Rivalitäten: Spargelrisotto mit Graupen und Garnelen

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag überschreiben mit „Raupenrisotto und Knoblauch“. Aus marketingtechnischen Gründen hab ich mich aber dagegen entschieden 😉 Wobei das natürlich vielleicht ganz neue Leser erreicht hätten, die auf tolle Suvival- und Ernährungstipps in der Wildnis gehofft hätten. Sorry. Falscher Blog!

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Warum aber ein Raupenrisotto mit Knoblauch? Daran sind meine Geschwister Schuld. Wir mögen uns ja sehr gerne, aber wer selber Schwestern und Brüder hat, wird wissen, dass man nicht ohne Sticheleien auskommt. Folgende Situation also am heimischen Abendessentisch: ich trage stolz das Risotto auf, freue mich auf den Spargel, auf die Graupen und überhaupt, endlich wieder ein neues Rezept ausprobiert zu haben. Die Geschwister beäugen skeptisch, was sich da in dem Topf befindet. Die kleine Schwester schaut sich die weißen Spargelstücke an: „Was ist das?“. Der kleine Bruder mit einem diabolischen Grinsen: „Knoblauch! Riechst du es nicht?!“ Tsss, der dezente Knoblauchgeruch kam lediglich von den Garnelen, die damit angebraten wurden.

Nun gut, Risotto mögen beide. Wir fingen an zu essen und ich sah meine Chance, sie ein bisschen über die tollen Graupen zu informieren, die sie da essen. Ich setze also an: „Das ist übrigens kein normaler Risottoreis, sondern Graupen…“ Kleiner Bruder: „RAUPEN??! Wow, mal was ganz Neues! Die haben viele Proteine, oder??“ Und so weiter, und so fort… Das war es dann schon mit meinem geballten Wissen. Sollen sie halt dumm sterben! Immer die kleinen Geschwister, die neidisch sind auf meine Weisheit, meine Kochkünste, mein Aussehen und überhaupt 😉

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Ne, ne. Wir verstehen uns schon gut! Von Raupen und Knoblauch abgesehen, ist das Risotto auf den zweiten Platz meiner Lieblingsrisottos aufgestiegen! Ich fand es super cremig, lecker mit Biss und hach, Spargel! Toll fand ich auch, dass die Graupen schlotzig geblieben sind, obwohl das Risotto noch ne halbe Stunde bis zum Servieren rumstand. Mit Reis wird so ein Risotto ja meistens ganz hart, man muss nochmal Flüssigkeit zugeben und dann fehlt der Biss. War hier gar nicht der Fall. Unbedingte Nachkochempfehlung!
Habt ihr (jüngere) Geschwister und wenn ja, terrorisieren die euch auch immer wenn ihr sie trefft? Ich hätte früher ja deutlich thyrannischer sein sollen, dann würden die heute vielleicht ganz anständig meine Belehrungen annehmen…

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Zutaten (für 4 Personen):
750ml Gemüsebrühe
500g weißer Spargel
1 Zwiebel
5 EL Butter
250g Graupen
1 guter Schluck Weißwein
1 TL Fenchelsamen, 4 EL Kichererbsenmehl (beides weg gelassen)
12 Scampi oder Garnelen
2 El Olivenöl
2 Knoblauchzehen
50g Parmesan (oder ein bisschen mehr)
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Rucola

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Zubereitung:
Brühe in einem kleinen Topf erhitzen. Spargel waschen, schälen, holzigen Enden abschneiden. Spargelschalen und -abschnitte in die Brühe geben und darin kurz kochen lassen. Spargelstangen in Stücke (ca. 1-2cm) schneiden.
Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf mit 3 EL Butter glasig dünsten. Graupen dazugeben, umrühren, mit Wein ablöschen. Nach und nach unter Rühren heiße Brühe angießen. Nach 20min Spargel zu den Graupen geben, 5min mitköcheln lassen.
Fenchelsamen mörsern und hacken, mit Kichererbsenmehl mischen. Scampi/ Garnelen ggf. schälen und vom schwarzen Darmfaden befreien. Abbrausen, gut trocken tupfen, im Fenchel-Mix wälzen. Öl und in der Schale angedrückten Knoblauch in eine große Pfanne geben, Scampi/ Garnelen darin gar braten.
Käse reiben, mit der übrigen kalten Butter (2EL) unter die Spargelgraupen rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Scampi/ Garnelen sowie dem grob gehackten Rucola in vorgewärmten Tellern anrichten.

