Ein Hoch auf den Honig!

Nicht gerade komplettes Gericht, aber als Zutat, oder einfach pur – Honig ist so vielfältig und gut!

Immer wieder komme ich mit Menschen, denen ich begegne ins Gespräch über Foodfotografie bzw. vor allem den  Blog, den ich gemeinsam mit meiner Tochter habe. Das weckt bei so manchem Interesse und der eine oder andere Follower fand zu uns, nach einem solchen Gespräch. So auch ein lieber Kollege, den ich vor einigen Wochen kennengelernt habe.

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Und im Gespräch stellte sich dann heraus, dass er seinerseits Hobby-Imker ist. Letzte Woche trafen wir wieder zusammen, er sprach mich sofort auf den letzten Blogbeitrag und ich auf seine Bienen an. „Bring mir doch mal ein Glas mit“, so meine Bitte, denn so ein schöner Honig direkt vom Imker, da sage ich nicht nein. „Lieber Tannenhonig oder Blütenhonig“, so seine Rückfrage und nach kurzem weiteren Gespräch entschied ich mich für den Blütenhonig.

Zu Hause haben wir den Blütenhonig eines anderen Imkers, der stark Raps-geprägt ist. Mein Kollege hatte mir erzählt von kleingliedrigen Flächen mit einer großen Vielfalt an Blüten, und das wirkt sich natürlich wieder auf den Honig aus. Also wollte ich bewusst vergleichen und war gespannt und schon am gestrigen Samstag öffnete ich das neue Glas sofort.

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Schon die Farbe ist sowas von anders. Während der Honig aus unserer heimischen Region gelb und undurchsichtig ist, ist der geschenkte Blütenhonig aus dem Aischgrund dunkelgolden und klar. Mich erinnerte er eher an Waldhonig, aber genau das war er nicht. Beim Bäcker besorgtes frisches Laugengebäck mit Butter, dazu der Honig – Hmmm! Und erwartungsgemäß war natürlich auch der Geschmack des dunklen Blütenhonigs aus dem Aischgrund anders, als der des hellgelben Blütenhonigs aus dem Balinger Umland. Und zwar sehr anders! Ich entschied mich, diesen Geschmack als feinwürzig, aromatisch und fruchtig zu beschreiben (gibt es eigentlich auch sowas wie einen Honig-Sommelier?).

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Auf jeden Fall ein (Frühstücks-)Genuss und zum einfach nur irgendwo reinmixen für meine Begriffe definitiv zu schade.

Habt Ihr einen bestimmten Lieblingshonig? Direkt vom Imker? Oder doch einfach aus dem Supermarkt?
Ich kann meinerseits auf jeden Fall empfehlen, Vergleichsmöglichkeiten zu nutzen. Die Geschmacksvielfalt von Honig ist beeindruckend!

PS: Hallo, hier meldet sich noch Miriam 🙂 Die Bilder vom heimisches Frühstückstisch schaue ich ganz wehmütig an, kenn ich doch nur zu gut die entspannten Frühstückssamstage.
Ich wollte zum Honig noch kurz anmerken, dass das wirklich ein Thema ist, bei dem jeder was tun kann. Stellvertretend verlinke ich hier nur die Bienenretter, die Tipps geben, was wir gegen das Bienensterben tun können und dazu gehört beispielsweise auch Honig aus der Region zu essen. Informiert euch, wo ihr den Honig kriegen könnt – auf dem Wochenmarkt sowieso, aber zum Teil stehen auch an einzelnen Häusern Schilder und verweisen auf die Möglichkeit, Honig direkt beim Imker zuhause zu kaufen.
Und wer sich dafür interessiert, wie man denn Imker wird, dem empfehle ich Claras Berichte über ihre Ausbildung. Vielleicht kriegt ja der ein oder andere Lust drauf?! 

