Hüttengaudi: Rösti-Burger

In dieser Zwischenzeit von Weihnachten und Ostern gibt es ein paar kulinarische Dinge, die beachtet werden wollen. Neben allerlei Essen in Herzform und optimal auch noch in rosaroter Farbe zum Valentinstag gehört natürlich das Faschingsschmalzgebäck dazu UND alles, was Hüttengaudi in die schneelosen, flachen Gebiete bringt. Deftiges Essen in rustikaler Umgebung, das nach sportlicher Betätigung im Schnee oder eben im grauen Regenwetter wärmt und mögliche Neujahrsvorsätze weit in die Ferne rücken lässt.

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Ich bin ja echt keine Skifahrerin; bisher stand ich ganz genau drei Mal auf (Langlauf)Ski und das hat einmal mit einer Knieprellung und drei Woche Schiene tragen geendet. Die letzten Male dienten nur zur Erheiterung des Freundes: „Man weiß, dass man langsam ist, wenn einen sogar Rentner überholen.“ Ähm ja, ganz schön kompliziert mit diesen Stangen an den Füßen… Aber ich will ja eigentlich über Essen reden! Keine Ahnung, ob es auf irgendwelchen Hütten in den Alpen oder anderen Skiregionen Rösti-Burger gibt, aber wenn, dann hoffe ich für alle Skifahrer, dass der Burger mehr Biss hat als das Modell vom Mäcces 😉 Der preist seinen Burger ja gerade gefühlt in allen Radionachrichten an, dass ihr vielleicht auch Lust auf so einen Burger der Superlative bekommt.

Wenn ja, dann greift zu! Hier kommt das Rezept für Rösti-Burger, bei denen ihr wirklich was zu beißen und zu genießen habt! Wir haben dieses Mal darauf verzichtet, die Brötchen selber zu backen, sondern haben auf rustikale Weckle vom Bäcker zurückgegriffen. Saftiges Hähnchen, Zwiebeln, süße Apfelscheiben, ein herzhaftes Rösti und würzigem Raclettekäse -was für eine geniale Kombination!! Die Zutatenliste liest sich erstmal lang, aber glaubt mir, es ist gar nicht so kompliziert. Am besten geht es, wenn die ganze Familie mit anpackt -dann hat nicht einer den Stress, fünf Burger auf einmal zusammen zu setzen.

Also egal ob ihr Ski fahrt oder nicht, diese Art von Hüttengaudi schmeckt wirklich jedem (Vegetarier mal ausgenommen ;-)) Und die letzten Raclettereste kommen damit auch endlich weg!

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Zutaten für 4 Burger:
2 Hähnchenbrustfilet (ca 400g)
4 dünne Scheiben luftgetrockneter Schinken
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Apfel
1 rote Zwiebel
1 Zweig Thymian (oder 1 Msp getrockneter Thymian)
1 große vorwiegend festkochende Kartoffel (ca 300g)
1 Msp Natron
4 EL Sonnenblumenöl
4 rustikale Brötchen
8 Scheiben Raclettekäse

Zubereitung:
Apfel mit einem Apfelausstecher entkernen und in Scheiben schneiden. Zwiebel in Ringe schneiden. Ofen auf 60°C vorheizen. Hähnchenbrüste schräg in jeweils 4 Scheiben schneiden. Schinken längs halbieren und die Schnitzel mit Schinkenstreifen umwickeln. In einer beschichteten Pfanne im heißen Olivenöl von jeder seite 4-6min braten, mit Salz und Pfeffer würzen. Auf eine Platte legen und im Ofen zugedeckt warm stellen.
Die Apfelscheiben und Zwiebeln in die Pfanne mit dem Hähnchenfett geben und 8min braten. Thymianblättchen abzupfen und die letzten 2min mitbraten. Auf die Platte mit den Hähnchenschnitzeln legen.
Für die Rösti Kartoffeln schälen, fein raspeln, Natron untermengen und leicht pfeffern. Sonnenblumenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Röstimasse trocken ausdrücken und in 8 Portionen in die Pfanne geben. Leicht flachdrücken und die Rösti bei mittlerer Hitze von jeder seite in 4 min knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen und salzen.
Die Platte mit Hähnchen & Co aus dem Ofen holen und diesen auf 175° erhitzen. Die Brötchen halbieren, mit den Schnittflächen nach oben auf ein Blech mit Backpapier legen und sowohl die Unterseiten als auch die Deckel mit Raclettekäse belegen. In den Ofen schieben und den Käse schmelzen lassen. Dann mit Schnitzeln, Äpfeln und Zwiebeln auf den Unterseiten anrichten, nochmal kurz in den Ofen schieben und kurz erhitzen. Dann Deckel drauf, Mund weeeeit aufsperren und genießen!

