Der Duft des Frühlings: Bärlauch – Brioche – Zöpfe

Ich erinner mich noch genau daran, wie wir in der Grundschule zum Gedicht „Er ist’s“ von Eduard Mörike ein Bild malen mussten. Den Gedichtanfang kennt bestimmt jeder:

„Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll durchs Land.“

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Das Bild, das ich malte, zeigte eine Spaziergängerin, die einen Hut mit einem blauen Band trug und an einer blauen Blumenwiese entlanglief. Sie hatte eine Knubbelnase und der Hut ähnelte eher einer Schallplatte als einer eleganten Kopfbedeckung. Die Sonne hatte ein Grinsegesicht… komisch, woran man sich noch so erinnert. Nun ja, malen hat nie zu meiner Lieblingsbeschäftigung gehört, die Gedichtinterpretation machte ich dementsprechend auch lieber schriftlich als künstlerisch.

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Nichtdestotrotz denke ich jeden Frühling an dieses Gedicht, insbesondere an die Zeile mit den süßen, wohlbekannten Düften. Wo bitteschön hat denn der Herr Mörike gewohnt, dass sein Frühling süß gerochen hat? Das ist eine rhetorische Frage, ich erwarte keine Antwort darauf 😉 Wenn ich an den Duft des Frühlings denke, dann steigt mir sofort der Bärlauchgeruch in die Nase! Und wer von euch zu dieser Jahreszeit hin und wieder mal draußen im Wald unterwegs ist, weiß, dass dieser Gedicht alles andere als süß ist! Der Bärlauchgeruch kann einen geradezu erschlagen!

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Aber nun gut, vielleicht wurde dem Herrn Mörike damit der Verstand vernebelt und er war einfach nur froh, dass der Winter vorbei ist. So geht es mir zumindest – so unangenehm der Knofi-Bärlauchgeruch sein kann, so viel Freude bereitet er doch, weil damit der Frühling angekündigt wird! Wird der Bärlauch dann auch noch etwas angedünstet und gebacken, ist der Geruch gar nicht mehr so intensiv. Geschmacklich passt dieser Bärlauch – Brioche – Zopf super zur ersten Grillwurst des Jahres. Noch etwas Frischkäse dazu und die Welt ist in Ordnung!
Schade, dass es in der Schule keine kulinarische Gedichtsinterpretation gab – damit hätte ich bestimmt noch mehr punkten können 🙂

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Zutaten für 3 Stück:
300ml lauwarme Milch
1 Tl Salz
1 Pck. Trockenhefe
700g Mehl (plus Mehl zum Arbeiten)
2 Eier
1Tl Zucker
50g weiche Butter
Für die Füllung:
ca. 70g Bärlauch
1 rote Zwiebel
50g Walnusskerne
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 verquirltes Eigelb
grobes Meersalz

Zubereitung:
Milch, Salz und Hefe in einer Schüssel vermischen, Mehl hinzugeben. Eier, Zucker und Butter ebenfalls zugeben, alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Teig mit Frischhaltefolie bedeckt an einem warmen Ort ca. 60min gehen lassen – er soll sein Volumen verdoppeln.
Bärlauch wachen, trocken tupfen, grob hacken. Zwiebel abziehen, fein würfeln. Walnüsse grob hacken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Bärlauch, Zwiebeln und Nüsse dazugeben. Bärlauch-Mix leicht andünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen, abkühlen lassen.
Teig auf bemehlter Arbeitsfläche kräftig durchkneten, dann den abgekühlten Bärlauch-Mix darunterneten. Dann nochmal etwas abschmecken, damit genügend Salz im Teig ist, ggf. nachwürzen! Den Teig in 3 Portionen teilen. Jede Portion dritteln und jeweils zu einem ca. 20cm schmalen langen Strang rollen. Aus jeweils 3 Teigsträngen 1 Zopf flechten, sodass man insgesamt 3 Zöpfe erhält.
Blech mit Backpapier belegen. Zöpfe darauflegen, 15min gehen lassen. Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Zöpfe mit Eigelb bestreichen, mit etwas Meersalz bestreuen und im vorgeheizten Ofen 25-30min backen.

Quelle: Lust auf Genuss (4/2017)

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9 Gedanken zu “Der Duft des Frühlings: Bärlauch – Brioche – Zöpfe

  1. Hallo Miri,
    ich finde dieses Gedicht auch so wunderschön. Kann es sogar auswendig, und das kann ich nicht von vielen Gedichten behaupten 😉
    Bei mir gab’s auch schon Bärlauch-Nudeln dieses Jahr.
    Der Zopf klingt aber auch ganz toll!
    Gruss,
    Sarah

  2. Ha, ha, ich schmeiß mich weg. Da sind wir nicht nur gemeinsam auf die Idee gekommen, Bärlauch zu Brioche zu verarbeiten, sondern offenbar auch auf den gleichen Titel des Blogposts. XD Deine Version mit Zwiebel und Walnuss klingt ja auch bombastisch gut und wird fürs nächste große Frühlingsfrühstück vorgemerkt – ein bisschen bleibt uns der Bärlauch ja noch erhalten. 🙂
    Liebe Grüße
    Sabrina

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