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Pfirsich-Himbeer-Frühstücksbrei

Frühstück fand ich schon immer toll – insbesondere, wenn man woanders war und dann mitkriegen durfte, wie es da morgens zugeht. Meiner Erfahrung nach verstecken sich die meisten Leute morgens nicht hinter ihrem Frühstück – unter der Woche als normal arbeitende Person ist das gar nicht möglich.

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Ich gehöre zwar zu der Fraktion, die morgens lieber eine halbe Stunde mehr einplant um entspannt in den Tag zu starten, die Losung zu lesen und eben zu frühstücken, aber nein, ich würde montags bis freitags nie auf die Idee kommen, meine Haferflocken zu schichten. Da wird alles einfach in ne Schüssel gekippt, Joghurt drüber, Obst dazu und nach dem Duschen wird das dann gelöffelt, fertig!

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Ganz ehrlich, ich bin erleichtert, dass meines Wissens in meinem Bekanntenkreis niemand morgens ein Instagramwürdiges Frühstück zaubert: keine Smoothiebowl, kein Avocadotoast – momentan ist es sowieso immer noch dunkel, wenn es das erste Essen des Tages gibt. Allein schon am Licht erkennt ihr, dass dieser Brei nicht am Morgen zubereitet wurde. Nein, der durfte als Nachmittagssnack ran.

Von den Zutaten her (ersetzt man die Chiasamen mit Leinsamen) könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass dieser Frühstücksbrei was für meine Oma wäre. Bei ihr hab ich nämlich „Hafersuppe“ zum Frühstück kennen und schätzen gelernt. Da hab ich auch das liebevoll servierte Ei links liegen lassen und wollte lieber das, was Opa da auch gelöffelt hat 🙂 Sehr das hier als eine fancy Version des guten, alten Haferbreis. Schmeckt gut und macht ordentlich was her – nur in meinem Fall halt nicht zum Frühstück, sondern nachmittags. Da durfte es dann (nur zu Dekozwecken natürlich) noch etwas Schokolade drüber geraspelt werden.

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Und bei euch so? Seid ihr Frühaufsteher oder nutzt ihr jede Minute morgens im Bett und lasst lieber das Frühstück ausfallen?

Zutaten (für 3-4 kleine Portionen):
1 Tasse Haferflocken
Saft von 1/2 Zitrone ODER 1 TL Apfelessig
2 EL Chiasamen
125ml Milch nach Wahl ODER Wasser
1 gefrorene Banane
1 Vanilleschote, Mark herausgekratzt

Für die Himbeer-Pfirsich-Wellen:
200g Himbeeren (TK-Beeren aufgetaut)
1 Pfirsich (kann auch durch einen Apfel ersetzt werden)
1 EL Ahornsirup

Zubereitung:
Die Haferflocken mit warmem Wassen und dem Zitronensaft oder Essig bedecken und über Nacht einweichen. Am nächsten Morgen abgießen und sehr gründlich abspülen. Im Mixer oder in der Küchenmaschine die Himbeeren, das entsteinte Pfirsichfruchtfleisch und den Ahornsirup zu einem flüssigen Püree verarbeiten. Etwa die Hälfte in eine Schüssel gießen und beiseitestellen.
Zu dem restlichen Püree im Mixer die abgetropften Haferflocken und alle anderen Zutaten hinzugeben und auf maximaler Stufe pürieren bis die Mischung glatt und cremig ist. Abschmecken und evt mit weiterem Ahornsirup nachsüßen.
Den Haferbrei in Schalen oder kleine Gläser füllen und das verbliebene Himbeer-Pfirsich-Püree nur grob unterziehen. Oder den Haferbrei und das Püree abwechselnd in Gläser schichten. Reste halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage.

Quelle: a modern way to cook (Anna Jones)

Indisches Curry mit Fisch

Freitags gibts Fisch! Bei wem ist das noch so? Zugegeben, seitdem ich nicht mehr daheim wohne und nicht mehr regelmäßig eine Mensa frequentiere, hat sich der Tag für Fischkonsum oft mal in eine fernere Zukunft verschoben. Hauptgrund war meistens, dass ich ein tolles vegetarisches Rezept entdeckt hatte, das mich mehr reizte als ein Meerbewohner.

