Aus Mamas Küche: Eierlikörkuchen

Ich weiß, ich weiß – Eierlikörkuchen… gäääääähn! Alles schon da gewesen – veröffentlicht man, wenn dann nur um die Osterzeit, wenn alle Rezepte rund ums Ei bringen – und überhaupt: weder vegan noch glutenfrei, dann so eine hohe Zuckermenge und der Alkohol?! Geht ja gar nicht, kein trendiges Rezept!

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Tja, mir egal! Ich hab nämlich eeeeeeewig rumgenörgelt bis endlich, endlich, endlich mal dieser Kuchen fotografiert wurde. Gefühlt macht meine Mutter den alle zwei Wochen und irgendwann hat sie mir auch mal das Rezept gegeben. Über WhatsApp. In einer Sprachnachricht. Dazu muss man wissen: meine Mutter und ich schreiben uns nicht viele Nachrichten. Meistens geht es darum, sich abzusprechen, wann man telefoniert, weil das viel besser ist als zu schreiben. Und dieser Zustand ist mein Glück, weil ich so die einzige Sprachnachricht im Chatverlauf auch noch Monate später sehr schnell finden konnte.

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Irgendwann wurden die Mengenangaben auf einen kleinen Klebezettel rausgeschrieben und der klebt jetzt in irgendeinem Kochbuch. Aber damit die Sucherei ein für alle Mal ein Ende hat, habe ich darauf bestanden, dass das Rezept verbloggt wird. Auch wenn es niemand anguckt, weil jede Familie da ihr eigenes Traditionsrezept hat, mir egal! Ich will das von meiner Mama, weil der Eierlikörkuchen von ihr einfach der allerbeste ist!

Ruck-zuck zusammengerührt mit Zutaten, die meistens sowieso im Haus sind. Auch nach Tagen ist der Kuchen noch saftig und ich weiß, dass ich damit viel mehr Menschen glücklich mache als mit so mancher vegan-rohen Kreation 🙂

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Zutaten für eine Kastenform:
250g weiche Butter
180g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
1 Tasse Schokostreusel (so eine kleine Kaffeetasse, fasst ca. 200ml)
1 Tasse Eierlikör
250g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:
Die Butter mit dem Zucker, Vanillezucker und Eiern schaumig rühren. Dann den Eierlikör dazugießen, verrühren. Mehl, Backpulver und Salz mit der Buttermischung zu einem glatten Teig rühren. Zum Schluss die Schokostreusel unterheben.
Den Teig in eine gefettete Kastenform streichen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C ca 50-60min backen. Falls der Teig zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe machen und den Kuchen in der Form auskühlen lassen. Wer mag, verziert den Kuchen noch mit flüssiger Schokolade, aber im Normalfall wird der Eierlikörkuchen bei uns pur gegessen.

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Warmer Brotsalat mit Tomaten

Es überrascht mich immer wieder, was man aus so einfachen Zutaten wie Brot und Tomaten machen kann. Tomaten im Hochsommer sind einfach eine Delikatesse – wenn man die Haut aufbeißt und das süße Fruchtfleisch im Mund zerplatzt, fantastisch! Da braucht es nicht viel, um das noch besser zu machen.

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Im Gegenteil: oft überdeckt ein „Mehr“ an Zutaten den eigentlichen puren Geschmack und macht es zu einer recht undefinierbaren Masse. Das passiert bei diesem warmen Brotsalat garantiert nicht! Ein ideales Gericht um altbackenes Brot zu verwenden, denn kaum ist es knusprig gebacken und mit Knofi liiert, greift jeder wieder gern zu. Diese wunderbare Tomatenvielfalt, die ihr hier auf den Bildern seht, stammt komplett aus dem Garten meiner Eltern! Immer noch werden die Tomaten reif und man pflückt frisch zum Abendessen oder zum Snack zwischendurch eine Portion 🙂

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Im Vergleich zu anderen Rezepten, die noch aus „I love NY“ kommen werden, fand ich dies sehr kurz und einfach. In der Kürze liegt die Würze… jaaaa, aber so ein, zwei Sätze mehr hätte ich mir doch gewünscht. Denn wenn man die Tomaten zum Brot in die Pfanne schmeißt, wird das sofort lätschig, verliert die Knusprigkeit, die den Salat spannend macht. Deswegen hab ich mich dazu entschlossen (und auch so für euch in den Zubereitungsschritten notiert), die Brotwürfel rauszunehmen, wenn die Zwiebel und kurz drauf die Tomaten angedünstet werden. Ansonten fand ich das Rezept aber wunderbar sommerlich und lege es auch wärmstens ans Herz um noch die letzten Sommerperlen zu essen bevor der Kürbiskonsum ins Exorbitante steigt 😉

PS: man beachte Mama und Papa, die sich im Salatbesteck spiegeln und hungrig darauf warten, dass endlich gegessen werden kann, hehe!

