Warmer Brotsalat mit Tomaten

Es überrascht mich immer wieder, was man aus so einfachen Zutaten wie Brot und Tomaten machen kann. Tomaten im Hochsommer sind einfach eine Delikatesse – wenn man die Haut aufbeißt und das süße Fruchtfleisch im Mund zerplatzt, fantastisch! Da braucht es nicht viel, um das noch besser zu machen.

2017.07.29_Tomaten-Brot-Salat-4

Im Gegenteil: oft überdeckt ein „Mehr“ an Zutaten den eigentlichen puren Geschmack und macht es zu einer recht undefinierbaren Masse. Das passiert bei diesem warmen Brotsalat garantiert nicht! Ein ideales Gericht um altbackenes Brot zu verwenden, denn kaum ist es knusprig gebacken und mit Knofi liiert, greift jeder wieder gern zu. Diese wunderbare Tomatenvielfalt, die ihr hier auf den Bildern seht, stammt komplett aus dem Garten meiner Eltern! Immer noch werden die Tomaten reif und man pflückt frisch zum Abendessen oder zum Snack zwischendurch eine Portion 🙂

2017.07.29_Tomaten-Brot-Salat-5

Im Vergleich zu anderen Rezepten, die noch aus „I love NY“ kommen werden, fand ich dies sehr kurz und einfach. In der Kürze liegt die Würze… jaaaa, aber so ein, zwei Sätze mehr hätte ich mir doch gewünscht. Denn wenn man die Tomaten zum Brot in die Pfanne schmeißt, wird das sofort lätschig, verliert die Knusprigkeit, die den Salat spannend macht. Deswegen hab ich mich dazu entschlossen (und auch so für euch in den Zubereitungsschritten notiert), die Brotwürfel rauszunehmen, wenn die Zwiebel und kurz drauf die Tomaten angedünstet werden. Ansonten fand ich das Rezept aber wunderbar sommerlich und lege es auch wärmstens ans Herz um noch die letzten Sommerperlen zu essen bevor der Kürbiskonsum ins Exorbitante steigt 😉

PS: man beachte Mama und Papa, die sich im Salatbesteck spiegeln und hungrig darauf warten, dass endlich gegessen werden kann, hehe!

2017.07.29_Tomaten-Brot-Salat-6

Zutaten für 4 Personen:
120ml Olivenöl
6 Knoblauchzehen, leicht zerquetscht, aber noch ganz
8-12 Scheiben Baguette, grob gewürfelt
1 große rote Zwiebel, grob gewürfelt
1,2 kg Tomaten, grob gewürfelt
3 EL Rotweinessig
1 Bund Basilikum, Blätter abgezupft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Olivenöl bei mittlerer bis starker Hitze in einer großen Sauteuse erhitzen. Den Knoblauch 1-2min darin andünsten bis er gut duftet. Die Baguettewürfel hinzufügen und 4-5min goldbraun braten. Dann die Brotwürfel aus der Pfanne nehmen, die Hitze auf mittel bis schwach reduzieren. Evt noch einen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben, die Zwiebel dazugeben und 1min dünsten, dann die Hälfte der Tomaten hinzufügen, 1-2min andünsten. Den Essig angießen und vom Herd nehmen.
Die abgezupften Basilikumblätter und die verbliebenen Tomaten hinzufügen, mit den Brotwürfeln vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Advertisements

Rettungsaktion: Gazpacho

Passend zu den Sommerferien im Süden Deutschlands meldet sich die Rettungsaktion mit allerlei sommerlichen Gerichten. Ich habe mich für Gazpacho entschieden, die hier bei Temperaturen über 25°C mindestens so häufig wie Eis gegessen wird. Und jeeeedes Mal denke ich daran, dass wir mit „Wir retten was zu retten ist“ DRINGEND internationaler werden sollten.