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Abgeschreckt werde ich heute noch, wenn der Fisch in der Pfanne gebraten wird und dabei eine tolle Kruste entstehen soll… soll! In den seltensten Fällen ist mir das gelungen, viel zu oft zerfiel der Fisch in seine Einzelteile, wollte die Kruste lieber in der Pfanne bleiben oder war die Hautseite schon mehr als gebräunt und der obere Teil noch roh. Jedes Mal ein Kampf – wer Tipps hat, die über „Verwende eine gscheite Pfanne“ (ach neee, wirklich?!) hinaus gehen, nur her damit!

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Ein Kampf mit der Pfanne und Fischstückchen bleibt euch bei diesem Curry erspart: das Lachsfilet zieht einfach in der heißen Flüssigkeit gar und gut ist. Und was gibt es an diesen verwindeten-nassen Tagen besseres als ein würziges Curry, das wie eine Wärmflasche funktioniert und an einem grauen Freitag so richtig strahlend leuchtet?

Nur ein WARNHINWEIS – für euch getestet: Kurkuma färbt ziemlich doll! Also wenn das Gewürz erstmal eingerührt ist, zieht brav eine Schürze an oder lasst das Curry nicht mehr sprudelnd kochen um gelbe Spritzer zu vermeiden… ich sag ja nur 😉 Ansonsten soll Kurkuma vooooll gesund sein, schmecken tut es auch!

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Zutaten für 4 Personen:
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
10g frische Kurkumawurzel
1-2 rote Chilischoten
1 EL Kokosöl
1 EL schwarze Senfsaat
1 EL Kreuzkümmelsaat, grob gemörsert
1 kleine Dose stückige Tomaten (400g)
400ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer
400g Lachsfilet
1 TL Kurkumapulver
200g Baby-Blattspinat
Saft von 1-2 Limetten

Zubereitung:
Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Knoblauch und Kurkuma schälen, Chilis putzen und alles fein hacken. Kokosöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und gehackte Zutaten zusammen mit Senf und Kreuzkümmel darin 5min bei milder Hitze andünsten. Dann mit Dosentomaten und Kokosmilch ablöschen. Mit Salz und Pfeffer würzen und 10min bei milder Hitze einkochen lassen.
Inzwischen den Lachs waschen, trocken tupfen und in ca 3cm große Würfel schneiden. Rundum mit Salz, Pfeffer und Kurkumapulver würzen, dann in das Curry geben und bei geschlossenem Deckel ca 5min gar ziehen lassen.
Spinat waschen, trocken schleudern und verlesen. Am Ende der Garzeit unter das heiße Curry heben, sodass er eben in sich zusammenfällt. Das Curry mit Limettensaft abschmecken und mit Fladenbrot oder Reis servieren.

Quelle: deli (4/2017)

Aus Mamas Küche: Eierlikörkuchen

Ich weiß, ich weiß – Eierlikörkuchen… gäääääähn! Alles schon da gewesen – veröffentlicht man, wenn dann nur um die Osterzeit, wenn alle Rezepte rund ums Ei bringen – und überhaupt: weder vegan noch glutenfrei, dann so eine hohe Zuckermenge und der Alkohol?! Geht ja gar nicht, kein trendiges Rezept!

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Tja, mir egal! Ich hab nämlich eeeeeeewig rumgenörgelt bis endlich, endlich, endlich mal dieser Kuchen fotografiert wurde. Gefühlt macht meine Mutter den alle zwei Wochen und irgendwann hat sie mir auch mal das Rezept gegeben. Über WhatsApp. In einer Sprachnachricht. Dazu muss man wissen: meine Mutter und ich schreiben uns nicht viele Nachrichten. Meistens geht es darum, sich abzusprechen, wann man telefoniert, weil das viel besser ist als zu schreiben. Und dieser Zustand ist mein Glück, weil ich so die einzige Sprachnachricht im Chatverlauf auch noch Monate später sehr schnell finden konnte.