Quelle: Auf die Hand (Stevan Paul)

 

Von Einhörnern und anderen Fabelwesen: Walnuss-Meringue mit Äpfeln und Vanillepudding

Als ich grad so in meiner Pubertät angekommen war, kam für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine neue Ära auf: Harry Potter erschien und damit eine ganz neue, magische Welt, die bis heute noch die Menschen verzaubert und in ihren Bann zieht. Auch bei uns daheim wurden die Romane verschlungen, wobei ich zugeben muss, dass ich ab dem fünften den Anschluss verloren hab und bis heute nicht weiß, wer eigentlich am Ende noch lebt, gestorben oder verheiratet ist.

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Nichtsdestotrotz war auch ich zeitweise von dieser ganzen Zauberwelt eingenommen. Einen Nachmittag stand ich mit einer Freundin in der Küche um Törtle (so nannte man Muffins bevor sie bekannt wurden) für den Kuchenverkauf in der Schule zu backen und es entbrannte eine hitzige Diskussion über die ein oder andere Buchpassage. Vor lauter vergaßen wir das Mehl in den Teig zu geben und wunderten uns dann, warum die Törtle nach dem Backen total brüchig waren. Uiuiui, so eine Standpauke hab ich noch nie von meiner Oma gekriegt! Für sie war das (verständlich) eine mittlere Katastrophe, dass wir einiges an Nüssen, Schokolade, Eier und Butter völlig umsonst verbacken hatten. Was das alles mit Einhörnern und dieser Walnuss-Meringue zu tun hat?

Erstens braucht ihr hierfür kein Mehl, sprich, eine Standpauke meiner Oma wäre mir damaaals mit diesem Rezept erspart geblieben. Und zweitens meinte meine Schwester als wir beim Essen über die fluffige, wolkige, zartschmelzende Konsistenz dieses „Kuchen“ diskutierten, dass so vermutlich Einhorngehirn schmecken würde 😀 Also liebe Leser, sollten Sie sich jemals gefragt haben, was dem derzeigen Einhorntrend noch fehlt, dann kann ich nur sagen: Einhorngehirnkuchen 😀 Eine wirklich gelungene Verbindung von fabelhaften Zutaten und Konsistenzen.
Diese Baiser, die man beim Bäcker kaufen kann, mag ich ja gar nicht, aber diese Walnussmeringue sind sooo wahnsinnig lecker! Pudding ist sowieso ein echtes Soulfood und hier in einer „erwachseneren“ Form. Ich hatte noch einigen Pudding über, aber nun ja, den werdet ihr schon irgendwie wegkriegen.

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Ganz große Nachmachempfehlung von mir -lasst euch nicht von der langen Zubereitung abschrecken, Nigel Slater hat es sehr ausführlich beschrieben, aber im Prinzip ist das ganz einfach zu machen.