2017.06.16_Gazpacho-1

Ja, die ursprüngliche Initiative stammt von den österreichischen Bloggern Susihttps://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117 und Sina und insofern sind wir auch international aufgestellt, aber ihr ahnt es: auch in nicht deutschsprachigen Ländern hätte die Rettungsaktion einiges zu tun.
Vor ein paar Jahren war ich in Spanien zum Arbeiten. Der Sommer kam und zu meiner großen Überraschung kam eine Freundin zum gemeinsamen Picknick mit einem 3-Liter-Tetrapak voller Gazpacho an!!! Jaaaaa, die kalte Tomatensuppe ist hier nicht sooo bekannt, aber in Spanien ist das eine Art sommerliches Lebenselixir und so kann man im Supermarkt von verschiedensten Marken einen Tetrapak mitnehmen.

2017.06.16_Gazpacho-4

Soll ich euch was sagen? Das schmeckt nicht! Ich habe es probiert, aber diese Gazpacho schmeckt viiiel zu arg nach Tomatensaft, ist zu dünn und ach Leute, macht des doch einfach selber!! Ist sooooo einfach und schnell geht es auch -lediglich die Kühlzeit solltet ihr einplanen.
Mein Gazpachorezept eignet sich super um nicht mehr ganz so frisches Weißbrot zu verwerten. Wer einen großen Standmixer hat, kann sich außerdem glücklich schätzen, weil man in den Behälter einfach alles reinschmeißt, mixt, kühlt und fertisch! Aber lasst euch nicht davon abhalten, ein Gazpacho zu mixen nur weil ihr lediglich einen Stabmixer besitzt. Glaubt mir, hab ich alles schon gemacht und auch das geht problemlos, braucht nur etwas länger 🙂
Und jetzt ab mit euch auf den Markt oder in den eigenen Garten: die Tomaten haben Hochsaison und wollen gegessen werden!

2017.06.16_Gazpacho-2

Hier sind die anderen Mitretter – auf dass der Sommer noch ganz lange bleibt:

Anna Antonia – Gebacken: Aubergine, Zucchini, Feta

auchwas – Rosen – Blüten – Spritzer

Brittas Kochbuch – Gazpacho andalúz

Brotwein – Flammkuchen griechischer Art mit Feta und Oliven

Das Mädel vom Land – Gesulzte rote Beeren

Fliederbaum – Bunte sommerliche Obsttorte

Food for Angels and Devils – Gurkengranité mit weißer Schoggimousse

Genial lecker – Cassis mit Grappa und Fruchtauszug

German Abendbrot – Baskisches Hühnchen vom Grill

Giftigeblonde – Hausgemachte Antipasti

Kebo Homing – Flammkuchen mit Pfifferlingen

lieberlecker – Sauerrahmeis

Münchner Küche – Eis am Stiel mit Joghurt und Johannisbeeren

Obers trifft Sahne – Schwarzkirsch Galette

Prostmahlzeit, die Turbohausfrau – Gegrillter Kukuruz

The Apricot Lady – Schnelle Sommerküche

2017.06.16_Gazpacho-4

Gazpachozutaten (für 4 Personen):
150g Weißbrot (vom Vortag)
2 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
750g Tomaten
3 EL Weißweinessig
1 rote Paprikaschote
1/2 Salatgurke
150ml Gemüsebrühe, gut gekühlt
6 Eiswürfel
Salz, Pfeffer
Edelsüßes Paprikapulver
Chilipulver
2-3 Prisen Zucker
1 kleine grüne Paprikaschote
4 Stängel Basilikum
Optional: Gurkenwürfel, Zwiebelwürfel, Tomatenwürfel

Zubereitung:
Das Brot in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. 4 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, das Brot und die Hälfte des Knoblauchs dazugeben und bei mittlerer Hitze unter Rühren goldbraun braten, anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

DIE AUSFÜHRLICHE VARIANTE: Die Tomaten kreuzweise einritzen, mit kochend heißem Wasser überbrühen und ca. 1min ziehen lassen. Dann die Tomaten häuten, vierteln, die Kerne herauskratzen und die Stielansätze wegschneiden. Das Tomatenfleisch grob schneiden und damt dem dabei angesammelten Saft mit Essig, übrigem Öl und restlichem Knoblauch und der Hälfte des gerösteten Brots mischen und ca. 30min im Kühlschrank ziehen lassen.
Die rote Paprikaschote halbieren, putzen, waschen und grob würfeln. Salatgurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen, dann das Gurkenfleisch in kleine Stücke schneiden. Paprika und Gurke mit den Tomaten samt eingeweichtem Brot mischen und mit Brühe und den Eiswürfeln mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Paprika- und Chilipulver und dem Zucker würzen. Die Suppe im Kühlschrank ca 2h (oder auch länger) durchkühlen lassen.

