Must-have: Schokoladenkuchen

Jeder Mensch hat doch solche „Must-have“-Rezepte. Das eine Risotto, das immer dann gekocht wird, wenn man nicht weiß, was es geben soll. Die Käse-Zwiebel-Schnecken, die auf jeder Party sofort weg sind. Dieses eine Schmorgericht, mit dem man sich so richtig verwöhnen kann. Das bestimmte Müsli um gut in den Tag zu starten. Das eine Lieblingsessen, was die Oma für einen kochen soll. Oder der beste Apfelkuchen von der Mama.

Ich sehe das immer wieder bei mir, aber auch bei Menschen in meinem Umfeld, dass jeder bestimmte Standardrezepte an, von denen man weiß, dass sie fun2016.01.23_Schokokochen-3ktionieren, dass sie schmecken und vor allem, dass dafür schon die Handgriffe sitzen und man das Rezept auch noch schnell zwischen Frühstück und Vorlesung oder direkt neben dem Mittagessen her zubereiten kann. Und meistens strotzen die Rezepte nicht mit einer langen Zutatenliste, sondern glänzen durch Schlichtheit. Sie erfordern keinen Gang in Spezialgeschäfte, sondern oft hat man die meisten Zutaten schon irgendwie daheim.

Wie für diesen Schokoladenkuchen. Er wird in einer kleinen Springform gebacken, was eigentlich zu klein ist. Er ist nicht locker-flauschig, sondern feucht und kompakt. Am besten schmeckt er lauwarm mit einem ordentlichen Klecks Sahne dazu. Er wird keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, dafür werden mir die Seiten immer zu wellig und in der Mitte sackt der Teig ein. Aber jeder leckt sich die Finger danach, wenn ich ihn mache! Ich hab ihn schon gebacken um schnell einen Geburtstagskuchen für eine Freundin parat zu haben oder um eine andere zu trösten. Außerdem ist er mein Verlegenheitskuchen für Sonntagnachmittage, wenn ich es tags zuvor vergessen hab, etwas zu backen (und Wochenenden ohne Kuchen gehen einfach gar nicht!).

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Hier also mein Must-have! Zwar gibt es im Internet schon so viele Rezepte für Schokoladenkuchen, aber hey, kann man davon jeeemaals genug bekommen? 😉 Was sind eure Must-have-Rezepte, für Kuchen, Mittagessen oder zwischendurch? Freue mich über noch mehr Inspiration 🙂

Zutaten (für eine kleine Springform, 18cm)
85g Butter (plus zum Form fetten)
115g Zartbitterschokolade
3 Eier
65g brauner Zucker
1/4 Tl Meersalz
(wer mag: Zimt oder Vanille zum Aromatisieren)

Zubereitung:
Die Springform fetten und den Backofen auf 175°C vorheizen. Die Schokolade grob haken. Die Butter in einem Topf schmelzen und bräunen lassen. Durch das Bräunen kriegt die Butter einen karamelligen Geschmack (das Nonplusultra, sag ich euch!). Dafür die geschmolzene Butter einfach weiter kochen bis einzelne Milchteile anfangen sich zu verfärben, regelmäßig umrühren, damit nichts verbrennt (eine genaue Anleitung findet ihr hier).
Sobald die Butter gebräunt ist, den Topf vom H2016.01.23_Schokokochen-8erd nehmen und die Schokolade unterrühren, damit sie schmilzt. Die Masse ab und zu umrühren und etwas abkühlen lassen. Die Eier trennen. Das Eiweiß steif schlagen. In einer Schüssel die Eigelb mit dem Zucker und Salz cremig rühren; das dauert ca. 4min. Die Masse soll sehr hell werden. Dann die Schoko-Butter-Masse gründlich unterrühren. Zuletzt 1/3 des Eiweiß unterrühren, den Rest vorsichtig unterheben.
Den Teig in die Springform füllen und ca. 20-25min backen. Stäbchenprobe machen! Ein paar einzelne Krümel am Stäbchen sind ok, aber es sollte keine feuchte Teigmasse dran sein. Der Kuchen wird stark aufgehen, aber beim Abkühlen zusammen fallen. Zum Servieren nach Belieben Sahne steif schlagen und mit ein paar Früchten garnieren.

