Langsam kocht besser: Belgisches Biergulasch

Ich bin ja mit einem sehr tollen Kerl zusammen, der sich immer bedankt und meistens auch freut, wenn ich etwas koche. Nicht immer ist die Freude so rießig, wenn ich irgendeine zuckerfreie-vegan-rohe Kreation auf den Tisch stelle, aber dankbar ist er auf jeden Fall, dass es was zum Essen gibt. Als Mitesser beschwert er sich also kaum mal über meine Experimente 😀 Andererseits gibt es dann aber auch solche Tage, an denen man als Freundin essenstechnisch alles richtig macht und der Freund sich vor Begeisterung gar nicht stoppen kann.

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So geschehen bei diesem Biergulasch. Gulasch gab es bei mir daheim eher nicht so, meine Mutter gehörte der Fraktion Geschnetzeltes an und lediglich bei Oma gab es mal ein Gulasch. Dann waren der Mitesser und ich in Belgien im Urlaub und fuhren auch diverse Kloster an, um deren Bier zu verkosten. Unter anderem waren im Trappistenkloster Onze Lieve Vrouw van Konigshoeven, wo es einen wunderschönen Biergarten gibt. Dort saßen wir und der Liebste löffelte begeistert ein Gulasch, das mit dem Bier von dort gekocht worden war. Warum es so lange gedauert hat, bis ich selber das Gulasch in Deutschland nachkochte, weiß ich nicht. Aber seitdem gibt es das Gulasch immer wieder -lediglich im Hochsommer weigerte ich mich schon mehrmals zur großen Enttäuschung des Freundes so lange etwas im Ofen zu schmoren.

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Aber wenn es soweit ist und ich das Gulasch mache, ist die auf vier Personen ausgelegte Ration nach dem Mittagessen fast komplett verschwunden. Die ersten Male hatte ich das Gulasch noch zwei Stunden auf dem Herd geköchelt, aaaaber inzwischen lass ich den Ofen die Arbeit machen und da wird das Gulasch nochmal besser! Es kocht gleichmäßiger ein und selber muss man vielleicht einmal danach schauen, ob noch genügend Flüssigkeit drin ist und das wars! Wer einen Bräter hat, kann sich glücklich schätzen (meinen hab ich vom Freund geschenkt gekriegt, hach, er ist halt der Beste <3) Als meine Geschwister vor einigen Monaten in Karlsruhe zu Besuch waren, gab es auch das Gulasch und seitdem liegt mir mein Vater in den Ohren, dass er dieses legendäre Biergulasch auch endlich mal haben will von dem alle schwärmen 😀

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Es ist wirklich ein einfaches Rezept: Zwiebeln und Fleisch im Verhältnis 1:1 anbrat10 Jahre Crockyblog - langsam kocht besseren, mit Bier ablöschen, Brühe dazu, mit Brot abdecken, Deckel auf den Bräter, in den Ofen und dann einfach warten. Da ist nichts kompliziertes dabei und fancy Zutaten braucht es auch nicht. Die Zeit bringt den Geschmack! Langsam kocht besser! So heißt das Blogevent zum 10jährigen Bestehen des Crockyblog -dort finden sich jede Menge Rezepte, die sich optimal vorbereiten lassen. Glaubt mir, jede Warteminute lohnt sich bei diesen Rezepten! Der Duft zieht durchs Haus, ihr könnt entspannt die Beilagen zubereiten oder sogar noch einen Spaziergang machen. Gerade jetzt bei dem trüben Herbstwetter ist mir so ein Gulasch als Sonntagsessen deutlich lieber als rohe Zucchininudeln mit irgendeinem veganen Pesto 😀

Es sind nur wenige Zutaten für das Gulasch nötig, deswegen liebe Leute, es sollte eigentlich selbstverständlich ein, verwendet gute Zutaten: Fleisch von (Bio)Rindern aus artgerechter Haltung, das in Form bleibt und nicht nur aus Wasser und Medikamenten besteht. Gutes Bier, Brühe und Brot – der Geschmack wird es euch danken! Wer Angst hat vor so viel Zwiebeln: die verkochen und sind als solche gar nicht mehr richtig wahrnehmbar. Die geben einfach eine sehr tolle Sauce!

Zutaten (für vier Personen):
1kg Zwiebeln
1kg Rindergulasch
3 EL Butterschmalz
400ml Belgisches Bier (alternativ ein Altbier)
500ml Gemüsebrühe
2-3 EL Zucker
2 Scheiben Roggen-oder Graubrot (ohne Körner)
2 EL Dijonsenf
2-3 EL dunkler Balsamicoessig
Salz, Pfeffer
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Zubereitung:
Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Zwiebeln in Würfel schneiden (nicht zu grob!). In einem (gusseisernen) Bräter das Butterschmalz erhitzen und das Fleisch portionsweise (!!!) anbraten. Auf gar keinen Fall alles Fleisch auf einmal reinhauen, sonst kochen die Würfel mehr als dass sich Röststoffe bilden. Und die Röststoffe sind wichtig für den Geschmack. Das angebratene Fleisch jeweils auf dem Bräter nehmen und im Bratenfett (evt. noch etwas Butterschmalz hinzufügen) die Zwiebeln glasig anschwitzen.
Das Fleisch wieder hinzufügen und mit Bier und Brühe ablöschen. Alles kurz aufkochen lassen. In der Zwischenzeit das Brot großzügig mit Senf bestreichen und die bestrichene Seite auf das Gulasch legen. Den Deckel auf den Bräter setzen und alles in den Ofen schieben. Mindestens 3h schmoren bis sich das Rindfleisch leicht zerteilen lässt. Wenn der Besuch später kommt oder die Beilagen noch nicht fertig sind, dann schadet dem Gulasch eine halbe Stunde mehr auch nicht 😉 Zwischendurch zwei Mal kontrollieren, ob noch genügend Flüssigkeit im Bräter ist und alles umrühren. Ggf etwas Brühe zugießen.
Das Gulasch mit dem Essig, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu schmecken selbstgemachte Spätzle von Mama, Karotten- und Bohnengemüse. Als Getränk empfehle ich das Bier, das auch im Gulasch ist.

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12 Gedanken zu “Langsam kocht besser: Belgisches Biergulasch

  1. Als der, der im Artikel erwähnt ist, kann ich sämtliche Aussagen bestätigen. Da ist nur eine Sache, die mir nicht gefällt. Von der restlichen Portion bekomme ich wohl nichts mehr ab, weil ich am Montag schon wieder abreisen musste😒😒😒😒

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  2. Tolles Rezept & Männeressen halt 😉 Ich musste grinsen, als du das mit den roh-veganen Rezepten schriebst – als ich das vegetarische Kochbuch schrieb, lief man mein Mann dauernd mit Dackelblick rum – „ich kriege überhaupt kein Fleisch mehr!“…

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