Im Bücherregal: a modern way to cook

Neues Jahr, neues Glück -so hieß es bei mir im Januar und ich wechselte Studium gegen Job, Tübingen gegen Mannheim und eine Küche im Schrankformat gegen eine riiiiießige Küche MIT Spülmaschine. Gleich geblieben ist die Familie, der Freund und die große Lust zu kochen. Nur jetzt halt mit einer anderen Zeitaufteilung. Wie gut, dass dieses Jahr scheinbar sehr viele Kochbuchautoren -gerne auch als Zweitwerk- eine neue Ausgabe der schnellen Küche widmen. Vegetarisch und vegan ist hier sowieso immer gern gesehen und so sollte es dieses Buch doch ein Volltreffer sein, oder?

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Die Autorin:
„a modern way to cook“ ist das zweite Buch von Anna Jones -ihr Erstlingswerk „a modern way to eat“ erschien 2015 auch schon im Mosaik Verlag und wurde begeistert aufgenommen. Kocherfahrung hat sie jede Menge gesammelt: einerseits als Köchin in Jamie Olivers Restaurant, andererseits arbeitete sie als Food Stylistin nicht nur für Englands bekanntesten Koch, sondern auch für Yotam Ottolenghi und andere. Auf ihrem Blog veröffentlicht sie immer wieder Rezepte oder verlinkt zu Kolumnen, die sie regelmäßig schreibt.

Der erste Eindruck:
So, so, das ist also Apfelpapier 🙂 Wie schon das erste Buch wurde auch der Folgeband auf Apfelpapier gedruckt, welches in Südtirol aus dem Trester der Apfelreste hergestellt wird. Die Papierqualität ist deswegen weniger glänzend als sonst oft in Büchern üblich. Jedoch passt die matte Optik gut zu den wunderschönen Foodfotos. Diese sind sehr natürlich inszeniert, einfach auf einem Tisch oder mit Anna im Hintergrund, die das Gericht gerade zubereitet. Leider hat nicht jedes Essen ein Bild abgekriegt, aber davon lasse ich mich nicht abhalten! Spontan springen mir in den verschiedensten Kapitel Rezepte entgegen, die sofort nachgekocht werden wollen.

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Inhalt:
Ausgehend von der Resonanz auf ihr Erstlingswerk beschreibt Anna Jones in der Einleitung, dass ihr gutes, gesundes Essen ein Herzensanliegen ist. Allgemein lässt sich beobachten, dass sich die Menschen wieder mehr Gedanken machen, was sie essen. Scheinbar heißt das jedoch oft, dass auf Superfoods geschworen oder Brot verteufelt wird. Davon grenzt sich Anna Jones bewusst ab, sonder plädiert dafür, „das große Ganze in den Blick“ zu nehmen. „Eine ausgewogene und möglichst naturnahe Ernährung ist der beste Weg“, so schreibt sie es in der Einleitung. Deswegen stehen in diesem Buch einfache Rezepte im Mittelpunkt, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen und so eine dauerhaft bewusste Ernährungsweise ermöglichen.
Bevor es dann ans Kochen geht, werden noch ein paar Hinweise zur Vorbereitung gegeben, wie zum Beispiel, dass es gerade für das Kochen unter „Zeitdruck“ entscheidend ist, dass man sich gut organisiert, sprich, die Zutaten parat hat, die verwendet werden sollen und diese nicht erst suchen muss während die Zwiebeln in der Pfanne verbrennen. Hilfreiches Zubehör vom Sparschäler über Küchenmaschine bis zu ein paar Anmerkungen zu Zutaten wie Kokosöl und Salz werden auch noch erwähnt. Und dann kommen endlich die Rezepte 🙂
Diese machen den großen Hauptteil des Buches aus und sind in gegliedert in:

  • Bis der Tisch gedeckt ist -die Rezepte sind in 15min fertig.
  • Fertig in 20 Minuten
  • Auf dem Tisch in einer halben stunde
  • Vierzig-Minuten-Festessen
  • Vorratsküche
  • Fix gefrühstückt
  • Schnelle Desserts und Süßigkeiten

