Im Bücherregal: Das einfachste Kochbuch der Welt (J.-F. Mallet)

Wir wissen es ja eigentlich alle: Fertigfutter aus Dose, Tüte oder der Tiefkühle des Supermarktes ist böse. Nur was eigenhändig gekocht wurde, ist gut. Und wenn man sich die vielen Kochbuchneuerscheinungen im Frühjahr und Herbst anschaut, dann gibt es auch genügend Rezepte für jeden Geschmack, Geldbeutel und Ernährungsphilosophie. Und trotzdem greifen die Leute immer noch zur Tütchenbolognese oder bestellen bei Lieferservicen. Dahinter steckt doch oft die große Frage: „Was soll ich bloß kochen?“ Im Alltag haben viele nicht die Zeit und Lust, in fünf verschiedene Geschäfte zu rennen um die außergewöhnlichsten Zutaten zu besorgen. Hierbei will Jean-Francois Mallet mit seinem „einfachsten Kochbuch der Welt“ helfen, das beim EMF-Verlag erschienen ist.

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Der Autor
Jean-Francois Mallet hat seinen Abschluss an der französischen Gastronomieschule „Ferrandi“ gemacht bevor er als Chefkoch in verschiedenen großen Häusern arbeitete. Heute arbeitet er hauptsächlich als Food-und Reisefotograf um Gerichte und Köche aus aller Welt zu fotografieren. „Simplissime“, so der Originaltitel, war

Der erste Eindruck
Wow, was für ein Schwergewicht! Ganze 1,8kg bringt das Kochbuch auf die Waage! Klar, 365 Rezepte müssen erstmal Platz finden -für jeden Tag des Jahres findet man hier Inspiration. Auf den ersten Blick fällt auch sofort auf, dass jedes Rezept ausführlich bebildert ist: jede Zutat ist zu sehen und dann das Endprodukt. Im Normalfall nimmt das eine Doppelseite ein. Ein Lesebändchen ist nicht vorhanden, was ich persönlich auch nicht vermisse.

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Inhalt
Einfach -das heißt für den Autor auch, dass es keine ewig lange Einführung ins Kochen gibt. Ein kurzes Vorwort, in dem er seine Intention beschreibt, nämlich: Rezepte für den Alltag, schnell, unkompliziert und für jeden Geschmack. Es folgt eine Gebrauchsanweisung, wo Grundzutaten, Küchentechniken wie Säubern oder Marinieren beschriebern werden, wichtige Utensilien (Pürierstab und Rührgerät) und Backofentemperaturen kurz erläutert werden. Das war’s auch schon und es folgen die Rezepte. Beim Durchblättern findet man keine Unterteilung in verschiedene Menügänge; hinten jedoch wird aufgelistet, was als Aperitif zählt und was als Hauptgang gedacht ist. Das Buch schließt mit einem Register, wekches lobenswert aufgebaut ist: alphabethisch sind Grundzutaten aufgelistet, die fett hervorgehoben sind und darunter wird auf die einzelnen Rezepte im Buch verweisen. Sehr übersichtlich, klasse!

Die Rezepte
Höre ich Rezeptnamen wie Coq au Vin, Lammbraten oder auch Boeuf bourguignon, dann stelle ich mich schon immer darauf ein, stundenlang in der Küche zu stehen oder suche mir gleich etwas Einfacheres raus. Auf genau solche Rezepte (und noch viele mehr) werdet ihr im „einfachsten Kochbuch der Welt“ stoßen, aber hier wird einem die Angst vor komplizierten Zubereitungsschritten genommen: maximal 20 Minuten sind zur Vorbereitung nötig. Viele Rezepte sind dann schon fertig und können gegessen werden, andere werden dann in den Ofen geschoben oder dürfen auf dem Herd noch etwas schmoren. Die verwendeten Zutaten finden sich größtenteils im normalen Supermarkt. Man merkt allerdings die französische Herkunft des Buches, weil beispielsweise gebratene Entenkeulen oder Tarama, eine Fischrogenpaste, verwendet werden, die ich in meinem normalen Supermarkt noch nicht regulär gesehen habe.

