Im Bücherregal: Pies & Tartes (Phoebe Wood / Kirsten Jenkins)

Backe, backe Kuchen – eine liebgewonnene Wochenendtradition, die mich doch immer wieder vor die Herausforderung stellt, was denn nun genau in den Ofen wandern soll. Wenn es nach dem Liebsten geht, könnte das jede Woche eine Linzer Torte sein, aber da mach ich nicht mit! Seit rund anderthalb Monaten fällt mir die Wahl deutlich leichter, denn seitdem wird einfach immer aus Pies & Tartes von Phoebe Wood und Kirsten Jenkins gebacken, das bei Doling Kindersley erschienen ist.

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Die Autorinnen:
Während eines Aufenthalts in New York wurde Phoebe Wood Pie-süchtig und probierte sich monatelang zurück in ihrer australischen Heimat an der perfekten Teigkonsistenz. Als sie den Entschluss fasste, darüber ein Buch zu schreiben, holte sie sich ihre Freundin Kirsten Jenkins als Foodstylistin mit an Bord. Beide haben unabhängig voneinander für diverse Magazine wie delicious oder das Donna Hay Magazine gearbeitet. Auch im Team von MasterChef Australien waren sie tätig. Diese Professionalität merkt man dem Buch sowohl an den Fotos und dem Layout als auch an den Rezepten an.

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Der erste Eindruck:
Wann kommt endlich der Frühling?! Ich will endlich wieder Rhabarber! Das sind die ersten Gedanken, die mir beim Durchblättern durch den Kopf schießen. Jedes Rezept ist wunderschön bebildert und macht mir in der noch wenig frühlingshaften Umgebung Lust auf all die Sommergenüsse. Nun gut, die Erdbeeren lassen noch etwas auf sich warten, muss ich eben ein anderes Rezept auswählen.

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Inhalt:
„Pies & Tartes“ ist in vier große Rezeptkapitel geteilt. Daneben erfährt man in der Einführung zu Beginn, wie Phoebe Wood auf die Idee kam, ein ganzes Backbuch zu diesem Thema zu schreiben und bekommt das Grundrezept für Mürbeteig präsentiert. Die Kapitel widmen sich unterschiedlichen Pie- und Tartezubereitungsarten und -formen.

  • Heiß: in diesem Kapitel finden sich die „klassischen“ Pierezepte, wobei ich um ehrlich zu sein ein Rezept für Apple Pie vermisse. Aber keine Sorge, das ist mir erst viel später aufgefallen. Es gibt genügend köstliche Alternativen; gemeinsam ist allen, dass ein Mürbeteig mit Früchten gefüllt wird – die Bandbreite reicht von Rhabarbern über Birnen bis hin zu Süßkartoffeln.
  • Mogler: ich bin mir nicht ganz sicher, warum diese Rezeptkategorie „Mogler“ heißt – vielleicht weil manche der Tartes ohne Mürbeteig auskommen oder ohne Springform gebacken werden? Einige Rezepte hingegen sind mit Teig und Deckel. Wie auch immer: die Rezepte (Apfel-Karamell-Pie, Bananen-Whiskey-Pie) überzeugen.
  • Auf die Hand: diese Unterteilung hingegen ist wieder gut verständlich. Statt einen großen Kuchen zu backen, wird der Teig in kleine Taschen geformt und fruchtig gefüllt. Das geht von Blitzrezepten wie ein Blätterteig, der mit Himbeeren gefüllt wird bis hin zu Tiramisutörtchen und S’mores Muffins.
  • Kalt: das letzte große Rezeptkapitel widmet sich Pies & Tartes, die kalt gegessen werden. Entweder kommen die Kuchen ganz ohne Backen aus oder sie werden nach dem Backen gekühlt. Aus diesem Kapitel hab ich am meisten nachgebacken – die meisten Rezepte kommen ohne Obst aus, sondern verwenden alles von Joghurt über Sahne bis hin zu Kokosmilch, die mit Gelatine gebunden werden oder durchs Backen fest werden und dann kalt aus dem Kühlschrank gegessen werden. Für den Sommer spannend finde ich auch die Eistorten, welche auch in diesem Kapitel vorgestellt werden.

Abschließend findet sich noch eine detaillierte Anleitung zum Teiggitter weben, die ich sehr beeindruckend finde, aber ähm, nun gut, dazu bin ich nicht der Typ 🙂 Schön aussehen tut es definitiv! Das Rezeptregister hebt einerseits groß Zutaten hervor (Apfel – Frischkäse – usw.), nennt aber auch die einzelnen Rezepttitel. Sehr übersichtlich, klasse! Das Buch endet mit einer kurzen Info über die Autorinnen und deren Danksagungen.

