Realität vs. Blog: Einfache Erbsen – Ricotta – Tortellini

Vor Jahren hab ich eine kleine Karikatur gesehen. Darauf richtete eine Frau einen wunderschönen Teller mit dem leckersten Essen an. Der Mann kommt rein, freut sich, greift danach und wird von der Frau nur zurechtgewiesen, dass sein Teller da drüben stände – der hier sei für den Blog! Das Essen auf dem Teller des Mannes war im Gegensatz zum Teller für die viruelle Welt lieblos angehäuft und verlockte längst nicht so zum Zugreifen wie der andere.

208.03.31_ErbsenTortellinisuppe-10Daran musste ich denken, als mir beim Befüllen der Tortellini die Geduld ausging und wir am Ende keine putzig-posierliche Nudeln für den Blog füllten. Stattdessen wurden die Teigblätter nicht mehr zugeschnitten, sondern wurden einfach so gefüllt und gefaltet. Fertig und wesentlich effektiver!

208.03.31_ErbsenTortellinisuppe-13Ja, wir stylen unsere Fotos für den Blog – ganz ehrlich: im Normalfall stellen wir keine Zitronenscheiben auf dem Schneidebrett auf den Tisch. Und von diesem weißen Teller gibt es auch nur zwei im Haus, weshalb im Normalfall andere Suppenteller verwendet werden. Und auch der Löffel, der im Hintergrund liegt, wird nur noch zur Deko genutzt. Trotz allem ist das Essen echt, manchmal etwas mehr Petersilienbestreut wie im Alltag und die gelungensten Nudeln oder schönsten Gemüsestücke liegen apart oben drauf, aber es wird danach immer alles gegessen.

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Und ich muss zugeben: die großen Pseudo-Tortellini haben mir besser geschmeckt: da hatte man mehr von der Füllung 🙂 Egal, ob ihr die Teigblätter zuschneidet oder nicht: ich hoffe, ihr wagt euch an dieses unkomplizierte Rezept. Ihr müsst nicht mal selber Nudelteig machen. Nein, es wird Wan-Tan-Teig aus der Tiefkühle des Asialadens verwendet, der wunderbar funktioniert! Ihr braucht lediglich etwas Geduld bis alle Tortellini gefüllt sind. Dann steht einer leckeren Suppe nichts mehr im Weg. Wer eine fertige Gemüsebrühe im Regal stehen hat, kann natürlich auch die einfach verwenden statt die Parmesanbrühe zu kochen.

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Und welchen Teller würdet ihr nehmen – den mit den großen oder den mit den kleinen Tortellini?

Zutaten für 3 hungrige Personen:
Für die Brühe
340 Parmesanrinde
2,5 l Wasser
1 große Zwiebel
4 ungeschälte Knoblauchzehen
2 TL Pfefferkörner
eine große Handvoll Petersilienblätter
1/2 TL Salz (ich hab mehr gebraucht)
optional: mehr Gemüsereste – ich habe noch Karotten- und Lauchschalen zugegeben

Tortellini
150g (TK)Erbsen, aufgetaut
125g Ricotta
65g Parmesan, frisch gerieben
1/2 TL Salz
Schale von einer Zitrone
2 TL Zitronensaft
1 Packung Wan-Tan-Teig (250gr), wir hatten diese hier
Zum Servieren:
mehr Parmesan 🙂

Zubereitung:
Für die Brühe alle Zutaten in einen großen Topf geben und für 1 – 1,5h simmern lassen. Danach die Brühe absieben – wichtig: NICHT die Brühe à la Nudelwasser wegschütten 😉
Den Wan-Tan-Teig auftauen lassen. In der Zwischenzeit die Tortellini machen: die Erbsen, Ricotta, Salz, Pfeffer, Parmesan, Schale und Saft der Zitrone in einen hohen Rührbecher geben und mit einem Pürierstab vermixen. Die Masse muss nicht ganz glatt sein, es dürfen noch Erbsenstückchen erkennbar sein. Abschmecken.

Falls ihr perfekte quadratische Tortellini wollt, dann schneidet die Wan-Tan-Blätter dementsprechend zu. Wenn ihr dann auch noch so ganz kleine aparte Dingerchen wollt, schneidet den Teig in ca. 5x5cm. Eine kleine Schüssel mit Wasser bereitstellen, in die man die Finger zum Teig befeuchten tauchen kann.

Zum Befüllen der Teigblätter ein Teigblatt vom Stapel nehmen – den Rest mit einem feuchten Tuch abdecken, damit nichts austrocknet. Mit den Fingern den Rand mit Wasser bestreichen. Circa einen halben kleinen Teelöffel Füllung in die Mitte geben, dann den Teig diagonal über die Füllung falten und so viel Luft wie möglich rauspressen, dabei den Teig aufeinanderdrücken. Wenn ihr zu viel Füllung habt, wird die dabei mit rausgequetscht. Tendenziell eher weniger verwenden. Die Ecken des Dreiecks etwas mehr befeuchten, diese dann um den Finger wickeln und die Ecken aufeinander drücken. Die fertigen Tortellini auf ein Blech legen und abdecken.

 

 


Um die Suppe fertigzustellen, die Brühe wieder zum Simmern bringen und einen Teil der Tortellini zugeben – ich habe 4 Runden gemacht, damit die Nüdelchen nicht zusammenkleben. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, die Tortellini rausnehmen und die nächste Runde rein.
Zum Servieren alle Tortellini zurück in den Topf – den Topf auf den Tisch stellen und servieren. Jeder reibt sich noch etwas Parmesan über seinen Teller und mmmmh, sooo gut!

Quelle: Smitten Kitchen Every Day (Deb Perelman)

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2 Gedanken zu “Realität vs. Blog: Einfache Erbsen – Ricotta – Tortellini

  1. Ah die Parmesan-Brühe kam mir doch gleich bekannt vor… ich stelle fest dass ich seit dem Blog die Teller insgesamt schöner anrichte, soweit das mit meinem Nicht-Deko-Gen halt geht, und finde dies recht erfreulich.

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