Die Kunst der Food-Fotographie: Schoko-Ingwer-Plätzle

Frage: wie wichtig sind euch denn die Bilder, die ein Rezept begleiten? Ich merke, dass mir das sehr wichtig ist! So manches Kuchbuch kam mir aus genau diesem Grund nicht ins Haus, weil entweder zu wenig oder nicht ansprechende Fotos zu sehen waren.
Wer aber selber schon mal versucht hat, Essen ansprechend zu präsentieren, der weiß, wie schwer das sein kann! Wir haben nun schon seit einem Jahr diesen Foodblog und die Präsentation ist immer wieder eine Herausforderung. Warum, das möchte ich anhand von diesen Schoko-Ingwer-Plätzlen erklären.

Meine Mutter ist eine fanatische engagierte Bäckerin von Weihnachtsleckereien. Ein Dutzend verschiedene Sorten sind trotz Arbeit, ehrenamtlichen Engagements und Weihnachtsdeko in jedem Winkel des Hauses ganz normal. Alle sind begeistert, haben jeweils ihren eigenen Liebling. Als ich dann aber verkündigt habe, dass ich unbedingt die Schoko-Ingwer-Plätzle für den Blog haben will, hieß es von ihr sofort: „Nein, die sind dieses Jahr überhaupt nicht schön geworden!“ Ääähm, jaaa! Ich finde die Dingerle wunderschön! Lauter kleine Plätzle, ungefähr so groß wie ein Ein-Euro-Stück, alle gleichmäßig verziert. Die Optik spricht also so gar nicht gegen eine Veröffentlichung!

Also mac2015.11.27_Ingwerplätzchen-1hten wir uns ans Fotografieren: Mama, Papa und ich. Ich bin ja mehr so die Minimalistin. Deko brauch ich nicht, weder in meinem WG-Zimmer noch um mein Essen drumrum (auch wenn ich das bei anderen Blogs liebe!). Bei mir steht das Essen im Mittelpunkt, also: „Hey Paps, ich nehm einfach die Dose in die Hand – Foto – fertig!“

Der Vater -völlig begeistert, dass die Kleinkindphase vorbei ist und die Kinder trotzdem noch Projekte mit ihm machen- erinnert sich an die stundenlangen Legobauereien zurück, die damals tagtäglich stattfanden und fängt an, die Kekse in die Höhe zu schichten. Mum und ich betrachten ihn in seiner Spielfreude2015.11.27_Ingwerplätzchen-3, skeptisch, halten uns aber in der Kritik zurück. Nachdem er sein Werk als Foto sieht, ist ihm auch klar, dass das nicht die beste Idee war 🙂 Ich könnte mich immer noch wegschmeißen über das Bild – wäre er erst 5 Jahre alt, wäre er natürlich für diese Fingerfertigkeit in den Himmel gelobt worden. Jetzt aber, mit noch ner Zahl hinter der 5, war ihm eher unser Gelächter beschert.

Dann fängt Mama an, das Fotoset nach ihrem Geschmack einzurichten: dieses rote Tu2015.11.27_Ingwerplätzchen-5ch von der Weihnachtsdeko passt doch so gut als Unterlage und dann hat sie doch irgendwann mal so eine Sternchenschüssel zu Weihnachten gekriegt. Begeistert stellt sie fest, dass es sich jetzt endlich mal lohnt, so vieles verschiedene Geschirr zu haben. Und so stellt sie mit ein paar Handgriffen das Motiv zusammen und alle sind glücklich! Die Mama halt ❤

Nach all den Mühen, die wir für dieses Bild auf uns genommen haben, backt ihr hoffentlich die Plätzle nach: der Ingwer gibt einen leicht scharfen Geschmack, der aber wunderbar zur süßen weißen Schokolade passt. Meine absoluten Lieblings-Weihnachtsplätzle!!!

