Rivalitäten: Spargelrisotto mit Graupen und Garnelen

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag überschreiben mit „Raupenrisotto und Knoblauch“. Aus marketingtechnischen Gründen hab ich mich aber dagegen entschieden 😉 Wobei das natürlich vielleicht ganz neue Leser erreicht hätten, die auf tolle Suvival- und Ernährungstipps in der Wildnis gehofft hätten. Sorry. Falscher Blog!

2016.04.21_Spargelrisotto mit Graupen-2

Warum aber ein Raupenrisotto mit Knoblauch? Daran sind meine Geschwister Schuld. Wir mögen uns ja sehr gerne, aber wer selber Schwestern und Brüder hat, wird wissen, dass man nicht ohne Sticheleien auskommt. Folgende Situation also am heimischen Abendessentisch: ich trage stolz das Risotto auf, freue mich auf den Spargel, auf die Graupen und überhaupt, endlich wieder ein neues Rezept ausprobiert zu haben. Die Geschwister beäugen skeptisch, was sich da in dem Topf befindet. Die kleine Schwester schaut sich die weißen Spargelstücke an: „Was ist das?“. Der kleine Bruder mit einem diabolischen Grinsen: „Knoblauch! Riechst du es nicht?!“ Tsss, der dezente Knoblauchgeruch kam lediglich von den Garnelen, die damit angebraten wurden.

Nun gut, Risotto mögen beide. Wir fingen an zu essen und ich sah meine Chance, sie ein bisschen über die tollen Graupen zu informieren, die sie da essen. Ich setze also an: „Das ist übrigens kein normaler Risottoreis, sondern Graupen…“ Kleiner Bruder: „RAUPEN??! Wow, mal was ganz Neues! Die haben viele Proteine, oder??“ Und so weiter, und so fort… Das war es dann schon mit meinem geballten Wissen. Sollen sie halt dumm sterben! Immer die kleinen Geschwister, die neidisch sind auf meine Weisheit, meine Kochkünste, mein Aussehen und überhaupt 😉

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Ne, ne. Wir verstehen uns schon gut! Von Raupen und Knoblauch abgesehen, ist das Risotto auf den zweiten Platz meiner Lieblingsrisottos aufgestiegen! Ich fand es super cremig, lecker mit Biss und hach, Spargel! Toll fand ich auch, dass die Graupen schlotzig geblieben sind, obwohl das Risotto noch ne halbe Stunde bis zum Servieren rumstand. Mit Reis wird so ein Risotto ja meistens ganz hart, man muss nochmal Flüssigkeit zugeben und dann fehlt der Biss. War hier gar nicht der Fall. Unbedingte Nachkochempfehlung!
Habt ihr (jüngere) Geschwister und wenn ja, terrorisieren die euch auch immer wenn ihr sie trefft? Ich hätte früher ja deutlich thyrannischer sein sollen, dann würden die heute vielleicht ganz anständig meine Belehrungen annehmen…

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Zutaten (für 4 Personen):
750ml Gemüsebrühe
500g weißer Spargel
1 Zwiebel
5 EL Butter
250g Graupen
1 guter Schluck Weißwein
1 TL Fenchelsamen, 4 EL Kichererbsenmehl (beides weg gelassen)
12 Scampi oder Garnelen
2 El Olivenöl
2 Knoblauchzehen
50g Parmesan (oder ein bisschen mehr)
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Rucola

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Zubereitung:
Brühe in einem kleinen Topf erhitzen. Spargel waschen, schälen, holzigen Enden abschneiden. Spargelschalen und -abschnitte in die Brühe geben und darin kurz kochen lassen. Spargelstangen in Stücke (ca. 1-2cm) schneiden.
Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf mit 3 EL Butter glasig dünsten. Graupen dazugeben, umrühren, mit Wein ablöschen. Nach und nach unter Rühren heiße Brühe angießen. Nach 20min Spargel zu den Graupen geben, 5min mitköcheln lassen.
Fenchelsamen mörsern und hacken, mit Kichererbsenmehl mischen. Scampi/ Garnelen ggf. schälen und vom schwarzen Darmfaden befreien. Abbrausen, gut trocken tupfen, im Fenchel-Mix wälzen. Öl und in der Schale angedrückten Knoblauch in eine große Pfanne geben, Scampi/ Garnelen darin gar braten.
Käse reiben, mit der übrigen kalten Butter (2EL) unter die Spargelgraupen rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Scampi/ Garnelen sowie dem grob gehackten Rucola in vorgewärmten Tellern anrichten.

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

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7 Gedanken zu “Rivalitäten: Spargelrisotto mit Graupen und Garnelen

  1. Ich habe auch einen kleinen Bruder, der ist aber schon wieder so viel jünger, dass er zu mir aufsieht. Dennoch kenne ich solche kleinen Rivalitäten und finde sie ziemlich erheiternd. 😀
    Dein Raubenrisotto klingt auf jeden Fall sehr lecker. 🙂

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  2. Raupen, herrlich….
    Meine Kinderzeit liegt schon sooo lange zurück, ich weiß mehr über die Rivalitäten meiner eigenen inzwischen erwachsenen Kinder. Essen ist jedenfalls immer ein gutes Spielfeld dafür….

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