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Wer schon ihr erstes Buch hat, dem wird die Struktur und der Seitenaufbau bekannt sein: jedes Rezept wird von einer Einleitung begleitet. Die benötigten Zutaten stehen am Seitenrand und die Zubereitungsschritte sind übersichtlich gegliedert. Im ersten Absatz jeden Rezeptes wird gesagt, dass man „sämtliche Zutaten bereitlegen“ soll, eventuell Wasser erhitzen und Töpfe holen soll. Die Vorratsküche besagt ja schon, um was es geht: hier werden Kochanleitungen für Hülsenfrüchte gegeben, Nussbutter hergestellt, aber auch Kuchen und Cracker gebacken. Zeitlich würden diese teilweise auch in das Frühstücks- oder Dessertkapitel passen, aber die Idee ist anscheinend, dass das mehr zusätzlich ist und keine eigenständige Mahlzeit. So erkläre ich mir die Zuordnung zumindest.
Abschließend folgt ein Register. Aber nein, das muss ich besonders hervorheben. Neben dem üblichen Zutatenregister gibt es eine zusätzliche Auflistung für vegane und glutenfreie Rezepte. Hier werden sogar auch die Rezepte aufgelistet, die „nach einer kleinen Abwandlung“ vegan oder glutenfrei sind. Das ist wirklich super durchdacht und wer darauf achten will oder muss, hat hier schnell alles im Blick.

Die Rezepte:
Was wird denn nun von Frau Jones aufgetischt? Ich habe folgendes nachgekocht:

  • One-Pot-Spaghetti mit Grünkohl, Tomaten und Zitrone: die Zitrone gibt einen tollen Kick, ist schnell auf dem Tisch, aber wenn ich schon mal Nudeln esse, dann habe ich andere Saucen lieber 😉
  • Mild-pikante Süßkartoffel-Quinoa-Bowls: statt Quinoa gab es Graupen und die Süßkartoffeln hab ich mit Karotten ersetzt, die weg mussten. Es war sehr lecker -mit Kokos kriegt man mich einfach.
  • Erbsen-Kokos-Suppe: die ideale Vorratssuppe mit tiefgekühlten Erbsen und Kokosmilch aus der Dose. Fein!
  • Süßkartoffelpuffer mit Bohnen: ich hatte nicht gerechnet, dass dieses unscheinbare Essen (ohne Foto abgebildet) so gut sein würde. Die Puffer sind schnell gemacht und saftig, die Bohnen hab ich zusätzlich mit Kräuter der Provence gewürzt und es war soooo gut!
  • Bunte Gemüse-Bowl mit Halloumi und Harissa: hier braucht es n Moment bis alles Gemüse geschnippelt ist. Ich hab die Dressingmenge deutlich erhöht (bin halt n Schwabe) und noch einen Kräuterdip dazu gemacht. Die verschiedenen Texturen sind sehr fein zusammen.
  • Gerösteter Brokkoli mit Gurkenstreifen und Erdnusssauce: neben Kokosmilch ist Erdnussbutter eine weitere Lieblingsveredelung von mir. Deswegen war dieser leichte Salat (ich hatte zusätzlich ein paar Sobanudeln gemacht) wirklich gut!
  • Quinoa-Risotto mit Erbsenpüree und Blattgemüse: DER HAMMER! Das Erbsenpüree wird mit Basilikum und Zitrone abgeschmeckt und das oben drauf (ich hatte ganz oldschool normalen Risottoreis verwendet) ist fantastisch. Will ich unbedingt noch für den Blog kochen.
  • Selleriesteaks mit knusprigen Süßkartoffel-Pommes: knusprig sollen die Pommes durch die Polenta werden. Hat mich nicht ganz überzeugt dieses Essen. Lediglich die Salsa verde mit Cornichons, Kräutern und Kapern fand ich bemerkenswert.
  • Kokosjoghurt: Aus dem Vorratskapitel hab ich selbst Joghurt hergestellt -das Rezept stelle ich euch im nächsten Beitrag vor.