Quelle: The Smitten Kitchen Cookbook

 

Happy Birthday Robert Burns! Oder: ein Kurztrip nach Schottland

Ich stecke momentan mitten in der Vorbereitung für mein erstes schriftliches Examen und n2016.01.23_Burns Supper-17ur diejenigen finden meinen Alltag momentan spannend, die sich für das spanische Nachkriegstheater begeistern. Da kann man selbst nach einen Wochenende nichts Interessantes erzählen, außer man hat Freunde wie die Familie Milde! Unsere Familien verbindet schon ungefähr ein Vierteljahrhundert (!!!) eine gute Freundschaft. Petra und Frank sind außerdem sehr Schottlandaffin und haben am vergangenen Samstag zu einem kulinarischen Kurztrip in das Land ihrer Träume und Urlaube eingeladen. Ha! Und davon kann ich euch so einiges erzählen!

Der Anlass des Abends war der Geburtstag des schottischen Nationa2016.01.23_Burns Supper-4ldichters Robert Burns. Bezeichnenderweise heißt es im Wiki-Artikel zum so genannten Burns Supper, dass dieses überall dort gefeiert wird, wo sich schottische Migranten niedergelassen haben 🙂 Dementsprechend stilecht ging es zu! Vor dem Haus begrüßte uns schon die Schottlandfahne. Frank war in einem Full Highland Dress gekleidet, inklusive eines Sgian dubh (einem kleinen Messer, das der Mann im Socken trägt) und eines Sporran (kleine Tasche am Bauch). Petra trug einen Kiltrock mit modern-festlichem Touch. Beide sahen sehr chic aus und waren einfach tolle Gastgeber an diesem Abend!

Als Aperitif wurde ein Whiskylikör mit Sekt gereicht und einleitende Worte für alle Fremden gesprochen, die sich in die Highlands getraut hatten. Im Anschluss wurde ein Vier-Gänge-Menü aufg2016.01.23_Burns Supper-5etragen, das sensationell gut war! Frank ist gelernter Koch und ihr könnt euch glücklich schätzen, denn Petra bloggt auch und so verlinke ich hier die Rezepte, damit ihr nächstes Jahr vielleicht auch ein Burns Supper feiern könnt.
Zunächst wurde ein bunter Blattsalat mit Rauchlachsstreifen gereicht. Auf dem Tisch standen kleine Buns (frisch gebackene Brötchen) parat.

Darauf folgte -wie es der Brauch ist- eine Cock-a-leekie. Eine traditionelle schottische Hühnersuppe, die mit Backpflaumen verfeinert wird und dadurch ein tolles Aroma bekommen hat. Bis dahin fand ich alles super, aber dann kam der Teil vor dem ich Angst hatte.

Der traditionelle Hauptgang beim Burn Supper ist nämlich Haggis, Neeps and Tatties. Haggis ist ein mit Innereien und Hafermehl gefüllter Schafsmagen, der mit Pfeffer scharf gewürzt wird. Bevor dieser gegessen wird, wird er auf einer Servierplatte an den Tisch gebracht und das Gedicht The Adress to a Haggis vorgetragen. Eigentlich spielt dazu noch ein Dudelsackspieler, aber darauf mussten wir leider verzichten; nächstes Jahr erwarte ich das dann aber schon 😉


Frank hat – damit wir die Worte des Nationaldichters auch verstehen- das Gedicht auf Deutsch vorgelesen. Bei den Worten „dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“ hat er sein Messer gezogen und den Schafsmagen aufgeschnitten, woraufhin die Masse sichtbar wurde. Ich hatte ja befürchtet, dass die Gedärme & Co. noch erkennbar wären, aber nein, die ganze Masse wird durchgewolft bevor sie in den Magen gefüllt wird. Dazu gab es Kartoffelbrei und Steckrübenstampf. Für die Schwaben unter den Schotten hatte Frank auch extra noch eine dunkle Whiskysauce gemacht – ich hätte mich reinsetzen können!!! Das Haggis selbst habe ich selbstverständlich probiert, es war auch ok, aber so ganz meins war es dann doch nicht 😉 Der Großteil hat aber munter zugeschlagen. Für den besonderen Kick bietet es sich auch an, den Haggis mit einem kleinen Schluck Whisky zu übergießen.

Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle bleiben, dass es zu jedem Gang d2016.01.23_Burns Supper-27ie passende Whiskybegleitung gab. Ich kenne mich damit ja überhaupt nicht aus und hatte mich großzügigerweise als Fahrerin angeboten. Schlussendlich hab ich das ein bisschen bereut, weil Petra jeweils so gute Einführungen gab und alle sooo geschwärmt haben, dass ich richtig Lust bekommen habe, auch einmal einen Whisky zu trinken. Solltet ihr jemals die Möglichkeit haben, bei Mildes im kleinen Kreis einen Whisky-Tasting zu machen, dann tut das!!! Ich hab von den unterschiedlichsten Leuten schon begeistert gehört, dass das ein ganz toller Abend sein soll. Wer mehr zu den einzelnen Whiskys wissen will, der kann sich hier bestimmt einige Informationen anlesen.

Nachdem wir uns alle die Bäuche voll geschlagen hatten, erzählte Petra uns ein wenig vom Leben von Robert Burns. Daraufhin folgte Frank mit einem Toast to the Lassies.  Das ist eine Art 2016.01.23_Burns Supper-37Spottrede auf die Damen (nein, nicht auf den Hund!) mit abschließenden Toast. Sehr nett, aber natürlich üüüüberhaupt nicht zutreffend, was da von uns behauptet wurde 😉 Im Gegenzug durfte Petra ein wenig über die Herren der Schöpfung herziehen, woraufhin auch die Frauen ihr Glas auf die Männer erhoben haben. In Schottland sind Beiträge aller Art im Rahmen dieses Suppers erwünscht; eine Freundin von Petra trug noch zwei schottische Lieder vor.

Den Abschluss des Menüs machte dann ein Trifle mit einer Quarkcreme, Kirschkompott und Chocolate Chip Cookies, die von einem Whisky begleitet wurden, der im Rumfass reifen durfte. Der Geruch war schon mal sehr vielversprechend und es wurde auch sehr geschwärmt.

Für mich war dieser Abend wirklich ein Kurztrip in ganz unbekannte Gefilde. Ich finde solche (entschuldigt den Ausdruck) „Mottopartys“ immer so spannend und interessant, wenn alles auf ein Thema ausgerichtet ist und dann auch noch so viel Tradition dahintersteht.
Liebe Petra, lieber Frank! Noch einmal vielen, vielen Dank für den schönen Abend bei euch. Das nächste Mal will ich dann auch Whisky mittrinken 😉 Ihr habt mir echt Lust auf Schottland gemacht!

Aus Mamas Küche: Wirsing-Quiche mit Speck

Heute veröffentliche ich hier ein Rezept, das ich nie probiert habe – so unfair ist manchmal einfach das Leben, wenn man nicht mehr daheim bei Mama wohnt, der Vater aber von einem2016.01.05_Wirsingtarte-13 Essen sehr begeistert ist. Da kommt man dann nichtsahnend auf ein Besüchle vorbei, der Papa holt einem zum Computer und zeigt einem die Bilder. Eigentlich seien die Bilder erst einmal entstanden, weil er irgendwas beim Fotografieren ausprobieren wollte, aber dann sei die Quiche so lecker gewesen, dass ich unbedingt das Rezept veröffentlichen müsse.

Bitteschön! Ich komme meiner Schuldigkeit nach! Es macht mich ja 2016.01.05_Wirsingtarte-12sehr an, dass die Quiche mit Apfel belegt ist, so was Süßes zu Herzhaftem finde ich ja immer ganz toll. Und außerdem kann ja kaum was schief gehen, wenn ein Essen von der Mama stammt 😉
Bezüglich des Kochens bemerkt man bei meiner Mutter und mir auch ganz eindeutig die Verwandschaft: auch sie kann hin und wieder nicht widerstehen, wenn an Supermarktkassen Kochzeitschriften angeboten werden. Und dann wird munter daraus nachgekocht! So läuft das bei mir auch 🙂 Außerdem wird familiär die Abneigung zu Kümmel geteilt! Bei mir ist das eindeutig ein Kindheitstrauma: als Baby haben meine Eltern mich mit irgendwelchem Kümmelöl gegen Blähungen behandelt… Es hat gewirkt, aber dadurch kann ich das Zeug heute nicht ausstehen. Ich schreib es trotzdem rein, vielleicht geht es euch ja anders?!Blog-Event CXVI - German Krautkoepfe

Zeitlich passt die Quiche wunderbar zum Saisongemüse Wirsing und damit auch zum aktuellen Krautkopf-Event, das Eva bei Zorra veranstaltet. Ich schicke schon mal diesen Gruß aus Mamas Küche zu euch zwei rüber bis ich mich die Tage noch mit einem selbst gekochten Rezept melde.

