Aus Mamas Küche: Mayonnaise

Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie sehr wir für diese Bilder kämpfen mussten! Es war weniger die winterliche Lichtsituation oder das Gesamtarrangement von Essen mit Deko, sondern vielmehr die Mama, der es soooo peinlich war (und beim Lesen sein wird!), dass ihr altes Rezeptbuch aufs Foto soll. Papa, meine Schwester und ich haben aber drauf bestanden und nun ja, wir waren einfach stärker 😉

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Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, dann überschüttet meine Mutter für ihr Rezeptbuch bitte mit ganz viel Liebe, denn genau das steckt da drin! Vor über 30 Jahren hat sie dieses Büchlein von einer Freundin zur Hochzeit bekommen -mit dem Wunsch in der Widmung, dass sie eine gute Hausfrau werde 😀
Dieses Rezeptbüchlein hat Kultstatus und die Seite mit dem Mayorezept ist eine der meist benutzten wie man sehen kann. Ein paar Senfflecken sind da zu sehen ebenso wie irgendwelche andere undefinierten Schmierereien; die Schrift (ehemals mit Füller geschrieben) musste schon mit Kulli nachgezogen werden, damit man überhaupt noch etwas lesen kann. 2017.12.27_Mayonaise-2

Und warum ist das nicht eklig oder peinlich oder keine Ahnung was? Ganz einfach: die Mayonnaise macht man nicht für sich allein, sondern wenn man mit anderen Menschen zusammen isst! Es ist eines DER Familienrezepte und allein deswegen MUSS es auf diesen Blog, der für mich als Rezeptsammlung dient, wenn mich das Heimweh packt oder ich einfach die besten und erprobtesten Rezepte brauche. Traditionell gibt es die Mayonnaise hauptsächlich in den Wintermonaten als Dip zum Raclette oder Fondue. Damit schmecken die Kartoffeln einfach nochmal besser.

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Und somit verbinden sich mit der Mayonnaise und zwangsweise mit dem Kochbuch ganz viele schöne, heimelige Erinnerungen. Kurioserweise holt meine Mutter auch nach Jahrzehnten mit diesem Standardrezept jedes Mal noch das Büchle aus dem Regal, um die Mayonnaise zuzubereiten 🙂 Ich finde das immer wieder toll und bin soooo froh über dieses Rezeptbüchlein… an diesem digitalen Kochbuch hängen zwar auch manche Erinnerungen, aber diese sind längst nicht so greifbar und sichtbar wie die in dem meiner Mutter. Mein Versuch, so etwas zu etablieren, ist es zu jedem nachgekochten Rezept einen Post-It im Kochbuch zu hinterlassen, um mögliche Änderungen oder Kommentare festzuhalten. Das wird allerdings längst nicht den Kultstatus erhalten!

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Noch ein Hinweis: erschreckt nicht zu sehr, wenn in der Zutatenliste Gemüsebrühenpulver auftaucht – meine Mutter verwendet inzwischen lieber das anstelle von dem im Rezept vermerkten Fondor (war das nicht so ein gelb-rotes Plastikdöschen?). Und im Sinne der Tradition und der Authentizität verwende ich das auch 🙂 Ich hoffe, ihr lasst euch weder von den Zutaten noch der Kaloriendichte oder dem Kult – Kochbüchle meiner Mutter abschrecken, sondern freut euch mit uns, dass dieses Rezept ENDLICH auf dem Blog verewigt ist!

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Zutaten:
3 Eigelb
1/4 Tl Salz
1 Tl Senf
250ml Sonnenblumenöl
Saft von 1/4 Zitrone
etwas Gemüsebrühenpulver

Zubereitung:
Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein. Die Eigelb in einer hohen Rührschüssel mit dem Rührgerät zusammen mit Salz und Senf ca. 1min verrühren. Unter ständigem Rühren das Öl in einem ganz dünnen Strahl ganz langsam zuschütten. Lieber mal eine Pause machen, damit sich Ei und Öl gut vermischen und cremig werden. Lasst euch Zeit! Abschließend etwas Zitronensaft und Gemüsebrühenpulver unterrühren. Manchmal wird ein Teil des Öls (ca. 75ml) auch durch Sahne ersetzt. Probiert einfach aus, wie es euch besser schmeckt!
Bitte achtet darauf, dass ihr die Mayo spätestens nach 24h verbraucht habt, weil sonst die Gefahr von Salmonellen durch das rohe Ei enorm steigt.

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19 Gedanken zu “Aus Mamas Küche: Mayonnaise

  1. Liebe Miriam,

    solche Kochbücher sind doch absolut wertvoll! Ich liebe das von meiner Oma auch sehr – mit all den Flecken und unlesbaren Stellen. Oder den Rezepten, die nur aus Zutaten bestehen und man sich die Zubereitung zusammenreimen muss.
    Ich habe sogar angefangen, meine Rezepte aus meinem digitalen Archiv in ein Kochbuch zu schreiben, damit meine Nachfahren auch mal solch ein Buch bekommen ;).

    Liebe Grüße, Marileen

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  2. Deiner Mama soll ihr altes Rezeptheft nicht peinlich sein. So soll es auch ausschauen. So sieht man, dass es benutzt wurde. Ich mag solche alte Rezepthefte: mit Flecken, mit unleserlichem Schrift oder nur mit einer Zutuatenliste. Das von meiner Mutter sieht genauso.
    LG, Diana

    Gefällt 1 Person

  3. Wenn ich etwas liebe und darin gerne stöbere, dann sind es solche ganz privaten Rezeptebüchlein, die voller Erinnerungen an köstliche Essen und regionalen Besonderheiten sind. Vielen Dank an deine Mutter, dass sie sich doch hat überreden lassen, damit wir an diesem Kleinod uns erfreuen können.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sigrid!
      Danke für deinen Kommentar – es ist wirklich ein kleines Schatzbuch voller Erinnerungen und familiärer Eigenheiten. Ich freue mich auch so sehr darüber, dass es genutzt wird!
      Lg, Miriam

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  4. Kompliment – ich liiiiebe solche Rezeptbücher und ich wünschte, ich hätte sowas von meiner Oma. Leider hat sie niemals auch nur eines ihrer Rezepte aufgeschrieben. Aber als Bloggerin finde ich es umso schöner, wenn solche Rezepte ihren Weg ins Netz finden. Ich selbst will dieses Jahr nutzen um viele alte Rezepte zu verbloggen und ich freue mich, wenn du auch noch ein paar Geheimrezepte deiner Mum teilst.

    Liebe Grüße
    Christina

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