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Irgendwann wurden die Mengenangaben auf einen kleinen Klebezettel rausgeschrieben und der klebt jetzt in irgendeinem Kochbuch. Aber damit die Sucherei ein für alle Mal ein Ende hat, habe ich darauf bestanden, dass das Rezept verbloggt wird. Auch wenn es niemand anguckt, weil jede Familie da ihr eigenes Traditionsrezept hat, mir egal! Ich will das von meiner Mama, weil der Eierlikörkuchen von ihr einfach der allerbeste ist!

Ruck-zuck zusammengerührt mit Zutaten, die meistens sowieso im Haus sind. Auch nach Tagen ist der Kuchen noch saftig und ich weiß, dass ich damit viel mehr Menschen glücklich mache als mit so mancher vegan-rohen Kreation 🙂

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Zutaten für eine Kastenform:
250g weiche Butter
180g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
1 Tasse Schokostreusel (so eine kleine Kaffeetasse, fasst ca. 200ml)
1 Tasse Eierlikör
250g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:
Die Butter mit dem Zucker, Vanillezucker und Eiern schaumig rühren. Dann den Eierlikör dazugießen, verrühren. Mehl, Backpulver und Salz mit der Buttermischung zu einem glatten Teig rühren. Zum Schluss die Schokostreusel unterheben.
Den Teig in eine gefettete Kastenform streichen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C ca 50-60min backen. Falls der Teig zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe machen und den Kuchen in der Form auskühlen lassen. Wer mag, verziert den Kuchen noch mit flüssiger Schokolade, aber im Normalfall wird der Eierlikörkuchen bei uns pur gegessen.

Warmer Brotsalat mit Tomaten

Es überrascht mich immer wieder, was man aus so einfachen Zutaten wie Brot und Tomaten machen kann. Tomaten im Hochsommer sind einfach eine Delikatesse – wenn man die Haut aufbeißt und das süße Fruchtfleisch im Mund zerplatzt, fantastisch! Da braucht es nicht viel, um das noch besser zu machen.

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Im Gegenteil: oft überdeckt ein „Mehr“ an Zutaten den eigentlichen puren Geschmack und macht es zu einer recht undefinierbaren Masse. Das passiert bei diesem warmen Brotsalat garantiert nicht! Ein ideales Gericht um altbackenes Brot zu verwenden, denn kaum ist es knusprig gebacken und mit Knofi liiert, greift jeder wieder gern zu. Diese wunderbare Tomatenvielfalt, die ihr hier auf den Bildern seht, stammt komplett aus dem Garten meiner Eltern! Immer noch werden die Tomaten reif und man pflückt frisch zum Abendessen oder zum Snack zwischendurch eine Portion 🙂

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Im Vergleich zu anderen Rezepten, die noch aus „I love NY“ kommen werden, fand ich dies sehr kurz und einfach. In der Kürze liegt die Würze… jaaaa, aber so ein, zwei Sätze mehr hätte ich mir doch gewünscht. Denn wenn man die Tomaten zum Brot in die Pfanne schmeißt, wird das sofort lätschig, verliert die Knusprigkeit, die den Salat spannend macht. Deswegen hab ich mich dazu entschlossen (und auch so für euch in den Zubereitungsschritten notiert), die Brotwürfel rauszunehmen, wenn die Zwiebel und kurz drauf die Tomaten angedünstet werden. Ansonten fand ich das Rezept aber wunderbar sommerlich und lege es auch wärmstens ans Herz um noch die letzten Sommerperlen zu essen bevor der Kürbiskonsum ins Exorbitante steigt 😉

PS: man beachte Mama und Papa, die sich im Salatbesteck spiegeln und hungrig darauf warten, dass endlich gegessen werden kann, hehe!