Ich muss gestehen, dass ich keine Stoppuhr neben den Herd gelegt habe während ich die Gerichte zubereitet habe. Meine Küche ist zwar groß, aber die Geräte sind sehr alt und so braucht es einfach einen Moment länger bis alles kocht. 15-20min finde ich jedoch sehr ambitioniert für manche Gerichte, wobei die Uhr erst dann zu Ticken beginnt, wenn alles bereit steht und das Wasser gekocht hat. Diese Vorbereitungszeit muss man also jeweils noch dazurechnen. Leider hab ich noch gar nichts aus dem Frühstückskapitel nachgemacht, obwohl mich da auch diverse Sachen ansprechen -kommt noch!
Bei den Rezepten wird zwar wert gelegt auf die schnelle Zubereitung, dafür werden aber trotzdem in der Regel mehr als nur eine Handvoll Zutaten verwendet und auch an der Verwendung von Töpfen und Mixern nicht gespart. Alles im Rahmen, aber wer glaubt, dass man danach nichts abspülen muss, der täuscht sich 😉
Als ich das Buch mit einer Freundin durchgeblättert habe, war diese von der Optik und den Gerichten auch sehr angetan, merkte jedoch auch kritisch an, dass ihr ein paar Erklärungen zu einzelnen Zutaten fehlen. Was denn bitte Tamaripaste sei oder Miso?! Auch macht es in der Einleitung für mich den Eindruck, dass Anna Jones den Superfoods eher kritisch gegenübersteht, verwendet werden sie aber im Frühstückskapitel durchaus und schreibt ein paar Worte zu deren Inhalten. Gerade was die ein oder andere Zutat angeht, muss man selber recherchieren oder auf die Jagd gehen, wo man eine spezielle Bohnensorte kriegen kann.

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Kaufempfehlung:
Mir gefällt das Format und die Idee hinter dem Buch sehr, sehr gut! Die Alltagstauglichkeit hat es auf jeden Fall bewiesen und auch wenn ich mal nicht in 20min fertig bin, habe ich danach (erst recht ;-)) ein leckeres, gesundes Essen auf dem Tisch, das gut gewürzt und spannend ist. Die Zeitangaben darf man also nicht zu dogmatisch sehen 😉 Bei aller guten Ernährung will ich dennoch anmerken, dass viele Avocados, Quinoa & Co verwendet werden. Daran ist grundsätzlich nichts Schlechtes, ich will nur anmerken, dass für mich neben dem guten Essen auch Aspekte wie Regionalität und Saisonalität eine Rolle spielen. Dieser globale Blick fehlt mir ein wenig im Buch, dass es zwar ganz nett ist, wenn die CO2-Emissionen durch das Apfelpapier gesenkt werden, durch die Produktion und den Transport von Zuaten vom anderen Ende der Welt jedoch wieder munter in die Höhe getrieben werden. Aber dem Hype um Süßkartoffeln und Avocados muss nun mal Rechnung getragen werden… und ich bin dem ja auch ein Stück weit verfallen.
Von diesem Kritikpunkt abgesehen mag ich „a modern way to cook“ wirklich gern. Gerade weil ihre schnelle Küche nicht langweilig ist, sondern raffiniert gewürzt und spannend kombiniert wird. Wenn ich mir meine Nachkochliste zu dem Buch anschaue, werde ich damit noch eine ganze Weile sehr viel Freude (und leckeres Essen!) haben 🙂 Deswegen kann ich das Buch definitiv weiterempfehlen!

Anna Jones: a modern way to cook. Über 150 schnelle vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag
Mosaik Verlag
352 Seiten, gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3442393121
22€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung. Der Mosaik Verlag ist Teil der Verlagsgruppe Random House / Bertelsmann.

Gegen Geschlechterklischees: Ochsenkotelett mit Chimichurri

Ich weiß ja, Werbung lebt von Stereotypen. Und nirgendwo wird das für mich gerade so deutlich wie bei dieser Edeka-Werbung: Mann und Frau wollen grillen und natüüüüürlich will die blonde Dame, frisch vom Yoga kommend, weiter auf ihre schlanke Linie achten. Fleisch passt da ja gar nicht. Immerhin nimmt sie noch Lactose in Form des Minz-Joghurts auf dem Couscous-Salat zu sich. Ist die Frau erstmal abgelenkt, können die Männer in aller Ruhe über Fleisch sprechen.