Quelle: Lust auf Genuss (5/2016)

Im Festtagsgewand: Rotweintorte mit Mascarpone

Kennt ihr den Spruch: „Ich koche gerne mit Wein, manchmal gebe ich sogar welchen ins Essen“? Tja auf dieses klitzekleine Törtchen passt der Spruch nur zu gut! Das ist nämlich ein kleines Saufköpfchen: 2/3 der Flasche kommt in den Teig, da bleibt nur noch n großzügiger Schluck für euch. Mir macht das nicht so viel aus, Rotwein mag ich generell mehr im Essen als im Glas, aber mein Vater hat ganz schön Augen gemacht als sein Wein plötzlich dahin war 🙂

Rotweinkuchen ist ja ein echter Klassiker. Schnell zusammengerührt, ideal um nicht mehr ganz so frischen Wein zu verwerten und einen saftigen Kuchen zu bekommen. Aber da geht noch viel mehr! Aufgehübscht mit ein paar Schichten Mascarpone, Schokostreuseln und Erdbeeren ist der gute alte Klassiker bereit für die Party! In diesem Fall durfte er das Kuchenbuffet der Konfirmation meiner Cousine stürmen. Klar, die Konkurrenz war hart neben der Erdbeerroulade von Mama oder dem Eierlikörkuchen von Oma und diversen anderen Kuchen und Torten, aber allein von der Optik her wurden die Gäste neugierig. Und beim Geschmack kann diese Rotweintorte wirklich vollkommen überzeugen!!!

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Die Torte lässt sich hervorragend vorbereiten, schmeckt sogar noch nach zwei Tagen gut durchgezogen immer noch sehr lecker. Und wer sich davor scheut, eine dreistöckige Torte zu basteln: den Teig einfach in Muffinförmchen füllen, Mascarponetopping oben drauf, dekorieren – schmeckt mindestens genau so gut 🙂

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Zutaten:
225g weiche Butter
345g Mehl
380g brauner Zucker
135g weißer Zucker
4 Eier
475ml Rotwein
115g Kakao
1/2 TL Natron
1 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1/2 TL Salz
Für die Mascarponefüllung:
500g Mascarpone
250g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Den Ofen auf 175°C vorheizen. Drei kleine Kuchenformen (meine hatten einen Durchmesser von 18cm) fetten und mehlen.
In einer großen Schüssel die Butter cremig rühren. Beide Zuckersorten hinzufügen und 3min schaumig rühren. Die Eier hinzufügen und gut verrühren. Dann den Rotwein dazu. Das sieht am Anfang sehr komisch und fleckig aus, macht aber nichts. Mehl, Kakao, Natron, Backpulver, Zimt und Salz vermischen und zu dem Rotweingemisch geben.
Jetzt ist gutes Augenmaß gefragt: den Teig gleichmäßig auf die Formen verteilen und dann ca. 35min im Ofen backen. Unbedingt Stäbchenprobe machen.

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Den Rotweinkuchen gut auskühlen lassen. Falls die Kuchen jeweils aufgegangen sind, dann mit einem Messer diesen Deckel abschneiden, damit man eine glatte Fläche zum Stapeln erhält. Kuchenreste eignen sich perfekt für einen Vor-Frühstückssnack oder auch für Cakepops, wer so was gerne machen will.
Für die Mascarponefüllung alle Zutaten für 2min gut miteinander verrühren. Einen der drei Kuchenböden auf einen Teller oder eine Platte legen, ein Drittel der Mascarponefüllung auf dem Boden verstreichen, dann mit den zwei weiteren Böden genau so verfahren. Wer will dekoriert die oberste Schicht noch mit Schokolade, Beeren, Geburtstagskerzchen oder ähnlichem. Bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook (Deb Perelman)

Wenn Eltern von ihren Kindern lernen -oder: warum Reisen heute ganz anders bildet als früher

Meine Eltern waren in Rom! Neben allerlei lustigen Ereignissen haben sie auch eine ganz große Empfehlung. Sie schreiben aus reiner Überzeugung. Aber lest selbst:

Ja früher, da war einfach alles anders. Da sagten wir als Eltern noch, wo’s lang geht, nahmen unsere lieben Kinderlein an der Hand und zeigten Ihnen die große weite Welt. Inzwischen sind die Kinderlein weder klein, noch müssen wir sie an der Hand nehmen, sondern sie sind ihrerseits ganz schön in der Welt unterwegs und bereits an Orten gewesen, wo wir als Eltern vielleicht nie hin kommen werden. Aber sei’s drum: dass wir hie und da vielleicht sogar was „abgucken“ und uns inspirieren lassen, sei uns erlaubt. Und so kam’s dass ich mit meinen zarten 53 Jahren bis vor nicht all zu langer Zeit noch nie etwas von einer „food-tour“ gehört hatte. Unsere Jüngste jedoch machte eine solche, um auf diese Weise China und die lokale Küche besser kennen zu lernen (wir berichteten hier auf dem Blog bereits). Ich muss zugeben, das hat mich beeindruckt und begeistert. Und gleichzeitig war die Idee geboren, dass wir bei unserer Rom-Reise anlässlich unseres Hochzeitstages auch nach einer Food-tour Ausschau hielten. War auch überhaupt nicht schwierig. Wir landeten bei „Eating Italy“ in Rom (www.eatingitalyfoodtours.com; Facebook: www.facebook.com/eatingitaly). Buchung und Bezahlung im Voraus übers online-Anmeldeformular verlief problemlos und fortan wurden wir über die näherkommende Tour informiert und sogar noch per SMS informiert, als wir bereits in Rom waren. Vorbildlich sage ich nur!

Am Morgen des gebuchten Tages machten wir uns per Metro auf den Weg ins Viertel namens Testaccio. Später erfuhren wir von unserer liebenswerten Tourführerin, dass dies so was wie die größte antike Müllhalde Roms ist. Dieses Stadtviertel ist ein sehr ursprüngliches und anscheinend auch der Geburtsort der römischen Küche. Das liegt daran, dass in alter, sprich antiker Zeit Rom noch einen direkten Meerzugang hatte und sämtliche Lebensmittel über den Seeweg direkt in Testaccio angelandet wurden. Dadurch bildete sich in dies2016.04.01_Rom-163em Herzen Roms schon früh eine Markt-, Einkaufs- und Esskultur. Sehr viele der Lebensmittel wurden in tönernen Amphoren transportiert und auch gelagert. Nach Gebrauch wurden diese zerschlagen und die großen Scherben fein säuberlich aufgeschichtet. Dieser überdimensionale Scherbenhaufen speichert in seinem Innern ganzjährig eine sehr konstante, kühle Temperatur, die von Lokalen, Weinhandlungen etc. heute genutzt werden. Doch davon später mehr.2016.04.01_Rom-97

Sebastiana hieß unsere Begleiterin von eatingitaly, eine Italo-Amerikanerin, und wir sollten gemeinsam viel Spaß in den kommenden vier Stunden haben.

Unsere erste Station war „Volpetti Più“ in der Via Alessandro Volta 8. Ein kleines Lokal, eher eine Art Cafeteria in der wir “Pizza al taglio”, also Pizzaschnitten kennenlernten. Sie sollen hier zu den besten der Stadt gehören und sowohl die Pizza bianca, als auch die Pizza Margherita waren so schlicht wie köstlich.

Und während wir Sebastianas Erklärungen lauschten, gleichzeitig unsere ersten Essenseindrücke genossen, herrschte reger Publikumsverkehr mit Römern, die sich ebenfalls mit den Köstlichkeiten eindeckten.

Von dort ging es weiter zu „Volpetti“ in der Via Marmorata 47, einem Delikatessenladen, der gleichzeitig der Ursprung für die zuerst besuchte Cafeteria war. Ein so kleiner Laden, dass wir gar nicht gleich rein durften, sondern Sebastiana holte eine vorbereitete Platte mit verschiednen Käsen, Schinken und Salami zur Verkostung auf die Straße. Erst nachdem wir artig aufgegessen hatten, was jedoch niemandem schwer fiel, durften wir rein. Dieser Laden war ringsherum und bis unter die Decke voller Köstlichkeiten – ein einziger Traum. Zweierlei Aceto Balsamico durften wir ebenfalls verkosten und vor allem der im Bild rechts abgebildete war auch für jemanden, der sich noch nicht tiefer mit edlem Essig beschäftigt hat, eine Offenbarung! Die beiden Geschäftseigner, zwei Brüder, beide über 80 Jahre alt, stehen noch täglich im Laden.

