Süßkartoffelreis aus dem Ofen mit Erdnüssen

„Mmmmh, das schmeckt ja toll! Guck mal, Horst, das orangene sind Süßkartoffeln. Das hatte ich noch nie!“, meine Oma schiebt sich die nächste Gabel in den Mund. Ich frage nach: „Das weiße da ist Tofu – hattest du das schon mal?“. Oma verneint und probiert einen Tofuwürfel pur: „Mensch toll, so was gibt es bei mir halt nicht.“

19.07.30_Süsskartoffelreis mit Erdnüssen017So ungefähr war das Gespräch beim Mittagessen, als es diesen Süßkartoffelreis gab. Ein sehr einfaches Rezept: alle Zutaten werden roh (ja, der Reis auch) mit Kokosmilch, Brühe und Gewürzen vermischt und abgedeckt im Ofen gegart. Ich hatte das Rezept rausgesucht und dann meine Mutter gefragt, ob ich das denn machen könnte, wenn Oma und Opa (beide über 80 Jahre alt) da wären. Mama meinte nur, dass die beiden ja so unkompliziert seien und das gar kein Problem sei. Also gut, no risk – no fun! Die Reaktionen am Mittagstisch gaben mir recht 🙂19.07.30_Süsskartoffelreis mit Erdnüssen025Je länger ich darüber nachdenke, desto bemerkenswerter finde ich die Äußerungen: ich habe Freunde, die 50 Jahre jünger sind als meine Großeltern und schlimmer wie so manches Baby am Essen rummäkeln. Reis geht nur in der Sorte Jasmin, Fleisch gehört gefälligst überall dazu und was ist denn bitte dieses grüne Blättchen oben drauf??? Rote Bete mochte ich noch nie und mal nicht zum Dönermann, sondern selber kochen – geht’s noch?
Bei so manchem herrscht da eine so große Abneigung gegen allem, was sie nicht kennen oder von dem einmal beschlossen wurde, dass es nicht schmeckt, dass ich nur den Kopf schütteln kann. Was die alles verpassen! Bezieht man dann noch die bewegte Lebensgeschichten meiner Großeltern ein, ist es nochmal erstaunlicher, wie offen sie sind und Neues ganz selbstverständlich probieren und willkommen heißen!

Was es wohl bei mir in 50 Jahren sein wird, das mir dann meine Enkel vorsetzen und ich nicht kenne? Keine Ahnung, aber ich hoffe, ich reagiere genauso wie meine Oma auf diesen Süßkartoffelreis 🙂

19.07.30_Süsskartoffelreis mit Erdnüssen019Zutaten (für 4 Personen):
1 Süßkartoffel (ca. 300g), geschält und grob gewürfelt
200g Tofu, gewürfelt
1 rote Zwiebel, geschält und in Streifen geschnitten
200g Vollkornreis, gewaschen und abgetropft
1 Dose Kidneybohnen, abgespült und abgetropft
75g grüne Bohnen (können auch TK sein)
15g frischer Ingwer, geschält und fein gerieben
2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
3 EL Erdnussbutter
2 EL Tomatenmark
375ml gute Gemüsebrühe (evtl. etwas mehr)
1 Dose Kokosmilch
Salz, Pfeffer
Saft von 1 Limette

optional: Joghurt, Erdnüsse, Spinat zum Servieren

Zubereitung:
Den Ofen auf 180°C vorheizen. In einem Blech die Süßkartoffeln, den Tofu, die Zwiebel sowie Reis, Kidneybohnen und grüne Bohnen verteilen und vorerst beiseitestellen.
In einer großen Schüssel den Ingwer und den Knoblauch mit den restlichen Zutaten (außer dem Limettensaft) verrühren und nach Geschmack salzen und pfeffern. Die Mischung über das Gemüse und den Reis in das Blech gießen, alles gut vermischen und anschließend wieder gleichmäßig ausbreiten, sodass Süßkartoffeln und Reis gut mit Flüssigkeit bedeckt sind. Mit Alufolie zudecken und 45min im Ofen backen.
Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Folie entfernen. Die Ofentemperatur auf 220°C erhöhen und weitere 15min backen. Probiert bei der Gelegenheit, ob der Reis noch sehr hart ist – ich habe noch etwas Brühe nachgegossen und insgesamt den Reis 25min länger gebacken. Das hängt vermutlich von der Reissorte ab. Das Gericht ist fertig, wenn der Reis gar ist und sich rundherum eine Kruste gebildet hat. Aus dem Ofen nehmen und alles mit dem Limettensaft beträufeln.
Zum Servieren hier und da einen Klecks Joghurt hinsetzen, mit Erdnüssen und ein paar Spinatblättern bestreuen und heiß mit Limettenspalten servieren.

Quelle: Die grüne Familienküche (David Frenkiel & Luise Vindahl)

6 Gedanken zu “Süßkartoffelreis aus dem Ofen mit Erdnüssen

  1. Auch dieses Rezept klingt wahnsinnig gut und wird probiert! Die Exemplare, die aber „aus Prinzip“ nicht essen, was der Bauer nicht kennt, habe ich auch immer besonders gern. Unsere wirklich fantastische Kantine (mit drei vegetarischen Tagen) sitzt leider voll davon. Im Freundes- und Verwandtenkreis nehme ich auf sowas inzwischen nicht mehr so viel Rücksicht – was immerhin dazu geführt hat, dass der Schwager bei mir einiges mehr probiert und für gut befindet, als es seine Frau von Zuhause kennt… manche muss man eben zu ihrem Glück zwingen…
    Herzlich: Charlotte

    1. Und drei vegetarische Tage – das ist ja mega! Bei uns in der Mensa gibt es lediglich einen (freitags und dazu als zweites Gericht was mit Fisch) und das war schon ein Aufschrei… seuftz!

      1. Was man dazu sagen muss: Wir sind kein so großer Betrieb; gekocht wird für maximal 50 Leute von etwas über hundert. Da gibt es eh nur ein Essen am Tag. Aber das immerhin: frisch, sehr regional, bio, und sehr, sehr lecker!

      2. Ach mega, das klingt super – blöd, dass ich meinen Traumjob schon hab, sonst würde ich mich allein des Essens wegen bei euch bewerben 😉

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