DIE SCHNELLE VARIANTE: Tomaten waschen, halbieren, Stielansätze rausschneiden, vierteln und in den Mixer damit. Paprika putzen, entkernen und grob würfeln. Gurke schälen, längs halbieren und grob entkernen. Alles zusammen mit der Hälfte des Brots, Brühe, Eiswürfeln und Gewürzen pürieren -gerade ein Standmixer eignet sich dafür sehr gut! Mindestens 2h kühlen.

Die grüne Paprika halbieren, putzen, waschen und in möglichst kleine Würfel schneiden. Optional Gurke, Zwiebel, Tomaten… auch sehr fein würfeln. Basilikumblätter von den Stängeln zupfen, in feine Streifen schneiden und mit den Paprikawürfeln mischen. Die Suppe auf Teller verteilen und mit den übrig gerösteten Brotwürfeln und der Paprikamischung bestreuen.

Quelle: Sommerküche voller Sonne und Aroma (Tanja Dusy)

Nicht nur Grillbeilage: Knoblauchbrötchen

Insbesondere im Sommer wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, dass es Nachteile hat, nicht mehr zuhause zu wohnen. Einerseits ist es auf der Schwäbischen Alp in der Regel ein paar Grad kühler als in Mannheim, wo sich die Hitze in meiner Wohnung staut. Andererseits -und das ist viel, viel schlimmer- grillen meine Eltern gefühlt jeden einzelnen Tag im Sommer! Und ich hab nix davon 😦

2017.02.27_Knoblauchbrot-12

Ja, wir grillen auch im Winter, beziehungsweise der Papa stellt sich raus an den Grill während wir anderen aufs Essen warten, aber im Sommer, wenn man unterwegs ist und es überall nach Feuer und Grillgut duftet, vermiss ich es doch sehr, weiter weg zu wohnen. Wie gut, dass meine Eltern zur Zeit die Chance haben, das wieder gut zu machen -gleich am ersten Abend wurde der Grill angeworfen und die hungrige Tochter versorgt 🙂

Normalerweise ist dieses Focaccia DIE Standardbeilage schlechthin bei uns, wenn gegrillt wird. Aber vielleicht werden wir ja eines Tages dem überdrüssig und suchen was neues und dann bieten sich diese Knoblauchbrötchen an. Sie lassen sich gut vorbereiten, duften einfach herrlichst und jeder kann sich ein oder zwei oder drei Kugeln abzupfen. Ich muss zugeben, dass ich nur eine halbe Knoblauchzehe verwendet habe, dann aber feststellen musste, dass die gebackenen Brötchen gar nicht soooo extrem nach Knofi geschmeckt haben. Gefühlt hat die Zitrone und die Petersilie die Würze aufgegriffen und abgerundet. Sehr lecker!
Selbst wenn die Grillsaison für euch Anfang Oktober endet, schmecken die Brötchen auch sehr gut zu Suppe -alles schon für euch ausprobiert 🙂 Ich hoffe, ihr lasst es euch schmecken und grillt ordentlich bei dem tollen Wetter!
Habt ihr eine Standardbeilage für Grillabende? Oder gibt es hauptsächlich Fleisch? Ich freue mich über neue Ideen!

2017.02.27_Knoblauchbrot-10

Zutaten für 35 Stück:
800g Weizenmehl Type 550, plus Mehl zum Bestäuben
1 Päckchen Trockenhefe
1 EL Pflanzenöl
100g Semmelbrösel
Für die Knoblauchbutter
1 Knoblauchknolle (nicht nur eine Zehe 😉 )
500g weiche Butter
1 Bio-Zitrone
1 Bund glatte Petersilie
1 gestrichener TL Cayennepfeffer