Zutaten für die Meringue:
250g feiner Zucker
6 Eiweiß
1EL Maisstärke
2 TL Weißweinessig
50g Walnusskerne

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Für die Meringue das Eiweiß in eine tiefe Schüssel geben, am besten die einer Küchenmaschine und ziemlich langsam schlagen bis es weiß und schaumig wird. Den Zucker, immer ein paar Esslöffel auf einmal, in das Eiweiß geben und dabei die ganze Zeit bei mittlerer bis hoher Geschwindigkeit weiterschlagen. Wenn der ganze Zucker drin ist, noch gut 5min weiterschlagen bis Eiweiß und Zucker fest und glänzend aussehen. Die Mischung sollte steife, glänzende Spitzen bilden können. Die Maisstärke und den Essig unterziehen.
Während die Eiweiß-Zucker-Mischung steif geschlagen wird, die Walnüsse bei mäßiger Hitze in der Pfanne rösten bis ihre Haut dunkel anläuft und anschließend in einem Geschirrtuch aneinander reiben um so viel Haut wie möglich zu entfernen. ICH habe diesen Schritt ausgelassen und die Walnüsse nur angeröstet. Die Nüsse danach grob hacken. Sobald die Meringuemasse steif geworden ist, die Walnüsse dazugeben. Ein rechteckiges Backblech ca 32x22cm mit Backpapier auslegen und die Meringuemasse möglichst glatt darin verstreichen. ICH habe die Meringue einfach rund gebacken. In den Ofen schieben und diesen sofort auf 140°°C herunterschalten. 45min backen bis sie außen knusprig und innen weich wie Marshmallows ist. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Für den Vanillepudding:
600ml Milch
1 Vanilleschote
6 Eigelb
50g Zucker
2EL Maisstärke

Die Milch in einem beschichteten Topf schütten. Die Vanilleschote längs halbieren, das Mark mit einer Messerspitze herauskratzen und mitsamt der leeren Schote in die Milch rühren. Die Milch fast zum Kochen bringen, dann vom Herd nehmen und beiseitestellen, damit das Vanillearoma die Milch durchtränkt.
Eigelb und Zucker mit einem Löffel verrühren und die Maisstärke unterziehen. Die warme Milch -ohne die Vanilleschote- über die Eigelbmischung gießen und einrühren, alle wieder in den Topf geben und auf eine mittelheiße Herdplatte stellen. Durchgehend umrühren und den Pudding dabei allmählich warm und dick werden lassen. Sobald die Mischung kühl genug ist, in den Kühlschrank stellen, damit sie noch stärker andickt.

Für die Äpfel:
500g Äpfel
50g Butter
1 Handvoll Mandelblättchen

Die Äpfel halbieren, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. In der Butter braten bis sie weich sind, dass sie beinahme zerfallen. Die Mandeln rösten.

Alles zusammensetzen:
Wenn die Meringue kalt geworden ist, die Kruste mit einem großen Löffel leicht eindrücken, sodass sechs flache Mulden entstehen. Den kalten Vanillepudding in die Mulden löffeln, dann die warmen Äpfel darüber verteilen und mit den Mandeln bestreuen.

Quelle: Ein Jahr lang gut essen (Nigel Slater)

 

Rettungsaktion: Rinderbraten mit Bratapfelkruste

Gewisse Dinge gehören für mich einfach nicht zusammen: Beziehungsdetails mit der Öffentlichkeit bequatschen, duschen und danach zum Sport aufbrechen oder auch Feiertage und Fertigessen kaufen. Mit Fertigessen kann ich im Allgemeinen sowieso nichts anfangen, aber erst recht dann nicht, wenn es ein besonderer Anlass ist.

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Wenn ich dann momentan die Angebotsblättle durchschaue oder zufällig eine Fernsehwerbung sehe, bekomme ich oft genug den Eindruck, dass nicht nur der normale Alltag, sondern gerade die bald beginnende Advents- und Weihnachtszeit komplett von der Lebensmittelindustrie vereinnahmt wurde. Da werden strahlend-schöne Mütter präsentiert, die ihren Liebsten gerade die Fertigsuppe aus dem Päckchen servieren. Oder eine Gruppe Freunde, die mit einem Fertigcocktail auf die Feiertage anstoßen. Die Rouladen oder der Braten sind selbstverständlich schon fertig eingelegt, damit den von der Weihnachtszeit gestressten Personen wenigstens die ach-so-anstrengende Arbeit der Nahrungszubereitung erspart bleibt. Von den Fertigteigen für Plätzchen fang ich jetzt gar nicht erst an…

