Rettungsaktion: Schwarzer Johannisbeersirup

Bei uns waren früher süße Getränke eine echte Ausnahme: während es bei Freunden immer Fanta & Co gab, war es für uns ein Zeichen eines echt hohen Festtages wie Geburtstage, Weihnachten oder Ostern, wenn so ein süßes Getränk auf dem Tisch stand. Ja, Säfte gab es etwas öfter, aber hauptsächlich meine ich mich daran erinnern zu können, gab es Wasser aus dem Wasserhahn.

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Eine Ausnahme waren lediglich die selbstgekochten Sirupe: Holundblütensirup wurde schon Jahre vor dem Hugotrend angesetzt und auch Johannisbeersirup gab es hin und wieder. Schaut man sich an, was heute so alles in den Regalen unter Sirup oder Likör verkauft wird, merkt man schnell, dass ein Ausflug in die Natur für die Hersteller eher weniger zum Kochprozess gehört. Während man für den Johannisbeersirup kiloweise Beeren abzoppeln (ein Wort, dessen hochdeutsches Äquivalent mir fremd ist) muss, greifen Getränkehersteller in den Chemiebaukasten. Höchste Zeit also, dass eine Rettungsaktion in diesem Bereich eingreift!

Genau darum geht es heute bei „Wir retten, was zu retten ist“: Sirup und Likör wird bei uns selbstgemacht! Es ist eine super Sache, Früchte zu verwerten, die man in den großen Mengen sonst nicht so gut und schnell verarbeiten kann oder die in der Gefriertruhe keinen Platz finden. Der Sirup aus Schwarzen Johannisbeeren ist wirklich so, so einfach gemacht, dass man nicht einmal einen Entsafter braucht wie in anderen Rezepte!

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Außerdem soll es die nächsten Tage ja so heiß werden, da ist es doch grad gut eine Alternative zum puren Wasser zu haben. Ein besonderes Denk geht wie üblich an Susi und Sina, die sich im Hintergrund um die Hauptorganisation der ganzen Rettungsaktion gekümmert haben. So und hier wieder die ganze Liste an Sirupen und Likören… die Liköre heben wir uns dann für den Sommerabend auf 😉

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Obers trifft Sahne: Likör aus Marillen und Marillenkernen
Giftige Blonde: Göttlicher Ribisel-Pfirsich-Sirup
The Apricot Lady: Rotweinlikör
Pane Bistecca: Himmelbrum-Vanille-Sirup
Lieberlecker: Ingwer-Limetten-Sirup
Summsis Hobbyküche: Roter Johannisbeerlikör
Brittas Kochbuch: Himbeersirup
Brotwein: Ingwer-Zitronen-Sirup mit Earl Gray
Leberkassemmel und mehr: Longan-Likör
Auchwas: Sirup-Bro-Ma-Ro-Zi
1x umrühren aka Kochtopf: Eicello
Prostmahlzeit: Limoncello
Sakriköstlich: Chai-Sirup
Fliederbaum: Waldlikör
Barbaras Spielwiese: Pfefferminzlikör
Jankes Soulfood: Zwetschgenkernlikör
Multikulinarisches: Rotkleesirup
Münchnerküche: Zitronen-Thymian-Sirup
Katha kocht!: Zitronenmelisse-Sirup
Thecookingknitter: Gurken-Zitronen-Sirup
Anna Antonia: Chili-Rum-Punsch

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Zutaten für ca. 2 Flaschen Sirup
900g schwarze Johannisbeeren
450g Zucker
500ml Wasser
Saft von 2 Zitronen (optional)

