Berry-Berry-Lady: Waldbeeren-Semifreddo

Ich stehe mitten in einer Brombeerhecke, schwitze bei über 30°C und verfluche die Dornen, die mich trotz langer Hose in die Beine kratzen. Zu etwas langärmligen konnte ich mich nicht überwinden und so kriegen meine Arme nicht nur Dornen, sondern auch diverse Brennnesseln zu spüren. Meine Schuhe werden später ein paar Gras- und Beerenflecken mehr haben und meine roten Finger fallen am nächsten Tag noch einer Kollegin auf.

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Innerhalb von einer dreiviertel Stunde ist meine mitgebrachte Tupper randvoll, über ein Kilo Brombeeren hatte ich in kürzester Zeit zusammen. Ich staune über diesen Überfluss, über diese Fülle an Beeren, die im Gestrüpp leuchten und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Was für ein Reichtum in der Natur, der ohne jedes Zutun wächst und gedeiht! Niemand beschneidet diese Hecken, kämpft gegen Unkraut oder gießt die Sträucher bei Hitze. Und trotzdem gibt es so viele Beeren… In Gedanken reise ich zurück in meine Kindheit. Die Urlaube verbrachten wir in einem Ferienhäusle ohne fließendes Wasser und stromerten jeden Tag durch die Wälder. In einem Sommer gab es so viele Blaubeeren, dass meine Mutter spontan noch einmal heimfuhr und alles an leeren Gläser holte um Marmelade zu kochen.

 

Mit dem ersten Kilo Brombeeren tue ich es ihr gleich. Aber bei diesem einen Mal pflücken konnte ich es nicht belassen! Ein anderes Mal serviere ich Freunden Crostini mit Ziegenfrischkäse und marinierten Brombeeren (wow!) und daheim stelle ich dieses Semifreddo her. Die Zutaten sind echter Luxus und regional sind vermutlich nur die Beeren, aber uiuiuiui, die Salzkaramellschicht ist ein Traum! Sooo cremig, leicht salzig, herrlich!
Ich muss zugeben, mit der Smoothieschicht bin ich nicht ganz zufrieden. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Schichten sehr fest und lässt sich schwer schneiden. Wer eine Eismaschine hat, kann auch ein Beerensorbet herstellen und dieses dann oben drauf streichen. Alternativ könnte man auch ein (sehr gutes, ohne Zusatzstoffe!) Beerensorbet kaufen und statt des Smoothies in die Form drücken.

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Aber ansonsten ist das einfach ein luxuriöses Semifreddo! Macht optisch ordentlich was her und immerhin ein paar Brombeeren wurde ich damit los 🙂 Habt ihr Beeren im Garten oder sucht ihr auch in Wald und Wiesen danach?

Für den Boden:
10-12 Dattel, entsteint
1 EL natives Kokosöl
125 naturbelassene Sonnenblumenkerne
2 EL Kakaopulver
1 Prise Meersalz

Für die Salzkaramellschicht:
10-15 Datteln, entsteint
125ml Wasser
80ml natives Kokosöl
60g weißes Tahini (ich: Cashewmus)
2-3 Prisen Meersalz

Für die Beeren-Smoothie-Schicht
2 reife Bananen, geschält und grob zerkleinert
150g naturbelassene Cashewkerne, über Nacht eingeweicht
150g frische, reife Brombeeren
150g frische, reife Himbeeren
4EL Zitronensaft
2-4 EL Wasser
2 EL Ahornsirup

Für das Beerenherzstück:
5 Brombeeren
12 Himbeeren

Zubereitung:
Eine 10x20cm große Kastenform mit Backpapier auslegen (meine war etwas größer, war kein Problem). Für den Boden die Datteln und das Öl in einen Mixer geben und alles zu einer klebrigen Masse pürieren. Die Kerne, den Kakao und das Salz zugeben und erneut mixen bis die Mischung groben Brotkrümeln ähnelt und auf Druck zusammenhält. Eventuell müssen für die richtige Konsistenz noch weitere Datteln zugegeben werden. Die Masse in die Form geben und gleichmäßig verteilen und festdrücken. Im Gefrierschrank ruhen lassen und die Salzkaramellschicht zubereiten.