Zutaten (für 8 Stücke)
1/2 Kopf Wirsing (ca. 600g)
1 TL Salz
(1/2 TL Kümmelsamen)
150g Bacon
2 EL Butter2016.01.05_Wirsingtarte-15
2 EL Apfelessig
Pfeffer
1 (rotschaliger) Apfel
etwas Zitronensaft
2 Eier
150g Creme fraiche
150ml Milch
1 Bund glatte Petersilie

Für den Teig:
250g Mehl (plus etwas mehr zum Arbeiten)
1/2 Würfel frische Hefe (20g)
Salz
3 EL Olivenöl

Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben, die Hefe mit 2-3EL lauwarmen Wasser verrühren. 30min ruhen lassen. Dann Mehl mit Hefeansatz, Öl, Salz und 100ml lauwarmen Wasser verkneten und weitere 30min ruhen lassen.
Den Kohl putzen, in feine Streifen schneiden und mit Salz (und Kümmel) verkneten. Die Hälfte vom Speck in Streifen schneiden. In einem großen Topf den Speck auslassen, die Butter zugeben und den Kohl einrühren. 3min dünsten, den Essig zufügen. 3-4min im geschlossenen Topf schmoren und anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Apfel waschen, vierteln, entkernen, in schmale Spalten schneiden, mit Zitronensaft beträufeln. Den Backofen auf 200Grad vorheizen. 2016.01.05_Wirsingtarte-12
Eier mit Milch und Creme fraiche verrühren, würzen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Eine gefettete Springform (26cm Durchmesser) damit auslegen, einen Rand hochziehen und mit dem Wirsing und Apfel belegen. Die Eiermilch darüber gießen und im Ofen 40min backen.
In der Zwischenzeit den übrigen Speck auslassen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Petersilie fein hacken. Zum Servieren die Quiche mit Petersilie und Bacon belegen.

Quelle: Meine Familie und ich 1/2016 (?)

Happy Hour: Salty Dog

Diese Woche ist mir mal wieder aufgefallen, wie genial ich einfach Menschen finde! Ja, trotz all dieser Debatten, die es momentan gibt. Das soll hiermit gar nicht beschönigt oder kleingeredet werden. Ich kann mich nur dankbar schätzen, dass ich in der letzten Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht habe, sei es mit Männern, Frauen, Deutschen, Ausländern, älteren oder jüngeren Menschen.

Am Dienstag war ich beim Zahnarzt; an und für sich kein außergewöhnlich toller Termin, aber dieser Zahnarz2016.01.16_GrapefruitSalty-2t war so begeistert von seinem Beruf, von der Tatsache, was man da an den Zähnen machen kann und hat mir das so gut vermittelt, dass mir dieses Prozedere sehr gut eingeleuchtet hat und verständlich geworden ist. Ebenso ein Mitglied meines Hauskreises (eine Art kirchliche Bibelgruppe, was sehr lahm klingt, aber in Wirklichkeit meistens drei sehr wertvolle, lustige Stunden sind). Er arbeitet in der Versicherungsbranche und fängt am Ende des Abends noch an, davon zu schwärmen, was für tolle neue Konditionen es gibt. Ich hab sehr wenig verstanden, aber seine Begeisterung war ansteckend!

