Vielfach bewährt: Guten-Morgen-Muffins

Braucht ein Rezept von Nicole Stich, eine der ersten deutschen Foodbloggern, überhaupt eine Einleitung? Jeder kennt schließlich ihren Blog deliciousdays.com und bei sehr, sehr vielen steht bestimmt auch mindestens ein Kochbuch von ihr im Regal. Durch sie bin ich überhaupt erst auf Foodblogs aufmerksam geworden und habe meine Liebe für Kochbücher und natürlich das Kochen entdeckt.
Genug der Vorrede, ich erzähl euch ja nichts Neues 😉

Die Guten-Featured imageMorgen-Muffins aus ihrem ersten Kochbuch sind inzwischen ein Standardrezept bei uns. Ich habe die Menge schon verdreifacht und als Wegproviant für eine Jugendfreizeit gebacken. Meine Schwester hat diese Prachtexemplare vor Ostern für den Geburtstagsbrunch einer Freundin gebacken. Im Vorfeld hatte sie mich (mal wieder) nach dem Rezept gefragt und ich hab ihr (mal wieder) mit meinem Smartphone der ersten Generation ein verpixeltes Foto geschickt, damit sie die Zutaten weiß. Es war mir schnell klar, dass ich das Rezept auf dem Blog veröffentlichen will um es uns beiden zu vereinfachen. Und die Muffins, die Chris gebacken hat, sehen doch wirklich zum Anbeißen aus! Man beachte die liebevoll und äußerst dekorativ gestreuten Haselnusskerne – das war mein einziger Beitrag dazu 😀
Die Muffins sind durch die Äpfel und Karotten wunderbar saftig und haben durch die Nüsse den nötigen Crunch. Das Anrösten der gemahlenen Nüsse macht echt einen Unterschied und lohnt sich! Frisch aus dem Ofen schmecken die Muffins zwar am besten, aber auch noch nach zwei Tagen sind sie noch schön feucht. Wir können die nur empfehlen und bringen die Muffins sehr gerne zum Frühstück mit.

Heute sollen sie auf dem Frühstückstisch von Simone von der S-Küche landen. Sie feiert ihren zweiten Bloggeburtstag unter dem Motto „Guten Morgen Sonnenschein“. Wenn es um Frühstück geht, bin ich sofort am Start! Liebe Simone, mach weiter so. Deine Frühstücksideen, die du regelmäßig postest, sind einfach wunder-wunderschön!

Guten Morgen Sonnenschein - Das Frühstücksevent vom 10.04. bis 10.05.

Zutaten für 12 Muffins:
80g gemahlene Haselnüsse
2-3 EL Haselnusskerne
175g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Prise Zimtpulver
200g Karotten
1 kleiner Apfel
2 Eier
150g brauner Rohrzucker
100g Sonnenblumenöl

Zubereitung:
Den Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen. Gemahlene Haselnüsse bei mittlerer Hitze trocken in der Pfanne anrösten bis sie leich Farbe annehmen und duften, dann aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Die Haselnusskerne grob hacken. Mehl, Backpulver, Salz und Zimt in einer Schüssel vermischen.
Die Karotten waschen (falls nötig schälen), putzen und fein reiben. Den Apfel vierteln, entkernen, schälen und fein stifteln.

Eier, Rohrzucker und Öl ca 2-3min schaumin schlagen, dann gemahlene Haselnüsse, geriebene Karotten (inklusive ausgetretenem saft) und den Apfel unterrühren, zum Schluss das Mehl zugeben. Jetzt nur so lange weiterrühren bis alle Zutaten eben vermengt sind.

Muffinblech mit Papierförmchen auslegen. Den Teig bis knapp unter den Rand füllen, mit den groben Haselnussstückchen bestreuen. Im Ofen 30-35min auf der mittleren Schiene backen bis die Muffins schön aufgegangen sind und ein wenig Farbe angenommen haben. Holzstäbchen-Probe machen um zu testen, ob die Muffins fertig sind. Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und aus der Form lösen … so kann der Tag beginnen!

Quelle: Delicious Days von Nicole Stich

Aus Mamas Küche: Apfelkuchen (the one and only)

Ja, ja, ich hör hier schon alle gähnen und die Augen verdrehen: gibt es im Internet nicht schon genügend Apfelkuchenrezepte? Mit Mürbeteig – Hefeteig, mit und ohne Nüsse, mit schrecklichem Marzipan, mit Sahne oder nur die Sahne dazu und und und. Die Möglichkeiten sind unendlich und jedes Rezept behauptet von sich, das allerbeste und tollste zu sein.

