischsteak mit Röstkartoffeln und frischem Sommersalat

Auf dem Markt erstandene Bio-Kartoffeln wurden klein geschnitten gekocht und anschließend mit Olivenöl in der Pfanne goldbraun gebraten. Mehr muss ich dazu sicher nicht sagen – selbsterklärend.
Thunfisch vom örtlichen Fischstand (in diesem Fall in einer Mini-Markthalle von Vence) je nach Personenzahl und Geldbeutel. Für uns zwei genügte 1 Scheibe. Die war gut Daumendick ca. 30 Zentimeter im Durchmesser – sensationell!

Auch der Thunfisch ist denkbar einfach gemacht. Hier bewährte sich die Grillplatte unseres Herdes. Den Thunfisch mit etwas Olivenöl einpinseln, Zitrone, Salz, Pfeffer – ganz klassisch eben – und dann von jeder Seite 3 Minuten gegrillt und ab auf den Teller damit. Ein Hochgenuss!
Zum Salat muss ich nichts Besonderes erklären. Frischer Salat mit einer leckeren Vinaigrette mit Olivenöl und Balsamicoessig geht sowieso fast immer. Das Ganze bei 26 ° Celsius, Sonne und toller Umgebung. Das macht alles nur noch toller und angesichts des Wetters, das uns inzwischen wieder zu Hause empfangen hat einfach ein Traum.

2016.06.06_Thunfisch Röstkartoffel-5

Wie also schon angedeutet: mit Kochen ist heute eher ganz wenig, ist ja üblicherweise auch Miriams Part. Dafür eben eine kleine Urlaubsstory.

Rivalitäten: Spargelrisotto mit Graupen und Garnelen

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag überschreiben mit „Raupenrisotto und Knoblauch“. Aus marketingtechnischen Gründen hab ich mich aber dagegen entschieden 😉 Wobei das natürlich vielleicht ganz neue Leser erreicht hätten, die auf tolle Suvival- und Ernährungstipps in der Wildnis gehofft hätten. Sorry. Falscher Blog!

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-2

Warum aber ein Raupenrisotto mit Knoblauch? Daran sind meine Geschwister Schuld. Wir mögen uns ja sehr gerne, aber wer selber Schwestern und Brüder hat, wird wissen, dass man nicht ohne Sticheleien auskommt. Folgende Situation also am heimischen Abendessentisch: ich trage stolz das Risotto auf, freue mich auf den Spargel, auf die Graupen und überhaupt, endlich wieder ein neues Rezept ausprobiert zu haben. Die Geschwister beäugen skeptisch, was sich da in dem Topf befindet. Die kleine Schwester schaut sich die weißen Spargelstücke an: „Was ist das?“. Der kleine Bruder mit einem diabolischen Grinsen: „Knoblauch! Riechst du es nicht?!“ Tsss, der dezente Knoblauchgeruch kam lediglich von den Garnelen, die damit angebraten wurden.

Nun gut, Risotto mögen beide. Wir fingen an zu essen und ich sah meine Chance, sie ein bisschen über die tollen Graupen zu informieren, die sie da essen. Ich setze also an: „Das ist übrigens kein normaler Risottoreis, sondern Graupen…“ Kleiner Bruder: „RAUPEN??! Wow, mal was ganz Neues! Die haben viele Proteine, oder??“ Und so weiter, und so fort… Das war es dann schon mit meinem geballten Wissen. Sollen sie halt dumm sterben! Immer die kleinen Geschwister, die neidisch sind auf meine Weisheit, meine Kochkünste, mein Aussehen und überhaupt 😉