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Auch diverse Kochbücher proklamieren die Geschlechtertrennung am Grill und bieten Rezepte für „echte Männer“ und „Mädchen“ an. Seuftz… ich will jetzt nicht alles auseinandernehmen, was mich da ankotzt, sondern lieber den Verzehr von diesem Ochsenkotelett schildern. Die Hauptrolle spielt ein Määäädchen.

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Es ist meine Cousine, die eigentlich kein Mädchen mehr ist, sondern eine wunderschöne junge Frau, blond, schlank -eigentlich perfekt für so einen Auftritt in der Grillwerbung geeignet. Vor einem guten halben Jahr hat sie sich dazu entschieden, für eine Zeit lang vegan zu leben. Einfach um es mal auszuprobieren, wie das ist, worüber so viel geredet wird. Zu Ostern hat sie beschlossen wieder Fleisch zu essen.

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Dann kam die Einladung zum Geburtstag meiner Eltern, an dem es neben den rießigen Ochsenkoteletts auch zarte Hähnchenbrust, Würstle oder Vegetarisches vom Grill gab. Denn die Frauen der Schöpfung würden ja wohl ganz sicher nicht bei diesem durchwachsenen blutigen Fleisch zuschlagen… das Rezept hat es ja schließlich schon für „echte Kerle“ ausgeschrieben. Ihr könnt es euch denken: allen Geschlechterklischees zum Trotz nahm meine Cousine nicht nur einen Anstandshappen, sondern griff zwei weitere Male zu. Jaaaa, ich habe es genau beobachtet 🙂
So ein Überraschungseffekt ist 2017 am Grill scheinbar noch nicht denkbar. Gut, dass es in meiner persönlichen Welt am Familientisch allen völlig egal ist, wer was isst oder nicht: weder die vegane Lebensphase noch der Verzehr des Männersteaks wurde kommentiert. Stattdessen Gelächter, Geschmatze und Lob über dieses fantastische Essen! So wie es sein soll 🙂

Übrigens: die Chimichurri passt auch super zu anderem Gegrillten, denn ich habe tatsächlich lieber bei anderen Leckereien als beim Ochse zugegriffen 😉 Nur um das Klischee zu bestätigen, dass ich als Määäädchen (wüüürg!) eher auf was anderes stehe, nur halt nicht auf Minze!

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Zutaten für die Chimichurri:
1 dickes Bund glatte Petersilie
2-3 Zweige Thymian
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2-3 gelbe oder rote Chilischoten (je nach pers. Geschmack)
100ml Sonnenblumenöl
knapp 40ml Weißweinessig
1 TL Rohrohrzucker
Salz

Zutaten für das Ochsenkotelett:
2 Ochsenkoteletts mit Knochen (à ca 600g, ca 3cm dick)
4 EL Sonnenblumen- oder Olivenöl
Pfeffer, Salz
Öl zum Bepinseln

Zubereitung:
Für die Chimichurri Kräuter waschen und trocken schütteln. Die Blätter sehr fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilis waschen. 1 Schote mit den Kernen in hauchfeine Ringe schneiden oder hobeln und beiseitestellen. Restliche Schote(n) putzen, entkernen, halbieren und sehr fein würfeln.
Zwiebeln, Knofi und Chiliwürfel in 2 EL Sonnenblumenöl bei schwacher Hitze ca 5min andünsten, aber keinen Fall braten. Mischung etwas abkühlen lassen. Den Essig mit Zucker und 1 TL Salz verrühren, restliches Öl unterrühren. Kräuter und Zwiebelmischung dazugeben und alles sehr gut verrühren. Chimichurri mind. 2h ruhen lassen, dann nochmal abschmecken.