Jetzt kam ein Szenenwechsel! Als dritte Station kam Süßes! Ebenfalls in der Via Marmorate, jedoch Nr. 41, findet sich „Barberini“, in unserer Beschreibung als „local bar“ bezeichnet. Für meine Begriffe eine vorzügliche Konditorei. Was der Römer neben einem Capuccino zum Frühstück nimmt, ist ein „Cornetti“, ein gefülltes Blätterteighörnchen. Sehr fein, kann ich nur sagen. Im Hotel, das wir für unseren Romaufenthalt bewohnten, gab es auch diese Teilchen. Sie kamen jedoch nicht an die von Barberini heran. Tiramisu ist ja auch bei uns weit verbreitet und bekannt. Jedoch als einzelner Happen im Schokoladentässchen dargereicht – das war schon was anderes!

Anschließend schenkte uns Sebastiana einige Minuten Ruhe und Erholung abseits dem Getriebe der Gassen, Straßen und Geschäfte. Der protestantische Friedhof bildet eine echte Oase der Stille obwohl ringsherum das Leben pulsiert. Etliche Künstler der Moderne sind hier beerdigt. Mir selber sagten die Namen des Malers Joseph Severn und des Schriftstellers John Keats zwar nichts, aber offensichtlich pilgern regelmäßig Menschen an diese Stätte um die Gräber zu besichtigen.

Weiter gings in den „Testaccio market“ in der Via Beniamino Franklin. Man befindet sich in Markthallen, die im Gegensatz zu fast allem in Rom eben nicht antik sind, sondern sogar noch recht jungen Datums, allerdings auf antikem Boden errichtet. Eine Öffnung im Boden der Hallen gibt den Blick frei auf eine alte Römerstraße, die im Untergrund verläuft. An diesem Ort könnte man sich allein stundenlang aufhalten, denn das Angebot ist dermaßen umfassend. Und neben Verkaufsständen gibt es auch reichlich Möglichkeit, direkt vor Ort zu essen. Und damit waren wir wieder beim eigentlichen Zweck unserer Tour. Die nächste Speise sollte ein überaus schmackhaftes Tomaten-Bruschetta sein. Zu diesem Zweck steuerten wir als erstes einen großen Stand mit einer unglaublichen Vielfalt von Obst und Gemüse an. dort wurden für uns ganz frisch Tomaten klein geschnitten und mit Ruccola vermischt. Einige Schritte weiter wurde Brot im Holzbackofen frisch gebacken. Frisch geröstete Scheiben wurden mit Olivenöl beträufelt und jeder durfte eine halbierte Knoblauchzehe darauf verreiben, dann die Tomatenmischung oben drauf – ein Hochgenuss!

Nur wenig weiter konnten wir die gleiche Tomatenmischung mit echtem Büffelmozarella kombinieren. Frischer Büffelmozarella! Nicht vakumiert oder im Plasitkbeutel mit Lauge gelagert, sondern frisch und sahnig, tags zuvor produziert und für den Genuss heute vorgesehen. Und so haben wir’s gemacht. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Immer noch in den Markthallen ein weiterer Stand kam mein persönlicher Höhepunkt! Ein paar Schlucke eines Craftbeers aus dem römischen Umland – herrlich frisch, hopfig herb und unglaublich gut zu den Fleischbällchen, deren genauen Namen ich nicht mehr weiß. Sorry dafür und leider sind sie auf dem Begleitblatt, das wir als Erklärung für unsere Stationen erhielten nicht aufgeführt. Ausgerechnet! Aber ich kann Euch sagen: der Geschmack war der Oberhammer!

Anschließend ging’s zum Essen! Endlich! Ja, echt! So war das. Einige Minuten Fußmarsch später fanden wir uns in der Via di Monte Testaccio 97 bei „Flavio al velavevodetto“. Sebastiana berichtete uns die Geschichte dieses Restaurants. Flavio, der Eigner, konnte und wollte kochen, hatte jedoch das Geld nicht, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Und in seinem Umfeld hat ihm das wohl auch keiner zugetraut. Das jedoch muss für den guten Flavio erst recht Ansporn gewesen sein. Er legte sich ins Zeug und eines Tages: „ich hab’s Euch ja gesagt“ so sagte er nicht nur, sondern das ist auch der Name seines Restaurants. Velavevodetto eben. Und im Lokal saßen wir tatsächlich im Innern des anfänglich erwähnten Scherbenberges in angenehmen Raumklima – Respekt an die alten Römer! Aufgetischt wurde römische Klassik: „Carbonara, Cacio e pepe und amatriciana“, zu deutsch also dreierlei Nudelgerichte. Dazu Wasser und Weine – Herz was begehrst du mehr!