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Zutaten für 4 Personen:
120ml Olivenöl
6 Knoblauchzehen, leicht zerquetscht, aber noch ganz
8-12 Scheiben Baguette, grob gewürfelt
1 große rote Zwiebel, grob gewürfelt
1,2 kg Tomaten, grob gewürfelt
3 EL Rotweinessig
1 Bund Basilikum, Blätter abgezupft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Olivenöl bei mittlerer bis starker Hitze in einer großen Sauteuse erhitzen. Den Knoblauch 1-2min darin andünsten bis er gut duftet. Die Baguettewürfel hinzufügen und 4-5min goldbraun braten. Dann die Brotwürfel aus der Pfanne nehmen, die Hitze auf mittel bis schwach reduzieren. Evt noch einen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben, die Zwiebel dazugeben und 1min dünsten, dann die Hälfte der Tomaten hinzufügen, 1-2min andünsten. Den Essig angießen und vom Herd nehmen.
Die abgezupften Basilikumblätter und die verbliebenen Tomaten hinzufügen, mit den Brotwürfeln vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Im Bücherregal: I love NY von Daniel Humm & Will Guidara

Schon lange bevor wir zu bloggen anfingen, übten Kochbücher eine Faszination auf mich aus. Damals wie heute konnte ich sehr lange im Buchladen sitzen und ein Kochbuch nach dem anderen durchblättern. 2013 stieß ich auf „I love NY. Mein New York Kochbuch“ und war schlagartig verliebt -diese Bilder, die Herangehensweise, die Rezepte! Leider verpasste ich den Zeitpunkt, mir mein Exemplar zuzulegen und irgendwann gab es das Buch nur noch antiquarisch für bis zu 150€. Umso glücklicher war ich, als ich mitbekam, dass der at Verlag eine Neuauflage plante.

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Der erste Eindruck
Ja, genau so schwer und dick hatte ich „I love NY“ in Erinnerung. Ich blätterte andächtig Seite um Seite um, freute mich an den kleinen Strichmännchen, die mal eine Kirsche tragen oder im Boot fahren und bestaunte die sagenhaften Bilder! Gleichzeitig aber fragte ich mich bei dem ein oder anderen Rezept, ob es nicht etwas zu hoch gegriffen war, das Kochbuch eines Sternekochs zu rezensieren, wo ich doch nur eine recht bodenständige Hobbyküche pflege. Daniel Humm, der eigentlich aus der Schweiz kommt, wanderte 2003 nach San Francisco aus ohne überhaupt ein Wort Englisch zu sprechen. Seit 2006 führt er das Eleven Madison Park in New York, das mit drei Sternen vom Guide Michelin ausgezeichnet ist und 2017 zum weltbesten Restaurant auf der San-Pellegrino-Liste gewählt wurde.
Würde das Kochbuch solch eines Koches mehr zum Anschauen verdammt sein als tatsächlich als Kochinspiration zu dienen?