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Ohne jetzt auf andere herabschauen zu wollen, bin ich einfach nur erleichtert und glücklich, dass ich aus einer Familie komme, in der die Essenszubereitung gerade zu solchen Feiertagen besonderen Stellenwert eingenommen hat. Auch wenn meine Mutter beispielsweise  an Heiligabend zur Nachtwache ins Altersheim musste oder wir alle in der Kirche aktiv waren, wäre es im Traum nicht passiert, einen Fertig-Kartoffelsalat oder ähnliches auf den Tisch zu stellen.

Ich vermute, dass die meisten, die hier mitlesen, sowieso eher weniger vorzubereitetes Fleisch kaufen. Aber vielleicht kann unsere Rettungstruppe euch heute zeigen, dass von https://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117Braten-Klassikern bis zu innovativeren Neukreationen alles kein Hexenwerk ist. Heute werden also Braten gerettet und euch vielleicht schon Lust auf die ein oder andere Leckerei für die Feiertage gemacht.
Glaubt mir, eure Familie und eure Geschmacksknospen danken es euch, wenn ihr selber Hand anlegt. Oftmals spart ihr durch Fertigprodukte sowieso keine Zeit. Und gerade die Braten lassen sich gut vorbereiten, damit ihr auch Zeit mit den Liebsten verbringen könnt.

Ein Tipp noch zu diesem Rinderbraten mit Bratapfelkruste: um den perfekten Garpunkt hinzukriegen einfach ein Bratenthermometer verwenden. Für unter 10€ bekommt ihr eins und das hilft, dass das Fleisch zart ist. Dass es sich sowieso lohnt ein paar Euro mehr für das (Bio-)Fleisch auszugeben, ist euch sowieso klar, gell? Ansonsten erhaltet ihr hier mit der Bratapfelkruste ein saftiges Fleisch, das von der Bratapfelkruste mal etwas anders begleitet wird. Von meiner Schwester hörte ich nur große Schwärmerei über dieses Prachtstück aus Mamas Küche 🙂
Zu guter Letzt bevor es an die Mitretter geht noch ein herzliches Danke an Susi und Sina für die unermüdliche Organisation der Rettungsaktion!!!!

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Und hier wieder eine ganze Liste von anderen Köstlichkeiten:
Pane Bisteca: Schulter-Steak- Braten mit Kruste

Kochen mit Herzchen: Wildsauerbraten

Prostmahlzeit: Gebratener Schweinebauch

Giftige Blonde: Bio-Rindsbraten mit Rotweinsauce

Summsis Hobbyküche: Sauerbraten

Leberkassemmel und mehr: Krustenbraten mit Speckknödel

Magentratzerl: Rinderschmorbraten mit Balsamicosauce und Kartoffelknödeln

Kebo homing: Truthahnbraten „all in one“

Lieberlecker: Rinderbraten mit Biersauce

Friederike Fliederbaum: Husarenbraten

Brotwein: Schweinebauch aus dem Ofen

Anna Antonia: eine Art Brasato al Barolo

Genial lecker: Entenbraten

Auchwas: Schinkenbraten in Apfelmostsauce

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Zutaten (für 6 Personen):
Für die Bratäpfel:
1/2 Bund Petersilie
2 große Zwiebeln
100g Speck in Scheiben
4 EL Butter
1 TL getrockneter Majoran
8 kleine, rotschalige Äpfel
2 EL Zitronensaft
1 Ei
100g gemahlene Mandeln
Für das Filet und Sauce:
1kg Rinderfilet (aus dem Mittelstück)
Salz, Pfeffer
1 EL Butterschmalz
200ml Rinderfond
1-2TL Senf
1-2 EL kalte Butter