Zubereitung:
Mehl, Hefe und 1 Tl Meersalz in eine große Schüssel füllen. In die Mitte eine Mulde drücken. Unter Rühren 550ml lauwarmes Wasser hineingießen, dabei von außen nach innen untermischen. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und 10min kneten bis er glatt und elastisch ist. In eine geölte Schüssel geben, mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Platz 1h gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Inzwischen die Knoblauchbutter zubereiten. Den Knoblauch schälen und durch die Presse in die weiche Butter drücken. Die Schale von der Zitrone dazureiben, die Petersilie mitsamt den Stengeln fein hacken. Mit dem Cayennepfeffer und 1 Prise Salz mischen. ACHTUNG: für die Knoblauchbrötchen braucht ihr nur ein Viertel der Menge. Also entweder gleich weniger machen oder den Rest für andere Leckereien aufheben.

Eine große Aufflaufform (25x35cm) mit einem Drittel der Knoblauchbutter ausstreichen. Die Semmelbrösel hineinstreuen und durch Schwenken verteilen. Den Teig in 35 Portionen teilen. Jede zu einer Kugel formen und in die Form setzen -5 Reihen mit je 7 Kugeln wären ideal. Ein Drittel der Butter in Flöckchen in und zwischen die Kugeln geben. Den Teig 90min gehen lassen bis sich das Volumen erneut verdoppelt hat.

Den Backofen auf 190°C vorheizen. Die Kugeln mit etwas Salz bestreuen, dann auf der mittleren Schiene 30min backen bis sie schön gebräunt sind. Das letzte Drittel Butter in Flöckchen danach darauf verteilen und verstreichen, damit sie glänzen. Die Form auf den Tisch stellen und jeder kann sich so viel davon abreißen wie gewünscht 🙂

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Qual der Wahl: Rindfleisch-Brötchen

Ist es bei euch auch üblich, zu fragen, ob man etwas mitbringen kann, wenn man irgendwohin eingeladen wird? Ich kenne das nur zu gut, dass diese Frage sofort gestellt wird, wenn man eine Einladung erhält. Und jedes Mal steht man vor der Herausforderung, was man denn dann machen soll. Wenn man ehrlich ist, ist so ein Buffet nämlich ein knallharter Wettkampf und den gilt es jedes Mal neu zu gewinnen!

2016-12-28_hackfleischbrotchen-3

Da wird ausgestellt, zurecht gerückt und regelmäßig nachgeschaut, wie sich die eigenen Leckereien im Vergleich zur Konkurrenz machen, die um die Aufmerksamkeit der hungrigen Gäste buhlen. Und nein, dieses Verhalten legen in meinem Bekanntenkreis nicht nur gestandende Hausfrauen an den Tag, sondern gerade auch die jüngeren Leute! Bestes Beispiel dafür war ein Cocktailabend zwischen den Jahren. Schon sehr lange ist es Tradition, dass nach Weihnachten, wenn noch alle aus dem Jugendkreis daheim sind, ein Abend mit den besten Alkoholika und leckeren Snacks veranstaltet wird. Es ist jedes Mal einfach schön, alle vertrauten Gesichter wieder auf einem Haufen zu sehen, gut zu essen und zu trinken, zu schwätzen und Spaß zu haben. Wirklich ein sehr großes Geschenk, aaaaaber ich schweife ab!

Jedenfalls bringt da jedeR was mit. Die männliche Form trifft hier durchaus zu, denn was die Jungs da an Koch- und Backtalent an den Tag legen, ist echt beeindruckend! Ich hatte für den Abend sozusagen als Grundlage für die Cocktails diese Rindfleisch-Brötchen gebacken. Von außen sehen die ja wirklich unscheinbar aus, aber was sich im Inneren verbirgt, ist wirklich köstlich! Eine Art Bolognesesauce schön kompakt und handlich verpackt um nebenbei verspeist werden zu können. Tja, ohne mich selbst zu loben: die Rindfleisch-Brötchen waren als allererste weg 😀 HAAAA! Den inoffiziellen Buffetwettkampf haben die Dingerchen schon mal gewonnen. Zur Krönung wurde ich auch noch von einem Freund nach dem Rezept gefragt, Doppelsieg 😉