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Inhalt
Das erste Foto des Beitrags zeigt euch neben süßen kleinen Strichmännchen auch das Inhaltsverzeichnis. Zunächst erläutern Daniel Humm und Will Guidara, wie sie auf die Idee kamen, die Küche New Yorks und deren Produzenten zu porträtieren. Im Gebrauch dieses Buches wird ausdrücklich betont, dass aus diesem Kochbuch gekocht werden soll! Ab dem Beginn wird klar, dass hier detailliert gearbeitet wird, denn es wird vor den eigentlichen Rezepten aufgelistet, was mit Milch gemeint ist (Vollmilch), der Wein trocken, Salz grobkörnig sein soll und „gewürfelte“ Würfel eine Kantenlänge von 1/2cm haben.
Dann geht es auch schon an die Rezepte, die alphabetisch nach der entscheidenden Zutat aufgelistet sind – von A wie Ahornsirup bis Z wie Zwiebeln. Ein Stillleben der jeweiligen Zutat über eine Doppelseite läutet das neue Kapitel ein, darauf folgt die Vorstellung des Farmers und dann zwei bis drei Rezepte. Alle vorgestellten Produzenten befinden sich in einem Umkreis von 200km um New York City – das regionale Angebot prägt dieses Buch und macht es zu etwas Besonderem.
Denkt aber bitte nicht, dass nur ganz spezielle Zutaten vorgestellt werden, die man hier nicht bekommt – von wegen! Spargel, Tomaten & Co gibt es auch hier im regionalen Anbau, den örtlichen Metzger habt ihr hoffentlich auch schon besucht und Äpfel wachsen vielleicht sogar im eigenen Garten. Klar, eine Austernzucht hab ich nicht vor der Tür, aber selbst wenn wäre ich dort eher weniger Stammkunde 😉
„I love NY“ endet mit der Vorstellung von Produzenten von Kochgeschirr aus Kupfer, Meersalz und Steinzeug bevor dann Grundrezepte aufgelistet werden, auf die in den Rezepten verwiesen wird. Das Register ist einerseits nach Zutaten geordnet, allerdings finden sich auch die Rezepttitel -sprich, wenn man sich nicht mehr erinnert, in welchem Zutatenkapitel sich der „Manhattan Clam Chowder“ findet, kann man hinten nachgucken und erfährt so, dass dieser Eintopf bei den Venusmuscheln gelistet wird. Sehr praktisch und übersichtlich!

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Die Rezepte
Der Inhalt ist nur das eine, am wichtigsten ist an einem Kochbuch doch, ob die Rezepte funktionieren oder ob die zu abgehoben sind für eine Hobbyköchin wie mich. Auf den ersten Blick war ich erstmal erschlagen und fühlte mich leicht abgeschreckt: einerseits sehen viele Gerichte auf dem Rezeptbild sehr kompliziert und Sterneküche-mäßig aus, andererseits lesen sich die Zubereitungsschritte sehr aufwändig. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die einzelnen Schritte nicht nach 1., 2., 3. gegliedert werden, sondern separiert vorgestellt und dann erst zusammen gesetzt werden. Das empfinde ich aber durchaus als sehr hilfreich, denn dadurch wird das Risiko minimiert, dass man einen Schritt vergisst. Ein sehr durchdachter Aufbau also!
Auch meine Befürchtung, dass die Rezepte für mich lediglich schön zum Anschauen wären, traf nicht zu. In jedem Kapitel findet sich in der Regel ein herausforderndes „Sterneküche“-Rezept, aber auch mindestens ein Rezept, das problemlos für jeden nachkochbar ist. Das merkt ihr auch daran, was es bei uns schon alles gab:

  • New York Sour: aus Apfelschalen und Essig wird ein Sirup gekocht, welcher dann einen Cocktail aus Calvados und Ei süßt – außergewöhnlich! Und der Sirup hat mir den Sommer versüßt, auch ohne Alkohl sehr lecker und erfrischend!
  • Birnen-Kaffee-Kuchen: was für ein mega saftiger Kuchen! Birnenstücke werden über Nacht in Birnenbrand mariniert und dann verbacken – sooooo gut! Rezept folgt!
  • Hähnchenschnitzel-Sandwich: lecker solide und eignet sich auch als Resteverwertung von übrig gebliebenem Focaccia
  • Mast Brothers Chocolate Cookies: vielleicht hab ich meinen Ofen damals nicht im Griff gehabt, aber mir sind die Kekse etwas zu trocken geraten. Geschmacklich herb und bitter – mein Bruder war begeistert!
  • Warmer Brotsalat mit Tomaten: ein Teil der Tomaten wird gekocht, der Rest kommt dann roh dazu. Alles wird mit knusprigen Brotwürfeln serviert, lecker!

