Im Bücherregal: Eine kleine Küche in New York

Bei meinen Freunden bin ich ja inzwischen echt schon dafür bekannt, eine sehr große Kochbuchliebhaberin zu sein. Immer wieder kommen neue Bücher dazu und oft werde ich gefragt, welches denn nun mein Lieblingskochbuch sei. Ein einziges Buch kann ich dabei nicht herausstellen; dafür hat jedes seine eigenen Stärken und Schwächen. Eine Top 3 krieg ich schon eher aufgestellt und das Smitten Kitchen Cookbook ist da auf jeden Fall mit dabei! Wenn ich das Buch allerdings empfahl, bekam ich oft zu hören, dass ein englisches Kochbuch nicht sooo gut wäre. Deswegen kann ich glücklich vermelden, dass seit Anfang September endlich, endlich, ENDLICH nun die deutsche Version erhältlich ist. Gleichzeitig war ich überaus gespannt: könnte mich „Eine kleine Küche in New York“ vom Berlin Verlag auch so überzeugen, wie das amerikanische Original, das immerhin schon seit drei Jahren ein Dauergast in meiner Küche ist?

Die Autorin
In der Bloggerwelt kennt wahrscheinlich jeder, der sich schon einmal mit Kochblogs beschäftigt hat, den Namen Deb Perelman. Ihr Blog Smitten Kitchen gehört wahrscheinlich zu den erfolgreichsten der Welt und so war es nur logisch, dass sie bereits im Oktober 2012 ihr erstes Kochbuch veröffentlichte. Sie lebt nach wie vor mit ihrem Mann und ihren süßen zwei Kindern in New York City und ist weiterhin sehr aktiv mit dem Bloggen beschäftigt. Wer regelmäßig bei ihr liest, weiß auch, dass sie momentan an ihrem zweiten Kochbuch arbeitet.

Der erste Eindruck
Enttäuschung machte sich bei mir breit! Das deutsche Layout ist leider, leider ganz anders als das amerikanische. Ich habe euch mal zwei Seiten zum Vergleichen mitgebracht. Die Bilder von Smitten Kitchen im Blog und im Buch zeichnen sich dadurch aus, dass sie natürlich sind. Da liegen keine rostigen Löffel neben dem Kuchen und es wird kein großes Set aufgebaut, um einen Salat zu präsentieren. Nein, bei Deb Perelman sieht man auf fast allen Bildern ihre schwarz-weiß gesprenkelte Küchenplatte, auf der das entsprechende Essen steht. Und es sieht soooo gut aus! Bei ihren Bildern bekommt man den Eindruck, dass man genau das selber kochen oder backen kann wie sie das präsentiert. Ich bin begeistert von dieser Art der Foodfotographie, die momentan scheinbar eher in den Hintergrund tritt. Deswegen war ich auch enttäuscht zu sehen, dass beim deutschen Layout gerade die Küchenplatte oft rausgeschnitten wurde und die Gerichte irgendwie verloren auf den weißen Seiten präsentiert werden. Ich habe euch hier mal zwei Beispielseiten abfotografieren lassen: oben die amerikanische, unten die deutsche Ausgabe. Nun gut, nach einem mehr oder weniger großen Seuftzer beginne ich zu lesen.

Inhalt
Puuuuh, Erleichterung! Auch in der deutschen Übersetzung höre ich noch Deb Perelman, die (wie im Blog) viel redet bevor es an die Rezepte geht! Da wurde nichts gekürzt oder zusammengefasst. Sehr gut! Der Inhalt besteht aus:

  • Einführung, in der sie erläutert, wie sie zum Kochen und Bloggen gekommen ist.
  • Anmerkungen und Tipps: welchser Zucker wird verwendet oder auch wie wäscht sie Salat
  • Frühstück
  • Salate
  • Sandwichs, Tartes und Pizzen
  • Die Hauptspeise: vegetarisch
  • Die Hauptspeise: Fisch, Geflügel und Fleisch
  • Süßes, das unterteilt ist in: Kleingebäck – Pies und Obstkuchen – Kuchen – Desserts und Süßigkeiten
  • Partysnacks und Getränke
  • Was in Ihrer Küche nicht fehlen sollte: Vorschläge für eine Grundsausstattung (von Messer über Waage bis zu Rührgerät, keine Markenempfehlungen, nur ihre Tipps)
  • Register