2016-12-28_hackfleischbrotchen-4

Bevor Spekulationen aufkommen: nein, ich hab nicht mein eigenes Buffetmitbringsel aufgefuttert. Um ehrlich zu sein fande ich einen herzhaften Quark-Käse-Kuchen viel, viel geiler mit den Cocktails zusammen. Aber Geschmäcker sind verschieden und der objektive Wettkampf hat nun mal zuerst einen leeren Teller für mich bedeutet 🙂

Zutaten für 20 Brötchen:
1 Zwiebel
1 Karotte
300g Rinderhackfleisch
Olivenöl
2 Lorbeerblätter
1 Sternanis
15g Perlgraupen (ich: Couscous)
10 Zweige Thymian (ich: 1Tl getrockneter)
100ml Shiraz (Rotwein)
500ml Hühnerbrühe
5 eingelegte Walnüsse (5 ganz normale)
Teig:
1 Päckchen Trockenhefe (7g)
1 EL feiner Roh-Rohrzucker
100g Butter
550g Weizenmehl Type 550
175ml fettarme Milch

Zubereitung:
Für die Füllung Zwiebeln und Möhren schälen und sehr fein würfeln. Das Hackfleisch in einer großen beschichteten Pfanne in etwas Öl bei starker Hitze anbräunen, dabei regelmäßig umrühren. Zwiebeln, Möhren, Lorbeer, Sternanis und Graupen unterrühren. Die Thymianblättchen abzupfen und hinzufügen. Alles weitere 5min braten dann mit dem Wein abslöschen und den Bratensatz vom Pfannenboden losschaben. Sobald der Wein verkocht ist, die Brühe angießen. die Nüsse grob hacken (und falls eingelegte verwendet werden diese mit einem guten Schuss Einlegflüssigkeit aus dem Glas) dazugeben. Die Pfanne mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und das Ganze 2h schwach köcheln lassen (Ich habe es maximal eine halbe Stunde köcheln lassen und auch nicht über Nacht kalt gestellt). Die Sauce sollte eingedickt, aber noch nicht trocken sein, regelmäßig umrühren. Abschmecken und über Nacht kalt stellen.
Am nächsten Tag für den Teig die Hefe mit dem Zucker in 150ml lauwarmen Wassen auflösen; 10min ruhe lassen. Inzwischen die Butter mit dem Mehl zu Streuseln verreiben. Hefewasser und Milch sowie 1 gestrichenen TL Meersalz dazugeben. Alles mit einem Löffel verrühren bis es mühsam wird. Dann den Teig mit den Händen kneten bis er glatt und elastisch ist.
Zu 20 gleich großen Kugeln formen (à eta 45g). Auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen, mit einem angefeuchteten Geschirrtuch bedecken und gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Den Backofen auf 170° vorheizen. Jeweils eine Teigkugel auf der Handfläche flach drücken, 2 gehäufte TL Füllung in die Mitte geben (bzw so viel wie möglich, dass sich der Teig gerade noch schließen lässt). Lorbeer und Sternanis entfernen. Die Teigränder über die Füllung ziehen; zusammendrücken. Die Brötchen rund formen. Auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen.
Ganz unten im Ofen 20min backen bis sie hellbraun sind. Wer will, backt die Brötchen schon im Vorraus und wärmt sie vor dem Servieren noch einmal einige Minuten im Ofen auf. Gut schmeckt dazu auch etwas Créme fraiche, das man mit Meerrettich verrühren kann.

Quelle: Jamies Wohlfühlküche (Jamie Oliver)

Anfangszauber: Räucherlachsknödel auf Gurkennudeln

Neben zweifelhaften Jugendsünden bescherte mir mein erstes Studienjahr in Franken auch kulinarische Highlights, die mir vom Schwabenländle längst nicht so bekannt waren: Knödel! Ja klar, wusste ich, dass es die gab und ich hatte bestimmt auch schon mal welche irgendwo gegessen, aber diese Wichtigkeit von Knödeln in unterschiedlichster Form wurde mir erst in Bayern bewusst.

