Die Eltern reisen: Das Nach-TRANGIA-Zeitalter

Bis Dienstag waren meine Eltern (wie die letzten Jahre auch schon) campenderweise in Südfrankreich unterwegs. Heute betätigt sich deswegen mal mein Vater kulinarisch… aber auch nur, weil so was wie Flammen im Spiel sind 😉

Eine kleine Nachbesserung an dieser Stelle noch: ich habe (nach der Veröffentlichung) eine total nette Email von Marius bekommen, der für Campingaz tätig ist und sofort mangelnde Recherchearbeit meines Vaters aufgedeckt hat. Campingaz ist nämlich nicht wie im Artikel behauptet, aus Italien, sondern wurde 1949 in Frankreich gegründet und ist somit ein französisches Unternehmen. Schande über das Haupt meines Vaters 😉 Aber immerhin konnte der Kocher so zeitweise in sein Herkunfsland zurückkehren und hat dort auch für großen Genuss gesorgt.

Wahrscheinlich muss ich zunächstmal „Trangia“ erklären. Kann mir kaum vorstellen, dass dies ein Werkzeug ist, das auf Kochblogs bekannt und verbreitet ist. Der Trangia-Sturmkocher aus Schweden, seit Jahrzehnten im Outdoor-Bereich bewährt, war auch für mich ein langjähriger Begleiter. Meinen ersten (und der geht noch!) kaufte ich vor über 30 Jahren! Mehr dazu z.B. hier.

Zwei dieser Sturmkocher hatten meine Frau und mich auch die letzten 4 Jahre auf unseren Campingtouren durch Südfrankreich und Spanien begleitet. Soweit alles wunderbar. Bis, ja bis uns ein Gewitterguss im letzten Jahr dazu zwang, Unterschlupf zu suchen. Zufälligerweise war das bei einem der Gebäude eines südfranzösischen Campingplatzes und der Aushang mit den Campingplatzregeln hing auch dort. Wahrscheinlich werden die selten gelesen, aber da wir außer den Regen abwarten ohnehin nichts zu tun hatten, lasen wir eben diese Regeln. Und da tat sich das Problem auf! Flüssige Brennstoffe sind verboten! Und Spiritus ist nun mal flüssig. Angesichts der herrschenden Trockenheit war mir die Sinnhaftigkeit dieser Regel schlagartig klar und der Entschluss stand schnell fest: für nächstes Jahr brauchen wir eine Alternative. Die haben wir inzwischen gefunden, denn so sehr viele Möglichkeiten bei Gaskochern gibt es nicht. Es sollte keine Rucksacktaugliche Miniausführung sein, sondern eher so was wie ein Zweiplattenherd.

2016.06.06_Thunfisch Röstkartoffel-4

Wir entschieden uns für ein Model des italienischen Herstellers Campingaz, gleich mit Füßen und sogar der Möglichkeit zu grillen. Nun, das Teil hat sich in den 16 Tagen Cote d’Azur bewährt und wurde täglich genutzt. Ob es allerdings auch 30 Jahre halten wird bezweifle ich start. Die skandinavische Qualität hat das Teil definitiv nicht, alles eher ein bisschen leicht, wackelig und nicht so überzeugend verarbeitet – italienisch eben. Oder kennt Ihr italienische Consumerprodukte, die langfristig zuverlässig sind? Angeblich soll man ja selbst bei einem Ferrari am besten die Werkstatt gleich dazu kaufen, hab ich mal gehört …

Nun aber zum Eigentlichen. Dank dieses 2-Flammenkochers stießen wir im Vergleich mit den Trangia-Möglichkeiten definitiv in neue kulinarische Welten vor. Unser Highlight möchte ich vorstellen. Keinerlei aufwändige Kochaktion, aber eben frische, lokale Produkte unter Campingbedingungen zubereitet – mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen.

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Thunfischsteak mit Röstkartoffeln und frischem Sommersalat

Auf dem Markt erstandene Bio-Kartoffeln wurden klein geschnitten gekocht und anschließend mit Olivenöl in der Pfanne goldbraun gebraten. Mehr muss ich dazu sicher nicht sagen – selbsterklärend.
Thunfisch vom örtlichen Fischstand (in diesem Fall in einer Mini-Markthalle von Vence) je nach Personenzahl und Geldbeutel. Für uns zwei genügte 1 Scheibe. Die war gut Daumendick ca. 30 Zentimeter im Durchmesser – sensationell!

Auch der Thunfisch ist denkbar einfach gemacht. Hier bewährte sich die Grillplatte unseres Herdes. Den Thunfisch mit etwas Olivenöl einpinseln, Zitrone, Salz, Pfeffer – ganz klassisch eben – und dann von jeder Seite 3 Minuten gegrillt und ab auf den Teller damit. Ein Hochgenuss!
Zum Salat muss ich nichts Besonderes erklären. Frischer Salat mit einer leckeren Vinaigrette mit Olivenöl und Balsamicoessig geht sowieso fast immer. Das Ganze bei 26 ° Celsius, Sonne und toller Umgebung. Das macht alles nur noch toller und angesichts des Wetters, das uns inzwischen wieder zu Hause empfangen hat einfach ein Traum.

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Wie also schon angedeutet: mit Kochen ist heute eher ganz wenig, ist ja üblicherweise auch Miriams Part. Dafür eben eine kleine Urlaubsstory.

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