Rettungsaktion: Mamas Spätzle

Als in der internen Abstimmung feststand, dass das Thema der Lebensmittelrettung von Wir retten, was zu retten ist „Gnocchi, Spätzle und ähnliches“ lauten würde, war ich sofort Feuer und Flamme! Schon seit eeeewigen Zeiten will ich lernen, wie meine Mutter ihre Spätzle macht, denn schließlich sind ihre die besten der Welt! Dadurch, dass sie die schwäbische Pasta immer macht, bestand für mich noch kein Bedarf und so lag die Spätzlepresse bisher unbenutzt im Schrank.19.06.10_Mamas Spätzle_2Es ist schon ein wenig peinlich: was ich schon alles selber gemacht hab, wie viele Stunden ich für die Zubereitung so manches Gerichts investiert habe, aber nein, Spätzle waren noch nicht dabei… Ich also beim letzten Heimatbesuch meiner Mutter gesagt, dass wir das zusammen machen müssen, damit ich genau weiß, wie es geht. Leider war es dann so, dass meine Mutter auf der Arbeit einspringen musste und so stand ich mit ihrem Kochbuch in ihrer Küche, verwendete ihre alte Spätzlepresse und ihren Topf mit Wasser aus ihrem Wasserhahn. Was sollte schon schief gehen?19.06.10_Mamas Spätzle_51Mit mir in der Küche standen mein Vater als Fotograf und meine Schwester – sie wurden Zeugen meines grandiosen Scheiterns 🙂 Streng nach Rezept mit ein paar zusätzlichen Anweisungen meiner Mutter im Ohr mischte ich den Teig, brachte das Wasser in Wallung und befüllte die Presse nur um komische dicke Teigwürmer zu erhalten, die sich zu dicken Klumpen verklebten (siehe Fotos). Mein Vater kommentierte nur, dass das bei Mama ja irgendwie anders aussehen würde – ACH NEEE?! Das ist mir auch klar gewesen! Ich beschloss, dass das alles keinen Sinn macht und ich warten würde, bis Mama von der Arbeit zurück käme – sollte die Familie mit ihren Kommentaren doch ruhig noch hungern.19.06.10_Mamas Spätzle_42Mama kam, sah die Misere und machte nicht viel anders. Wisst ihr, was mein Fehler war? ICH HAB DEN FALSCHEN ESSLÖFFEL VERWENDET! Nein, nicht zum Abmessen, sondern zum Portionieren des fertigen Teigs in die Presse – ey, ich konnte nicht mehr vor Lachen, als meine Mutter als erstes den Esslöffel austauschte mit dem Kommentar, dass das der Löffel sei, mit dem sie immer die Spätzle mache 🙂 Also wenn eure Spätzle nicht gelingen, dann liegt das lediglich am Löffel!19.06.10_Mamas Spätzle_30Spaß beiseite, es lang natürlich nur teilweise am Löffel, mein Teig war auch etwas zu dünn. Er muss recht fest-elastisch sein (siehe oben), damit er nicht zu schnell durch die Löcher der Spätzlepresse durchfließt (siehe unten). Das Pressen muss sich richtig nach Arbeit anfühlen, dann ist der Teig richtig. Deswegen sind die Mengenangaben auch mit Vorsicht zu betrachten: je nachdem, wie groß eure Eier sind, wie gut das Mehl die Flüssigkeit aufnimmt oder nicht, braucht es etwas mehr Wasser oder mal mehr Mehl – anscheinend braucht es dafür ein wenig Übung und dann steht den perfekten Mama-Spätzle nichts mehr im Weg 🙂 19.06.10_Mamas Spätzle_39Ich war tatsächlich überrascht, wie schnell es geht, selber Spätzle zu machen. Der Teig ist ruckzuck zusammengerührt und selbst das Durchpressen geht zügig. Lediglich das Säubern der Spätzlepresse braucht einen Moment. Noch eine kleine Randnotiz: selbst Freundinnen von mir, die ohne Ende arbeiten und sonst auch mal auf Fertigprodukte zurückgreifen, machen ihre Spätzle selber – die schwäbische Herkunft verpflichtet anscheinend. Mich jetzt auch – dank Mama 🙂

Zutaten:
365g Mehl (evtl. etwas mehr)
1 EL Hartweizengrieß
125ml Wasser (evtl. etwas weniger / mehr)
2 Eier
1/2 TL Salz

