Im Bücherregal: Meine Rezepte für die ganze Familie von Leila Lindholm

Die ersten kalten und grauen Tage haben wir schon hinter uns, morgens früh beim Aufstehen ist es noch dunkel und abends verabschiedet sich die Sonne auch schon viel zu früh. Vielleicht haben wir noch Glück mit ein paar goldenen Herbsttagen, aber insgesamt merkt man: der Sommer ist vorbei. Da hat man doch umso lieber ein Kochbuch in der Hand, das an all die schönen warmen Tage im Kreis von Familie und Freunde erinnert. Wie solche Tage in Schweden aussehen können, zeigt Leila Lindholm mit ihren „Rezepten für die ganze Familie“.

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Die Autorin:
Könnte man Leila Lindholm als die schwedische Donna Hay oder weibliche Version von Jamie Oliver bezeichnen? Wie die beiden anderen genannten Köche ist auch Leila Lindholm schon längst nicht mehr auf das Kochen in einem Restaurant beschränkt: neben diversen Buchveröffentlichungen, bloggt sie, moderiert zahlreiche Fernsehshows und Radiopodcasts. Auch auf Auszeichnungen wie „Köchin des Jahres“ kann sie zurückblicken. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Stockholm.

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Der erste Eindruck:
Ich will nach Schweden und zwar sofort! Da scheint immer die Sonne zu scheinen, alle wohnen in wunderschönen Häuschen mit Tieren drumrum und das Essen sieht sooo gut aus! Neben dem Essen sind auch viele Freunde von Leila im Buch zu finden, auch ihre Kinder finden sich auf den Seiten und das Kochbuch vermittelt so den Eindruck, als ob man für die Rezepte am besten in Gemeinschaft genießt.

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Inhalt:
Neben einem Picknickbild von Leila in einer grünen Wiese ist das Inhaltsverzeichnis abgedruckt. Das Buch gliedert sich folgendermaßen:

  • Ein gesunder Start: wie wäre es mit einen Körnerknäckebrot, Bananenpfannkuchen oder einem Mango-Chia-Smoothie zum Frühstück?
  • Kleine Häppchen. Klein, aber fein trifft es sehr gut: die Rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkerne sind ebenso der Hammer wie das Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich.
  • Surf ’n‘ Turf: hier merkt man, dass es in Schweden scheinbar überall die tollsten Fisch und Meeresfrüchte gibt, die dann zu Fisch-Tacos oder Melonensalat mit gegrilltem Hummer verarbeitet werden.
  • Für jeden Tag: hier liegt der Fokus auf Rezepten, die sich eher schnell zubereiten lassen, also zum Beispiel Spaghetti mit roher Tomatensauce oder auch Thai Chicken.
  • Gemüse & Salate: in diesem Kapitel warten leckere Salate mit weißem Pfirsich, Minze und Mozzarella oder gegrillte Maiskolben mit Manchego und Chili.
  • Wochenende: es gibt mit Vanille gebeizten Lachs, diverse Saucen und Dips und noch mehr Salatideen.
  • Süsses zum Schluss: süß, aber bitte kein raffinierter Zucker. Stattdessen wird Eis aus gefrorenen Früchten oder mithilfe von Trockenfrüchten Riegel und Energyballs hergestellt.

Im Normalfall erhält jedes Rezept eine Doppelseite mit Bild und Zubereitungsschritten. Auffällig ist insbesonders, dass jeweils Hinweisfähnchen an der äußeren Ecke angeben, was so drin ist… oder eben nicht: glutenfrei, laktosefrei, Rohkost, kein weißer Zucker, ohne Nüsse, Veggie, ohne Ei und vegan besagen die Fähnchen. Mir darf das ja egal sein, aber wer Rücksicht nehmen will, dem erleichtert das bestimmt die Rezeptauswahl. In jedem Kapitel befindet sich außerdem eine Art Infoblock: da wird informiert, was basische und säurebildende Lebensmittel sind, im Surf ’n‘ Turf-Kapitel geht es passend zur Thematik um Fischfang oder Leila listet auf, was sie unter Superfood versteht.
Das Rezeptregister ist ein kleiner Minuspunkt: die Rezepte werden nur alphabethisch aufgelistet, sprich, wenn man sich fragt, wo man die Obstlollies noch mal findet, dann muss man wissen, dass sie als „Gesunde Obstlollies“ unter G zu finden sind. Da fände ich es für den Überblick deutlich besser, wenn das Register in Kategorien unterteilt wäre und man beispielsweise die diversen Lachsrezepte unter dem Punkt „Lachs“ gesammelt finden würde.