Nicht dass wir schon fertig gewesen wären. Nein! Satt vielleicht schon, aber es ging weiter. „Trapizzino“ in der Via Giovanni Branca 88. Unscheinbar gelegen, jedoch ein echtes Szenelokal mit weithin bekanntem und beliebtem Streetfood. „Suppli“ sind golden frittierte Reisbällchen, die sich die Jungs und Mädels von Trapizzino in ihrer Perfektion haben quasi patentieren lassen. Wer hier essen will, muss durchaus mit Wartezeiten rechnen.

Was jetzt noch fehlte war ein angemessenes Dessert. Und wen wundert’s: die Tour war überlegt zusammengestellt und so endeten wir bei „Giolitti“ in der Via Amerigo Vespucci 35. Nicht dass italienisches Eis nicht auch bei uns ein hervorragender Ruf voraus eilt. Aber diese Eisdiele, die seit 1914 existiert, ist eine Klasse für sich. Von Sebastiana erfuhren wir, dass die überwiegende Mehrzahl der Eisdielen „Fake-Eis“ anbieten würden. Damit meinte sie Eis, das großteils als Fertigprodukt vor Ort nur noch aufbereitet wird. Hierzu wird es mit Luft aufgeschäumt und das Resultat sind die allseits bekannten Eisberge, die sich in den Kühltheken so vieler Eisdielen türmen. Echtes Eis ist eben nicht hoch aufgetürmt, auch über 20% schwerer als die „Luftnummer“ und zumindest was die beiden von mir gekosteten Sorten angeht eine Klasse für sich. Wer nach Rom kommt und ein gutes Eis will: unbedingt hingehen!

 

Hier war das Ende der Tour erreicht und alle Teilnehmer, ich betone ALLE, waren nicht nur restlos satt, sondern auch restlos begeistert. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen. EatingItaly bietet verschiedene Touren in Rom mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Auch in London, Amsterdam und Prag sind Touren im Angebot.

Nachdem alle anderen Tourteilnehmer das Lokal verlassen hatten, begaben wir uns an die Bar um als krönenden Abschluss noch einen Espresso zu nehmen. Mann, war das gut!!!!!!!!!!!!!

Eingespielte Choreographie: Lammlachse mit Zitronen-Rucola-Kruste

Mit gewissen Traditionen und Gewohnheiten kann, ja, ich meine sogar darf nicht gebrochen werden! Alteingespielte Rituale, die rund um Familiengeburtstage und -feste einfach dazu gehören. Werfen wir einen Blick auf Ostern zurück um zu schauen, wie das Schauspiel seinen Gang nimmt

Ein Fest erfordert Vorbereitung. Ostern ist inzwischen zu einem zweiten Weihnachten aufgestiegen, was man nicht nur an der Werbung sieht, sondern auch daran, dass circa zwei Wochen telefonisch abgesprochen wird, was denn gekocht werden könnte. Spätestens donnerstags davor wird dann der Großteil der Lebensmittel eingekauft. Das macht traditionell die Mama. Samstags dann aber kommt der erste Auftritt des Vaters: noch vor dem Frühstück geht er los um auf dem Wochenmarkt die letzten frischen Zutaten zu besorgen. Auf dem Rückweg bringt er dann auch noch Weckle mit.

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Damit das eigentliche Fest ganz entspannt wird, ist samstags die Küche praktisch dauerbelegt. Ein Kuchen muss gebacken werden und danach -um den Backofen optimal auszunutzen- kommt zum Mittagessen ein Auflauf rein oder auch noch ein zweiter Kuchen, je nachdem, was so ansteht. Während nebenbei Gemüse geschnippelt wird, ist der Papa in Dauerbewegung um den Kompost regelmäßig zu leeren oder ebenfalls mit einem Messer dem Essen zu Leibe zu rücken. Wenn der Bruder gerade zufällig vorbeikommt um sich nur kurz was zu trinken zu holen, wird auch er eingespannt um einen zustätzlichen Tisch ins Esszimmer zu tragen oder Stühle für die Gesellschaft zu holen. Wenn die Vorbereitungen irgendwann abgeschlossen sind, wird die Küche gewischt und nebenan im Esszimmer der Tisch gedeckt. Dabei bleiben gewisse Flecken frei, weil ja morgens nochmal gefrühstückt werden muss (Gnade dem, der mit seinem Tee die Tischdecke vertröpfelt oder gar einen Nutellafleck hinterlässt).