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-2

Ein Freund erzählte, dass seine Oma sich anhand der Knödel an den Wochentagen orientiert: samstags wurden meistens die Knödel vorbereitete, damit es sonntags nach der Messe bald was zu essen gab und für montags gab es dann Reste. Problematisch wurde es, wenn aufgrund von Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten auf einmal häufiger Knödel auf dem Tisch standen…
Mit den „Kartoffelknödeln halb und halb“ konnte ich mich nie so ganz anfreunden, die waren mir irgendwie zu weich und geschmacklich langweilig (oje, ich sehe schon entsetzt meine bayrischen Freunde aufschreien). Aber die Serviettenknödel -oh yeah! Große Liebe!!!! Perfekt um Brot vom Vortag zu verwenden und einfach so gut um die Sauce aufzusaugen.

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-5

Diese Räucherlachsknödel sind vermutlich eine eher modernere Version, etwas eleganter mit den Gurkennudeln und nicht so traditionell wie zu einem Braten. Trotzdem denke ich dabei immer an diese Anfangszeit, die mich nicht nur kulinarisch inspiriert hat, sondern die auch Freundschaften hervorgebracht hat, die bis heute halten. Ein super Studienstart, der vor zwei Wochen mit einem sagenhaften Examen gekrönt wurde 🙂 Darauf ein, zwei Knödelchen -große Empfehlung von meiner Seite. Eines der Rezepte, die ich schon so oft gemacht habe und fast auswendig kann. Die Masse wird einfach soooo flauschig! So mag ich Knödel! Jetzt geht es noch ein paar Tage nach Südtirol -mal schauen, was uns da für Knödelvariationen erwarten 😉
Wie sieht es bei euch aus? Esst und mögt ihr Knödel? Und wer von euch hätte den Wein noch aufgrund des Etiketts gekauft? Hihi, Verpackungsopfer…

Zutaten (für 4 Personen):
250g altbackene Brötchen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
150g Räucherlachs
20g Butter
200ml Milch
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
2 Salatgurken
4 Stängel Dill
1 rote Zwiebel (weggelassen)
200g Saure Sahne
2 EL weißer Balsamicoessig
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer

2016-08-08_serviettenknodel-mit-lachs-3

Zubereitung:
Die Brötchen fein würfeln und in eine große Schüssel geben. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln, ebenso den Räucherlachs. In einer Pfanne die Butter zerlassen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig andünsten. Die Milch dazugeben und 2min köcheln lassen, dann über die Brötchen gießen. Die Eier und den Lachs zugeben, würzen (vorsichtig mit dem Salz! Der Lachs hat schon einiges an Würze) und gut mischen. Circa 10min durchziehen lassen.
Ein nasses, aber gut ausgewrungenes Geschirrtuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten. Die Brötchenmasse darauf verteilen, dabei rechts und links einen gut 5cm breiten Rand lassen, damit man das Bonbon gut zubinden kann. Je nach Topfgröße besser zwei „Bonbons“ rollen, bei mir hat das nicht alles in eins gepasst.
Die Masse zu einer Rolle formen und straff, aber nicht zu fest in das Tuch wickeln. Die Enden mit Küchengarn zubinden. In einem ausreichend großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Das Knödelbonbon hineingeben und 30min im siedenden Wasser (es soll nicht sprudelnd kochen) gar ziehen lassen. Dann herausholen, auswickeln und mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden.
Für den Salat die Gurken schälen und mit dem Sparschäler in lange dünne Tagliatelle-artige Streifen schneiden -das sieht fürs Foto schön aus, aber ihr dürft natürlich auch ganz normale Gurkenscheiben raspeln 😉 Dill fein schneiden, ebenso falls ihr verwendet, die Zwiebel. Saure Sahne, Essig, Salz und Zucker gut mischen und dann unter die Gurken mischen. Mit den Serviettenknödeln servieren.

Quelle: Der Große Lafer (Johann Lafer)

Gedächtnisleistung: Crostini mit Bohnenpaste und Paprika

Zuerst einmal vielen Dank für all eure lieben Kommentare zum letzten Rezept, sei es jetzt bezüglich des Foccacias selbst oder einfach nur, um mir einen schönen Urlaub zu wünschen. Ich hab mich sehr darüber gefreut, heimzukommen, online zu gehen und dann erstmal so viele Kommentare beantworten zu dürfen 🙂 Der Urlaub ist leider schon wieder vorbei, es war eine tolle Zeit in Südtirol mit vielen, vielen Höhenmetern, die wir bei Wanderungen bewältigt haben, leckerem Essen, dem ein oder anderen Gläsle Wein und viel Sonne.