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Das sage ich natürlich auch! Schließlich ist es der Apfelkuchen von meiner Mutter, für den die ganze Familie sämtliche anderen Torten, Cupcakes und Macaroons links liegen lässt. Er begleitet uns schon seit Jahren. Ich glaube, meine Mutter backt den inzwischen komplett ohne Rezept einfach so locker nebenbei 😉 Es gibt Bilder von uns aus einer Zeit, in der gerade ganz frisch Digitalkameras auf den Markt kamen… bzw. in unserer Familie ihren ersten Auftritt hatten. Jedenfalls erinnere ich mich genau an eine Herbstwanderung, zu der wir Kinder nur mitkamen, weil wir in einem Alter waren, in dem man von den Eltern noch zu solchen Ausflügen gezwungen wird UND weil Mama diesen Apfelkuchen hier eingepackt hat. Nachdem wir endlich genug gelaufen waren, setzten wir uns ins Laub und tja… anstatt das Stücke vom Kuchen abgeschnitten werden konnten, löffelten wir die Masse aus der Form: meine Mutter hatte den zu früh aus dem Ofen genommen und das Innere war noch sehr flüssig 😀 Aber hallooo, es war der tollste Apfelkuchen und wir haben begeistert alles in uns hineingelöffelt. Ich glaub, in der Folgezeit musste sie den absichtlich früher aus dem Ofen holen, weil wir den noch nicht gestockten Guss so toll fanden.

In der Zwischenzeit hat sich das aber wieder geändert, wie auf den Fotos zu sehen ist. Für uns ist das der perfekte Apfelkuchen. Habt ihr in eurer Familie, in eurem Freundeskreis ein Rezept, das man einfach nicht übertrumpfen kann? Wenn nein, dann schafft so ein „allerbestes Lieblingstraditionsrezept“ – ich finde, das ist ein wunderbar verbindendes Element, das ein kleiner Glücksmoment sein kann.

Zutaten für eine 26er Springform:Featured image
Für den Mürbeteig:
250g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
60g Zucker
125g Butter
1 Ei
Prise Salz
Für die Füllung:
5 Äpfel
1 Becher Sahne
3 Eier
1/2 Päckchen Vanillepuddingpulver
3 EL Zucker
Für die Streusel:
50g Mehl
25g Butter
1 Messerspitze Zimt
25g Zucker

Zubereitung:
Alle Zutaten für den Mürbeteig zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Entgegen sämtlicher Rezepte ist meine Mutter sehr pragmatisch und schmilzt die Butter anstatt sich mit eiskalter Butter herumzuschlagen. Uns schmeckt der Teig 😉 Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mind. eine Stunde kühl stellen.
In der Zwischenzeit die Äpfel je nach Größe vierteln oder achteln, schälen und Featured imageentkernen. Die Sahne mit den Eiern, dem Pudding und dem Zucker vermischen. Für die Streusel alle Zutaten vermischen und etwas mit den Fingern zerkrümeln.
Eine gefettete Springform mit dem Mürbeteig auslegen, die Äpfelstücke darin verteilen. Den Sahneguss drüber gießen und zum Schluss die Streusel drüber streuen. Dann bei 175°C Ober/Unterhitze für ca. 1h backen.

Quelle: Mamas Rezeptordner.

Fastenbrechen hoch 3: Dreierlei Schokotorte

So, seit dem letzten Eintrag ist ein wenig Zeit vergangen. Ich war über Ostern daheim für jede Menge leckeres Essen, Zeit mit der Familie, Shoppingtrips mit dem kleinen Bruder, Geld verdienen… und irgendwie ist das alles jetzt schon wieder vorbei.

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Vorbei ist mit Ostern auch die Fastenzeit. Traditionellerweise verzichten die Frauen in unserer Familie immer auf Süßes. Manches Jahr wird noch mit anderen Dingen gefastet – seien es 6 Wochen ohne Computer, wie es mein Bruder ein Jahr sehr konsequent durchgezogen hat oder für mich dieses Jahr Alkohol aus Solidarität mit meinem Vater. Die Schokolade vermissen wir während dieser Zeit aber doch sehr und somit ist klar, dass es an Ostersonntag immer eine Überdosis davon gibt. Statt nur die Osterhasen zu schlachten, habe ich samstags diese Schokotorte gemacht.