Dafür alle Zutaten in den Mixer geben und auf hoher Stufe zu einem feinen Smoothie pürieren. Dann abschmecken und gegebenenfalls zum Nachsüßen einige Datteln oder zum Nachsalzen etwas Meersalz zugeben. Die Kastenform aus dem Gefrierschrank nehmen und die Salzkaramellschicht gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Zurück in die Gefriere und den Beerensmoothie zubereiten.

Den Rührbecher des Mixers gründlich spülen. Alle Zutaten für den Beerensmoothie in den Mixer geben und auf hoher Stufe gründlich pürieren. Gegebenfalls noch etwas Wasser hinzufügen. Die Kastenform aus der Gefriere nehmen und für das Beerenherz die Him-und Brombeeren in die Mitte der Salzkaramellschicht legen. Den Beerensmoothie vorsichtig darübergießen und glatt streichen. Durch leichtes Schlagen der Form auf die Arbeitsfläche sämtliche Luftblasen entfernen.
Mindestens 4h oder über Nacht gefrieren lassen. Vor dem Servieren 30min antauen lassen und nach Belieben dekorieren. Ein scharfes Wasser in heißem Wasser erwärmen und damit Scheiben vom Beeren-Semifreddo abschneiden.

Quelle: Die grüne Küche. Smoothies & Co. (David Frenkiel und Luise Vindahl)

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Rhabarber-Schichtdessert im Glas

Oder auch Rha-rha-rha-a-aa -Rhabarber! Endlich wieder da! Wirklich innovativ ist dieses Schichtdessert nicht, inzwischen wird ja sehr viel in Gläschen portioniert, aber es sieht auch einfach gut aus und ist sehr unkompliziert.

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Als ich gerade das Rezept abgetippt habe, ist mir wieder mal aufgefallen, dass ich mir bei so einfachen Aktionen meistens die Zubereitungsschritte einmal durchlese und dann einfach mache. Ich meine, allein wenn man sich die Bilder anguckt, ist schon recht selbsterklärend, wie das mit der Zubereitung funktioniert, oder etwa nicht? Doch, war es. Es ist sehr unkompliziert. Nur hätte man ein paar Kekskrümel zur Deko zurückbehalten sollen. Das habe ich komplett überlesen und hab stattdessen auf die erste Zitronenmelisse aus dem Garten zurückgegriffen. Alternativ würde sich auch noch ein Klecks Kompott eignen.

Nicht weiter schlimm, ich musste nur über mich selber grinsen, dass ich oft meine, aufgrund meiner langjährigen Kocherfahrung genau zu wissen, wie die Zubereitung gemäß eines abgebildeten Fotos abläuft. Da ist es schon ein Vorteil, wenn man kein Bild zur Verfügung hat, sondern nochmal ins Rezept gucken muss, um weiterzukochen.
Hier könnt ihr kaum Fehler machen und trotzdem sieht es so nett aus… wäre das vielleicht etwas für ein schönes Muttertags-Frühstück? Da kann es ja ruhig mal Schokokekse geben 😉

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Zutaten für 4-6 Gläser:
400g (roter) Rhabarber
100g TK-Himbeeren
80g Zucker
100ml Apfelsaft
20g Vanillepuddingpulver
600g griechischer Joghurt
1-2 El Honig
1/2 Tonkabohnen (schmeckt auch ohne)
100g Hafer-Cookies mit Schokolade (evt etwas mehr)