Ich finde es so faszinierend zu sehen, wie andere Menschen sich für Dinge begeistern können, die für mich so komplett reizlos sind (Zahnbehandlung! Paragrafen!). Diese Liste könnte ich noch sehr lange weiterführen mit Freunden, Familienmitgliedern, zufälligen Bekannten. Und alle diese Menschen zeigen mir, wie vielfältig wir Menschen sind und dass diese unterschiedlichen Begabungen mein Leben bereichern. Vielleicht werde ich bei dieser Versicherung nie einen Vertrag unterschreiben oder nie so wie andere Personen Technik total genial finden, aber wie langweilig wäre es, wenn alle nur Essen interessant finden würden 😉

Eine gute Überleitung zu diesem Getränk gibt es nicht, es enthält Alkohol, i2016.01.16_GrapefruitSalty-5st einfach zu machen, fruchtig-herb und ich will AUF GAR KEINEN FALL irgendwie eindeuten, dass man Menschen nur unter Alkohleinfluss toll finden kann oder die sich nur mit ein paar Promille für etwas begeistern können!!! Diese Faszination für Menschen hat mich diese Woche nur mal wieder bewegt und deswegen wollte eich euch vielleicht ein bisschen daran erinnern, wie toll andere sein können. Und sonst trinkt bitte maßvoll in guter Gemeinschaft und fasziniert andere Menschen mit euren Leidenschaften für Zähne, Versicherungen, technische Gadgets oder was auch immer 😉

Zutaten (für ein Glas):
90ml (frisch gepresster) Grapefruitsaft
45ml Gin
Eiswürfel
Salz
Limitte (nach Belieben)

Zubereitung:2016.01.16_GrapefruitSalty-4
Glasrand eines Tumblers befeuchten und in Salz tauchen, wahlweise kann Fleur de Sel oder feines Salz verwendet werden. Entweder Gin und Saft mit Eis shaken und durch ein Sieb auf Eis in das Glas gießen oder alles direkt im Glas mischen. Mit einem Spritzer Limettensaft abschmecken. Fertig!

Quelle: Chili und Ciabatta.

Hoch die Tassen!: Kürbiscremesuppe mit Vanille

Eine Kürbissuppe ohne Ingwer??? Das ist für mich wirklich außergewöhnlich! Ich liebe diese würzige Knolle einfach und schmeiße sie sehr gerne in Suppen, Smoothies,… Die beste Kombination ist dann tatsächlich, wenn man oben drauf die Suppe noch mit Zimt-Crouton2015.12.29_KürbisSuppe-11-3s toppt! Das harmoniert ganz wunderbar!
Aber ich weiß auch, dass Ingwer in meiner Familie bei nicht allen Mitgliedern beliebt ist. Und auch einige Freunde stehen dem kritisch gegenüber. Ich erinnere mich an ein Abschlussessen, das ich veranstaltete und mir ein Freund nach leer gelöffeltem Teller gestand, dass Ingwer für ihn so ziemlich das schlimmste sei! Nur aus Höflichkeit hatte er alles gegessen…

Also wagte ich mich an eine Alternative -recht skeptisch, ob denn Kürbissuppe ohne meine Geheimwaffe was werden könnte. Und Überraschung: diese Varia2015.12.29_KürbisSuppe-14-6nte ist wirklich fein! Die Vanille schmeckt wunderbar zart heraus, es ist cremig und einen Hauch Zimt darf auch noch dazu 🙂 Außerdem eignet sich die super um nicht mehr so knackig-frische Äpfel loszuwerden. In dem Sinne (und weil’s zu den Bildern passt): hoch die Tassen! So stellt man jeden Suppenkasper zufrieden! Im normalen unfotogenen Leben würde ich die Suppe übrigens ganz normal in einem tiefen Teller servieren, aber naja, das hätte nicht ganz so chic ausgesehen.

Wie ist es bei euch? Welchen Geschmack könnt ihr üüüüberhaupt nicht leiden? Also bei mir sind das Minze und Kümmel! Ich bin froh, dass der Koriander die Minze in der Kräuter-Hit-Parade langsam ablöst 😉

Zutaten (für 4 Personen):
1kg Kürbis nach Wahl (geputzt 750g)
1 großer Apfel 2015.12.29_KürbisSuppe-8-1
1 Stange Lauch
1 Zwiebel
1/2 Vanilleschote
2 EL Butter
2 EL Zucker
900ml Gemüsebrühe
1 Msp. Zimt
Salz/Pfeffer
100g Sahne
2-3 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Vom Kürbis die Schale und den inneren, faserigen Teil samt Kernen wegschneiden, das Fruchtfleisch grob würfeln. Apfel waschen, vierteln, entkernen und kleinschneiden. Den Lauch längs halbieren, waschen, putzen und in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.

