Ironisch: Johannisbeer-Friands

…oder auch: die dümmsten Gärtner haben die meisten Johannisbeeren! Meine Eltern haben vor ca. 20 Jahren das Haus meiner Omi übernommen. Dazu gehört auch ein toller großer Garten mit einigen Gemüsebeeten, Apfel- und Quittenbäumen und eben auch Johannisbeersträuchern. Anfangs waren es bestimmt sechs Sträucher, die uns Jahr für Jahr mit kiloweise Beeren versorgten.

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Problem war/ ist nur: wir sind nicht soooo große Johannisbeerfans. So als Gelee ist das ja schon mal gut und auch als Sirup durchaus beliebt, aber diese Massen sind dann doch schwer zu bewältigen. Und das, obwohl die Sträucher bei uns weder abgedeckt werden, um die Beeren vor gefrässigen Vögeln zu schützen noch werden sie besonders gepflegt oder gedüngt. Die fühlen sich einfach wohl im Häuserschatten zu Fuß der Schwäbischen Alb. Es ist geradezu ironisch, dass man ausgerechnet von dem so viel hat, was man nicht so mag oder braucht 🙂

Gerade Johannisbeeren, die zu nem Träublekuchen verarbeitet werden, mag ich gar nicht so. Wisst ihr, was mich am meisten stört? Die Kerne! Jaaa, beschimpft mich als kleine verwöhnte Göre, aber über die komm ich einfach nicht hinweg! Ich war dementsprechend skeptisch als ich die Friands vom Herrn Ottolenghi nachgebacken hab und erwartete vielleicht lediglich ein: „ist schon okay.“ Noch weniger als rote Johannisbeeren sind nämlich bei uns die schwarzen beliebt. Das ging sogar soweit, dass ein Jahr im Herbst ein Strauch entfernt wurde – sehr zum Entsetzen meiner Omi 😀

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Als ich nun ankündigte, dass ich von der diesjährigen Ernte gerne einen Teil hätte um was zu backen, war die Reaktion meiner Mutter zweigeteilt. Zuerst gab es ein: „Super! Gar kein Problem, wir haben genug“, was dann zu einem enttäuschten „Was?! Du brauchst nur 120g?!“ wurde. Mehr verlangt das Rezept nicht, aber wisst ihr was? Für nächstes Jahr beanspruche ich mehr! Denn diese Friands sind unglaublich lecker! Ich hätte nicht gedacht, dass mir verbackene schwarze Johannisbeeren doch schmecken; mit ihrer leicht kräuterigen Würze passen die genau in den süßen Teig. Wirklich lecker! Sooo irsonisch ist das in Zukunft also nicht mehr… es sei denn, die Sträucher sind nun beleidigt und strafen uns mit Beerenentzug 😀

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Zutaten (für 9 muffingroße Friands):
125g geschmolzene Butter
60g blanchierte Mandeln
50g Pistazien
60g Mehl
200g Zucker (ich hab lediglich 125g genommen und fand es süß genug)
Schale einer Bio-Zitrone
1 EL zerdrückte Banane
3 Eiweiß (100g)
120g schwarze Johannisbeeren, gewälzt in 1 El Mehl
Salz
wer mag: 200g Puderzucker und 50ml Zitronensaft als Guss

Zubereitung:
Ein Muffinblech fetten und am besten mit Förmchen auslegen, damit ihr die Friands wieder rauskriegt. Hab ich dummerweise nicht gemacht und ich sag euch, das war ein großer Fehler!
Die Mandeln und die Pistazien zusammen mit dem Mehl und dem Zucker (bis auf 2 EL) in einem Mixer zerkleinern, bis sie die Konsistenz von Semmelbröseln haben. In eine Schüssel füllen und mit der geschmolzenen Butter und der Banane vermischen.
Die Eiweiß mit dem Salz und den verbliebenen 2 EL Zucker steif schlagen bis weiße Spitzen entstehen. Ein Drittel des Eischnees vorsichtig unter die Mandel-Pistazienmischung heben. Ein weiteres Drittel mit den Johannisbeeren unterziehen und dann das letzte Drittel unterheben.
Den Teig etwa zwei Drittel hoch in die Muffinförmchen füllen und bei 175°C im Ofen ca. 20-25min backen. Garprobe machen: es sollte kein Teig am Stäbchen hängen bleiben. Wer mag, bestreicht die Friands nach dem Backen und Abkühlen noch mit dem Zitronenguss. Uns haben sie so auch schon sehr gut geschmeckt 🙂 Durch die Mandeln und Banane bleiben die Friands einige Tage saftig.

Quelle: Vegetarische Köstlichkeiten (Yotam Ottolenghi)

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8 Gedanken zu “Ironisch: Johannisbeer-Friands

  1. Ich esse sehr gerne Johannisbeeren. Ob in Kuchen, als Eis oder gar roh…sie schmecken mir richtig gut. Ich hätte ja auch gerne solche Sträuche…aber zuerst bräuchte ich ein Haus mit Garten 😀
    LG, Diana

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