Zubereitung:
Rhabarber putzen, waschen, ggf. entfädeln und in Scheiben schneiden. Rhabarberstücke und Himbeeren mit Zucker und Apfelsaft aufkochen. Puddingpulver mit wenig kaltem Wasser anrühren und das Kompott damit binden. Vollständig abkühlen lassen (dauert ca 1h)
Für die Creme den Joghurt mit Honig glatt rühren. Die Tonkabohne fein reiben und die Creme damit abschmecken. Hafer-Cookies grob hacken und auf 4-6 hohe Gläser verteilen, dabei ca 1 EL für die Deko zurückbehalten.
Kurz vor dem Servieren Kompott und Creme abwechselnd über die Keksbrösel schichten. Anschließend mit den übrigen Bröseln bestreuen und sofort servieren (sonst zieht der Joghurt Flüssigkeit und in den Gläsern bildet sich ein Wasserrand).

Quelle: deli 2/2017

Schokoladen – Erdnussbutter – Käsekuchen

Oder auch: wer nicht hören will, muss fühlen und kriegt obendrein kaum ein gscheites Kuchenfoto!! Fangen wir aber etwas gelassener an: jedem sollte klar sein, dass ein Käsekuchen, der sich mit Schokolade und Erdnussbutter zusammen tut, nur der Hammer sein kann! Cremig, süß, knackig -allein die ungebackene Frischkäsemasse war schon ein Traum.

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Glücklich also den Kuchen in den Ofen geschoben, Backzeit abgewartet und einen noch leicht wabbeligen Kuchen rausgeholt. Alles gut soweit! Nigel Slater mahnt im Rezepttext an zwei Stellen, dass der Kuchen mindestens 7h, besser sogar noch über Nacht im Kühlschrank stehen muss, damit er vollens fest wird. Ich aber setzte mich freimütig darüber hinweg, war zu ungeduldig, hatte Lust auf diese Süßigkeit und überhaupt! Wenn ich die Form ne Runde in die Gefriere stelle und dann noch ne Weile in den Kühlschrank wird das schon gut gehen. Ähm ja, ging es auch… für zwei Bilder, bei denen die Deko und Belichtung vielleicht noch nicht ideal war.

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Seht ihr auf dem Bild oben in der Mitte den Riss? Jaaa, das war der Ursprung des Bösen: er vergrößerte sich in bester Vulkanmanier und heraus floss das noch viel zu weiche Käsekucheninnere. Auch meine Rettungsversuche mit erneutem Aufsetzen der Springform und „schockfrosten“ in der Gefriere führten nur bedingt zu besserer Haltbarkeit. Zu viel war schon ausgeflossen… Also haltet euch bitte, bitte an die Kühlzeiten!!!

So oder so: geschmacklich ne Bombe war der Schokoladen-Erdnussbutter-Käsekuchen. Genau der richtige Ausgleich nach nem Salätle oder um nach der Fastenzeit wieder richtig zuzuschlagen 😉
Habt ihr auch schon kleinere oder größere Backdesaster erlebt? Ich hoffe, dass trotz mangelhafter Optik euer Kuchen wenigstens geschmacklich gut war!

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Zutaten (für eine Springform mit 20cm-Durchmesser):
Für den Boden:
175g Weizenvollkornkekse mit dunkler Schokolade
100g gesalzene, geröstete Erdnüsse
75g Butter
Für den Belag:
50g dunkle Schokolade
450g Doppelrahm-Frischkäse
4 Eier
1 Eigelb
120g feiner Zucker
1 TL Vanilleextrakt
100g grobe Erdnussbutter

