Rettungsaktion: 3-Minuten-Vielfaltbrot

Im Hintergrund klimpert leise ein Klavier, unwillkürlich hört man diesen harmonischen Klängen zu, eine sanfte Frauenstimme fragt nach, woran man denn gutes Brot erkennen würde. Alles klingt gut und man sieht schon eine knusprige Krume vor sich bis plötzlich diese Idylle von einer Männerstimme unterbrochen wird, die als Erkennungszeichen für gutes Brot den Preis nennt und auf einen Discounter hinweist, bei dem laut Werbung alle Kriterien nur zu gut erfüllt sind.

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Wer dann aber im Laden steht und nicht nur einfach einpackt was geht, sondern einen Blick auf die Zutatenliste wirft, wird schnell merken, dass Brot heute scheinbar nicht mehr nur aus Mehl, Waser, Salz und Hefe besteht, sondern sich neben Körnern auch diverse E-Nummern und Inhaltsstoffe finden, die im normalen Haushalt nicht neben den eben genannten Zutaten im Regal stehen. Höchste Zeit also mal Brot und Brötchen zu retten! Genau darum geht es heute bei „Wir retten, was zu retten ist“. Ich will die Gelegenheit nutzen um mal mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen, die es rund ums Brot backen gibt.

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  1. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber ich habe ja keine Küchenmaschine“. Hab ich auch nicht! Ich habe zwei Hände, ein sehr billiges Rührgerät und eine Küchenwaage, die beide schon etwas älter sind. In der Schüssel zum Teigmischen wird regelmäßig Salat zubereitet. Merke: man braucht keine Profiausstattung!
  2. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber ich hab keine Zeit“. Haben wir doch alle nicht. Für das Rezept hier brauchst du maximal 13min: 10 min um die Nüsse zu hacken, 3min den Teig kneten und während das Brot eine Stunde im Backofen bäckt, kann man selber ein Fußballspiel gucken, fürs Examen lernen oder sonst was tun.
  3. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber braucht man dafür nicht Sauerteig oder so?“ Ja, manche Rezepte funktionieren so. Das hier nicht. Vor Sauerteig hab ich mich bisher auch gedrückt, vor allem, weil ich nicht so viel Brot esse. Hier wird lediglich ein Päckchen Trockenhefe benötigt.
  4. „Ich würde ja gerne Brot backen, aber das ist doch sooo altmodisch!“ Ja, so ein Laib Brot mag unspektakulär erscheinen, aber glaub mir, der Duft vom frischen Brot lockt jeden an. Hat man erstmal einen Biss genommen, kriegt man gar nicht genug. An meinem Geburtstag hab ich ein „Schnittchenbuffet“ gemacht, bei dem sich jeder sein Brot so belegen durfte, wie er wollte. Kam super an! Das gute alte Abendbrot ist einfach ein heiß geliebter Klassiker! Allein schon mit Butter und etwas Salz ist das eine Spezialität! Da werden Kindheitserinnerungen ans Abendbrot in Familienrunde wach, was keine stylishe Smoothiebowl der Welt schaffen kann 😉

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Es gibt also eigentlich gar keinen Grund, sein Brot nicht selber zu backen! Oder welche Ausreden fallen euch noch ein? Wer keine Lust auf ein festes Körnerbrot hat, sondern lieber ein luftig-leichtes Gebäckstück will, der wird bestimmt bei den vielen Mitrettern fündig. So eine Vielfalt!!!