Butter in einem Topf2015.12.29_KürbisSuppe-13-5 schmelzen, darin Zwiebel und Lauch bei mittlerer Hitze langsam andünsten. Den Zucker darüberstreuen und unter Rühren goldbraun karamellisieren lassen. Kürbis und Apfel dazugeben und 2min mitdünsten, dann mit Brühe ablöschen. Vanillemark – und Schote mit dem Zimt in die Suppe geben, salzen und pfeffern, zugedeckt bei mittlerer Hitze 20-25min kochen lassen.

Dann die Suppe fein pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Wunsch die Sahne in den Topf geben oder individuell in die Suppentassen geben. Wer will, serviert die Suppe mit Thymiancroutons (Brotwürfel und Thymian in einer Pfanne knusprig braten) und Apfelwürfeln.

Quelle: Winterküche (Tanja Dusy)

Supertrendyyy: Grünkohlsalat mit Apfeldressing

Ich war nie eine Trendsetterin. Auch zählte ich nie zu den It-Girls der Schule. Je älter man wird, desto egaler ist einem das. Denn was für den einen wahnsinnig toll ist, entlockt dem anderen nur ein Schulterzucken. Und was heute „in“ ist, ist morgen schon „out“, wenn nicht gar gesundheitsschädigend. Eines der besten Beispiele sind die Chiasamen – vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Beitrag. Ich mag eure Einstellungen!

 

Wenn ich den heutigen Beitrag passend zur Jahreszeit ordentlich pushen wollte, dann würde ich jetzt mit Detox und Low-Carb und … werben. Muss nicht sein! Ich will es mir ja nicht vo2015.12.24_Grünkohlsalat-12llkommen mit euch verscherzen nachdem ich hier ein altbekanntes Trendgemüse präsentiere 😉 Ein weiteres dieser gehypten Nahrungsmittel ist nämlich der Grünkohl. Seitdem er in den USA zum Superfood erklärt wurde, taucht er als „Kale“ in Smoothies und als Chipsersatz auf. Hier im Ländle kannte ich den bis zu eben dieser Trendwelle nicht. Schließlich gibt es im Süden Deutschlands keine (mir bekannten) Kohlfahrten. Kohl gab es während des Winters natürlich trotzdem in den verschiedensten Formen.

Als Salat jedoch nie, was aber jetzt geändert wird. Durch das kurze Blanchieren wird der Grünkohl zart und schmeckt gar nicht muffig-kohlig. Ideal also für Einsteiger wie mich! Und im Gegensatz zu dem teuren Superfood ist Grünkohl selbst in Massen erschwinglich! Da freut sich das Studentenherz 🙂

Zutaten (für 2 als Abendessen, für 4 als Beilage):
700g Grünkohl2015.12.24_Grünkohlsalat-15
Salz, Zucker
2 große säuerliche Äpfel
1/2 Bio-Zitrone
2 Knoblauchzehen
5 EL Olivenöl
1 EL Balsamicoessig
1 EL Butter
Zubereitung:
Den Grünkohl waschen, die Blätter von den Stielen abstreifen und in grobe Stücke zupfen. In einem Topf ca. 5 cm hoch Wasser zum Kochen bringen und salzen. Den Grünkohl darin ca. 5min kochen bis er bissfest ist.
Inzwischen die Äpfel vierteln, (schälen -hab ich nicht gemacht), das Kerngehäuse entfernen und die Äpfel klein würfeln. Die Zitrone heiß waschen, abtrocken, die Schale fein abreiben und von einer Hälfte den Saft auspressen. Den Knoblauch schälen. In einer Pfanne die Butter mit 1 EL Öl erhitzen und die Apfelwürfel bei mittlerer Hitze unter Rühren in 3-4min anbraten. Knoblauch dazupressen, kurz anbrutzeln lassen, leicht salzen und vom Herd nehmen.
Den G2015.12.24_Grünkohlsalat-16rünkohl in ein Sieb abgießen und kurz kalt abschrecken. Abtropfen lassen und mit dem Apfel und der Zitronenschale mischen. Aus dem übrigen Öl, dem Essig, Salz und einer Prise Zucker ein Dressing zusammenrühren und unter den Salat mischen. Am besten lauwarm servieren.