Zubereitung:
Die Butter für den Boden in einem kleinen Topf zerlassen. Die Kekse in der Küchenmaschine mahlen oder in eine Plastiktüte geben und mit einem Nudelholz zu groben Krümeln klopfen. Die Kekskrümel in die flüssige Butter schütten. Die Erdnüsse in der Küchenmaschine zu grobem Pulver zermahlen und unter die Mischung rühren. Die Krümelmasse in die Kuchenform geben und glatt streichen, aber nicht verdichten. Im Kühlschrank fest werden lassen.
Den Backofen auf 160°C vorheizen. Die Schokolade für den Belag in kleine Stücke brechen und in einer Schüssel über einem Topf mit köchelndem Wasser schmelzen lassen. Nicht umrühren, aber die noch festen Schokostücke mit einem Löffel in die Flüssigkeit hinunterdrücken.
Frischkäse, Eier, Eigelb, Zucker und Vanilleextrakt in die Schüssel der Küchenmaschine geben und langsam schlagen, bis sie gründlich vermischt sind. Die Unterseite der Backform mit zwei Lagen Alufolie einwickeln, damit beim Backen kein Wasser eindringen kann. Den Frischkäsebelag auf dem Keksboden verteilen. Als nächstes die flüssige Schokolade darübergießen, dann die ERdnussbutter mit einem Löffel in regelmäßigen Häufchen verteilen. Mit einem Schaschlikspieß oder dem Griff eines Löffels die Schokolade und die erdnussbutter in Wirbeln mit der Frischkäsemischung verrühren.
Die Springform in eine große Bratform stellen und so viel heißes Wasser zugießen, dass sie zur Hälfte bedeckt ist. Im Ofen 55 bis 60min backen. Der Kuchen sollte in der Mitte noch wabbelig sein. Wenn nötig, noch ein wenig länger im Ofen lassen und mit Alufolie abdecken, damit er nicht braun wird.
Den Kuchen aus dem Ofen holen und in der Bratform mit Wasser abkühlen lassen. Über Nacht oder mindestens 7h lang in den Kühlschrank stellen.

Quelle: Ein Jahr lang gut essen (Nigel Slater)

Einfach so: Schoko-Whoppies

Braucht es für Schokokekse eine Begründung? Eine großartige Einleitung? Ich finde, die Bilder sprechen für sich. Auch die Tatsache, dass ich diese Bömbchen schon drei Mal innerhalb von kürzester Zeit gebacken habe und das letzte Mal am Samstag sogar in doppelter Menge…für zwei Personen.

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Ähm ja, somit dürfte auch klar sein, dass sich dieser Blog nicht wirklich mit gesunder Ernährung befasst 🙂 Zumindest nicht dauerhaft. Manchmal schon und dann gibt es auch Rohkost und Chiapudding, aber wie ich es hier auch an anderer Stelle betont habe: es geht um Balance. Und da passen zu meinem Ernährungsgleichgewicht eben auch Schoko-Whoppies, deren Teig hauptsächlich aus dunkler Schokolade besteht, der dann noch eine weiße Schokofüllung kriegt. Wenn schon, denn schon!

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Aber schaut euch mal dieses Prachttürmchen an. Ich wage einfach mal zu behaupten, dass diese Schoko-Whoppies immer noch besser sind als irgendein gekaufter Schokoriegel. Hier weiß ich ganz genau was drin ist. Der Teig ist sehr, sehr zäh. Lasst euch davon nicht verwirren und bitte, bitte beachtet die Backzeit: die Whoppies sind sehr weich und ihr müsst beim Füllen auch aufpassen, dass ihr nicht versehentlich etwas abbrecht, aber ich sag’s euch: es lohnt sich! Frisch aus dem Kühlschrank erinnern die Schoko-Whoppies an Brownies, sehen wunderschön aus und hach, ich könnte ja schon wieder ein paar backen!

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Los! Ab in die Küche mit euch -die Karöttchen können warten!

Für 10 Stück:
200g weiße Kuvertüre
50ml Sahne
1 TL Orangenschale (ich: weggelassen)
150g dunkle Kuvertüre
20g weiche Butter
25g Mehl
1/4TL Backpulver
1 Ei
75g Zucker
Salz