Am eigentlichen Feiertag dann hängt die Küchenbelegung ganz davon ab, was es denn gibt. Im Falle der Kalbsbäckchen wurde alles einfach nur in den Backofen gesteckt und als alle da waren, musste nur noch serviert werden. Diese Lammlachse eignen sich leider nicht ganz so gut zum entspannten Vorbereiten, weil die nur ca. 15min im Ofen brauchen. Das war ein kleiner Minuspunkt.

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Sind dann alle Familienmitglieder nach der Kirche zum Festessen versammelt, beginnt die Hauptaufführung. Jedes Mal neu wird das Essen zunächst damit eingeläutet, dass die Omas und Opa, optional auch Tanten und Onkel um den gedeckten Tisch herumstehen und alle wissen wollen, wer denn wo sitzen darf. Die Antwort ist jedes Mal dieselbe: „es gibt keine Tischordnung, setzt euch einfach, das Essen wird kalt!“ Schlussendlich sitzt jeder dort, wo er sowieso schon meistens immer saß 😀
Nach dem Tischgebet springen Mama und ich auf um das Essen aufzutragen während der Vater sich um die Getränkewünsche kümmert. Wenn die Wasserkrüge leer sind, muss der Bruder aufspringen und diese neu füllen. Der Opa nimmt gerne ein bisschen Wein, weil er hat ja die Oma als Fahrerin.

Ein Moment Ruhe kehrt ein, sobald das Essen auf dem Tisch steht. Kaum sind die ersten Bissen verspeist, wird begonnen, die Köchin zu loben: „Birgit, hast du das gemacht?“ – „Mit der Miriam zusammen“ -Oma:“Sehr fein! Ist da ein bisschen Petersilie drin? So was Ausgefallenes kriegt ihr bei mir nie.“ – eines der Enkel: „Aber Oma, bei dir schmeckt es immer so gut! Deine Saucen sind einfach die besten!“ -Oma wird knallrot und winkt ab. Opa strahlt seine Ehefrau stolz an, setzt zu einer Lobeshymne an und wird von Oma dazu aufgefordert, still zu sein und weiterzuessen 😀
Der nächste Gang wird aufgetragen. Großes Staunen. So viel gibt es. Oma: „Ei Birgit, wo hast du denn das Rezept her? Aus dem Internet?“ – Mama: „Nein, aus dieser einen Zeitschrift / aus dem Kochbuch, das die Kinder mir geschenkt haben / das war Miriams Idee…“ Opa guckt begeistert in die Runde: „Wie im Sternerestaurant!“

Bei diesem Satz spätestens weiß man, dass alles gut ist. Der Opa (ich glaube nicht, dass er jemals in einem Sternerestaurant war) lobt das Essen und zieht diesen Vergleich. Jedes Familienmitglied hat wieder dazu beigetragen, dass die Aufführung ein Erfolg wurde. Alle sind satt und glücklich. Keine Tradition wurde gebrochen, der jahrelang geprobte Text wurde zum perfekten Zeitpunkt genannt. Ich liebe meine Familie einfach 🙂

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Zutaten (für 4 Personen):
800g Bio-Drillinge
500g Prinzessbohnen
Salz, Pfeffer
2 Scheiben Toastbrot
20g Pinienkerne
40g Rucola
1 Ei
60g weiche Butter
abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone
600g Lammlachse
5 EL Olivenöl
400ml Lammfond
200g Sahne
2 -3EL Speisestärke
1 EL Thymianblättchen

Zubereitung:
Kartoffeln gründlich waschen und in kochendem Wasser ca. 10min vorgaren. Kartoffeln abgießen, etwas ausdampfen lassen und längs halbieren. Bohnen putzen, waschen und in kochendem Salzwasser ca. 8min blanchieren, abgießen und kalt abschrecken.
Den Backofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Für die Kruste Toast fein zerbröseln, Pinienkerne grob hacken. Rucola waschen, trocken schütteln, grobe Stiele abschneiden, Blätter grob hacken. Alles mit dem Ei, 40g weicher Butter und Zitronenschale verkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Lammlachse trocken tupfen und in 2EL heißem Öl von jeder Seite je 1min kräftig anbraten. Dabei mit Salz und Pfeffer würzen.
Fleisch aus der Pfanne nehmen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Kruste gleichmäßig darauf verteilen, dabei leicht andrücken. Im heißen Ofen 12-15min garen. Bratensatz in der Pfanne mit Lammfond ablöschen, aufkochen und ca. 5min einköcheln lassen. Sahne einrühren. Speisestärke in etwas kaltem Wasser auflösen und in die Soße einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Warm halten.
Restliches Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Kartoffeln darin unter gelegentlichem Wenden ca. 8min knusprig braten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Restliche Butter in einem Topf schmelzen. Bohnen und Thymianblättchen zugeben, kurz darin schwenken, evt. mit Salz nachwürzen. Lammlachse mit Soße, Thymian-Bohnen und Kartoffeln genießen.