Das will ich unter anderem unbedingt noch machen (aber der Urlaub kam mir dazwischen):

  • Schinken-Ei-Sandwich: das kann nur gut sein!
  • Kürbissuppe: Kürbisse werden im Ofen gebacken und die Suppe dann auch darin serviert.
  • Gefülltes Brathuhn: ich hab schon so lang kein Hühnchen mehr gemacht, die Füllung mit Apfel, Kastanien, Knoblauch und Kräutern passt wunderbar in den Herbst
  • Walnusstorte mit Karamell und Meersalz: damit wird wieder Speck für den Winter angefuttert -klingt einfach zu gut!

Mein Fazit zu den Rezepten ist also sehr, sehr positiv. Alles hat geklappt, alles hat sehr gut geschmeckt! Wie gesagt, ein paar aufwändigere Rezepte stehen noch zum Ausprobieren aus, aber nach den bisherigen Erfahrungen her geh ich da völlig angstfrei ran. Das wird schon klappen und schmecken auf jeden Fall!!! Wer allerdings vorhat, sich kalorienarm zu ernähren oder vegetarisch / vegan lebt, der wird hier eher nicht fündig. Die verwendeten Fettmengen sind oft beachtlich, aber nun gut, wir wissen ja alle, was schmeckt 😉 Vegetarische Rezepte sind zwar schon einige drin, aber da würde ich mir eine Anschaffung nochmal überlegen.

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Kaufempfehlung:
Ja, 50€ sind viel Geld! Aber hier kriegt man wirklich viel dafür. Selbst wenn ihr das Buch nur zum Bestaunen der Bilder kaufen würdet, wärt ihr nicht enttäuscht – euer Magen vielleicht schon, weil es sich wirklich lohnt, daraus zu kochen. Wer ein New-York-Fan ist, wird in diesem Kochbuch eine ganz andere Seite der Stadt und der Umgebung kennenlernen. Es ist nämlich eben kein reines Kochbuch, sondern ebenso ein Loblied auf die Bauern und deren Leidenschaft für ihre Produkte. Das ist wirklich schon zu lesen und ermutigt, in der eigenen Umgebung sich mit den Produkten auseinander zu setzen. Und wenn ich mir anschaue, was ich daraus noch alles machen will und dass es den Birnen-Kaffee-Kuchen nicht erst einmal gab, kann ich erst recht empfehlen, sich dieses außergewöhnliche Kochbuch zuzulegen 🙂

PS: 2013 als die erste Auflage erschien haben schon einige Foodblogger Rezensionen veröffentlicht. Hier die Links zu ihren Meinungen: Kleiner Kuriositätenladen, Grain de Sel, Schöner Tag noch. Auf deren Blogs findet ihr auch Rezepte daraus.

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Daniel Humm & Will Guidara. I love NY. Mein New York Kochbuch
at Verlag
496 Seiten, viele, viele Fotos
ISBN: 978-3-03800-991-7
49,90€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Kotelettbraten vom Grill

So, da bin ich wieder! Es heißt „Back to normal“ nach einem grandiosen Wanderurlaub: uiuiui, sind wir die Berge rauf und runter – rund 7000 Höhenmeter, viele Kilometer und unzählige grandiose Ausblicke haben wir im Vinschgau und in den Dolomiten erwandert. Ich war so vollkommen weg von der Arbeit, dass es mir jetzt umso schwerer fällt, wieder zu meinem Arbeitstempo zurückzufinden.

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Neben diversen sportlichen Aktivitäten wurde natürlich auch gekocht: Abend für Abend wurden die Trangiakocher aufgestellt und vor einer grandioser Kulisse gefuttert. Und als ich dann heimkam, wurde ich von meinen Eltern mit diesem grandiosen Kotelettbraten verwöhnt! Als ob das gute Essen im Urlaub zu kurz gekommen wäre -von wegen! Aber hey, wenn Papa was vom Grill macht, bin ich sofort Feuer und Flamme!

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Von diesem Kotelettbraten hatte ich schon gehört als ich Anfang August nach meinem Besuch wieder in Karlsruhe war. Wohlgemerkt NACH meinem Heimaturlaub, in dem ich sehr viel gekocht hatte. Kein Vorwurf, Mama 😉 Ich mach das ja sehr gerne und im Gegensatz zu mir mussten alle während der Zeit arbeiten. Aber wenn es ums Grillen geht, da werde ich neidisch!!! Mein Vater hat mit seinem Napoleon (ja, es gibt auch andere Hersteller wie den Weber) inzwischen schon sehr viele ausgefallene, außergewöhnliche Dinge zubereitet und eigentlich war es jedes Mal ein richtiger Gaumenschmaus.

