In China isst sie (noch) keine Hunde…

Heute erfahrt ihr an dieser Stelle noch einmal, was die kleine Schwester so in China kulinarisch erlebt – ich zähle schon die Stunde bis sie nächste Woche endlich wieder zurückkommt 😉

Kulinarischer Kurztrip nach Xi’an

Vor einiger Zeit haben meine Mitbewohnerin und ich uns auf gemacht um für ein Wochenende eine weitere Stadt in China zu erkunden: Xi’an. Gleich vorweg kann ich sagen, dass ein Wochenende viel zu wenig Zeit ist um alles zu sehen was diese Stadt zu bieten hat. Also mussten wir uns entscheiden, ob wir uns eher den unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten zuwenden oder den noch unzähligeren kulinarischen. Okay, zugegebenermaßen fiel uns diese Entscheidung nicht wirklich schwer! Natürlich haben wir uns die Terrakotta Armee angeschaut (meiner Meinung nach völlig überteuert – aber gut, jetzt hab ich das auch mal gesehn 😉 ) und sogar noch einen Abstecher zu den Huaqing Hot Springs gemacht (sehr empfehlenswert!!), aber ansonsten haben wir uns die Eintrittsgelder gespart und das Geld lieber für Essen ausgegeben! Xi’an ist/war der Endpunkt der Seidenstraße, deshalb findet man dort Einflüsse unterschiedlichster Kulturen. Die Stadt ist unter anderem für das muslimische Vier2015.12.22_Chris II-30tel bekannt, das Viertel in dem es wahrscheinlich das meiste Essen gibt. Und weil es so viele Speisen und Snacks gibt die für Xi’an typisch sind, haben wir an einer Food-Tour teilgenommen, um möglichst viel davon probieren zu können. Und das war eine gute Entscheidung! Wir wurden von unserem persönlichen Tuk-Tuk Fahrer an unserem Hostel abgeholt und sind damit zusammen mit unserem Tourguide durch die Straßen und Gässchen von Xi’an gedüst, von einem Restaurant zum nächsten. Im Tuk-Tuk stand sogar eine Kühlbox mit Getränken bereit. Was mir an der Tour aber am besten gefallen hat, war, dass wir nur in Restaurants waren, in denen die Einheimischen essen gehen, abseits der Tourimassen.

An unserem ersten Stopp wäre ich mit Sicherheit einfach vorbei gelaufen, es war ein sehr unscheinbares Restaurant und sah auch nicht wirklich einladend aus. Dort hatten wir High Oven Bread, eine Art Fladenbrot das mit Zutaten nach Wunsch gefüllt wird. Das besondere an2015.12.22_Chris II-12 diesem Brot war, dass eine Seite des Teigrohlings mit Honig bestrichen und das ganze dann an die Decke des Ofens geklebt wird um dort zu backen. Frischgebackenes Brot ist einfach immer herrlich. Und dieses Fladenbrot war keine Ausnahme, es war ein super-luftiger Teig und der Honig hat dem ganzen eine ganz leichte süße Note gegeben. Das ganze dann noch gefüllt mit Tofu, Ei, Kohl, Kartoffeln, Karotten und Crackern… ich hätte mich reinlegen können! Aber auf den weisen Rat unseres Guides hin, hab ich nicht den ganzen Fladen gegessen, wir hatten ja gerade erst angefangen!

Unser zweiter Stopp war noch viel unscheinbarer als der erste und ohne unseren Guide hätte ich den nie und nimmer gefunden. Das kleine Restaurant befand sich irgendwo in einer winzigen Gasse im muslimischen Viertel. Der „Koch“ saß schon draußen bereit, vor einer kleinen Wanne mit glühenden Kohlen. Wir haben uns auf einer kleinen Bank zu ihm gesetzt und er hat Lammspieße und Fladenbrot für uns gegrillt, dazu gab es Pflaumensaft. Allein die Atmosphäre hat mir hier schon richtig gut gefallen, die Gasse an sich war ziemlich dunkel und eigentlich war es auch ziemlich kalt draußen, aber so am Feuer zu sitzen und leckeres, warmes Essen zu verspeisen hatte schon echt was für sich! An sich war es ja ein sehr einfaches Gericht, aber die Gewürzpaste mit der das Fleisch bestrichen wurde hat das ganze echt rausgerissen! Leider wollte uns der Koch nicht die Zutaten verraten. 😉