Quelle: Mit Liebe. Das Genussmagazin. (März/April 2016)

 

Auftakt: Kressesüppchen mit Räucherlachs

Es gibt wieder was Neues – entschuldigt die Stille hier auf dem Blog. Vor zwei Tagen habe ich mit dem mündlichen Staatsexamen erfolgreich die Hälfte meines Studiums beendet und die Tage davor waren sehr angespannt und ausgefüllt mit Lernen. Ich möchte ja sagen, dass gerade während der anstrengenden Schlussphase das Essen mir Kraft gegeben hat, aber nun ja… entsetzt musste ich feststellen, dass mir komplett der Appetit verging. MIR, die ich im Essen so gut bin, brauchte einen ganzen Tag um auch nur ein Stück Brot zu runterzukriegen! Somit sank auch rapide die Lust, mich auch nur mit meinen geliebten Kochbüchern oder dem Blog auseinander zu setzen.

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Aber egal! Es ist vorbeit, die Welt strahlt wieder in den schönsten Farben und die Lust auf gutes Essen steigt rapide an! Diese Suppe bietet einen wunderbaren Auftakt für ein Frühlingsmenü oder wärmt einfach am Abend schön, wenn es doch noch nicht ganz so warm ist, wie es die Sonne erhoffen lässt. Bei uns fing so das Essen am Ostersonntag an. Allein diese Suppe war schon so gut, dass sich der ein oder andere sogar noch einen Nachschlag bringen ließ! Und das obwohl alle wussten, dass da noch was Leckeres kommen würde 🙂

Von uns also eine ganz klare Nachkochempfehlung, lässt sich sehr gut vorbereiten und würde ja auch noch am nächsten Tag schmecken, wenn die Eltern nicht so egoistisch gewesen wären und alleine die Reste verspeist hätten…

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Zutaten (für 4 Personen):
600g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL Butter
1l Gemüsebrühe
2 Kästchen Gartenkresse (oder selbst gezogene)
3 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
120g Räucherlachs (alternativ Stremellachs mit Pfeffer)

2016.03.27_Kressesuppe mit Lachs-16

Zubereitung:
Kartoffeln schälen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Lauchzwiebeln putzen, waschen und hacken. Kartoffeln und Lauchzwiebeln in Butter andünsten, Brühe zugießen und ca. 25min bei mittlerer Hitze zugedeckt garen.
Kresseblättchen mit einer Schere vom Beet schneiden. 2 EL Kresse zur Dekoration beiseitelegen. Den Rest Kresse nach Ende der Kochzeit in die Suppe geben. Die Suppe fein pürieren, dabei Crème fraîche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Suppe in Teller füllen und mit zerrupftem Lachs und restlicher Kresse bestreut servieren.

Quelle: Mit Liebe. Das Genussmagazin (März/April 2016)

Most wonderful time of the year: Bratkartoffeln mit Spargel und Bärlauch

Juhuuuu, eine der schönsten Jahreszeiten beginnt wieder. Neben Sommer, Herbst und Winter ist der Frühling eine meiner Lieblingsjahreszeit! Es geht sogar so weit, dass ich momentan ein Weihnachtslied im Kopf habe, aber eigentlich nur an Spargel und Sonnenschein und „endlich keine Winterstiefel mehr“ denke 🙂

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Dieser vergangene Winter war zwar längst nicht so hart und schneereich wie der des letzten Jahres, aber trotzdem ist es für mich jedes Mal ein neues Wunder zu sehen, wie plötzlich die kahlen Zweige anfangen, Knospen zu bilden oder an den unterschiedlichsten Stellen Blumen ihre Köpfchen aus dem Gras strecken.

