Rettungsaktion: Klassisches Pesto (mal nicht zu Pasta)

Letzten Monat haben wir es nicht geschafft, warme Saucen mitzuretten, was wirklich eine Schande ist, angesichts der Tatsache, dass wir Schwaben doch zu allem eine Sauce brauchen 😉
Umso glücklicher bin ich, dass wir heute dabei sind, wenn es um Pesto geht (beziehungsweise PeSCHtooo, wie der Schwabe sagen würde). Lange Jahre kannte ich diese ungekochte Kräutersoße gar nicht. Dann fing das Studium an und schnell lernte ich neben Latein und Altgriechisch, dass zur Notfallration immer ein Glas Pesto im Schrank zu stehen hat, falls es in der Mensa mal nicht schmeckt. Nachdem ich mich ein wenig durchprobiert hatte, kam ich zu der Schlussfolgerung, dass das nichts für mich ist: von den langen Zutatenlisten mal abgesehen, waren mir viele zu ölig, zu wenig kräuterlästig oder tomatig.

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Spätestens da fing ich an, ab und zu Pesto selber zu machen. Wobei ganz ehrlich, so oft kam das nicht vor, weil als Schwabe mir das Ganze nicht flüssig genug war 😀
Umso besser, dass Peschto zu so viel mehr als nur zu Nudeln passt!! Schnell gemacht ist es auch – wirklich perfekt. Auf dem Bild könnt ihr sehen, wie wenig Zutaten man dafür braucht. Umso erschreckender wie lang da die Zutatenlisten auf den Gläsern sind…  Ihr bekommt heute also zwei Rezepte: zum einen ein klassisches Pesto alla genovese und dann eine Minestrone, die durch das Pesto erst den letzten Kick erhält. Reste schmecken natürlich auch noch zu Spaghetti 😉

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Eine rießengroße Bandbreite an Pesti findet ihr bei den anderen Rettern:

https://unsermeating.files.wordpress.com/2016/02/e99ff-wirrettenwaszurettenist.jpg?w=320&h=117

Aus meinem Kochtopf: Spargel mit Spargelpesto

Dynamite Cakes: Süßes Minz-Pesto mit Kokos

Obers trifft Sahne: Spargel mit Radieschen-Pesto

Sakriköstlich: Paprika-Chili-Pesto

SweetPie: Pesto alla genovese

Prostmahlzeit: Rucolapesto

Kochtopf: Pesto mit Rüebligrün (Karottengrün)

Giftige Blonde: Radieschenblätter-Pesto

Katha kocht: Tomate Mozzarella mit Basilikumpesto

Cuisine Violette: Grünes Spargelpesto mit Kräutern

Multikulinarisches: Gierschpesto

Brittas Kochbuch: Zucchini-Minze-Pesto

Küchenliebelei: Süßes Mandelpesto mit Rum

Kebo homing: Süßes Minzpesto zu Erdbeertartelettes

Meins! Mit Liebe selbstgemacht: Pesto Rosso

Barbaras Spielwiese: Liebstöckel-Pesto

auch was: Rosenblüten-Minz-Pesto

LanisLeckerEcke: Möhrenpesto

Bonjour Alsace: Grandioses Spargelpesto

Fliederbaum: Grünes Spargelpesto mit Mandeln

Darf ich nur mal sagen, wie genial ich diese Vielfalt finde? Da kann kein Industrieprodukt mithalten. Besonders toll finde ich, dass vermeintliche Abfallprodukte wie Karottengrün oder Radieschenblätter und von meiner Mutter als Unkraut verhasster Giersch zum Einsatz kommen! Hier nun aber unser Rezept.

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Zutaten (für 4 Personen):
Für die Minestrone:
2 Stangen Staudensellerie
1 Knolle Fenchel
2 Möhren
1 Kohlrabi
100g grüne Bohnen (TK)
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
50g durchwachsener Räucherspeck (optional)
4 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
1,2L Gemüsebrühe (wie das geht, zeigt Britta hier)
100g TK-Erbsen
Salz, Pfeffer
1-2 Msp. Chilipulver
1 TL getrockneter Oregano
100g kurze Nudeln
1 Dose weiße Bohnen (ca. 240g Abtropfgewicht)

Für das Pesto:
2 EL Pinienkerne
60g Basilikum
1 Knoblauchzehe
80ml Olivenöl
3EL frisch geriebener Pecorino (oder Parmesan)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Für die Minestrone Sellerie und Fenchel waschen und putzen, Möhren und Kohlrabi schälen. Alles in ca. 1cm große Stücke schneiden. Die frischen Bohnen waschen und in 2cm lange Stücke schneiden (TK entfällt der Schritt). Die Zwiebel und den Knofi schälen und klein würfeln. Den Speck ebenfalls in kleine Würfel schneiden.
Das Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Speck darin bei mittlerer Hitze andünsten. Das Tomatenmark dazugeben und unter Rühren kurz anbraten. Die Brühe dazugießen und das vorbereitete Gemüse samt gefrorener Erbsen (und Bohnen) zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Chilipulver und Oregano würzen und alles zugedeckt bei kleiner Hitze 25-30min köcheln lassen. Ab und zu umrühren.