Zubereitung:
Die Johannisbeeren waschen und von Stielen und Blättern befreien. In einem großen Topf die Beeren mit dem Wasser aufkochen, nach ca. 15min die Masse mit einem Pürierstab pürieren. Die Masse durch ein feines Sieb drücken und so unten den Saft auffangen.
Den Saft mit Zucker und Zitronensaft aufkochen und ca. 45min einkochen lassen. Je nachdem wie dickflüssig die Masse ist, noch etwas Wasser hinzufügen. Heiß mit einem Trichter in sterilisierte Flaschen abfüllen. Fertig!
Schmeckt am besten eisgekühlt entweder in Wasser/ Sprudel oder auch mit Sekt 😉

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43 Gedanken zu “Rettungsaktion: Schwarzer Johannisbeersirup

  1. Schade, meine schwarzen Johannisbeeren sind alle schon geerntet und in Smoothies gelandet. Aber deinen Sirup merke ich mir gleich für das nächste Jahr vor! 🙂

    Liebe Grüße,
    Katha

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  2. Hach meine liebste Sorte, diese dunklen Johannisbeeren sind super, wie Dein Sirup, klasse. Ich mache auch gerne noch die „Alk“ Version, doch das muss nicht immer sein. Super Deine Zubereitung. Und genau wir wissen was drinnen ist. Wenn man immer wieder liest woher die Zusätze und Konzentrate die genommen werden kommen, graust einem schon, wie schön das wir es selbst können :).
    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße
    Ingrid

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  3. Wieder einmal sind deine Fotos umwerfend schön! Und das Rezept klingt gut.
    Ich habe einmal Sirup aus schwarzen Johannisbeeren gemacht und habe ihn dann bis Weihnachten nicht angeschaut, als ich ihn dann verwenden wollte, war er gestockt und ich hab ihn nur mit großen Anstrengungen aus der Flasche gebracht.
    In Österreich werden die Beeren übrigens abgerebelt, aber dein Gezoppel find ich super!

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    1. Abrebeln – auch ein tolles Wort 🙂 Wir mussten den Sirup tatsächlich in der Flasche auch nochmal nachverdünnen, weil er auch so dickflüssig geworden ist. Geschmeckt hat er trotzdem herrlich intensiv

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  4. Diese Farbe!!!!! Echt tolle Rettung und tolle Fotos und tolles Rezept, leider sind die schwarzen Ribiseln meiner Mama heuer echt mager, da werde ich wohl auf nächstes Jahr warten müssen um selbstzumachen.
    Bei uns hats übrigens auch immer selbstgemachten Sirup gegeben, natürlich nur wenn Mama Früchte woher bekam, gekauft hatte sie nicht. Kindheitsgeschmäcker gell 🙂
    lg. Sina

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  5. Toller Beitrag. Wusste von der Rettungsaktion nichts…habe es irgendwie verpasst. Wenn ich sehe Johannisbeeren sehe werde ich auch ein Sirup machen…oder ein Likör…oder beides. Muss aber vorher Johannisbeeren finden.

    LG, Diana

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  6. Genau so war es bei mir auch. Zuhause gab es zu 95% Mineralwasser und ab und an Apfel- oder Orangensaft. Sirup hat meine Oma immer fleißig eingekocht aber der kam dann auf oder in den Obstkuchen.
    Deine Version sieht sooo toll aus und macht richtig was her. Tolle Rettung.
    Liebe Grüße Janke

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  7. Schwarzen Johannisbeerlikör habe ich schon gemacht, aber Sirup wäre mal eine (ein wenig gesündere…) Alternative. Die Farbe ist der Kracher, und der Geschmack bestimmt super. Gefällt mir!

    Cola und Co. gab’s bei uns früher auch nur zu Geburtstag oder ähnlichem. Und Wasser aus dem Wasserhahn mag ich auch pur. Kann man in unserem Land zum Glück trinken. Und zur Abwechslung mit Sirup versüßen. Selten, aber manchmal. 🙂

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  8. Wie schön! Bin immer dankbar für gute Rezepte mit schwarzen Johannisbeeren, denn in der Nähe stehen paar Büsche, die meist gerade jeweils für einen Verwendungszweck ausreichen. Wird für nächstes Jahr vorgemerkt. 🙂

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