https://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117

Paprika meets Kardamon: Naan aus der Pfanne

Brittas Kochbuch: Fast no-knead Sauerteigbrot aus dem Topf

Magentratzerl: Pletzl

Giftige Blonde: Bierbrot

Summsis Hobbyküche: Baguette

Was du nicht kennst…: No knead Bread

Dynamite Cakes: Focaccia mit roten Zwiebeln

Brotbackliebeundmehr: Karottenbrot mit Kürbiskernen

Kochen mit Herzchen: Niederrheinische Butterstuten

Anna Antonia: Pain au chocolat

Sakriköstlich: Mittelalterliches Bauernbrot

Cuisine Violette: Vollkorntoast mit Emmermehl

Prostmahlzeit: Hanfbrot

Food for Angels and Devils: (ein)genetztes Brot

LanisLeckerEcke: Kartoffelbreibrot mit Möhrenraspeln aus dem Topf

Feinschmeckerle: Kieler Semmeln

Das Mädel vom Lande: Kammutbrot

Küchenliebelei: Ciabatta (und daraus dann Cheese-Steak-Sandwich)

Auchwas: Croissants mit Urdinkelmehl

Meins! Mit Liebe selbstgemacht: Pide

Obers trifft Sahne: Walnuss-Bier-Brot

German Abendbrot: Toastbrot

Fliederbaum: Dinkel-Erdmandel-Brot

Genial lecker: Dinkelbrötchen mit Buttermilch

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Zutaten (für 1 Brot = 1 Kastenform, 25cm)
50g Kürbiskerne
40g Walnusskerne
40g Haselnusskerne
20g Sesamsamen (weggelassen)
360g Dinkelvollkornmehl
90g Haferflocker
50g Karotte, fein gerieben (optional)
1 Päckchen Trockenhefe (7g)
1 gestr. EL Kokosblütenzucker
1 TL Salz
1 EL Olivenöl + etwas mehr zum Fetten der Form
1-2 EL Haferflocken, Hirse oder Sesam zum Bestreuen

Zubereitung:
Kürbis-, Walnuss- und Haselnusskerne grob hacken und in eine Schüssel geben. Sesamsamen, Mehl, Haferflocken, Trockenhefe, Kokosblütenzucker sowie 1 TL Salz dazugeben und alles gut mischen. Nach Belieben die Möhre dazugeben.
Das Olivenöl und 350ml lauwarmes Wasser dazugießen und den Teig in der Küchenmaschine oder mit den Knethaken des Handrührgeräts auf höchster Stufe 3min kneten.
Die Kastenform leicht einölen, den Teig einfüllen, die Oberfläche der Länge nach 1cm tief einritzen und nach Belieben mit Körnern, Samen oder Flocken bestreuen. Das Brot auf die mittlere Schiene in den kalten Backofen schieben und bei 170°C Umluft 1h backen.
Das fertig gebackene Brot aus dem Ofen nehmen. 10min abkühlen lassen, aus der Form lösen und vor dem ersten Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Quelle: Gesund kochen ist Liebe (Veronika Pachala)

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53 Gedanken zu “Rettungsaktion: 3-Minuten-Vielfaltbrot

  1. Hört sich lecker an. Würde ich gerne nachbaken 🙂
    Aber was könnte ich statt diesem Kokosblütenzucker verwenden? Normalen Zucker?
    Und wenn ja, die selbe Dosierung?
    Lg, Sabine

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    1. Statt Kokosblütenzucker eignet sich Honig, 1 TL würde ich empfehlen oder eben Zucker, gerne den braunen, der etwas karamelliger ist. Die Süße hat (nach meiner Vermutung) nur die Funktion der Hefe etwas Auftrieb zu geben. Lg und viel Spaß beim Nachbacken. Miriam

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  2. Reflexartig will ich nicht zu Ausreden greifen, sondern lieber so ein Stückel bei mir am Teller vorfinden. DAs muss ich auch nachmachen, einfach, und mit köstlichem Inhalt…

    Es gibt echt keine Ausrede,Brot selber backen schafft man ganz leicht ohne großes Können.

    lg. Sina

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  3. Boah ich hasse diese dämliche Lidl-Werbung *grummel*. Möchte jedes Mal wenn ich an dem Laden vorbeikomme eine Graffitidose in die Hand nehmen und das „Wir backen täglich frisch“ durch ein „auf“ ergänzen. Warum da soviele Menschen drauf reinfallen oder weshalb es ihnen schlichtweg egal ist, verstehe ich einfach nicht *grummel*

    Dieses Brot ist wirklich ein super Einsteigerrezept. Ein ähnliches habe ich auch schon gebacken. Ich finde es total spannend, dass die Gehzeit quasi durch das anheizen des Backofens bestimmt wird. Super für alle Anfänger und Angsthasen – Daumen hoch!

