Im Bücherregal: Von einfach zu brillant von Donna Hay

Kulinarisch hab ich nicht die abgehobensten Träume: ich muss nicht in einem sternegekrönten Restaurant essen gehen oder eine Reise zu sämtlichen wichtigen Weinbergen Frankreichs machen. Aber wenn ich mal gerne wo „Besonderes“ essen würde, dann wäre es die Testküche von Donna Hay! Mit jedem Buch gelingt es ihr durch die atemberaubende Foodfotografie, dass ich nichts Sehnlicher kosten möchte wie all die Leckereien, die für das Kochbuch produziert wurden. Dieser Wunsch wird durch das im at Verlag erschienene „Von einfach zu brillant“ wieder mal geweckt!

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Die Autorin
Donna Hay dürfte eigentlich jedem ein Begriff sein: seit Jahren veröffentlicht sie regelmäßig erfolgreiche Kochbücher, Zeitschriften und verkauft online ihre eigene Küchenkollektion. Letztes Jahr war sie schon mit ihrem Buch „life in balance“ zu Gast in der Kochbuchrubrik. Nach diesem Ausflug ins kalorienreduzierte – Superfood – Regal ist sie nun aber wieder zurück mit ihrer gewohnt Butter- und Käselastigen Küche 😉

Der erste Eindruck
Eigentlich könnte ich Copy-Paste zur letztjährigen Rezension machen: die Kochbücher von Donna Hay sind einfach ein Augenschmaus! Das schwere Hardcoverbuch sieht sehr edel aus und besticht durch die Dark&Moody-Fotografien von William Meppen. Alle Rezepte sind mit ganz natürlich gestylten Fotos abgebildet, die – egal ob es sich um eine Currypaste oder Cookies handelt – alle so appetitlich wirken, dass man am liebsten sofort zugreifen will. Ästhetisch wieder wunderbar ansprechend! Auch die Schrift und die Rezeptbeschreibungen sind altbekannt – ich möchte sofort loslegen und stürze mich auf die ersten Rezepte.

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Inhalt
„Von einfach zu brillant“ ist in drei große Kapitel geteilt: Pikant – Unverzichtbar – Süß. Dann folgt das typische Glossar, in dem Zutaten erklärt werden, die in den einzelnen Rezepten mit Sternchen gekennzeichnet sind. Das Buch wird vom Register und der Danksagung abgeschlossen. Was so klein und wenig klingt, umfasst aber insgesamt 400 Seiten – jede Menge Platz also für Rezepte 🙂
In „Pikant“ werden herzhafte, sehr fleischlastige Rezepte präsentiert: angefangen mit frittiertem Buttermilch-Hähnchen über eine grüne Thai-Currypaste und Gnocchi bis hin zu einfachem Dinkelbrot findet man insgesamt sehr wenige vegetarische Rezepte. Nicht so ein großes Problem für mich, ich ess ja alles; ich weise nur darauf hin, dass Vegetarier erst bei den süßen Sachen so richtig auf ihre Kosten kommen.
Die Rezepte sind immer gleich aufgebaut: auf die ausführliche Erklärung des Standardrezeptes folgen Variationen. Teilweise schmecken die Standardrezepte so schon gut und werden in den Variationen dann nur noch mit Nudeln, Burgerbuns oder ähnlichem kombiniert. Andere Rezepte wie das einfache Risotto sind so simpel (Butter, Zwiebeln, Knofi, Weißwein, Reis und Hühnerbrühe – nicht mal Parmesan!!!), dass alles nach mehr Zutaten schreit. Die Variationen mit Spinat, Burrata und Basilikumpesto, Erbsen und knuspriger Chorizo oder mit Zitrone, Spargel und glasiertem Speck klingen dann schon deutlich ansprechender.
In „Unverzichtbar“ werden Kochanleitungen für Dips, Saucen, Vinaigrette oder auch Reis gegeben. Auch verweisen schon die Zubereitungsarten für verschiedene Teige auf das nun folgende süße Kapitel.
Wem bei den fleischlastigen Rezepten nicht das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist, dem geht das spätestens bei all den Butter- und Zuckerlastigen Kuchen, Cookies und anderem Süßkram so. Die aufgeschlagene Schokoladenganache möchte ich am liebsten vom Schneebesen abschlecken oder mir einen gefüllten Karamell – Cookie in den Mund schieben. Auch hier findet sich wieder derselbe Rezeptaufbau: auf das Standardrezept folgen Variationen. Und auch hier sind manche Standards schon gut genug für sich allein (Brownies! Chocolate Chip Cookies! Ricotta – Käsekuchen!) und andere Rezepte (Muffins, Vanillerührkuchen) sehen als Variation wesentlich ansprechender aus.