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-1

Schönes Wetter gab es auch als ich nach dem schriftlichen Examen mich für ein paar Tage daheim habe umsorgen lassen. Zumindest an einem Abend haben wir beschlossen, auf den Plettenberg zu fahren, dort auf dem Grillplatz was zu essen und dann Sternschnuppen zu gucken. Für diese Gelegenheit wollte ich ein paar Crostini machen nach dem Rezept aus Stevan Pauls „Auf die Hand“. Die Brotscheiben mit Bohnenpaste und Paprika hatte ich schon so lange vorgenommen zu machen, aber dann ausgerechnet lag das Kochbuch in Tübingen. Was Rezepte angeht, musste ich aber beim Durchlesen des Originals feststellen, besitzt mein Gehirn eine ausgesprochen gute Geächtnisleistung: zwar hab ich nicht an Bohnenkraut gedacht, aber die Bohnenpaste hatte ich so exakt gemacht wie im Rezept angegeben. Pinienkerne gab es keine daheim und jaaaa, die fruchtige Komponente für den Belag hab ich vergessen.

Wahrscheinlich wären die Cranberries noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen, aber auch so waren die Crostinis an einem Sommerabend ideal um die Wartezeit auf die Würstle zu überbrücken 😉 Paprika hat momentan auch Saison und -vorausgesetzt man verwendet nicht Importware vom anderen Ende der Welt- bringt auch eine gewisse Süße mit, die einfach lecker ist! Dass die Schoten allerdings in der Pfanne geschmort werden, das hatte ich auch nicht mehr gewusst. Im Backofen sind die auch gut geworden und durften dann noch schön in einer Tupper marinieren bis sie ihren Auftritt hatten und von meiner Schwester so wunderschön auf die Brotscheiben drapiert wurden.

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-6

Wo beweist ihr denn ein Elefantengedächtnis? Auch bei Rezepte? Ich glaube, bei mir liegt das definitiv in der Familie: zumindest von meiner Oma und meiner Mutter kann ich bezeugen, dass sie Rezepte mit Mengenangaben herunterbeten können. Der Freund hingegen kann auch noch nach Jahren aufzählen, auf welche Berggipfel er hochgewandert ist und mein Bruder kann sich den Inhalt jeder Serie oder Film behalten. Hach, solch eine Gedächtnisleistung für den Lernstoff und das Examen wäre ein Klacks 😀

Zutaten (für 4-6 Portionen):
1 Dose weiße Bohnen (425g EW)
2 Zweige Bohnenkraut (oder 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut)
1 kleine Knoblauchzehe
2-4 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
Salz
2 EL Pinienkerne (ich: Sonnenblumenkerne)
2 EL getrocknete Cranberrys/Rosinen oder Sultaninen (ich: weggelassen)
3 rote Paprika
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Honig (ich: Prise Zucker)
1 Ciabattabrot
Olivenöl, einige Blättchen Basilikum

2016.08.07_Bruschetta weiße Bohnen-4

Für die Bohnenpaste: Bohnen abgießen und in einem Sieb kalt abspülen. Im Mixer mit Bohnenkraut, Knoblauch, Zitronensaft und 2 ELOlivenöl pürieren. Mit Salz würzen.
Für die geschmorten Paprika: Pinienkerne ich einer Pfanne ohne Fett rösten. Herausnehmen und beiseitestellen. Cranberrys grob hacken. Paprika mit einem Sparschäler schälen, halbieren, entkernen und in 1cm breite Streifen schneiden. 4 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Streifen zugeben, salzen und unter Rühren 12-15min bei milder Hitze weich schmoren. Cranberrys die letzten 5min mitschmoren. Pinienkerne und Honig unterrühren und das Gemüse mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig würzen.