Ihr seht, dass es eigentlich an nichts fehlt in dem Kochbuch! Jedes Rezept wird eingeleitet von einigen persönlichen Worten und auch in den Zubereitungsschritten selbst spart Deb Perelman nicht an dem einen oder anderen Kommentar. Ich fühle mich beim Lesen immer so, als ob ich bei ihr in der Küche sitze und wir uns übers Kochen und Essen unterhalten. Die Zutatenmengen sind (wie im amerikanischen Original) sowohl mit Tassen als auch in Gramm angegeben. Dadurch, dass die Zutaten am jeweiligen Seitenrand sehen, ist es auch recht übersichtlich. Schade finde ich jedoch, dass der Einleitungstext vom Rezepttext nicht durch eine andere Schriftart unterschieden wird. Weil jedoch die einzelnen Schritte farblich abgehoben sind, kann man gut verfolgen, an welcher Stelle man einsteigen muss. Das Register schließlich am Ende des Buches ist sehr kleinschrittig unterteilt, sprich man findet sowohl die Rezeptnamen als auch die einzelnen Zutaten aufgelistet. Sehr hilfreich und praktisch.

Die Rezepte
Es gibt bei mir kaum ein Buch, aus dem ich mehr gekocht habe. Vermutlich wäre es einfacher aufzulisten, was ich noch nicht nachgemacht habe 😀 Allein schon die große Anzahl an Rezepten, die es aus ihrem Kochbuch hier auf dem Blog gibt, zeigt, wie sehr ich es schätze! Wenn ihr die Bilder vergrößert, führt euch der Link zu den jeweiligen Rezepten. Bei mir kommen die Leckereien aus dem Buch regelmäßig auf den Teller. Gerade jetzt kann ich es kaum erwarten, endlich wieder die Butternut-Galette zu backen. Die Frühstücksschnecken mit herzhaftem Cheddar sind bei Partys auch zu späterer Stunde noch der absolute Renner und ich wundere mich, dass ich die immer noch nicht verbloggt habe. Es sind also bei mir wirkliche Standardrezepte geworden, die nicht nur einmal, sondern immer wieder gekocht werden.
Die verwendeten Zutaten sind im Normalfall in jedem Supermarkt erhältlich. Bemerkenswert finde ich auch, dass die Zuckermengen für ein amerikanisches Kochbuch recht niedrig sind. Wenn ich sonst etwas von US-Blogs koche, halbiere ich oft die Zuckermenge. Das ist hier nicht nötig.

Kaufempfehlung
Ja! Kaufen-kaufen-kaufen! Trotz meiner fehlenden Begeisterung für das Layout ist das Kochbuch einfach klasse! Die Rezepte funktionieren und sind alltagstauglich. Eine große Vielfalt mit tollen vegetarischen Rezepten und Kuchenideen, die einfach nur lecker sind! Wenn es euch nur ansatzweise so geht wie mir, dann wird das Kochbuch einen Stammplatz in der Küche haben, weil für jede Jahres- und Tageszeit, für jeden Geschmack und jede Art von Kocherfahrung Rezepte drin sind. Und das beste: ihr bekommt wirklich das, was auf den Bildern zu sehen ist! Ihr braucht keine lichtdurchflutete Loftküche und Highend-Küchengeräte, nehmt, was ihr habt, gute Zutaten und los geht’s! Für Veganer ist das Buch eher nicht geeignet, für Vegetarier hingegen sehr. Zwar gibt es ein Kapitel mit Fisch, Fleisch & Co, aber das sind nur eine handvoll Rezepte, die ihr dann einfach überblättern könnt. Spätestens bei den ausführlichen Kapiteln mit Süßem sind dann wieder alle dabei 🙂

Anfang nächster Woche gibt es dann noch ein Rezept aus dem Buch, für das ich so viel Lob von meinem Bruder bekommen habe wie sonst selten.

Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York
336 Seiten, laminierter Pappband.
ISBN: 978-3-8270-1311-8

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

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6 Gedanken zu “Im Bücherregal: Eine kleine Küche in New York

  1. Vielen Dank für die Bilder mit dem Vergleich. Ich habe das Buch auch zuhause liegen und war im ersten Moment etwas enttäuscht vom Design. Es spricht überhaupt nichts gegen natürliche Bilder im Gegenteil. Aber man sieht ja was das Layout ausmacht.
    Ansonsten bin auch großer Fan und freue mich schon auf das ausprobieren 🙂

    LG Malene

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    1. Liebe Marlene!
      Freut mich, dass dir die Rezension gefällt und ich nicht alleine mit meiner Enttäuschung über die Bilder da stehe. Die Rezepte sind sonst aber wirklich der Hammer! Mach unbedingt die Kürbis-Galette!!! Lg, Miriam

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