Zubereitung:
Weiße Kuvertüre klein hacken. Sahne und falls verwendet Orangenschale in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen, aber nicht aufkochen lassen. Vom Herd ziehen und die Kuvertüre nach und nach unterrühren bis sie vollständig geschmolzen ist. In eine Schüssel umfüllen und mindestens 1h kalt stellen.
Dunkle Kuvertüre klein hacken. 100g Kuvertüre mit der Butter in einem zweiten Topf (NICHT mit der weißen Schoko zusammen;-) ) bei milder Hitze schmelzen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mehl, Backpulver und restliche Kuvertüre mischen.
Ei, Zucker, 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers mind. 5min schaumig schlagen. Mehlmischung und geschmolzene Kuvertüre nacheinander bei kleiner Stufe unterrühren. Teig 10min ruhen lassen.
Ofen auf 160°C Umluft vorheizen. Mithilfe von zwei Teelöffeln je 10 Teigportionen auf zwei mit Backpapier belegte Bleche verteilen. Insgesamt braucht ihr also ca 20 Teigkleckse, die jeweils ungefähr so groß wie ein 2€-Stück sind. Nacheinander auf der mittleren Schiene 7min backen. Auf den Blechen abkühlen lassen.
Weiße Kuvertürencreme mit einem Spritzbeutel oder einfach mit einem Löffel auf 10 Cookies verteilen. ACHTUNG: die Cookies sind perfekt chewy, sehr vorsichtig die Kekse vom Blech lösen und bestreichen. Dann jeweils einen zweiten Cookie als Deckel aufsetzen und mmmmmh, genießen! Schmecken gekühlt am besten.

Quelle: deli (6/2016)

Von Einhörnern und anderen Fabelwesen: Walnuss-Meringue mit Äpfeln und Vanillepudding

Als ich grad so in meiner Pubertät angekommen war, kam für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine neue Ära auf: Harry Potter erschien und damit eine ganz neue, magische Welt, die bis heute noch die Menschen verzaubert und in ihren Bann zieht. Auch bei uns daheim wurden die Romane verschlungen, wobei ich zugeben muss, dass ich ab dem fünften den Anschluss verloren hab und bis heute nicht weiß, wer eigentlich am Ende noch lebt, gestorben oder verheiratet ist.

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Nichtsdestotrotz war auch ich zeitweise von dieser ganzen Zauberwelt eingenommen. Einen Nachmittag stand ich mit einer Freundin in der Küche um Törtle (so nannte man Muffins bevor sie bekannt wurden) für den Kuchenverkauf in der Schule zu backen und es entbrannte eine hitzige Diskussion über die ein oder andere Buchpassage. Vor lauter vergaßen wir das Mehl in den Teig zu geben und wunderten uns dann, warum die Törtle nach dem Backen total brüchig waren. Uiuiui, so eine Standpauke hab ich noch nie von meiner Oma gekriegt! Für sie war das (verständlich) eine mittlere Katastrophe, dass wir einiges an Nüssen, Schokolade, Eier und Butter völlig umsonst verbacken hatten. Was das alles mit Einhörnern und dieser Walnuss-Meringue zu tun hat?

Erstens braucht ihr hierfür kein Mehl, sprich, eine Standpauke meiner Oma wäre mir damaaals mit diesem Rezept erspart geblieben. Und zweitens meinte meine Schwester als wir beim Essen über die fluffige, wolkige, zartschmelzende Konsistenz dieses „Kuchen“ diskutierten, dass so vermutlich Einhorngehirn schmecken würde 😀 Also liebe Leser, sollten Sie sich jemals gefragt haben, was dem derzeigen Einhorntrend noch fehlt, dann kann ich nur sagen: Einhorngehirnkuchen 😀 Eine wirklich gelungene Verbindung von fabelhaften Zutaten und Konsistenzen.
Diese Baiser, die man beim Bäcker kaufen kann, mag ich ja gar nicht, aber diese Walnussmeringue sind sooo wahnsinnig lecker! Pudding ist sowieso ein echtes Soulfood und hier in einer „erwachseneren“ Form. Ich hatte noch einigen Pudding über, aber nun ja, den werdet ihr schon irgendwie wegkriegen.