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Und wenn ich dann um so etwas Leckeres gebracht werde, ist die Enttäuschung schon groß. So ist das halt, wenn man eigenständig und weg von daheim ist, seuftz! Aber die Entschädigung direkt nach dem Urlaub war umso schöner. Und boah, war das gut! Saftiges Fleisch, leckere Gewürzkruste und dann dieses unvergleichliche Grillaroma -vermutlich wird das dieses Jahr an Heiligabend zubereitet, weil wir alle so begeistert waren! Ich hoffe, ihr wagt euch an den Braten -Thermometer rein, indirekt beheizen und der Braten fängt an zu duften!

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Zutaten für 10 Personen – lässt sich problemlos auch kleiner zubereiten!
Zutaten für die Gewürzpaste:
100g getrocknete Aprikosen
50ml (Holunderbeeren-)Essig
1 TL Paprikapulver
1 TL Kräuter der Provence
1/2 TL Senfsaat
1 TL Salz
1 Knoblauchzehe
Pfeffer nach Geschmack
40ml Walnussöl
40g Walnüsse

Zutaten für das Fleisch:
3kg Kotelettbraten
40g (Akazien-)Honig
10g Rosmarin
20g grobes Meersalz

Für die Gewürzpaste die Aprikosen grob zerkleinern. Anschließend mit den restlichen Zutaten im Mixer zu einer Paste verarbeiten.
Für das Fleisch am besten den Metzger bitten, das Fleisch am Stück ganz vom Knochen zu lösen. Falls eine Fettauflage vorhanden ist, diese mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneiden. Dabei darauf achten, dass nur die Fettauflage eingeschnitten wird.
Das Fleisch rundherum mit dem Honig einreiben. Den fein geschnittenen Rosmarin und das Meersalz mischen. Das Fleisch ebenfalls rundherum damit würzen. Die Innenseite des Kotelettbratens mit einem Teil der Gewürzpaste einreiben. Wieder auf den Knochen legen und mit Bindfaden am Knochen festbinden. Dann die Fettseite mit der restlichen Gewürzpaste einreiben. Das Fleisch in Backpapier einwickeln und über Nacht im Kühlschrank marinieren.
Den Grill für indirektes Grillen mit 140-160°C vorbereiten. Den Braten mit dem Knochen nach unten auf den Grillrost legen, Kerntemperaturfühler ins Fleisch stecken. Den Deckel des Grills schließen und so lange grillen bis das Fleisch eine Kerntemperatur von 58-62°C erreicht hat. ACHTUNG: das kann 90-120min dauern und braucht logischerweise viel Energie. Haltet sicherheitshalber noch eine neue Gasflasche parate 😉
Den Kotelettbraten aus dem Grill nehmen und abgedeckt 15min ruhen lassen. Dann den Bindfaden entfernen, Fleisch vom Knochen nehmen und in Scheiben schneiden. Wieder auf den Knochen legen und servieren.

Quelle: aus irgendeinem Edekablättchen rausgerissen, Rezept gibt es auch online hier. Wir haben aber Fleisch beim Metzger gekauft, da wissen wir, wo das Fleisch herkommt!

Sommergemüsegratin mit Zitronensahne

Gutes kann so einfach sein – ein bisschen Gemüse, Sahne, sogar Zitrone und Parmesan sind verzichtbar und schon hat man ein wunderbares Gratin. Strahlend bunte Farben, eine echte Augenweide, die all das tolle Sommergemüse vereint. Nein, viel braucht es wirklich nicht -hier gibt es keinerlei Ausreden sich vor dem Kochen zu drücken!

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Auch wenn ihr gerade erst von daheim ausgezogen seid, bleibt mir bitte von den Tiefkühpizzen weg und das Regal mit der Fertigtütennahrung könnt ihr auch gleich vergessen, weil mit diesem Rezept zeigt sich mal wieder wie einfach Selberkochen ist! Ein Messer und ein Schneidebrett werdet ihr wohl haben, irgendeine Form für den Backofen sicherlich auch und schon kann’s losgehen! Gemüse schnippeln, möglichst dekorativ einschichten (ein Hoch auf meine Mutter -ich hätte nicht die Geduld für solch ein Kunstwerk gehabt!) und mit Sahne übergießen.