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    1. Liebe Jette!
      Ich kann auch nur den Kopf schütteln, was man in der Werbung tricksen kann und als „frisch“ verkauft. Der Duft in Kombination mit den Preis lässt viele leider vergessen, was für ein Verlust das ist -für die guten Bäcker und den eigenen Genuss. Klasse, wie einfach es anders gehen kann. Lg, Miriam

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  4. Vor allem Punkt 4 kann ich voll und ganz unterschreiben. Der Duft, der durchs ganze Haus zieht, der frische Anschnitt – mit Butter oder auch ganz ohne. Ich könnte den ganzen Tag von „Schnittchen“ oder „Bütterken“, wie wir in Westfalen auch sagen, leben.

    Und die vielen Kerne in Deinem Brot sehen einfach fantastisch aus. Das kommt jetzt stante pede auf meine To-Do-Liste!

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  5. Als ich deinen Titel gelesen hatte, konnte ich mir nicht so ganz vorstellen, wie man Brot in 3 Minuten hinkriegen kann, aber nun klingt das sehr verführerisch!
    Das Foto mit dem angebissenen Butterbrot gefällt mir unglaublich gut.

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  6. Dein Artikel ist super, vor allem wie Du die Aussagen zum Brotbacken widerlegst. Solche Argumente kenne ich auch zu genüge – ich backe jedoch gerne Brot. Dein Rezept muss ich unbedingt nachbacken, denn es ist endlich ein Brot was trotz der ganzen Nüsse nicht über 3 – 5 Stunden im Ofen bäckt.
    Gruß,
    Alexandra

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  7. Ohja, Euer Brot – mit Butter und Salz! Davon würde ich jetzt durchaus eine Scheibe nehmen. Aber eigentlich natürlich am liebsten warm. Also muss ich es wohl doch selbst nachbacken! Ich sehe das wirklich ganz genauso: Der Duft des Brotes, der Geschmack, die Kruste- mhhhh…

    Liebe Grüße!

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  8. Das sieht ja mal wieder fantastisch aus. Nicht nur das Brot, auch die Bilder 🙂 Schön, dass Ihr die gängigen „Vorurteile“ entkräftet – genau so habe ich auch angefangen und sehr lange gebacken. Nutzt Ihr den Kokosblütenzucker schon lange?

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    1. Liebe Ina!
      Nö, ich als altes Foodie-Opfer hab überall von Kokosblütenzucker gelesen und dann musste halt mal ein Probierpäckchen mit. Schmeckt ganz gut, ein bisschen wie Muscovadozucker, aber ja…ob der wirklich so viel gesünder ist, wage ich zu bezweifeln 😉 Lg, Miriam

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  9. Moar … diese unsägliche Werbung! 😦 Bei dieser Rettungsaktion sieht man schön, dass von 3 Minuten bis 24 Stunden alles dabei ist und man das Brotbacken je nach Zeit in den Tagesablauf integrieren kann ♥ Das Vielfaltbrot ist auf jeden Fall gespeichert, denn auch hier fliegen eine Menge Rest-Nuss-Tüten rum :oD

    ♥-liche Grüße Klaudia

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  10. Ja das Schlimme an dieser Werbung ist, das sie so ein gutes Gefühl zaubert und den Zuschauer schnell einlullt…Dabei kann ich mich deiner Argumentation nur anschließen, es ist wirklich nicht scher ein einfaches Brot zu zaubern und man weiß, was man hat.
    Liebe Grüße, Tanja

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