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Ganz große Nachmachempfehlung von mir -lasst euch nicht von der langen Zubereitung abschrecken, Nigel Slater hat es sehr ausführlich beschrieben, aber im Prinzip ist das ganz einfach zu machen.

Zutaten für die Meringue:
250g feiner Zucker
6 Eiweiß
1EL Maisstärke
2 TL Weißweinessig
50g Walnusskerne

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Für die Meringue das Eiweiß in eine tiefe Schüssel geben, am besten die einer Küchenmaschine und ziemlich langsam schlagen bis es weiß und schaumig wird. Den Zucker, immer ein paar Esslöffel auf einmal, in das Eiweiß geben und dabei die ganze Zeit bei mittlerer bis hoher Geschwindigkeit weiterschlagen. Wenn der ganze Zucker drin ist, noch gut 5min weiterschlagen bis Eiweiß und Zucker fest und glänzend aussehen. Die Mischung sollte steife, glänzende Spitzen bilden können. Die Maisstärke und den Essig unterziehen.
Während die Eiweiß-Zucker-Mischung steif geschlagen wird, die Walnüsse bei mäßiger Hitze in der Pfanne rösten bis ihre Haut dunkel anläuft und anschließend in einem Geschirrtuch aneinander reiben um so viel Haut wie möglich zu entfernen. ICH habe diesen Schritt ausgelassen und die Walnüsse nur angeröstet. Die Nüsse danach grob hacken. Sobald die Meringuemasse steif geworden ist, die Walnüsse dazugeben. Ein rechteckiges Backblech ca 32x22cm mit Backpapier auslegen und die Meringuemasse möglichst glatt darin verstreichen. ICH habe die Meringue einfach rund gebacken. In den Ofen schieben und diesen sofort auf 140°°C herunterschalten. 45min backen bis sie außen knusprig und innen weich wie Marshmallows ist. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Für den Vanillepudding:
600ml Milch
1 Vanilleschote
6 Eigelb
50g Zucker
2EL Maisstärke

Die Milch in einem beschichteten Topf schütten. Die Vanilleschote längs halbieren, das Mark mit einer Messerspitze herauskratzen und mitsamt der leeren Schote in die Milch rühren. Die Milch fast zum Kochen bringen, dann vom Herd nehmen und beiseitestellen, damit das Vanillearoma die Milch durchtränkt.
Eigelb und Zucker mit einem Löffel verrühren und die Maisstärke unterziehen. Die warme Milch -ohne die Vanilleschote- über die Eigelbmischung gießen und einrühren, alle wieder in den Topf geben und auf eine mittelheiße Herdplatte stellen. Durchgehend umrühren und den Pudding dabei allmählich warm und dick werden lassen. Sobald die Mischung kühl genug ist, in den Kühlschrank stellen, damit sie noch stärker andickt.

Für die Äpfel:
500g Äpfel
50g Butter
1 Handvoll Mandelblättchen

Die Äpfel halbieren, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. In der Butter braten bis sie weich sind, dass sie beinahme zerfallen. Die Mandeln rösten.

Alles zusammensetzen:
Wenn die Meringue kalt geworden ist, die Kruste mit einem großen Löffel leicht eindrücken, sodass sechs flache Mulden entstehen. Den kalten Vanillepudding in die Mulden löffeln, dann die warmen Äpfel darüber verteilen und mit den Mandeln bestreuen.

Quelle: Ein Jahr lang gut essen (Nigel Slater)

 

Fast wie das Original: Vegane Kokospralinen

Das verwendete Kokosmus wurde mir im Rahmen der nu3-Insiderbox kosten-und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Ihr alle kennt doch die Kokospraline, die in der Werbung weiße Strände und ewigen Urlaub verspricht. Oder die Haselnusspraline, die man guten Freunden gibt. Oder die andere Praline, die irgendwie mit Luxus in Verbindung gebracht wird.
Alle haben eins gemeinsam: unter der leckeren Hülle steckt eine Nuss oder Mandel. Und das mag ich gar nicht! Das stört meiner Meinung nach den Gesamtgeschmack.