Zubereitung:
Mehl und Grieß mit dem Salz in eine Schüssel geben, das Wasser und die Eier dazugießen und mit dem Mehl verrühren. Alles zu einem weichen, aber nicht dünnflüssigen Teig verarbeiten, bei Bedarf noch etwas Wasser oder Mehl hinzufügen.
In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen – es soll nicht wie verrückt kochen. Die Spätzlepresse mithilfe eines Löffel nach Wahl befüllen und durchdrücken. Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, sind sie fertig. Mit einem Schaumlöffel auf dem Wasser heben und auf Küchentüchern abtropfen lassen.
Zum Servieren
Die Spätzle mit etwas Butter in einer heißen Pfanne erwärmen und mit dem Schwäbischen Klassiker Linsen servieren 🙂

Quelle: Das Große Kochbuch (Horst Schwarzer / Annette Wolter, von 1981!!!)19.06.10_Mamas Spätzle_53

Nicht nur Spätzle sind einfach selber zu machen, sondern auch diverse andere nudelartige Gerichte – jede Menge Inspiration findet ihr bei den Mitrettern. Vielen Dank an dieser Stelle an die treuen und fleißigen Organisatoren im Hintergrund: Britta, Barbara und Tamara!

Brittas Kochbuch: Basilikum-Gnocchi auf Tomatensauce

Cakes, Cookies and more: Käse-Knöpfli 

Madame Rote Rübe: Brotkrumen-Puffer mit Gurkensalat 

Brigittas Kulinarium: Ricotta-Spinat-Gnocchi

lieberlecker: Ricotta-Gnocchi

Pane Bistecca: Ricotta-Parmesan-Gnocchi

Backe Backe Kuchen: Kürbis-Kamut-Gnocchi in Champignonsauce

Corum Blog 2.0: Rote-Bete-Gnocchi mit Zucchini-Pesto

Das Mädel vom Land: Melde-Gnocchi mit Vanille und Haselnussbutter

genial lecker: Rote-Bete-Reibekuchen

Bonjour Alsace: Ricotta-Gnocchi mit Butter und Salbei 

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13 Gedanken zu “Rettungsaktion: Mamas Spätzle

  1. Ja, so gehts den Meisten beim ersten Mal Spaetzle machen, ist gar nicht so einfach gell?

    Sehen aber sehr lecker aus!

    LG Wilma

  2. Lieben Dank für diesen überaus launigen Beitrag. Ich musste so grinsen.

    Ich habe mich ein paar Mal an Spätzle versucht und war leidlich zufrieden, aber ich bin ja keine Schwäbin und somit zu nichts verpflichtet. *lol*

    Kleine ernste Randnotiz: Ich finde es so schön, dass Du nun auch weißt, wie Mamas Spätzle gemacht werden.
    Auch Mamas leben leider nicht ewig und nun trägst Du diesen Schatz in Deinem Herzen und Deinem Blog und teilst ihn sogar noch mit uns. 💖

    Vielen Dank dafür!

    Britta

  3. Haha, natürlich war der Löffel schuld. Das erinnert mich an Kochen mit meiner Oma, bei ihr schaute alles so einfach aus und sobald man dann etwas nachmachte, hatte man irgendetwas Undefinierbares am Teller 😀
    Danke für die Geschichte und auch danke für das Rezept!
    Liebe Grüße, Julia

  4. Ich musste doch schmunzeln, was für eine schöne Geschichte mitten aus dem Leben. So ungefähr lief es auch bei meiner Oma ab, sie schabte die Spätzle auf ihre spezielle Weise in das heiße Wasser, es war unübertroffen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  5. Dann war das wohl das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal, dass Du Spätzle gemacht hast. Denn fertig sehen sie doch grandios aus 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  6. Also….. Glückwunsch zu den gemeisterten Spätzle, ohne geht es ja nun wirklich nicht. Wobei ich noch nie eine Presse benutzt habe, hier wird geschabt (g)

  7. Ich habe noch ein Spätzle-Rezept aus Koch-Unterricht aus der Schule. Das funktioniert bei mir komischerweise immer. Es ist fast gleich mit Deinem, hat aber zwei Eier mehr drin.

    Liebe Grüße, Sus

  8. Haha, das kenne ich – und ich kann es mir auch nicht erklären. Warum nur wird ein und dasselbe Rezept bei jedem, der es kocht, ein wenig anders??? Jedenfalls: Die Kombi mit den Linsen merk ich mir…
    Alles Liebe!

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