ICH habe die Paprika halbiert und bei ca. 180°C im Ofen ca. 25min (?) gebacken, dann gehäutet und in Streifen geschnitten, mit Essig, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker mariniert. Sonnenblumenkerne drüber, alles in ne Tupper und ab zum Picknick!
Für die Crostini: Ciabatta in Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und auf einem Blech im Ofen unter dem Grill in wenigen Minuten hellbraun rösten (oder: über dem offenen Feuer knusprig backen). Die Brotscheiben mit Bohnenpaste bestreichen, Paprikagemüse darauf und evt mit Basilikum bestreut servieren.

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Bleibt alles anders?: Kirsch-Basilikum-Bruschetta

Für die einen kann es nicht genügend Veränderung geben, dem anderen macht jeder Wechsel Angst. Bei mir persönlich stehen dieses Jahr (hoffentlich) noch größere Änderungen an, aber auch wenn ich von mir als Einzelperson wegschaue, sind in den letzten Tagen nur zu sehr Veränderungen auf politischer Ebene diskutiert worden. Was für den Einzelnen nur ein Kreuzchen im einen oder anderen Kästchen war, macht sich nun in der Summe bemerkbar.

Nein, das soll kein politisches Statement werden. Der „Brexit“ war lediglich sehr präsent. Als ich vor kurzem mit einer Freundin über ihre Arbeit sprach und sie nach ihrer alltäglichen Routine fragte, lachte sie nur und sagte, dass es jeden Tag so anders sei und sie sich zwar Aufgaben vornähme, aber oft hauptsächlich damit beschäftigt sei auf ständig neue Anfragen zu reagieren. Neues und Veränderung gehören maßgeblich zu ihrem Alltag.

2016.06.15_Bruschetta-6

Kommt bei all dem, was da auf mich einströmt, Angst auf? Manchmal. Bei all den Statements der letzten Tage stach Norbert Lammert angenehm hervor, der bei einer Sondersitzung gelassen meinte, dass die Sonne trotz Brexit wieder aufgegangen sei. Wenn bei mir da Angst und Sorgen aufkommen, dann halte ich mich daran fest, was ich glaube und an die Menschen, die all diese Jahre schon treu an meiner Seite stehen. Alles bleibt anders? Zumindest kann ich das für veile wertvolle Wegbegleiter beneinen, mit denen ich trotz sich ändernder Umstände immer noch in Kontakt bin.

2016.06.15_Bruschetta-5

Ebenso wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, kommt durch den Wechsel der Jahreszeiten wieder Abwechslung auf den Teller. Diese Art von Veränderung macht doch jedem Foodie Freude, oder? Hat gerade jeder noch für Spargel und das erste zarte Grün geschwärmt, so jubeln jetzt alle über reife Beeren. Und ich zeige euch heute eine Kombination von süßen Früchten, die sich ganz hervorragend als herzhafter Belag auf Bruschetta machen. Auch so eine Verbindung, die sich über Jahre bewährt hat 🙂

2016.06.15_Bruschetta-3

Zutaten (für 6 als Vorspeise)
400g Erdbeeren
250g Kirschen
Basilikum (Menge nach Geschmack, mind. Blätter von 3 Stängeln)
1 rote Zwiebel
4 TL weißer Balsamicoessig
2 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Prise Zucker
1 frisches Baguette
optional: Balsamicocreme

(ich hoffe, die Angaben stimmen einigermaßen. Aber das genaue Verhältnis von Erdbeeren und Kirschen ist relativ egal und kann nach eigenem Geschmack und Vorrat angepasst werden)

Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kirschen waschen, entsteinen und in kleine Würfel schneiden. Die Erdbeeren waschen und ebenfalls klein schneiden. Den Basilikum hacken. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Kirschen, Erdbeeren, Zwiebel und Basilikum mit Essig und Öl mischen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Das Baguette in Scheiben schneiden und auf ein Backblech geben. 5-7min im Ofen knusprig backen.
Die Baguettescheiben auf eine Servierplatte geben und den Kirsch-Basilikum-Belag darauf häufen. Nach Geschmack mit Balsamicocreme beträufeln oder auch noch mit zusätzlichem Basilikum garnieren. So oder so, einfach lecker!

Quelle: The Oh she glows Cookbook (Angela Liddon)