Vampirvertreiber: Bärlauchschaum-Suppe mit Karamelltomaten

Fantasy ist so überhaupt nicht mein Genre! Ja, die ersten vier Harry-Potter-Bände habe ich verschlungen, aber dann wurde ich irgendwie zu alt für die Zaubereien, Intrigen und das Böse, das bekämpft werden musste. Irgendwann setzte dann der Hype um Twilight ein und Vampire waren plötzlich voll im Trend. Ja, ich gebe es zu: die ersten beiden Twilightfilme hab ich gesehen. Mit meinen Geschwistern, Junkfood und Sekt. Und wir hatten sehr viel Spaß, weil wir zu alt für diese Teeniegeschichte waren und es einfach nur furchtbar albern fanden! Nein, mit Fantasy kriegt man mich wirklich nicht! Das wirkliche Leben finde ich spannend genug 😉

Und im wirklichen Leben sprießt gerade munter der Bärlauch! Mit dem verband mich lange Zeit genau so viel wie mit Fantasy: nämlich gar nichts. Meine Mutter hatte es mit diesem Kraut eine Zeit lang etwas übertrieben. Wir haben ja munter gegessen, aber als dann auch noch der wunderbare zarte, weiße Spargel damit serviert wurde, war es genug und wir weigerten uns jeeeemaaaals wieder Bärlauch zu essen. Das hielt sich dann bis letztes Jahr als meine Mum mir ein Gläschen Bärlauchpesto mitgab. Eines Mittags, kurz vor dem Hungertod, gab es das dann mit Linguine. Und was soll ich sagen? Es war sehr, sehr lecker und das Glas schneller leer als gedacht!
Somit war dieses Jahr klar, dass Rezepte, die Bärlauch enthielten nicht mehr gemieden werden mussten. Als ersten eigenen Versuch gab es diese Suppe hier. Hui, außer ordentlich Knofi hat man recht wenig geschmeckt! Falls irgendwo Vampire unterwegs gewesen wären, hätten sie einen großen Bogen um uns gemacht 😀 Im Rezept habe ich die Bärlauchmenge deswegen schon etwas reduziert. Die karamellisierten Tomaten passen aber wunderbar dazu und geben mit ihrer Süße einen schönen Kontrast – vielleicht ja eine Vorspeisenidee für Gründonnerstag oder euer Ostermenü?Featured image

Zutaten:
2 Schalotten
2 EL Rapsöl
15oml Weißwein
500ml Gemüsebrühe
35g Bärlauch (im Original: 50g)
1 Bund Petersilie
2-3 EL saure Sahne
1/2 Zitrone
200g Sahne
4 Rispen Kirschtomaten
2-3 EL Olivenöl
ca 3 EL Zucker
30g Butter

Zubereitung:
Die Schalotten schälen und würfeln. Im Öl glasig andünsten. Mit Wein ablöschen und die Brühe dazugießen. Dann alles offen bei mittlerer Hitze in ca. 6min um ein Drittel einkochen lassen.
Inzwischen den Bärlauch putzen, waschen und trocken schleudern. Die Petersilie abbrausen und trocken schütteln, die Blätter abzupfen. Bärlauch, Petersilie und saure Sahne in einem Mixer zu einer feinen Paste pürieren.
150g Sahne zur Suppe gießen, die Suppe aufkochen und wiederum um die Hälfte einkochen lassen. Den Backofengrill vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kirschtomaten mit den Rispen waschen, trocken tupfen und großzügig mit dem Olivenöl beträufeln, dann in Zucker wälzen. Die Tomaten auf das Backblech legen und unter dem Grill in 4-5min karamellisieren lassen.
50g Sahne mit den Quirlen den Rührgeräts steif schlagen. Die Sahne mit der Bärlauchpaste und der Butter in die Suppe geben und alles mit dem Pürierstab schaumig aufmixen. Die Suppe in tiefen Tellern anrichten und die Karamelltomaten hineingeben.

Quelle: Das Kochbuch. 400 Rezepte für jeden Tag von Andreas Neubauer.