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Die Rezepte
Bei all dem hübschen Äußeren – wie schmeckt es denn? Darauf kommt es schließlich an. Nachgekocht habe ich schon:

  • Langsam geschmorte Rinderbrust und damit dann die Rindfleisch – Ricotta – Lasagne: nach 3h im Ofen lässt sich die Rinderbrust zerzupfen und verwandelt sich mit Ricotta und jeder Menge Käse in Soulfood Deluxe. So wahnsinnig lecker!
  • Frittatateig bzw die Variante mit Schmorkürbis und Blauschimmelkäse: Rezept kommt im nächsten Post. Sehr lecker und reichhaltig!
  • Knusprig gebratener Lachs: Die Haut des Lachs wird mit Öl eingepinselt und dann in einer heißen Pfanne mit einer schweren Pfanne beschwert. Und zack! Knusprige Haut und nichts blieb in der Pfanne kleben – super, das merk ich mir!
  • Klassischer Hühnerfond: als die erste Erkältungswelle anrollte, bereitete ich den Fond zu und kochte mit der Hälfte die Mais – Kartoffel – Rahmsuppe. Wärmt wunderbar von innen.
  • Cremiger Schokoladenkuchen: mit 300g enthaltener Schokolade sollte der Kuchen sowieso schmecken, die Zuckermenge hab ich deutlich reduziert. Geschmacklich war es okay, aber da kenn ich vergleichbare Schokokuchen mit weniger Aufwand.
  • Omas Biskuitcake: eigentlich soll man die Eier-Zucker-Mischung 15min aufschlagen… da hat der Schneebesen-Pürierstab nicht mitgemacht. 6min haben gereicht – toller Teig, der dann in ein Tiramisu verwandelt wurde. Mmmmh, soooo gut! Da hat niemand die rohen Eier vermisst.
  • Einfacher Muffinteig bzw Karotten-Frischkäse-Muffin: waren okay, haben mich geschmacklich und von der Konsistenz nicht so überzeugt.
  • Luftig-leichte Pancakes: Buttermilch im Teig machen die fluffig und schmecken zum ausgedehnten Wochenendfrühstück.
  • Süßer Hefeteig und daraus wurden dann Schoko-Nuss-Schnecken: frisch schmecken die Schnecken am besten – lecker, wenn auch die Schnecken mit der Füllung aus Schokolade und Nüssen etwas schwer zu formen waren.

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Kaufempfehlung
Ich kann bei diesem Buch keine eindeutige Kaufempfehlung geben. Die von mir getesteten Rezepte funktionieren und schmecken sehr gut. Auch allein schon von der optischen Aufbereitung lohnt es sich dieses Buch – wie gesagt: es ist ein wahrhaftiger Augenschmaus. In der Einführung schreibt Donna, dass hier beliebte Klassiker präsentiert werden und daran anschließend „clevere und überraschende Variationen“. Ich habe es schon oben geschrieben: manche Variationen sind überhaupt nicht überraschend, sondern einfach nur wichtig und eine konsequente Weiterführung von einer Grundzubereitung: ein Risotto nur mit Reis und Brühe schmeckt halt nicht so gut. Auch die Idee, ein Steaksandwich aus dem „perfekten Steak“ zu machen, ist ebensowenig neu wie Pulled Pork im Brötchen mit Coleslaw zu servieren. Falls ihr schon ein Donna – Hay- Kochbuch habt (ich denke insbesondere an „Die neuen Klassiker„), werden die Rezepte hier drin eher nicht so neu für euch sein. Ich glaube, ihr knuspriger Schweinebauch kommt in all ihren Kochbüchern vor, kann das sein?! 🙂
Auch finde ich es schade, dass es innerhalb der drei großen Kapitel keine sonstige Aufteilung gibt – zum Beispiel könnte man die Schokoladenrezepte hintereinander präsentieren oder im pikanten Kapitel zuerst alle Fischrezepte, dann Rindfleisch, usw.

ABER: bei all meiner Kritik muss ich sagen, dass es ein gutes Kochbuch ist! Wir hatten köstliche Essen, insbesondere die Rinderbrust-Lasagne war komplett neu (und innovativ) für mich. Ich habe noch einige Rezepte, die ich unbedingt nachkochen will. Also wer von euch noch nicht so lange kocht und sich allmählich ein größeres Repertoire mit anspruchsvolleren Zubereitungsschritten erarbeiten will, ist mit Donna Hays „Von einfach zu brillant“ auf jeden Fall gut beraten 🙂

Donna Hay: Von einfach zu brillant.
at Verlag
400 Seiten, Gewicht: ca. 2kg
ISBN 9783038009719
39,90€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung

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