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-4

Ne, ne. Wir verstehen uns schon gut! Von Raupen und Knoblauch abgesehen, ist das Risotto auf den zweiten Platz meiner Lieblingsrisottos aufgestiegen! Ich fand es super cremig, lecker mit Biss und hach, Spargel! Toll fand ich auch, dass die Graupen schlotzig geblieben sind, obwohl das Risotto noch ne halbe Stunde bis zum Servieren rumstand. Mit Reis wird so ein Risotto ja meistens ganz hart, man muss nochmal Flüssigkeit zugeben und dann fehlt der Biss. War hier gar nicht der Fall. Unbedingte Nachkochempfehlung!
Habt ihr (jüngere) Geschwister und wenn ja, terrorisieren die euch auch immer wenn ihr sie trefft? Ich hätte früher ja deutlich thyrannischer sein sollen, dann würden die heute vielleicht ganz anständig meine Belehrungen annehmen…

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-6

Zutaten (für 4 Personen):
750ml Gemüsebrühe
500g weißer Spargel
1 Zwiebel
5 EL Butter
250g Graupen
1 guter Schluck Weißwein
1 TL Fenchelsamen, 4 EL Kichererbsenmehl (beides weg gelassen)
12 Scampi oder Garnelen
2 El Olivenöl
2 Knoblauchzehen
50g Parmesan (oder ein bisschen mehr)
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Rucola

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-3

Zubereitung:
Brühe in einem kleinen Topf erhitzen. Spargel waschen, schälen, holzigen Enden abschneiden. Spargelschalen und -abschnitte in die Brühe geben und darin kurz kochen lassen. Spargelstangen in Stücke (ca. 1-2cm) schneiden.
Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf mit 3 EL Butter glasig dünsten. Graupen dazugeben, umrühren, mit Wein ablöschen. Nach und nach unter Rühren heiße Brühe angießen. Nach 20min Spargel zu den Graupen geben, 5min mitköcheln lassen.
Fenchelsamen mörsern und hacken, mit Kichererbsenmehl mischen. Scampi/ Garnelen ggf. schälen und vom schwarzen Darmfaden befreien. Abbrausen, gut trocken tupfen, im Fenchel-Mix wälzen. Öl und in der Schale angedrückten Knoblauch in eine große Pfanne geben, Scampi/ Garnelen darin gar braten.
Käse reiben, mit der übrigen kalten Butter (2EL) unter die Spargelgraupen rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Scampi/ Garnelen sowie dem grob gehackten Rucola in vorgewärmten Tellern anrichten.

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

Auftakt: Kressesüppchen mit Räucherlachs

Es gibt wieder was Neues – entschuldigt die Stille hier auf dem Blog. Vor zwei Tagen habe ich mit dem mündlichen Staatsexamen erfolgreich die Hälfte meines Studiums beendet und die Tage davor waren sehr angespannt und ausgefüllt mit Lernen. Ich möchte ja sagen, dass gerade während der anstrengenden Schlussphase das Essen mir Kraft gegeben hat, aber nun ja… entsetzt musste ich feststellen, dass mir komplett der Appetit verging. MIR, die ich im Essen so gut bin, brauchte einen ganzen Tag um auch nur ein Stück Brot zu runterzukriegen! Somit sank auch rapide die Lust, mich auch nur mit meinen geliebten Kochbüchern oder dem Blog auseinander zu setzen.

2016.03.27_Kressesuppe mit Lachs-18

Aber egal! Es ist vorbeit, die Welt strahlt wieder in den schönsten Farben und die Lust auf gutes Essen steigt rapide an! Diese Suppe bietet einen wunderbaren Auftakt für ein Frühlingsmenü oder wärmt einfach am Abend schön, wenn es doch noch nicht ganz so warm ist, wie es die Sonne erhoffen lässt. Bei uns fing so das Essen am Ostersonntag an. Allein diese Suppe war schon so gut, dass sich der ein oder andere sogar noch einen Nachschlag bringen ließ! Und das obwohl alle wussten, dass da noch was Leckeres kommen würde 🙂

Von uns also eine ganz klare Nachkochempfehlung, lässt sich sehr gut vorbereiten und würde ja auch noch am nächsten Tag schmecken, wenn die Eltern nicht so egoistisch gewesen wären und alleine die Reste verspeist hätten…