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Aus Mamas Küche: Weizenschrot – Müsli (bzw. Frauenfrühstücksmüsli)

Lange bevor es Overnight-Oats und Chiapudding gab oder Bircher Müsli zu Muffins gebacken wurden um nicht nur den Kaffee, sondern auch das Frühstück „to go“, auf dem Sprung zu essen, in dieser nicht allzu fernen Vergangenheit gab es bei uns daheim ein Frühstückshighlight. Das kam nicht samstags oder sonntags auf den Tisch, sondern mittwochs. Wenn ich mich recht erinnere, einmal im Monat am Mittwoch. Und zwar immer dann, wenn meine Mutter mit ein paar Freundinnen vormittags ein Frauenfrühstück ausrichtete. Die Frauen trafen sich im örtlichen Gemeindehaus zum gemeinsamen Essen, Austausch und einer Andacht.
Der genaue Ablauf dieser Veranstaltung war für uns Kinder nie so interessant, entscheidend war nur, dass wir was von dem Müsli abbekamen, das bei uns in der Familie auch nur Frauenfrühstücksmüsli heißt. Meistens war schon am Tag davor klar, dass es das geben würde, weil es in die Mühle ging um den Weizenschrot zu besorgen. Am nächsten Morgen saß dann meistens schon die ganze Familie am Tisch und schaufelte recht still aufgrund der Uhrzeit das Müsli in sich hinein. Irgendwann musste meine Mutter dazu übergehen eine extra Schüssel für uns zuzubereiten, weil sonst fürs Frauenfrühstück zu wenig übrig blieb 😉 Ich kann euch nur empfehlen, das Frühstück in Ruhe einzunehmen ohne schon nebenher Mails zu checken oder mit arbeiten anzufangen. Ich persönlich werde ohne Ablenkung satter und gestärkter für den täglichen Stress.

Es ist ein echtes Familienrezept von uns und deswegen wollte ich das auch unbedingt hier drin haben um selber darauf zu greifen zu können. Das Problem mit Mama-Rezepten (von Oma-Rezepten ganz zu schweigen!) ist, dass die Mengenangaben recht ungenau sind. Meine Mutter hat das Müsli schon so viele Male zubereitet, dass sie alles aus dem Handgelenk raus macht. Aber hey, seid flexibel und probiert einfach aus, so viel kann da nicht schief gehen. Von wem das Rezept ursprünglich stammt, weiß meine Mutter auch nicht mehr (soooo alt ist sie es schon). Deswegen geb ich dieses Mal auch keine Quelle an.

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Weizenschrot bekommt ihr in der Mühle. Falls ihr keine vor Ort habt, gibt es den teilweise auch in Naturfachgeschäften oder man kann ihn sogar übers Internet bestellen. Schrot wird meines Wissens sonst gerne fürs Brot backen verwendet. Im Müsli gibt er einen schönen Biss. Probiert es aus, die trendigen Chiasamen könnt ihr ja immer noch drüber streuen 😉

Zutaten (für 2 Personen):
1 Tasse Weizenschrot
1 Tasse zarte Haferflocken
300g Joghurt
1 Becher Sahne
Honig
Obst nach Belieben und Saison
Sonnenblumenkerne

Zubereitung:
Am Vorabend den Weizenschrot in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Featured imageÜber Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen überschüssiges Wasser abgießen und die Haferflocken zugeben. Die Sahne halb steif schlagen und mit dem Joghurt unter das Getreide mischen. Obst schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Mit Honig abschmecken und mit gerösteten Sonnenblumenkernen servieren.

Im hier fotografierten Müsli sind 500g aufgetaute und abgetropfte Himbeeren, 2 zerdrückte und extra fein pürierte Bananen und ein Apfel drin.

Papa der Burgermeister (Teil 2): Rote-Beete-Burger

Wenn schon gegrillt wird, dann so richtig! Nur ein Burger ausprobieren, ist ja langweilig, deswegen gab es für die experimentierfreudigeren Eltern und mich nach dem Baconburger noch einen Rote-Beete-Burger. Der Bruder hielt sich lieber an den fleischlastigeren Burger anstatt Gemüse zum Fleisch zu genießen…tsss!
Ein drittes Rezept, das an diesem Samstag entstanden ist, wird nicht verblogt: es sollte ein Quinoaburger werden und wurde es auch mit viel gutem Wille und Gemantsche. Die Mengenangaben waren komplett falsch: 400g ungekochter Quinoa und Bulgur sollten 4 Patties ergeben. Hätte ich meinen Kopf kurz eingeschaltet, wäre mir eigentlich klar gewesen, dass das viel zu viel ist, aber naja, zu spät! Insgesamt hat das Rezept nicht überzeugt – wenn jemand ein gutes für Vegiburger hat, nur her damit! Ich probier das nur zu gern aus 🙂

Die Kombination des saftigen Rindfleischpatties mit roter Beete und Meerrettich hingegen fand ich super! Eine leichte Schärfe und die leichte Süße der Beete war mal was anderes zwischen den Buns. So ist das Gemüse gar nicht mehr so winterlich! Und nach diesem Papa-Essen stand die Mama für den nächsten Beitrag in der Küche.