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Die Rezepte:
Ich mag Bücher, die ihre Rezepte mit einer kurzen persönlichen Einleitung versehen. Und genau das trifft hier zu. Von Erklärungen zur Herkunft der Stapeltorte zu Anekdoten aus dem familiären Umfeld der beiden Autorinnen bis hin zu Hinweisen bezüglich der verwendeten Zutaten – jedes Rezept erhält ein kleines persönliches Vorwort. Wie ihr auch sehen könnnt, ist das Buch wunderschön bebildert. Die Pies werden ganz natürlich präsentiert und aus eigener Backerfahrung kann ich sagen, dass meine Tartes genau so auf dem Kaffeetisch standen wie im Buch abgebildet! Das empfinde ich sonst oft als die größte Enttäuschung, wenn mein eigenes Backergebnis so völlig anders aussieht wie auf dem Rezeptfoto. Also ein sehr großes Plus einerseits für die Foodfotografie, andererseits auch für die Rezepte, die alle funktioniert haben!

Nachgebacken habe ich schon:

  • Kirsch – Heidelbeer – Kokos – Crumble: dieser Mogler kommt ohne Mürbeteig aus, sondern die Früchte werden kurz eingekocht und dann mit kernigen Streuseln bedeckt gebacken. Einfach, schnell und wirklich gut als schnelle Nascherei.
  • Himbeer – Vanillepudding – Pie: Überraschung beim Anschneiden – da kommt ja noch eine Fruchtfüllung zum Vorschein. Schnell gemacht, cremig – fruchtig, wirklich lecker.
  • Apfel-Crostata: sooo mega gut! Wir haben den Kuchen innerhalb von 24h gegessen, der macht süchtig! Aus gemahlenen Mandeln, Butter und Ei wird eine Frangipane gerührt, die dann auf den Teig kommt und mit Äpfeln bedeckt wird.
  • Schokoladen- Pannacotta- Tarte: sehr schokoladig mit Schokomürbeteig und Schokofüllung. Sehr herber Geschmack, nächstes Mal würde ich die Zuckermenge noch ein wenig erhöhen oder eine weniger starke Zartbitterschokolade nehmen.
  • Vanillepudding – Whiskey – Pie mit weißer Schokolade: sehr lecker, cremig, fein! Rezept kommt!
  • Joghurt – Walnuss – Granatapfel – Tarte: zwar war der Keksbodenn mit Walnüssen bei mir sehr krümelig, dafür ist die Füllung aus griechischem Joghurt schnell gemacht und kam dekoriert mit frischen Früchten wirklich gut an.

Wenn Mürbeteig verwendet wird, hat man einerseits vorne ein Grundrezept dafür drin oder erhält eine Version davon im Rezept. Hierfür sollte Kühlzeit eingeplant werden. Um ehrlich zu sein, habe ich aber auch schon gute Backergebnisse erzielt, indem ich alle Ratschläge in den Wind geschlagen und Abkürzungen genommen habe. Der Teig wird dann vielleicht nicht ganz so knusprig, aber die kürzere Wartezeit, um den Kuchenhunger zu stillen, war mir das wert 🙂
Ich erwähnte es schon: meine Nachbackliste ist noch recht gut gefüllt! Sobald es mit dem Rhabarber losgeht, kommen die Rhabarber – Frangipane – Crostatas auf den Tisch. Und in Kombination mit Erdbeeren dann der Pie mit Rhabarber, Erdbeeren und Thymian. Ich liebe Rhabarber und dieses Buch hat sooo tolle Rezepte damit drin. Wird höchste Zeit, dass es Frühling wird 🙂
Ein kleines Minus gibt es aber auch: die jeweils verwendeten Backformen haben nicht Standardgröße und sind so evt. in Deutschland schwer erhältlich. Außerdem werden ganz viele unterschiedlich große Formen verwendet: die Durchmesser reichen von 20cm, zu 21cm, zu 24cm, dann mal eine mit 23cm – Durchmesser oder auch 15cm. Das finde ich etwas nervig, besonders, wenn dann zwei Tartes à 16cm rauskommen. Ich habe die Größen ziemlich in den Wind geschlagen und etweder die Teigmenge erhöht und eine 24er-Form genommen oder halt eine 18er-Springform. Im schlimmsten Fall hat man halt etwas weniger Füllung als im Buch oder man hat etwas übrig. Hier gilt also selber den Kopf anschalten und dann einfach munter machen bevor man ewig im Internet rumsurft, um sein Formensortiment zu erweitern.

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Kaufempfehlung:
Trotz dieses kleinen Minus kann ich das Buch voll und ganz empfehlen! Die Zutaten sind (saisonabhängig) in jedem Supermarkt erhältlich, die Rezepte sind gut erklärt und funktionieren einwandfrei. Zusätzlich erhält man schöne Bilder und persönliche Anekdoten, genau so wie ich es mag! Uns hat Pies&Tartes schon sehr viele Wochenenden versüßt und uns mit dem Pie-Fieber infiziert. Vielleicht erwischt es ja auch euch?!

Phoebe Wood / Kirsten Jenkins: Pies & Tartes
Dorling Kindersley
160 Seiten, zahlreiche Fotos
ISBN 9783831032822
19,99€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung

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2 Gedanken zu “Im Bücherregal: Pies & Tartes (Phoebe Wood / Kirsten Jenkins)

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