Zutaten (für ca. 50 Stück):
300g Mehl
180g Butter
150g weiße Schokolade
1 Stück Ingwer (ca. 3cm)
3 El gehakte Pistazien
1 Pck. Vanillezucker

Zubereitung:
50g der weißen Schokolade klein würfeln, die restlichen 100g schmelzen. Den Ingwer schälen und sehr, sehr klein hacken und klein drücken. Die Butter in Würfel schneiden.
Mehl, Vanillezucker und Butter in eine Schüssel geben. Ingwer und geschmolzene Schokolade dazugeben und mit dem Rührgerät grob vermischen. Dann die Pistazien und die gehackte Schokolade unterrühren. Den Teig -am besten mit den Händen- so lange kneten bis es eine glatte Masse ergibt. Zur Kugel geformt ca. 1h im Kühlschrank lagern. Den Backofen auf 180°C vorheizen. 1-2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig zu Kugeln (in Wunschgröße) rollen, diese auf dem Blech etwas flachdrücken und evt. mit einer Gabel dekorativ Streifen reindrücken. Im heißen Ofen auf der mittleren Schiene für ca. 15min backen  – wenn ihr kleinere Kugeln macht, dann etwas kürzer.

2015.11.27_Ingwerplätzchen-2

Quelle: Chefkoch

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11 Gedanken zu “Die Kunst der Food-Fotographie: Schoko-Ingwer-Plätzle

  1. Schöne Sache! Meine Food-Bilder sind leider auch nicht immer so toll wie bei anderen Blogs und ich beneide alle, die so schön kreativ sind und ganz viel verschiedenes Geschirr haben. Von den Farben her gefällt mir aber das Bild von deinem Papa sehr gut! 🙂 So ganz clean weiß mit ein paar Plätzchen, sehr schön wie ich finde 🙂 Aber ich bin auch eher der Minimalist und der nordische – kühle – Typ in solchen Dingen.

    Mir sind Food-Fotos auch total wichtig, aber leider hält sich mein Talent da in Grenzen. 😉 Auf jeden Fall sollten in meinen Kochbüchern entweder gar keine Fotos oder gute Fotos drin sein.

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  2. Huhu,
    ich habe deinen Eintrag eben mit einem unterdrückten Kichern gelesen ;-). Klasse, euer gemeinsames „Foto-Projekt“! Tja, die Geschmäcker sind eben verschieden *lach* und ich mag z. B. zunehmend die dekorierten, also gestalteten Food-Fotos richtig gern. Früher mochte ich es lieber minimalistischer, aber so ändern sich die Vorlieben im Lauf der Zeit.
    Ach ja, mir sind Food-Fotos auch extrem wichtig und entscheiden bei mir ganz klar darüber, ob ein Kochbuch in meiner Küche landet oder nicht :-).
    Weiterhin viel Spaß beim Fotografieren (und Kochen & Backen)!
    Liebe Grüße
    die Kirschbiene

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    1. Ich liebe ja auch die dekorierten Bilder – die sprechen mich sofort an! Nur irgendwie sahen meine Gestaltungsversuche mehr nach einem Sperrmüll mit Essen oben drauf aus als nach was appetitlichem 😉 Wir üben weiter! Liebe Grüße, Miriam

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  3. Hey,
    ich finde solche Bilder, wo man das Essen (in einem Behältnis, Schüssel, Teller) hält, immer ganz toll. Deines auch! Muss ich auch mal machen (kann ja meine Mama einspannen für ein Familienprojekt;-)).
    Warst du eigentl. beim Nikolauslauf in Tübingen? Wie war’s?
    Gruss,
    Sarah

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  4. Hihi wie schön geschrieben und wie wahr. Nur das ich mich in allen drei Personen erkenne;) Ich stable manchmal auch noch mein Kekse oder ähnliches für Bilder, nur um dann zu merken das es wirklich nicht so gut aussieht;)Food-Fotografie ist aber auch wirklich nicht leicht, besonders als Laie;)
    Die Kekse sehen super aus, und Schoko-Ingwer klingt alleine schon fantastisch!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Ich stapel auch gerne mal, aber mit diesen Plätzle sah das irgendwie nicht so gut aus 😉 Mir machen deine Foodfotos aber auch sehr großen Appetit, so einen Kichererbsenbraten muss ich auch mal machen! Liebe Grüße, Miriam

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