Zutaten für 4 Hamburger:
4 Buns (selbst gebacken)
500g Rinderhack (wir: 400g)
1 vorgegarte Rote Beete
1 Handvoll Petersilie
Sahnemeerrettich nach persönlichem Geschmack
1 Schuss Olivenöl
1 Handvoll Rucola

Zubereitung:
Die Rote Beete in feine Streifen schneiden. Die Petersilie hacken und mit der Beete mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sahnemeerrettich (dieses Wort sieht ausgeschrieben sehr komisch aus, stimmt aber doch so, oder?) und etwas Olivenöl dazugeben und sorgfältig untermischen.
Aus dem Rinderhack 4 Patties formen, salzen und grillen. In einer sehr heißen Pfanne anbraten geht natürlich auch. Dann die Burgerbuns durchschneiden und entweder im Backofen kurz rösten oder diese auf den Grill legen. Die Hamburger wie folgt zusammenbauen: untere Bun-Hälfte, Rote Beete, Patty, Rucola, Deckel.

Quelle: Die besten Burger. Von Beef bis Veggie.

Papa, der Burgermeister: Bacon Burger

Daheim war es bei uns recht traditionell aufgeteilt: die Mama stand/ steht in der Küche und Papa kümmert sich um anfallende Reperaturen, Hecke schneiden und Holz hacken. Ja, er steht meiner Mutter brav und ergeben zur Seite, wenn für ein großes Fest tonnenweise Essen zubereitet werden müssen oder geht ihr am Wochenende zur Hand. Aber ansonsten trat er eher nach dem Essen in Erscheinung um die Spülmaschine kunstfertig mit wirklich allem zu bestücken, was Frau und Kinder nicht mehr rein gekriegt hatten.

Und dann ging es auf seinen 50. Geburtstag zu und auf einmal hatten wir einen neuen Mitbewohner. Den Napoleon, bzw. die Mutter aller Grills! Fragt mich nicht nach Details, er feuert mit Gas, hat einen Deckel und Räder und ist riiiießig! Fast größer als meine WG – Küche! Gegrillt wurde bei uns schon immer gern, aber seitdem wurde das in neue Höhen getrieben: Vorspeise an Heiligabend vom Grill? Klar! Eine Schneebar errichten und Würstle brutzeln? Sowieso! Pizza backen? Mit Napoleon kein Problem! Autodidaktisch brachte Papa sich alles bei, unterstützt von Lektüre zu dem Thema und irgendwann dann auch einem Grillkurs. Über sein Vorgehen in der Küche schreibe ich beim nächsten Burgerrezept 🙂

Toll ist, dass er wirklich keine Herausforderung scheut und ausprobiert. Letztes Jahr gab es zum ersten Mal Burger und die Familie schmolz dahin! Weil ich deutlich weniger daheim bin als meine Geschwister fragt Mama mich nach Essenswünschen, die sie dann während meines Heimaturlaubs erfüllt. Tja, für das heutige Essen haben Mama und ich zwar die Vorbereitung übernommen, aber ohne Papa am Grill wäre das nichts geworden!
Dieses Rezept für den Baconburger fand ich deswegen interessant und sehr lecker, weil eine Art Soße gekocht wird anstatt nur eine Scheibe Speck auf das Patty zu legen und mit Ketchup zu servieren. Das war echt ein klasse Geschmack und wird es bestimmt mal wieder geben!

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Zutaten (für 4 Burger):
4 Buns (selbstgebackene Brioche Burger Buns von Highfoodality)
500g Rinderhack
250g Cocktailtomaten
1 Zwiebel
2 Essiggurken
8 Scheiben Bacon
etwas Oregano
4 Scheiben Käse (Sorte nach persönlichem Geschmack)
4 EL Ketchup
ein paar Blätter Eisbergsalat