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Fett – hier in Form von Sahne ist sowieso immer ein guter Geschmacksbringer 🙂 Wenn das Gemüse im Ofen schön drin köchelt, braucht es nicht mehr viel. Zitronenschale und Parmesan bringen noch den letzten Aromakick. Wer frische Kräuter wie Thymian hat, kann die natürlich auch gerne verwenden, nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Aber da sind Geschmäcker ja unterschiedlich und für jeden bedeutet das was anderes.

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Bei mir ist dieses Sommergemüsegratin schon seit zwei Jahren ein Standardgericht – so farbenfroh, so frisch, so lecker! Ein bisschen Brot dazu um die Sahne aufzudippen und ich bin glücklich! Ihr hoffentlich auch 🙂
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich jetzt in den Wanderurlaub: die nächsten Wochen wird ausschließlich auf einem Trangia-Kocher Essen zubereitet. Und auch das geht ohne Fertigprodukte! Habt einen schönen August; wir lesen uns wieder im September.

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Zutaten (für 4 Personen):
1 kleiner Brokkoli
200g Mangold oder Spinat
200g Zucchini
1 rote Paprika
1 Zuckermaiskolben
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
250g Sahne
50g frisch geriebener Parmesan
2 EL Butter
Butter für die Form
Salz, Pfeffer
Basilikum nach Geschmack zum Bestreuen

Zubereitung:
Gemüse waschen. Brokkoli in kleine Röschen teilen, Paprika in schmale Streifen, Maiskörner vom Kolben schneiden. Die Zucchini in kleine Würfel schneiden, die Frühlingszwiebel in feine Ringe, den Knoblauch fein hacken und den Mangold oder Spinat grob hacken.
In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Brokkoli ca 2min blanchieren, dann die Maiskörner und die Mangoldstiele dazugeben. Die Mangold- oder Spinatblätter in ein Sieb gießen und beim Abgießen des Gemüse so die Blätter kurz blanchieren. Das Gemüse abtropfen lassen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine flache, ofenfeste Form mit Butter fetten. Das Gemüse, die Frühlingszwiebel und den Knoblauch mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und in der Form verteilen.
Die Zitrone waschen und abtrocknen. Die Schale fein abreiben und in die Sahne rühren. Diese würzen und über das Gemüse in die Form gießen. Den Parmesan gleichmäßig darüber verteilen und zum Abschluss noch die Butter in Flöckchen auf den Käse setzen.
Im Ofen ca 30min backen bis das Gemüse schön gebräunt ist. Kurz ruhen lassen, mit Basilikum bestreuen und servieren. Dazu passt Brot oder Salzkartoffeln.

Quelle: Frühling, Sommer, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

Sommertage mit Erbsen-Zucchini-Risotto

Sommer ist anscheinend nicht nur dann, wenn es regnet (seit langem mal wieder – keine Beschwerden bitte, besseres Wetter ist schon wieder in Sicht), alle Schüler frei haben und die besten Bücher aus der Bücherei ausgeliehen sind, sondern Sommer ist auch dann, wenn auf allen Blogs die Zucchinischwemme beschworen wird 🙂 Ich hab natürlich schon brav mitgemacht und mich gefragt, wie viele Kilo Zucchini mich im elterlichen Garten erwarten.

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Tja, von wegen! Die Zucchini wachsen zwar brav, aber meine Mutter „leidet“ unter einen Bohnenflut! Kiloweise hat sie schon verarbeitet und mich bei meiner Abreise natürlich auch eingedeckt. Aber nun gut, ich hatte in mehr oder weniger weiser Vorraussicht Zucchinirezepte gesucht… Zum Glück versteckten sich unter den rießigen Blättern noch zwei Früchtchen, die gartenfrisch für das Risotto verwendet werden konnten.

Ich glaube, jeder Italiener würde entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, wenn er das Rezept für dieses Risotto sieht: Kokosmilch und Vollkornreis… das ist doch nicht traditionell?! Ja, vermutlich nicht, aber lecker! Heimlicher Star und UNBEDINGT notwendig ist das Erbsenpüree. Ohne ist das Risotto recht langweilig, aber mit bekommt es genau den Kick, den das Gericht braucht.