Zubereitung:
Petersilie waschen, Blättchen hacken, Zwiebeln abziehen und fein würfeln. Ebenso den Speck. 2 EL Butter erhitzen, Speck goldgelb ausbraten, Zwiebeln und Majoran zufügen und glasig dünsten.
1 Stunde vorm Servieren: Äpfel waschen. Aus 6 Äpfeln Kerngehäuse ausstechen. Übrige Äpfel schälen, entkernen, würfeln, mit Zitronensaft, Speck-Zwiebeln, Ei, Petersilie und gemahlenen Mandeln mischen.
Backofen auf 175 Grad erhitzen. Äpfel auf ein Blech mit Backpapier setzen. Die Hälfte der Apfel-Speck-Mischung in die ausgestochenen Äpfel hineinfüllen, mit ein paar Butterflöckchen belegen und 45min backen.
Inzwischen Filet abbrausen, salzen, pfeffern. Schmalz in einer Pfanne erhitzen. Filet rundum anbraten, oberen Teil mit übriger Apfel-Speck-Mischung belegen =fest andrücken. Filet zu den Äpfeln auf das Blech legen und bis zum Schluss (40min) mitbraten. Zur Sicherheit Bratenthermometer einstechen.
Den Bratensatz in der Pfanne mit Fond ablöschen, etwas einköcheln lassen und kurz vor dem Servieren Senf und Butter einrühren.
Filet in Scheiben schneiden, mit  Bratäpfeln auf Tellern anrichten, etwas Sauce angießen und servieren. Bei uns gab es Kartoffelpüree und Wirsinggemüse dazu.

Quelle: Meine Familie & ich (12/2014)

Aus Mamas Küche: Wirsing-Quiche mit Speck

Heute veröffentliche ich hier ein Rezept, das ich nie probiert habe – so unfair ist manchmal einfach das Leben, wenn man nicht mehr daheim bei Mama wohnt, der Vater aber von einem2016.01.05_Wirsingtarte-13 Essen sehr begeistert ist. Da kommt man dann nichtsahnend auf ein Besüchle vorbei, der Papa holt einem zum Computer und zeigt einem die Bilder. Eigentlich seien die Bilder erst einmal entstanden, weil er irgendwas beim Fotografieren ausprobieren wollte, aber dann sei die Quiche so lecker gewesen, dass ich unbedingt das Rezept veröffentlichen müsse.

Bitteschön! Ich komme meiner Schuldigkeit nach! Es macht mich ja 2016.01.05_Wirsingtarte-12sehr an, dass die Quiche mit Apfel belegt ist, so was Süßes zu Herzhaftem finde ich ja immer ganz toll. Und außerdem kann ja kaum was schief gehen, wenn ein Essen von der Mama stammt 😉
Bezüglich des Kochens bemerkt man bei meiner Mutter und mir auch ganz eindeutig die Verwandschaft: auch sie kann hin und wieder nicht widerstehen, wenn an Supermarktkassen Kochzeitschriften angeboten werden. Und dann wird munter daraus nachgekocht! So läuft das bei mir auch 🙂 Außerdem wird familiär die Abneigung zu Kümmel geteilt! Bei mir ist das eindeutig ein Kindheitstrauma: als Baby haben meine Eltern mich mit irgendwelchem Kümmelöl gegen Blähungen behandelt… Es hat gewirkt, aber dadurch kann ich das Zeug heute nicht ausstehen. Ich schreib es trotzdem rein, vielleicht geht es euch ja anders?!Blog-Event CXVI - German Krautkoepfe

Zeitlich passt die Quiche wunderbar zum Saisongemüse Wirsing und damit auch zum aktuellen Krautkopf-Event, das Eva bei Zorra veranstaltet. Ich schicke schon mal diesen Gruß aus Mamas Küche zu euch zwei rüber bis ich mich die Tage noch mit einem selbst gekochten Rezept melde.

