Fastenbrechen hoch 3: Dreierlei Schokotorte

So, seit dem letzten Eintrag ist ein wenig Zeit vergangen. Ich war über Ostern daheim für jede Menge leckeres Essen, Zeit mit der Familie, Shoppingtrips mit dem kleinen Bruder, Geld verdienen… und irgendwie ist das alles jetzt schon wieder vorbei.

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Vorbei ist mit Ostern auch die Fastenzeit. Traditionellerweise verzichten die Frauen in unserer Familie immer auf Süßes. Manches Jahr wird noch mit anderen Dingen gefastet – seien es 6 Wochen ohne Computer, wie es mein Bruder ein Jahr sehr konsequent durchgezogen hat oder für mich dieses Jahr Alkohol aus Solidarität mit meinem Vater. Die Schokolade vermissen wir während dieser Zeit aber doch sehr und somit ist klar, dass es an Ostersonntag immer eine Überdosis davon gibt. Statt nur die Osterhasen zu schlachten, habe ich samstags diese Schokotorte gemacht.

Das Rezept stammt aus einem Cafe in Madrid. Ich hatte das Privileg in dieser wunderschönen Stadt für ein knappes Jahr zu arbeiten. Nach ein paar Monaten entdeckte eine Freundin von mir das Ciudad Invisible in der Costanilla de los Ángeles 7. Sehr zentral gelegen in einer Seitenstraße auf dem Weg von Sol zum Teatro Real. Wunderschön gemütlich eingerichtet, immer wieder stellen Fotografen ihre Reisebilder vor. Es gibt eine Buchabteilung mit Reiseliteratur und sehr, sehr gutes Essen und Trinken! Als Traum für jeden Schokoholic steht die Torta Tres Chocolates auf der Karte: auf einer Keksbasis schmiegen sich Zartbitter-, Vollmilch- und weiße Schokolade aneinander. An meinem vorletzten Tag in Madrid hab ich nochmal viele Plätze besucht, die ich besonders schön fand und so saß ich natürlich auch im Ciudad Invisible und genoss ein letztes Mal diese Torte. Beim Bezahlen hab ich allen Mut zusammen genommen und nach dem Rezept gefragt. Die Köchin wurde geholt, errötete, strahlte und schrieb mir das Rezept auf 🙂 Wir haben noch eine ganze Weile geredet, verabschiedeten uns mit den typischen Küsschen und der Abschied wurde mir mit dem Zettel im Gepäck ungemein erleichtert!
Wer von euch nach Madrid geht, schaut uuuuunbedingt dort vorbei! Alle Infos findet ihr hier: http://www.laciudad-invisible.com/

Das Rezept ist eigentlich auf den Thermomix ausgelegt, aber auch ohne gelingt das problemlos. Die Torte ist sehr sättigend und macht sehr viele Leute glücklich. Ladet viele Freunde ein, schmelzt ein paar Osterhasen für die Torte und plant einen Urlaub in Spaniens Hauptstadt – es lohnt sich!!! Ich werd ganz sehnsüchtig…

Zutaten (für eine 26er Springform):Featured image
200g Butterkekse
90g Butter
1 Liter Sahne (ja, ihr braucht einen Liter!)
500ml Milch
150g Zartbitterschokolade
150g Vollmilchschokolade
150g weiße Schokolade
175g Zucker
3 Päckchen Gelatine
Optional Schokostreusel zum Dekorieren

Zubereitung:
Wichtig ist, dass ihr viiiel Zeit einplant! Die einzelnen Schichten müssen fest sein bis die nächste eingefüllt wird, sonst verläuft alles zu einer undefinierbaren Masse. Ansonsten ist es aber ein kinderleichtes Rezept. Für den „Teig“ die Kekse verkrümeln, mit der geschmolzenen Butter mischen und in die Springform drücken. In einem großen Gefäß die Sahne mit der Milch vermischen. 500ml davon abmessen, in einem Topf erwärmen und darin die Zartbitterschokolade und 100g Zucker auflösen. Dann ein Päckchen eingeweichte Gelatine hinzufügen und alles ein paar Minuten köcheln lassen. Die Schokomasse auf den Keksboden füllen und kalt stellen.

Warten…. an der Form rütteln und feststellen, dass die Masse noch wackelt. Warten.

Für die mittlere Schicht 500ml der Sahnemischung in einem Topf erwärmen. Die Vollmilchschoko und 50g Zucker darin auflösen. Dann das zweite Päckchen eingeweichte Gelatine dazu und nach ein paar Minuten köcheln auf die Zartbittermasse in die Springform geben.

Warten… Nägel lackieren, mit der besten Freundin telefonieren, alle drei „Herr der Ringe“- Filme gucken… warten.

Für die letzte Schicht das gleiche Spiel noch einmal: die verbleibenden 500ml Featured imageSahnemilch in einem Topf erwärmen, die weiße Schoko und 25g Zucker dazu. Das letzte Päckchen eingeweichte Gelatine, köcheln lassen und zum guten Schluss auch noch in Springform geben. Gaaanz vorsichtig in den Kühlschrank bugsieren, weil die Form randvoll ist. Warten, ins Bett gehen, frühstücken, in die Kirche und nach dem Mittagessen dann eeeendlich die Torte aus der Springform befreien. Mit ein paar Schokospähnen dekorieren. Und dann … glücklich sein und in Madriderinnerungen schwelgen und Heimweh bekommen 😉

Quelle: Café La Ciudad Invisible. Costanilla de los Ángeles 7 in Madrid

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5 Gedanken zu “Fastenbrechen hoch 3: Dreierlei Schokotorte

  1. Ich träume mich gerade nach Madrid – das war bestimmt eine super Erfahrung, dort mal ein Jahr lang zu arbeiten; eine Freundin von mir hat das auch gemacht. Und versucht, mir innerhalb von 6 Stunden, die wir dort mal Zwischenstopp hatten, etwas davon zu vermitteln. Die Schokotorte war nicht dabei. Manchmal lohnt es sich zu fragen! Toll!

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  2. Dios mio, dir ist ja hoffentlich klar, dass ich hier gerade sabbernd vor dem Bildschirm durchdrehe… vor Glück und Freude! Und ein bisschen Sehnsucht, da ich ja nun genau weiß welch wahrhaft göttlichen Kuchen du hier gerade beschreibst. Zudem musste ich auch sehr lachen bei deinen Wartezeit-Beschreibungen. Das kann ich mir so gut vorstellen!

    Eventuell werfe ich meine Törtchenpläne für Samstag doch noch um, um die Tarta Tres Chocolates als Geburtstagstörtchen für meine Freundin am Samstag zu machen. Da muss ich nochmal scharf drüber nachdenken.

    Zum Glück bist du damals über deinen Schatten gesprungen! 🙂

    Liebste Grüße
    Sonja

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