Das Rezept stammt aus einem Cafe in Madrid. Ich hatte das Privileg in dieser wunderschönen Stadt für ein knappes Jahr zu arbeiten. Nach ein paar Monaten entdeckte eine Freundin von mir das Ciudad Invisible in der Costanilla de los Ángeles 7. Sehr zentral gelegen in einer Seitenstraße auf dem Weg von Sol zum Teatro Real. Wunderschön gemütlich eingerichtet, immer wieder stellen Fotografen ihre Reisebilder vor. Es gibt eine Buchabteilung mit Reiseliteratur und sehr, sehr gutes Essen und Trinken! Als Traum für jeden Schokoholic steht die Torta Tres Chocolates auf der Karte: auf einer Keksbasis schmiegen sich Zartbitter-, Vollmilch- und weiße Schokolade aneinander. An meinem vorletzten Tag in Madrid hab ich nochmal viele Plätze besucht, die ich besonders schön fand und so saß ich natürlich auch im Ciudad Invisible und genoss ein letztes Mal diese Torte. Beim Bezahlen hab ich allen Mut zusammen genommen und nach dem Rezept gefragt. Die Köchin wurde geholt, errötete, strahlte und schrieb mir das Rezept auf 🙂 Wir haben noch eine ganze Weile geredet, verabschiedeten uns mit den typischen Küsschen und der Abschied wurde mir mit dem Zettel im Gepäck ungemein erleichtert!
Wer von euch nach Madrid geht, schaut uuuuunbedingt dort vorbei! Alle Infos findet ihr hier: http://www.laciudad-invisible.com/

Das Rezept ist eigentlich auf den Thermomix ausgelegt, aber auch ohne gelingt das problemlos. Die Torte ist sehr sättigend und macht sehr viele Leute glücklich. Ladet viele Freunde ein, schmelzt ein paar Osterhasen für die Torte und plant einen Urlaub in Spaniens Hauptstadt – es lohnt sich!!! Ich werd ganz sehnsüchtig…

Zutaten (für eine 26er Springform):Featured image
200g Butterkekse
90g Butter
1 Liter Sahne (ja, ihr braucht einen Liter!)
500ml Milch
150g Zartbitterschokolade
150g Vollmilchschokolade
150g weiße Schokolade
175g Zucker
3 Päckchen Gelatine
Optional Schokostreusel zum Dekorieren

Zubereitung:
Wichtig ist, dass ihr viiiel Zeit einplant! Die einzelnen Schichten müssen fest sein bis die nächste eingefüllt wird, sonst verläuft alles zu einer undefinierbaren Masse. Ansonsten ist es aber ein kinderleichtes Rezept. Für den „Teig“ die Kekse verkrümeln, mit der geschmolzenen Butter mischen und in die Springform drücken. In einem großen Gefäß die Sahne mit der Milch vermischen. 500ml davon abmessen, in einem Topf erwärmen und darin die Zartbitterschokolade und 100g Zucker auflösen. Dann ein Päckchen eingeweichte Gelatine hinzufügen und alles ein paar Minuten köcheln lassen. Die Schokomasse auf den Keksboden füllen und kalt stellen.

Warten…. an der Form rütteln und feststellen, dass die Masse noch wackelt. Warten.

Für die mittlere Schicht 500ml der Sahnemischung in einem Topf erwärmen. Die Vollmilchschoko und 50g Zucker darin auflösen. Dann das zweite Päckchen eingeweichte Gelatine dazu und nach ein paar Minuten köcheln auf die Zartbittermasse in die Springform geben.

Warten… Nägel lackieren, mit der besten Freundin telefonieren, alle drei „Herr der Ringe“- Filme gucken… warten.