Zutaten (für 8 Stücke)
1/2 Kopf Wirsing (ca. 600g)
1 TL Salz
(1/2 TL Kümmelsamen)
150g Bacon
2 EL Butter2016.01.05_Wirsingtarte-15
2 EL Apfelessig
Pfeffer
1 (rotschaliger) Apfel
etwas Zitronensaft
2 Eier
150g Creme fraiche
150ml Milch
1 Bund glatte Petersilie

Für den Teig:
250g Mehl (plus etwas mehr zum Arbeiten)
1/2 Würfel frische Hefe (20g)
Salz
3 EL Olivenöl

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben, die Hefe mit 2-3EL lauwarmen Wasser verrühren. 30min ruhen lassen. Dann Mehl mit Hefeansatz, Öl, Salz und 100ml lauwarmen Wasser verkneten und weitere 30min ruhen lassen.
Den Kohl putzen, in feine Streifen schneiden und mit Salz (und Kümmel) verkneten. Die Hälfte vom Speck in Streifen schneiden. In einem großen Topf den Speck auslassen, die Butter zugeben und den Kohl einrühren. 3min dünsten, den Essig zufügen. 3-4min im geschlossenen Topf schmoren und anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Apfel waschen, vierteln, entkernen, in schmale Spalten schneiden, mit Zitronensaft beträufeln. Den Backofen auf 200Grad vorheizen. 2016.01.05_Wirsingtarte-12
Eier mit Milch und Creme fraiche verrühren, würzen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Eine gefettete Springform (26cm Durchmesser) damit auslegen, einen Rand hochziehen und mit dem Wirsing und Apfel belegen. Die Eiermilch darüber gießen und im Ofen 40min backen.
In der Zwischenzeit den übrigen Speck auslassen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Petersilie fein hacken. Zum Servieren die Quiche mit Petersilie und Bacon belegen.

Quelle: Meine Familie und ich 1/2016 (?)

Hoch die Tassen!: Kürbiscremesuppe mit Vanille

Eine Kürbissuppe ohne Ingwer??? Das ist für mich wirklich außergewöhnlich! Ich liebe diese würzige Knolle einfach und schmeiße sie sehr gerne in Suppen, Smoothies,… Die beste Kombination ist dann tatsächlich, wenn man oben drauf die Suppe noch mit Zimt-Crouton2015.12.29_KürbisSuppe-11-3s toppt! Das harmoniert ganz wunderbar!
Aber ich weiß auch, dass Ingwer in meiner Familie bei nicht allen Mitgliedern beliebt ist. Und auch einige Freunde stehen dem kritisch gegenüber. Ich erinnere mich an ein Abschlussessen, das ich veranstaltete und mir ein Freund nach leer gelöffeltem Teller gestand, dass Ingwer für ihn so ziemlich das schlimmste sei! Nur aus Höflichkeit hatte er alles gegessen…

Also wagte ich mich an eine Alternative -recht skeptisch, ob denn Kürbissuppe ohne meine Geheimwaffe was werden könnte. Und Überraschung: diese Varia2015.12.29_KürbisSuppe-14-6nte ist wirklich fein! Die Vanille schmeckt wunderbar zart heraus, es ist cremig und einen Hauch Zimt darf auch noch dazu 🙂 Außerdem eignet sich die super um nicht mehr so knackig-frische Äpfel loszuwerden. In dem Sinne (und weil’s zu den Bildern passt): hoch die Tassen! So stellt man jeden Suppenkasper zufrieden! Im normalen unfotogenen Leben würde ich die Suppe übrigens ganz normal in einem tiefen Teller servieren, aber naja, das hätte nicht ganz so chic ausgesehen.

Wie ist es bei euch? Welchen Geschmack könnt ihr üüüüberhaupt nicht leiden? Also bei mir sind das Minze und Kümmel! Ich bin froh, dass der Koriander die Minze in der Kräuter-Hit-Parade langsam ablöst 😉

Zutaten (für 4 Personen):
1kg Kürbis nach Wahl (geputzt 750g)
1 großer Apfel 2015.12.29_KürbisSuppe-8-1
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
1/2 Vanilleschote
2 EL Butter
2 EL Zucker
900ml Gemüsebrühe
1 Msp. Zimt
Salz/Pfeffer
100g Sahne
2-3 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Vom Kürbis die Schale und den inneren, faserigen Teil samt Kernen wegschneiden, das Fruchtfleisch grob würfeln. Apfel waschen, vierteln, entkernen und kleinschneiden. Den Lauch längs halbieren, waschen, putzen und in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.