2016.03.27_Kressesuppe mit Lachs-19

Zutaten (für 4 Personen):
600g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL Butter
1l Gemüsebrühe
2 Kästchen Gartenkresse (oder selbst gezogene)
3 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
120g Räucherlachs (alternativ Stremellachs mit Pfeffer)

2016.03.27_Kressesuppe mit Lachs-16

Zubereitung:
Kartoffeln schälen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Lauchzwiebeln putzen, waschen und hacken. Kartoffeln und Lauchzwiebeln in Butter andünsten, Brühe zugießen und ca. 25min bei mittlerer Hitze zugedeckt garen.
Kresseblättchen mit einer Schere vom Beet schneiden. 2 EL Kresse zur Dekoration beiseitelegen. Den Rest Kresse nach Ende der Kochzeit in die Suppe geben. Die Suppe fein pürieren, dabei Crème fraîche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Suppe in Teller füllen und mit zerrupftem Lachs und restlicher Kresse bestreut servieren.

Quelle: Mit Liebe. Das Genussmagazin (März/April 2016)

Papa, der Grillmeister: Gemüsepäckchen und Lachs

Heute berichtet hier der sonst stille Fotograf über seine Kochkünste und einen Ausflugstipp. In solchen Momenten bin ich neidisch, dass ich nicht mehr daheim wohne 😉
Früher sagte man zu den Kindern „Ess schön Deinen Teller leer. Dann scheint morgen wieder die Sonne!“ Und was haben wir heute davon? Immer mehr dicke Kinder und Klimaerwärmung! Vielleicht ist die Letztere ja schuld daran, dass ich  am vergangenen Sonntag, 8. November bei über 20° auf der Terrasse sitzen und grillen konnte. Und das wohlgemerkt nicht irgendwo weit weg im Süden, nein, in einem Dorf am Fuße der Schwäbischen Alb.

Der Sonntag war in seiner ersten Hälfte schon gut verplant und so war klar, dass es nichts Aufwändiges geben würde. Aber sind nicht oft die einfachen Dinge besonders köstFeatured imagelich? Aus dieser Überlegung wurden bei uns hochgeschätzte Gemüsepäckchen vom Grill und Lachs dazu. Auch vom Grill. Könnte man prima mit Kartoffeln oder Reis kombinieren, oder ganz einfach mit einem Ciabatta oder Baguette. Dazu ein Glas Wein, hinterher ein Espresso mit leckerem Pralinchen. Und das Ganze wie schon geschrieben auf der sonnenerwärmten Terrasse. Perfekt!

Für die Gemüsepäckchen (wir waren zu dritt):
1 Zucchini
1 kleine Aubergine
1 gelbe Paprika
150 g Cocktailtomaten
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Kräuter nach Geschmack (wir hatten Rosmarin)
Allerdings kann man die Gemüsezusammensetzung und –menge nach persönlichem Geschmack variieren

Zubereitung:
Das Gemüse in würfeln (ca.1 cm) und alles zusammen mit dem kleingepressten oder gehackten Knoblauch, Zwiebeln und Kräutern in einer Schüssel vermischen. Featured imageMehrere quadratische Alufolienstücke mit etlichen Löffeln Gemüse füllen, 1 EL Olivenöl darüber tröpfeln und die Folie zu einem geschlossenen Päckchen zusammenfalten. 10-15 Minuten auf den Grill bei kleiner oder mittlerer Hitze

Für den Lachs (entweder TK-Ware oder frische Stücke)
Klassisch schlicht ringsrum mit Olivenöl einstreichen, Zitrone betröpfeln. Salz und Pfeffer nach Geschmack und von jeder Seite ca 5-8 Minuten auf den Grill. Das war’s schon. Wie gesagt, ganz einfach. Aber lecker!

Quelle: BBQ Basics

Danach ging es dann auf einen Hochalbpfad um den Herbst zu genießen. Hier noch ein paar Eindrücke.

Featured image

Featured image

Featured image

Featured image