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Zutaten für 4 Personen:
120ml Olivenöl
6 Knoblauchzehen, leicht zerquetscht, aber noch ganz
8-12 Scheiben Baguette, grob gewürfelt
1 große rote Zwiebel, grob gewürfelt
1,2 kg Tomaten, grob gewürfelt
3 EL Rotweinessig
1 Bund Basilikum, Blätter abgezupft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Das Olivenöl bei mittlerer bis starker Hitze in einer großen Sauteuse erhitzen. Den Knoblauch 1-2min darin andünsten bis er gut duftet. Die Baguettewürfel hinzufügen und 4-5min goldbraun braten. Dann die Brotwürfel aus der Pfanne nehmen, die Hitze auf mittel bis schwach reduzieren. Evt noch einen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben, die Zwiebel dazugeben und 1min dünsten, dann die Hälfte der Tomaten hinzufügen, 1-2min andünsten. Den Essig angießen und vom Herd nehmen.
Die abgezupften Basilikumblätter und die verbliebenen Tomaten hinzufügen, mit den Brotwürfeln vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Quelle: I love NY (Daniel Humm & Will Guidara)

Im Bücherregal: I love NY von Daniel Humm & Will Guidara

Schon lange bevor wir zu bloggen anfingen, übten Kochbücher eine Faszination auf mich aus. Damals wie heute konnte ich sehr lange im Buchladen sitzen und ein Kochbuch nach dem anderen durchblättern. 2013 stieß ich auf „I love NY. Mein New York Kochbuch“ und war schlagartig verliebt -diese Bilder, die Herangehensweise, die Rezepte! Leider verpasste ich den Zeitpunkt, mir mein Exemplar zuzulegen und irgendwann gab es das Buch nur noch antiquarisch für bis zu 150€. Umso glücklicher war ich, als ich mitbekam, dass der at Verlag eine Neuauflage plante.

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Der erste Eindruck
Ja, genau so schwer und dick hatte ich „I love NY“ in Erinnerung. Ich blätterte andächtig Seite um Seite um, freute mich an den kleinen Strichmännchen, die mal eine Kirsche tragen oder im Boot fahren und bestaunte die sagenhaften Bilder! Gleichzeitig aber fragte ich mich bei dem ein oder anderen Rezept, ob es nicht etwas zu hoch gegriffen war, das Kochbuch eines Sternekochs zu rezensieren, wo ich doch nur eine recht bodenständige Hobbyküche pflege. Daniel Humm, der eigentlich aus der Schweiz kommt, wanderte 2003 nach San Francisco aus ohne überhaupt ein Wort Englisch zu sprechen. Seit 2006 führt er das Eleven Madison Park in New York, das mit drei Sternen vom Guide Michelin ausgezeichnet ist und 2017 zum weltbesten Restaurant auf der San-Pellegrino-Liste gewählt wurde.
Würde das Kochbuch solch eines Koches mehr zum Anschauen verdammt sein als tatsächlich als Kochinspiration zu dienen?