Butter in einem Topf2015.12.29_KürbisSuppe-13-5 schmelzen, darin Zwiebel und Lauch bei mittlerer Hitze langsam andünsten. Den Zucker darüberstreuen und unter Rühren goldbraun karamellisieren lassen. Kürbis und Apfel dazugeben und 2min mitdünsten, dann mit Brühe ablöschen. Vanillemark – und Schote mit dem Zimt in die Suppe geben, salzen und pfeffern, zugedeckt bei mittlerer Hitze 20-25min kochen lassen.

Dann die Suppe fein pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Wunsch die Sahne in den Topf geben oder individuell in die Suppentassen geben. Wer will, serviert die Suppe mit Thymiancroutons (Brotwürfel und Thymian in einer Pfanne knusprig braten) und Apfelwürfeln.

Quelle: Winterküche (Tanja Dusy)

Supertrendyyy: Grünkohlsalat mit Apfeldressing

Ich war nie eine Trendsetterin. Auch zählte ich nie zu den It-Girls der Schule. Je älter man wird, desto egaler ist einem das. Denn was für den einen wahnsinnig toll ist, entlockt dem anderen nur ein Schulterzucken. Und was heute „in“ ist, ist morgen schon „out“, wenn nicht gar gesundheitsschädigend. Eines der besten Beispiele sind die Chiasamen – vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Beitrag. Ich mag eure Einstellungen!

 

Wenn ich den heutigen Beitrag passend zur Jahreszeit ordentlich pushen wollte, dann würde ich jetzt mit Detox und Low-Carb und … werben. Muss nicht sein! Ich will es mir ja nicht vo2015.12.24_Grünkohlsalat-12llkommen mit euch verscherzen nachdem ich hier ein altbekanntes Trendgemüse präsentiere 😉 Ein weiteres dieser gehypten Nahrungsmittel ist nämlich der Grünkohl. Seitdem er in den USA zum Superfood erklärt wurde, taucht er als „Kale“ in Smoothies und als Chipsersatz auf. Hier im Ländle kannte ich den bis zu eben dieser Trendwelle nicht. Schließlich gibt es im Süden Deutschlands keine (mir bekannten) Kohlfahrten. Kohl gab es während des Winters natürlich trotzdem in den verschiedensten Formen.

Als Salat jedoch nie, was aber jetzt geändert wird. Durch das kurze Blanchieren wird der Grünkohl zart und schmeckt gar nicht muffig-kohlig. Ideal also für Einsteiger wie mich! Und im Gegensatz zu dem teuren Superfood ist Grünkohl selbst in Massen erschwinglich! Da freut sich das Studentenherz 🙂

Zutaten (für 2 als Abendessen, für 4 als Beilage):
700g Grünkohl2015.12.24_Grünkohlsalat-15
Salz, Zucker
2 große säuerliche Äpfel
1/2 Bio-Zitrone
2 Knoblauchzehen
5 EL Olivenöl
1 EL Balsamicoessig
1 EL Butter
Zubereitung:
Den Grünkohl waschen, die Blätter von den Stielen abstreifen und in grobe Stücke zupfen. In einem Topf ca. 5 cm hoch Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Grünkohl darin ca. 5min kochen bis er bissfest ist.
Inzwischen die Äpfel vierteln, (schälen -hab ich nicht gemacht), das Kerngehäuse entfernen und die Äpfel klein würfeln. Die Zitrone heiß waschen, abtrocken, die Schale fein abreiben und von einer Hälfte den Saft auspressen. Den Knoblauch schälen. In einer Pfanne die Butter mit 1 EL Öl erhitzen und die Apfelwürfel bei mittlerer Hitze unter Rühren in 3-4min anbraten. Knoblauch dazupressen, kurz anbrutzeln lassen, leicht salzen und vom Herd nehmen.
Den G2015.12.24_Grünkohlsalat-16rünkohl in ein Sieb abgießen und kurz kalt abschrecken. Abtropfen lassen und mit dem Apfel und der Zitronenschale mischen. Aus dem übrigen Öl, dem Essig, Salz und einer Prise Zucker ein Dressing zusammenrühren und unter den Salat mischen. Am besten lauwarm servieren.