Zubereitung:
Für das Baconrelish die Tomaten, Zwiebel und Essiggurke in kleine Würfel schneiden. Die Speckscheiben in einer Pfanne knusprig braten, rausholen und nach dem Abkühlen in kleine Stücke brechen. In der Pfanne derweil die Zwiebeln glasig andünsten, dann die Tomaten und den Oregano zugeben und etwas einkochen lassen. Den Speck und die Gurken zugeben und vom Herd nehmen. Den Salat in mundgerechte Spalten zerteilen
Aus der Hackmasse vier Pattys formen, salzen und auf dem Grill nach gewünschtem Blutigkeitsgrad brutzeln. Den Käse für die letzten Sekunden auf dem Fleisch zum Schmelzen bringen. Die Buns halbieren und ebenfalls kurz auf dem Grill rösten. Featured image
Zusammensetzen: die untere Burgerhälfte mit dem Bacon-Tomaten-Relish bestreichen, darauf dann das Patty, Salat und in den Burgerdeckel Ketchup streichen. Beim Essen nicht den Kiefer ausrenken 😉

Quelle: Die besten Burger. Von Beef bis Veggie

Beziehungsfördernd: (Overnight) Bircher Müsli

Wochenenden sind für mich nicht nur deswegen toll, weil ich n Moment Ruhe von der Uni oder dem Nebenjob hab, sondern weil ich meinen Freund auch nur dann sehe: wir wohnen über 100km auseinander und da ist es nicht möglich sich mal kurz auf n Kaffee zu treffen. Das hat Vorteile, weil ich unter der Woche sehr konzentriert und fleißig schaffe um am Wochenende frei zu haben. Aber natürlich ist es auch anstrengend sich fünf Abende pro Woche nur über Skype zu sehen.
Aufgrund der Distanz erfährt man vom anderen dann manches auch erst nach einiger Zeit. Wie dass er komplett auf Bircher Müsli abfährt 🙂 Ich sehe es noch heute vor mir, wie er samstagmorgens zum Frühstück kommt, ins Zimmer geht und nicht die sonst übliche Müslimischung auf dem Tisch sieht, sondern etwas anderes. Ein Bircher Müsli – breites Strahlen! Neben seiner Vorliebe für Bircher Müsli erfahre ich leider an diesem Morgen aber auch, dass er rohe Äpfel nicht so gut verträgt… tja, was man durch ein neues Rezept nicht alles über den anderen erfährt 🙂

Es ist kein traditionelles Bicher Müsli, aber was ist denn alles im Original drin? Nüsse, Haferflocken, Trockenfrüchte, frisches Obst, Joghurt… Man findet tausende von Variationen. Hier werden gemahlene Mandeln und Haselnüsse angeröstet, was einen wunderbaren Geschmack gibt. Und die karamelisierten Haferflocken drüber geben Süße und einen netten Biss. Die könnte ich pur essen! Ich habe dieses Rezept schon unzählige Male gemacht und variiert: keine Haselnüsse da? Dann eben mehr Mandeln. Der Joghurt wurde durch Quark ersetzt. Statt Himbeeren, Apfel und Birne habe ich auch schon Mango püriert und mit Ananas und Kiwi dem Müsli einen  exotischen Anstrich gegeben. Ich bereite auch alles am Vorabend vor: Haferflocken einweichen, die gerösteten Nüsse oben drüber, dann Obst schnippeln, alles abdecken und am nächsten Morgen nur noch mit Joghurt und Honig mischen. Nur die karamelisierten Haferflocken sollten seperat aufbewahrt werden.
Mit Müsli und dem Freund startet man einfach super in den Tag!

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Zutaten (für 4 -6 Personen)
200g grobe Haferflocken
50g gemahlene Haselnüsse
50g gemahlene Mandeln
10g Butter
2 EL Zucker
2 säuerliche Äpfel
2 Birnen
Saft von einer Zitrone
500g griechischer Joghurt
120g Honig (oder weniger  je nach Geschmack)
250g Erdbeeren (TK- Himbeeren)Featured image

Zubereitung:
Am Vorabend 250ml Wasser zum Kochen bringen und damit zwei Drittel der Haferflocken übergießen. Die Haferflocken abkühlen lassen und kalt stellen. Haselnüsse und Mandeln in einer Pfanne hellbraun rösten bis sie duften und ebenfalls abkühlen lassen.
Restliche Haferflocken in der Pfanne mit Butter und Zucker so lange rösten bis sie goldbraun und knusprig sind. Äpfel und Birnen waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Mit dem Zitronensaft mischen.
Joghurt, Nüsse, Obst und eingeweichte Haferflocken mischen. Die Erdbeeren putzen und vierteln (die aufgetauten Himbeeren samt Saft einfach untermischen) Mit dem Honig abschmecken. In Schüsselchen mit den Knusperhaferflocken servieren.