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Die Rezepte:
Wie ich schon geschrieben habe, gibt es Rezepte für die unterschiedlichsten Tageszeiten. Die Zutaten gibt es im normalen Supermarkt, inzwischen sind ja sogar auch Chiasamen beim Discounter erhältlich. Vertreten sind sehr viele Rezepte mit Fisch, was für mich persönlich zwar kein Problem ist, weil ich gerne Fisch esse, aber hier im Schwabenländle, wo ich wohne, nicht an so frische Produkte rankomme. Vermutlich werde ich nie frische Taschenkrebse, Hummer oder Lachs in Sushiqualität bekommen. Zumindest fällt mir spontan kein Fischhändler in meiner Nähe ein, der diese nicht regional vertretenen Meeresbewohner importiert. Auffällig ist auch, dass vier Rezepte für Graved-Lachs-Variationen enthalten sind, die in den unterschiedlichen Kapiteln vorgestellt werden. Jede Variante ist anders, sicher, aber da hätte ich mir vielleicht lieber noch so was wie gesunde Zimtschnecken gewünscht, die ich von Schweden her nur zu gut kenne.
Die von mir ausprobierten Rezepte haben einwandfrei geklappt. Es gab schon:

  • glutenfreie Bananenpfannkuchen
  • rote Beete mit Ziegenkäse und Pinienkernen
  • Bruschetta
  • Thunfisch-Avocado-Club-Sandwich
  • Linguine mit Knoblauch, Zucchini und Parmesan
  • Thai Chicken
  • Schokoladeneis mit Biss
  • Glutenfreie Erdnussbutter-Torte
  • Mango-Avocado-Eis

Das Rezept für die Erdnussbutter-Torte stelle ich euch demnächst hier vor – ein richtiges Bömbchen und der Beweis, dass glutenfrei und ohne weißen Zucker nicht kalorienarm bedeuten muss 🙂 Die tollen Salatvariationen stehen auch noch auf meiner Nachmachliste, sie sind Sattmacher, mit Obst und Nüssen getoppt und erinnern mich ein wenig an die üppigen Ottolenghi-Salate. Allerdings hab ich mich bei der Einteilung gefragt, warum es im Kapitel Gemüse&Salate um das Grünzeug geht, aber dann im anschließenden Wochenendkapitel weiter Salate die Hauptrolle spielen?! Vom Aufwand her sind die auch nicht viel aufwändiger. Ganz toll finde ich die vielen Nice-Cream-Rezepte, davon hab ich im Sommer viel zu wenig gemacht, finde aber die Vorschläge, wie man ohne Sahne und Eismaschine sich eine Abkühlung schnell und einfach herstellen kann einfach klasse!

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Kaufempfehlung?
Ich glaube, von all den vielen Kochbüchern, die ich habe, enthält „Meine Rezepte für die ganze Familie“ von Leila Lindholm die meisten Fischrezepte 🙂 Schade, dass viele davon unausprobiert werden bleiben. Für Leute, die in Küstennähe wohnen, könnte sich ein Blick in das Buch deswegen aber durchaus lohnen. Vom Aufbau und den Bildern her gefällt mir das Kochbuch sehr gut, diese perfekt inszenierte Sommeridylle in Schweden ist einfach schön anzugucken. Ein bisschen weniger wäre aber auch nicht schlimm gewesen. Von den verwendeten Zutaten her ist es auch wirklich mehr ein Sommerkochbuch, Früchte und so manches Gemüse ist im Winter nicht regional vertreten. Trotz der vielen Fischrezepte ein gutes Buch, das nicht dogmatisch einen Lebensstil predigt, sondern Anregung für gesunde Rezepte bietet.

Leila Lindholm: Meine Rezepte für die ganze Familie
Edition Fackelträger
240 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Format 19x24cm, Hardcover
ISBN 978-3-7716-4678-3
25€

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

 

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7 Gedanken zu “Im Bücherregal: Meine Rezepte für die ganze Familie von Leila Lindholm

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