Das sind aber die Ausnahmen. Wie schon erwähnt, werden die meisten Rezepte auf einer Doppelseite präsentiert: links sieht man die Zutaten mit Bild und die Zubereitunsschritte werden beschrieben, rechts sieht man dann das fertig zubereitete Essen. Bei der Auflistung der Zutaten stört mich ein wenig, dass oft sehr detailliert vorgegangen wird: statt fünf Zweigen Minze werden 30 kleine Blätter benötigt oder nicht 80g Haselnusskerne, sondern 20 Stück. Zeit spart man ja auch dadurch, dass man nicht erst Dinge einzeln abzählen muss 😉 Die Rezepte werden mit zwei bis maximal sechs Zutaten gekocht. Ja, der Autor greift dabei auch hin und wieder auf einen Fertigpizzateig oder Pesto aus dem Glas zurück, aber auch das ist eher die Ausnahme. Geübtere Köche oder solche, die mehr Zeit haben, können das ja problemlos selber machen.

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Ich habe unter anderem schon nachgekocht:

  • Farfalle mit Radicchio und Nüssen
  • Linsensalat mit Lachs und Estragon
  • Gebackene Tomate mit Eifüllung
  • Melonen-Tomaten-Salat mit Basilikum

Diese und andere Rezepte haben einwandfrei funktioniert und haben mir während meiner Examenslernerei sehr geholfen: ich hatte trotz wenig Zeit in der Küche zu verbringen etwas Leckeres zum Essen und war gestärkt zum Weiterlernen. Das Rezept für den Linsensalat stelle ich euch im nächsten Post vor – ich hab den daheim gekocht und die ganze Familie war begeistert 😉

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Kaufempfehlung?
Mir gefällt sehr gut, mit nur wenigen Zutaten und Zeitaufwand ein gutes, selbstgekochtes Essen auf den Tisch zu stellen. Überhaupt war es für mich erstaunlich, wie wenig Zutaten es braucht, um ein Gericht schmackhaft, abwechslungsreich und bei all dem unkompliziert zu gestalten. Allerdings sind die Rezepte sehr fleischlastig; es finden sich nur ca. 60 Rezepte, die ohne Fisch und Fleisch auskommen. Manch einer wird bestimmt auch die Augen darüber verdrehen, dass es im Dessertteil ein Rezept für Himbeeren und Schlagsahne gibt, das aus genau den genannten Zutaten plus Puderzucker besteht. Ich finde jedoch, dass geübtere Köche die Rezepte auch nur als Vorschlag nehmen können und von dort aus variieren können. Bei den Farfalle mit Radicchio und Nüssen hab ich mir beispielsweise beim zweiten Mal noch eine schnelle Bechamelsauce dazu gekocht.
Ich mag auch, dass keine großen Worte verwendet werden, um das Buch einzuleiten. Jean-Francois Mallet schreibt recht hemdsärmelig und locker. Das nimmt gerade Kochanfängern vielleicht die Furcht vor möglichen Küchenkatastrophen 😉 Wie wäre es also, wenn ihr einem Student, der bald zum Erstsemester von daheim auszieht statt eines der omnipräsenten Studentenkochbücher dieses „einfachste Kochbuch der Welt“ schenkt? Er findet darin jede Menge Proteine, aber auch Anregungen für sein eventuell erstes selbst gekochtes Menü um die Kommilitonen zu beeindrucken 😉 Mir persönlich sind etwas zu wenig vegetarische Gerichte vertreten, aber genau deswegen ist das Kochbuch für meinen Bruder (ein sehr ungeübter Koch) genau das richtige!

Hier auf der Infoseite zum Buch vom EMF-Verlag findet ihr auch noch ein kleines Video und noch mehr Einblicke ins Buch.

J.-F. Mallet: Das einfachste Kochbuch der Welt
384 Seiten
Format: 26 x 21,2cm Hardcover
ISBN: 978-3-86355-580-1

Das Buch wurde mir freundlicherweise als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Rezension – diese entspricht zu 100% meiner eigenen Meinung.

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