Für das Pesto die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett bei mittlerer 2016.05.21_BasilikumPesto-11Hitzegoldbraun rösten, dann sofort aus der Pfanne nehmen. Basilikum waschen und trocken schütteln, die Blätter abzupfen und grob schneiden. Den Knoblauch schälen und grob hacken. Alles mit dem Öl in einem hohen Rührbecher mit einem Pürierstab oder in einem elektrischen Blitzhacker fein pürieren. Den Pecorino unterrühren und das Pesto mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsangabe bissfest garen, in ein Sieb abgießen und abtropfen lassen. Die weißen Bohnen ebenfalls in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Die weißen Bohnen zur Suppe rühren und diese weitere 5min köcheln lassen. Zuletzt die Nudeln unter die Suppe rühren und heiß werden lassen. Die Minestrone mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf tiefe Teller verteilen und jeweils mit einem großen Klecks Pesto servieren.

Quelle: Bauernmarkt & Biokiste. Die besten erntefrischen Rezepte für jede Jahreszeit.

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38 Gedanken zu “Rettungsaktion: Klassisches Pesto (mal nicht zu Pasta)

  1. Soupe au Pisto hab ich auch schonmal gemacht… ganz was Feines. Und deine Gemüsesuppe hört sich sehr gut an. Diesmal hab ichs nicht geschafft und bin auch ganz traurig…

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  2. Haha Peschto isch wirklich so einfach und wie man an der tollen Rezeptsammlung sieht auch herrlich variabel. Bei uns gibt es Pesto auch immer auf alles mögliche oben drauf. Passt irgendwie fast immer. So eine Minestrone mit einem ordentlichen Löffel Pesto hätten wir jetzt auch gern bei dem Wetter.
    Liebe Grüße, Eva und Philipp

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    1. Liebe Eva und Philipp!
      Ich kannte Peschto viel zu lang nur zu Pasta und merke erst allmählich, was da alles möglich ist. Suppe gibt es nur noch heute, ab morgen soll es dann ja wieder warm werden 😉
      Lg, Miriam

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  3. Ich teile dein Problem mit dem „Pesto zu Pasta ist so naja…“ Lieber vieeeeeeeeeeeeeeeel Sauce und Nudeln ertränken, da bin ich sofort am Start. Deshalb hab ich mein Pesto auch in Pizzaschnecken versteckt *g* Da würde wahrscheinlich jedes einzelne Pesto aus der Rettungsaktion eine gute Figur drin machen, von daher „Pesto zu Pasta ney, Pesto zu Pizza YEAH“ hihi. Oder zu Suppe halt *g*

    LG Jette

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  4. Ich musste ja so schmunzeln…auch ich lernte als Student schnell, dass – besonders zum Monatsende – Pesto immer eine gute Option ist. Bei mir aber tatsächlich meist ganz klassisch zu Nudeln! : )
    Ein tolles Bild übrigens, finde ich, also das, mit den Händen!
    Alles Liebe!

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  5. Dass ich zu allem eine Sauce brauche, liegt also an den Genen und an der Region, in der ich aufgewachsen bin, okay. Vielleicht werden Pestos daher bei mir auch immer etwas flüssig, damit sie näher an Sauce rankommen… 😉

    Kochen habe ich auch im Studium gelernt (hm, es gibt Leute, die behaupten, ich kann es bis heute nicht, aber das ist ein anderes Thema) – da wird man super kreativ!

    Dein Pesto und die Minestrone sind super! Davon hätte ich jetzt gerne was.

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  6. Ich wusste bestimmt ganz tief in meinem Hirn, dass Pesto alla Genovese und Minestrone eine super Kombination ergibt. Danke, dass Du ihm (dem Hirn) mit Deinem Rezept auf die Sprünge geholfen hast. Meine Nachmachliste wird jedenfalls immer länger. 🙂

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  7. Pesto in die Suppe, das kannte ich bisher noch nicht. Wir geben schon auch mal ein Löffelchen mit in das Dressing für den Salat oder es wird eben verbacken aber das ist was Neues. Danke dafür, wird auf alle Fälle ausprobiert.

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  8. Stimmt, Pesto in Gemüsesuppen aller Art ist ein Hammer!
    Ich liebe dein Foto mit den Händen, die die Pesto-Schüssel halten. So richtig liebevoll halten sie das Essen. Sehr gelungen!

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  9. Hach, ich liebe Euch Schwaben und Euren Dialekt ja schon ein kleines bisschen ❤ Peschto!!!
    Tolle Idee, mit dem Pesto in der Suppe, finde ich wirklich Klasse.
    Liebe Grüße
    Jeanette

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  10. Tolle Idee Pesto zu einer Suppe zu reichen. Ein sehr schönes Rezept. Nun werde ich wohl doch auch mal welche machen müssen. Ich habe noch nie Pesto gegessen. Und deine Minestrone sieht auch sehr lecker aus. Steht nun alles auf dem Merkzettel.

    Gruß Katrin

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  11. Das sieht wirklich sehr gut aus 🙂 Ich mache Pesto immer schon gern selbst. Ist ja eigentlich fix erledigt und schmeckt so viel besser als gekauftes.
    LG
    Ela

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