Happy Birthday Robert Burns! Oder: ein Kurztrip nach Schottland

Ich stecke momentan mitten in der Vorbereitung für mein erstes schriftliches Examen und n2016.01.23_Burns Supper-17ur diejenigen finden meinen Alltag momentan spannend, die sich für das spanische Nachkriegstheater begeistern. Da kann man selbst nach einen Wochenende nichts Interessantes erzählen, außer man hat Freunde wie die Familie Milde! Unsere Familien verbindet schon ungefähr ein Vierteljahrhundert (!!!) eine gute Freundschaft. Petra und Frank sind außerdem sehr Schottlandaffin und haben am vergangenen Samstag zu einem kulinarischen Kurztrip in das Land ihrer Träume und Urlaube eingeladen. Ha! Und davon kann ich euch so einiges erzählen!

Der Anlass des Abends war der Geburtstag des schottischen Nationa2016.01.23_Burns Supper-4ldichters Robert Burns. Bezeichnenderweise heißt es im Wiki-Artikel zum so genannten Burns Supper, dass dieses überall dort gefeiert wird, wo sich schottische Migranten niedergelassen haben 🙂 Dementsprechend stilecht ging es zu! Vor dem Haus begrüßte uns schon die Schottlandfahne. Frank war in einem Full Highland Dress gekleidet, inklusive eines Sgian dubh (einem kleinen Messer, das der Mann im Socken trägt) und eines Sporran (kleine Tasche am Bauch). Petra trug einen Kiltrock mit modern-festlichem Touch. Beide sahen sehr chic aus und waren einfach tolle Gastgeber an diesem Abend!

Als Aperitif wurde ein Whiskylikör mit Sekt gereicht und einleitende Worte für alle Fremden gesprochen, die sich in die Highlands getraut hatten. Im Anschluss wurde ein Vier-Gänge-Menü aufg2016.01.23_Burns Supper-5etragen, das sensationell gut war! Frank ist gelernter Koch und ihr könnt euch glücklich schätzen, denn Petra bloggt auch und so verlinke ich hier die Rezepte, damit ihr nächstes Jahr vielleicht auch ein Burns Supper feiern könnt.
Zunächst wurde ein bunter Blattsalat mit Rauchlachsstreifen gereicht. Auf dem Tisch standen kleine Buns (frisch gebackene Brötchen) parat.

Darauf folgte -wie es der Brauch ist- eine Cock-a-leekie. Eine traditionelle schottische Hühnersuppe, die mit Backpflaumen verfeinert wird und dadurch ein tolles Aroma bekommen hat. Bis dahin fand ich alles super, aber dann kam der Teil vor dem ich Angst hatte.

Der traditionelle Hauptgang beim Burn Supper ist nämlich Haggis, Neeps and Tatties. Haggis ist ein mit Innereien und Hafermehl gefüllter Schafsmagen, der mit Pfeffer scharf gewürzt wird. Bevor dieser gegessen wird, wird er auf einer Servierplatte an den Tisch gebracht und das Gedicht The Adress to a Haggis vorgetragen. Eigentlich spielt dazu noch ein Dudelsackspieler, aber darauf mussten wir leider verzichten; nächstes Jahr erwarte ich das dann aber schon 😉


Frank hat – damit wir die Worte des Nationaldichters auch verstehen- das Gedicht auf Deutsch vorgelesen. Bei den Worten „dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“ hat er sein Messer gezogen und den Schafsmagen aufgeschnitten, woraufhin die Masse sichtbar wurde. Ich hatte ja befürchtet, dass die Gedärme & Co. noch erkennbar wären, aber nein, die ganze Masse wird durchgewolft bevor sie in den Magen gefüllt wird. Dazu gab es Kartoffelbrei und Steckrübenstampf. Für die Schwaben unter den Schotten hatte Frank auch extra noch eine dunkle Whiskysauce gemacht – ich hätte mich reinsetzen können!!! Das Haggis selbst habe ich selbstverständlich probiert, es war auch ok, aber so ganz meins war es dann doch nicht 😉 Der Großteil hat aber munter zugeschlagen. Für den besonderen Kick bietet es sich auch an, den Haggis mit einem kleinen Schluck Whisky zu übergießen.

Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle bleiben, dass es zu jedem Gang d2016.01.23_Burns Supper-27ie passende Whiskybegleitung gab. Ich kenne mich damit ja überhaupt nicht aus und hatte mich großzügigerweise als Fahrerin angeboten. Schlussendlich hab ich das ein bisschen bereut, weil Petra jeweils so gute Einführungen gab und alle sooo geschwärmt haben, dass ich richtig Lust bekommen habe, auch einmal einen Whisky zu trinken. Solltet ihr jemals die Möglichkeit haben, bei Mildes im kleinen Kreis einen Whisky-Tasting zu machen, dann tut das!!! Ich hab von den unterschiedlichsten Leuten schon begeistert gehört, dass das ein ganz toller Abend sein soll. Wer mehr zu den einzelnen Whiskys wissen will, der kann sich hier bestimmt einige Informationen anlesen.

Nachdem wir uns alle die Bäuche voll geschlagen hatten, erzählte Petra uns ein wenig vom Leben von Robert Burns. Daraufhin folgte Frank mit einem Toast to the Lassies.  Das ist eine Art 2016.01.23_Burns Supper-37Spottrede auf die Damen (nein, nicht auf den Hund!) mit abschließenden Toast. Sehr nett, aber natürlich üüüüberhaupt nicht zutreffend, was da von uns behauptet wurde 😉 Im Gegenzug durfte Petra ein wenig über die Herren der Schöpfung herziehen, woraufhin auch die Frauen ihr Glas auf die Männer erhoben haben. In Schottland sind Beiträge aller Art im Rahmen dieses Suppers erwünscht; eine Freundin von Petra trug noch zwei schottische Lieder vor.

Den Abschluss des Menüs machte dann ein Trifle mit einer Quarkcreme, Kirschkompott und Chocolate Chip Cookies, die von einem Whisky begleitet wurden, der im Rumfass reifen durfte. Der Geruch war schon mal sehr vielversprechend und es wurde auch sehr geschwärmt.

Für mich war dieser Abend wirklich ein Kurztrip in ganz unbekannte Gefilde. Ich finde solche (entschuldigt den Ausdruck) „Mottopartys“ immer so spannend und interessant, wenn alles auf ein Thema ausgerichtet ist und dann auch noch so viel Tradition dahintersteht.
Liebe Petra, lieber Frank! Noch einmal vielen, vielen Dank für den schönen Abend bei euch. Das nächste Mal will ich dann auch Whisky mittrinken 😉 Ihr habt mir echt Lust auf Schottland gemacht!

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4 Gedanken zu “Happy Birthday Robert Burns! Oder: ein Kurztrip nach Schottland

  1. Das klingt wirklich super! Haggis ist zwar auch nicht wirklich meins (bei meiner Schottland-Reise habe ich mich erfolgreich ums Probieren gedrückt), aber vor allem der Nachtisch hätte bei mir alles wieder rausgerissen ;).

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