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Inhalt
Das erste Foto des Beitrags zeigt euch neben süßen kleinen Strichmännchen auch das Inhaltsverzeichnis. Zunächst erläutern Daniel Humm und Will Guidara, wie sie auf die Idee kamen, die Küche New Yorks und deren Produzenten zu porträtieren. Im Gebrauch dieses Buches wird ausdrücklich betont, dass aus diesem Kochbuch gekocht werden soll! Ab dem Beginn wird klar, dass hier detailliert gearbeitet wird, denn es wird vor den eigentlichen Rezepten aufgelistet, was mit Milch gemeint ist (Vollmilch), der Wein trocken, Salz grobkörnig sein soll und „gewürfelte“ Würfel eine Kantenlänge von 1/2cm haben.
Dann geht es auch schon an die Rezepte, die alphabetisch nach der entscheidenden Zutat aufgelistet sind – von A wie Ahornsirup bis Z wie Zwiebeln. Ein Stillleben der jeweiligen Zutat über eine Doppelseite läutet das neue Kapitel ein, darauf folgt die Vorstellung des Farmers und dann zwei bis drei Rezepte. Alle vorgestellten Produzenten befinden sich in einem Umkreis von 200km um New York City – das regionale Angebot prägt dieses Buch und macht es zu etwas Besonderem.
Denkt aber bitte nicht, dass nur ganz spezielle Zutaten vorgestellt werden, die man hier nicht bekommt – von wegen! Spargel, Tomaten & Co gibt es auch hier im regionalen Anbau, den örtlichen Metzger habt ihr hoffentlich auch schon besucht und Äpfel wachsen vielleicht sogar im eigenen Garten. Klar, eine Austernzucht hab ich nicht vor der Tür, aber selbst wenn wäre ich dort eher weniger Stammkunde 😉
„I love NY“ endet mit der Vorstellung von Produzenten von Kochgeschirr aus Kupfer, Meersalz und Steinzeug bevor dann Grundrezepte aufgelistet werden, auf die in den Rezepten verwiesen wird. Das Register ist einerseits nach Zutaten geordnet, allerdings finden sich auch die Rezepttitel -sprich, wenn man sich nicht mehr erinnert, in welchem Zutatenkapitel sich der „Manhattan Clam Chowder“ findet, kann man hinten nachgucken und erfährt so, dass dieser Eintopf bei den Venusmuscheln gelistet wird. Sehr praktisch und übersichtlich!

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Die Rezepte
Der Inhalt ist nur das eine, am wichtigsten ist an einem Kochbuch doch, ob die Rezepte funktionieren oder ob die zu abgehoben sind für eine Hobbyköchin wie mich. Auf den ersten Blick war ich erstmal erschlagen und fühlte mich leicht abgeschreckt: einerseits sehen viele Gerichte auf dem Rezeptbild sehr kompliziert und Sterneküche-mäßig aus, andererseits lesen sich die Zubereitungsschritte sehr aufwändig. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass die einzelnen Schritte nicht nach 1., 2., 3. gegliedert werden, sondern separiert vorgestellt und dann erst zusammen gesetzt werden. Das empfinde ich aber durchaus als sehr hilfreich, denn dadurch wird das Risiko minimiert, dass man einen Schritt vergisst. Ein sehr durchdachter Aufbau also!
Auch meine Befürchtung, dass die Rezepte für mich lediglich schön zum Anschauen wären, traf nicht zu. In jedem Kapitel findet sich in der Regel ein herausforderndes „Sterneküche“-Rezept, aber auch mindestens ein Rezept, das problemlos für jeden nachkochbar ist. Das merkt ihr auch daran, was es bei uns schon alles gab:

  • New York Sour: aus Apfelschalen und Essig wird ein Sirup gekocht, welcher dann einen Cocktail aus Calvados und Ei süßt – außergewöhnlich! Und der Sirup hat mir den Sommer versüßt, auch ohne Alkohl sehr lecker und erfrischend!
  • Birnen-Kaffee-Kuchen: was für ein mega saftiger Kuchen! Birnenstücke werden über Nacht in Birnenbrand mariniert und dann verbacken – sooooo gut! Rezept folgt!
  • Hähnchenschnitzel-Sandwich: lecker solide und eignet sich auch als Resteverwertung von übrig gebliebenem Focaccia
  • Mast Brothers Chocolate Cookies: vielleicht hab ich meinen Ofen damals nicht im Griff gehabt, aber mir sind die Kekse etwas zu trocken geraten. Geschmacklich herb und bitter – mein Bruder war begeistert!
  • Warmer Brotsalat mit Tomaten: ein Teil der Tomaten wird gekocht, der Rest kommt dann roh dazu. Alles wird mit knusprigen Brotwürfeln serviert, lecker!