Das nächste Restaurant lag im Gegensatz zum vorherigen in einer sehr belebten Straße mit vielen verschiedenen Restaurants und Essensständen, wo sich die Einheimischen gerne versammeln um zusammen zu essen, zu trinken und im Sommer auch um zusammen Sport zu schauen. Wir haben also zwischen den Einheimischen Platz genommen, kurz vor dem feuerspuckenden Ofen des Restaurants, darauf türmten sich die Bambusschachteln mit den Steamed Dumplings. Ich liebe jede Art von chinesischen Dumplings! Baozi, Jiaozi, gebraten oder gedünstet, ganz egal,2015.12.22_Chris II-24 ich mag sie alle und könnte die auch täglich essen. Auch diese Dumplings haben nicht enttäuscht. Das besondere an diesen Dumplings war, dass der dünne Teig neben der üblichen Fleischfüllung auch noch mit Suppe gefüllt war.
Unser Guide musste uns erstmal erklären, wie man die überhaupt richtig isst. Man beißt in die Teighülle ein kleines Loch und lässt die Brühe auf den Löffel laufen. Als nächstes schlürft man die Brühe und tunkt den Dumpling in die Soße (besteht meistens aus Sojasoße, Chili, Frühlingszwiebeln, o.ä.). Dann heißt es nur noch: „Màn màn chī“ (Guten Appetit!).

Zu den Dumplings gab es Eight Ingredients Porridge, das ist eine Art süßer Reisbrei. Zu den Zutaten gehören Lotussamen, getrocknete rote Bohnen, Rosen, Rosinen, Lilien, Datteln und Erdnüsse, gesüßt wird das ganze mit Hon2015.12.22_Chris II-20ig. Mich persönlich hat die Vielzahl der Geschmäcker in diesem Porridge etwas überfordert. Ich merke immer wieder, dass mich die chinesischen Süßspeisen einfach nicht ganz überzeugen können (Warnung: was aussieht wie Schokoladenfüllung sind meistens rote Bohnen!), aber anderen aus unserer Gruppe hat es super gut geschmeckt.

Das nächste Restaurant haben wir zu Fuß erreicht und ich muss sagen, ich weiß wirklich nicht wie ich das Gericht beschreiben soll, das wir dort hatten. Es nannte sich Steamed Meat, aber ich finde das trifft es nicht richtig, ja es hat Fleisch beinhaltet, aber da war noch mehr! Vielleicht kann man es mit einem Risotto vergleichen, nur das es halt nicht mit Reis gemacht ist sondern mit einer Art Weizen (sorry, ich weiß wirklich nicht was das genau war!). Bei diesem Stopp konnten wir auch gleich etwas mehr über die Essgewohnheiten in dieser Region lernen. Auf dem Tisch stand nämlich neben Essstäbchen und Servietten eine Schale mit Knoblauchzehen. Dort ist es nämlich ganz normal während dem Essen einfach mal fröhlich von einer Knoblauchzehe runterzubeißen. Für meinen Geschmack war das Essen alleine schon gut genug gewürzt, aber wer gerne noch einen Extra-Kick dazu will kann das ja mal ausprobieren!


An diesem Punkt unserer Tour hatte ich einfach schon mehr als genug gegessen! Aber wir waren no
ch nicht fertig, ein weiterer Essensstopp stand noch aus. Und ich wünschte, ich hätte mir noch mehr Platz im Bauch gelassen! Für mich waren nämlich die Spinatnudeln die wir dort gekriegt haben, neben dem High Oven Bread, das Beste was ich an diesem Abend probiert hab. Die hausgemachten Nudeln werden mit klein gewürfeltem Fleisch, Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Ei und Gewürzsoße serviert. Die Portion die normalerweise für eine Person gedacht ist, haben wir nicht einmal zu viert ganz geschafft – leider.

Zum Abschluss sind wir dann noch zu einer lokalen Micro-Brauerei gefahren. Dort durften wir alle 6 Biersorten probieren und uns dann unseren Favorit be2015.12.22_Chris II-34stellen. Ich bin jetzt nicht der größte Bierfan, aber sogar ich hab eins gefunden, das mir geschmeckt hat. Und in der warmen Bar zu sitzen, war der perfekte Ausklang für die Tour.

Falls ihr also mal nach Xi’an reisen solltet kann ich euch nur empfehlen eine Lost Plate Food Tour zu machen! Unser Guide hat sich wunderbar um uns gekümmert und alle unsere Fragen beantwortet. Meiner Meinung nach ist das die beste Möglichkeit die lokale Küche kennenzulernen.

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5 Gedanken zu “In China isst sie (noch) keine Hunde…

  1. Ich kriege Fernweh! 🙂

    Super Bericht, der macht richtig Appetit! Diese mit Brühe gefüllten Teigtaschen kenne ich auch – meist vergesse ich das mit dem richtigen Essen und beiße zu – daher haben meine Gegenüber meist Brühe auf den Klamotten und ich verbrenne mir den Mund… 😉

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    1. Jaaa und all das hab ich bisher verpasst! Muss mich dringend informieren, ob man irgendwo in Deutschland auch solche Teigtaschen bekommt. Dann kann ich mein Fern- und das Heimweh der Schwester kurieren 😉

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