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Überhaupt verwandelt die Liason mit Basilikum und Parmesan die unscheinbaren, langweiligen Erbsen in ein richtiges Highlight! Für mich die Entdeckung des Sommers und mal wieder die Bestätigung, dass Parmesan und Zitrone jedes Gericht aufwerten 🙂 Große Nachkochempfehlung also, egal, ob ihr das Gericht exakt nach Rezeptangabe macht oder die ein oder andere Abkürzung wie ich nehmt – meine Änderungen hab ich im Rezept vermerkt.

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Zutaten für 4 Personen:
2 Selleriestangen (ich: 2 kleine Zwiebeln), fein gehackt
5 Knoblauchzehen, zerdrückt (ich: nur 2)
350g Kurzkorn-Vollkornreis (ich: normaler Risottoreis)
1 Dose Kokosmilch (400ml)
2 EL Apfelessig
1,2l Gemüsebrühe
1 kräftiger Schluck Weißwein
Saft von 1 Zitrone (ich: 1/2)
2 kleine Zucchini, in Halbkreise geschnitten
300g TK-Erbsen, aufgetaut
ein paar frische Minzeblätter, grob gehackt (ich: näää, keine Minze!)
Öl, Salz, Pfeffer

Für das cremige Erbsenpüree:
200g TK-Erbsen, aufgetaut
Saft von 2 Zitronen (ich: 1/2)
20g frische Basilikumblätter
2 EL Nährhefe (ich: Parmesan)
70ml Olivenöl

Zubereitung:
Einen reichlichen Schuss Olivenöl in einen großen Topf mit Deckel geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Sellerie, (Zwiebel), Salz und Pfeffer zufügen und den Sellerie ungefähr 10min darin dünsten bis er weich ist. Nun den Knoblauch hineingeben und 1 weitere Minute andünsten, dann Reis zugeben, kurz mitbraten und mit dem Wein ablöschen. Dann Kokosmilch, Brühe, Apfelessig und Zitronensaft zugeben, kurz aufkochen lassen, dann den Deckel aufsetzen, die Hitze reduzieren und den Reis 50min köcheln lassen bis er gar und das Wasser absorbiert ist. Immer wieder nachschauen und umrühren, gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen.
ICH habe das Risotto klassisch gemacht und schöpfkellenweise die Brühe (nur ca einen halben Liter) angegossen, das hängt davon ab, welchen Reis ihr verwendet. Packungsangaben beachten und davon die Kochzeit ableiten.

Nach 50min den Deckel abnehmen, die Zucchinistückchen unterrühren und das Risotto weitere 5min köchlen lassen. Die 300g aufgetauten Erbsen unterheben, erneut 5min köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.
Während Zucchini und Erbsen im Reis warm werden, das Erbsenpüree zubereiten. Einfach alle Zutaten in einen Mixer geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles cremig pürieren.
Entweder das Erbsenpüree unter das Risotto heben und mit Minze bestreut servieren ODER jedem individuell das Püree auf den Teller geben.

Quelle: Deliciously Ella mit Freunden (Ella Mills)

Berry-Berry-Lady: Waldbeeren-Semifreddo

Ich stehe mitten in einer Brombeerhecke, schwitze bei über 30°C und verfluche die Dornen, die mich trotz langer Hose in die Beine kratzen. Zu etwas langärmligen konnte ich mich nicht überwinden und so kriegen meine Arme nicht nur Dornen, sondern auch diverse Brennnesseln zu spüren. Meine Schuhe werden später ein paar Gras- und Beerenflecken mehr haben und meine roten Finger fallen am nächsten Tag noch einer Kollegin auf.

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Innerhalb von einer dreiviertel Stunde ist meine mitgebrachte Tupper randvoll, über ein Kilo Brombeeren hatte ich in kürzester Zeit zusammen. Ich staune über diesen Überfluss, über diese Fülle an Beeren, die im Gestrüpp leuchten und um meine Aufmerksamkeit buhlen. Was für ein Reichtum in der Natur, der ohne jedes Zutun wächst und gedeiht! Niemand beschneidet diese Hecken, kämpft gegen Unkraut oder gießt die Sträucher bei Hitze. Und trotzdem gibt es so viele Beeren… In Gedanken reise ich zurück in meine Kindheit. Die Urlaube verbrachten wir in einem Ferienhäusle ohne fließendes Wasser und stromerten jeden Tag durch die Wälder. In einem Sommer gab es so viele Blaubeeren, dass meine Mutter spontan noch einmal heimfuhr und alles an leeren Gläser holte um Marmelade zu kochen.