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Vor kurzem hat eine Freundin einen Witz erzählt, den ich versuche, so gut wie möglich wiederzugeben -im Witze erzählen und merken bin ich nicht sonderlich gut. Also achtung:
Eine alte Frau fährt Tag für Tag mit dem Bus in die Stadt. Eines Tages fragt sie den Busfahrer, ob er denn Haselnüsse möge. Dieser bejaht und bekommt von der Frau eine Handvoll geschälte, glatte Nüsse gereicht. Von nun an bekommt er immer, wenn die alte Frau den Bus nimmt, eine Handvoll Nüsse gereicht. Nach einer Weile fragt der Busfahrer neugierig nach, woher sie denn immer die Nüsse habe. Darauf die Frau: „Wissen Sie, meine Lieblingsschokolade ist die mit ganzen Nüssen. Aber mit meinen Zähnen kann ich die Nüsse einfach nicht mehr essen.“

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So oder so ähnlich war der Witz. Kapiert? Sie lutscht die Schokolade um die Nüsse weg und dann… nun ja, eeeegal! Comedian werde ich in diesem Leben nicht mehr 😀 Was ich damit sagen will, ist, dass ich es eine Zeitlang genau so gemacht habe bei den oben genannten Pralinen: vorsichtig die Hülle aufgebissen, die Creme rausgeschleckt und die Mandel dann schön zur Seite gelegt. Das ging so lange gut bis ich die bösen Blicke meiner Mutter nicht mehr ertragen konnte 😉
Als ich nun das Kokosmus probierte, stellte ich fest, dass es ziemlich genau an den Geschmack von Raffaelo rankommt und wollte somit endlich eine Praline ganz nach meinem Geschmack herstellen. Bitteschön! Ohne Mandel, einfach nur leckerer Kokosgeschmack!

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Zutaten für ca. 30 kleine Pralinen:
4 EL Kokosmus
2 EL Kokosöl
2 EL Mandelmus (Cashewmus ist vermutlich noch etwas besser)
2 EL Kokosraspeln
1 EL Agavensirup
Zum Wälzen: 2 El Kokosraspeln

Zubereitung:
Alle oben genannten Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen. Das Kokosöl und das Kokosmus sollten dafür relativ weich sein, was bei den sommerlichen Temperaturen ja sowieso kein Problem sein sollte. Die Masse abschmecken und falls es euch nicht süß genug ist, noch etwas Agavensirup hinzufügen.
Die Masse für ca. 15min in den Kühlschrank stellen und fester werden lassen, damit sich die Kugeln besser formen lassen. Dann mit einem einem Teelöffel Masse abstechen und zu kleinen Kugeln rollen. Diese dann noch in den übrigen 2 EL Kokosraspeln wälzen und in den Kühlschrank stellen und aufbewahren. Bei Zimmertemperatur verlieren die Pralinen ihre Form.

Quelle: Leicht adaptiert von hier und hier.

Out of control: Brownie-Nutella-Milkshake

2016.03.27_Schoko-Brownie-Shake-11Ich habe ja schon ein paar Mal erwähnt, dass ich sehr blauäugig zum Bloggen gekommen bin, ohne rechte Ahnung von irgendwas, aber nun ja, auch mit dieser recht rudimentär gestalteten Seite läuft es recht gut 😉 So etwas wie „Suchmaschinenptimierung“ war mir aber lange gar kein Begriff: es geht darum, einen Beitrag, ein Bild so zu bezeichnen, dass Leute, wenn sie etwas in einer Suchmaschine eingeben, möglichst auf die eigene Homepage kommen.