Die Ochsenkotelett 1h vor Grillbeginn aus dem Kühlschrank nehmen, rundherum mit Öl einpinseln, mit Pfeffer bestreuen und Zimmertemperatur annehmen lassen.
Den Grill vorheizen. Den Rost mit Öl einreiben, Koteletts darauf bei größter Hitze ca 2min grillen, dann wenden, salzen und erneut ca 2min grillen. Koteletts wieder wenden, salzen und ca. 2min grillen. Erneut wenden und ca 2min grillen (ja, 4x 2min ist korrekt abgeschrieben!)
Die Koteletts sind jetzt gerade „medium rare“, dh sie haben innen noch einen rosa Kern. Wer sie stärker durchgebraten mag, grillt sie bei etwas reduzierter Hitze noch weitere 4min.
Koteletts auf jeden Fall 5min neben dem Grill oder auf einer Ruhezone auf dem Grill ziehen lassen. Dann in dünne Scheiben schneiden und mit Chimichurri und Chiliringen (wer’s mag) genießen.

Quelle: Grillen. Raffiniertes vom Rost (Susanne Bodensteiner)

Cremiger Kartoffel-Spargel-Salat

Da is’ser endlich: der Frühsommer! Inklusive plötzlicher Regengüsse und kurz darauf schon wieder strahlend blauer Himmel, dass sich alle Welt aus den Jacken schält und sich Richtung Sonne streckt! Radelte ich Anfang der Woche noch mit Wintermantel in die Arbeit, suche ich nun verzweifelt die Sommerklamotten im Schrank.

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Über die Frühlingsgenüsse mit Spargel, Rhabarber & Co können wir uns ja zum Glück schon etwas länger freuen. Gerade noch rechtzeitig hab ich bemerkt, dass bei Zorra das Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings130. Blogevent zum Thema „Genuss des Frühlings“ läuft. Ausgerichtet wird es dieses Mal von Jeanette, deren tollen Blog ich dank der Rettungsaktionen schon kenne.
Im Rahmen der Spargelsaison liest man zur Zeit immer wieder, dass die Deutschen dieses Gemüse so sehr schätzen, dass sie bereit sind, dafür auch mehr Geld auszugeben und vor allem regional einzukaufen. Dieses Einkaufverhalten kann ich nur unterstützen 🙂 Es ist einfach jedes Jahr neu schön zu beobachten, wie sich die Marktstände von März an langsam auf Frühling einstellen, der ein oder andere Kohlberg schrumpft und Bärlauch, Spinat und anderen Leckereien Platz macht.

Unser cremiger Kartoffel-Spargel-Salat verbindet den Frühlingsgenuss mit einer typischen Sommeraktivität: dem Grillen oder auch einem Picknick. Zugegeben: so regional Spargel, Kartoffeln und Frühlingszwiebeln bei uns zu bekommen sind – die Avocado hat eine deutlich weitere Reise hinter sich. Mea culpa -ich hoffe, der Salat darf trotzdem beim Frühlingsbuffet teilnehmen 😉

Heute seht ihr übrigens wieder mal realitätsnahe Bilder – mein Vater hat einfach kurz auf die Schüssel draufgehalten bevor die auf den Tisch gestellt wurde. Die ganze Verwandtschaft war an dem Mittag zu Besuch und ich wollte die nicht unnötig warten lassen. Diese Skurilität des Essen-Fotografierens hätten sie bestimmt geduldet, aber die Gemeinschaft am Tisch war mir wichtiger als ein besonders gestyltes Bild für den Blog. Aber ja, den Glasrand hätte ich eindeutig noch abwischen sollen. Wenn das die Mama gesehen hätte… 😀
Ich kann euch dennoch versichern, dass der Salat sehr, sehr gut ankam und genüsslich verspeist wurde. Ob diese cremige Spargel-Variante den klassischen schwäbischen Kartoffelsalat verdrängt, wage ich zwar zu bezweifeln und würde das selber nicht unterstützen, aber ab und zu etwas anderes hat noch niemandem geschadet 🙂

In dem Sinne: viele schöne frühlingshaft-warme Tage mit leckerem Essen euch! Schon mal als kleiner Hinweis: dieser Salat als Grillbeilage ist erst der Auftakt für eine klitzekleine interne Themenwoche rund ums Grillen hier auf dem Blog.