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

PS: im nächsten Beitrag verwende ich weniger Anglizismen, versprochen! 😉

 

 

Vorratskammermüsli: Apfel-Zimt-Granola

Eines der interessantesten Dinge, die es für mich daheim gibt (von der Familie mal abgesehen 😉 ) ist die immer randvoll gefüllte Vorratskammer meiner Mutter. Nein, stopp! Ich muss mich korregieren: es gibt zum einen die Speisekammer, ein fensterloses Kämmerlein direkt an der Küche dran und dann gibt es noch den Vorratskeller. Die Gefriertruhe erwähne ich gar nicht erst! Jedenfalls könnte sofort eine große Versorgungsnot eintreten und wir könnten immer noch jahrelang etliche Zeit überleben ohne dass es Probleme gäbe.

2015.12.23_ApfelmusMüsli-14Ja,ja, meiner Mutter ist das jetzt furchtbar peinlich, aber ich werde genau so sein! Nur leider steht mir in meiner WG für solch eine Hortung zu wenig Platz zur Verfügung. Der große Vorteil einer solchen Vorratshaltung ist es, dass eigentlich immer alles da ist, egal ob man jetzt spontan eine Pizzaparty feiern möchte oder einen Smoothie in den Mixer schmeißen will. Deswegen war es auch gar kein Problem, alle Zutaten für dieses Apfel-Zimt-Granola zusammen zu suchen.

Müsli selber machen ist für mich DIE Neuentdeckung des Jahres 2015 gewesen! Nicht nur irgendwelche Riegel mach ich selber, sondern gerade das Kürbisknuspermüsli hat es mir voll angetan! Als Nic dann schrieb, dass dieses Granola noch besser sei als das andere war klar2015.12.23_ApfelmusMüsli-13, dass ich das machen müsste. Und so kam nach einer Linzer Torte noch schnell das Müsli in den Ofen und kurz drauf durfte geknuspert werden.

Wirklich lecker, der Deckel der Dose wurde regelmäßig geöffnet und jemand fischte sich ein paar Knusperstückchen raus. Die Vorratshaltung hat sich also wieder mal gelohnt. Liebe Mama, nicht rot werden! Ich wette, diese Art von Massenhaltung ist ein weit verbreitetes Phänomen in kochenden Haushalten 😉 Stimmt’s?

Zutaten:
100g kernige Haferflocken2015.12.23_ApfelmusMüsli-19
100g zarte Haferflocken
50g Sonnenblumenkerne
50g Haselnusskerne, grob gehackt
50g Mandeln, grob gehackt
20g Chia-Samen
1 Tl Zimt
1 El Kokosöl
85ml Ahornsirup
ca. 300g Apfelmus (ungezuckert, ansonsten Ahornsirup reduzieren)
100g getrocknete Apfelscheiben

Zubereitung:
Alle trockenen Zutaten außer die getrockneten Apfelscheiben in einer großen Schüssel vermischen. Dann verrührt ihr die nassen Zutaten (Kokosöl, Ahornsirup und Apfelmus) und vermischt das alles sorgfältig mit den trockenen Zutaten. Die Müslimischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und bei 150°C im Ofen für ca. 35-40min backen. Dabei immer mal wieder umrühren, damit alles gleichmäßig bräunt und knusprig wird.
Die Mischung auf den Blechen abkühlen lassen und dann erst die getrockneten Apfelstückchen untermischen. Die dürfen nicht mitgebacken werden, weil sie sonst zu trocken werden.

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Quelle: Luzia Pimpinella.