Das will ich unter anderem unbedingt noch machen (aber der Urlaub kam mir dazwischen):

  • Schinken-Ei-Sandwich: das kann nur gut sein!
  • Kürbissuppe: Kürbisse werden im Ofen gebacken und die Suppe dann auch darin serviert.
  • Gefülltes Brathuhn: ich hab schon so lang kein Hühnchen mehr gemacht, die Füllung mit Apfel, Kastanien, Knoblauch und Kräutern passt wunderbar in den Herbst
  • Walnusstorte mit Karamell und Meersalz: damit wird wieder Speck für den Winter angefuttert -klingt einfach zu gut!

Mein Fazit zu den Rezepten ist also sehr, sehr positiv. Alles hat geklappt, alles hat sehr gut geschmeckt! Wie gesagt, ein paar aufwändigere Rezepte stehen noch zum Ausprobieren aus, aber nach den bisherigen Erfahrungen her geh ich da völlig angstfrei ran. Das wird schon klappen und schmecken auf jeden Fall!!! Wer allerdings vorhat, sich kalorienarm zu ernähren oder vegetarisch / vegan lebt, der wird hier eher nicht fündig. Die verwendeten Fettmengen sind oft beachtlich, aber nun gut, wir wissen ja alle, was schmeckt 😉 Vegetarische Rezepte sind zwar schon einige drin, aber da würde ich mir eine Anschaffung nochmal überlegen.

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Kaufempfehlung:
Ja, 50€ sind viel Geld! Aber hier kriegt man wirklich viel dafür. Selbst wenn ihr das Buch nur zum Bestaunen der Bilder kaufen würdet, wärt ihr nicht enttäuscht – euer Magen vielleicht schon, weil es sich wirklich lohnt, daraus zu kochen. Wer ein New-York-Fan ist, wird in diesem Kochbuch eine ganz andere Seite der Stadt und der Umgebung kennenlernen. Es ist nämlich eben kein reines Kochbuch, sondern ebenso ein Loblied auf die Bauern und deren Leidenschaft für ihre Produkte. Das ist wirklich schon zu lesen und ermutigt, in der eigenen Umgebung sich mit den Produkten auseinander zu setzen. Und wenn ich mir anschaue, was ich daraus noch alles machen will und dass es den Birnen-Kaffee-Kuchen nicht erst einmal gab, kann ich erst recht empfehlen, sich dieses außergewöhnliche Kochbuch zuzulegen 🙂

PS: 2013 als die erste Auflage erschien haben schon einige Foodblogger Rezensionen veröffentlicht. Hier die Links zu ihren Meinungen: Kleiner Kuriositätenladen, Grain de Sel, Schöner Tag noch. Auf deren Blogs findet ihr auch Rezepte daraus.

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Daniel Humm & Will Guidara. I love NY. Mein New York Kochbuch
at Verlag
496 Seiten, viele, viele Fotos
ISBN: 978-3-03800-991-7
49,90€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

Kotelettbraten vom Grill

So, da bin ich wieder! Es heißt „Back to normal“ nach einem grandiosen Wanderurlaub: uiuiui, sind wir die Berge rauf und runter – rund 7000 Höhenmeter, viele Kilometer und unzählige grandiose Ausblicke haben wir im Vinschgau und in den Dolomiten erwandert. Ich war so vollkommen weg von der Arbeit, dass es mir jetzt umso schwerer fällt, wieder zu meinem Arbeitstempo zurückzufinden.

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Neben diversen sportlichen Aktivitäten wurde natürlich auch gekocht: Abend für Abend wurden die Trangiakocher aufgestellt und vor einer grandioser Kulisse gefuttert. Und als ich dann heimkam, wurde ich von meinen Eltern mit diesem grandiosen Kotelettbraten verwöhnt! Als ob das gute Essen im Urlaub zu kurz gekommen wäre -von wegen! Aber hey, wenn Papa was vom Grill macht, bin ich sofort Feuer und Flamme!