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Zutaten (für 3 sehr großzügige Portionen):
800g (neue kleine) Kartoffeln
15ml Olivenöl
1/2 TL Salz
Pfeffer nach Belieben
1 Bund grüner Spargel
3 Frühlingszwiebeln
Für das Dressing:
1-2 Avocado (kommt etwas darauf an, wie cremig ihr es wollt)
2TL Dill
1Tl Senf (optional)
Saft von 1/2 Zitrone (wer will auch etwas mehr)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Den Ofen auf 220°C vorheizen. 1 Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln gut waschen, ungeschält in mundgerechte Würfel schneiden. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen und auf den Blechen verteilen. Im Ofen für 15min backen, dann alles einmal durchmischen und nocheinmal 15-20min backen bis die Kartoffeln weich sind.
Währenddessen die Enden der Spargeln abschneiden und das untere Drittel schälen. In einem Topf mit kochendem Wasser 5min (je nach persönlichem Geschmack auch etwas länger) kochen, abgießen und kalt abschrecken. Die Frühlingszwiebeln in dünne Scheiben schneiden.
Für das Dressing die Avocado zermatschen mit den restlichen Zutaten vermischen. Die Kartoffeln und Frühlingszwiebeln, den Spargel und das Dressing in einer großen Schüssel vermischen. Abschmecken und gerne auch als Grillbeilage servieren 😉

Quelle: The Oh She Glows Cookbook (Angela Liddon)

Rhabarber-Schichtdessert im Glas

Oder auch Rha-rha-rha-a-aa -Rhabarber! Endlich wieder da! Wirklich innovativ ist dieses Schichtdessert nicht, inzwischen wird ja sehr viel in Gläschen portioniert, aber es sieht auch einfach gut aus und ist sehr unkompliziert.

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Als ich gerade das Rezept abgetippt habe, ist mir wieder mal aufgefallen, dass ich mir bei so einfachen Aktionen meistens die Zubereitungsschritte einmal durchlese und dann einfach mache. Ich meine, allein wenn man sich die Bilder anguckt, ist schon recht selbsterklärend, wie das mit der Zubereitung funktioniert, oder etwa nicht? Doch, war es. Es ist sehr unkompliziert. Nur hätte man ein paar Kekskrümel zur Deko zurückbehalten sollen. Das habe ich komplett überlesen und hab stattdessen auf die erste Zitronenmelisse aus dem Garten zurückgegriffen. Alternativ würde sich auch noch ein Klecks Kompott eignen.

Nicht weiter schlimm, ich musste nur über mich selber grinsen, dass ich oft meine, aufgrund meiner langjährigen Kocherfahrung genau zu wissen, wie die Zubereitung gemäß eines abgebildeten Fotos abläuft. Da ist es schon ein Vorteil, wenn man kein Bild zur Verfügung hat, sondern nochmal ins Rezept gucken muss, um weiterzukochen.
Hier könnt ihr kaum Fehler machen und trotzdem sieht es so nett aus… wäre das vielleicht etwas für ein schönes Muttertags-Frühstück? Da kann es ja ruhig mal Schokokekse geben 😉

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Zutaten für 4-6 Gläser:
400g (roter) Rhabarber
100g TK-Himbeeren
80g Zucker
100ml Apfelsaft
20g Vanillepuddingpulver
600g griechischer Joghurt
1-2 El Honig
1/2 Tonkabohnen (schmeckt auch ohne)
100g Hafer-Cookies mit Schokolade (evt etwas mehr)

Zubereitung:
Rhabarber putzen, waschen, ggf. entfädeln und in Scheiben schneiden. Rhabarberstücke und Himbeeren mit Zucker und Apfelsaft aufkochen. Puddingpulver mit wenig kaltem Wasser anrühren und das Kompott damit binden. Vollständig abkühlen lassen (dauert ca 1h)
Für die Creme den Joghurt mit Honig glatt rühren. Die Tonkabohne fein reiben und die Creme damit abschmecken. Hafer-Cookies grob hacken und auf 4-6 hohe Gläser verteilen, dabei ca 1 EL für die Deko zurückbehalten.
Kurz vor dem Servieren Kompott und Creme abwechselnd über die Keksbrösel schichten. Anschließend mit den übrigen Bröseln bestreuen und sofort servieren (sonst zieht der Joghurt Flüssigkeit und in den Gläsern bildet sich ein Wasserrand).

Quelle: deli 2/2017