 

Mit dem ersten Kilo Brombeeren tue ich es ihr gleich. Aber bei diesem einen Mal pflücken konnte ich es nicht belassen! Ein anderes Mal serviere ich Freunden Crostini mit Ziegenfrischkäse und marinierten Brombeeren (wow!) und daheim stelle ich dieses Semifreddo her. Die Zutaten sind echter Luxus und regional sind vermutlich nur die Beeren, aber uiuiuiui, die Salzkaramellschicht ist ein Traum! Sooo cremig, leicht salzig, herrlich!
Ich muss zugeben, mit der Smoothieschicht bin ich nicht ganz zufrieden. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Schichten sehr fest und lässt sich schwer schneiden. Wer eine Eismaschine hat, kann auch ein Beerensorbet herstellen und dieses dann oben drauf streichen. Alternativ könnte man auch ein (sehr gutes, ohne Zusatzstoffe!) Beerensorbet kaufen und statt des Smoothies in die Form drücken.

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Aber ansonsten ist das einfach ein luxuriöses Semifreddo! Macht optisch ordentlich was her und immerhin ein paar Brombeeren wurde ich damit los 🙂 Habt ihr Beeren im Garten oder sucht ihr auch in Wald und Wiesen danach?

Für den Boden:
10-12 Dattel, entsteint
1 EL natives Kokosöl
125 naturbelassene Sonnenblumenkerne
2 EL Kakaopulver
1 Prise Meersalz

Für die Salzkaramellschicht:
10-15 Datteln, entsteint
125ml Wasser
80ml natives Kokosöl
60g weißes Tahini (ich: Cashewmus)
2-3 Prisen Meersalz

Für die Beeren-Smoothie-Schicht
2 reife Bananen, geschält und grob zerkleinert
150g naturbelassene Cashewkerne, über Nacht eingeweicht
150g frische, reife Brombeeren
150g frische, reife Himbeeren
4EL Zitronensaft
2-4 EL Wasser
2 EL Ahornsirup

Für das Beerenherzstück:
5 Brombeeren
12 Himbeeren

Zubereitung:
Eine 10x20cm große Kastenform mit Backpapier auslegen (meine war etwas größer, war kein Problem). Für den Boden die Datteln und das Öl in einen Mixer geben und alles zu einer klebrigen Masse pürieren. Die Kerne, den Kakao und das Salz zugeben und erneut mixen bis die Mischung groben Brotkrümeln ähnelt und auf Druck zusammenhält. Eventuell müssen für die richtige Konsistenz noch weitere Datteln zugegeben werden. Die Masse in die Form geben und gleichmäßig verteilen und festdrücken. Im Gefrierschrank ruhen lassen und die Salzkaramellschicht zubereiten.

Dafür alle Zutaten in den Mixer geben und auf hoher Stufe zu einem feinen Smoothie pürieren. Dann abschmecken und gegebenenfalls zum Nachsüßen einige Datteln oder zum Nachsalzen etwas Meersalz zugeben. Die Kastenform aus dem Gefrierschrank nehmen und die Salzkaramellschicht gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Zurück in die Gefriere und den Beerensmoothie zubereiten.

Den Rührbecher des Mixers gründlich spülen. Alle Zutaten für den Beerensmoothie in den Mixer geben und auf hoher Stufe gründlich pürieren. Gegebenfalls noch etwas Wasser hinzufügen. Die Kastenform aus der Gefriere nehmen und für das Beerenherz die Him-und Brombeeren in die Mitte der Salzkaramellschicht legen. Den Beerensmoothie vorsichtig darübergießen und glatt streichen. Durch leichtes Schlagen der Form auf die Arbeitsfläche sämtliche Luftblasen entfernen.
Mindestens 4h oder über Nacht gefrieren lassen. Vor dem Servieren 30min antauen lassen und nach Belieben dekorieren. Ein scharfes Wasser in heißem Wasser erwärmen und damit Scheiben vom Beeren-Semifreddo abschneiden.

Quelle: Die grüne Küche. Smoothies & Co. (David Frenkiel und Luise Vindahl)