Quelle: Herbst, Winter, Gemüse! (Cornelia Schinharl)

PS: im nächsten Beitrag verwende ich weniger Anglizismen, versprochen! 😉

 

 

Karottenkuchen-Chiapudding auf deutsche Weise

Oh nein, sie veröffentlicht etwas mit einem dieser Superfoods! Ich seh schon, wie ein Viertel der Foodblogger sich augenverdrehend wegklickt, ein anderes Viertel nur denkt, dass das nichts Neues mehr ist, ein anderes Viertel von Menschen, die keine regelmäßigen Foodblog-Leser sind nur fragen: „was für n Pudding?“ und die letzten 25% nur entsetzt feststellen, dass ich hier jetzt irgendein Essen nationalisiert präsentiere.

2015.12.28_ChiaPudding-20Also mal in aller Ruhe: Chiasamen wird nachgesagt, dass sie sehr wertvolle Inhaltsstoffe wie Eisen, Kalzium und Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren enthalten. Deswegen sind sie seit ein paar Jahren sehr beliebt, weil man dadurch angeblich seine Gesundheit steigern kann. Jedoch gibt es noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse, ob diese so genannten Superfoods wirklich so viel besser sind. Leinsamen, die hier schon seit ewiger Zeit bekannt sind, enthalten nämlich eine sehr ähnliche Nährstoffdichte wie die trendigen Chiasamen. Deswegen gibt es zunehmend kritische Stimmen an dieser Vermarktung und den Hype um gewissen Beeren, Samen und Pollen. Ein sehr interessanter Artikel dazu ist im Guardian (auf Englisch) erschienen, der einige der Gesundheitsblogger hinterfragt.

Ich werde euch nichts vormachen: ich ess die Chiasamen 2015.12.28_ChiaPudding-15gern mal, aber mehr aus Neugier ohne davon zu erwarten, dass ich dadurch (noch) gesünder, toller und absolut unwiderstehlicher werde als ich eh schon bin 😉 Lustig finde ich besonders, dass die Samen in Flüssigkeit aufquellen und somit eine puddingartige Konsistenz bekommen. Im Gegensatz zu den (US-amerikanischen) Blogs sage ich aber ganz klar, dass diese Art Pudding nicht mein Leben verändert hat und auch nicht das beste ist, was ich jeeemaaals gegessen habe 😉 Ich seh das (ganz deutsch-pragmatisch), recht neutral, sag, dass es lecker schmeckt, schnell gemacht ist und auch mal eine Alternative zum Frühstücksmüsli ist. Durch die Gewürze bekommt das ganze schön Geschmack, auch wenn es nur ansatzweise an einen richtigen Karottenkuchen erinnert.

Zutaten:
30g Chiasamen2015.12.28_ChiaPudding-14
160ml Milch nach Wahl (ich nehme gerne Haselnussmilch)
1 mittelgroße Karotte
4 saftige Datteln
Zimt nach Belieben
1/2 TL (oder weniger) frisch geriebener Ingwer
optional: Joghurt, ein paar Nüsse

Zubereitung:
Glücklich ist, wer einen Foodprocessor hat. Hab ich nicht, ich schmeiß die Zutaten in meinen Smoothiemaker (nein, keine Werbung, nur Empfehlung, weil ich den selber sehr oft nutze) und das klappt hervorragend.
Je nach Leistung eures Mixers die Karotte schälen und klein schneiden. Mit den Datteln, der Milch und den Gewürzen in den Mixer geben und klein schreddern. Die Mischung in eine Schüssel geben und die Chiasamen unterrühren, kurz stehen lassen und nochmals umrühren, damit die Samen gleichmäßig Flüssigkeit bekommen. 2015.12.28_ChiaPudding-21

Wer keinen Mixer hat, schält die Karotte und raspelt sie fein. Die Datteln mit einer Gabel cremig verquetschen und mit den restlichen Zutaten sorgfältig vermischen. Zum Servieren gerne mit Joghurt und Nüssen nach Wunsch toppen.

Quelle: Win-Win Food