Für die letzte Schicht das gleiche Spiel noch einmal: die verbleibenden 500ml Featured imageSahnemilch in einem Topf erwärmen, die weiße Schoko und 25g Zucker dazu. Das letzte Päckchen eingeweichte Gelatine, köcheln lassen und zum guten Schluss auch noch in Springform geben. Gaaanz vorsichtig in den Kühlschrank bugsieren, weil die Form randvoll ist. Warten, ins Bett gehen, frühstücken, in die Kirche und nach dem Mittagessen dann eeeendlich die Torte aus der Springform befreien. Mit ein paar Schokospähnen dekorieren. Und dann … glücklich sein und in Madriderinnerungen schwelgen und Heimweh bekommen 😉

Quelle: Café La Ciudad Invisible. Costanilla de los Ángeles 7 in Madrid

Blitzverliebt: Eier-Krabben-Salat (mit gelingsicherer Mayonnaise)

Auf bestimmte Rezepte reagiere ich sofort mit einem akuten Nachkochfieber. Salat geht (fast) immer; nach all den Suppen der letzten Monate schmeckt jetzt was Frisches, Knackiges am Abend umso besser. Wenn dann noch Avocado und Ei im Spiel ist, wie bei diesem Rezept heute, notier ich sämtliche Zutaten schon auf meinem Einkaufszettel und los geht’s!
Außerdem bietet sich der Salat super an um viele von den hartgekochten bunten Eiern zu verwerten, die jetzt in allen Körben und Geschenken liegen. Daheim bekommen wir von wirklich sehr lieben Freunden und Verwandten am Ostersonntag Körbchen für die Haustür gestellt oder ganz plump überreicht und in den meisten befindet sich neben Schokoeiern auch die Hühnervariante. Hartgekochte Eier sind ja mal nett, aber kein Favorit und somit bin ich immer dankbar für Möglichkeiten die zu verwerten bevor man die vor dem nächsten Ferien rausschmeißt. Ein anderes Rezept präsentiere ich hier sobald es schönen grünen Spargel gibt, der nicht aus Peru kommt 😉

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Mit der Blitzmayonnaise ist der Salat nicht ganz so schlank wie das manchen lieb wäre. Mein Vorschlag ist, das Mayo-Dressing in dem Fall durch eine Joghurtvariante zu ersetzen. Essig-Öl bietet sich geschmacklich nicht so gut an; es braucht hier was Cremiges. Mischt aber auf jeden Fall die Limettenschale und den Ingwer dazu, sehr, sehr lecker!!! Durch das Mixen mit dem Pürierstab gerinnt die Mayo auch nicht und ist somit absolut gelingsicher.

Ich wünsche euch einen ruhigen Karfreitag -achtet mal darauf, wie still es vielerorts ist: anlässlich des Todes Jesu, dem heute gedacht wird, verstummen die Kirchenglocken bis Ostersonntag.

Zutaten (für 4 Portionen):
1-2 Biolimetten
10g frischer Ingwer
1 rote Peperoni (oder weniger je nach persönlichem Schärfeempfinden)
7 EierFeatured image
1 Tl Honig
175 ml Sonnenblumenöl
150g Sahnejoghurt
100g Babyspinat
1 reife Avocado
150 Nordseekrabben
1 Beet Shiso-Kresse (oder ganz normale)
1 Bund Radieschen

Zubereitung:
Für die Mayo von 1 Limette die Schale dünn abreiben und insgesamt 3 EL Saft ausprssen. Ingwer fein reiben, Peperoni entkernen und fein hacken. 1 Ei, 1 Tl Limetttensaft, 1/2 Tl Salz und den Honig in einen Rührbecher geben. 150ml Öl zugießen. Den Schneidstab auf den Boden des Rührbechers in die Flüssigkeit stellen. Schneidstab auf höchster Stufe einschalten und während des Mixens ganz langsam nach oben ziehen, sodass sich alles gut verbindet. Limettenschale, Hälfte der Peperoni und Ingwer kurz untermischen. Joghurt unterrühren. Mit Salz und Limettensaft abschmecken und kalt stellen.

Für den Salat die restlichen Eier in kochendem Wasser 6min wachsweich kochen und eiskalt abschrecken (oder eben die schon vorhandenen Ostereier verwerten). Spinat verlesen, waschen und trocken schleudern. Restlichen Limettensaft, restliche Peperoni, etwas Salz und restliches Öl verrühren. Avocado halbieren, den Kern entfernen. Das Fruchtfleisch aus der Schale heben und quer in dünne Spalten schneiden. Mit der Hälfte der Limetten-Vinaigrette mischen. Krabben mit der restlichen Vinaigrette mischen.

Eier pellen und halbieren. Mit Spinat, Avocado und Krabben anrichten. Etwas Mayo darüber verteilen. Mit der Kresse und etwas grobem Salz bestreuen. Restliche Mayo extra dazu servieren.

Quelle: essen&trinken 4/2015 (daraus erwartet euch auch unser Osteressen!)