Das kann durchaus erheiternd sein, was Menschen so in das Suchfeld eingeben undBlog-Event - Blogg den Suchbegriff III (Abgabe bis zum 10. April 2016) kann sehr, sehr viele Fragezeichen hinterlassen, warum sie ausgerechnet auf deiner Seite gelandet sind. Steffen und Sabrina haben deswegen schon zum dritten Mal bei sich das Blogevent „Blogg den Suchbegriff“ laufen. Die Aufgabe ist denkbar einfach: kreeire ein Rezept zu dem interessantesten und lustigsten Suchbegriff! Und mir war sehr schnell klar, dass wir unbedingt teilnehmen mussten! Nicht nur hatte ich die große Freude, die beiden beim Foodbloggercamp in Reutlingen kennenzulernen und mit ihnen über Craft Beer zu fachsimpeln (nun ja, wir haben es hauptsächlich getrunken…), sondern irgendeine Person meinte auch, dass sie hier auf Unser Meating mit dem Suchbegriff „Kontrollverlust Fun“ fündig wird.

KONTROLLVERLUST FUN?? So ein Suchbegriff, für einen Blog, der unter elterlicher Kontrolle Mitwirkung steht? Ein Blog, der im pietistischen Süden der Republik verankert ist? Von Schwaben geführt wird, die also wirklich nicht verschwenderisch sind und das mit dem Spaß… also jetzt wollen wir nicht gleich übertreiben! Wir und Spaß haben?? Was denkt ihr denn? Das ist harte Arbeit hier!

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Nun ja, dieser Suchbegriff ist etwas komisch und nicht so ganz verständlich, aber kein Problem: wenn ich bei was die Kontrolle verliere (vor allem nach der Fastenzeit) dann bei Schokolade in jeder Form! Deswegen präsentieren wir hier unseren dekadenten schokoladigen Milkshake mit Brownie drin und drauf, Nutella, Sahne und juhuuu, ganz viel Konfetti-Zuckerperlen! Allein von der Produktion kann ich berichten, dass wir sehr viel Spaß hatten – wenn der Vater einem schon auffordert, die Zuckerperlen überall hin zu verteilen, dann weiß man, dass das Shooting eeeetwas aus dem Ruder gelaufen ist 😉

Brownierezept:
300g Schokolade (mind. 70%Kakao)
250g Butter
4 Eier
250g brauner Zucker
1 Prise Salz
200g Mehl
50g Kakao
1Tl Backpulver

Zubereitung:
Den Backofen auf 175°C Umluft vorheizen. Einen Backform (24x24cm) mit Backpapier auslegen. Die Schokolade mit der Butter zusammen in einem Topf auf dem Herd langsam schmelzen. Die Eier mit Zucker und Salz in 3-4min hell cremig aufschlagen. Schokobutter einrühren. Die trockenen Zutaten (Mehl, Kakao, Backpulver) mischen und zügig unter die Schokomasse rühren. Im Backofen in ca. 25min backen – der Brownie muss noch leicht feucht sein. Also lieber einmal öfter pieken und kontrollieren.

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Zusammenstellung des Milchshakes:
Ich kann euch leider nur ungefähre Mengenangaben machen, stimmt es einfach darauf ab, wie viel ihr trinken wollt.
2 Stück Brownie (je ca. 6x4cm groß)
ca. 400ml Milch
2 EL Nutella o.ä.
Vanilleeis (optional)
125g Sahne
bunte Konfettizuckerperlen

Zubereitung:
Die Sahne in einem Rührbecher steif schlagen. Die Browniestücke in einen weiteren Rührbecher zerkrümeln. Nutella dazu geben, mit Milch auffüllen und wer will gibt noch 2 EL Vanilleeis dazu. Das ganze sehr gründlich pürieren.
2 Gläser mit Nutellastreifen verzieren (einfach einen Löffel in die Schokocreme tunken und damit dann am Glas entlangstreifen). Den Milkshake einfüllen, Sahne obendrauf. Wer mag, steckt ein Stückchen Brownie mit einem Strohhalm am Glasrand fest. Und dann streut man noch wild Zuckerperlen drüber. Juhuuuu!!! Kontrollverlust Fun -so geht das also 🙂