Quelle: http://valentinas-kochbuch.de/rezept-von-christian-rach-birchermuesli/

Mittagessen ist fertig: Gefüllte Paprikaschoten mit glasierten Steckrüben und Ziegenkäse

Seit letzter Woche bin ich mal wieder für einen längeren Aufenthalt daheim bei Mama, Papa und den „kleinen“ Geschwistern. Ich nutze diese zwei Wochen in den  Semesterferien um mir Urlaubsgeld zu erarbeiten. Außerdem lässt es sich ohne Extratermin und viel Planung gemeinsam essen.

Und dieses gemeinsame Essen hat mich geprägt – das ist nicht nur am Blogtitel sichtbar, sondern mir letzte Woche besonders bewusst geworden als ich einen Artikel darüber gelesen habe, wie heutzutage viele Familien nicht mehr täglich zusammen am Tisch sitzen. Die Forscher heben hervor, dass während und durch die gemeinsamen Mahlzeiten soziale Unterstützung signalisiert wird. Kinder, die regelmäßig mit ihrer Familie essen, leiden weniger unter Übergewicht und psychischen Problemen. Nachlesen könnt ihr das hier: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article136671191/Im-Hotel-Mama-bleibt-die-Kueche-immer-oefter-kalt.html

Wir sind zu fünft und wir schaffen es selbst heute noch mit Studium, Arbeit und ehrenamtlichem Engagement mindestens einmal am Tag zusammen am Tisch zu sitzen. Unter der Woche ist das während des Abendessens so, am Wochenende sogar Mittag – und Abendessen. Irgendwie ist das bei uns ganz selbstverständlich, man nimmt sich nicht einfach was, sondern man is(s)t zusammen. Und so schallt es eben zu den Essenszeiten hoch ins Treppenhaus: „Essen ist fertig!“
Wasser muss noch geholt und allen eingeschenkt werden, einer holt Untersetzer oder mischt den Salat. Ein Gebet wird gesprochen, kurzes Innehalten im Alltag. Erzählen, was bisher am Tag so lief… von den Geschwistern gedisst werden… Mama und Papa glücklich machen, weil alle 3 Kinder daheim sind… bei alldem Kraft und Energie schöpfen für das, was danach noch kommt. Am Sonntag mit einem genialen Ottolenghi – Rezept… auch wenn bei meinem Bruder eine Fleischfüllung besser angekommen wäre 🙂

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Zutaten (für 5-6 Personen)
150g Butter (ich: 75g)
1 große Steckrübe
10g Thymianblätter
100g geriebener Parmesan
2 Knoblauchzehen
40g Kapern
3 kleine gelbe Paprika
3 kleine rote Paprika
2 Tl Olivenöl
180g Ziegenkäserolle
10g Petersilie (ooops, vergessen)

Zubereitung:
Die Steckrübe schälen und in 1cm große Würfel schneiden (sollten so ca. 900g sein). Die Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Temperatur zerlassen. Die Steckrübe hineingeben, mit dem Thymian, 1,5 TL Salz und etwas Pfeffer würzen. Bei niedriger Temperatur ohne Deckel etwa 50 min (ich: ca 40min) garen und regelmäßig mit der Butter überziehen bis das Gemüse weich und karamellisiert ist. In einem Sieb abtropfen lassen – die Butter auffangen und evt. weiterverwenden (z.Bsp. zum Glasieren für Möhren oder Zucchini).
Die Steckrüben mit Parmesan, Knoblauch und Kapern mischen. Während die Steckrüben garen, die Paprikaschoten samt Stiel senkrecht halbieren. Die Samen und Scheidewände entfernen und die Schoten mit der Schnittseite nach oben auf ein mit Backpapier bedecktes Blech legen. Mit dem Öl beträufeln, leicht salzen und bei 250°C 30 – 35min garen bis sie sehr weich sind (ich habe die Schoten nur ca. 15min drin gehabt, war auch kein Problem und sehr lecker!)

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Die Paprika aus dem Ofen holen, die Temperatur auf 220°C reduzieren. Die Steckrübenmischung in die Paprika füllen, den Ziegenkäse darauf verteilen und die Schoten ca. 10-15min im Ofen überbacken bis der Käse leicht gebräunt ist. Herausnehmen und etwa 5min abkühlen lassen (so lange die Familie fürs optimale Essenstischfoto instruieren). Wir haben die Schoten mit Salat und einem Joghurtdip gegessen – toll!