Mit jedem Sonnenstrahl steigt da die Vorfreude auf die Frühlingsgenüsse. So langsam öffnen hier landauf-landab die Spargelhäuschen. Allein die Tatsache, dass das Häusle zumindest wieder am Ortseingang steht, verleitet meine Mutter zu Freudenschreien, so sehr liebt sie Spargel 😀 Spargel ist einfach jeden Frühling neu beliebt! Sei es jetzt in altbekannten Rezepten oder auch mal mit neuen Partnern wie Bratkartoffeln und dem wilden Knoblauch. Bärlauch überflutet grad die Wälder und hüllt alles mit seinem Duft ein. Viel mehr braucht es gar nicht für ein Essen, dass das Zeug zu einem Klassiker hat. Schnell zubereitet, wenig Zutaten und doch sind wir aus dem Schwärmen nicht rausgekommen. Gutes kann so einfach sein!

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Unsere Bratkartoffeln haben wir zum ersten Mal nicht selber gemacht, sondern fertig vorbereitete von Burgis verwendet. Nach dem Reutlinger Foodbloggercamp haben wir ein Probierpaket bekommen, das Stück für Stück aufgegessen wird. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Die Bratkartoffeln waren schon mal klasse! Die Produkte von Burgis habe ich sonst allerdings noch nirgendwo in den Tübinger Supermärkten entdeckt, die Schwaben essen Kartoffeln vermutlich lieber in Form von Salat denn als Knödel 😉 Aber Bratkartoffeln kriegt man ja auch problemlos selber hin.

Ein ganz toller Einstieg in die „most wonderful Time of the year“! Worauf freut ihr euch im Frühling?

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Zutaten (für 4 Portionen):
500 g festkochende Kartoffeln (oder die Bratkartoffeln von Burgis)
3 Schalotten
10 Stangen weißer Spargel
10 Bärlauchblätter
30g Butterschmalz
Salz, Pfeffer
50g Butter (oder ein veganes Ersatzprodukt)

Zubereitung:
Die Kartoffeln gut waschen und in einen Dämpfeinsatz geben. Einen Topf etwa 3cm hoch mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Den Dämpfeinsatz darüberstellen und die Kartoffeln bei geschlossenem Deckel in ca. 20min weich dämpfen. Kartoffeln gut auskühlen lassen, schälen und in 3mm dünne Scheiben schneiden. Wer Pellkartoffeln vom Vortag hat, kann diese natürlich auch verwenden.
Die Schalotten schälen und fein würfeln. Den Spargel bis auf die Köpfe gründlich schälen, die Enden abschneiden. Spargel schräg in 1cm dicke Scheiben schneiden. In einem Topf mit kochendem Wasser 3min blanchieren und gut abtropfen lassen. Bärlauch waschen, gut trocken schütteln und in feine Streifen schneiden.
Das Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben darin goldbraun anbraten. Die Schalottenwürfel und Spargelscheiben zufügen und ebenfalls anbraten bis sie etwas Farbe annehmen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Butter zugeben und Kartoffeln und Spargel damit glasieren. Zum Schluss den Bärlauch unterrühren.

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Quelle: Der große Lafer. Die Kunst der einfachen Küche.

 

An anderen Tischen: Gastbeitrag bei Yushka

Yushka, die Sugarprincess, muss ich hier bestimmt niemandem vorstellen, oder? Ihren Blog lese ich schon sehr, sehr lange und beim Foodbloggercamp in Reutlingen hatte ich die große Freude, sie persönlich kennen lernen zu dürfen 🙂

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Heute sind wir bei ihr auf dem Blog mit diesem gesunden Kokos-Knuspermüsli zu Gast – schaut also auf jeden Fall bei ihr vorbei. Nicht nur, weil das Müsli sooo lecker ist und sooo toll knuspert, dass es nur ein guter Start in den Tag werden kann, sondern vor allem, weil der Blog von Yushka einfach wunderschön und so unterhaltsam ist!

Vielen Dank auch von hieraus, dass wir an deinem virtuellen Esstisch Platz nehmen dürfen, liebe Yushka! Und ich freu mich so, dass besonders eine Kategorie von ihr gelobt wird, die einer Person in dieser Familie sehr, sehr peinlich sein wird (jaaaa, die Mama ist gemeint, hihi!)
Ein schönes Wochenende euch allen! Der Frühling kommt – ich hoffe, ihr könnt das tolle Wetter genießen.

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