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Von diesem Kotelettbraten hatte ich schon gehört als ich Anfang August nach meinem Besuch wieder in Karlsruhe war. Wohlgemerkt NACH meinem Heimaturlaub, in dem ich sehr viel gekocht hatte. Kein Vorwurf, Mama 😉 Ich mach das ja sehr gerne und im Gegensatz zu mir mussten alle während der Zeit arbeiten. Aber wenn es ums Grillen geht, da werde ich neidisch!!! Mein Vater hat mit seinem Napoleon (ja, es gibt auch andere Hersteller wie den Weber) inzwischen schon sehr viele ausgefallene, außergewöhnliche Dinge zubereitet und eigentlich war es jedes Mal ein richtiger Gaumenschmaus.

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Und wenn ich dann um so etwas Leckeres gebracht werde, ist die Enttäuschung schon groß. So ist das halt, wenn man eigenständig und weg von daheim ist, seuftz! Aber die Entschädigung direkt nach dem Urlaub war umso schöner. Und boah, war das gut! Saftiges Fleisch, leckere Gewürzkruste und dann dieses unvergleichliche Grillaroma -vermutlich wird das dieses Jahr an Heiligabend zubereitet, weil wir alle so begeistert waren! Ich hoffe, ihr wagt euch an den Braten -Thermometer rein, indirekt beheizen und der Braten fängt an zu duften!

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Zutaten für 10 Personen – lässt sich problemlos auch kleiner zubereiten!
Zutaten für die Gewürzpaste:
100g getrocknete Aprikosen
50ml (Holunderbeeren-)Essig
1 TL Paprikapulver
1 TL Kräuter der Provence
1/2 TL Senfsaat
1 TL Salz
1 Knoblauchzehe
Pfeffer nach Geschmack
40ml Walnussöl
40g Walnüsse

Zutaten für das Fleisch:
3kg Kotelettbraten
40g (Akazien-)Honig
10g Rosmarin
20g grobes Meersalz

Für die Gewürzpaste die Aprikosen grob zerkleinern. Anschließend mit den restlichen Zutaten im Mixer zu einer Paste verarbeiten.
Für das Fleisch am besten den Metzger bitten, das Fleisch am Stück ganz vom Knochen zu lösen. Falls eine Fettauflage vorhanden ist, diese mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneiden. Dabei darauf achten, dass nur die Fettauflage eingeschnitten wird.
Das Fleisch rundherum mit dem Honig einreiben. Den fein geschnittenen Rosmarin und das Meersalz mischen. Das Fleisch ebenfalls rundherum damit würzen. Die Innenseite des Kotelettbratens mit einem Teil der Gewürzpaste einreiben. Wieder auf den Knochen legen und mit Bindfaden am Knochen festbinden. Dann die Fettseite mit der restlichen Gewürzpaste einreiben. Das Fleisch in Backpapier einwickeln und über Nacht im Kühlschrank marinieren.
Den Grill für indirektes Grillen mit 140-160°C vorbereiten. Den Braten mit dem Knochen nach unten auf den Grillrost legen, Kerntemperaturfühler ins Fleisch stecken. Den Deckel des Grills schließen und so lange grillen bis das Fleisch eine Kerntemperatur von 58-62°C erreicht hat. ACHTUNG: das kann 90-120min dauern und braucht logischerweise viel Energie. Haltet sicherheitshalber noch eine neue Gasflasche parate 😉
Den Kotelettbraten aus dem Grill nehmen und abgedeckt 15min ruhen lassen. Dann den Bindfaden entfernen, Fleisch vom Knochen nehmen und in Scheiben schneiden. Wieder auf den Knochen legen und servieren.

Quelle: aus irgendeinem Edekablättchen rausgerissen, Rezept gibt es auch online hier. Wir haben aber Fleisch beim Metzger gekauft, da wissen wir, wo das Fleisch herkommt!