Synchron-Kochen: Orientalische Hackbällchen

Ich koche sehr gerne und ja, man kann ruhig sagen, dass ich Kochbuchsüchtig bin. Die werden aber auch fleißig genutzt und so fragt der Mann regelmäßig: „Hatte ich das schon mal?“ Pfff, als ob das was ändern würde: gegessen wird schließlich, was auf den Tisch kommt 😉

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Bei diesem Essen hatte ich zumindest schon mal die Inhaltsliste auf meiner Seite: hier ist Fleisch drin – seitdem wir zusammen wohnen, spricht der Liebste oft davon, wie gesund er sich doch jetzt ernähren würde. Der Kühlschrank ist (meistens) gut gefüllt und das Essen enthält deutlich mehr Gemüse und weniger Fleisch als während seiner Single-Tage. Dennoch meinte er beim Essen so: „Des hatte ich doch schon mal, gell?“ Ich konnte nur grinsen und meinte, dass er das sogar schon mal selber gekocht hätte!

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Nachdem wir zwei Monate zusammen waren, ging es für mich ein Jahr lang nach Madrid. Tagtäglich skypten wir, aber weil das auf Dauer langweilig wird und man frischverliebt ja auch was gemeinsam erleben will, schlug der Mann vor, dass wir doch mal kochen könnten: er in Deutschland, ich in Spanien. Gesagt, getan. Ich schickte ihm ein paar Rezepte zur Auswahl und er entschied sich für diese orientalischen Hackbällchen. An einem Wochenende ging es nachmittags los: wir hofften auf eine stabile Internetverbindung und schnippelten synchron Zwiebeln, Brokkoli und klopften Granatäpfel. Boah ey, das war anstrengend! Der Kerl war soooooo langsam 😀 Ständig hielt er Zwiebelwürfel in die Kamera, ob die Größe passen würde. Später dann die Hackbällchen und so weiter. Und dann die Nachfragerei: „was soll ich nochmal mit den Mandeln machen? Wie geht das jetzt mit dem Saft weiter?“

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Geklappt hat es dennoch – es war quasi eine Live-Cooking-Show und am Ende hatte jeder von uns ein leckeres Abendessen. Wir haben das Synchron-Kochen tatsächlich noch einmal wiederholt, war echt eine nette Abwechslung und ist eine schöne gemeinsame Erinnerung an das erste Jahr unserer Beziehung. Auch heute noch – sechs Jahre später- schmecken die Hackbällchen sehr gut! Kräftig gewürzt und dann der Granatapfel, der eine saure Süße reinbringt.
Mit dieser schönen Erinnerung wollte ich die orientalischen Hackbällchen eigentlich schon seit Jaaahren verbloggen, jetzt erst kam ich dazu. Und die Deko macht das nochmal besonderer: die Blumen im Hintergrund sind von unserer Hochzeit ❤
Und NEIN, kein Essen wurde während des Heiratsantrags geschändet! Wollte euch nur ein unkitschiges Bild meines Eherings zeigen – in einen Schokokuchen kann den ja jeder stecken 😉

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Gibt es in eurer Beziehung ein Essen, das ihr immer mit der anderen Person verbinden werdet? Ich bin gespannt, was ihr erzählt!

Zutaten (für 4 Personen):
2
Granatäpfel
500 Brokkoli
50
Mandeln
1
rote Zwiebel
4–5 Stiel(e) 
Thymian
500 g  Rinder
hack
3 EL
Semmelbrösel
1
Ei
Salz, Pfeffer
2 gestrichene(r) TL 
Ras el Hanout (alternativ: Zimt, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer)
3 EL 
Öl
200
Basmatireis
1–2 EL  brauner Zucker
1 TL  Speisestärke 

Zubereitung:
Die Granatäpfel halbieren und 3 Hälften mit einer Handzi­trus­presse auspressen (ergibt 150–200 ml Saft). Übrige Hälfte in grobe Stücke brechen und Kerne herauslösen. Brokkoli putzen, waschen, in kleine Röschen teilen. Mandeln grob hacken. Zwiebel schälen und fein würfeln. Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen.
Hack, Semmelbrösel, Hälfte Zwiebel, Ei, ca. 1 TL Salz und Ras el Hanout verkneten. Daraus ca. 12 Bällchen formen und dabei die Hände immer wieder in kaltes Wasser tauchen, so klebt die Hackmasse nicht an den Händen fest.
1 EL Öl in einem Topf erhitzen. Mandeln darin unter Rühren leicht anrösten. 400 ml Wasser angießen und aufkochen. Reis und etwas Salz zugeben. Nach Packungsanweisung garen. Inzwischen 1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Hackbällchen darin rundherum 5–6 Minuten braten und herausnehmen.
Restliche Zwiebel im Bratfett andünsten. 1 EL Zucker unterrühren, kurz karamellisieren. Granatapfelsaft und Thymian zugeben, aufkochen und unter Rühren ca. 1 Minute köcheln. Stärke und 2 EL kaltes Wasser glatt rühren. In die kochende Soße rühren und ca. 1 Minute weiterköcheln. Granatapfelkerne in die Soße geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Hackbällchen in die Soße geben und erhitzen. Genügend Wasser in einem Topf erhitzen und darin den Brokkoli gar kochen (ca. 4min -je nachdem wie knackig ihr ihn wollt)Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles anrichten.

Quelle: Lecker

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4 Gedanken zu “Synchron-Kochen: Orientalische Hackbällchen

    1. Du weißt genau, was hier los ist, liebe Ilka! Wenn wir irgendwo Essen sind, kommt nämlich regelmäßig genau dieser Spruch: „Los, mach n Foto!“ Oder: „darf ich schon essen oder musst du das erst noch fotografieren?“ Schon schlimm, was unsere Männer da durchmachen müssen 😉
      Lg, Miriam

  1. Meine Erfahrung ist tatsächlich eine umgekehrte: Meine langjährige Lebensgefährtin wurde extrem schlecht gelaunt, wenn ich (leichtfertig) ein Gericht ankündigte, das ich schon mal zu ihrer Zufriedenheit zubereitet hatte, mir aber ohne Ankündigung die Freiheit nahm, es zu variieren.
    Man hätte meinen können, ich wollte sie vergiften. Sie wollte immer wissen, warum ich etwas gutes verändern wollte und ich konnte ihr nicht klar machen, dass für mich der Reiz in der Variation und der Vielfalt der Geschmäcker lag. Die Lösung war, die Varianten mit anderen Namen zu belegen – also nicht: Wiener Schnitzel, sondern Kalbsschnitzel paniert mit Kapern und Sardelle…

    1. 😀 wie lustig ist das denn! Und oh Mann, von dir wird ja echt einiges an Kreativität verlangt, wenn es darum geht, Klassikern neue Namen zu geben! Sehr coole Geschichte!
      Lg, Miriam

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