Quelle: Vegetarische Köstlichkeiten von Yotam Ottolenghi

Macarons für Grobmotoriker: Weiße Schoko – Whoppies mit Blaubeeren

Backen ist für mich grundsätzlich das I – Tüpfelchen: kochen „muss“ ich fast jeden Tag, aber etwas zu backen kommt maximal einmal pro Woche vor. Kuchen, Torten & Co haben einen ganz anderen Status bei mir: sie stehen für Gemeinschaft mit Menschen, die mir am Herzen liegen. So einen Eintopf kann ich alleine löffeln, aber ich würde nie für mich alleine einen Schokokuchen backen. Zwar würde der mir trotzdem schmecken, aber erstens hab ich bei so was keine Selbstkontrolle und futter dann hemmungslos, nur um dann zweitens festzustellen, dass eine 26er Springform zu viel für eine einzige Person ist. Da hängt einem der liebste Lieblingskuchen dann einfach irgendwann aus dem Hals raus bis die Form leer ist… oder noch schlimmer: nach der Hälfte bleibt der Kuchen so lange stehen bis sich nur der Kompost noch über diese Versüßung freut.

So sehr ich das Backen am Wochenende dann auch genieße, meine Persönlichkeit verschwindet dabei trotzdem nicht. Und es entspricht mir nicht Eiweiß abzuwiegen, Mandeln zwei Mal durchzusieben und all die Arbeitsschritte durchzuziehen, die es für Macarons braucht. Ich bewundere diese kleinen Gebäckkunstwerke auf allen Blogs und will die am liebsten sofort für mich haben, aber nein danke! Der Aufwand steht für mich in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Ganz im Gegenteil zu diesen Schoko – Whoppies! Vom Aussehen kommen sie zwar lange nicht an die filigranen Macarons ran, aber hey, es ist Creme zwischen Gebäckstücken! Genug Fitzelarbeit für mich alte Grobmotorikerin 😀 Die Blaubeeren geben einen wunderbaren fruchtigen Kick und harmonieren super zur weißen Schokolade. Weil die Creme selbst nicht gesüßt wird, ist das ganze auch schön ausgeglichen. Nur eine Vorwarnung: es besteht akute Kleckergefahr!!

Und weil die Blaubeeren so gut zu #ichbacksmir von Clara von Tastesheriff passen und die hier verwendeten sogar auch aus Kanada kamen, reiche ich dieses Rezept bei ihr ein 🙂 Dort gibt es noch jede Menge andere Köstlichkeiten mit Blaubeeren!ichbacksmir tastesheriff

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Zutaten für die Füllung:
200g TK – Blaubeeren
100g weiße Kuvertüre
50g zimmerwarme Butter
350g zimmerwarmer Doppelrahmfrischkäse

Für den Teig:
100g weiße Kuvertüre
180g Mehl
1 TL Backpulver
75g Zucker
75g Butter
1 Vanilleschote (ich: ein Päckchen Vanillezucker, dafür oben den Zucker reduziert)
1 Ei
100ml Buttermilch (ich: Joghurt)

Zubereitung:
Für den Teig die Kuvertüre fein hacken. Mehl, Backpulver und Zucker mischen. Die Butter schmelzen und mit Ei und Buttermilch (und ggfalls dem Mark der Vanilleschote) mischen. Mehlmischung zur Buttermischung geben und alles glatt rühren. Dann die Kuvertüre unterheben. 5min ruhen lassen.
Dann den Teig mit 2 Esslöffeln zu 24 Häufchen à 3cm Durchmesser auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Dabei 3 – 4cmi Abstand lassen (die Häufchen verlaufen aber kaum) Nacheinander bei 180° auf der 2. Schiene von unten für ca. 15min backen bis die Ränder leicht gebräunt sind. Auf den Blechen abkühlen lassen.

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Für die Füllung die Kuvertüre hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Die Butter mit dem Frischkäse gut verrühren und dann 60g geschmolzene Kuvertüre unterrühren. Die aufgetauten und gut abgetropften Blaubeeren vorsichtig unterheben dass eine leichte Marmorierung entsteht. Den Rest der geschmolzenen Kuvertüre über die Hälfte der Whoppies sprenkeln. Zum Schluss entweder die Creme in einen Spritzbeutel füllen und die flache Seite von 12 Keksen damit bespritzen. Oder – falls ihr wie ich keinen Spritzbeutel habt – einfach mit einem Löffel die Creme auf die Kekse streichen. Zusammenklappen und sich das Wochenende schön machen.

Quelle: Essen & Trinken 1/ 2015.